@Jascha @brigittsche zunächst einmal ist dieser skizzierte Tagesverlauf von TB auf der BKA-Seite zumindest ungewöhnlich. ich kenne keinen anderen Fall wo das so expliziz gemacht wurde und wenn es doch einen solchen geben würde, wäre es zumindest nicht die Regel.
Dafür kann es nun zwei Motivationen geben:
- Generierung von Zeugen
- Generierung von Aufmerksamkeit durch viele Details
Letztlich ist dieser Aufstellung für mich nichts halbes und nichts ganzes. Es werden einige Details genannt, die aber für die Generierung von Zeugen völlig irrelevant sind. Beispielweise:
Tristan nahm am Unterricht und am gemeinsamen Mittagessen (12:30 Uhr - 13:15 Uhr) teil.
Nach dem Telefonat traf Tristan zufällig seinen Freund Boris. Beide fassten den Entschluss, vor der Schule noch einmal eine Zigarette zu rauchen. Dadurch verspätete sich Tristan und kam erst zur 2. Stunde, gegen 09:00 Uhr, in den Unterricht.Auf der anderen Seite fehlen Infos wie die bereits erwähnten Buslinien. Das wäre für etwaige Zeugen aber wichtig.
Den Bericht habe ich ja ursprünglich aus anderem Grund hier noch einmal erwähnt. Im Bericht steht bekanntlich nicht, dass Boris am Tatort war. Und das obwohl die Situation um die Kinder, die den Mörder sahen bzw. später Tristran fanden, recht ausführlich beschrieben wird, wieder mit Details, die eigentlich nicht wichtig sind:
Etwa um 15:30 Uhr spielten drei Jugendliche auf dem Spielplatz hinter dem Anwesen Adelonstraße 31, als sie sich entschlossen zum Bahnhof Höchst zu gehen, um mit dem Bus zum Sportplatz zu fahren. Um ihren Fußweg abzukürzen, wollten die drei Kinder durch den Tunnel des Liederbaches gehen. Als die den Tunnel betreten hatten, sahen sie einen Mann, der sich über einen Gegenstand auf dem Betonsockel beugte. Die Kinder beobachteten den Mann etwa zwei Minuten und entschlossen sich dann für den längeren Fußweg um den Tunnel herum. Durch die weiteren Ermittlungen dürfte feststehen, dass diese drei Kinder den Mörder von Tristan bei seiner Tat beobachtet haben, wobei sie allerdings die Tat nicht als solche erkannt haben. Bei den Vernehmungen der drei Kinder hat sich eine brauchbare Täterbeschreibung heraus kristallisiert, die allerdings noch nicht zur Identifizierung geführt hat.
Die Meldung vom Leichenfund ging bei der Polizei erst gegen 17:08 Uhr ein. Ein Kinderbetreuer einer in Tatortnähe liegenden Kindertagesstätte wurde von zwei Kindern informiert, dass im Tunnel eine Leiche liegen würde. Die beiden Kinder spielten ebenfalls auf dem Spielplatz hinter der Adelonstraße 31 und trafen dort auf die zuvor erwähnten Jugendlichen. Etwa eine halbe Stunde später (ca. 16:00 Uhr), nachdem die drei Jugendlichen mit dem Bus zum Sportplatz fahren wollten, entschlossen sich die beiden Kinder ins Kinderhaus auf die andere Seite der Bahnschienen zu gehen. Auch die beiden nahmen die Abkürzung durch den Tunnel des Liederbaches. Dort fanden sie auf dem Betonsockel die Leiche von Tristan. Die beiden Kinder erzählten dem Betreuer im Kinderheim von ihrem schrecklichen Fund. Nachdem der Betreuer sich vom Wahrheitsgehalt überzeugt hatte, verständigte er die Polizei.
Quelle:
https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/Fahndungen/Personen/UnbekanntePersonen/Br%C3%BCbach_Tristan/bruebachTagesablauf.htmlWenn nun Boris Präsenz am tatort nicht vorkommt, gibt es dafür zwei mögliche Gründe:
1. Er war nicht am Tatort (und demnach zeigt das erste Phantombild ihn auch nicht).
2. Er war am tatort, aber die Polizei verschweigt es (zum Beispiel um ihn zu schützen).
Ich tendiere dazu die zweite Möglichkeit als unwahrscheinlich zu bewerten. Warum? Wollte man Boris schützen hätte es bessere Möglichkeiten gegeben, als einfach seine Präsenz zu verschweigen. ZUm Beispiel ihn einfach nicht zu titulieren. Oder es einfach anonym zu schreiben: "Ein weiterer Jugendlicher durchquerte den Tunnel und fand die Leiche von Tristan. Der Jugendliche lief in Panik weg und später identifiziert".