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Mord an Frauke Liebs

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

13.03.2019 um 17:41
rayden schrieb:Und man bleibt bzgl. der Situation/des Ereignisses immer schön unkonkret, wohlwissend, dass es einem bei näherer Ausführung jedes Mal um die Ohren fliegt. Die Inhalte der SMS und Telefonate sind mit Ausnahme des letzten so ziemlich alle identisch. Wann sollte also dieser Bruch stattgefunden haben?
Das meine ich genauso, wie du es geschrieben hast.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 01:59
Hallo zusammen,

ich bin vor einigen Tagen mehr oder weniger zufällig über den Fall gestolpert, habe mich seitdem ein bisschen eingelesen (unter anderem hier im Forum) und muss zugeben, dass mir die ganze Geschichte doch irgendwo sehr nahe gegangen ist.

Ich konnte also gar nicht anders, als mir laufend Gedanken darüber zu machen. Und die würde ich gerne in den kommenden Tagen gern mit der Allgemeinheit hier teilen und zur Diskussion stellen. Nicht, dass ich mich diesbezüglich irgendwelcher Illusionen hingäbe - die Chance, den oder die Täter durch Beiträge in Internetforen zu überführen, ist natürlich denkbar gering. Aber eine Resthoffnung besteht ja vielleicht doch - viele Gehirne kommen schließlich auf mehr Ideen, die der Problemlösung dienlich sein könnten, als einige wenige…

Fangen wir an mit der SMS, die Frauke noch am Abend ihres Verschwindens an Chris geschickt hat. Diese SMS scheint mir nämlich eine Art Schlüssel zum Verständnis des Falls zu sein - immerhin ist hier irgendwo die Antwort zu finden, wie die Entführung von Frauke ihren Anfang genommen hat.

Viele der Kommentatoren hier im Forum (und offenbar auch die damaligen Ermittler (!)) vertreten die Ansicht, dass diese Nachricht - anders als die darauf folgenden - noch freiwillig verfasst wurde. Weil sie offenbar in einem für Frauke "typischen" Sprachstil gehalten ist, und weil nichts darin auf irgendeine außergewöhnliche oder bedrohliche Situation hindeutet.

Das mag in der Tat zutreffen. Und dennoch ist und bleibt offenkundig, dass an dieser Nachricht irgendetwas massiv faul ist. Führen wir uns vor Augen:

Frauke war gegen elf bereits müde und wollte nach Hause. Das haben ihre Freunde ausgesagt (und ich sehe keinen Grund an der Glaubwürdigkeit dieser Aussagen zu zweifeln). Zumal sie am nächsten Tag offenbar Unterricht hatte. Und vor allem wusste sie, dass Chris zuhause auf sie wartet und früh aufstehen muss.

Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig schlüssig, dass sie aus freien Stücken noch einen spontanen Nacht-Ausflug in eine Gegend unternimmt, die 20 - 30km von der Paderborner Innenstadt entfernt liegt. Zumindest scheinen mir alle diesbezüglichen Erklärungsversuche arg konstruiert.

Und dann erst der sonderbare Inhalt ihrer Nachricht…! Vergegenwärtigen wir uns: Sie meldet sich zwei geschlagene Stunden nach ihrem Aufbruch aus dem Pub. Und dann fällt ihr nichts besseres ein, als über das Fußballspiel zu berichten?! Ein Fußballspiel wohlgemerkt, für das sie sich gar nicht besonders interessiert hat. Und gleichzeitig kein Wort darüber, wo sie sich befindet, wie sie dort hingekommen ist und wann genau sie gedenkt nach Hause zu kommen… Die Nachricht besteht also im Prinzip aus einer knappen Aneinanderreihung von völligen Belanglosigkeiten - während alles, was Chris in dieser Situation wirklich interessiert, mit keinem Wort erwähnt wird. Schwer vorstellbar, dass eine so empathiefähige Person wie Frauke eine solche Nachricht an Chris verschicken würde.

Wie man es also dreht und wendet - das ergibt alles keinen Sinn. Genauer gesagt: Der Inhalt dieser SMS passt einfach nicht zu dieser Zeit und diesem Ort.

ABER: Er würde sich perfekt und schlüssig in jene Situation einfügen, in der sich Frauke ca. zwei Stunden vorher befunden hat - d.h. im Pub kurz nach dem Spiel (und damit VOR ihrer mutmaßlichen Entführung). Und das wirft meines Erachtens die Frage auf:

Wäre es möglich, dass Frauke diese SMS gar nicht in Nieheim, sondern noch im Lokal verfasst hat? Vielleicht ist das gar nicht so abwegig, wie es sich beim ersten Lesen anhört. Und es würde eine ganze Reihe Ungereimtheiten erklären. Aber der Reihe nach…

Wir wissen, dass die Kapazität ihres Handy-Akkus erschöpft war (weshalb sie sich ja während des Fußballspiels den Akku ihrer Freundin geliehen hat).

Nehmen wir also mal folgendes Szenario an:

Frauke ist gerade dabei nach Hause aufzubrechen. Von ihrem Freunden hat sie sich bereits verabschiedet (und den ausgeliehenen Akku zurückgegeben). In dieser Situation kommt ihr in den Sinn, dass es vielleicht eine nette Geste wäre Chris kurz bescheid zu geben. Damit er weiß, dass er nicht mehr lange warten muss. Das würde gut zu ihrem sozialen, lieben und zuverlässigen Wesen passen, das ihr von ihren Freunden und Bekannten attestiert wird.

Sie setzt also ihren (eigentlich leeren) Akku wieder ins Handy ein. Das herausnehmen und erneute einsetzen resultiert ja üblicher Weise in der Sammlung einer gewissen Restkapazität. Diese Restkapazität genügt, um die kurze Nachricht an Chris zu verfassen und noch auf "senden" zu drücken. Allerdings wird die SMS nicht mehr erfolgreich übermittelt. Vielleicht wird die Übertragung unterbrochen, weil der Akku in diesem Moment endgültig den Geist aufgibt. Vielleicht steht sie gerade in irgendeiner Nische, vor der Toilette des Lokals o.ä., wo der Empfang ganz einfach zu schlecht ist - und der Akku setzt aus, bevor das Mobiltelefon nach Verlassen dieses lokalen "Funklochs" einen erneuten Übertragungsversuch beginnen kann…

Zwei Stunden später - Frauke wurde in der Zwischenzeit verschleppt und nach Nieheim gebracht - setzen der bzw. die Täter einen neuen Akku ins Handy. Aus Neugier darüber, wen sie da in ihre Gewalt gebracht haben. Oder weil sie sich daran ergötzen, ins Privatleben ihres Opfers einzudringen. Oder aus einer Mischung aus beidem.

Jetzt hat die Handyelektronik wieder "Saft", Empfang ist auch gegeben, und die SMS verlässt die "Warteschleife" (oder wie auch immer die fachlich korrekte Bezeichnung lauten mag). Vor den überraschten Augen des Täters/der Täter (ich nehme an, es waren mehrere) öffnet sich nach Anschalten des Handys also ein Benachrichtigungsfenster mit dem sinngemäßen Wortlaut "SMS wurde erfolgreich verschickt". Und die geraten natürlich in Panik - aus Angst, dass ihr Unterschlupf nun geortet werden kann.

Vielleicht ist das der Grund für die bizarren (und für die Täter eigentlich unsinnigen, da risikoreichen) Fahrten nach Paderborn in den kommenden Tagen. Aus Sicht der Täter ist es um jeden Preis geboten, von ihrem tatsächlichen Bezugsort - der durch das automatische Verschicken der SMS beim Neustart des Handys aufgeflogen ist - abzulenken. Und das umso dringlicher, als dass sie die tatsächliche Präzision und Zuverlässigkeit der Handyortung ggf. überschätzt haben.

Möglicherweise haben sie die arme Frauke einzig und allein deshalb noch eine Woche am Leben gelassen. Und als sie sich dann zunehmend sicher wurden, dass ihr Aufenthaltsort durch die SMS nicht enttarnt worden ist (bzw. dass ihr Ablenkungsmanöver mit den nächtlichen Anruf-Fahrten erfolgreich war), haben sie ihr scheußliches Werk schließlich vollendet. Weil sie Frauke nicht länger in der Hauptrolle ihrer Maskirovka-Aktion benötigt haben.

Zugegeben, das ist alles nur Spekulation meinerseits (und ich bin weit davon entfernt zu behaupten, dass das der Weisheit letzter Schluss ist). Aber es würde doch so einiges erklären: Die unverfängliche, aber inhaltlich absolut unsinnige Nachricht von einem so seltsamen Ort zu so einer seltsamen Uhrzeit. Die daraus resultierende Frage, warum sie sich offenbar freiwillig mitten in der Nacht nach Nieheim begeben hat (hat sie nämlich gar nicht!). Und nicht zuletzt auch den Zweck der späteren, von den Tätern initiierten Anrufe.

Was denkt ihr?


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 03:49
@urvogel
urvogel schrieb:Was denkt ihr?
Deine Bedenken gegen eine in der Nieheimer Gegend freiwillig verfasste SMS teile ich völlig.

Gegen die von Dir skizzierte Möglichkeit gab es hier technische Einwände, die zu erläutern ich lieber Kompetenteren überlassen möchte.
Was mich an ihr etwas stört, ist FLs Formulierung "Komme später", die nach meiner Meinung nur sinnvoll gewesen wäre, wenn FL einen mit Chris für ihre Rückkehr vereinbarten Zeitpunkt bereits überschritten hätte. Das war aber nicht der Fall: Chris wusste ja, dass sie sich im Pub das Fußballspiel ansieht, und gleich nach dessen Ende ist sie aufgebrochen. Für den Fußweg nach Hause hätte sie ca. 15 Minuten gebraucht, und nach meiner Auffassung wäre statt des "Komme später" ein "Komme gleich" in diesem Kontext passender gewesen.
urvogel schrieb:In dieser Situation kommt ihr in den Sinn, dass es vielleicht eine nette Geste wäre Chris kurz bescheid zu geben. Damit er weiß, dass er nicht mehr lange warten muss. Das würde gut zu ihrem sozialen, lieben und zuverlässigen Wesen passen, das ihr von ihren Freunden und Bekannten attestiert wird.
Bei dieser Überlegung stimme ich Dir völlig zu. Dass das Handy nach Wiedereinsetzen des eigentlich "leeren" Akkus noch über eine Restkapazität hätte verfügen können, wurde - nach meiner Erinnerung - auch von den technisch versierten Usern nicht bestritten ( sondern nur die Möglichkeit eines "verspäteten" SMS-Versands).

Daher habe ich auch mal überlegt, ob FL diese SMS vielleicht nach Verlassen des Pubs zu schreiben begonnen hat, sie aber nicht beenden konnte, weil sie vom Täter angesprochen wurde, und deshalb das SMS-Fragment speicherte.
Aber auch bei dieser Version gibt es keinen von FL freiwillig veranlassten Versand der SMS.
Es bleibt bei der Alternative: Wenn von FL freiwillig versendet, dann aus der Nieheimer Gegend. Oder die SMS wurde vom Täter versandt.

Ich gehöre zu denen, die annehmen, FL wurde bereits in PB entführt. (Da gibt es ja zwei Möglichkeiten: Entweder mit Gewalt oder Gewaltandrohung ins Auto gezwungen oder freiwilliger Einstieg ins Auto, weil FL glaubte, nach Hause gefahren zu werden, Überwältigung dann im Auto.)
Eine vom Täter aus der Nieheimer Gegend versandte SMS wäre für mich außerordentlich plausibel, weil er damit (sehr erfolgreich) eine falsche Spur gelegt hätte - als Ablenkung von Zeitpunkt und Ort der Entführung.

Nach meiner Ansicht gibt es zwei gravierende Einwände gegen einen freiwilligen Versand aus der Nieheimer Gegend.

1. Die Kripo hat in der Nieheimer Gegend gründlich nachgeforscht und konnte nicht den geringsten Hinweis auf den Täter finden.
Der Ermittler im Stern-Interview:
"Der Funkmast in Nieheim steht sehr hoch, die Zelle reicht deswegen 15 Kilometer weit. Es kam also ein großer Bereich infrage. Wir warfen Flugblätter in alle Briefkästen. Daraufhin bekamen wir etwa 80 Hinweise auf mögliche Festhalteorte. Häuser, die abseits stehen, Scheunen, Autos, Lkws, Wohnwagen, die ganze Palette. Wir haben wirklich alles abgearbeitet, aber …"

An dieser Stelle gibt es allerdings Einwände von technisch kompetenten Usern. Die Reichweite des Funkmastes sei größer und keineswegs genau zu ermitteln, da der Sendebereich von unterschiedlichen variablen Faktoren abhänge.
Vielleicht hat Herr Östermann, der im Stern zitierte Chefermittler, die Darstellung bewusst vereinfacht, vielleicht gab es uns unbekannte Gründe für die Einschränkung auf den Großraum Nieheim. Ich kann mir jedenfalls nicht so richtig vorstellen, dass bei einer derartig aufwändigen Ermittlung die Problematik der Reichweitenbestimmung unbekannt gewesen sein sollte.

2. Das ist der meiner Ansicht nach wichtigere Einwand: Bei einem freiwilligen Verlassen von PB müsste der Täter - so auch die Auffassung der Kripo - eine FL näherstehende Person sein. Aber dieser Personenkreis ist von der Kripo mit großem Aufwand überprüft worden - ohne jedes Ergebnis.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 10:28
urvogel schrieb:Wir wissen, dass die Kapazität ihres Handy-Akkus erschöpft war (weshalb sie sich ja während des Fußballspiels den Akku ihrer Freundin geliehen hat).
birkensee schrieb:Bei dieser Überlegung stimme ich Dir völlig zu. Dass das Handy nach Wiedereinsetzen des eigentlich "leeren" Akkus noch über eine Restkapazität hätte verfügen können, wurde - nach meiner Erinnerung - auch von den technisch versierten Usern nicht bestritten ( sondern nur die Möglichkeit eines "verspäteten" SMS-Versands).
Ich würde das erstmal hinten anstellen, ob es nun möglich war eine SMS mit einem entleerten Akku schreiben zu können oder nicht.
Mir kam ein ganz anderer Gedanken.

Warum sollte überhaupt ein Täter sie telefonieren lassen?

Fraukes Handy war definitiv ausgeschaltet gewesen, als sie den Pub verlassen hatte.
Das sind ja beste Voraussetzungen für einen Täter.
Ein unbekannter Täter hätte sie ja nie Chris kontaktieren lassen. Warum auch. Wenn man eine Person in seine Gewalt bringt, muss ein Täter davon ausgehen, dass sie von jemanden zeitnah vermisst wird.
Die erste SMS ist ja eigentlich auch völlig unnötig.
Chris hat auf Frauke wohl gewartet, aber er hätte auch ohne die SMS ja gar nichts machen können.
Frauke war volljährig und wenn Chris gegen 1 oder 2 Uhr die Polizei informiert hätte und denen berichtete, Frauke ist aus dem Pub nicht zurück gekommen, hätten die nichts machen können und hätten vielleicht gesagt, fahren sie mal dahin, vielleicht liegt sie unterm Tisch.

Bis zum Mittwoch morgen wäre die Situation die Gleiche gewesen.

Das einzige was ich mir vorstellen könnte, ist ein Täter welcher Frauke kannte und eventuell auch Chris.
Da kann ich mir mit dem der ersten SMS und einen anders lautenden Anruf am Donnerstag mir noch vorstellen können, dass der Täter ihr Umfeld beruhigen wollte, eventuell auch das die Polizei nicht ermittelt.
Aber dann wäre ein Anruf in der Schule der einfachste Weg gewesen.

Das muss im Vorfeld schon geplant gewesen sein
Ein Täter hätte zur Durchführung nur ein Nokia Aufladekabel haben müssen und durch das Handy von Frauke bestand für ihn die Möglichkeit Kontakt zum engsten Familienkreis halten zu können.
Von Anfang an verändert sich nichts großartiges.
Die erste SMS ist in groben Zügen wie die zweite SMS, die Anrufe sind inhaltlich nicht wirklich verständlich, außer beim letzten Gespräch ging das Telefonat über 5 Minuten.
Da alles für mich gleich abläuft, glaube ich, dass das Melden von Frauke Bestandteil des Festhalten war.
Er konnte damit zum Bespiel die Familie quälen mit der Ungewissheit und sie dirigieren.
Es kommt vor, dass hauptsächlich weibliche Personen über einige Tage oder auch länger festgehalten werden, aber das kommt sehr selten vor.
Sind sie nicht aus freien Stücken weg und umso mehr Zeit vergeht, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie lebend aufgefunden werden und in dem Fall Frauke Liebs kann ich mir gut vorstellen, dass Frauke mindestens noch 1 Woche gelebt hat um diesen Plan mit den Telefonaten durchführen zu können.

Es gibt für mich nur 2 Möglichkeiten, einmal aus Sicht eines Täters oder Frauke selbst

Die Variante das Frauke mit irgendeinem oder besser besagt, einem Bekannten von ihr freiwillig unterwegs war, so fehlt mir dann bei einer Inszenierung von Frauke ausgehend einfach das Motiv und der Inhalt der Telefonate passen dann aus meiner Sicht auch nicht.
Warum sollte Frauke derart ihr Umfeld so bestrafen?
Chris über 1 Woche im Ungewissen lassen und so inhaltslose Telefonate führen?
Das kann ich mir absolut nicht vorstellen.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 12:02
Wenn es überhaupt irgendeine Freiwilligkeit gegeben haben sollte, dürfte diese spätestens in der ersten Nacht beendet gewesen sein, als Frauke sich morgens weder bei Chris, noch bei der Familie, noch auf Arbeit, in der Schule oder einer Freundin etc gemeldet hat.
Ich hatte kurz mal den Gedanken an zwei Täter, da von den Anrufen maximal der erste als "Beruhigung und Verzögerung" einen Nutzen gehabt haben könnten. Dass es einen Mittäter oder Täterin gegeben haben könnte, die Frauke telefonieren liess, während der erste Täter nicht zuhause war, aber ich glaub das nicht mehr wirklich inzwischen


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 13:49
Sven1213 schrieb:Warum sollte überhaupt ein Täter sie telefonieren lassen?

Fraukes Handy war definitiv ausgeschaltet gewesen, als sie den Pub verlassen hatte.
Das sind ja beste Voraussetzungen für einen Täter.
Ein unbekannter Täter hätte sie ja nie Chris kontaktieren lassen. Warum auch. Wenn man eine Person in seine Gewalt bringt, muss ein Täter davon ausgehen, dass sie von jemanden zeitnah vermisst wird.
Die erste SMS ist ja eigentlich auch völlig unnötig.
Chris hat auf Frauke wohl gewartet, aber er hätte auch ohne die SMS ja gar nichts machen können.
Frauke war volljährig und wenn Chris gegen 1 oder 2 Uhr die Polizei informiert hätte und denen berichtete, Frauke ist aus dem Pub nicht zurück gekommen, hätten die nichts machen können und hätten vielleicht gesagt, fahren sie mal dahin, vielleicht liegt sie unterm Tisch.
Eventuell hat ihn die Tatsache etwas aus dem Konzept gebracht, dass er bei FL keinen Schlüssel fand, und er dann davon ausgehen musste, dass Chris sie erwartet, um sie in die Wohnung zu lassen.
Letztlich vergingen ja auch von der SMS bis zum ersten Anruf fast zwei Tage, in denen genügend Zeit gewesen wäre, FLs Verlies oder was auch immer herzurichten, wenn man zumindest Zugriff darauf hat, und die Örtlichkeit entsprechend bestimmt ist. Dann könnte FL gar Zufallsopfer gewesen sein.


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14.03.2019 um 15:14
rayden schrieb:Eventuell hat ihn die Tatsache etwas aus dem Konzept gebracht, dass er bei FL keinen Schlüssel fand, und er dann davon ausgehen musste, dass Chris sie erwartet, um sie in die Wohnung zu lassen.
Letztlich vergingen ja auch von der SMS bis zum ersten Anruf fast zwei Tage, in denen genügend Zeit gewesen wäre, FLs Verlies oder was auch immer herzurichten, wenn man zumindest Zugriff darauf hat, und die Örtlichkeit entsprechend bestimmt ist. Dann könnte FL gar Zufallsopfer gewesen sein.
Wieso sollte eine Person, die eine andere Person in krimineller Absicht aus ihrem gewohnten Umfeld entfernt, von der Tatsache „aus dem Konzept gebracht“ werden, dass sein Opfer keinen Schlüssel hat?
Muß diese Person nicht ohnehin davon ausgehen, dass sein Opfer vermißt wird?
Warum sonst sollte ihn ein nicht vorhandener Schlüssel verwirren?

Wenn F ein Zufallsopfer war, wieso läßt der Entführer sein Opfer von „fast vor ihrer eigenen Haustür“ aus anrufen?
Oder zumindest von in der Nähe des Ortes aus, an dem er sie entführt hat?

Dass ein Täter mit seinem Zufallsopfer eine Woche rund um den Entführungsort unterwegs ist, um SMS/Anrufe tätigen zu lassen, um was auch immer zu bezwecken?

Ein Entführer wäre wohl eher durch Wohnort (davon ausgehend, dass F einen Ausweis dabei hatte) gleich Entführungsort dazu bewogen gewesen, diese Gegend zu meiden? Ein „Ortsansässiger“ wird doch nicht vor seiner Haustür zufällig jemanden entführen?

Was hat dieser Entführer sich denn dabei gedacht?

Das kann ich in keinster Weise nachvollziehen.


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14.03.2019 um 16:00
LissyB schrieb:Ein „Ortsansässiger“ wird doch nicht vor seiner Haustür zufällig jemanden entführen?
Da kenne ich aber diverse Fälle, wo dieses der Fall war.
Natürlich sind diese Täter mit ihren Opfern nicht fast täglich durch die Gegend gefahren und haben sie auf nicht telefonieren lassen.
LissyB schrieb:Wenn F ein Zufallsopfer war, wieso läßt der Entführer sein Opfer von „fast vor ihrer eigenen Haustür“ aus anrufen?
Oder zumindest von in der Nähe des Ortes aus, an dem er sie entführt hat?
Wir wissen ja nicht wo sie entführt wurde, aber das andere verstehe ich auch nicht.
Warum kommt man wieder in des Wohnumfeldes des Opfers wieder zurück?
Dort wo sie am meisten gesucht wird?

Dabei stand ja schon am früh in der örtlichen Zeitung, dass die erste SMS aus dem etwa 30 Kilometer entfernten Nieheim versendet wurde.
Da wurde ja schon eine räumliche Distanz aufgebaut.

Ich habe ja angedacht, dass die Anrufe aus Paderborn kamen, weil sie dort festgehalten wurde oder der Täter dort wohnte.
Dieser wird aber an mindestens 3 Tagen eine andere Örtlichkeit aufgesucht haben, um sie telefonieren zu lassen.
Wenn der Täter damit von einem Festhalteort ablenken wollte, er hätte ja nicht wissen können, in welcher Ausrichtung die Funkzelle sich befindet und wie groß die Funkzelle überhaupt ist.
LissyB schrieb:Dass ein Täter mit seinem Zufallsopfer eine Woche rund um den Entführungsort unterwegs ist, um SMS/Anrufe tätigen zu lassen, um was auch immer zu bezwecken?
Würde ich es nicht besser wissen, würde ich denken, es ging um eine Erwartungshaltung und wenn diese erfüllt ist, wird Frauke freigelassen.
Wenn der Täter nicht aus Paderborn kommt und sie nicht dort festhalten wurde, warum sollte man sich (ab Freitag) im Stadtgebiet aufhalten und sagen, dass man nach Hause kommt und am Samstag sich unmittelbar im Bereich der Borchenerstraße sich befinden und wieder ankündigen, dass man nach Hause kommt und es passiert nichts?


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 17:09
Sven1213 schrieb:LissyB schrieb:
Ein „Ortsansässiger“ wird doch nicht vor seiner Haustür zufällig jemanden entführen?

Sven schrieb:
Da kenne ich aber diverse Fälle, wo dieses der Fall war.
Natürlich sind diese Täter mit ihren Opfern nicht fast täglich durch die Gegend gefahren und haben sie auf nicht telefonieren lassen.
Eben! Es ging mir hauptsächlich um die Konstellation: Entführung vom Wohnort des Opfers, durch einen Ortsansässigen, fast tägliche Kontakte von diesem Ort aus. In dieser Kombi sehr unlogisch.
Sven1213 schrieb:Dabei stand ja schon am früh in der örtlichen Zeitung, dass die erste SMS aus dem etwa 30 Kilometer entfernten Nieheim versendet wurde.
Da wurde ja schon eine räumliche Distanz aufgebaut.
Und welchen Sinn würde es für einen Entführer ergeben, diese absichtlich aufgebaute Distanz wieder zu negieren?


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14.03.2019 um 18:13
Was mich stutzen lässt: FL spricht Chris in dem Telefonat am Abend ihres Verschwindens mt dem ganzen Namen an - obwohl sie diesen niemals verwendet hat. Es ist zu vermuten, daß sie dadurch versucht hat eine Information weiterzugeben (das Etwas nicht stimmt und sie entführt wurde, o.ä.), auf die jedoch Niemand eingegangen ist. Chris sprach im Filmbeitrag von Aktenzeichen XY darüber, wirkte jedoch übermäßig überrascht auch wenn er anmerkte, daß sie dieses sonst nie getan hatte.

Ich frage mich, warum die Polizei nicht versucht hat die Telefonate zumindest aufzunehmen, um eventuell über "Nebengeräusche" einen Hinweis auf den Täter oder den Ort oder andere Besonderheiten herauszubekommen. Es war ja fast schon ein Ritual, das FL regelmäßig bei Chris angerufen hat ...


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14.03.2019 um 20:18
Falkenhorst schrieb:Was mich stutzen lässt: FL spricht Chris in dem Telefonat am Abend ihres Verschwindens mt dem ganzen Namen an - obwohl sie diesen niemals verwendet hat
Schwer einzuschätzen warum dieses so gesagt wurde.
Ich tendiere eher dazu, dass sie sich in einer Ausnahmesituation sich befunden hat, aber da muss ich dir auch ehrlich sagen, dass ich das "hdgdl" am Ende der beiden SMS auch nicht deuten kann, denn dann hätte sie ja das auch weg gelassen und sich auf das wesentliche konzentriert.
Falkenhorst schrieb:Ich frage mich, warum die Polizei nicht versucht hat die Telefonate zumindest aufzunehmen, um eventuell über "Nebengeräusche" einen Hinweis auf den Täter oder den Ort oder andere Besonderheiten herauszubekommen. Es war ja fast schon ein Ritual, das FL regelmäßig bei Chris angerufen hat ...
Meine persönliche Meinung ist, dass ich den Eindruck gewinne, dass die Mutter in der ersten Woche und mit Sicherheit auch danach, mehr unternommen hat als die Polizei.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 20:23
LissyB schrieb:Und welchen Sinn würde es für einen Entführer ergeben, diese absichtlich aufgebaute Distanz wieder zu negieren?
Ich kenne das Wort "negieren" nicht.
Mit meinen Worten:
Ich finde das sehr ungewöhnlich, dass es zuerst eine Distanz bezüglich der Entfernung zum Wohnort der Vermissten gibt und danach sich alles wieder im Wohnumfeld dieser Person abspielt.
Verstehen und interpretieren kann ich es nicht so wirklich.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 20:36
Falkenhorst schrieb:Ich frage mich, warum die Polizei nicht versucht hat die Telefonate zumindest aufzunehmen, um eventuell über "Nebengeräusche" einen Hinweis auf den Täter oder den Ort oder andere Besonderheiten herauszubekommen.
Ich möchte dir ein Beispiel schreiben.
Ich kannte zu diesem Zeitpunkt schon den Fall Liebs, mit Sicherheit schon ein oder zwei Jahre, da hing im Bahnhof meiner Stadt ein Such-Plakat einer Frau etwa in Fraukes Alter.
Diese wurde seit wenigen Tagen vermisst.
Kurze Zeit später hörte ich, sie hat sich bei ihrer Familie gemeldet.
Obwohl ich die Umstände im Fall Liebs kannte, war für mich klar, da steckt kein Verbrechen dahinter, die vermisste Person taucht zeitnah wieder auf und so war es auch.
Ich kann da auch die Polizei in gewisser Weise verstehen.
Wenn die hören, sie hat sich telefonisch bei ihrem Mitbewohner und Ex-Freund gemeldet, ist ja keine Gefahrenslage mehr da.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 20:48
An dem Abend/Nacht war es noch ziemlich warm.Die Zeitspanne bis zur 1. SMS an Chris finde ich sehr wichtig...
Wir waren früher auch viel unterwegs und haben öfters mal an Tankstellen angehalten, um Getränke zu holen...Wurden die Tankstellen mal überprüft?


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 21:50
LissyB schrieb:Und welchen Sinn würde es für einen Entführer ergeben, diese absichtlich aufgebaute Distanz wieder zu negieren?
Was wird negiert? @LissyB

Du hast zwar recht mit der Ansicht "(negieren"), DOCH ich sehe bei den ganzen Kontaktaufnahmen 2 Fakten, wo eine räumliche Distanz eine bedeutende Rolle darin einnimmt. ;)

2 Fakten, eben wie oben erwähnt die räumliche Distanz von Fraukes Handy zur Wohnung (1 FAKT)... ABER auch die räumliche Distanz von Fraukes Handy zum jeweiligen Informationsaustausch (2 FAKT) mit einem anderen Mobilfunkgerät (von Chris oder Bruder Frank etwa).

Die genauere Betrachtung der räumlichen Distanz der Gesprächsteilnehmer
(also Frauke zu Chris/Bruder Frank) sollte bei der Bezeichnung "negieren" nicht so völlig unerwähnt bleiben - meiner Ansicht nach.
Und hierin (der Austausch zweier Mobilfunkgeräte, ihr Standort zueinander und die dadurch gegebene räumliche Distanz) kann ja etwa mit dem ersten Telefonat zu der 1SMS aus Gegend-Nieheim nicht darin als eine Negierung angedacht werden, sondern eben dann ganz im Gegenteil, eine totale Bestätigung der räumlichen Distanz ist darin das Ergebnis der Gesprächsteilnehmer. Die Distanz wurde darin ja mehr als verdreifacht, wie man unten leicht erkennen kann.

Standpunkte SMS:
1SMS von Frauke an Chris (PB) = ca. 30 Km Distanz zwischen den beiden Mobilfunkgeräten
Standpunkte 1 Gespräch
Gespräch Frauke mit Chris (Lübbecke) = ca. 100 km Distanz zwischen den beiden Mobilfunkgeräten



Also ist die räumliche Distanz mehr als 3x so hoch gegeben als bei der 1.SMS?
Kleine Mathematik & mein eigener Gedankenansatz darin: Die räumliche Distanz wird mit dem ersten Telefonat nach der 1 SMS nicht negiert, sondern eher doch total darin bestätigt , oder nicht?
Ich glaube, dies sind auch solche Fakten, die man nicht einfach so völlig unbemerkt unter das Tischlein fallen lassen darf/soll?

Von wo genau (Standort) der Bruder am Freitag anrief, als er Frauke am Handy erreichte, dazu gibt es keinerlei Quellen (hab ich nix gefunden). Da aber die Familie Liebs wohl auch aus der Gegend Lübbecke her stammte, spekuliere ich, dass vielleicht der Anruf des Bruders die 100km Distanz zu Frauks Handy (PB) genauso gehabt haben könnte?

Die Distanz zwischen Fraukes Handy und Chris-Handy ist erst mit Chris seiner Rückkehr von Lübbecke nach PB in die gemeinsame Wohnung geschmolzen bei einem Kontaktaufbau seitens Frauke?

Ich sehe es also so: der eine Fakt, wie weit eben gerade Fraukes Handy von ihrer WG immer so ungefähr entfernt war bei den ganze Kontaktaufnahemen, wurde hier über sehr sehr vielen 100erten Seiten schon intensiv in den ganzen Jahren beleuchtet.

Der zweite Fakt darin aber, dass es nicht nur darum gehen kann, wie weit war Frauke von der WG entfernt bei Kontaktaufnahmen, sondern wie weit entfernt waren die Kommunikationsgeräte die da miteinander Infos austauschten, finde ich nicht minder interessant dazu, weil dies auch einen Fakt darstellt, der aber mMn. recht stiefmütterlich hier im Thread meist behandelt wurde.

Und ich verstand es schon immer schlecht, wieso dem einen Fakt so die volle Bedeutung rundherum von den Usern zugestanden wurde, der ander Fakt aber, an Aufmerksamkeit so mal fast gar nix abbekommt und in der totalen Unscheinbarkeit abtaucht?
Man orientierte sich hier also fast ausschließlich immer an der Entfernung Frauke -> WG bei den Telefonaten/Kontakten, aber die Entfernungen von Handy -> Handy wird fast total links liegen gelassen?

Ich kann diese Frage natürlich auch nicht beantworten, aber ich stelle gerne Fragen zu Fakten oder schaue gerne schärfer dort gerade hin, was nicht so im Vordergrund/Blickfeld/Interesse der anderen Leute vorhanden ist :)

Also meine Frage, warum wird immer der Abstand von Frauke zur Wohnung die volle Bedeutung bei den Kontaktaufnahmen geschenkt (so als ob sie mit der Wohnung selbst telefoniert hätte) und der Abstand zwischen den Mobiltelefonen fast keinerlei Bedeutung beigemessen wird?


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 22:01
@Doverex

Deinen Beitrag finde ich interessant. Kennst Du Quellen, die belegen, wann Chris nach Lübbecke fuhr und wann er nach PB zurückkehrte?


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 22:20
Über den 1 Anruf von Frauke:
Mitbewohner Chris: Am Donnerstag nach ihrem Verschwinden war ich bei meinem Vater. Ich saß gerade unten auf der Treppe vorm Hauseingang, als das Handy klingelte
Quelle: https://www.stern.de/panorama/stern-crime/paderborn--das-mysterioese-verschwinden-von-frauke-liebs-6832006.html

Ich bezieh mich also rein nur mal auf den 1 Anruf (darum ging es ja bei @LissyB-Posting u. der Wortbezeichnung -> "negieren")
und darauf, dass hier die Distanz (darum ging es ja) aus dieser Warte aus gesehen, sicher nicht kleiner wurde, sondern eher 3 x so groß.


Wann Chris von Lübbecke gesichert wieder zurück kam nach PB, darüber will ich nicht spekulieren, weiß ich auch nicht.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 22:27
Doverex schrieb:Was wird negiert? @LissyB
Die aufgebaute Distanz (Kreis Nieheim) zum angeblichen Entführungsort wird negiert, verneint, zunichte gemacht, wieder aufgehoben, wasauchimmer.
Der Ausgangsort der Kontakte, nicht der Empfangsort.
Doverex schrieb:Kleine Mathematik & mein eigener Gedankenansatz darin: Die räumliche Distanz wird mit dem ersten Telefonat nach der 1 SMS nicht negiert, sondern eher doch total darin bestätigt , oder nicht?
Klares NEIN. Wie soll jemand, der ein Mobiltelefon anruft/eine SMS sendet denn beeinflussen, an welchem Ort dieser Anruf/diese SMS entgegen genommen wird?
Ich denke gar nicht. Und deshalb schrieb ich logischerweise vom Ausgangspunkt!
Dass der Täter wußte, wo sich die Kontaktpersonen zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme befanden, schließe ich aus.
Doverex schrieb:Ich glaube, dies sind auch solche Fakten, die man nicht einfach so völlig unbemerkt unter das Tischlein fallen lassen darf/soll?
Diese Fakten sind vom Täter nicht beeinflußbar gewesen. Was spielt es für eine Rolle, wer wo einen Kontakt entgegengenommen hat?
Doverex schrieb:Also meine Frage, warum wird immer der Abstand von Frauke zur Wohnung die volle Bedeutung bei den Kontaktaufnahmen geschenkt (so als ob sie mit der Wohnung selbst telefoniert hätte) und der Abstand zwischen den Mobiltelefonen fast keinerlei Bedeutung beigemessen wird?
Ich schenke dem Abstand F-WG Bedeutung, da es in meinen Augen riskant ist, mich mit meinem Entführungsopfer in dessen Umfeld zu bewegen. An welchem Ort Anrufe/SMS entgegengenommen wurden, erscheint mir zweitrangig, da vom Täter nicht beeinflußbar.
Wie andere das sehen, kann ich nicht beurteilen.


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14.03.2019 um 22:41
LissyB schrieb:Wieso sollte eine Person, die eine andere Person in krimineller Absicht aus ihrem gewohnten Umfeld entfernt, von der Tatsache „aus dem Konzept gebracht“ werden, dass sein Opfer keinen Schlüssel hat?
Muß diese Person nicht ohnehin davon ausgehen, dass sein Opfer vermißt wird?
Warum sonst sollte ihn ein nicht vorhandener Schlüssel verwirren?
Es wird ihm dann aber klar sein, dass sie erwartet wird von demjenigen, der sie in die Wohnung lässt. Und wenn eben noch nicht alles vorbereitet war, so war zwar in den fast zwei Tagen zwischen SMS und erstem Anruf genügend Zeit, aber eventuell nicht bis zur ersten SMS, und er wollte sich kurzfristig Zeit verschaffen.
LissyB schrieb:Wenn F ein Zufallsopfer war, wieso läßt der Entführer sein Opfer von „fast vor ihrer eigenen Haustür“ aus anrufen?
Oder zumindest von in der Nähe des Ortes aus, an dem er sie entführt hat?

Dass ein Täter mit seinem Zufallsopfer eine Woche rund um den Entführungsort unterwegs ist, um SMS/Anrufe tätigen zu lassen, um was auch immer zu bezwecken?

Ein Entführer wäre wohl eher durch Wohnort (davon ausgehend, dass F einen Ausweis dabei hatte) gleich Entführungsort dazu bewogen gewesen, diese Gegend zu meiden? Ein „Ortsansässiger“ wird doch nicht vor seiner Haustür zufällig jemanden entführen?

Was hat dieser Entführer sich denn dabei gedacht?
Es sieht doch eher so aus, als wäre er da eben von der B64 abgefahren, wie auch von ihr auf die A33 bis Dreihausen, glaube nicht, dass das groß etwas mit ihrer Wohnung zu tun hatte, vielmehr waren es alles Industriegebiete, die sich an die gewählten Ausfahrten anschließen. Auch wissen wir nicht, wo sie nun festgehalten worden ist. Insgesamt bin ich der Überzeugung, dass der Täter falsche Führten damit legen wollte, und weder PB noch Nieheim der letztliche Festhalteort war.
Wäre FL freiwillig weg gewesen, warum schweigt die sie transportiert habende Person bis Heute? Warum hatte sie keinen Telefon- oder Onlinekontakt zu ihr? Dann hätte FL alles akribisch vorbereitet und geplant, dazu gibt es keinerlei Anzeichen. Warum sollte sie ihrer Familie so etwas antun? Da ist die Entführung für mich alternativlos.


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Mord an Frauke Liebs

14.03.2019 um 23:12
@Sven1213
Sven1213 schrieb:Ich kann da auch die Polizei in gewisser Weise verstehen. Wenn die hören, sie hat sich telefonisch bei ihrem Mitbewohner und Ex-Freund gemeldet, ist ja keine Gefahrenslage mehr da.
Ich stimme Dir zu, dass die Polizei für ihr Verhalten durchaus Gründe hatte - auch wenn ich ihre Entscheidung aus heutiger Perspektive sehr fatal finde.

Es war einfach eine Ermessensfrage und die Einschätzung hätte sehr leicht eine völlig andere sein können. Die Anrufe wirkten auf die Angehörigen ja überhaupt nicht beruhigend, aber der Polizei reichte leider das bloße Lebenszeichen. Hätte sie sich näher mit den Inhalten beschäftigt, wären die Ermittlungen nach meiner Überzeugung nicht eingestellt worden.

Die Polizei hatte bereits frühzeitig ein Verfahren wegen des Verdachts einer Geiselnahme eingeleitet und die Herausgabe der Funkzellendaten für die 1. SMS beantragt. Am Freitag wurde bereits dieser Nieheimer Standort in der Paderborner Zeitung veröffentlicht - soweit ich weiß, in der Printausgabe, was bedeutet, dass der Redaktion bereits am Donnerstag diese Angabe vorgelegen haben muss.

Wenn man bedenkt, dass Frau Liebs sich am Mittwochmittag an die Polizei wandte (also bereits ca. 12 Stunden nach FLs Verschwinden) und die Polizei zunächst ziemlich unwirsch und "unwillig" reagierte (was absolut verständlich war), hat sie dann aber durchaus zügig und entschlossen agiert - vermutlich dank der sehr energischen Intervention von Frau Liebs.

Es wurden auch die Handydaten für die Anrufe von Donnerstag und Freitag beantragt und bewilligt. Man muss sich vergegenwärtigen: Der Richter genehmigte die Herausgabe der Handydaten für die 1. SMS bereits zu einem Zeitpunkt, als FLs Verschwinden noch keine 48 Stunden zurücklag und es keinerlei konkrete Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gab.

Bereits der 1. Anruf am späten Donnertagabend war sehr geeignet, den Verdacht auf eine Entführung zu bestätigen. Chris sagte im Stern-Interview:

"Mitbewohner Chris: Christos? Das sagte sie nur zu mir, wenn sie sauer war. Wenn ich genau zuhören sollte. Das war wie ein Text, den sie langsam und monoton vorgetragen hat. Total benommen, wie auf Drogen, gar nicht sie selbst. Ich glaube, sie war in einem Raum, aber sicher bin ich mir nicht. Sie legte direkt wieder auf. Ich konnte keine Frage stellen."

Das sprach nicht gerade für ein freiwilliges Verschwinden. Hätte die Polizei den Verdacht einer Entführung wirklich ernst genommen, hätte sie keinen Anlass gehabt, die Ermittlungen einzustellen.

Aber ich fürchte, die Polizei hatte dem Druck von Frau Liebs nur widerwillig nachgegeben und die anfänglichen Ermittlungen nur durchgeführt, um - wie @Kangaroo hier mal sinngemäß schrieb - sich abzusichern. Als der 1. Anruf ihre Einschätzung eines freiwilligen Verschwindens - sehr oberflächlich - bestätigte, war die Polizei nach meiner Vermutung nicht länger bereit, wegen einer "hysterischen" und "lächerlich überbesorgten" Mutter ihre "Zeit zu verschwenden". Das ist, wie ich vermute, sehr unglücklich abgelaufen.
Für Außenstehende war aber nach meiner Ansicht eine Einstellung der Ermittlungen angesichts der engagierten Anfangsphase überhaupt nicht wahrscheinlich.


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