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Der Yogtze-Fall

10.383 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Auto, Ungelöst ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 04:15
Zitat von xydezaxydeza schrieb:Ich frage mich, warum Stoll kreuz und quer durch die Nacht düste und gegen 1 Uhr früh die alte Nachbarin seiner Eltern aufsuchte, der er erzählte, dass diese Nacht noch "ein fürchterliches Ereignis" passieren würde, statt sich zu Hause einzusperren, wenn er diese Befürchtung hat.
Genau das war das Erste was ich mich gefragt hatte als ich das erste Mal von dem Fall hörte. Jemand, der Angst vor einem fürchterlichen Ereignis hat, würde sich doch in den sicheren, eigenen vier Wänden verstecken und nicht einen trinken gehen und stundenlang durch die Nacht irren.

Eine Vermutung von mir ist dass er eventuell seine Frau und Tochter schützen wollte. Ich halte es für vorstellbar dass Günther Stoll Probleme mit irgendwelchen Leuten hatte, möglicherweise ging es um Schulden oder Ähnliches, und von diesen ominösen Leuten sprach er auch in Gegenwart seiner Frau. Möglich ist dass er sich in dieser Nacht mit diesen Leuten verabredete hatte und vielleicht hatte er die Befürchtung dass diese bei ihm vor der Haustür aufkreuzen und vielleicht sogar seiner Frau und Tochter etwas antun würden wenn er nicht zur Verabredung erscheint. Dass er zu der alten Nachbarin ging könnte auch dazu passen, vielleicht wollte er sich Geld von ihr leihen um die Schulden in dieser Nacht zu begleichen.


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 06:28
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Hinweise für eine real Verwicklung des Stoll in irgen welche Verbrecherkreise, die ihm, warum auch immer an den Kragen wollten gibt es nun so gar keine.
Richtig. Darüber wurde seitens der Ermittler nicht berichtet.

Aber.

Es ist erkennbar, dass die Ermittler seinerzeit ein Tötungsdelikt in Betracht gezogen haben. Dieser Fakt, muss also auch durch Ermittlungsergebnisse unterfüttert gewesen sein.
Zitat von xydezaxydeza schrieb:Ich frage mich, warum Stoll kreuz und quer durch die Nacht düste und gegen 1 Uhr früh die alte Nachbarin seiner Eltern aufsuchte
Ich habe mich nochmals mit den örtlichen und zeitlichen Eckpunkten der nächtlichen Fahrt befasst.

Und komme zu dem Ergebnis, dass die Fahrt so "kreuz und quer" eigentlich gar nicht verlaufen sein kann.


Das will ich auch begründen:

Abfahrt des GS aus dem Papillon gegen 23:15 Uhr bis 23:30 Uhr.

Die Strecke nach Haiger-Seelbach führt ihn über eine Fahrtstrecke von ca. 13 km in einer Fahrtzeit von ca.15 min zu Frau Hellfritz.

Da er dort aber erst um 1:00 Uhr ankam, verbleibt eine Zeit von deutlich über einer Stunde, die er anderweitig genutzt hat.

------------------------------------------------

Abfahrt Haiger Seelbach zwischen 1:05 Uhr und 1:10 Uhr

Um 3 Uhr wird er im verunfallten Golf gefunden.


Die Fahrtstrecke zum Unfallort, beträgt ca. 100 km, bei einer Fahrtzeit von ca. 1 Stunde und 10 Minuten.

Damit haben wir ein Zeitfenster von ca. 45 Minuten für alle anderen Geschehnisse. ( Aufeinandertreffen mit den Personen, die ihn zum Unfallort brachten, Überrollvorgang usw.)

Jetzt kommt aber der "Knackpunkt"...Diese Zeitberechnung gilt nur, wenn er sich ausschließlich auf der A 45 zügig gen Hagen bewegt hat.


Ich habe mir bei Google eine Alternativstrecke angeschaut und habe ihn nach der Hälfte der Strecke von der A 45 abfahren lassen und eine Weiterfahrt auf einer Landesstraße angenommen.

Dafür erhielt ich dann eine Fahrtzeit von 1 Stunde und 40 Minuten, bis zum Unfallort in Hagen.

In einem solchen Szenario verblieben dann nur noch 20 Minuten, für das verhängnisvolle Aufeinandertreffen, den Überrollvorgang usw., was meiner Ansicht nach dann doch relativ knapp bemessen wäre.

-------------------------------------------------------

Mein Fazit:

Für den Zeitraum zwischen der Abfahrt aus dem Papillon und der Ankunft bei Frau Hellfritz erscheint mir GS durchaus nicht zielorientiert und "vertrödelt" eine Menge Zeit.

Für den Zeitraum zwischen der Abfahrt bei Frau Hellfritz und dem Auffinden an der Autobahn, erscheint er mir eher zielorientiert. Er scheint ein Ziel angesteuert zu haben, dass er mit einer zügigen Fahrt gen Norden in Richtung Hagen ansteuerte. Er muss einen erheblichen Teil der Fahrstrecke auf der A45 zurückgelegt haben, um gegen 3 Uhr am Unfallort in seinem Wagen aufgefunden werden zu können.


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 09:13
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:@mattschwarz mattschwarz schrieb:lso liegt eben auch Totschlag durch Unterlassen im RaumDiesen Strafbestand gibt es nicht.
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:off-peak schrieb:Diesen Strafbestand gibt es nicht.Klare Zustimmung.
Tja, was soll ich dazu sagen, wenn behauptet wird, dass es den Straftatbestand des Totschlags durch Unterlassen (§§ 212, 13 StGB) nicht gäbe und dem dann "klar zugestimmt" wird. Diese Behauptung ist schlichtweg (und ohne jede Einschränkung) falsch. Selbstverständlich gibt es den Tatbestand. @off-peak : vielleicht wäre es doch ganz sinnvoll, sich über feststehende Tatsachen ein wenig zu informieren, bevor man schlichtweg falsche Informationen verbreitet. Viel besser ist dann auch nicht, wenn man diesen schlichtweg falschen Behauptungen "zustimmt". Nicht böse gemeint, aber wenn man schon Fakten als "falsch" bezeichnet, wird es schwierig zu argumentieren.
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Für den Zeitraum zwischen der Abfahrt aus dem Papillon und der Ankunft bei Frau Hellfritz erscheint mir GS durchaus nicht zielorientiert und "vertrödelt" eine Menge Zeit.
Klar kann man diese Meinung vertreten. Nur, wenn man eben nicht weißt, was Stoll in einem gewissen Zeitraum gemacht hat, kann man mE nicht davon sprechen, dass er in dieser Zeit "ziellos" gewesen sei. Wir wissen nicht, ob er in dieser Zeit nicht aus seiner Sicht sehr wichtige Dinge erledigt hat und äußerst zielorientiert (vielleicht sogar sehr eng getaktet) handelte. Z.B. könnte er sich vor Frau Helfritz mit einer anderen Person getroffen haben. Bei dieser Person könnte es sich um eine andere Vertrauensperson gehandelt haben, bei der er Rat suchte, die sich aber im Nachhinein nicht wie Frau Helfritz offenbarte, z.B. weil sie oder er nicht wollte, dass man ihr oder ihm Vorwürfe macht, nicht geholfen zu haben. Eine andere Möglichkeit wäre, dass es in dieser Zeit einen ersten Kontakt mit den späteren Peinigern gab.

Für mich steht eben gerade nicht fest, dass Stoll nach dem Besuch bei Frau Helfritz alleine in Richtung Hagen gefahren ist. Es erscheint mir durchaus möglich, dass Stoll zu diesem Zeitpunkt schon in Begleitung (unter Kontrolle) der späteren Peiniger war. Zudem wissen wir auch nicht, ob Stoll nicht sogar in der näheren Umgebung von Haigerseelbach überrollt wurde. Ob es medizinisch möglich war, dann noch solange zu überleben bis der verunfallte Golf gefunden wurde, können wir nicht wissen, weil eben nicht bekannt ist, welche genauen Verletzungen vorlagen. Hier kann nur spekuliert werden. Wenn Stoll aber schon in der Umgebung von Haigersselbach überrollt worden wäre, wäre es aus Sicht potentieller Täter (aber auch für Leute, die ihn unabsichtlich überrollt haben, aber keinesfalls identifiziert werden wollen) nicht so dumm, Stoll und sein Fahrzeug möglichst weit weg zu verbringen, um den Tatort zu verlagern.


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14.11.2019 um 10:41
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Was soll da nicht passen?
Das man nicht auf die Idee kam ihn zu Verbinden oder ein Telefon zu suchen, sondern einen anderen Weg der Hilfe wählte?
Zumindest passt das nicht zur Helferthese. Und weiter, dass sie einfach abgehauen sind. Stoll völlig nackt transportiert haben. Das ist Fakt. Fakt ist auch, dass sich die Helfer bis heut nicht mal anonym gemeldet haben. Ein solches Verhalten wird Strafrechtlich verfolgt. Ein weiterer Fakt. Anbei behilft sich die These damit, dass man Stoll in ein KH verbringen wollte. Und dazu fehlt jeglicher Fakt. Bürgerliches Verhalten sieht anders aus. Zumindest meiner moralischen Vorstellung nach. Das ist Fakt.

Somit ist aus meiner Sicht klar, wer der Helferthese zustimmt, muss folglich auch der Suizidthese zustimmen. Da diese sonst hinfällig wird. Anbei beide Thesen auch immer wieder verknüpft werden. Das ist fakt. Und Fehler zugleich.

Nun zur Suizidthese. Fakt ist erstmals, dass es keinen Hinweis noch eine Veranlassung dafür gibt anzunehmen, dass Stoll an einer schweren psychischen Krankheit lit. Welche letztlich Stoll in den Suizid getrieben haben sollen. Das kann man nur als Fakt bezeichnen.

Vielmehr sind es die dramaturgischen Darstellungen Betreff der Wohnungs-Szenen in einer medialen Falldarstellung durch die man geblendet wird von einer schweren Erkrankung Stolls auszugehen. Sozusagen ein Schuss ins Blaue. Stoll war doch Kern gesund.

Die nächsten skurrilen Annahmen folgen dann auch gleich. Stoll fällt vom Barhöcker und besucht Frau Hellfritz aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung. Schwer erkrankt und geistig abwesend, an Selbstmord denken fährt er durch die Nacht. Da verwundert es nur noch, dass er den Golf nicht selbst in den Graben gefahren hat.

Das muss dann wohl eine ganz heisse Fahrt gewesen sein. Jedenfalls legte er alle Kleider ab. Legt sich auf die Strasse. Das ende Oktober. Und wartet bis sein Wunsch überfahren zu werden eintritt.

Es ist schon äusserst selten, dass sich Suizidenten der Kleidung entledigen. Womit ein solches Verhalten von Stoll so gut wie auszuschliessen ist.

Für das die Geschehnisse nach dem Weggang aus der Wohnung gibt es weit besser Erklärungen als die Annahme eines Suizides.


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14.11.2019 um 10:59
@mattschwarz

@mattschwarz ich bin kein Jurist. Nur wenn du schreibst:
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:liegt eben auch Totschlag durch Unterlassen im Raum
So habe ich doch Mühe diese Formulierung zu verstehen. Da es aus meiner Sicht zwei Tatbestände sind. Totschlag der eine. Unterlassung von Hilfeleistung der andere. Unterlassen heisst doch soviel wie nicht zur Anwendung gebracht. Demnach kann auch kein Todschlag folgen.


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14.11.2019 um 11:14
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:So habe ich doch Mühe diese Formulierung zu verstehen. Da es aus meiner Sicht zwei Tatbestände sind. Totschlag der eine. Unterlassung von Hilfeleistung der andere. Unterlassen heisst doch soviel wie nicht zur Anwendung gebracht. Demnach kann auch kein Todschlag folgen.
Ich kann verstehen, dass das nicht einfach zu verstehen ist. Aber gerade das berechtigt ja nicht dazu, wie es @off-peak getan hat, einfach bar jeder Kenntnis einfach zu behaupte, dass es den Tatbestand nicht gäbe. Ich will es Dir gerne an einem Beispiel erklären:

A schießt auf B um ihn zu töten, B stirbt = Totschlag
Eltern merken, dass ihr Baby blau anläuft und keine Luft bekommt. Sie tun nichts, weil sie sich durch das Kind ohnehin eingeschränkt fühlen und sie es nicht wollten. Das Kind stirbt (=Totschlag durch Unterlassen)


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14.11.2019 um 11:52
@EDGARallanPOE

Ich stimme deinem Fazit voll und ganz zu.
Möchte noch beifügen, dass das Ereignis bis zum überrollen wie das des auffinden Zeit verstreichen lässt. Womit von diesem zwei stündigen Fenster bestenfalls noch 30 min. übrig bleiben. Was doch nahe legt, dass Stoll zu einem Treffen gefahren ist.


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14.11.2019 um 11:53
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Da verwundert es nur noch, dass er den Golf nicht selbst in den Graben gefahren hat.
Selbst das ist nicht auszuschließen. Womöglich wäre das vielleicht auch ein ganz neuer Ansatz. Ich versuche mal eine hier wohl noch nicht erörterte These zu formulieren:

1.
S. wird bedroht, weil er nicht liefert. Ihm wird eine Frist gesetzt. Treffpunkt vor dem Papillon. S. versucht sich mit einem Bier zu beruhigen. Es gelingt nicht, er fällt vom Hocker.

2.
S. versucht eine Verlängerung der Frist zu erreichen. Das misslingt. Er berichtet, dass er eine Dame kenne, die ihm aus der Patsche helfen könne. Man gewährt ihm, diese aufzusuchen. Allerdings fährt man hier schon gemeinsam hin, weil man S. nicht mehr "laufen lassen will". S. Versuch bei Frau H. etwas zu erreichen scheitert.

3.
Die Begleiter tun, was ihnen vorher für den Fall das S. nicht liefert, aufgetragen wurde. S. soll zu den Hintermännern verbracht werden, die über das weitere Vorgehen entscheiden. Das Ziel liegt hinter Hagen. S. wird gezwungen zu fahren. Im Wagen befinden sich Begleiter, ein anderer Wagen fährt vor.

4.
S. hat massiv Angst er rechnet mit dem Schlimmsten. Ihm kommt eine Idee, zumal die Begleiter nicht angeschnallt sind. Er fährt absichtlich in den Graben und hofft, dass er so entkommen kann. Allerdings wird niemand schwer verletzt. Man zwängt sich in das Begleitfahrzeug. Der nicht mehr fahrfähige Golf bleibt zurück.

5.
Das weitere Vorgehen wird beratschlagt. Evtl. auch Rücksprache gehalten. Man ist extrem wütend, weil jemand durch S. Aktion zumindest leicht verletzt wurde. Jetzt wird S. bestraft.

6.
S. wird für tot gehalten. Er wird zurück in den Golf verbracht, um ihn abzulegen. Hauptsache weg vom Überrollort. M. + K. treten auf den Plan. Die Täter verschwinden.

Ist diese These wahrscheinlich? Eher nicht. Kann man sie ausschließen? Wohl kaum.

Aus meiner Sicht steht nicht einmal fest, dass sich S. überhaupt in dem Golf befand, als dieser crashte. Was spricht dagegen?

* Stoll liegt scheinbar geordnet auf dem Beifahrersitz. Wie kann das nach einem wilden Ritt sein?
* Wie können Kleider und Schuhe ordentlich nach dem wilden Ritt geordnet rumstehen/liegen?
* Wieso ist der Motor kalt? Warum war man anscheinend so lange an dem Wagen?

Wäre das nicht besser zu erklären, wenn man annimmt, dass S. erst nachträglich in den Golf verbracht wurde?


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 13:34
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:S. wird gezwungen zu fahren. Im Wagen befinden sich Begleiter, ein anderer Wagen fährt vor.
Sie zwingen ihn nackt zu fahren?


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14.11.2019 um 13:35
Zitat von Cleo114Cleo114 schrieb:Eine Vermutung von mir ist dass er eventuell seine Frau und Tochter schützen wollte. Ich halte es für vorstellbar dass Günther Stoll Probleme mit irgendwelchen Leuten hatte, möglicherweise ging es um Schulden oder Ähnliches, und von diesen ominösen Leuten sprach er auch in Gegenwart seiner Frau. Möglich ist dass er sich in dieser Nacht mit diesen Leuten verabredete hatte und vielleicht hatte er die Befürchtung dass diese bei ihm vor der Haustür aufkreuzen und vielleicht sogar seiner Frau und Tochter etwas antun würden wenn er nicht zur Verabredung erscheint. Dass er zu der alten Nachbarin ging könnte auch dazu passen, vielleicht wollte er sich Geld von ihr leihen um die Schulden in dieser Nacht zu begleichen.
Schützt man wirklich seine Frau und Tochter, in dem man sie alleine zu Hause lässt? Sollte Stoll Probleme mit irgendwelchen Leuten gehabt haben, welche könnten das sein? Nehmen wie mal an, er hatte Schulden und musste sie zu einem bestimmten Termin zurückzahlen. Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Termin ausgerechnet auf eine Stunde mitten in der Nacht festgelegt wird? Selbst Mafiosi schlafen nachts für gewöhnlich, sofern sie nachts kein großes Geschäft abwickeln. Ein großes Geschäft kann der stellungslose Stoll mit vielleicht paar Tausend Mark Schulden nicht gewesen sein. Und selbst wenn er Schulden hatte, und der Termin für die Rückzahlung bereits in dieser Nacht verstrichen war, wie kann Stoll damit rechnen, dass ihn seine Gläubiger noch in genau dieser Nacht aufsuchen?
Auch dass ihm am Abend nach Angaben seiner Frau plötzlich "ein Licht aufging", passt nicht zu dieser Version. Wer Schulden hat, weiß für gewöhnlich, bei wem er Schulden hat. Und auch dass er die alte Nachbarin seiner Eltern aufsuchte, passt nicht zu dieser Version. Wie hätte die ihm besser helfen können, als seine Eltern? Wer wirklich Geld braucht, klopft auch nicht um 1 Uhr nachts an fremden Haustüren.

Darum schließe ich Schulden aus, nur was bleibt dann noch für ein Motiv für einen versuchten Mord?


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 13:51
@mattschwarz

Schauen wir nochmal bei XY rein. Der anwesende Kommissar sagt:

…. erst danach ist der schwer verletzte Mann in seinen eigen Wagen geladen und wie wissen wir nicht zu späteren Fundort gebracht worden.

Das heisst, Stoll konnte nicht aus eigener Kraft in sein Auto steigen. Hingegen das Auto fahren wird nicht ausgeschlossen. Zumindest würde das erklären warum der Golf von der Fahrbahn abkam. Ob sich da der LKW Fahrer sicher war, noch ein Person um das Auto rum gesehen zu haben? Diese Person wäre dem nach ziemlich schnell verschwunden. Bleibt eigentlich nur noch wie kommt Stoll auf den Beifahrersitz.


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 19:15
@mattschwarz
Das Szenario hinkt aber ganz schön in einigen Punkten:
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:S. wird bedroht, weil er nicht liefert. Ihm wird eine Frist gesetzt. Treffpunkt vor dem Papillon. S. versucht sich mit einem Bier zu beruhigen. Es gelingt nicht, er fällt vom Hocker.
Was nicht lieferte? Und wieso fiel er vom Hocker deshalb?
Vor dem Papillon wartete auch niemand. Jedenfalls wurde niemand beobachtet. das wäre vor der "Dorfkneipe wohl aufgefallen

Wenn er solche Angst gehabt hat, daß er vom Stuhl in Ohnmacht fällt,warum blieb er dann nicht in seinem sicheren Heim ?
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:S. versucht eine Verlängerung der Frist zu erreichen. Das misslingt. Er berichtet, dass er eine Dame kenne, die ihm aus der Patsche helfen könne. Man gewährt ihm, diese aufzusuchen. Allerdings fährt man hier schon gemeinsam hin, weil man S. nicht mehr "laufen lassen will". S. Versuch bei Frau H. etwas zu erreichen scheitert.
Für diese Interpretation des Besuchs bei Hellfritz gibt es so gar keine Fakten. Reichlich Phantasie.

Völlig aus der Luft gegriffen. Wie sollte ihm die alte Frau aus der Patsche helfen.?
Reich war sie wohl nicht.
Offensichtlich hat er dort nur geklingelt, weil noch Licht brannte und er eine Gesprächsperson brauchte.

Auch hat sie, Fr Hellfritz, in der menschenleeren Gegend kein anderes Auto, keine andere Person wahrgenommen.
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:Die Begleiter tun, was ihnen vorher für den Fall das S. nicht liefert, aufgetragen wurde. S. soll zu den Hintermännern verbracht werden, die über das weitere Vorgehen entscheiden. Das Ziel liegt hinter Hagen. S. wird gezwungen zu fahren. Im Wagen befinden sich Begleiter, ein anderer Wagen fährt vor.
Wo bleibt da das Überrollen?
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:S. hat massiv Angst er rechnet mit dem Schlimmsten. Ihm kommt eine Idee, zumal die Begleiter nicht angeschnallt sind. Er fährt absichtlich in den Graben und hofft, dass er so entkommen kann. Allerdings wird niemand schwer verletzt. Man zwängt sich in das Begleitfahrzeug. Der nicht mehr fahrfähige Golf bleibt zurück.
Das Stoll bei dem Abflug von der AB bereits überrollt war und nicht mehr in der Lage seinen Wagen zu fahren, scheidet das Vollständig aus
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:S. wird für tot gehalten. Er wird zurück in den Golf verbracht, um ihn abzulegen. Hauptsache weg vom Überrollort. M. + K. treten auf den Plan. Die Täter verschwinden.
Wie soll das von Statten gegangen sein?
Man hat gewendet auf der Autobahn, dann hat man Stoll aus dem Auto gezerrt, an eine andere Stelle verbracht um ihn zu überfahren und dann wieder zurück auf die Autobahn nackt auf seinen Beifahrersitz zu setzen.
Die ganze Zeit ( das dauert wohl mindestens 30 Minuten) hat niemand den verunfallten Golf, der oberhalb der Böschung stand bemerkt?

Entschuldige, aber die Geschichte entbehrt ja nun jeglichen Vorstellungskraft denkender Menschen


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14.11.2019 um 20:22
Zitat von xydezaxydeza schrieb:Schützt man wirklich seine Frau und Tochter, in dem man sie alleine zu Hause lässt?
Ja, wenn man zu einer Verabredung mit gefährlichen Leuten nicht erscheint und so riskieren würde dass diese einen dann in der eigenen Wohnung aufsuchen während Frau und Tochter zu Hause sind.
Zitat von xydezaxydeza schrieb:Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Termin ausgerechnet auf eine Stunde mitten in der Nacht festgelegt wird? Selbst Mafiosi schlafen nachts für gewöhnlich, sofern sie nachts kein großes Geschäft abwickeln.
Ich halte es ganz und gar nicht für unwahrscheinlich dass eine solche Verabredung auf die Nacht gelegt wird, eher im Gegenteil, solche "Geschäfte" werden doch meist nachts abgewickelt. Sollten diese Leute von vornherein geplant haben, Günther Stoll etwas anzutun, käme ihnen die Nacht eben gelegener als hellichter Tag, weil es weniger potentielle Zeugen gibt da nachts eben weniger Menschen unterwegs sind.
Zitat von xydezaxydeza schrieb:Auch dass ihm am Abend nach Angaben seiner Frau plötzlich "ein Licht aufging", passt nicht zu dieser Version. Wer Schulden hat, weiß für gewöhnlich, bei wem er Schulden hat. Und auch dass er die alte Nachbarin seiner Eltern aufsuchte, passt nicht zu dieser Version.
Den Satz mit dem Licht aufgehen könnte er auch gesagt haben weil ihm in dem Moment eine Person einfiel die er nach Geld fragen konnte, nämlich seine alte Nachbarin.
Zitat von xydezaxydeza schrieb:Wie hätte die ihm besser helfen können, als seine Eltern? Wer wirklich Geld braucht, klopft auch nicht um 1 Uhr nachts an fremden Haustüren.
Vielleicht wollte er seine Eltern da nicht mit reinziehen, aus demselben Grund wie er seiner Frau nichts Genaueres erzählte. Vielleicht auch weil seine Eltern nicht die finanziellen Möglichkeiten hatten seine mutmaßlichen Schulden zu begleichen. Dass er Frau Hellfritz nach Geld fragen wollte war aber auch lediglich eine Vermutung. Im Aktenzeichen XY-Beitrag hieß es, dass Frau Hellfritz als sehr religiös und fromm galt. Nehmen wir mal an, Günther Stoll befand sich wirklich in einer misslichen Lage, hatte Probleme mit anderen Leuten. Ein möglicher Grund für seinen nächtlichen Besuch bei ihr könnte auch sein dass er sie - eben weil sie so religiös war - darum bitten wollte für ihn zu beten. Viele Menschen schöpfen Kraft aus dem Glauben, und nicht selten kommt es vor dass Menschen gerade in ernsten Situationen dazu neigen gläubiger zu werden.

Jedenfalls denke ich nicht dass Günther Stoll lediglich ein Unfall- oder ein Zufallsopfer oder irgendwas dergleichen war. Die Gesamtumstände sprechen dagegen.


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 21:01
@Cleo114
Dir ist aber schon klar, das dies alles in einer Gegend stattfand, in dem sich nachts "Haase und Igel gute Nacht sagen" ?
Welche Ganoven fahren Donnerstag nachts ins menschenleere Siegerland um Schulden einzutreiben ?


Auf dem Zettel stand auch nicht Hellfritz, sondern Yogtze .

In xy wird dargestellt, daß die Idee Stolls, das Haus noch zu verlassen relativ spontan kam, was gegen eine Verabredung spricht.

Nach neueren Informationen hat Stoll seiner Frau an diesem Abend ein blaues Auge geschlagen, sie also schwer körperlich mißhandelt.
Da sehe ich eher den Grund für einen Abritt in die Kneipe und dafür, daß er nicht wieder nach Hause zurückkehrte.

Auch bei dem Besuch bei Frau Hellfritz kann man sich vorstellen, daß es um einen unabhängigen Ratschlag bzgl der Eheprobleme ging.
Auch der Spruch " Meine Eltern können mir da nicht helfen" kann darauf hinweisen. Schließlich sind Schwiegereltern ja meist nicht unparteiisch


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 21:27
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Dir ist aber schon klar, das dies alles in einer Gegend stattfand, in dem sich nachts "Haase und Igel gute Nacht sagen" ?
Welche Ganoven fahren Donnerstag nachts ins menschenleere Siegerland um Schulden einzutreiben ?
Wo ist das Problem? Oft trügt der Schein was kriminelle gerne Nutzen. Nicht selten ist man erstaunt was gerade auf dem malerisch ruhig wirkendem Land doch so passiert, ohne dass jemand Verdacht schöpft.


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14.11.2019 um 21:37
Woher kommt die Information, dass er seine Frau misshandelt hat?


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 21:54
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Dir ist aber schon klar, das dies alles in einer Gegend stattfand, in dem sich nachts "Haase und Igel gute Nacht sagen" ?
Nach dieser Logik dürfte es in beschaulicheren Orten nie zu kriminellen Machenschaften kommen.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:In xy wird dargestellt, daß die Idee Stolls, das Haus noch zu verlassen relativ spontan kam, was gegen eine Verabredung spricht.
Ja, jedoch werden die Geschehnisse eines Falles in Aktenzeichen XY nicht immer exakt so dargestellt wie sie sich tatsächlich zugetragen haben. Den Zettel auf dem "Yogtze" gestanden haben soll hat die Ehefrau von Günther Stoll der Polizei gegenüber erst Monate nach seinem Tod erwähnt, den Zettel hatte sie bereits entsorgt und man konnte im Nachhinein nicht mal zu 100% sicher sagen, ob tatsächlich "Yogtze" drauf stand.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Auch bei dem Besuch bei Frau Hellfritz kann man sich vorstellen, daß es um einen unabhängigen Ratschlag bzgl der Eheprobleme ging.
Er soll Frau Hellwitz gesagt haben dass in dieser Nacht noch etwas "Fürchterliches" passieren würde, das hört sich für mich nicht so an als würde er damit seine Eheprobleme meinen.


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14.11.2019 um 22:00
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Auf dem Zettel stand auch nicht Hellfritz, sondern Yogtze
Stoll: "Mir geht grad ein Licht auf!"

Hell'fritz .. Hell, Licht, Erleuchtung, Meditation, Yoga, Yog
Hell'fritz .. Fritz, Fritze, itze, tze

*YOG'TZE*


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Der Yogtze-Fall

14.11.2019 um 22:20
@xydeza
😂😂

@Cleo114
Vielleicht meinte er bei Fr Hellfritz, das er Angst habe sich was an zu tun.
Wenn nun solch aktive Ganoven hinter ihm her waren, die sogar nachts in die menschenleere Provinz fahren umStoll an den Kragen zu wollen, ist wohl die alte Frau nicht der richtige Ansprechpartner um irgend was dagegen tun zu können.


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Der Yogtze-Fall

15.11.2019 um 02:15
.
Zitat von Cleo114Cleo114 schrieb:Jedenfalls denke ich nicht dass Günther Stoll lediglich ein Unfall- oder ein Zufallsopfer oder irgendwas dergleichen war. Die Gesamtumstände sprechen dagegen.
Da komme ich genau zum gegenteiligen Schluss, aber das ist ja das schöne an einer Diskussion. :-)

Ich könnte mir noch am ehesten vorstellen, dass Stoll ein Zufallsopfer war, also zufällig in jener Nacht auf seinen Mörder stieß, der ihn dann aus sadistischem Spaß an der Freude mit dem Auto überrollte. Nur passt halt auch dazu nicht wirklich die darauffolgende Geschichte mit der Autobahn, wo er unter hohem Entdeckungsrisiko in seinem Auto, noch dazu lebend, "geparkt" wurde. Zudem sind solche Zufallsmorde ziemlich selten.

Mindestens genauso selten sind Menschen, die von einem Auto überrollt werden, Mordopfer. In mindestens 99 % aller Fälle, und ich denke die Zahl dürfte realistisch sein, sind solche Menschen Opfer von Verkehrsunfällen. Wenn man diese Tatsache kombiniert mit der Tatsache, dass die Polizei bis heute kein einziges Indiz für ein Verbrechen und Motiv für ein mögliches Verbrechen gefunden hat, wird die These, dass Stoll Opfer eines Verbrechens wurde, äußerst unwahrscheinlich.


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