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Der Zodiac Killer

1.447 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Mord, Polizei ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Zodiac Killer

Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 06:11
Ich glaube, wir drehen uns hier im Kreis, weil ich etwas anderes meine als das, worauf ihr antwortet.
Mir geht es nicht darum, ob Außenstehende Informationen aus Zeitungen, Radio oder Polizeifunk haben konnten, oder ob Maple/Cherry geografisch relevant ist.
Mein Punkt ist ausschließlich ein methodischer:
Wenn man annimmt, dass der Briefschreiber nicht vor Ort war, muss man erklären, über welche konkreten Informationswege und Zugänge er sowohl an die Ortsangabe als auch an das Hemdfragment gelangt ist.
Nimmt man an, dass er vor Ort war, entfällt dieser Erklärungsbedarf.
Das macht alternative Szenarien nicht unmöglich, sondern erklärungsintensiver. Mehr wollte ich nicht sagen.


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Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 06:58
Bezieht man den Polizeifunk als mögliche Informationsquelle mit ein, entsteht im Szenario eines nicht vor Ort anwesenden Briefschreibers ein weiterer Erklärungsbedarf. Eine solche Person müsste nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit gehabt haben, Polizeifunk abzuhören, sondern sich auch über einen längeren Zeitraum bewusst dafür entscheiden, diesen kontinuierlich zu verfolgen. Hinzu kommt, dass sie sich festlegen müsste, in welcher Stadt oder Region sie den Funk abhört, da Polizeifunk lokal organisiert ist und Informationen aus anderen Zuständigkeitsbereichen nicht automatisch verfügbar sind.

Darüber hinaus wäre eine Auswahlentscheidung erforderlich: Aus der Vielzahl von gemeldeten Vorfällen müsste der Briefschreiber einen konkreten Fall herausgreifen, der sich für ein Bekennerschreiben eignet. Diese Entscheidung müsste vor dem Hintergrund erfolgen, dass zum Zeitpunkt des Mordes an Paul Stine noch nicht absehbar war, dass dieser Fall besondere mediale oder kriminalhistorische Bedeutung erlangen würde. Der Briefschreiber müsste also nicht nur Informationen passiv aufnehmen, sondern aktiv filtern, bewerten und sich für genau diesen Fall entscheiden, während zahllose andere Gewaltverbrechen ebenfalls gemeldet wurden.

Im Anschluss daran käme noch die bewusste Entscheidung hinzu, diesen ausgewählten Fall mit einem Bekennerschreiben zu verknüpfen und sich damit dauerhaft an ihn zu binden. Auch das ist möglich, setzt aber eine zusätzliche Motivations- und Planungsebene voraus. Im Vor-Ort-Szenario entfällt dieser gesamte Selektionsprozess: Die Tat selbst liefert den Anlass, die Relevanz und die persönliche Verbindung zum Geschehen unmittelbar.

Damit zeigt sich, dass der Verweis auf Polizeifunk zwar erklären kann, wie ein außenstehender Briefschreiber an einzelne Informationen gelangt sein könnte, zugleich aber neue Annahmen einführt: über Dauer und Ort des Abhörens, über bewusste Auswahlprozesse und über die Entscheidung, einen bestimmten Fall herauszugreifen und öffentlich zu beanspruchen. Diese zusätzlichen Schritte sind nicht unmöglich, erhöhen jedoch erneut die erklärungstheoretische Komplexität gegenüber dem Szenario, in dem der Briefschreiber selbst vor Ort war.


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Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 12:41
Ein paar Gedanken dazu: Der Taximord in PH passt ja so gar nicht in das bisherige Schema des Pärchen Killers. Vermutlich war die bewusste Entscheidung (durch das Bekennerschreiben), diesen Mord in die Zodiac Verbrechen einzureihen aus der Not geboren. Es ging darum auch in der big city SF Angst und Schrecken vor dem Z Killer zu erzeugen und in den Schlagzeilen zu halten.

Nun lässt das auf beide Szenarien (Briefeschreiber war der Mörder ja oder nein) anwenden: Wenn der Schreiberling der Mörder war, dann heisst das wohl, dass er in SF kein Pärchen geparkt in einer abgelegenen Ecke o.ä. gefunden hatte, das er hätte attackieren können, um so die Serie 1:1 fortzusetzen.

Wenn aber der Briefeschreiber nicht der Mörder war, dann kann man stark vermuten, dass er eben diesen Mord für sich reklamierte, weil Beweismittel für einen eindeutigen Bekennerbrief gerade für ihn greifbar waren. Entweder es gab keinen Pärchenmord in SF in diesen Tagen und/oder er kam nicht andere sichergestellte Sachen ran, die zur Z Serie besser gepasst hätten.

Was ist nun wahrscheinlicher? schwer zu sagen, ich tendiere aber zu Option 2...es gab die Gelegenheit, sich an den Beweismitteln zu bedienen und der Briefeschreiber nutzte sie, weil es nichts "besseres" gab.


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Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 14:22
Ich finde ja eher, dass LB vom Muster abweicht, während LHR, BRS und PH trotz aller Unterschiede erstaunlich gut zusammenpassen.

Was LHR, BRS und PH für mich verbindet, ist zuerst der Überraschungsangriff. In allen drei Fällen gibt es keine längere Interaktion. Der Täter taucht auf, handelt schnell und verschwindet wieder. (Bei PH weiß man das natürlich nicht so genau, ob im Taxi gesprochen wurde)

Dazu kommt der starke Bezug zum Auto. Bei LHR, BRS und PH findet die Tat im Fahrzeug oder direkt am Fahrzeug statt. Selbst in PH, obwohl es ein Taxi in der Stadt ist, bleibt das Auto der eigentliche Tatort und ist für mich vom Ablauf her näher an LHR und BRS.

Nach LHR, BRS und PH folgen zeitnah Briefe, in denen der Täter die Tat aufgreift und mit der eigenen Person verknüpft.

LB passt für mich in all diesen Punkten schlechter ins Bild. Dort gibt es eben keinen Überraschungsangriff, sondern ein Gespräch, Fesseln, ein Kostüm, am hellichten Tag und eine längere Tatdauer. Die Tat verlagert sich weg vom Auto in einen offenen Raum. Und die Kommunikation findet direkt am Tatort statt (Kostüm, Autotür), während ein Brief ausbleibt.

Deshalb wirkt LB auf mich eher wie eine bewusste Abweichung oder ein Sonderfall, während PH – trotz völlig anderem Umfeld – näher bei LHR und BRS liegt.


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Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 18:06
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Ich glaube, wir drehen uns hier im Kreis, weil ich etwas anderes meine als das, worauf ihr antwortet.
Ich glaube dagegen, daß wir uns weniger im Kreis drehen, sondern eher aneinander vorbeireden.

@WgahnaglFhtagn und ich versuchen mittlerweile seit Ende letzter Woche rüber zu bringen, daß...
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 16.01.2026:"I am the murderer of the taxi driver over by Washington St & Maple St last night"
.....nichts weiter als eine im Brief willkürlich dahin gerotzte Behauptung ist, die sich nicht belegen lässt.
Keiner weiß, wo geschossen wurde.
Der Schreiberling hätte genauso gut (zwei davor) "WSH/Ecke Laurel" erwähnen können , denn dorthin wurde ein Opfer des zur gleichen Zeit aktiven Taxi-Serienräubers gelotst.

Hier noch mal das Zitat:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 17.01.2026:
Keith Power authored an article entitled 'Astrologer Joins Hunt for Killer' in the San Francisco Chronicle on October 17th 1969, just six days after the murder, quoting "When he was picked up by the cab driver about 9.30 pm Saturday at Geary and Mason Streets, Stine noted the destination on his way bill (trip sheet) as Washington and Maple Streets".
The question is, where did he get this information from. Was it second hand information from a police officer or had he seen the trip sheet himself - and was the information he 'garnered' correct? Without actually seeing the elusive trip sheet, we only know what we have been told, that the destination was supposedly noted as Washington and Maple.
Quelle: https://www.zodiacciphers.com/zodiac-news/paul-stines-trip-sheet
Woher will Power diese Info haben?
Hat er sie einfach aus dem Brief übernommen, ohne sie verifizieren zu können?
Von einem Polizisten aus zweiter Hand?
So lange niemand das Trip-Sheet gesehen hat, wissen wir nur,, was uns erzählt wurde - sowohl im von Keith Power verfassten Artikel des Chronicle wie auch im zwei Tage nach dem Mord erschienenen Brief.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Mein Punkt ist ausschließlich ein methodischer:
Ich find´s jetzt aber auch nicht sonderlich methodisch, sich in ein und demselben Beitrag zu widersprechen:
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Mir geht es nicht darum, ob Außenstehende Informationen aus Zeitungen, Radio oder Polizeifunk haben konnten, oder ob Maple/Cherry geografisch relevant ist.
vs. ...
(Hervorhebungen von mir)
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Wenn man annimmt, dass der Briefschreiber nicht vor Ort war, muss man erklären, über welche konkreten Informationswege und Zugänge er sowohl an die Ortsangabe als auch an das Hemdfragment gelangt ist.
Nimmt man an, dass er vor Ort war, entfällt dieser Erklärungsbedarf.
Also geht´s jetzt um die Informationswege oder nicht?

Wenn´s drum geht , haben @WgahnaglFhtagn und ich das bereits mehrfach beantwortet.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Bezieht man den Polizeifunk als mögliche Informationsquelle mit ein, entsteht im Szenario eines nicht vor Ort anwesenden Briefschreibers ein weiterer Erklärungsbedarf. Eine solche Person müsste nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit gehabt haben, Polizeifunk abzuhören, sondern sich auch über einen längeren Zeitraum bewusst dafür entscheiden, diesen kontinuierlich zu verfolgen.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Damit zeigt sich, dass der Verweis auf Polizeifunk zwar erklären kann, wie ein außenstehender Briefschreiber an einzelne Informationen gelangt sein könnte
Da es kein Täterwissen gibt, mußte niemand den Polizeifunk abhören. As simple as that.

Wenn der Briefeschreiber ein Crime-Reporter war, hat´s schon ausgereicht, einfach nur seinen Job zu machen.
Wenn er Angehöriger des Law Enforcement gewesen sein sollte: dito
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Diese Entscheidung müsste vor dem Hintergrund erfolgen, dass zum Zeitpunkt des Mordes an Paul Stine noch nicht absehbar war, dass dieser Fall besondere mediale oder kriminalhistorische Bedeutung erlangen würde.
Das ist ziemlich verkehrt.
Ich weiß nicht, ob du dir z.B. mal den Hollywood-Film angeschaut hast, der zumindest die Chronologie und die Atmosphäre gut auf die Reihe kriegt:
Die Szene, bevor der Taxi-Killer ins Auto steigt : Zodiac auf allen Kanälen, TV, Radio..
Der Fall ist schon nach LB explodiert , nicht erst nach PH.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Der Briefschreiber müsste also nicht nur Informationen passiv aufnehmen, sondern aktiv filtern, bewerten und sich für genau diesen Fall entscheiden, während zahllose andere Gewaltverbrechen ebenfalls gemeldet wurden.
Er mußte einfach nur eine passende Gelegenheit abwarten und die ergab sich, als er unbeobachtet an ein Stück Hemdsärmel gelangen konnte.
Diese Gelegenheit mit dem Tatort im Nobelviertel war perfekt, weil ein Mord in den Slums oder im Rotlichtviertel der Stadt keinen Menschen hinter dem Ofen hervorgelockt hätte.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Deshalb wirkt LB auf mich eher wie eine bewusste Abweichung oder ein Sonderfall,
Man kann es auch direkt beim Namen nennen: "Trittbrettfahrer".

Der Täter war größer, schwerer, kommunikativer und verkleideter als im BRS-Fall.
Jetzt erkläre mir mal, warum es der gleiche Mann gewesen sein soll ?
Der Spanner vom LB, der hinter dem Baum gut selbst mit sich beschäftigt gewesen ist, war eine ziemliche Laberbacke. Vielleicht wäre es sogar anders gelaufen, wenn Hartnells Gesprächsführung etwas geschickter gewesen wäre:

Beitrag von JestersTear (Seite 64)

und

Beitrag von JestersTear (Seite 64)

und

Beitrag von JestersTear (Seite 65)
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Nach LHR, BRS und PH folgen zeitnah Briefe
Der Brief nach LHR kam acht Monate später.
Zitat von tilomagnettilomagnet schrieb:Es ging darum auch in der big city SF Angst und Schrecken vor dem Z Killer zu erzeugen und in den Schlagzeilen zu halten.

Nun lässt das auf beide Szenarien (Briefeschreiber war der Mörder ja oder nein) anwenden: Wenn der Schreiberling der Mörder war, dann heisst das wohl, dass er in SF kein Pärchen geparkt in einer abgelegenen Ecke o.ä. gefunden hatte, das er hätte attackieren können, um so die Serie 1:1 fortzusetzen.
Fast identisches habe ich vor Jahren mal geschrieben: WENN es einen Serienkiller gegeben haben sollte, ging es um die Location SF und nicht um das Opfer.
Für dich passt PH nicht rein, für @maudlin passt LB nicht herein und je mehr man sich mit dem Fall beschäftigt, desto eher kommt man zu der Erkenntnis, daß überhaupt nichts zueinander passt !
Die Taten verbindet nichts außer einer Autotür und ein paar Briefen, deren Authentizität nicht einwandfrei geklärt ist.
Für jede dieser Taten gab es gute Verdächtige!
Selbst der leitende Ermittler aus SF geriet beim FBI in Verdacht, gehoaxt zu haben.


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Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 19:08
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:.....nichts weiter als eine im Brief willkürlich dahin gerotzte Behauptung ist, die sich nicht belegen lässt.
Keiner weiß, wo geschossen wurde.
Der Schreiberling hätte genauso gut (zwei davor) "WSH/Ecke Laurel" erwähnen können , denn dorthin wurde ein Opfer des zur gleichen Zeit aktiven Taxi-Serienräubers gelotst.
Wenn man annimmt, dass der Briefschreiber nicht vor Ort war, dann muss man erklären, über welche konkreten Wege er an bestimmte Angaben und Narrative gekommen ist – egal ob diese nun korrekt, ungenau oder sogar falsch waren.

Nimmt man an, dass er vor Ort war, entfällt dieser Erklärungsbedarf weitgehend, weil eigene Wahrnehmung als Quelle ausreicht.
Das macht alternative Szenarien nicht falsch oder unmöglich, sondern erklärungsintensiver. Mehr behaupte ich nicht.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Er mußte einfach nur eine passende Gelegenheit abwarten und die ergab sich, als er unbeobachtet an ein Stück Hemdsärmel gelangen konnte.
Diese Gelegenheit mit dem Tatort im Nobelviertel war perfekt, weil ein Mord in den Slums oder im Rotlichtviertel der Stadt keinen Menschen hinter dem Ofen hervorgelockt hätte.
Entweder erfährt der Briefschreiber zuerst über Funk oder andere Kanäle von dem Mord und entscheidet sich dann, aktiv zu werden, um an Beweismaterial zu kommen. Dann müsste er aber nicht nur davon ausgehen, dass es überhaupt etwas Verwertbares gibt, sondern auch wissen oder vermuten, wo dieses Material landet und wie er dort Zugriff bekommt. Das ist möglich, aber kein Selbstläufer.

Oder es läuft umgekehrt: Er ist aus welchen Gründen auch immer in der Nähe einer Polizeistelle bzw. in einem Umfeld, in dem Asservate bearbeitet werden, kommt dort an ein Hemdfragment und informiert sich erst danach genauer über den Fall. Dann stellt sich aber die Frage, warum er genau diesen Mord auswählt und nicht einen von vielen anderen, deren Beweismaterial ebenfalls dort aufgetaucht sein könnte.

In beiden Varianten kommt anschließend noch die Ortsangabe dazu. Wenn er den Tatort oder das Fahrtziel nicht selbst erlebt hat, muss er diese Information irgendwoher beziehen oder selbst festlegen. Gerade dann wirkt die Wahl einer konkreten Ecke in Presidio Heights erklärungsbedürftig – zumal es bereits andere Taxiüberfälle gab, auf die man hätte zurückgreifen können.

Mir geht es dabei nicht darum zu sagen, dass das alles unmöglich ist. Aber sobald man die zeitliche Abfolge ernst nimmt, merkt man, dass das Nicht-Täter-Szenario mehrere bewusste Entscheidungen und Annahmen erfordert, während sich im Vor-Ort-Täter-Szenario Tat, Beweismaterial und Ortskenntnis ohne zusätzlichen Aufwand ergeben.


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Der Zodiac Killer

20.01.2026 um 20:10
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Dann stellt sich aber die Frage, warum er genau diesen Mord auswählt
Wie schon oben von @JestersTear gesagt: hier ging es wohl um die Location Presidio Heights an sich. Und wie gesagt: es gibt viele Möglichkeiten, wie der Briefeschreiber das aufgeschnappt haben kann. Dass er in diesem Fall selbst der Täter war, ist durchaus eine. Das war auch lange meine präferierte Position, aber das ergibt letztlich auch kein sinnvolles Bild: hier macht er sich ja das in den sonstigen Schreiben aufgebaute Image des "Pärchenmörders" zunichte. Der Mord als solcher ist ja relativ banal. Auch wenn er ihm möglicherweise "passiert ist", ist es irgendwie seltsam, darüber zu schreiben - "ich der schlimme legendäre Pärchenmörder begehe einen Taximord, wie es sie in SF dutzendfach gibt".

Außer man will ein Konstrukt sozusagen am Köcheln halten. Und ergreift deswgen die Gelegenheit, weil es in einem Nobelviertel passiert ist, woraus sich auch eine gewisse Berüchtigkeit ergeben kann.

Dass hier wenig zusammenpasst, darüber habe ich mich auch schon verbreitert. LB war auch meiner Meinung nach ein Trittbrettfahrer und PH fällt durch das Opfer aus der Reihe. Der Autobezug wiegt mMn weniger schwer als die sonstigen Umstände. Über bleiben zwei Morde, was nicht gerade "viel" ist (man vergleiche Jeffrey Dahmer oder Ted Bundy).

Allein das gibt dem Fall schon etwas irreales: dass die Schreiben in Wirklichkeit der hauptsächliche Interessenspunkt sind. Und da wird es dann klar, dass die realen Taten nur Mittel zum Zweck sind, egal welches Szenario man konkret annimmt. Und ob man annimmt, dass alle Schreiben von derselben Person stammen (was ich bekanntlich nicht tue).

Es ist kein Zufall, dass es ein Literaturwissenschaftler war, der als erster offen ausgesprochen hat, dass der Kaiser nackt (der Zodiac eine literarische Figur) ist.


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 00:04
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Wenn man annimmt, dass der Briefschreiber nicht vor Ort war, dann muss man erklären, über welche konkreten Wege er an bestimmte Angaben und Narrative gekommen ist – egal ob diese nun korrekt, ungenau oder sogar falsch waren.
Werde doch mal bitte konkret: welche bestimmten Angaben und Narrative meinst du denn überhaupt ?

Keiner glaubt, daß diese Briefe zufällig von irgendeinem Unbeteiligten spontan aus Spaß geschrieben wurden, sondern zu einem bestimmten Zweck.

Die Printmedien beschäftigten ganze Abteilungen, die sich ausschließlich mit dem Thema "Verbrechen" befassten.

Dieser Artikel hier beschreibt ganz gut die (Zitat) "epischen Auflagenkriege" jener Zeit mit "True Crime" als Zugpferd.

https://www.norcalmediamuseum.org/?p=64

Averys persönliche Nemesis war der frühere Pulitzer-Preisträger Edward S. Montgomery vom "Examiner" mit seinem Beitrag zur Aufklärung des Mordes an Stephanie Bryan.

Wikipedia: Edward S. Montgomery

Der "Examiner" war kurz vor Zodiac immer noch Marktführer, die "Crime-Unit" des "Chronicle wurde von den eigenen Vorgesetzten unter Druck gesetzt, was dagegen zu unternehmen.

Das war so ziemlich die Gemengelage, bevor sich ein spektakulärer, vermeintlicher Serienkiller angeblich dazu entschied, den "Chronicle" im Allgemeinen und Avery im Speziellen zu seinem persönlichen Ansprechpartner zu machen - was der Auflage einen unglaublichen Boost bescherte.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:. Dann stellt sich aber die Frage, warum er genau diesen Mord auswählt und nicht einen von vielen anderen,
Weil es nun mal irgendeiner sein mußte und hier inklusive Location Promi-Viertel alles passte.
Die Leute dort lesen eher Zeitung als die im Ghetto.
Die Frage ist genau sinnig wie die Frage, warum Spieler XY die Lotterie gewonnen hat und nicht irgendein anderer der Millionen Spieler.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Oder es läuft umgekehrt: Er ist aus welchen Gründen auch immer in der Nähe einer Polizeistelle bzw. in einem Umfeld, in dem Asservate bearbeitet werden, kommt dort an ein Hemdfragment und informiert sich erst danach genauer über den Fall
Die für das Genre zuständigen Journalisten hatten ihre Kontaktleute bei der Polizei, wie politische Journalisten heute ihre Kontaktleute in Parteien oder der Kicker in Fussballvereinen sie hat. Deshalb wissen BILD und Co., wenn auch nicht am Besten, aber oft zumindest als erstes Bescheid.
Wie du schon woanders festgestellt hast: "heute undenkbar". Wer zum Fotos machen kommen wollte, kam zum eben zum Fotos machen.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Entweder erfährt der Briefschreiber zuerst über Funk oder andere Kanäle von dem Mord und entscheidet sich dann, aktiv zu werden, um an Beweismaterial zu kommen.
Der muß sich gar nicht großartig für irgendwas im Vorfeld entschieden haben.
Gelegenheit macht Diebe, wahrscheinlich war die Aktion vollkommen spontan, als die Tüte mit Stines Klamotten eine zeitlang unbeaufsichtigt war.
Wer kommt denn schon auf die Idee, daß sich ein Journalist an einem blutigen Hemd vergreifen könnte ?
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Wenn er den Tatort oder das Fahrtziel nicht selbst erlebt hat, muss er diese Information irgendwoher beziehen oder selbst festlegen.
Stand doch direkt alles am Sonntag in der Zeitung: es gab drei jugendliche Zeugen - Zufall, daß im Stine-Brief "Schulkinder würden ein schönes Ziel abgeben" erwähnt wird? Nein, eine Drohung gegenüber den Zeugen! Erhöht den Grusel-Effekt -, "Ecke Cherry" wird erwähnt, etwaiges Alter, Frisur und Gewicht des Täters.
Der angebliche "Zodiac-Brief" ist vom Montag.
Und bitte nochmal: "Washington/Maple" ist keine "Tatort-Information", sondern ein Gerücht.


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 08:10
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Werde doch mal bitte konkret: welche bestimmten Angaben und Narrative meinst du denn überhaupt ?
Sobald man annimmt, dass der Briefschreiber nicht der Täter war, muss man erklären, warum und wie genau die verschiedenen Angaben kombiniert und zugespitzt wurden – unabhängig davon, ob sie korrekt, verzerrt oder gerüchtebasiert waren.
Konkret sind das:
Die Ortsangabe: "Washington/Maple"(unabhängig davon, ob korrekt, Gerücht oder Erfindung).
Die zeitliche Nähe: "last night" / unmittelbare Bezugnahme.
Das Hemdfragment: "here is a blood stained piece of his shirt"
Der Bezug auf die Polizeisuche im Presidio:"searched the park"
Für mich stellt sich dann die Frage: Warum wirkt der Brief so, als solle Täterwissen suggeriert werden und wie konnten diese Informationen in einem logischen Szenario beschafft werden?
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Und bitte nochmal: "Washington/Maple" ist keine "Tatort-Information", sondern ein Gerücht.
Egal ob korrekt, Gerücht oder frei erfunden: Das ist eine präzise Ortsangabe, die Täterwissen suggeriert. Man hätte auch einfach "in Presidio Heights" schreiben können oder schlicht den bekannten Tatort "Cherry/Washington" übernehmen können – oder gar nichts.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Die für das Genre zuständigen Journalisten hatten ihre Kontaktleute bei der Polizei, wie politische Journalisten heute ihre Kontaktleute in Parteien oder der Kicker in Fussballvereinen sie hat. Deshalb wissen BILD und Co., wenn auch nicht am Besten, aber oft zumindest als erstes Bescheid.
Die Medienthese als Kontext – Auflagenkämpfe, Crime-Units, enge LE-Kontakte – kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Mir ist auch klar, dass Journalisten damals deutlich näher an Fällen dran waren, als man sich das heute vorstellen würde.
Was mir nur noch nicht ganz klar ist, ist der Schritt von diesem Medienumfeld zu genau der Form der Briefe.
Also nicht im Sinne von "konnte jemand an Infos kommen", sondern warum daraus ein Täterbrief wird – mit Selbstzuschreibung, konkreter Ortsangabe und Drohkulisse – statt z. B. eines Leaks, eines anonymen Hinweises oder einer journalistischen Zuspitzung. Das verstehe ich noch nicht ganz.
Vielleicht liegt mein Verständnis hier einfach anders, deshalb frage ich nach. Mir geht es nicht darum, die Medienthese zu widerlegen, sondern besser zu verstehen, wie du diesen Übergang von Medienkontext zu Täter-Narrativ erklärst.

Wenn man davon ausgeht, dass der Briefschreiber nicht der Täter war, wie sähe dann deiner Meinung nach das annahmenärmste Szenario aus – Schritt für Schritt, von der ersten Kenntnis des Mordes bis zum abgeschickten Brief?
Welche Reihenfolge hältst du für am plausibelsten: Info → Beschaffung materieller Beweis → Brief oder Beschaffung materieller Beweis → Info → Brief? Und woher kommt in deinem Modell Washington/Maple?


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 09:29
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:hier ging es wohl um die Location Presidio Heights an sich. Und wie gesagt: es gibt viele Möglichkeiten, wie der Briefeschreiber das aufgeschnappt haben kann. Dass er in diesem Fall selbst der Täter war, ist durchaus eine.
Es ging mir ja genau um das Szenario, dass der Täter nicht der Briefeschreiber ist.
Da der Polizeifunk ins Spiel gebracht wurde, ging es mir alleine darum zu zeigen, dass auch hier deutlich mehr Annahmen erforderlich sind.


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 10:15
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Da der Polizeifunk ins Spiel gebracht wurde, ging es mir alleine darum zu zeigen, dass auch hier deutlich mehr Annahmen erforderlich sind.
Ich hoffe, du erinnerst dich noch, wer den Polizeifunk ins Spiel gebracht....
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:mit Selbstzuschreibung, konkreter Ortsangabe und Drohkuliss
Diese im Brief genutzte, willkürliche und vor allem unbestätigte Ortsangabe als "konkret" zu bezeichnen, ist ungefähr mit der Annahme gleichzusetzen, der Briefeschreiber könnte gewußt haben, daß der Täter einen Keller zum Bomben basteln hat.
Nee, das wissen wir auch nur vom Briefeschreiber , genau wie die Ortsangabe WSH/Maple.
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:Wenn man davon ausgeht, dass der Briefschreiber nicht der Täter war, wie sähe dann deiner Meinung nach das annahmenärmste Szenario aus – Schritt für Schritt, von der ersten Kenntnis des Mordes bis zum abgeschickten Brief?
Auch wenn du´s in deinem Eröffnungspost geschrieben hattest: du hast hier bisher nicht wirklich mitgelesen, oder?

Selbst, wenn die Beiträge oft lang sind : auf den letzten ca. zehn Seiten ging´s an für sich um nichts anderes.
Es ist ermüdend, immer bei Null anzufangen.

Als nächstes gibt es dann wieder Neues aus der Rubrik, "Menschen, die irgendwann mal im Verdacht standen, der Zodiac-Killer zu sein"


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 10:29
Ich versuche ein letztes mal, mit der Nase draufzustossen:

wie erklärst du dir, daß ein Mord, der samstagsabends kurz vor 22 Uhr begangen wird, am folgenden Morgen in der Sonntagsausgabe steht?

Mit Ortsangabe, Nennung der Zeugen, Täterbeschreibung?

Hat ein Journalist des Chronicle seine Kontaktpersonen im PD bestochen?

Hat er Polizeifunk abgehört?

Hat er selbst die Zeugen befragt, nachdem er "zufällig" auf das Verbrechen aufmerksam wurde?


Nee, vollkommen legal, es ist sein Job, über sowas zu berichten.

Wenn ich vermute, daß der Briefeschreiber aus dem Umfeld eben dieser Zeitung kommt: wie ist der wohl an seine Information gekommen ?


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 10:29
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Ich hoffe, du erinnerst dich noch, wer den Polizeifunk ins Spiel gebracht....
Zitat von WgahnaglFhtagnWgahnaglFhtagn schrieb:Nur dass nicht nur Zeitungen da in Frage kommen, sondern auch Radio und hier vor allem der Polizeifunk. Den abzuhören war damals quasi Volkssport, das Equipment war nicht dermaßen schwer zu bekommen. (Das sollte man sowieso alle 10-20 Seiten einmal erwähnen).
Natürlich erinnere ich mich.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Diese im Brief genutzte, willkürliche und vor allem unbestätigte Ortsangabe als "konkret" zu bezeichnen
Maple/Washington ist für mich konkret. Presidio Heights wäre für mich nicht konkret.
Das darf man naürlich anders sehen, aber ist nun mal mein Verständnis.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:du hast hier bisher nicht wirklich mitgelesen, oder?
Wie kommst du drauf?
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:auf den letzten ca. zehn Seiten ging´s an für sich um nichts anderes.
Es ist ermüdend, immer bei Null anzufangen.
Ich versuche nur meine Sicht warum ich "Briefschreiber gleich Täter" für sinnvoller erachte genauer zu erläutern. Genau wie du deine Sicht darstellst.


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 10:37
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:wie erklärst du dir, daß ein Mord, der samstagsabends kurz vor 22 Uhr begangen wird, am folgenden Morgen in der Sonntagsausgabe steht?
Ich habe doch an keiner Stelle behauptet, dass ich mir den Artikel in der Zeitung nicht erklären kann.


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Der Zodiac Killer

21.01.2026 um 15:10
Zitat von maudlinmaudlin schrieb:warum und wie genau die verschiedenen Angaben kombiniert und zugespitzt wurden
Sorry, hier steige ich aus. Wir sollen erklären, warum der Brief genau so und nicht anders formuliert wurde?

Um Authentizität bzw. Täterwissen zu zeigen bzw. vorzutäuschen. Was denn etwa sonst?

Es gibt ein Tatbekenntnis mit Ortsangabe und ein Stück Hemd. Von, wie gesagt, sehr unwahrscheinlich ist, dass das Stück unmittelbar nach der Tat abgetrennt wurde. Nicht nur von den Umständen her, sondern auch weil das sofort aufgefallen wäre.

Es gibt also auch in der Version Täter=Briefeschreiber Annahmen. Die oben ausgeführte ist sogar unplausibel. Es geht nicht nur um die Quantität der Annahmen.


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Der Zodiac Killer

01.02.2026 um 21:36
Um die 100 noch voll zu machen...
Menschen, die irgendwann mal in Verdacht standen, der Zodiac-Killer zu sein, Personen 96-100.
Direkter Übertrag ins Themen-Wiki, willkürlich, kein Ranking.:


William Mentzer
Südkalifornischer Auftragsmörder, verurteilt u.a. wegen des Mordes an Show-Veranstalter Roy Radin, dem wiederum Verbindungen zu einem angeblichen Kult um "Son of Sam" David Berkowitz nachgesagt wurden.
Nach der Jahrtausendwende deckte die "New York Post" ihrer Ansicht nach bestehende Parallelen zum Zodiac-Fall auf, die die Staatsanwaltschaft San Francisco angeblich interessiert entgegennahm.
Mentzer hatte in der zweiten Hälfte der 60s Connections nach Riverside (Bates) und soll Kontakte zur Manson-Family gehabt haben.
War eine Zeit lang Schulbusfahrer und hantierte mit Sprengstoff, u.a. wurden dem durch Kopfschüsse getöteten Radin Dynamitstangen in den Mund gesteckt, um seine Identifizierung zu erschweren.
Passte inklusive der von Hartnell beschriebenen "monotonen Sprache" gut zur Täterbeschreibung des Zodiac-Falls, dessen (vermeintliche) Serie kurz nach Mentzers Rückkehr aus Vietnam begann.
Behauptete, zwar nicht der Zodiac-Killer zu sein, aber diesen zu kennen: es sei ein "Man of Color" gewesen....


Griffin Raymond Franklin
Lebte 1969 in Vallejo und war zum Zeitpunkt der Shepard/Hartnell - Attacke stationärer Patient mit Ausgang im Napa State Hospital, einer psychiatrischen Klinik unweit des Lake Berryessa.
Hatte damit direkte Bezüge zu drei von vier Tatorten .
Militärischer Hintergrund (Air Force) und (wie so viele) ganz gute Ähnlichkeit mit dem PH-Phantombild.
Soll laut Aussage seiner Behandler zu solchen Taten fähig gewesen sein und wurde letztlich, weil Hartnell von einer eher langsamen, monotonen Stimme des Täters sprach, durch seine zu schnelle Art und Weise zu sprechen ausgeschlossen - wobei Psychopharmaka wohl auch den Sprachfluß beeinflussen können.
War wohl letztlich zu jung (20 Jahre) und zu groß (6´2 ft), um der Zodiac-Killer gewesen zu sein, besaß außerdem kein Auto.


Robert Connelly
Der jüngere der beiden Waschbärjäger aus der Mordnacht vom Lake Herman.
Wer das Pech hat , ausgerechnet in Sichtweite des Ausgangspunkts einer (vermeintlich) epischen Mordserie jagen zu wollen, dazu (außer dem Killer) wohl der Letzte ist, der Jensen/Faraday lebend sah und zufällig noch mehrere Schußwaffen bei sich trägt, gerät wohl automatisch irgendwann mal in den Verdacht , was mit den Morden zu tun zu haben.
Wurde mit seinem (69jährigen) Partner von Zeugen ( Homer & Peggy Yours) am Tatort gesehen und ihr Verhalten von diesen als "bedrohlich" empfunden.
Peggy Y. meldete sich knapp acht Monate später nach den BRS-Schüssen offenbar erneut bei der Polizei, um auf Connelly hinzuweisen.
Der wohnte sehr nah bei der Telefonzelle in Napa, von wo der vermeintliche Täter nach LB das PD anrief und eine Niederlassung seines Arbeitgebers (E-Werk) befand sich drei Minuten von der Ecke Tuolumne Str./Springs Rd. entfernt, von wo nach BRS der Anruf des Mannes einging, der sowohl LHR wie auch BRS für sich reklamierte.
Beide Jäger sollen von der Polizei nie so ernsthaft als mögliche Tatverdächtige gecheckt worden sein.


Frank Leonard Dryman a.k.a. Frank Valentine
Trampte 1951 von Napa nach Kanada und tötete einen Mann, der ihn während eines Schneesturms in Montana mitgenommen hatte, in dem er ihm mehrfach in den Rücken Schoss (Jensen).
Verbrachte seine Gefängnisstrafe in Deer Lodge, Montana (LB!) und wurde Ende 1968 oder Anfang 1969 auf Bewährung entlassen, was er zur Rückkehr nach Kalifornien nutzte.
Ob er damit für LHR schon zur Verfügung stehen könnte, ist unklar.
Soll laut Ex-Detective und Autor John Cameron im Knast ein Buddy der hier ebenfalls vorgestellten Edward Wayne Edwards und Donald Lee Bujok gewesen sein und sich zusammen mit diesen mit Mythologie und "Slaves in Afterlive" beschäftigt haben.
War zwischenzeitlich in Vallejo stationiert.
Könnte den Alias Frank "Valentine" als zynischen Bezug zu den angeblichen "Lover´s Lanes" gewählt haben, lediglich der Name "Dryman" scheint nicht so wirklich zum angeblichen "Wasserbezug" des Zodiac-Killers zu passen ;-)


Darrell Dean Meneley
Wurde Mitte Oktober 1969 festgenommen wegen eines Mordes in Fairfield und eines Mordversuchs im September 1969 in Napa, bei dem einen ähnliches Messer wie am LB eingesetzt worden sein soll.
Das Datum der Festnahme würde erklären, warum der angebliche Zodiac nach PH nicht mehr in Erscheinung trat, erklärt verständlicherweise aber nicht, wer ab November 1969 die Briefe geschrieben haben soll.
Der Richter hatte während des Prozesses Schwierigkeiten, den Zodiac-Fall rauszuhalten.
Früherer Psychiatrie-Patient (Napa State Hospital) und Hornbrillenträger.
Seine Eltern sollen "overly protective" (Helicopter?) gewesen sein.
Stiefvater Harry kam gebürtig aus Whitechapel/London und wanderte erst später aus , was die manchmal eher britischen als amerikanischen Formulierungen in den Briefen erklären würde (siehe dazu auch Kjell Qvale).


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Der Zodiac Killer

03.02.2026 um 17:24
Ein wirklich interessanter Beitrag zum Thema "Dave Toschi" und "Briefe faken":

https://josephs.substack.com/p/does-the-fbi-and-the-sfpd-know-dave

Als Toschi Ende der 70s vom Zodiac-Fall abgezogen wurde, nannte ihn der Polizeichef von SF, Charles Gain, öffentlich "a disturbed personality because of his craving for publicity."

Dessen Stellvertreter hatte ebenfalls keine besonders hohe Meinung vom Promi-Cop: " Deputy police chief DeAmicis tells chronicle "because of ego problems we thought it in the best interest of Dave Toschi and the department to reassign him to the pawnshop detail"

Toschi stand im Verdacht , gleich mehrere der Zodiac-Briefe gefaked zu haben. Die Entlastungen kamen eher halbherzig und waren teilweise widersprüchlich:

In 1978 police chief Gain said "There is no evidence connecting Inspector David Toschi to a Zodiac letter sent to the Chronicle earlier this year." in 1979 Gain Told the FBI Toschi sent three letters.


Ich glaube, ich lag schon vor Jahren nicht so falsch in der Annahme, daß der Mann in Wirklichkeit nicht so integer und sympathisch war, wie Mark Ruffalo ihn dargestellt hat.
Wenn schon der Chef-Ermittler des SFPD auf die Idee zu hoaxen kam, warum sollte dann die erste Welle Briefe nicht aus dem Umfeld des Law Enforcement oder von Journalisten gekommen sein ?


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Der Zodiac Killer

03.02.2026 um 20:39
Toschi steht in einer Reihe mit Figuren wie Graysmith und Voigt, die den Mythos Zodiac für ihre Karriere, den Geldbeutel und ihr Ego brauch(t)en.
Dass er öffentlich an Arthur Leigh Allen als Täter von LHR bis PH festhielt, ist mehr als lächerlich. Und dass er wohl auch noch Briefe fälschte, setzt dem ganzen die Krone auf.


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Der Zodiac Killer

04.02.2026 um 01:55
Zitat von tilomagnettilomagnet schrieb:Toschi steht in einer Reihe mit Figuren wie Graysmith und Voigt, die den Mythos Zodiac für ihre Karriere, den Geldbeutel und ihr Ego brauch(t)en.
Dass er öffentlich an Arthur Leigh Allen als Täter von LHR bis PH festhielt, ist mehr als lächerlich. Und dass er wohl auch noch Briefe fälschte, setzt dem ganzen die Krone auf.
Tom Voigt behauptet, daß "ein früherer Zodiac-Inspector" die Karte gefaked hat, die den Fall mit dem Lake Tahoe und Donna Lass verlinkt:
In 1999 a retired detective revealed to me that a former Zodiac investigator had admitted to forging the Lass postcard.
Quelle: https://www.zodiackiller.com/Lass.html

Der "retired Detective" soll Harvey Hines gewesen sein, der Mann, der Lawrence Kane in den 80s als Top-Verdächtigen ausgegraben hat.
Und laut Hines soll Toschi der "former Zodiac Investigator" gewesen sein.
Hines hätte keinen Grund zu schwindeln, denn durch diese Info schießt er sich sowieso eher ein Eigentor: gibt es keine Verbindung des Zodiac-Falls zu Lake Tahoe, wird es sehr unwahrscheinlich, daß Hines´Entdeckung Kane der Zodiac-Killer sein könnte.

Offenbar glauben Quellen des Riverside PD, daß Toschi auch der anonyme Tip-Geber für Paul Avery gewesen sein könnte und damit den Bates-mit dem Zodiac-Fall verknüpft hat:
"In an interview with researcher Mike Butterfield, an RPD detective stated that there is a suspicion within his department that the author of the anonymous 1970 letter to Paul Avery linking the Zodiac to Riverside might also have counterfeited this letter. Adding to this apparent mystery is the fact that another source has reported that SFPD Inspector David Toschi was also under suspicion for writing this letter."
Quelle: https://crimelibrary.org/serial_killers/notorious/zodiac/


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Der Zodiac Killer

05.02.2026 um 19:34
Also kurz zusammengefasst: genau die Schreiben, die den "Zodiac" vermeintlich mit anderen Morden (insbesondere Lake Tahoe) in Verbindung bringen, stammen mit einiger Wahrscheinlichkeit von Toschi. Interessante und frappierende Information, bei der ich mir allerdings nicht ganz im Klaren bin, was ich damit anfangen soll. Was wollte er damit bezwecken? Den "Zodiac" und damit indirekt sich selbst bedeutender machen, auch polizeiintern? Die Ermittlungsarbeit anderer Dienststellen beeinflussen?

"Disturbed personality in his craving for publicity" ist zwar nicht nett formuliert, scheint es, wenn das so stimmt, die Sachlage aber doch auf den Punkt zu bringen.


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