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Mord an Frauke Liebs

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

02.12.2018 um 18:42
@F.Einstoff

Weiß ich, sie hat 3x hintereinander auf Fragen mit Mama geantwortet. Und weil vermutlich jeder der hier schreibt oder mitliest das ebenfalls weiß habe ich der Einfachheit halber die Fragen weggelassen. Mir ging es ja auch nicht explizit um diese Stelle, sondern lediglich darum das ich schon immer der Meinung war das sie in manchen Telefonaten eine Art Subtext, eine geheime Botschaft hat einfließen lassen. Von den, in den Text der Postkarten integrierten Hilferufen, habe ich zum ersten Mal etwas gehört. Mich hat das lediglich in meiner Vorstellung bestätigt das Frauke ähnliches versucht hat.


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Mord an Frauke Liebs

02.12.2018 um 20:23
Maja2 schrieb:Weiß ich, sie hat 3x hintereinander auf Fragen mit Mama geantwortet. Und weil vermutlich jeder der hier schreibt oder mitliest das ebenfalls weiß habe ich der Einfachheit halber die Fragen weggelassen.
@Maja2
Leider weiss das nicht jeder der hier mitliest bzw mitschreibt. Ich weiss garnicht, wie oft genau deswegen hier schon jemand die Idee hatte, das wegen der dreifachen Nennung Driburg gemeint sein könnte.


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Mord an Frauke Liebs

02.12.2018 um 22:16
@F.Einstoff

Frauke hat laut Erinnerung von Chris und ihrer Schwester, leider gibt es ja keine Aufzeichnungen, auf das dreimalige Fragen "Wo bist du?" jedesmal mit "Mama" geantwortet. Das ist eine sehr ungewöhnliche Antwort auf die Frage nach einem Aufenthaltsort. Vor allem weil sie die Antwort 3x gibt.
Dafür kann es natürlich viele Gründe geben. Vielleicht ist es Ausdruck von Verzweiflung und Angst, möglicherweise aber auch ein Hinweis. Ich lese hier schon lange mit (habe nur selten geschrieben) und kenne vermutlich die meisten Diskussionen dazu. Ich finde die Idee das sie einen Hinweis geben wollte nicht so abwegig, weil sie 3x identisch geantwortet hat. Vielleicht hat sie es aber auch an einer anderen Stelle in einem anderen Telefonat versucht. Das sie etwas mitteilen wollte beweist in meinen Augen das "Christos" aus dem Gespräch. Das war bestimmt kein Zufall oder Ausdruck ihrer psychischen Verfasstheit. Ich denke damit wollte sie eine Art Alarm geben.


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Mord an Frauke Liebs

02.12.2018 um 23:46
Wozzeck schrieb:Missverständlich zunächst deshalb, da ich diese Ansicht nicht vertrete.
Es tut mir leid, dass es zu diesem Missverständnis kam: Ich wusste, dass Du die 1. SMS anders deutest als ich, und ich versuchte lediglich, Deinen generellen Ansatz in meine Vorstellung der Abläufe zu integrieren.
birkensee schrieb:Für FL muss es nach meiner Ansicht in den Stunden nach Verlassen des Pubs jene Vereindeutigung ihrer Situation als Festgehaltene gegeben haben
Wozzeck schrieb:Der erste Hinweis der überhaupt dafür herangezogen werden kann, wann F ihre Situation so oder so eingeschätzt haben würde, liegt erst mit der zweiten SMS vor, die immerhin bis zum späten Abend des Donnerstags auf sich warten ließ
Wozzeck schrieb:In Bezug auf Deine oben zitierte Feststellung erscheint das deshalb relevant, weil das "in den Stunden nach" ergo zumindest den Zeitraum bis zur zweiten SMS am Donnerstagabend, maximal sogar bis zum letzten Gespräch am folgenden Dienstag, umfassen müsste.
Du meinst sicher den 1. Anruf am späten Donnerstagabend (die 2. SMS wurde erst am späten Freitagabend versandt).

Du hast natürlich Recht: Den ersten Hinweis auf FLs eigene Einschätzung ihrer Situation (als Festgehaltene oder freiwillig Verschwundene) gibt das 1. Telefongespräch. Aber nach meiner Ansicht (und vermutlich auch Deiner) ist der Zeitraum zwischen (aus meiner Sicht) dem Verlassen des Pubs und (aus Deiner Sicht) nach dem Versand der 1. SMS außerordentlich sonderbar und bedeutsam.

Ich gehe jetzt von Deiner Deutung der 1. SMS als freiwillig verfasst aus:

FL kündigte an, "später" nach Hause zu kommen, was im Kontext - jedenfalls nach meiner Ansicht - noch einen Zeitpunkt in der Nacht bzw. am frühen Morgen bedeutete.
Diese Ankündigung wurde aber nicht eingehalten, und dafür kann es nach meinem Verständnis nur zwei Gründe gegeben haben: Entweder konnte sie nicht mehr nach Hause kommen (weil sie bereits festgehalten wurde) oder sie hatte ihre Absicht geändert.

Was hätte sie zu einer solchen - für sie vollständig atypischen - Absichtsänderung veranlassen und schließlich auch dazu führen können, dass sie sich erst nach ca. 48 Stunden das erste Mal meldete und sich dabei wieder in einer vollkommen atypischen und beunruhigenden Weise verhielt?

Wenn ich Dich richtig verstehe (und dessen bin ich mir keineswegs sicher), gehst Du davon aus, dass FL in der Nacht ihres Verschwindens in eine ungewollte Abhängigkeit von dem (späteren) Täter geriet oder (etwas anders formuliert) sie freiwillig bei ihm blieb, weil sie sich dazu gezwungen fühlte, ohne von ihm dazu konkret gezwungen worden zu sein.
Mir ist aber keine einzige solcher Situationen vorstellbar, die auf FL zutreffen könnte.

Mir ist leider einfach nicht klar, was Du meinst.


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Mord an Frauke Liebs

02.12.2018 um 23:53
Mal eine Frage, es geht ja hier immer wieder um die Telefonate zwischen FL und Chris. Im Taxiblog hat aber die Freundin verlauten lassen, dass Frauke sich gemeldet hatte und sie definitiv entführt war. Wurden Inhalte dieser Kontaktaufnahmen jemals veröffentlicht?.... es hieß ja auch FL wurde beobachtet als sie unfreiwillig in ein Auto stieg.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 00:06
@HorstHamster


In dem Stern-Crime-Artikel
https://www.stern.de/panorama/stern-crime/paderborn--das-mysterioese-verschwinden-von-frauke-liebs-6832006.html
findest Du den Inhalt der beiden SMS' und die Gedächtnisprotokolle aller Telefongespräche. Er bietet außerdem einen guten Überblick über den Ablauf des Verbrechens.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 00:23
Maja2 schrieb:Ich finde die Idee das sie einen Hinweis geben wollte nicht so abwegig, weil sie 3x identisch geantwortet hat. Vielleicht hat sie es aber auch an einer anderen Stelle in einem anderen Telefonat versucht. Das sie etwas mitteilen wollte beweist in meinen Augen das "Christos" aus dem Gespräch.
Das ist auch meine Vermutung, dass sie versuchte Hinweise zu geben. Nur leider hat die bis heute, auch ihr engstes Umfeld wie ihre Mutter und Schwester, niemand verstanden

Aus meiner Sicht wird sich das auch nicht mehr ermitteln lassen. Da man seitens der Polizei lange an eine Freiwilligkeit ihres Verschwindens glaubte, sind leider wichtige Ermittlungsschritte gleich zu Beginn verloren gegangen bzw nicht erfolgt

Hier hilft nur noch Kommissar Zufall oder ein spätes Geständnis (woran ich nicht glaube)

Ich kenne die Dörfer um Driburg herum ganz gut. Sollte es jemand da gelungen sein, während der Entführung unauffällig zu bleiben, und auch danach perfekt mit seinem Umfeld verschmolzen sein, sehe ich kaum eine Chance der Aufklärung

Ich glaube auch nicht, dass es jemand war, der eng aus ihrem persönlichen Umfeld kam, und sie hätte sagen können, bei wem sie ist. Nach meiner Einschätzung hätte sie dies sonst in dem letzten Telefonat getan


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 09:09
birkensee schrieb:In dem Stern-Crime-Artikel
https://www.stern.de/panorama/stern-crime/paderborn--das-mysterioese-verschwinden-von-frauke-liebs-6832006.html
findest Du den Inhalt der beiden SMS' und die Gedächtnisprotokolle aller Telefongespräche. Er bietet außerdem einen guten Überblick über den Ablauf des Verbrechens.
Habe das jetzt noch einmal überflogen, entdecke hier jedoch nichts. Im Taxiblog hatte doch eine Freundin von FL gepostet, dass auch Sie kontaktiert wurde.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 09:26
@Wozzeck
@abberline
abberline schrieb:Die Reaktion der Polizei war in meinen Augen nur sehr bedingt vorhersehbar, da
- und da muss ich @birkensee zustimmen - die ganze Situation nicht nach typischer Ausreisserin klang. Und eine Freiwilligkeit auch nicht wirklich erkennbar ist. Natürlich konnte der Täter spekulieren, dass sein Plan aufgeht. Dennoch ging er Risiko ein und das ist einer der ungewöhnlichen Aspekte des Falls. Aber auch Chance für die Ermittler, denn so oft hat sich selten ein Täter mit Opfer in die Öffentlichkeit getraut. Und hier hoff ich halt, dass sich vielleicht ja doch noch irgendwer an etwas ungewöhnliches erinnert
Das irgendjemand überhaupt schon bereits am Mittwoch zur Polizei geht kann von niemanden vorhergesehen worden sein.
Und natürlich konnte man am Mittwoch noch nicht absehen was wirklich mit Frauke los war und warum Frauke nicht nachhause gekommen ist. Das schon am Donnerstag eine so große lokale (Poster, Flyer) und mediale Aufmerksamkeit vorhanden sein würde hätte auch keiner vorhersehen können.
Dennoch: wenn man eine junge Frau entführt muss man im Voraus damit rechnen, dass nach ihr gesucht wird, auch polizeilich.
Denn man kennt ja als fremder Täter die Ausgangssituation nicht. Familienverhältnisse und die Lebensumstände kann man als fremder Täter nicht mit berechnen, es sei den man beobachtet sein Opfer vorher ausgiebig. Und diese Verhältnisse spielen dann nach der Entführung eine große Rolle und bestimmen dementsprechend mit wie man auf das Verschwinden einer so jungen Frau reagiert.
HorstHamster schrieb:Mal eine Frage, es geht ja hier immer wieder um die Telefonate zwischen FL und Chris. Im Taxiblog hat aber die Freundin verlauten lassen, dass Frauke sich gemeldet hatte und sie definitiv entführt war. Wurden Inhalte dieser Kontaktaufnahmen jemals veröffentlicht?.... es hieß ja auch FL wurde beobachtet als sie unfreiwillig in ein Auto stieg.
Geh einfach aus die Suchfunktion oben und gib die Schlagwörter "Taxiblog" und "beautiful" ein.
Da findest du alles zu den Aussagen der Userin im Taxiblog. Es gibt vorne im Thread einen User der wohl bezüglich der Aussagen
dieser Person mit den Beamten gesprochen hat und darauf hin die Aussage bekam, dass man sich auf diese Sachen nicht
verlassen soll.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 09:55
birkensee schrieb:Wenn ich Dich richtig verstehe (und dessen bin ich mir keineswegs sicher), gehst Du davon aus, dass FL in der Nacht ihres Verschwindens in eine ungewollte Abhängigkeit von dem (späteren) Täter geriet oder (etwas anders formuliert) sie freiwillig bei ihm blieb, weil sie sich dazu gezwungen fühlte, ohne von ihm dazu konkret gezwungen worden zu sein.
@birkensee Vielen Dank! Das hast Du (wieder) recht treffend zusammengefasst. Ich kann den Gedanken bei Gelegenheit gerne noch etwas ausführen. Ich hoffe nur, das belastet den thread nicht mit für viele langweiligen Detailfragen.

Entsprechend Deiner Zusammenfassung war mein erster Impuls, als ich Deine Antwort gelesen hatte, eine Entgegnung auf diesen Satz:
birkensee schrieb:Entweder konnte sie nicht mehr nach Hause kommen (weil sie bereits festgehalten wurde) oder sie hatte ihre Absicht geändert.
Damit hast Du, wenn Du die beiden äußeren Pole eines ‚Kontinuums‘ beschreiben möchtest, sicher Recht! Worauf ich, mag es relevant sein oder nicht, hinzuweisen versuche: dass zwischen diesen beiden äußeren Enden des Handlungs- bzw. Entscheidungsfreiraums zahlreiche (kontinuierliche) Abstufungen liegen, die die Situation für die handelnden Akteure (so zu sagen aus der Innenperspektive) mehr oder minder unklar oder wenigstens - bis auf weiteres - ungeklärt erscheinen lassen können. Ich denke, wenn man die Tat zu rekonstruieren versucht, sollte man diesen Gedanken evtl. im Gedächtnis behalten, um nicht Schlüsse zu ziehen, die erst retrospektiv und vor dem Hintergrund unzähliger theoretischer Reflektionen eindeutig oder selbstverständlich erscheinen. Insofern ist der Schluss, entweder sie ‚konnte’ oder sie ‚wollte‘ nicht, vermutlich formal-logisch richtig, entspricht aber so zu sagen nicht der ‚Logik der Praxis‘ - zumal in extremen Ausnahmesituationen, die keinerlei Routinisierung aufweisen und den Beteiligten daher auch kein entsprechendes Rezeptwissen zur Hand geben.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 09:58
Maja2 schrieb: leider gibt es ja keine Aufzeichnungen, auf das dreimalige Fragen "Wo bist du?" jedesmal mit "Mama" geantwortet. Das ist eine sehr ungewöhnliche Antwort auf die Frage nach einem Aufenthaltsort. Vor allem weil sie die Antwort 3x gibt.
Dafür kann es natürlich viele Gründe geben. Vielleicht ist es Ausdruck von Verzweiflung und Angst, möglicherweise aber auch ein Hinweis. Ich lese hier schon lange mit (habe nur selten geschrieben) und kenne vermutlich die meisten Diskussionen dazu. Ich finde die Idee das sie einen Hinweis geben wollte nicht so abwegig, weil sie 3x identisch geantwortet hat. Vielleicht hat sie es aber auch an einer anderen Stelle in einem anderen Telefonat versucht. Das sie etwas mitteilen wollte beweist in meinen Augen das "Christos" aus dem Gespräch. Das war bestimmt kein Zufall oder Ausdruck ihrer psychischen Verfasstheit. Ich denke damit wollte sie eine Art Alarm geben.
Tja, wenn man doch nur die Aufzeichnungen hätte, könnte man eventuell auch hier etwas rauslesen:

"Du weißt doch, dass ich nicht wegen ’nem Typen eine Woche weg bleibe. Du kennst mich doch."

Wenn ihre Betonung auf "Typen" lag, wäre das ein Hinweis, dass eine Frau involviert ist, wenn sie " ´nem " betont hätte (eventuell hat sie ja auch "einem" gesagt, ist ja nur ein Gedächtnisprotokoll), dann darauf, dass es mehrere Täter sind.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 18:16
rayden schrieb:Wenn ihre Betonung auf "Typen" lag, wäre das ein Hinweis, dass eine Frau involviert ist, wenn sie " ´nem " betont hätte (eventuell hat sie ja auch "einem" gesagt, ist ja nur ein Gedächtnisprotokoll), dann darauf, dass es mehrere Täter sind.
Und -ganz ohne im Kaffeesatz zu lesen- könnte man ihre Aussage auch ganz gut einfach so interpretieren, wie es sich liest: Sie war nicht wegen einer Liebschaft ihrem Zuhause ferngeblieben. ;-)


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 18:41
Polygon schrieb:Und -ganz ohne im Kaffeesatz zu lesen- könnte man ihre Aussage auch ganz gut einfach so interpretieren, wie es sich liest: Sie war nicht wegen einer Liebschaft ihrem Zuhause ferngeblieben. ;-)
Und ganz ohne Kaffeesatzleserei hat sie es nicht überlebt. Es wäre jedenfalls noch eine der einfacheren Möglichkeiten gewesen, Hinweise einzubauen.


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03.12.2018 um 19:28
Dass FL am Ende der wie auch immer gearteten, jedoch sehr tragischen Entwicklung der Dinge (für manche hier schlicht „Tat“ genannt) leider tot aufgefunden wurde, gibt keinen eindeutigen Aufschluss darüber, was in der Zeit ihrer Abwesenheit passiert ist. Wäre dies der Fall, wären die Ermittlungen zumindest ein Stück weiter.


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03.12.2018 um 20:01
Dass man hier diverse Sachen bis zum Sankt Nimmerleinstag im Kreis diskutieren kann, liegt daran, dass man...egal wie man es dreht...ein Gegenargument finden kann. Wie könnte eine Cold Case Einheit nochmal an den Fall gehen? Es gibt am Ablageort ja wohl zumindest irgendwelche Spuren. Ich glaube, der Beginn der ganzen Geschichte muss irgendwo gefunden werden. Begann alles im oder um den Pub? Oder gab es vorher irgendetwas, dass bislang niemand auffiel?


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 21:15
@abberline

Also die Cold Case Einheit hat ja die ganzen Unterlagen, Verhöre, Alibis u.s.w. Ich würde die auch gerne lesen können. Die CC Einheit hat also viel mehr Informationen als wir. Sie können etwaige Widersprüche erkennen, oder "entlastete" ehemalige Verdächtige nochmal genauer durchleuchten, und dies unter ganz anderen, unvorbelasteten Annahmen. Oder auch sehen, dass gewisse Spuren damals/bisher nicht weiter verfolgt wurden.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 21:19
@Nev82

Es besteht auch die Möglichkeit das der Täter erneut delinquent wird. Der von mir beschriebene Lutz R. hat Jahre nach der Entführung und Ermordung der beiden Frauen erneut einen Frau entführt. Dabei handelte es sich aber um eine klassische Entführung mit dem Ziel Lösegeld zu erhalten. Entführt hat er die Frau seines Chefs. Die wurde von ihm den Umständen entsprechend "gut" behandelt. Es gab keine über die Entführung hinausgehende Gewaltanwendung, es existierten keine Spuren von Fesselungen usw. Da seine Frau früher als erwartet aus dem Urlaub zurück kehrte, brach er die Entführung ab und fuhr sein Opfer sogar bis zur nächsten Polizeiwache. Da er keine Vorstrafen hatte und ein unauffälliges bürgerliches Leben führte, die Tat abgebrochen hatte und vor Gericht Reue zeigte fiel die Strafe nicht sehr hoch aus. Obwohl er nicht als besonders gefährlicher Täter angesehen wurde, geschweige denn als sadistischer Mörder tauchten im Rahmen der Ermittlungen Hinweise auf die beiden verschwundenen Frauen auf. Hätte er diese letzte Straftat nicht begannen würde er vermutlich noch heute mit seiner Frau unbehelligt im Einfamilienhaus sitzen. Für mich ist das eine der wenigen Hoffnungen das der Fall noch gelöst wird. Eine einfache Hausdurchsuchung wegen einer anderen Sache könnte schon ausreichen um irgendwelche "Andenken" an die Tat zu finden. War der Täter noch relativ jung könnte es sein das er wieder auffällig wird.


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Mord an Frauke Liebs

03.12.2018 um 23:06
@redsherlock
Das stimmt, aber gab es überhaupt konkrete Verdächtige? Mal abgesehen davon, dass natürlich zunächst das nähere Umfeld, Freunde etc. durchleuchtet werden und der Kreis dann weitergezogen wird. Wobei ja...zumindest öffentlich...auch nix raus kam. Wie deutet z.b. die Polizei heute die Anrufe etc? Was ist mit den Orten im etwas weiteren Kreis als Nieheim? Altenbeken wurde z.b.öfter hier erwähnt? Wurde nach all den Jahren dort nicht auch längst versucht, etwas zu ermitteln? Das seltsame ist ja auch, dass nie irgendeineim Zeugen irgendwas auffiel, nichts in Fraukes Vergangenheit, niemand sah irgendwas während der oder die Täter abends nochmal eine Runde drehten, um die Telefonate durchführen zu können. Beim Pub, beim Ablageort....nix Auffälliges, trotz der Tatsache, dass wohl kein Entführer jemals so oft mit seinem Opfer in der Öffentlichkeit rumkurvte, sogar telefonieren liess. Irgendwo muss es etwas geben. Und warum gab der Täter Frauke am Ende zb die Uhr nicht wieder? Wenn man freiwilliges Verschwinden suggerieren will, warum dann das Opfer nicht am Ende mit Uhr etc ablegen?


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Mord an Frauke Liebs

04.12.2018 um 03:11
abberline schrieb:Das seltsame ist ja auch, dass nie irgendeineim Zeugen irgendwas auffiel, nichts in Fraukes Vergangenheit, niemand sah irgendwas während der oder die Täter abends nochmal eine Runde drehten, um die Telefonate durchführen zu können. Beim Pub, beim Ablageort.
Zu der Umgebung des Pubs und des Nachhausewegs: Dort hatte niemand etwas Auffälliges beobachtet, das auf eine gewaltsame Entführung hindeutete.
Das reichte der Polizei in der unmittelbaren Zeit nach ihrem Verschwinden, und sie ging damals davon aus, dass FL freiwillig in die Nieheimer Gegend gefahren sei und dort die 1. SMS freiwillig verfasst hätte. Sie zweifelte damals ohnehin an einem Verbrechen, und sah sich endgültig darin durch die Anrufe bestärkt, die ihr als Lebenszeichen genügten.

Wenn aber FL am Pub oder auf ihrem Nachhauseweg freiwillig in das Auto eines ihr flüchtig (z. B. über gemeinsame Freunde) bekannten Täters gestiegen wäre, der sie angeblich hätte nach Hause fahren wollen, hätte es am Pub oder auf dem Nachhauseweg Spuren des Täters geben müssen, die allerdings völlig unauffällig gewesen wären.
Der Täter hätte dort irgendwo auf FL warten müssen, und wäre sehr wahrscheinlich von irgendwelchen Leuten wahrgenommen worden. Aber niemand findet einen in einem Auto sitzenden oder herumschlendernden Mann auffällig. Das hätte sich jedoch schlagartig mit dem Wissen geändert, dass an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt eine Entführung stattgefunden hat.
Ein öffentlicher Zeugenaufruf für FLs Nachhauseweg kurz nach ihrem Verschwinden hätte nach meiner Ansicht auf solche - zunächst als vollständig belanglos wahrgenommenen - Spuren des Täter führen können.
Aber einen solchen Zeugenaufruf gab es nicht, weil die Polizei die 1. SMS als freiwillig einschätzte und deshalb glaubte, FL habe PB freiwillig verlassen.

Ohne diese 1. SMS hätte sich die Polizei auf den Nachhauseweg konzentriert, und nach meiner Vermutung liegt das Motiv für diese 1. SMS in der Absicht des Täters, die Polizei von jenen Spuren abzulenken und auf eine völlig falsche Fährte zu führen. An den Orten, wo die Polizei aufgrund der 1. SMS nach FL und dem Täter suchte, fand sie jedenfalls trotz allen Aufwands keine Spuren.

Wenn der Täter FL in ihr Versteck gebracht hätte und dann in die Nieheimer Gegend gefahren
wäre (zeitlich würde das sehr gut passen), hätte diese 1. SMS für den Täter einen relativ geringen Aufwand, aber eine enorme Wirkung bedeutet.
redsherlock schrieb:Oder auch sehen, dass gewisse Spuren damals/bisher nicht weiter verfolgt wurden.
Das glaube und hoffe ich auch. Die damaligen Ermittlungen konzentrierten sich ja auf FLs engeren und weiteren Freundeskreis, aber blieben bei aller Gründlichkeit erfolglos.

Wenn FL das zufällige Opfer eines ihr völlig fremden Täters geworden wäre, könnte man wohl nur hoffen, dass eine Person aus seinem engsten Umfeld Informationen preisgeben oder er, wie @Maja2 schrieb, im Zusammenhang mit einem anderen Verbrechen entlarvt würde.

Aber ich halte es für wahrscheinlicher, dass FL den Täter flüchtig kannte und er irgendwelche oberflächlichen Kontakte zu ihrem Freundeskreis hatte.

Ich finde es ausgesprochen merkwürdig, dass der 1. Anruf mit weiteren Telefonaten fortgesetzt wurde. Warum hat sich der Täter nicht mit diesem Lebenszeichen und FLs Versicherung begnügt, es gehe ihr gut und sie käme bald nach Hause?
Zwar lieferten die anderen Telefonate weitere Lebenszeichen, aber zugleich sorgten sie mit den nicht angehaltenen Rückkehrankündigungen für große Angst bei den Angehörigen. Allerdings nicht bei der Polizei, die ohnehin große Zweifel an einem Verbrechen hatte, und der ein oder zwei Lebenszeichen reichten.

Das aber konnte der Täter eigentlich nicht wissen, denn in den Medien wurde von einer solchen Einschätzung nichts erwähnt und es war in einem Entführungsfall auch nicht die Bekanntgabe einer Fahndung zu erwarten. Wissen konnte es der Täter nach meiner Einschätzung nur, wenn er andere Informationsquellen hatte - und da kommen nach meiner Ansicht nur Kontakte zu FLs Freundes- und Bekanntenkreis in Frage.
Damals wäre es völlig unverdächtig gewesen, sich bei ihnen nach Fortschritten in der Suche nach FL zu erkundigen, und die Antworten wären ganz simpel und eindeutig ausgefallen: Man ärgerte sich sehr, weil die Polizei von einem freiwilligen Verschwinden ausging und keinen Anlass zu weiteren Maßnahmen sah.

Hätte der Täter nicht über dieses Wissen verfügt, wären seine weiteren Fahrten in die Gewerbegebiete zwecks Telefonaten äußerst riskant gewesen. Was hätten ihm weitere Lebenszeichen von FL genutzt, wenn er bei dieser Gelegenheit gefasst worden wäre?

Und diese Gefahr wäre - ohne das Wissen um die eingestellten polizeilichen Ermittlungen - sehr, sehr groß gewesen.
Der 1. Anruf war zwar ein Lebenszeichen, aber gleichzeitig ein deutlicher Hinweis, dass etwas überhaupt nicht stimmte. Es wäre überhaupt nicht auszuschließen gewesen, dass die Polizei sich für die Inhalte dieser Gespräche interessiert und eine Aufzeichnung veranlasst hätte, die dann von Experten überprüft worden wären.

Nach meiner Überzeugung hätte sich dann die Einschätzung der Polizei radikal geändert und es wäre eine Fahndung mit allem Drum und Dran eingeleitet worden. (Es ist doch bezeichnend, dass es bei der Aufnahme intensiver Ermittlungen nach dem Leichenfund bei der Kripo keine Zweifel gab, dass FL zum Zeitpunkt der Gespräche bereits Opfer einer Entführung war. Und das auch ohne Aufzeichnungen, nur durch die Gedächtnisprotokolle.
Es war nach meiner Meinung zwar verständlich, aber leider - aus heutiger Perspektive - auch sehr fatal, dass sich die Polizei unmittelbar nach FLs Verschwinden mit den Anrufen als bloßes Lebenszeichen begnügte, ohne sich weiter für ihren sehr bedenklichen Inhalt zu interessieren.)

Der Täter lieferte mit den weiteren Anrufen jedenfalls sehr gute Anhaltspunkte für eine Fahndung. Alle fanden in Gewerbegebieten mit einer auffällig guten Anbindung an die B64 statt. Wenn man sich die Karte ansieht, hätten relativ wenige markante Punkte ausgereicht, die man z. B. mit Kameras hätte bewachen können - um nur eine Möglichkeit zu nennen.

Die Orte, von denen telefoniert wurde, waren sehr gut ausgewählt, um den Erfolg einer späteren Ermittlung zu minimieren. Aber wäre die Polizei schon in den ersten Tagen von einem Verbrechen ausgegangen und hätte sie sich alle vorhandenen Funkzellendaten beschafft (was alles ohne weiteres möglich gewesen wäre), hätte der Täter spätestens beim letzten Telefongespräch gefasst bzw. entlarvt werden können.

Der Täter, der offensichtlich sehr überlegt vorging, weshalb er bis heute nicht gefasst werden konnte, sollte ein derartiges Risiko eingegangen sein?

Das ist mir nicht vorstellbar, und deshalb bin ich inzwischen überzeugt, dass er sich entsprechende Informationen über FLs Freundes- und Bekanntenkreis beschaffen konnte, was damals sicher niemand verdächtig gefunden hätte.

Wenn es damals Beobachtungen des Täters auf FLs Nachhauseweg gab, sind sie inzwischen seit langem vergessen. Aber hier sehe ich einen möglichen Ansatzpunkt für neue Ermittlungen: durch Fragen an FLs Freunde und Bekannte, wer damals - während und nach der Entführung - den Kontakt zu ihnen intensivierte und sich regelmäßig (ohne mit FL befreundet zu sein) nach FL und den Ermittlungen erkundigte. Voller "Anteilnahme" und "Betroffenheit" natürlich. Darunter werden auch völlig harmlose und ehrliche Menschen gewesen sein, aber nach meiner Vermutung eben auch der Täter.


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Mord an Frauke Liebs

04.12.2018 um 11:30
Nachdem ich mich gestern erstmals in der analogen Welt über den Fall unterhalten habe, möchte ich gerne zusammenfassen, was m.E. deutlich wird, wenn man einer Person den Fall erklärt, die sich bislang nicht weiter mit ihm befasst hat. Ich weiß zwar, dass diese „Basishermeneutik“ in vielem hinter die hier seit Jahren geführte und zwischenzeitlich stark elaborierte Debatte zurückfällt. M.E. kann dies aber auch ein Vorteil sein, wenn man sich nochmals auf die einfachsten Schlüsse verständigen möchte, die durch die Faktenlage einigermaßen gedeckt erscheinen.

Besonders ins Auge fällt hierbei

(1) die Ortung der ersten SMS im Kreis Nieheim. Von vielen Diskutanten wird die Fallanalyse der Ermittler, die davon ausgeht,

- dass diese SMS von F verfasst wurde
- bevor sie sich einer Gefahr bewusst war

m.E. vorschnell verworfen.

Einerseits ist dies zwar aufgrund der langwierigen und beherzt geführten Auseinandersetzung mit dem Fall verständlich. Andererseits spricht aber einiges dafür,

- dass (der Umkreis) Nieheim den einzigen objektiven Hinweis
- auf die Person gibt, die der Einfachheit halber meist als „Täter“ bezeichnet wird,
- und den Aufenthaltsort von F während ihres
Verschwindens

liefert.

Bewertet man diese SMS als authentisch, dann lässt sich schlussfolgern,

- dass F sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Begleitung dieses „Täters“ befand,
- sich aber noch nicht unter Zwang fühlte,
- die eigentliche Tat also noch nicht begonnen hatte
- und der Ort des Sendens dieser Nachricht folglich noch nicht bewusst zur Ablenkung von einem anderen Ort gewählt war.

Da es für Fs Aufenthalt im Kreis Nieheim keinerlei Zeugen gibt, ergibt sich zwanglos, dass F sich zum Zeitpunkt im privaten Umfeld des „Täters“ befand (in seinem PKW/evtl. sogar an seinem Wohnort).
Nieheim ist daher, hier ist der Fallanalyse m.E. unbedingt recht zu geben, mit großer Wahrscheinlichkeit das stärkste Indiz des gesamten Falls.


(2) Besonders auffällig an Fs Nachrichten bzw. kurzen telefonischen Mitteilungen ist zudem der wiederholte Hinweis auf Paderborn. Das ist deshalb so interessant, auch das ist nichts Neues, fürchte ich, weil es der einzige bekannte Hinweis ist, der sich in einen logischen Zusammenhang zu anderen im Geschehen dokumentierten Spuren bringen lässt, nämlich (siehe 1), die Ortung der ersten SMS.

Es macht schließlich Sinn, wie die Fallanalytiker, davon auszugehen, dass Paderborn als Sendeort aller späteren Nachrichten sowie als Gegenstand der Nachrichten und Telefonate deshalb gewählt wurde, um, nachdem in der Suchanzeige Nieheim/Entrup erwähnt wurde, von diesem Ort des ersten Versendens abzulenken. (Eben weil F zum Zeitpunkt der ersten SMS noch völlig frei handelte und sich das Versenden daher dem Einfluss des „Täters“ entzog.)

Zwar ist es sicher stets legitim, andere und von der offiziellen Fallanalyse abweichende Interpretationen zu diskutieren. M.E. müsste aber in der Frage, ob die erste SMS authentisch ist, ein höherer Plausibilitätsanspruch gelten als z.B. hinsichtlich des Punkts, wie F konkret zu den Orten ihrer späteren Kontaktaufnahmen transportiert wurde. Darüber, wie F in die verschiedenen Gewerbegebiete Paderborns gelangte, kann lediglich spekuliert werden (siehe unten), wohingegen für Nieheim und die Authentizität der ersten SMS klare Indizien vorliegen. M.E. wurden noch keine stichhaltigen Alternativen genannt, die die Fallanalyse in diesem Punkt erschüttern könnten.

Die erste SMS, Nieheim, die späteren Standorte sowie der wiederholte schriftliche und mündliche Hinweis auf Paderborn, fügen sich also zu einem plausiblen Ganzen zusammen, das sich - ganz anders wie ein Großteil der übrigen bekannten Fakten - logisch interpretieren lässt. Diesen Umstand sollte man m.E. nicht vorschnell übergehen.

(3) Ein weiteres auffälliges Element des Falls stellt sicher die Mobilität von F während der ersten Woche ihres Verschwindens dar. Lässt sich die Notwendigkeit des Transports zum Zweck des Sendens/Telefonierens im Rahmen der Fallanalyse einleuchtend erklären, bleibt die Art des Transports selbst, mangels Hinweisen, völlig im Dunkel. Transportiert aber wurde F mit Sicherheit - wie also - und was verrät das gegebenenfalls über den Täter oder die Tat?

Für den Transport kommen im Grunde nur zwei Möglichkeiten in Frage:
- Entweder ein Kastenwagen (o.ä.), der auf ein Szenario mit unmittelbaren Zwang hinweisen würde,
- oder der Transport in einem gewöhnlichen PKW, womit die Vorstellung korrespondieren würde, dass der „Täter“ keinen unmittelbaren Zwang auszuüben brauchte und F ihm tatsächlich auf ihren eigenen Beinen - und ohne zu schreien oder ähnliches zu tun - selbsttätig folgte.

Einiges spricht für das zweite Stenario:
- F Klang am Telefon, laut Zeugenaussagen, müde, matt oder desorientiert,
- nicht aber ängstlich, panisch oder hysterisch.
- Zudem erlaubte sie sich einen Anruf, der vom Täter nicht vorhersehbar war, entgegenzunehmen und in wenigstens einem Fall
- von den vermutlich gescripteten Gesprächsinhalten abzuweichen.
Wenigstens diese vier Punkte sprechen für ein Szenario, das ohne unmittelbare Gewaltanwendung auf dem Transport bzw. während der Kontakte auskommt.

Ein weiterer wichtiger Punkt bestätigt diese Annahme m.E. ex negativo, denn er spricht klar gegen das „Kastenwagen-Szenario“: Der Täter ist mit dem Transport, beziehungsweise dadurch, dass er sich mit F bewegte, ein besonders hohes Risiko eingegangen. (Dies unabhängig davon, wie sich die Ereignisse tatsächlich dargestellt haben würden: Selbst falls (noch) kein Verbrechen vorgelegen haben sollte, so würde eine Entdeckung aber doch dazu geführt haben, dass die Situation aufgelöst worden wäre, was wohl das Mindeste ist, von dem man annehmen muss, dass der (spätere) Täter es zu verhindern trachtete.)

Das Risiko, dass F die Transporte dazu benutzt haben würde, zu fliehen oder aber wenigstens auf sich aufmerksam zu machen, wäre ungleich größer gewesen, wenn sie nur durch unmittelbaren Zwang daran gehindert worden wäre (zumal einer dieser Transporte an einem Nachmittag stattgefunden haben muss). Folglich erscheint es plausibler, dass F sich in einer Situation befunden hat, die es ihr aus einem psychologischen Motiv notwendig erschienen ließ, mit dem Täter zu kooperieren.

(4) Für jeden, der zum ersten Mal mit dem Fall konfrontiert wird, sind die Nachrichten und Telefonate natürlich die auffälligste Besonderheit. Da ich zu meiner Interpretation der Inhalte dieser Mitteilungen schon einiges geschrieben habe, möchte ich mich hier darauf beschränken, die Quintessenz des oben erwähnten Gesprächs zusammenzufassen.

Ein interessanter Aspekte der Nachrichten und Anrufe ist - neben der inhaltlich-semantischen Ebene, die erfahrungsgemäß einen Großteil der Aufmerksamkeit auf sich zieht - deren -
- kurz- und
- langfristige Wirkungen,
denen m.E. in der Debatte, aufgrund ihrer Fortgeschrittenheit, inzwischen gelegentlich zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Betrachtet man diese genauer, wird deutlich, dass es für den Täter durchaus sinnvoll erschienen haben mochte, zumal ein nicht von unmittelbaren Zwang geprägtes Szenario zugrunde gelegt, das Risiko des Transports zum Zweck der Kontaktaufnahme einzugehen:

- Die SMS dienten kurzfristig der Beruhigung,
- die Anrufe als zweifelsfreies Lebenszeichen.
- Gemäß der Fallanalyse bezweckte beides, SMS und Anrufe, von Nieheim als engeres Lebensumfeld des Täters bzw. Aufenthaltsort von F abzulenken.

Langfristig hatten die Kontakte eine wesentliche diffusere aber nicht weniger effektvolle Wirkung: Interessanterweise ist es ja so, dass - wie erwähnt - diese Nachrichten und Anrufe bzw. ihre inhaltliche Analyse heute (nicht zuletzt hier im Thread) einen relativ großen Teil der Aufmerksamkeit binden. Unzählige Interpretations- und Plausibilisierungsversuche wurden und werden noch unternommen, um die Mitteilungen zu verstehen und auf mögliche Hinweise durch F auf den Täter zu untersuchen.

Insbesondere in Hinblick auf (1) und die Fallanalyse, ist das ein interessanter Aspekt: Betrachtet man die Debatte, dann scheint es, dass diese erste (und m.E. stichhaltigste) Spur vor dem Hintergrund der langen, folgenden Interaktionsgeschichte. so weit verblasste, dass die Hypothese der Fallanalytiker - Freiwilligkeit der ersten SMS, Nieheim/Entrup als (zwischenzeitlicher) Aufenthaltsort, spätere Kontakte als Ablenkungsmanöver - z.T. gänzlich verworfen wird. In diesem Sinne würden die Kontakte auch heute noch ihren ursprünglichen Zweck erfüllen: Sie wirken auch gegenwärtig noch als mächtige Ablenkung von dem, was der Täter laut Fallanalyse verschleiern wollte.

(5) Ohne den aufgefundenen Leichnam von F lägen heute schließlich überhaupt keine objektiven Hinweise dafür vor, dass an ihr tatsächlich ein Verbrechen verübt wurde. Daher kann ein Gespräch über den Fall natürlich nicht ohne eine Betrachtung dieses Umstands auskommen. Interessant ist hierbei m.E. insbesondere die Tatsache, dass - wann immer man, der Einfachheit halber - von „Täter“ spricht, man sich in letzter Konsequenz auf den aufgefundenen Leichnam bezieht. Durch den Tod von F wird die Person, die zuletzt bei ihr gewesen war, final zum Täter in einem anzunehmenden Szenario.

Häufig wird darauf hingewiesen, es könne sich auch um Täter (pl.) oder eine (oder mehrere Täterin(nen)) gehandelt haben. Vielversprechender als diese, der allgemeinen Lebenserfahrung eher widersprechenden Annahmen, betrachte ich allerdings den Hinweis, es könne auch gar keinen Täter gegeben haben, da am Leichnam schließlich keine Todesursache sowie keine Spuren eines gewalttätigen Einwirkens festgestellt werden konnten.

Dieser Hinweis scheint mir interessant, nicht weil ich es unbedingt für wahrscheinlich hielte, F könne - nach welchem vorangegangenen Geschehen auch immer - schlicht verunfallt sein (was natürlich nicht vollständig auszuschließen ist), sondern weil er die Aufmerksamkeit auf mögliche und wahrscheinliche Todesursachen lenkt.

Woran kann F mit hoher Wahrscheinlichkeit verstorben sein? Oder zunächst: Wodurch wurde sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht getötet?
Sie wurde wahrscheinlich
- nicht erschossen,
- nicht erdrosselt,
- nicht erschlagen
- und nicht erstochen.
Jede dieser Todesursachen würde i.d.R. durch Spuren am Skelett nachzuweisen sein. Ebenso unwahrscheinlich ist entsprechend jede Art der Verunfallung, die zu Knochenbrüchen geführt haben würde.

Woran kann sie dann aber verstorben sein?
Mögliche wahrscheinliche (d.h. nicht in Widerspruch zu den am Leichnam festgestellten Spuren stehende) Todesursachen könnten m.E. sein:
- Ersticken
- Verhungern bzw. Verdursten
- Ertrinken
- Vergiftung (?)
- natürlicher Tod

Diese Liste endet recht rasch und ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil: Ich bin neugierig, welche möglichen und wahrscheinlichen Todesursachen ihr der Liste hinzufügen würdet. Für relevant halte ich das Thema, weil es evtl. Hinweise auf die Art des Verbrechens und den Tätertyp geben würde, könnte man die Tötungsweise näher bestimmen.

Diese Zusammenfassung trägt, gerade weil sie sich auf die etablierte Fallanalyse bezieht, sicher nicht dazu bei, der Lösung des Falls auf die Spur zu kommen. Ich habe ihn hauptsächlich deshalb geschrieben, um mir selbst über die einsichtigsten Fakten des Ganzen etwas mehr Klarheit zu verschaffen. Evtl. hat der oder die eine oder andere ja Lust, einen Schritt hinter die fortgeschrittene Debatte zurückzutreten und diese Punkte noch einmal in Beiträgen aufzugreifen.


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