brigittsche schrieb:Nur ist diese Diskussion mittlerweile ins Absurde abgeglitten, weil ständig nur das herausgegriffen wird, was einem passt und alles andere ist dann angeblich nicht ausreichend dokumentiert. Obwohl es genauso gut (oder besser: schlecht) belegt ist, wie alles andere auch.
Die gesamte Diskussion war immer schon absurd. Die früher hier im Thread beliebte Theorie, Günter Stoll könnte nackt und psychotisch auf einer einsamen Landstraße irgendwo im Nirgendwo liegend von besoffenen Dorfproleten nach dem Discobesuch überrollt worden sein, die dann aus moralischen Gründen den Verletzten in seinem eigenen Auto zu einem Krankenhaus bringen wollten und dabei erneut verunfallten, war ja schon völlig lächerlich, skurril und dermaßen absurd, dass sich jedem Menschen der bei Verstand ist die Bauchmuskeln vor Lachen komplett verspannen mussten. Ebenso Erklärungsversuche mit Attentaten der "Buttermafia", des Mossad oder der Lebensmittelindustrie.
Worum es mir geht ist aber nicht, hier eine spannende, filmreife Geschichte zu ersinnen. Ich halte mich an das was an (wenigen) Informationen vorhanden ist. Auch jetzt, wo der Fall endgültig "geklärt" ist. Das Zweifel aufkeimen liegt nicht an dem Wunsch meinerseits hier eine eigene Theorie zu verteidigen, sondern vielmehr an der Tatsache, dass geradezu plötzlich neue Gutachten, basierend auf alten Daten von 1984 zu völlig konträren Schlüssen kommen. Die ehemaligen Ermittler in diesem Fall waren genügend ausgebildet, qualifiziert und haben sich mMn darauf konzentriert, hier ein Verbrechen aufzuklären oder auszuschließen. Im Unterschied dazu scheinen die neuen Gutachten lediglich darauf abzuzielen, die Möglichkeit zu bestätigen, dass der gesamte Ablauf der Geschehnisse auch ohne Beteiligung Dritter möglich war um diesen Umstand dann für wahrscheinlich zu erklären und den Fall endgültig abzuschließen.
brigittsche schrieb:Und natürlich ist jeder Gutachter, der das Gegenteil von dem sagt, was man selbst gerne glauben möchte, schlampig oder inkompetent. Während natürlich Dip. Ing. User anhand von drei Fotos und "ich bin auch mal in einem Golf 1 gefahren...." ein fundiertes und unfehlbares Urteil abgeben kann.
Mitnichten. Die Basis aller in diesem Fall vorhandenen Gutachten sind nicht etwa neue Untersuchungen an vorhandenem Material. Es sind exakt dieselben Daten und Befunde, welche schon immer vorhanden waren. Der einzige Unterschied ist, dass hier verschiedene Gutachter zu verschiedenen Schlüssen kommen. So konträr, dass man sich quasi schon zwangsläufig fragen muss, welcher Gutachter hier völlig unqualifiziert geurteilt hat. Während ein Gutachter von Überrollen ausgeht, ist ein Anderer der Meinung, die Verletzungen stammen aus dem Aufprall auf Armaturenbrett/Lenkrad und Scheibe. Das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe. Da muss man doch hinterfragen dürfen was da los ist?! Ich suche mir nicht die angeblich "schlampigen" Gutachter heraus. Ich hinterfrage lediglich das Ziel und Ergebnis der neuerlichen Untersuchung. Diese Zweifel wären nicht entstanden, hätte man die aktuellen Ergebnisse entsprechend mit glaubhaften, nachvollziehbaren Daten und Fakten untermauert. Dem ist aber nicht so. Stattdessen erhält man eine Kurzfassung die völlig absurd klingt und so realitätsfremd ist, dass zumindest bei mir die Haare zu berge stehen.
Nightrider64 schrieb:Und nun steht halt ein Ermittlungsergebnis rechtstaatlich fest.
Das ist so. Ich persönlich hätte mir allerdings gewünscht, dass man den "wahrscheinlichen" Hergang mit entsprechend nachvollziehbaren Daten/Fakten untermauert. Leider wurde darauf verzichtet.
Nightrider64 schrieb:Ich hatte schon einige Male hier erwähnt, das es eine der ersten Maßnahmen am Unfallort ist die Zündung zu unterbrechen um Funken zu vermeiden, die wiederum zu einem Brand führen könnten.
D.h. irgend ein Helfer wird den abgezogen haben und ihn auf die Hutablage gelegt haben.
Unter Umständen auch Stoll selbst, der um den Wagen getorkelt ist.
Spielt aber auch keine Rolle. Denn als der Wagen mit steckendem Schlüssel mit dem Baum kollidierte war nur Stoll selbst dort,.
Also ich selbst bin zwar nicht bei der Feuerwehr, aber ein Nachbar von mir. Ich habe ihn darauf angesprochen. Er sagte mir, dass der Zündschlüssel nie abgezogen wird. Es wird immer direkt die Batterie abgeklemmt. Das ist die einzig sichere Methode, dass Fahrzeug definitiv stromlos zu machen, da auch das Zündschloss durch den Unfall beschädigt worden sein könnte. Also Haube auf, Kontakte von der Batterie runter. Aus die Maus. Das ist für mich persönlich auch der einzig logische Schritt. Direkt die Quelle abschneiden. Das ist sicher.
Warum sollte Stoll selbst den Zündschlüssel abziehen und auf die Hutablage legen? Viel interessanter ist allerdings die Frage, warum Stoll trotz eines fast amputierten Armes kein Blut auf/am Fahrersitz, am Fahrzeug außen oder sonstwo, nur auf dem Beifahrersitz verlor? Wenn er durch den Aufprall durch die Scheibe flog, wieder zurück fiel und dann ausstieg, hätte er bereits Blut verlieren müssen, was dann auch festgestellt worden wäre. Wieder so ein unerklärliches Mysterium. Dazu die Frage, warum er um das Fahrzeug überhaupt herumging und wieder einstieg? Er wollte nach Aussage des LKW-Fahrer "nur weg". Wenn das so ist, wäre er doch Richtung Autobahn oder Feld gegangen, also weg vom Fahrzeug. Da geht man doch nicht herum und setzt sich auf den Beifahrersitz oder? Das brachte ihm rein gar nichts.
Nightrider64 schrieb:Anhaftungen am Körper können durch eindringendes Baumwerk oder durch das heraus schleudern nach dem Crash verursacht worden sein.
Eindringendes Baumwerk? Herausschleudern? Wow, er flog also durch die Scheibe in eine Baumkrone, dort wurde er mit Blättern und Erde verschmutzt, wurde zurück ins Auto geschleudert um dann nach diesem verstörenden Ereignis erstmal auf den Beifahrersitz auszuweichen, weil die böse Baumkrone ihn im Fahrersitz einengte? So richtig? Das alles natürlich noch ohne zu bluten, weil das Bluten bekanntlich erst nach dem Schock kommt. Entschuldigung, mit Verlaub und bei allem Respekt aber da muss ich jetzt tatsächlich mal schmunzeln. Ist das dein Ernst?
Nightrider64 schrieb:Wäre Stoll, aus welchen Gründen auch immer, überfahren worden und auf den Beifahrersitz verbracht worden ( warum eigentlich ?)
Du hast in der Vergangenheit hier im Thread felsenfest angenommen, dass besoffene Diskofahrer mit Samariterkomplex Stoll erst unabsichtlich überfuhren, dann völlig unversorgt auf den Beifahrersitz setzten um ihn dann -völlig sinnbefreit- über die BAB in irgendein Krankenhaus zu bringen. Daran solltest du dich eigentlich erinnern können.
Nightrider64 schrieb:(...) er wäre schon bei dem Abritt nicht mehr dort liegen/sitzen geblieben unangeschnallt wie er war, und hätte Aufprallspuren verursacht.
Es kommt darauf an, wie und wo genau das Fahrzeug an- bzw. aufprallte. Fährt ein Fahrzeug mit 70-90 Km/h geradeaus mittig und ungebremst gegen einen massiven Baum oder Pfeiler, wirken völlig andere Kräfte/Beschleunigungen, als wenn ein Fahrzeug z.B. erst auf einen kleinen Wall/Hügel und einen ggf. nachgiebigen Baum prallt. Das ist der Punkt. Die vorhandenen Fotos zeigen den Golf zwar mit deutlichem Schaden, jedoch ist der Motor an seinem Platz und die Fahrgastzelle ist noch soweit intakt, dass man die Türen problemlos ohne technische Hilfsmittel öffnen konnte. Das spricht nicht für so enorme Kräfte wie sie bei einem ungebremsten Frontalcrash gegen einen massiven Baum, Mauer oder ein sonstiges, unnachgiebiges Objekt bei dieser Geschwindigkeit entstehen würden. Ergo wirkte auch eine entspr. geringere Kraft auf den/die Insassen. Ergebnis: Niemand wurde durch den Aufprall mutmaßlich so schwer verletzt, dass er nicht aus eigener Kraft hätte aussteigen und flüchten können. Mit einer Ausnahme: Stoll. Der war nämlich mMn bereits vorher so schwer verletzt, dass er gezwungenermaßen auf dem Beifahrersitz verblieb.
Nightrider64 schrieb:Das der Wagen mit 70 bis 90km/h ungebremst gegen einen Baum fuhr schließt einen vorgetäuschten Unfall eh aus.
Ich bin nie von einem vorgetäuschten Unfall ausgegangen. Da scheinst du mich zu verwechseln.