Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Der Zodiac Killer

1.444 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Mord, Polizei ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Zodiac Killer

Der Zodiac Killer

15.01.2026 um 21:24
Zitat von MomjulMomjul schrieb:Nein, es ging mir um die Entzifferung der Botschaften des Zodiacs.
Ich hätte hier schon mal ein paar(tausend) Vorschläge für das Z13:

https://zodiackillerciphers.com/all-names-z13-list2-sorted.txt

Aber im Ernst:
Da wird da nix rumkommen, wie zuletzt das Z340 vor fünf Jahren gezeigt hat: diese Ciphers sind von wem auch immer verfasste Nebelkerzen.

Entweder die eines echten Zodiac-Killers, um sich von anderen Mördern, Selbstbezichtigern, Spinnern, whomever abzuheben und in die "Hall of fame" der Kriminalgeschichte einzugehen, oder die von Menschen, die Rätselfreunde bei der Arbeit halten wollten, um vom Offensichtlichen abzulenken.

Beide Taktiken sind bis heute erfolgreich aufgegangen.


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

15.01.2026 um 21:55
Warum interessierst du dich so für Kriminalfälle?


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 00:43
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:diese Ciphers sind von wem auch immer verfasste Nebelkerzen.
Genau.

Ich gestehe gerne, dass es auch in meinem Fall die "Ciphers" waren, warum ich mich ursprünglich für den Fall interessiert hatte. Was genau das ist, was der Briefeschreiber auch intendiert hat, aber was soll's. So ist ein Phantom oder ein fauler Serienmörder (je nachdem was man bevorzugt ;-)) in die Kriminalgeschichte eingegangen.

Aber was haben die "Ciphers" wirklich an Information gebracht? Eben.


melden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 06:40
Zitat von MomjulMomjul schrieb:Warum interessierst du dich so für Kriminalfälle?
Das tut ja nichts zur Sache und ist OT.

Ich war froh, daß hier irgendwann die Einzeiler verschwunden waren.

Erzähl lieber mal, warum...
Zitat von MomjulMomjul schrieb:Die letzten beiden Namen sind schon heißer.
...Allen und Poste "heißer" sein sollen ?


melden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 07:17
Ich hab letztens die Dokumentation über den Franzosen geschaut, der angeblich die Z32 Cipher geknackt hat. Klang für mich alles nicht so überzeugend.
Ich hatte aber danach nochmal wieder Interesse bekommen zu schauen was hier im Forum alles so besprochen wurde und hab mich durch die letzten Jahre gelesen.
Besenders beeindruckend was JestersTear alles zusammengetragen hat. Hut ab!
Und eine Idee, die ich bisher noch nicht hatte, nämlich, ob die bekannten Morde wirklich dem einen Zodiac-Killer zuzuschreiben sind, hat mich ins Nachdenken gebracht.
Und das ein Briefeschreiber nur bekannte Fakten zusammenträgt. Besonders die Beschriftung der Autotür am LB finde ich da sehr auffällig. Wirklich nur die zwei Morde, die bisher bekannt waren. Und warum macht sich jemand die Mühe eine so lange Nachricht am hellichten Tag zu verfassen auf die Gefahr hin entdeckt zu werden? Vielleicht hat er deshalb nur das Symbol verwendet und nicht den ausgeschriebenen Namen Zodiac. Der Platz auf so einer Tür ist ja auch endlich.
Eine andere Frage hat sich mir gestellt auf die Umstände des Mordes von Paul Stine in SF. Die Ermittlungen haben ja ergeben, dass das Taxi zunächst an die Ecke Maple/Washington geschickt wurde. Der Mord war aber einen Block weiter Ecke Cherry/Washington. In den ersten Zeitungsartikeln, die ich kenne, wird auch als Tatort Ecke Cherry/Washington angegeben. Im relativ schnell geschriebenen Bekennerschreiben, gibt der Verfasser des Briefes Ecke Maple/Washington an. Zumindestens aus der Zeitung kann er das ja noch nicht gewußt haben, dass das das ursprüngliche Ziel war.


2x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 16:00
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Der Mord war aber einen Block weiter Ecke Cherry/Washington. In den ersten Zeitungsartikeln, die ich kenne, wird auch als Tatort Ecke Cherry/Washington angegeben. Im relativ schnell geschriebenen Bekennerschreiben, gibt der Verfasser des Briefes Ecke Maple/Washington an.
Das halte ich für weniger signifikant. Eben weil es nur am anderen Ende des Blocks ist. Wir reden hier von einem Unterschied von 60 oder 70 Metern. Soweit ich verstanden habe, war der Tatort zwischen diesen Punkten.


melden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 16:27
150 m laut Google-Maps. Ich wäre da schon genervt, wenn ich die zusätzlich gehen müsste, obwohl ich mir ein Taxi gegönnt habe ;-)
Aber das ist nicht der Punkt den ich meine.
In den ersten Zeitungsartikeln, als noch ohne Verbindung zum Zodiac vom Mord berichtet wird, steht als Tatort Ecke Cherry/Washington. Der Zodiac schreibt in seinem Bekennerschreiben 2 Tage später Ecke Maple/Washington. Warum sollte er das tun, wenn er im Wesentlichen auf bereits bekannte Informationen zurückgreift.
In den mir bekannten Zeitungsartikeln steht noch nichts darüber, dass das Taxi eigentlich zur Ecke Maple/Washington geschickt wurde.


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 18:14
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Ich hab letztens die Dokumentation über den Franzosen geschaut, der angeblich die Z32 Cipher geknackt hat. Klang für mich alles nicht so überzeugend.
Hallo erstmal :-)

Wir hatten das seinerzeit hier diskutiert.
Wenn ich mich noch richtig erinnere, lag Ziraouis Problem mit der Community noch nicht einmal an der Qualität seiner Entschlüsselungen, sondern an seinem Auftreten - was natürlich in der ZDF-Doku nicht erwähnt wird ;-)

Er hatte sich damals , wenige Monate nach (?!) Oranchaks "Bombe", ohne Vorstellung in den handelsüblichen Pattformen wie reddit mit mit den Worten " It´s over ! " eingeführt, was ihm vielleicht nicht zu unrecht als Arroganz ausgelegt wurde.
Wahrscheinlich ist er deswegen auch nie so wirklich angekommen.
In der ZDF-Doku kam er dagegen ganz sympathisch rüber, trotzdem erstaunlich, daß gerade "er" als Dreh-und Angelpunkt dieses ZDF-Beitrags über Zodiac ausgewählt wurde.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Und eine Idee, die ich bisher noch nicht hatte, nämlich, ob die bekannten Morde wirklich dem einen Zodiac-Killer zuzuschreiben sind, hat mich ins Nachdenken gebracht.
Mit dieser Idee erschien im Jahr 2014 ein Mann namens Thomas Henry Horan , Professor für irgendwas Abstraktes (gleich krieg ich deswegen von irgendwem Haue!), auf der Bildfläche.
Der dürfte so ziemlich der meistgehasste Researcher von allen sein.
Anfangs habe ich noch gedacht, daß der Mann tatsächlich Banane muss, wenn sich so viele, scheinbar kompetente Leute aus einer Community, wo einer dem anderen spinnefeind ist, sich solidarisieren und so massiv gegen ihn stellen.
Mittlerweile vergleiche ich das mit Religionen, die sich untereinander bekriegen: deren größter Feind sind nicht die Vertreter der anderen Religion, sondern derjenige, der sich hinstellt und behauptet: " Hey, was wollt ihr eigentlich alle? Es gibt doch gar keinen Gott!"
Die Zodiac-Forschung ist ein Riesen-Geschäft geworden, Butterfield berät Hollywood-Regisseure, Bücher verkaufen und an Talkshows teilnehmen tun sie eh alle. Der Voigt hat, vollkommen geschmacklos, Merch wie Kaffeetassen mit den Gesichtern der Opfer, verkauft.
Die Leute verdienen so ihren Lebensunterhalt und Horan will ihnen das alles unter dem Allerwertesten wegziehen ;-)
Ich kenne zu diesem Fall sehr viele Police-Files, Webseiten und verschiedenste Bücher : seine Theorie ist bis zu einem gewissen Punkt die Plausibelste von allen, nämlich bis zur Nennung des/der Briefeschreiber.
Ab diesem Punkt wird sie wacklig, nebulös und teilweise unglaubwürdig...
Aber wenn du an die Existenz eines Zodiac-Killers glaubst und dir einen x-beliebigen Kandidaten als Serienmörder rauspickst, wird es dir, wer es auch immer ist, nicht anders ergehen.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Und das ein Briefeschreiber nur bekannte Fakten zusammenträgt. Besonders die Beschriftung der Autotür am LB finde ich da sehr auffällig. Wirklich nur die zwei Morde, die bisher bekannt waren. Und warum macht sich jemand die Mühe eine so lange Nachricht am hellichten Tag zu verfassen auf die Gefahr hin entdeckt zu werden? Vielleicht hat er deshalb nur das Symbol verwendet und nicht den ausgeschriebenen Namen Zodiac. Der Platz auf so einer Tür ist ja auch endlich.
Das Symbol mit dem Zusatz "Zodiac" wäre am minimalistischsten gewesen und hätte trotzdem alles andere überflüssig gemacht, weil der Mann bis dahin öffentlich eher unter dem Künstlernamen "Code-Killer" diskutiert wurde.
Man könnte hier schon mal auf die Idee kommen, daß der Name "Zodiac" dem Kritzler vielleicht gar nicht so geläufig war ;-)
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Eine andere Frage hat sich mir gestellt auf die Umstände des Mordes von Paul Stine in SF. Die Ermittlungen haben ja ergeben, dass das Taxi zunächst an die Ecke Maple/Washington geschickt wurde. Der Mord war aber einen Block weiter Ecke Cherry/Washington. In den ersten Zeitungsartikeln, die ich kenne, wird auch als Tatort Ecke Cherry/Washington angegeben. Im relativ schnell geschriebenen Bekennerschreiben, gibt der Verfasser des Briefes Ecke Maple/Washington an. Zumindestens aus der Zeitung kann er das ja noch nicht gewußt haben, dass das das ursprüngliche Ziel war.
Guter Einwand.
Im Netz kursiert der Artikel des Chronicle vom 12.10. mit der Überschrift "Cabbie Slain in Presidio Hts". Dort wird in der Tat die Ecke "Washington/Cherry" erwähnt.
Der "Chronicle" hatte in SF die Morgenausgabe, das (obwohl beide zur Hearst-Gruppe gehörten) Konkurrenzblatt "Examiner" die Nachmittags/Abendausgabe.
Ich bin mir sehr sicher, daß ein anderer Artikel zum Mord, der ebenfalls noch (!) am 12.10. erschien, bereits auf das mögliche Fahrtziel "Ecke Washington/Maple" hinweist.
Ich versuche das nachzureichen. Habe Hunderte bis Tausende abgespeicherte Links, aber bis vor wenigen Monaten den Fehler gemacht, zum Lesezeichen keine Notiz zu machen, warum ich es mir abgespeichert habe...

Worauf ich jedenfalls hinauswill: der angebliche Zodiac, dessen Poststück den Stempel 13.10.(!) trägt, sagt wortwörtlich genau das hier:

"I am the murderer of the taxi driver over by Washington St & Maple St last night"

Er sagt nicht "at (!) Washington St & Maple", sondern bleibt mit "over by" ziemlich vage.
Das hört sich für mich als Freund der Hoax-Theorie eher so an, als wäre sich der Schreiber zu diesem Zeitpunkt (noch) gar nicht so richtig sicher über den genauen Tatort, weil eben zwei Kreuzungen erwähnt wurden.

Ich habe übrigens beim Betrag zu Kjell Qvale mal erwähnt, weswegen es aus Sicht eines planenden Täters möglicherweise sinnvoller war, "WSH/Maple" zu wählen und warum es letztlich doch "WSH/Cherry" werden mußte.

Beitrag von JestersTear (Seite 65)


3x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

16.01.2026 um 21:27
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Der "Chronicle" hatte in SF die Morgenausgabe, das (obwohl beide zur Hearst-Gruppe gehörten) Konkurrenzblatt "Examiner" die Nachmittags/Abendausgabe.
Hier muss ich mich korrigieren: sonntags hatten beide in einem "joint operating agreement" ("Newspaper Preservation Act") eine gemeinsame Ausgabe und der 12.10.1969 war ein Sonntag.

Auch wenn sie zwischenzeitlich beide zur Hearst-Gruppe gehörten , war das 1969 noch nicht der Fall, Hearst ist beim Chronicle erst später eingestiegen, während der Examiner schon seit dem 19.Jahrhundert zur Hearst Gruppe gehörte.

Heute ist es interessanterweise genau andersherum: ihr Flagschiff "Examiner" hat die Hearst-Gruppe längst abgestoßen, während man den einstigen "Erzrivalen" Chronicle behielt.

Während der Examiner im Jahr 1969 einiges an negativen Schlagzeilen produzierte, schien "irgendwas" dem Chronicle Aufwind zu verleihen ;-)
On October 31, 1969, sixty members of the Gay Liberation Front, the Committee for Homosexual Freedom (CHF), and the Gay Guerilla Theatre group staged a protest outside the offices of the Examiner in response to a series of news articles disparaging people in San Francisco's gay bars and clubs.

The peaceful protest against the Examiner turned tumultuous and was later called "Friday of the Purple Hand" and "Bloody Friday of the Purple Hand."Examiner employees "dumped a barrel of printers' ink on the crowd from the roof of the newspaper building The protestors "used the ink to scrawl slogans on the building walls" and slap purple hand prints "throughout downtown [San Francisco]," resulting in "one of the most visible demonstrations of gay power," according to the Bay Area Reporter.

According to Larry Little John, then president of Society for Individual Rights, "At that point, the tactical squad arrived – not to get the employees who dumped the ink, but to arrest the demonstrators. Somebody could have been hurt if that ink had gotten into their eyes, but the police were knocking people to the ground."The accounts of police brutality included instances of women being thrown to the ground and protesters' teeth being knocked out.
Quelle: Wikipedia: San Francisco Examiner


melden

Der Zodiac Killer

17.01.2026 um 12:19
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Worauf ich jedenfalls hinauswill: der angebliche Zodiac, dessen Poststück den Stempel 13.10.(!) trägt, sagt wortwörtlich genau das hier:

"I am the murderer of the taxi driver over by Washington St & Maple St last night"

Er sagt nicht "at (!) Washington St & Maple", sondern bleibt mit "over by" ziemlich vage.
Das hört sich für mich als Freund der Hoax-Theorie eher so an, als wäre sich der Schreiber zu diesem Zeitpunkt (noch) gar nicht so richtig sicher über den genauen Tatort, weil eben zwei Kreuzungen erwähnt wurden.

Ich habe übrigens beim Betrag zu Kjell Qvale mal erwähnt, weswegen es aus Sicht eines planenden Täters möglicherweise sinnvoller war, "WSH/Maple" zu wählen und warum es letztlich doch "WSH/Cherry" werden mußte.
Auf der Seite von Tom Horan sind ja viele der Zeitungsartikel abgedruckt.
Der erste nach dem Mord (12.10.) gibt die Adresse des Morde als Cherry/Washington an.
Der zweite (13.10. Examiner) zeigt schon das Phantombild, aber geht auf den Tatort nicht mehr ein. Dafür wird die exakte Adresse des Opfers angegeben. Unglaublich heute ;-)
Die nächste Zeitungsartikel (15.10.) beschäftigen sich dann schon mit dem Bekennerschreiben und da taucht dann das erste mal Maple/Washington auf. Diese Info kann der Schreiber aus meiner Sicht also nicht aus der Zeitung haben.
Auch wenn es sicher Gründe gab, warum als Ziel zunächst Maple/Washington angegeben wurde. Das Taxi dann aber einen ganzen Block weiter fuhr und dort der Mord stattfand.
Je länger ich drüber nachdenke, ist es für mich nicht mehr ganz so unwahrscheinlich, dass der Schreiber, der sowohl ein Stück von Paul Stines Hemd hatte als auch das ursprüngliche Ziel kannte, der Mörder in diesem Fall ist.
Wenn der Schreiber einfach wie in der Zeitung angegeben Cherry/Washington erwähnt hatte, was ja auch der tatsächliche Tator wäre, wäre sein Brief ja nicht weniger glaubwürdig gewesen. Er muss also irgendwie von Maple/Washington gewußt haben.


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

17.01.2026 um 13:17
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Dafür wird die exakte Adresse des Opfers angegeben. Unglaublich heute ;-)
"Unglaublich heute" ist ein guter Ansatzpunkt.
Ich glaube sowieso, daß dieser Fall zu sehr mit heutigem Blickwinkel gesehen wird, was dessen Beurteilung erschwert.

Gerade mal zwölf Tage vor Stine wurde der Taxi-Fahrer Paul Hom, vollkommen unüblich für PH, dort überfallen und ausgeraubt. Drei Monate nach Stine wurde ganz in der Nähe Taxifahrer Charles Jarmann unter praktisch identischen Umständen wie Stine in seinem Taxi erschossen.

In der Mordnacht suchte man noch keinen Zodiac-Killer, sondern einen Taxi-Raubmörder.
Die beiden Spurensicherer Dargitz und Kirkendall haben ihren Dienst erst am frühen Sonntagmorgen angetreten, das Taxi stand in dieser Zeit in einer Garage des SFPD, Stines Klamotten in einer Tüte in einen Nebenraum.
Zu diesen Räumlichkeiten hatte nicht nur jeder Cop, sondern auch Journalisten der Sparte "Crime" Zutritt, wenn die z.B. auf Fotos aus waren.
Und dann sind wir wieder bei "unglaublich heute": mir kann keiner erzählen, daß Taxi oder die Tüte mit den Klamotten zu diesem Zeitpunkt irgendwie unter besonderer Beobachtung standen. Raubmorde und Taxi-Überfälle waren in amerikanischen Großstädten "business as usual", insbesondere in traditionell hektischen Samstagnächten, was sich alleine daran zeigt, daß die Untersuchung erst sieben oder acht Stunden nach den Mord an Stine begann.
Schien also erst mal nicht die alleroberste Prio zu haben.
Ich glaube, daß sich jeder Cop oder Journalist, der es drauf angelegt hätte, ein Stück von Stines Ärmel hätte sichern können.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Wenn der Schreiber einfach wie in der Zeitung angegeben Cherry/Washington erwähnt hatte, was ja auch der tatsächliche Tator wäre, wäre sein Brief ja nicht weniger glaubwürdig gewesen. Er muss also irgendwie von Maple/Washington gewußt haben.
Hat der Briefeschreiber denn wirklich von WSH/Maple gewusst?
Oder diesen Mythos erst in die Welt gesetzt, der ihm wenige Tage später vom "Chronicle" bestätigt wurde?
So ganz eindeutig ist das nämlich gar nicht, weil keiner dieses "Trip Sheet" zu Gesicht bekommen hat, auf dem diese Destination gestanden haben soll.

(Hervorhebungen von mir)
Keith Power authored an article entitled 'Astrologer Joins Hunt for Killer' in the San Francisco Chronicle on October 17th 1969, just six days after the murder, quoting "When he was picked up by the cab driver about 9.30 pm Saturday at Geary and Mason Streets, Stine noted the destination on his way bill (trip sheet) as Washington and Maple Streets".
The question is, where did he get this information from. Was it second hand information from a police officer or had he seen the trip sheet himself - and was the information he 'garnered' correct? Without actually seeing the elusive trip sheet, we only know what we have been told, that the destination was supposedly noted as Washington and Maple.
Quelle: https://www.zodiacciphers.com/zodiac-news/paul-stines-trip-sheet

Laut "Examiner" sahen die Ermittler z.B. die Route ganz anders, auch "Mason Ecke Geary" ist alles andere als sicher.
San Francisco Examiner on October 23rd 1969 stated "The search also took police to Nob Hill, where the Fairmont Hotel became involved again in the manhunt. This was because: Cabbie Paul Stine, 29, the Zodiac's latest victim is believed to have picked up his fare on a street near the famed hotel. A waitress in the hotel candy shop-fountain told police she served coffee during the television show (Jim Dunbar/Melvin Belli) to a man who resembled composite drawings of Zodiac. She saved the cup and saucer for a fingerprint check".
Quelle: https://www.zodiacciphers.com/zodiac-news/paul-stines-trip-sheet

Wer an den Zodiac-Killer als Briefeschreiber glaubt, kann "WSH/Maple" legitimerweise als Täterwissen ansehen.

Man kann aber genau so vermuten, daß jemand "WSH/Maple" im Brief bewusst als angebliches Täterwissen im Brief eingestreut hat, um sich dieses anschließend vom Chronicle bestätigen zu lassen.
Und dann darf man spekulieren, aus welchem Umfeld der Briefeschreiber gekommen sein könnte...


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

17.01.2026 um 13:55
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:In den ersten Zeitungsartikeln, als noch ohne Verbindung zum Zodiac vom Mord berichtet wird, steht als Tatort Ecke Cherry/Washington. Der Zodiac schreibt in seinem Bekennerschreiben 2 Tage später Ecke Maple/Washington. Warum sollte er das tun, wenn er im Wesentlichen auf bereits bekannte Informationen zurückgreift.
In den mir bekannten Zeitungsartikeln steht noch nichts darüber, dass das Taxi eigentlich zur Ecke Maple/Washington geschickt wurde.
Jesters Tears Antwort hat sich überschnitten, aber meine Frage wäre auch: woher will man das eigentlich wissen?

Und wie gesagt: es geht nur um das eine vs. das andere Ende eines Häuserblocks.


melden

Der Zodiac Killer

17.01.2026 um 14:27
Meine Wortmeldung war vielleicht etwas zu kurz: die Zeitungen schreiben ursprünglich von Cherry/Washington. Der Briefeschreiber von Maple/Washington. Und gibt damit vermeintliches Täterwissen preis. Schön. Nur - woher wissen wir, dass das auch wirklich das Fahrtziel war? Letzlich nur, indem man den Brief mit dem vermeintlichen Täterwissen für bare Münze nimmt.

Und ja, von Kreuzung zu Kreuzung sind es in etwa 150 Meter. Allerdings bleiben Autos im Allgemeinen nicht mitten auf Kreuzungen stehen, so dass man diese Zahl auf jeden Fall nach unten korrigieren muss.


melden

Der Zodiac Killer

17.01.2026 um 14:41
Es gibt auch diese Theorie, daß tatsächlich schon an der "Ecke Maple" geschossen worden sein soll, weil die Kids angeblich keinen Schuß gehört haben.

Aber dort hat auch niemand einen Schuß gehört.

Die "Washington" ist zwischen "Ecke Maple" und "Ecke Cherry" leicht abschüssig.

Angeblich soll der auf der Stelle tote Stine den Fuß von der Bremse genommen haben und das Taxi dann alleine losgerollt sein, bis es der Fahrgast/Killer unter Kontrolle bekam und an der "Ecke Cherry" zum Stehen brachte.
Deswegen habe er auch auf Stines Seite "gewischt", weil er zwischenzeitlich selbst die Hände am Lenkrad gehabt haben soll.

Wobei ein unkontrolliert wahrscheinlich in Schlangenlinien die Straße runter rollendes Taxi auch nicht gerade unauffällig gewesen wäre...


melden

Der Zodiac Killer

19.01.2026 um 09:03
Ich verstehe die Einwände und die sind auch nicht unberechtigt.

Ich habe mal versucht drei denkbare Szenarien systematisch zu betrachten und zu prüfen, ob sie Sinn machen. Es ist dabei eigentlich auch unerheblich, ob sich der Briefschreiber als Zodiac bezeichnet oder nicht. Und es setzt auch nicht voraus, dass es einen Beleg für das Ziel Wash/Maple gibt.

Szenario 1: Täter und Briefschreiber sind identisch
In diesem Szenario handelt es sich um ein und dieselbe Person.
Annahmen und Konsequenzen:
• Der Täter war am Tatort anwesend.
• Er wusste, wohin er das Taxi ursprünglich bestellt hatte (unabhängig davon, ob dieses Ziel dokumentiert wurde oder nicht).
• Er entnahm das Hemdfragment unmittelbar nach der Tat.
• Er verfügte damit über exklusives Täterwissen und ein eindeutiges Beweisstück.
Bewertung:
Dieses Szenario ist in sich konsistent. Es erklärt ohne zusätzliche Hilfsannahmen:
• das Vorhandensein des Hemdfragments,
• die Kenntnis interner Details,
• sowie die zeitnahe Versendung eines Bekennerschreibens.
Unabhängig davon, wie man die Ortsangabe „Washington & Maple“ bewertet, passt dieses Szenario logisch zusammen: Wissen und Beweisstück stammen aus derselben Quelle – der Tat selbst.

Szenario 2: Täter und Briefschreiber sind unterschiedliche Personen
(Briefeschreiber war nicht am Tatort)

Hier wird angenommen, dass der eigentliche Täter schweigt und eine andere Person die Tat für sich nutzen will.
Notwendige Voraussetzungen:
• Der Briefeschreiber muss sich Tatdetails beschaffen:
◦ über Zeitungsberichte (zu diesem Zeitpunkt: Washington/Cherry, Suchaktion im Presidio),
◦ eventuell über Gerüchte oder polizeinahe Quellen.
• Er muss das Hemdfragment nachträglich aus Polizeigewahrsam oder aus einer Asservatenumgebung beschaffen.
• Er muss eine abweichende Ortsangabe (Washington/Maple) einführen.
Probleme dieses Szenarios:
• Die Beschaffung des Hemdfragments ist der kritische Punkt:
◦ hoher Zugriffswiderstand,
◦ hohes Entdeckungsrisiko,
◦ kein belegter Leak.
• Die bewusste Änderung der Ortsangabe ist logisch schwer erklärbar:
◦ Sie erhöht nicht die Glaubwürdigkeit, sondern schafft Widersprüche.
◦ Zum Zeitpunkt des Briefes gibt es keinen gesicherten öffentlichen Beleg für Washington/Maple als Ziel.
◦ Hätte der Briefeschreiber einfach den bekannten Tatort (Cherry/Washington) genannt, wäre der Brief nicht weniger glaubwürdig gewesen.
Bewertung:
Dieses Szenario erfordert mehrere komplexe Zusatzannahmen, ohne einen klaren Nutzen für den Briefeschreiber zu liefern. Insbesondere Motivation und Gelegenheit zur Stoffbeschaffung bleiben unklar.

Szenario 3: Täter und Briefschreiber sind unterschiedliche Personen
(Briefeschreiber war am Tatort anwesend)

In dieser Variante ist der Briefeschreiber ein Tatortzeuge, nicht aber der Täter.
Annahmen:
• Er beobachtete den Tatort oder Teile des Geschehens.
• Er sah, wo das Taxi zunächst anhielt.
• Er wusste von der späteren Suchaktion im Presidio.
• Er gelangte an das Hemdfragment – entweder am Tatort oder kurz danach.
Probleme dieses Szenarios:
• Der Tatort war stark frequentiert:
◦ mehrere Augenzeugen,
◦ eintreffende Polizeibeamte,
◦ schnelle Sicherung des Fahrzeugs.
• Die unbemerkte Entnahme eines Hemdfragments durch einen Dritten ist extrem unwahrscheinlich.
• Ein solcher Zeuge müsste von Polizeibeamten gesehen oder zumindest erinnert worden sein.
• Zusätzlich müsste er Informationen besitzen, die selbst viele Zeugen nicht hatten (z. B. vermutetes Fahrtziel).
Bewertung:
Dieses Szenario scheitert vor allem an der praktischen Umsetzung. Es verlangt eine außergewöhnliche Kombination aus Nähe, Gelegenheit, Unauffälligkeit und krimineller Energie, ohne dass es dafür unabhängige Hinweise gibt.

mein Fazit:
Aus rein logischer Sicht ist das Szenario „Täter = Briefeschreiber“ für mich doch dasjenige mit den wenigsten Annahmen und den geringsten inneren Widersprüchen.


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

19.01.2026 um 15:28
Diese Zusammenstellung bevorzugt die Annahme, dass das Hemdfragment unmittelbar nach der Tat entwendet wurde. Was keineswegs der Fall sein muss (und was ich auch für unwahrscheinlich halte). Und dass "hoher Zugriffswiderstand" bei der Beschaffung vorlag ist (wie schon oft gesagt) ein sehr zweifelhafter Punkt. Da denkt man zu sehr von der nachmaligen Entwicklung aus (dass das plötzlich zu einem Zodiac-Fall wurde). Als das Schreiben auftauchte war die Tat als simpler Taximord eingestuft.

Und man muss die Variation der Ortsangabe für irgendwie signifikant halten. Was ich, indem es sich um denselben Häuserblock handelt, bekanntlich nicht tue. Solche Varianten gibt es, auch in der innerpolizeilichen Kommunikation, immer wieder, und die müssen keine große Bedeutung haben. (Mir fällt spontan die "Mauser" beim JFK-Fall ein, die auch eine simple Verwechslung war aber in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit lange herumgegeistert ist und für alle möglichen Theorien gesorgt hat).

Ich bin auch ein Anhänger von Ockham, aber man sollte ihn nicht überstrapazieren, wenn Zusatzannahmen in einem größeren Kontext Plausibilität haben.


melden

Der Zodiac Killer

19.01.2026 um 18:32
Wenn man sowohl das Hemdfragment als auch die Ortsangabe Washington/Maple betrachtet, erscheint mir ihre Bedeutung vor allem davon abzuhängen, ob man annimmt, dass der Briefschreiber selbst am Tatort war oder nicht. In beiden Punkten ergibt sich nämlich eine ähnliche Struktur.

Falls der Briefschreiber vor Ort war, lassen sich beide Aspekte relativ unproblematisch erklären. Das Hemdfragment hätte er unmittelbar nach der Tat mitnehmen können, ohne dass dafür besondere Voraussetzungen nötig gewesen wären. Auch die Ortsangabe wäre in diesem Fall wenig aussagekräftig: Eine Abweichung um einen Häuserblock wäre kaum bemerkenswert.

Anders wird es aus meiner Sicht, wenn man davon ausgeht, dass der Briefschreiber nicht vor Ort war und sich lediglich als Täter darstellte. Dann stellt sich beim Hemdfragment die Frage, wie er davon wusste, wo es sich befand und wie er Zugang dazu gehabt haben könnte. Das ist nicht unmöglich, aber es setzt mehrere zusätzliche Annahmen voraus. Ähnlich verhält es sich mit der Ortsangabe: Ein außenstehender Briefschreiber hätte sich seine Informationen vermutlich aus öffentlichen Berichten beschafft, in denen der Tatort Cherry/Washington genannt wurde. Die Verwendung einer abweichenden Ortsangabe würde in diesem Fall zumindest erklärungsbedürftig.

Aus diesem Grund neige ich dazu, unter Anwendung von Ockhams Rasiermesser das Szenario zu bevorzugen, das mit den wenigsten zusätzlichen Annahmen auskommt. Das bedeutet für mich nicht, dass andere Szenarien ausgeschlossen oder unplausibel wären, sondern lediglich, dass das Szenario „Täter und Briefschreiber sind identisch“ beide Punkte – Hemdfragment und Ortsangabe – ohne weitere Hilfshypothesen integriert. In diesem begrenzten, methodischen Sinn erscheint es mir als die einfachere und konsistentere Erklärung.


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

19.01.2026 um 18:59
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Szenario 1: Täter und Briefschreiber sind identisch
In diesem Szenario handelt es sich um ein und dieselbe Person.
Annahmen und Konsequenzen:
• Der Täter war am Tatort anwesend.
Das haben Täter so an sich.
Irgendeiner hat Stine erschossen.
Muß aber kein "Zodiac-Killer gewesen sein.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Er wusste, wohin er das Taxi ursprünglich bestellt hatte (unabhängig davon, ob dieses Ziel dokumentiert wurde oder nicht).
Gleicher Effekt: egal , wer im Taxi saß, ein Zodiac-Killer, ein Junkie wie Bromell , oder ein Spielsüchtiger wie Hashem Zayed, der Schütze wird wissen, wohin er das Taxi bestellt .Tut aber eigentlich nix zur Sache...
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Er entnahm das Hemdfragment unmittelbar nach der Tat.
Der casus knacksus hier: zu keiner Zeit ist wem aufgefallen oder wurde vermerkt, daß das Hemd zerissen gewesen sein könnte.
Weder im Polizeibericht unmittelbar vom Tatort , noch im Bericht der Spurensicherung vom nächsten Morgen.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Er verfügte damit über exklusives Täterwissen
Es kann kein Täterwissen zum Abgleich geben , weil keiner weiß, an welche Ecke genau Stine gelotst wurde.
Der Briefeschreiber hätte auch schreiben können: "Ich wollte ursprünglich in einen ganz anderen Stadtteil . aber der Depp von Cabbie hat sich verfahren, deswegen musste ich ihn umgelegen".
Keiner könnte je das Gegenteil beweisen.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:die Kenntnis interner Details
Welche internen Details sollen das denn gewesen sein ?
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:sowie die zeitnahe Versendung eines Bekennerschreibens.
Auch hier der casus knacksus: nach LHR dauert es fast acht Monate, bis ein Brief kommt.
Nach BRS immerhin noch vier Wochen.
Nach LB kommt gar nix, kein Brief nimmt Bezug.
Wenigstens eine Karte ("Haven´t written, but just washed my Pen"), in dem der "Wixxer" vom Baum immerhin einräumt, seinen Schniedel mittlerweile mal gewaschen zu haben, ohne konkret auf die Ereignisse am See einzugehen.
Und ausgerechnet nach PH soll er es hochnotpeinlich eilig gehabt haben?
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Die bewusste Änderung der Ortsangabe ist logisch schwer erklärbar:
◦ Sie erhöht nicht die Glaubwürdigkeit, sondern schafft Widersprüche.
Im Gegenteil: der Move ist genial für einen Hoaxer: eine Falschmeldung streuen und diese dann von der Zeitung als Täterwissen bestätigen lassen.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:hoher Zugriffswiderstand,
◦ hohes Entdeckungsrisiko
Nein, wie schon oft beschrieben. Man ging von einem Taxiräuber aus, der zum Mörder wurde und längst über alle Berge schien.
Warum hätten Stines Klamotten unter besonderer Beobachtung stehen sollen ?
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Die unbemerkte Entnahme eines Hemdfragments durch einen Dritten ist extrem unwahrscheinlich.
Am Tatort ja, in den Räumlichkeiten der Spurensicherung nicht.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Die unbemerkte Entnahme eines Hemdfragments durch einen Dritten ist extrem unwahrscheinlich.
Warum ?
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Dieses Szenario scheitert vor allem an der praktischen Umsetzung. Es verlangt eine außergewöhnliche Kombination aus Nähe, Gelegenheit, Unauffälligkeit und krimineller Energie, ohne dass es dafür unabhängige Hinweise gibt.
In den FBI-Files wird alleine Promi-Inspector "Dave Toschi" viermal (!) verdächtigt, Verfasser von wenigstens einem der späteren Zodiac-Briefe gewesen zu sein. Nachweislich hat er anonyme Briefe an den Chronicle geschrieben, in dem er seine eigene Arbeit lobt.
Man konnte ihm in Sachen Zodiac-Briefe zwar nix nachweisen, vom Fall abgezogen wurde er trotzdem.
Ferrin wollte wahrscheinlich auf dem Parkplatz Dope kaufen, Mageau hätte auch Hehlerware verticken können. Jensen /Faraday erzählen Bettys Eltern was von einem Weihnachtskonzert, daß aber schon in der Vorwoche stattgefunden hatte.
Hartnell hat seiner Freundin am LB Hörner aufgesetzt.
Jeder inklusive der Opfer hatte irgendwas zu verbergen, lügende oder zumindest sich ständig widersprechende Zeugen ohne Ende, zwielichte Cops, Denunzianten...
In diesem ganzen Geflecht "Zodiac-Fall" wimmelt es von Filous und krimineller Energie, unabhängig von der Existenz eines Serienkillers.

In den ersten Briefen soll der Typ nicht in der Lage gewesen sein, Worte wie "Buss", "Christmass" oder "Paradice" richtig zu schreiben.
Dafür sind die ersten Briefe vollkommen frei von forensischen Spuren, jemand schien Ahnung gehabt zu haben.

In den späteren Briefen gibt es zwar keine Rechtschreibfehler mehr, sogar eloquente Formulierungen - dafür aber nun Fingerabdrücke, Handballenabrücke...

Diese Briefe schreien förmlich danach, zuerst von jemandem aus dem Law Enforcement und später von Journalisten verfasst worden zu sein.


melden

Der Zodiac Killer

19.01.2026 um 20:07
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Ein außenstehender Briefschreiber hätte sich seine Informationen vermutlich aus öffentlichen Berichten beschafft,
Nur dass nicht nur Zeitungen da in Frage kommen, sondern auch Radio und hier vor allem der Polizeifunk. Den abzuhören war damals quasi Volkssport, das Equipment war nicht dermaßen schwer zu bekommen. (Das sollte man sowieso alle 10-20 Seiten einmal erwähnen). Dass polizeiintern zwei Varianten zur Lokalisierung eines Tatorts verwendet wurden, kommt kaum dermaßen selten vor. Aber selbst wenn nicht: das ist als Täterwissen wirklich nicht sonderlich beeindruckend. Wie gesagt: es sind zwei Enden desselben Häuserblocks.

Und die abweichende Lokalisierung als Beleg zu nehmen, dass das und nichts anderes das Fahrtziel war, ist sowieso ein Zirkelschluss, weil wir keine unabhängigen Belege haben, ob es so war oder nicht (Jesters Tear hat das gerade auch bündig erklärt).
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Das Hemdfragment hätte er unmittelbar nach der Tat
.
Wie gesagt: genau das halte ich für unwahrscheinlich. Er hat die Polizei auf den Fersen und schnippelt noch an einem Hemd herum? Naja, vielleicht war das der Grund warum sie ihn angeblich fast erwischt hätten.


1x zitiertmelden

Der Zodiac Killer

19.01.2026 um 21:27
Um noch mal auf das Mysterium "Washington/ Maple" zurückzukommen:

Der Schütze ist die Cherry hoch Richtung Norden gelaufen und dann an der Ecke "Jackson" wieder Richtung Osten gegangen.

Die Sichtung des Verdächtigen von Fouke/Zelms fand bei "3712 Jackson Street" statt, das ist praktisch schon wieder kurz vor der Einmündung "Maple".

Oder anderes gesagt: er ist die Strecke zur "Maple" praktisch auf der Parallelstraße der "Washington", nämlich der "Jackson", zurückgelaufen.

Warum hätte das Taxi zur "Cherry" durchfahren sollen, wenn der Täter zur "Maple" zurück will ?

Von daher kommt die Spekulation, "WSH/Maple" hätte das eigentliche Fahrtziel sein können, jetzt nicht von ungefähr.

Wie gesagt, "Spekulation" und "Konjunktiv": "hätte sein können"


melden