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Mord an Frauke Liebs

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

24.06.2019 um 00:31
abberline schrieb:3x Paderborn, 3x Mama
Das war aber nicht gleichwertig. Das 3 x Paderborn kam völlig unprovoziert und im Kontext unpassend. Das 3 x Mama kam, weil die Frage nach dem Aufenthaltsort 3 x gestellt wurde, was für Frauke nicht absehbar war, aber auch jedes akustisches Missverständnis ihrerseits ausschließt.


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Mord an Frauke Liebs

24.06.2019 um 00:49
@OpLibelle
OpLibelle schrieb:Eben, drum. Der der logische Zusammenhang ist aber da, und glaub mir, es ist zwingend:
Auch nach einem nochmaligen Lesen Deines Beitrags erschließt er sich mir leider nicht.

Wenn der Täter z. B. als ein Bekannter von Chris FL nach Verlassen des Pubs angesprochen und nach einem Small-Talk von wenigen Minuten ihr angeboten hätte, sie nach Hause zu fahren, FL daraufhin in das Auto des Täters gestiegen wäre und dann bei "günstiger" Gelegenheit von ihm überwältigt worden wäre - dann hätte es bei der "Verzögerung der Heimkehr ein starkes, freiwiliges Element seitens Frauke gegeben"?!


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Mord an Frauke Liebs

24.06.2019 um 00:54
Rick_Blaine schrieb:Ich glaube der Täter hatte eine bestimmte Vorstellung, wie sich die Situation entwickeln sollte, aber diese Vorstellung war recht irreal: er hoffte, dass zwischen Frauke und ihm ein freundschaftliches Verhältnis entstehen würde. Unter diesen Umständen war diese Annahme irreal, aber auf grund seiner psychischen Verfassung wollte und konnte der Täter das zunächst nicht akzeptieren und hoffte weiter, dass sich da etwas entwickelt. Die Anrufe sind Teil dieser Strategie und hatten insofern nur einen Zweck innerhalb des Verhältnisses Täter-Frauke.
Doverex schrieb:Daher diese "schrittweise" Entwicklung. Wenn wer was wirklich vorher gut geplant hätte, braucht er doch nicht soviele Anrufe. Die vielen Anrufe deuten eher auf eine gewisse Ratlosigkeit auf Täterseite hin, als dass da ein großer Plan oder gar eine geplante Entführung dahinter gestanden wäre.
Ich bin da völlig bei Euch und das deckt sich auch ganz gut von meiner Vorstellung von dem Täter. Allerdings kann ich mir schwer vorstellen, dass keine geplante Entführung dahinter gestanden hat. Es bedarf doch einiger Logistik, um einen Menschen eine Woche lang am Weglaufen, Ausbrechen, Hilfe-Rufen usw. erfolgreich zu hindern. Fesselwerkzeuge, vielleicht ein Knebel muss her. Für eine mögliche medikamentöse Ruhigstellung bedarf es der Mittel. Ggf. muss ein Raum ausbruchsicher gemacht werden. Die eigene Tagesplanung muss der Situation angepasst werden usw. usf. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das alles spontan und vor allem erfolgreich ohne jede Vorplanung gelingt.


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24.06.2019 um 01:02
@OpLibelle
Das ist richtig. Da ich davon ausgehe, dass es hier eine ganz konkrete "Beziehung" zum Opfer gab, der Täter nämlich nur und ausschliesslich an Frauke interessiert war, dann ist durchaus wahrscheinlich, dass zumindest bestimmte Dinge geplant und vorbereitet waren. Im dramatischsten Fall hatte er alles penibel vorbereitet, nur der eigentliche Tatzeitort war unbestimmt und er wartete auf eine gute Gelegenheit. Das wäre also ein Täter, der bereits zu Hause das Gefängnis vorbereitet hatte, eine Waffe vielleicht schon immer mit sich führte usw. für den Fall, dass die Gelegenheit sich bietet.

Das Gegenbeispiel wäre der Täter, der ganz unverhofft und plötzlich vor Frauke steht und ganz spontan handelt, jetzt oder nie, und alles im Laufe der Tage erledigen muss. Salopp gesagt: der Frauke erst mal in die Besenkammer sperrt und dann beginnt alles Weitere zu besorgen.

Ich denke unser Täter hier liegt zwischen beiden Extremen. Was wir wissen, wie oben gesagt wurde, weist darauf hin, dass z.B. die Telefonanrufe nicht auf exakte Planung hinweisen. Ich glaube, das bedeutet dann auch, dass er für den Rest der Tat kein "script" hatte, das er nur Punkt für Punkt abarbeiten brauchte.

Aber ich denke, in Gedanken zumindest hatte er die Tat schon einige Male durchgespielt - vermutlich mit einem anderen Ausgang, aber zumindest den Beginn der Tat. Und vielleicht gar schon Vorkehrungen getroffen, sollte sich ihm die Gelegenheit mal bieten.

Leider bot sie sich ihm dann.


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24.06.2019 um 01:14
@OpLibelle
Wie kommst du darauf, es müsse bei der Verzögerung der Heimkehr ein freiwilliges Element von Seiten Fraukes gegeben haben muss? Meinst Du die Heimkehr vom Pub zu Chris, also evtl freiwilliges Einsteigen? Denkbar, aber wissen tun wir das nicht mit Sicherheit. Oder meinst Du die nicht erfolgte Heimkehr von Nieheim zu Chris? Das wäre reine Spekulation.


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24.06.2019 um 01:34
OpLibelle schrieb:Zwischen der SMS und dem eingehenden Anruf hatte sich der Standort geändert. Bei der SMS wat sie noch im südlichen Empfangsbereich des Sendemastes, beim Anruf im östlichen.
Das wäre eine sehr interessante Information. Woher hast Du sie? Kannst Du eine Quelle dafür nennen? Und kannst Du das geografisch noch präzisieren?


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24.06.2019 um 02:27
Mal so ein spontaner Gedanke zum Fahrzeug, mit dem Frauke zu den Telefonaten transportiert wurde. (Es scheint ja schwer auszuschließen zu sein, dass solche Transporte stattgefunden haben müssen.) Statt Lieferwagen, Kombi, LKW, ... mal was ganz anderes:

Wie wäre es mit einem Motorrad? So ein Gespann mit Beiwagen. Es war Sommer. Frauke hatte ein Faible für Motorräder. (?) Dann noch dieser "Schrauber".

Szenario: der Täter fährt mit Frauke ganz "offen" durch die Gegend. Sie im Beiwagen, Hände gefesselt, so dass man es nicht sieht, Integralhelm. Zum Telefonieren müsste er nur anhalten, ihr Visier aufklappen und ihr das Handy an den Mund zu halten.

Wenn man von einem sadistischen, gestörten Täter ausgeht, dann könnte man sich vorstellen, dass es ihm ein diabolisches Vergnügen bereitet haben könnte, mit Frauke quasi auf dem Präsentierteller durch die Gegend zu fahren. Vielleicht ein ähnlicher Beweggrund wie bei den Anrufen...

Natürlich gibt es für sowas keine Anhaltspunkte (jedenfalls nicht, dass ich wüsste). Aber vielleicht ja doch (zumindestens mit dem Mehrwissen der Ermittler (vielleicht gab es ja einen Verdächtigen mit so einem Fahrzeug)), und vielleicht lässt sich auch manche "Bewegung" damit besser erklären.

Nur mal so als Anregung...


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24.06.2019 um 02:40
Das ist wohl extrem unwahrscheinlich. In einem Auto ist das noch unter den bekannten Umständen, spät in der Nacht, unterwegs auf Landstrasse und in Gewerbegebieten, theoretisch denkbar. Schon die Samstag Nachmittag Fahrt aber passt nicht mehr dazu, und das Risiko, dass sich Frauke bemerkbar machen kann, ist sehr gross.

Auf einem Motorrad ist es riesig. Sie braucht sich nur an einer Kreuzung, wo ein anderes Fahrzeug wartet, fallen lassen. Der andere Fahrer würde helfen wollen... Selbst in dem noch unwahrscheinlicheren Szenario Beiwagen braucht sie nur herumzuhampeln, aufzustehen, usw. und schon zieht sie die Aufmerksamkeit anderer auf sich.


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24.06.2019 um 09:45
redsherlock schrieb:Wenn man von einem sadistischen, gestörten Täter ausgeht, dann könnte man sich vorstellen, dass es ihm ein diabolisches Vergnügen bereitet haben könnte, mit Frauke quasi auf dem Präsentierteller durch die Gegend zu fahren. Vielleicht ein ähnlicher Beweggrund wie bei den Anrufen...
Rick_Blaine schrieb:Auf einem Motorrad ist es riesig. Sie braucht sich nur an einer Kreuzung, wo ein anderes Fahrzeug wartet, fallen lassen. Der andere Fahrer würde helfen wollen... Selbst in dem noch unwahrscheinlicheren Szenario Beiwagen braucht sie nur herumzuhampeln, aufzustehen, usw. und schon zieht sie die Aufmerksamkeit anderer auf sich.
Frauke gefesselt im Beiwagen schließe ich auch aus. Einmal aus dem von Rick_Blaine genannten Gründen.
Aber auch, weil du beschreibst, der Täter könnte das Opfer mit Schadenfreude offen durch die Gegend gefahren haben.

Wenn der Täter so gestrickt ist, hätte er hinterher unbedingt andeutungsweise über die Entführung geplaudert. Dann hätte er genossen Andeutungen zu machen und eine Andeutung wäre dann eine zu viel gewesen. Ist schon vorgekommen, dass Einer aus Eitelkeit zu viel gesagt hat und verhaftet wurde.

Außerdem hätte er auch die volle Befriedigung erhalten (wenn ihm das wichtig gewesen wäre), wenn er mit Frauke im geschlossenen Lieferwagen herumgefahren wäre. (Ihr sucht sie? Ich hab sie. Hier liegt sie)

Ich glaube, man muss sich hier nicht zu viele Absonderlichkeiten vorstellen. Für mich sind 2 Möglichkeiten am wahrscheinlichsten

Frauke wurde entführt, weil:

A) Der Täter genau Frauke entführen wollte

oder

B) Frauke in sein Beuteschema passte

Des weiteren könnte Frauke von einem vollkommen Fremden entführt worden sein.
Von einem flüchtigen Bekannten (jemand der sie besser kannte, als sie ihn?)
Von einer Person, die sich an den Such-Plakataktionen beteiligt hat, der das Vertrauen der Familie genoss. Frauke war in Ausbildung, hatte sicher einen großen Freundeskreis, ging Hobbys nach. Unmöglich jeden abzuklopfen.


Ich denke nicht, dass es ihm darum ging, mit Frauke offen spazieren zu fahren, um seine Macht zu demonstrieren.
Ferner denke ich (immer noch), dass Fraukes Tod nicht geplant war. Ab einem bestimmten Punkt, wuchs ihm die Sache über den Kopf.

Für die Anrufe habe ich keine plausible Erklärung, weil sie ein großes Risiko für den Täter darstellten.
Am ehesten könnte ich mir vorstellen, dass der Täter Frauke anrufen ließ, weil sie ihn darum bat und er es ihr nicht abschlagen konnte.
Frauke wusste, dass ihr der Täter im Grunde wohl gesonnen war, er aber Panik schob, als ihm klar wurde, dass er sich strafbar gemacht hat. (Sie zeigt mich an. Und dann?)
Frauke wusste, dass er sie nicht laufen lassen würde (so sehr sie ihm versicherte, sie verrät ihn nicht). Sie wollte aber versuchen, ihn zur Beendigung der Entführung zu überreden. Diplomatie war ihre Stärke. (Frauke konnte gut mit Menschen umgehen).
Je mehr Zeit verging, desto schlimmer wurde Fraukes Zustand. Daraus folgte: desto schlimmer wurde die Straftat.

Am Ende ging es dem Täter vielleicht nur noch darum, Lebenszeichen von ihr abzusetzen.
Plötzlich SMS zu senden, würde der Polizei/Familie nicht als Beweis für Fraukes am Leben sein genügen. Erst ruft sie an, dann nur noch SMS? Warum?
Ich glaube, der Täter war komplett durch den Wind und hat Frauke sterben lassen, weil er den Moment verpasst hat , die Entführung rechtzeitig aufzugeben.
Der Täter lebt seitdem unauffällig.

Aber das ist nur der Film, den ich mir zu dem Fall mache.
Vielleicht war alles ganz anders.


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24.06.2019 um 12:22
@birkensee: Zu deiner Frage: Unter einer nicht klassischen Entführung verstehe ich, dass Frauke freiwillig in das Fahrzeug ihres Bekannten eingestiegen ist und sie einen guten Grund hatte noch eine Weile freiwillig bei Ihrem Bekannten zu bleiben. Die ganzen Geschehnisse lassen sich für mich nur so erklären. Es gibt keinerlei Hinweise auf Sex oder körperliche Gewalt in dem Fall. Daher glaube ich das auch nicht. Die Telefonate bestätigen diese Theorie. Die zugelassenen Telefonate als Machtdemonstration des Täters lehne ich als Theorie ab, weil jemand der so eitel ist, verrät sich irgendwann in den letzten 13 Jahren selbst.


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24.06.2019 um 12:35
abberline schrieb:Wie kommst du darauf, es müsse bei der Verzögerung der Heimkehr ein freiwilliges Element von Seiten Fraukes gegeben haben muss? Meinst Du die Heimkehr vom Pub zu Chris, also evtl freiwilliges Einsteigen?
birkensee schrieb:Auch nach einem nochmaligen Lesen Deines Beitrags erschließt er sich mir leider nicht.
Vielleicht habe ich mich ja wirklich missverständlich ausgedrückt.

Ausgehend von diesem Posting von @Doverex ...
Doverex schrieb:Es gibt gute Argumente, dass die erste SMS noch freiwillig war, es gibt gute Argumente die dagegen sprechen. Beides kann nicht stimmen, ich glaube, da sind wir uns alle einig?

Wichtig finde ich, dass man beide Varianten durchdenkt, sich auch genau ansieht, welch großen Unterschied dies bei der oben von dir aufgeworfenen Frage die Beantwortung bedeuten würde. Eine Beantwortung die als Ergebnis völlig in konträre Richtungen gegeneinander gehen.
... wollte ich darauf hinweisen, dass die Frage, ob die erste SMS freiwillig war, eigentlich nur bzgl. eines Bezugs zu Nieheim wichtig ist und ansonsten eben überschätzt wird. Weil: Es muss zwingend zunächst eine nicht-konfrontative Begegnung von Frauke mit dem Täter gegeben haben, die irgendwann in Unfreiwilligkeit umschlug.

Warum?

Möglichkeit 1: Frauke hat diese SMS selbst und ohne jeden Zwang versendet. Daraus folgt, dass sie sich bis mindestens 0:49 Uhr freiwillig in die Begleitung des Täters begeben hatte. Der Fall ist trivial.

Möglichkeit 2: Der Täter hatte zu diesem Zeitpunkt schon Zwang auf Frauke ausgeübt und hat die SMS selbst versendet um eine Fehlspur zu legen. Dann stellt sich die Frage, woher der Täter die notwendigen Informationen hatte, um diese SMS glaubwürdig erscheinen zu lassen. Woher wusste er, dass Chris auf Frauke wartete und es daher überhaupt einer SMS bedurfte? Wie kam er auf den Zusatz "nicht gegen England"? Den Bezug kann er nur von Frauke selbst erfahren haben. Dazu bedarf es aber einer Kommunikation zwischen beiden. Und zwar "im Guten". Small-talk eben. Und selbst dann ist es nicht naheliegend, dass sich Small-talk um ein Gespräch zwischen ihr, Chris und ihrer Mutter dreht, dass Stunden zurück liegt und seinerseits auch snall-talk war. Es muss einem Angrff des Täters also ein längeres, freundschaftlches Gespräch vorausgegangen sein, sonst hätte er nicht die SMS formulieren können. Und also gab es ein freiwilliges Element bei der Verzögerung ihrer Rückkehr in ihre Wohnung. Sie hat mit dem Täter freiwillig Zeit verbracht.

Die (theoretische) Möglichkeit, dass sie einem Täter, der ihr von Anfang an mit Gewalt begegnet ist (im Sinne von z.B. aufgelauert, Tuch mit Chloroform ins Gescht gepresst, ins Auto gestoßen), später freiwllig die Informationen gegeben hat die zu dem "nicht gegen England" geführt haben, ist völlig lebensfremd. In einer solchen Bedrohungssituation wäre ihr der Gedanke an dieses triviale Gespräch beim Abendessen gar nicht gekommen und der Täter hätte keine Veranlassung, danach zu fragen. In Gegenteil, mangels Überprüfbarkeit für ihn, könnte er eine Falle vermuten.

Also: Entweder, sie hat die SMS frewillig und aus eigenem Antrieb geschrieben und sie hat mit dem Täter freiwillig und aus eigenem Antrieb eine gewisse Zeit ganz "zwanglos" im Wortsinne kommuniziert. In letzterem Fall, würde sich das "Ende der Freiwillgkeit" halt zeitlich etwas nach vorn verlagern, es ändert aber nichts am Grundsätzlichen.

Wen man unterstellt, dass sie sich nicht einfach so dumm anquatschen ließ und sich nicht gleich in lange Plaudereien mit einem "Aufreißer" verstricken ließ, muss der Täter ihr bekannt gewesen sein. Das ist ja auch keine neue Erkenntnis.


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24.06.2019 um 12:59
@redsherlock
redsherlock schrieb:OpLibelle schrieb:
Zwischen der SMS und dem eingehenden Anruf hatte sich der Standort geändert. Bei der SMS wat sie noch im südlichen Empfangsbereich des Sendemastes, beim Anruf im östlichen.

Das wäre eine sehr interessante Information. Woher hast Du sie? Kannst Du eine Quelle dafür nennen? Und kannst Du das geografisch noch präzisieren?
Über dies Info bin ich hier in diesem Faden beim Einlesen in den Fall gestoßen. Im Mai 2014 hatte @Malinka dieses Bild hier gepostet (Bild 376):


10b4b2 Alle OrtungsDATEN Frauke

Es zeigt (Kasten rechts), dass die ausgehende SMS und der eingehende Anruf zwar über den physikalisch gleichen Mast abgewickelt wurden, aber über zwei verschiedene Antennen mit unterschiedlicher Abstrahlrichtungen (und daher auch unterschiedlichen CIDs (= Zell IDs). Zunächst ist das Handy bei 300 Grad (also nord-westlich) und dann bei 60 Grad (nord-östlich).

Wenn ich das richtig weiß, hat ein GSM-Mast typischerweise 3 Antennen, die je einen Sektor von 120 Grad abdecken. Die Richtungsangaben sind also sehr grob. Grundsätzlich erfolgt der Verbindungsaufbau immer mit der Antenne, die den besten Empfang hat, auch wenn es aus Kapazitätsgründen mal anders sein kann. Um 23 Uhr in einem Industriegebiet gibt es sicher keine Kapazitätsprobleme. Daraus folgt, dass sich das Fahrzeug in den zwei Minuten bewegt hat. Und zwar (sehr grob) in Richtung B64. Das wurde hier auch 2014 mehrfach so diskutiert.

Hier steht der Mast (roter Knubbel):


Screenshot 2019-06-24 Google Maps


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24.06.2019 um 13:04
Sven1213 schrieb:So grundsätzlich:
Ausgehend von einer spontanen Tat.
Warum lässt er sie überhaupt über eine Woche am Leben?
Das ist die Frage aller Fragen. Und auch für mich macht das überhaupt keinen Sinn. Eine Entführung, nur der Entführung halber?
Es muss einen Grund gehabt haben, aber gewiss nicht den, das man Frauke am Leben ließ, um sie dann zu Anrufen mit derlei Aussagewert hin und her zu kutschieren.
OpLibelle schrieb:Das erschließt sich mir nach dem heutigen technischen Stand zwar nicht, aber wenn das damals so war bzw. man verabsäumt hat, alle beim Provider verfügbaren Daten rechtzeitig zu sichern oder es nichts zu sichern gab, weil anders geloggt wurde, dann muss ich das wohl akzeptieren.
Das hat mit einem Versäumnis nichts zu tun. Wieso sollte der Provider des Bruders auf die Daten des Providers von Frauke zugreifen können? Und der Provider von Frauke kann nur die Daten haben die Fraukes mobiles Gerät auch real erzeugt hat. Da Frauke ihr Handy in dem Moment aber nutzte um den Rückruf vom Bruder an zu nehmen, ergo selbst keine einsehbaren Daten erzeugt hat, kann die Polizei auch keine Daten zu Funkzelle oder Standort des Handys von Frauke besitzen. Man hätte schon das Handygerät von Frauke selbst haben müssen um Datensätze auf ihrem Gerät nachsehen zu können. Live orten wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Für das technische Verständnis des Vorgangs empfehle ich noch mal die Beiträge von @Mister-X und @y-ray.
OpLibelle schrieb:Kannst Du Dir von mir beschriebenen Tätertyp nicht vorstellen, oder widersprechen irgendwelcher Fakten meiner Annahme, es handele sich um einen psychisch gestörten Verehrer?
Für eine derartige Analyse des Tätertyps braucht man wenigstens irgendwelche Hinweise auf den Täter selbst.
Aber in Fraukes Fall gibt es keinen einzigen Hinweis, keine Andeutung, einfach nichts zum Täter selbst. Alle offiziellen Aussagen im
Bezug auf den Täter sind Vermutungen und Spekulationen.

" ...Nach erster Einschätzung der Profiler handelt es sich wahrscheinlich
um einen männlichen Einzeltäter. Es können aber auch mehrere Täter
oder ein Täterpärchen nicht ausgeschlossen werden.
Vetter: "Der oder die Täter können völlig normal und unauffällig
erscheinen." ...



Das bedeutet, dass so ziemlich jeder in Frage kommen könnte. Die gemachte Aussage zum Tätertyp ist so allgemein gehalten, dass man davon ausgehen muss, dass die Profiler schon damals nicht viel hatten und auch heute nicht viel mehr an Informationen haben werden.
Ich kann also wilde Spekulationen zum Tätertyp anstellen und von dem Typ, oder dem Typ ausgehen, aber bringen tut mir das nicht viel. Im Gegenteil: man spekuliert in eine Richtung, ohne auch nur einen Ansatz zu haben der diese Richtung unterstützt oder bestätigt.
Deshalb kann ich mit derlei Aussagen zum Tätertyp selbst nicht viel Anfangen in Fraukes Fall, zumindest nicht was die Psyche des Täters angeht.
abberline schrieb:Die Frage, die @LissyB
stellte, ob der Entführer evtl auf ok eines anderen wartet, ist zwar unwahrscheinlich, aber da hier nix normal ist, warum nicht auch das?
Ein Mitwisser oder Mithelfer, an den man sich gewendet haben könnte, weil irgendetwas in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch schief gelaufen ist, war für mich immer gut vorstellbar. Dies könnte auch die Wahl des Ablageortes erklären. Jemand der aus Nieheim oder Umgebung kam, muss sich nicht zwangsläufig auch in Herbram Wald oder Asseln ausgekannt haben. Die Stelle ist schon sehr speziell. Ich würde hier eher darauf tippen, dass derjenige einen Bezug zum Paderborner Raum gehabt haben könnte, als zum Nieheimer. Aber das ist nur meine Einschätzung.
Rick_Blaine schrieb:Das ist eine Information, die ich nicht auf dem Radar hatte. Das schränkt in der Tat die Vorstellungen ein, wie Frauke während dieser Fahrten transportiert wurde und gibt neue Rätsel auf.
Ich wiederhole gerne noch mal: wir wissen nicht ob sich der Standort verändert hat, oder ob Fraukes Handy sich zum Zeitpunkt des Rückrufs des Bruders bewegt hat. Wir haben keine Daten von Frauke Handy, zum besagten Zeitpunkt. Lediglich die Daten aus der SMS an Chris sind bekannt, weil das Handy von Frauke zu diesem Zeitpunkt selbst aktiv etwas getan hat und somit auch einsehbare Daten beim Provider generiert wurden.
Der Rückruf vom Bruder lässt keine Schlüsse auf die Position oder die Funkzelle des Handys von Frauke zu, da man dafür das Gerät selbst besitzen müsste. Ein fremder Provider kann nicht auf die Daten eines anderen Providers zugreifen und diese protokollieren.
Rick_Blaine schrieb:Gleichzeitig scheint der Täter zumindest eine Ahnung davon gehabt zu haben, dass solche Anrufe geortet werden können. Als Vorsichtsmassnahme hat er daher jedes Mal einen anderen Standort gewählt.
Du meinst also, der Täter hat es bei der ersten SMS vergessen? Oder glaubst du, Frauke schrieb die erste SMS noch selbst?
Und dann: im Beisein desjenigen oder ohne? Denn wenn derejenige von Ortung eine Ahnung hatte, dann kann er, im Falle seines Beiseins während der SMS, selbst noch nicht mit einer Tat gerechnet haben, oder?
Gleichzeitig ist fest zu halten: nur am Donnerstag und am Samstag kann man Tatsächlich von einem relevanten Standortwechsel sprechen. An den restlichen Tagen hat sich das Handy in der selben Gegend aufgehalten.


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24.06.2019 um 13:16
OpLibelle schrieb:Es zeigt (Kasten rechts), dass die ausgehende SMS und der eingehende Anruf zwar über den physikalisch gleichen Mast abgewickelt wurden, aber über zwei verschiedene Antennen mit unterschiedlicher Abstrahlrichtungen (und daher auch unterschiedlichen CIDs (= Zell IDs). Zunächst ist das Handy bei 300 Grad (also nord-westlich) und dann bei 60 Grad (nord-östlich).
Wenn ich das richtig weiß, hat ein GSM-Mast typischerweise 3 Antennen, die je einen Sektor von 120 Grad abdecken. Die Richtungsangaben sind also sehr grob. Grundsätzlich erfolgt der Verbindungsaufbau immer mit der Antenne, die den besten Empfang hat, auch wenn es aus Kapazitätsgründen mal anders sein kann. Um 23 Uhr in einem Industriegebiet gibt es sicher keine Kapazitätsprobleme. Daraus folgt, dass sich das Fahrzeug in den zwei Minuten bewegt hat. Und zwar (sehr grob) in Richtung B64. Das wurde hier auch 2014 mehrfach so diskutiert.
Ich verstehe in der Grafik die Geo-Daten nicht. (EDIT: Ah, ich habe die Daten im falschen Format eingegeben.) Und verstehe ich richtig, dass hier nur der Ort des Mastes (und Abstrahlwinkelbereich) feststeht, und nicht der genaue Ort von Fraukes Handy?

Zudem ist Malinka weitaus vorsichtiger mit der Einschätzung:
Malinka schrieb:Ich wiederhole gerne noch mal: wir wissen nicht ob sich der Standort verändert hat, oder ob Fraukes Handy sich zum Zeitpunkt des Rückrufs des Bruders bewegt hat. Wir haben keine Daten von Frauke Handy, zum besagten Zeitpunkt. Lediglich die Daten aus der SMS an Chris sind bekannt, weil das Handy von Frauke zu diesem Zeitpunkt selbst aktiv etwas getan hat und somit auch einsehbare Daten beim Provider generiert wurden.
Der Rückruf vom Bruder lässt keine Schlüsse auf die Position oder die Funkzelle des Handys von Frauke zu, da man dafür das Gerät selbst besitzen müsste. Ein fremder Provider kann nicht auf die Daten eines anderen Providers zugreifen und diese protokollieren.


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24.06.2019 um 13:27
redsherlock schrieb:Ich verstehe in der Grafik die Geo-Daten nicht. (EDIT: Ah, ich habe die Daten im falschen Format eingegeben.) Und verstehe ich richtig, dass hier nur der Ort des Mastes (und Abstrahlwinkelbereich) feststeht, und nicht der genaue Ort von Fraukes Handy?
Richtig, Funkzelle und Abstrahlwinkel sind bekannt. Der TA Wert wurde wohl auch festgehalten ( zumindest eine Zeitspanne lang), die Frage bleibt, ob die Ermittler den Zugriff auf diesen Wert rechtzeitig beantragt haben. So würde man sich zumindest die bunten Markierungen auf der Karte aus dem UM Beitrag erklären können. Eventuell entsprachen diese den für das Handy möglichen Positionen, nach dem man die Informationen im Bezug auf die Ausrichtung der Antennen, mögliche Reflektionen, den Abstrahlwinkel und den TA-Wert mit einbezogen hatte.


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24.06.2019 um 13:52
Mir ist eine der unwahrscheinlichsten Möglichkeiten eingefallen, ich möchte es aber erwähnen, weil es vorher noch niemand erwähnt hat. Die Rumfahrerei könnte mehrere Gründe haben zum Beispiel auch eine Suchaktion. Was könnten der Täter gesucht haben? Die Rumfahrerei stellt für den Täter meiner Meinung nach ein hohes Risiko dar. Aber was könnte gesucht worden sein? Konnte er Frauke anfangs als Bekannter zu einer Suchaktion überreden?


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24.06.2019 um 13:54
Malinka schrieb:Und der Provider von Frauke kann nur die Daten haben die Fraukes mobiles Gerät auch real erzeugt hat. Da Frauke ihr Handy in dem Moment aber nutzte um den Rückruf vom Bruder an zu nehmen, ergo selbst keine einsehbaren Daten erzeugt hat, kann die Polizei auch keine Daten zu Funkzelle oder Standort des Handys von Frauke besitzen.
Ich will nicht zanken noch klugsch*en, aber das ist so jedenfalls fasch. Ob die Verbindung eingehend oder ausgehend aufgebaut wird, ist bzgl. des Datenanfalls beim Netzbetreiber grad wurscht. Der Netzbetreiber muss ermitteln, wo sich das Handy aufhält, um den Anruf durchstellen zu können und eben dies wird geloggt. Andernfalls wäre eine Ortung durch stille SMS ja gar nicht möglich. Bei der "stillen SMS" wird das Handy zum Einloggen durch eine *eingehende* SMS gebracht.

Du schreibst doch selbst:
Malinka schrieb:Richtig, Funkzelle und Abstrahlwinkel sind bekannt.
Na ja, eben. Die ausgehende SMS und der eingehende Anruf wurden zwar über den gleichen Mast aber eben nicht über die gleiche Sektor-Antenne abgewickelt. So steht es zumindest auf dem Screen-Shoot aus dem Filmbeitrag von Ungeklärte Morde. Handy und Funkmast verbinden sich nicht zufällig, sondern nach einem Algorithmus, in den sicherlich eine ganze Reihe von Faktoren eingehen. Nur dass sich diese Faktoren nachts in einem menschenleeren Industriegebiet binnen zwei Minunten kaum ändern dürften. Also ist es doch legetim anzunehmen, dass sich hier der Faktor "Standort" geändert hat, der ohnehin dominierend ist.

Mag sein, dass ich das alles falsch verstehe, aber ich habe es mir ja nicht ausgedacht, sondern ich habe es von Euch hier aus diesem Diskussionsfaden.


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24.06.2019 um 13:58
Ich meine Frauke kann meiner Meinung nicht der einzige Grund sein, warum er so viel rumgefahren ist


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24.06.2019 um 14:00
Windsurfer1991 schrieb:Mir ist eine der unwahrscheinlichsten Möglichkeiten eingefallen, ich möchte es aber erwähnen, weil es vorher noch niemand erwähnt hat.
Hey Leute, wir sind hier nicht in einem UnterhaltungsThread unterwegs.
Was soll der ausgesprochnen Blödsinn mit "Beiwagen" @redsherlock , bald denkt dann wer an, mann war wohl mit einem Heißluftballon oder mit einem Tandem Fahrrad unterwegs.

Wer Unterhaltung braucht, soll sich in den Unterhaltungsbereich vertschüssen, hier das ist kein Spaß, dass man nun die unwahrscheinlichsten Möglichkeiten herauskramt!


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24.06.2019 um 14:21
OpLibelle schrieb:Ich will nicht zanken noch klugsch*en, aber das ist so jedenfalls fasch. Ob die Verbindung eingehend oder ausgehend aufgebaut wird, ist bzgl. des Datenanfalls beim Netzbetreiber grad wurscht. Der Netzbetreiber muss ermitteln, wo sich das Handy aufhält, um den Anruf durchstellen zu können und eben dies wird geloggt. Andernfalls wäre eine Ortung durch stille SMS ja gar nicht möglich. Bei der "stillen SMS" wird das Handy zum Einloggen durch eine *eingehende* SMS gebracht.
Ich will auch nicht zanken, aber du bringst einiges durcheinander. Ich habe alles dazu geschrieben, was ich weiß und was ich verstanden habe. Mehr ist meinerseits nicht dazu zu sagen. Wenn du meinst, dass es diese Daten gibt, dann sei es so.


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