brigittsche schrieb:(...) das Urteil von Usern hier aufgrund einer Handvoll Fotos ist dann natürlich ganz fundiert.
Nein, natürlich können wir -also die User- nur von den Informationen ausgehen, die für uns auch zugänglich sind. Das liegt in der Natur der Sache. Es handelt sich also wahrscheinlich nur um einen Bruchteil dessen, was an Informationen zu diesem Fall tatsächlich existiert. Das ist völlig klar. Allerdings kann man aus den zuvor von mir ausgeführten Gründen mMn schon anzweifeln, ob die neuen Erkenntnisse bzw. der Abschluss des Falles ausreichend begründet/belegt wurde, nachvollziehbar und damit seinerseits fundiert ist. Die "neuen" Gutachten zu diesem Fall wurden nie, auch nicht auszugsweise, veröffentlicht. Es wird lediglich festgestellt, dass diese Gutachten scheinbar das neue, finale Ermittlungsergebnis ausreichend belegen würden. Und das, obschon die Daten auf denen alle bisherigen Ergebnisse/Gutachten basieren müssen dieselben sind und dennoch zu so unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Nightrider64 schrieb:Genau so etwas wird simmuliert worden sein.
Und dabei kommt man wohl zu dem wissenschaftlich fundierten Ergebnis, das Spuren hätten hinterlassen müssten.
Man kann nicht einfach in den Raum stellen, dass es schon so gewesen sein wird. Wir wissen es nicht, weil man nie etwas aus den Gutachten veröffentlicht und Ergebnisse ausführlich begründet/belegt hat. Das müssen die Behörden natürlich auch nicht. Aber es wäre gut gewesen, da die "neuen" Erkenntnisse sehr deutlich von den vorherigen Ergebnissen abweichen. Das alles in einer Art und Weise die so skurril und unglaubwürdig erscheint, dass man sich die Haare rauft und alle Alarmglocken schrillen.
Nightrider64 schrieb:Ebenfalls kam man zu der Erkenntnis , das kein nackter Stoll, den man auf den Beifahrersitz gesetzt hatte, bei dem Abritt dort so nicht mehr gesessen oder gelegen hätte
Die Art und Weise wie er bei dem besagten "Abritt" vom Fahrersitz, durch die Scheibe, ohne signifikante Dachberührung über den Schaltknauf auf den Beifahrersitz kam, dieser sich dann hinunterkurbelte, der Zündschlüssel aus dem Zündschloss auf die Hutablage schleuderte und dies die sauber gefaltete Kleidung Stolls nicht beeinträchtigte sollte man mal anhand fundierter (alter) Daten von 1984 erklären. Das er -als Variante- ohne Blutverlust nach dem Einschlag aus dem Auto ausstieg, sich erst noch im Dreck wälzte (Anhaftungen auf seinem Körper) den Schlüssel auf die Hutablage legte und dann wieder einstieg, um schließlich auf dem Beifahrersitz das Bluten zu beginnen und zu sterben obwohl er laut LKW-Zeugen "nur weg" wollte, ist ebenfalls mMn kaum zu begründen. Zumindest anhand der Daten/Informationen die öffentlich sind.
Nightrider64 schrieb:Ich habe medial wahrgenommen, das es noch Asservate vom Dachhimmel und Stoff aus den Sitzbezügen gegeben hat, die man auf DNA untersucht hat
Genau. Besagte Spur wurde soweit ich weiß aus dem Dachhimmel gesichert, asserviert und dann zur Zeit des AutoBild Artikels erneut zu einer Auswertung gegeben. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist mir zumindest unbekannt, da ich bislang keine Quelle finden konnte, die das Untersuchungsergebnis beinhaltet. Ergo kann zumindest von unserer Seite nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Blut von Stoll oder möglicherweise von einer anderen Person stammt. Dafür müssten wir ja das Ergebnis kennen.
Nightrider64 schrieb:Ja, ich habe mit einiger Verwunderung medial wahrgenommen, das man neben 2 weiblichen nur eine männliche DNA finden konnte.
Eigentlich hätte man dutzende männliche DNA finden müssen. Rettungskräfter, Polizei, Abschlepper, Mechaniker usw.
Auf jeden Fall kann man daraus wohl wenig schließen, nach 40 Jahren.
Interessant. Woher stammt diese Information? Hast du da bitte mal eine Quelle? Ich habe diese Information nie gehört oder gelesen.
Nightrider64 schrieb:(...) da glaube ich doch eher den KFZ Gutachtern, die das wissenschaftlich ermittelt haben.
Auch hier wieder das gleiche Problem. Wir wissen leider nicht, wie dieses "neue" Ergebnis tatsächlich zustande kam und ob die vorhandenen Daten ausreichen, definitiv nur zu diesem einen Ergebnis zu kommen. Ich habe da meine Zweifel.
Nochmal, wir haben einen einzigen Datensatz. Eine neuerliche Untersuchung ist weder vom Fahrzeug, noch -aus offensichtlichen Gründen- dem Opfer möglich. Trotzdem kommt man zu fast gegenteiligen Ergebnissen. Wie kann das sein?
Beispiel: Die Obduktion. Der damalige Arzt oder die Ärztin welche(r) den Leichnam obduzierte stellte fest, das Stoll an einem unbekannten Ort von einem unbekannten Fahrzeug (möglicherweise mit erhöhter Bodenfreiheit) mindestens einmal überrollt wurde, zunächst überlebte, jedoch aufgrund der letzten Endes letalen Verletzungen an Arm und inneren Organen verstarb. Das ist in meinen Augen schonmal eine sehr präzise Angabe. Erstaunlich präzise. So präzise, dass der/die damals agierende Mediziner(in) sicherlich einige Indikatoren für diesen Befund hatte, die keine andere Möglichkeit wahrscheinlich erscheinen ließen. Er/Sie legte sich da sehr präzise fest.
Das "neue" Gutachten basiert auf exakt denselben Befunden, weil ja keine neue Obduktion erfolgen konnte. Trotzdem kam man zu dem Ergebnis, dass diese festgestellten Verletzungen auch durch ein völlig abweichendes, komplett konträres Geschehen hätten verursacht werden können, nämlich durch den finalen Aufprall neben der Autobahn. Für mich ist das nicht nur bemerkenswert sondern äußerst fragwürdig wie das zusammenpasst. Was davon entspricht jetzt eher den Tatsachen? Das Resume der ersten Untersuchung, bei dem jene(r) Mediziner(in) die Leiche selbst untersuchte oder jenes des neuen Gutachtens, dass sich nur auf die Aufzeichnung/Befunde der ersten und einzigen Untersuchung stützen konnte?