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Mordfall Hinterkaifeck

47.680 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

19.11.2007 um 21:23
@Sabine123

Es war doch so, dass das Finanzamt Schrobenhausen, dass gesamte Münzgeld der Hker einziehen wollte wegen Steuerhinterziehung betreffend Reichsnotopfer. In der neuesten Leuschner-Auflage steht aber, dass das Landesfinanzamt später den Tatbestand der Steuerhinterziehung als nicht erfüllt ansah, so dass das Geld an die Erben ausgezahlt werden konnte.

War das Landesfinanzamt in München? Ob es diesbezüglich noch Akten gibt? Das Finanzamt Schrobenhausen hatte den Erben wohl einen Steuerbescheid zugestellt, wo es die Steuerschuld aus den letzten zehn Jahren berechnet hat. Gegen den Steuerbescheid sind die Erben wohl vorgegangen und haben vom Landesfinanzamt Recht bekommen.

Könnte man aufgrund dieser Bescheide nicht ersehen, was die Hker wohl für Einnahmen hatten. Woher hat Leuschner wohl die Informationen?

Leider habe ich von diesen Dingen wenig Ahnung. Ich weiß nur, dass man mit dem Finanzamt sehr vorsichtig umgehen muss.


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Mordfall Hinterkaifeck

19.11.2007 um 21:44
@AngRa

Ich muss schmunzeln wenn Du schreibst, dass man mit dem Finanzamt vorsichtig umgehen muss.

Ja, Das Landesfinanzamt befand sich damals in München.
Weiterhin waren dem Landesfinanzamt München unterstellte Zweigstellen in München, Landshut und Augsburg.

Bis 2005 gab es in Bayern 6 Bezirksfinanzdirektionen, die seit diesem Datum zum Landesamt für Finanzen verschmolzen sind.
Als Sitz des Landesamtes für Finanzen und der Zentralabteilung wurde Würzburg festgelegt. An den ehemaligen Standorten der Bezirksfinanzdirektionen (Ansbach, Augsburg, Bayreuth, Landshut, München, Regensburg und Würzburg) wurden Dienststellen eingerichtet. Der Dienststelle München wurde wie bisher die Außenstelle Ingolstadt zugeordnet.

Vielleicht sollte man in Ingolstadt oder Würzburg einmal nachfragen.

Wobei sich jetzt meiner Kenntnis entzieht, wo die sogenannten "historischen Unterlagen" ihren Schlaf gefunden haben. Das sollte aber in Erfahrung gebracht werden können.


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Mordfall Hinterkaifeck

19.11.2007 um 21:44
Meiner Ansicht nach unterliegen viele hier einem Denkfehler, wenn sie aufgrund der Situation der letzten Jahrzehnte - Stichworte: Überproduktion, Hofsterben, Schrei nach (immer noch mehr) Subventionen - meinen, die Landwirtschaft habe auch damals nicht viel einbringen können.

Immerhin haben die Hinterkaifecker für die damalige Zeit einen gut mittelgroßen Hof bewirtschaftet, waren sparsam (vielleicht geizig), fleißig und haben beim Personal gespart. Große Anschaffungen sind offensichtlich (abgesehen vom Motor) jahrzehntelang nicht erfolgt, wären erst mit dem Neubau des Stalles und bei Ankauf einer Dreschmaschine fällig gewesen.

Wenn man den Hof schuldenfrei übernehmen (oder erheiraten) konnte, die ein oder andere Mark vielleicht auch von dritter Seite ererbt hat, jahrzehntelang fleißig und sparsam, vielleicht auch geschäftstüchtig war und seine Produkte gut verkauft hat, konnte sehr wohl ein gewisser Wohlstand aufgebaut werden.

Das andere Beispiel für finanziell ´geordnete´ Verhältnisse in unmittelbarer Nachbarschaft ist eigentlich Lorenz Schlittenbauer, dessen Hof ursprünglich auch nicht größer als HK gewesen zu sein scheint.


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19.11.2007 um 21:52
@Badesalz

Wie hoch war eigentlich damals der Wert der Goldmark umgerechnet in Euro?
Ich kann mir da gerade keine Vorstellung machen.


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Mordfall Hinterkaifeck

19.11.2007 um 21:59
"Münchner Zeitung"

Heute habe ich (gegen sonstige Gewohnheiten...) den "Münchner Merkur" gelesen.
Unterzeile unter dem Titel auf Seite 1: "Münchner Zeitung".

Nun ist der Münchner Merkur auch im wahren Wortsinn eine Münchner Zeitung, aber mir kam doch der Gedanke, daß damit auf den Namen eines Vorgängerblattes angespielt werden könnte.

Der Wikipedia-Artikel zum Münchner Merkur gibt dazu allerdings nichts her, dort beginnt die Geschichte der Zeitung erst 1946 mit einer Lizenz der amerikanischen Militärregierung.

Ein kurioser Fund am Rande:
In einem Artikel über das Leben in München Anno 1907 ist folgende Anzeige wiedergegeben...

"Wenn Rosalie Eicher, geb. zu Forstinning, verh. Schreit, bis in drei Tagen nicht zurückkehrt, gebe ich um Ehescheidung ein. Josef Schreit, Spiegelstr. 4/0."


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19.11.2007 um 22:03
@dida

Da bin ich momentan auch überfragt.

Wenn man das Gewicht der Münzen nimmt (717g) und in Ansatz bringt, daß der Feingoldgehalt 900/1000 war, dann hätten wir ein Goldgewicht von etwa 645g.
Das entspricht knapp 21 Unzen Feingold.

Wie ist der Goldpreis momentan?

Mal nachseh...


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19.11.2007 um 22:08
@Badesalz

Mit dem momentanen Goldpreis bin ich überfragt ... Guck mal!


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19.11.2007 um 22:14
...war auf einer Ösi-Seite, die rechnen in Kilo... Die haben´s ja... ;-))

Ich habe es jetzt nur überschlagen. 645g müssten einen momentanen Wert von etwa 12.000,-Euro haben.

Wikipedia sagt, der bisherige historische Höchststand bei Gold sei 1980 bei 850 US-Dollar gewesen. Mir ist aber momentan nicht klar, ob diese Aussage nur ab 1970 gilt.


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19.11.2007 um 22:17
...ach ja: Das Silbergeld war - rein vom Material her - natürlich damals auch von Wert. Heute kostet Silber ja bald nix mehr...


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19.11.2007 um 22:19
@Badesalz

Vielleicht hatten diese Goldmark nicht so einen hohen Anteil Gold in der Legierung ... das kann man wohl mit dem heutigen Goldpreis nicht vergleichen.

Die heute gängigen Legierungen für Schmuck haben 333-, 585-, 757- Anteile Gold.


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19.11.2007 um 22:23
Die Frage ist, wie man die Zahlen jetzt vergleichen kann...

Durchschnittsnettolohn eines Handwerkers damals und heute?

Erst dann könnte man den Wert der 1800,- Goldmark einigermassen einschätzen.

Ein Handwerker heute hätte diese Summe (entspr. 12.000,- EUR) wahrscheinlich nach gut einem halben Jahr erreicht.
Ich denke aber, daß ein Handwerker damals (viele?) Jahre für 1800,- Goldmark hätte arbeiten müssen.


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19.11.2007 um 22:25
@dida

Goldmark: 900 Teile Gold auf 1000 Teile.

Ich hab das oben schon entsprechend gerechnet...


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Mordfall Hinterkaifeck

19.11.2007 um 22:36
@Badesalz

900 Anteile Gold??? Nee, das kann ich mir nicht vorstellen!
Die Münzen müssen ja, rein chemisch gesehen, butterweich gewesen sein!


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Mordfall Hinterkaifeck

19.11.2007 um 22:50
@dida

Kauf´ Dir eine Goldmünze und beiss´ rein - dann siehst Du den Zahnabdruck...

Ich könnte mir vorstellen, daß man eine dünne Münze tatsächlich auch durchbeissen könnte, wenn man ein wenig darauf herumkaut. Der ´heroische Selbstversuch´sei aber gerne Dir überlassen!

:D :D :D


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19.11.2007 um 23:00
@Badesalz

Wenn Du mir die Knete für die zu zerkauende Goldmünze leihst, gerne ;-)


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Mordfall Hinterkaifeck

20.11.2007 um 06:40
@Bernie
Es ist kaum anzunehmen, dass die Waisenrente für Cilli in Goldmark gezahlt worden wäre. Siehe Wikipedia:
Waren ab 1871 bis etwa 1900 Goldmünzen noch relativ häufig und Banknoten dagegen eher selten im täglichen Umlauf anzutreffen, begann sich das etwa ab 1906 durch die gleichzeitige Zunahme der von der Reichsbank in großer Menge emittierten Noten zu 20 und 50 Mark langsam zu verändern. Außerdem nahm die Kreditgeldschöpfung der Banken und der Giralgeldverkehr ungemein zu. Siehe dazu auch Fiat money. Diese damals neuen Geldarten verdrängten zunehmend die Goldmünzen aus dem praktischen Zahlungsverkehr. Hatte man eine Wahl bei der Auswahl der Zahlungsmittel, wurde eher Papier-, Scheide- oder Giralgeld als „gutes“ Goldgeld ausgegeben (Greshamsches Gesetz). Die Goldmünzen wurden auch ab etwa 1910 zunehmend vom Publikum thesauriert. Ein Hintergedanke der Reichsbank, durch die Emission der kleinen Reichsbanknoten zu 20 und 50 Mark eher an die goldenen 20- und 10-Markstücke über den Geldumlauf zu kommen und sie so für den Reichskriegsschatz einzulagern, erfüllte sich nur teilweise. Trotzdem entsprachen die Noten einem allgemeinen Bedürfnis nach mittleren Zahlungsmitteln, den die bisherigen relativ geringen Emissionen an Reichskassenscheinen von 5 bis 50 Mark nicht abdecken konnten. Der allgemeine Zuwachs im Bruttosozialprodukt nahm diese Reichsbanknoten ohne wesentlichen Inflationsschub auf. Alle Reichs- und Privatbanknoten (im Gegensatz zu den Reichs- und späteren Darlehnskassenscheinen) waren bis 1914 mit der Zusicherung versehen, sie jederzeit in gesetzliche Zahlungsmittel, also in Goldmünzen bzw. genauer nach Bankgesetz vom 14. März 1875, § 18, sie in „coursfähiges“ deutsches Geld umtauschen zu können. Auf zeitgenössischen österreichischen Banknoten beispielsweise versprach man diese in „Metallgeld“ auf Verlangen einzulösen!

Beispiel einer aufgedruckten Zusicherung: „100 Mark zahlt die Reichsbankhauptkasse ohne Legitimationsprüfung dem Einlieferer dieser Banknote“

Das konnte praktisch allerdings neben Goldmünzen auch bis 1907 Vereinstaler, Scheidemünzen und eventuell auch Reichskassenscheine beim Umwechseln bedeuten. Eine ausdrückliche Einlöseverpflichtung für Reichsbanknoten nur in Goldmünzen ist in keinem zeitgenössischen Dokument zu finden. Nur für Scheidemünzen in Silber ab dem Mindestbetrag von 200 Mark oder Pfennigscheidemünzen ab 50 Mark gab es eine „Bekanntmachung“ des Reichskanzlers vom 19. Dezember 1875, dass dies in den Reichsbankhauptkassen in Berlin, Königsberg, Frankfurt und München auf Wunsch des Publikums zu erfolgen hätte. Ansonsten bekam man Goldmünzen nur auf ausdrückliches Verlangen am Kassenschalter - entsprechend der jeweiligen Kassenlage - bei den Banken und Sparkassen gegen Banknoten umgewechselt, ansonsten aus dem allgemeinem Geldumlauf. Bei der Erstemission von neuen Gold-, aber auch bei Silbermünzen bildeten sich schon damals lange Schlangen von Münzsammlern an den Kassenschaltern und man hatte dort eventuell die Chance, eine prägefrische Goldmünze gegen eine Banknote zum Kurs von eins zu eins zu erhalten. Schon 1893 gab es Klagen des Publikums wegen der relativ hohen Menge an umlaufenden Scheidemünzen, d.h. im Umkehrschluss, dass Goldmünzen offenbar im allgemeinen Zahlungsverkehr zu dieser Zeit nicht mehr allzu häufig waren, was zur Zeit um 1871–90 noch nicht so war.
@all
Umrechnungshinweise (Kaufkraft) laut Hamburger Staatsarchiv und Statistischem Bundesamt (Quelle Fredrik Mathäi):

1 Goldmark (1873–1899) = 17,82 Euro
1 Goldmark (1900–1912) = 9,35 Euro
1 Goldmark (1913/14) = 8,08 Euro
1 Papiermark (1915) = 6,74 Euro



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Mordfall Hinterkaifeck

20.11.2007 um 08:24
Ich finde Bernstein gibt da einen guten Denkanstoss wenn er meint dass die HK`ler schon früher Leute versteckten.
Ich glaube aber nicht dass die Damen davon nichts wussten.
Der Streit kann sich durchaus um dieses Thema gedreht haben.
Evtl. wollten die Frauen mal aussetzen aber der Gruber wegen Gier nicht?

Die Frage ist nur wen er da immer versteckt hat, um was es ging und warum es dann zur tödlichen Gefahr für die HK`ler wurde.

Und ich bin mir fast sicher dass sie von der Gefahr wussten, dass der Gruber keine Hilfe von aussen annahm lässt doch nur den Schluss zu dass es um etwas illegales ging?


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Mordfall Hinterkaifeck

20.11.2007 um 08:34
Evtl haben die HK`ler Waffen für die "Organistation Consul" gelagert?

Hier ein Ausschnitt:
Diese Untergrundorganisation, die nur eine Kernorganisation war, wirkte getarnt als Holzhandelsgesellschaft von München aus und unterhielt illegale Waffenlager. Über die O. C. betreute Ehrhardt ein ganzes Netzwerk weiterer paramilitärischer Vereinigungen.

Und hier der Link: Wikipedia: Organisation Consul


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20.11.2007 um 08:49
@AngRa
anhand dieser Bescheide müsste man ersehen können, wieviel Einnahmen die HKler hatten. vorausgesetzt, daß sie alles angegeben haben.. ihre ganzen Werte...oder ob das evtl. nur ein Schätzbescheid war? ich weiß nicht, ob die damals schon so was ähnliches wie eine Buchführung für den Hof machen mussten.... ich müsste mich da mal bei meinem Chef schlau machen...
Wobei ich in den Berichten schon über Vermögensteuer, Umsatzsteuer und Körperschaftsteuer gelesen habe...


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Mordfall Hinterkaifeck

20.11.2007 um 09:54
@lesmona

Und Du meinst, dass keiner im Dorf davon etwas mitbekommt? Oder das ganze Dorf diesbezüglich schweigt? Ne, kann ich mir nicht vorstellen. Sollte es sich tatsächlich um ein Waffenlager auf HK gehandelt haben, hätte man sich das hinter vorgehaltener Hand auch zur damaligen Zeit und danach erzählt.

.....Wenn das ganze Dorf schon wusste, wer mit wem im Heustadl lag......


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