Nightrider64 schrieb:Aber er ist wohl nicht Samstags früh los gezogen mit dem Ziel jetzt jemanden zu töten
JestersTear schrieb:Du glaubst "spontan", ich glaube dagegen, daß er schon mit Vorsatz in den Wald gefahren ist, zumindest jemanden anzugreifen.
Ob m oder w ist mMn unklar.
JestersTear schrieb:Ich glaube an einen Vorsatz, muß aber nicht so gewesen sein.
Kielius schrieb:Ein Täter, der vorsätzlich einen Mord begehen möchte und diesen plant, verkleidet sich nicht als "Leuchtboje", sondern versucht sicherzustellen, dass er möglichst gar nicht auffällt oder von irgendjemandem gesehen wird.
abberline schrieb:Der Täter hatte bislang einfach mehr Glück als Verstand, dass die Kamera ihn nicht besser filmte und dass man bislang kein Phantombild erstellen konnte.
Nightrider64 schrieb:Ja gut, aber mit Hundespuren ist es immer so eine Sache -
Hat sich schon oft als unsicheres Indiz herausgestellt.
An dieser Stelle gleich eine Entschuldigung für den etwas längeren Text. Ich habe versucht, ein paar Gedanken zu dem Fall zusammenzufassen.
Ich gebe dir
@JestersTear , auch wenn ich nicht all deine Argumentationen abschließend teile, Unterstützung in der Grundthese, dass diese Tat genauso geplant war, wie sie durchgeführt wurde.
Ich gehe nicht davon aus, dass wir es mit einer grundsätzlich psychisch auffälligen Person zu tun haben, die jedoch mit einer gewissen Intelligenz gesegnet ist. Natürlich gehört auch Glück dazu, dass man nach der Ausführung einer solchen Tat nicht gefasst wird. Das Risiko ist schon während bzw. kurz nach der Tatausführung groß, hätte er doch durchaus im Wald auf eine weitere Person treffen können, die ihm körperlich überlegen ist und ihn gleich dort überwältigen hätte können.
Was immer er auch bei seinem vermeintlich ersten Opfer, von dem er dann wieder abließ, wahrgenommen hat, störte ihn wohl doch so, dass er die Tat bei dieser nicht ausführte. Möglicherweise nahm er einen anderen Jogger wahr, der von der Frau nicht wahrgenommen wurde.
Meine Vermutung ist auch, dass er sich sowohl den Weg zum Tatort als auch seinen Fluchtweg genau überlegt hat. Aus den Äußerungen der Ermittlungsbeamten ist zu entnehmen, dass die bekannte Aufnahme des Täters auch die einzige ist. Der Rückschluss daraus, er hat sich für seinem Weg zum Tatort eine andere Anfahrtsroute gewählt. Natürlich könnte man sagen, er verließ das Gelände vor der Tat als völlig andere Person, als er es wieder betreten hat. Soll heißen z. B. zu Fuß und mit dunkler Kleidung, was ich jedoch zum einen nicht glaube und zum anderen sicherlich durch die Ermittler wohl eingehend überprüft wurde.
In diesem Zusammenhang denke ich ähnlich wie
@JestersTear, dass die Kleidung durch den Täter bewusst gewählt wurde, unabhängig von einem etwaigen Modetrend. Eventuell sollte die Annäherung an sein Opfer als Jogger erfolgen, um so eine natürliche Situation vorzutäuschen. Vor Ort bewertete er die Sache neu und verwendete zumindest bei seinem ersten potentiellen Opfer das Fahrrad. Ob die Farbe der Kleidung bewusst gewählt wurde, sehe ich nicht als unwahrscheinlich. Zeitnah nach der Tat von hell auf dunkel zu wechseln, bringt sicherlich Vorteile bei der Flucht und Verbergung eines möglichen Spurenbildes, wobei ich dies weiterhin nicht so intensiv ausgeprägt sehe, wie es die Tat vielleicht vermuten lässt, mit sich.
Interessant wären natürlich auch nähere Informationen zu der Tatwaffe. Die liegen sicherlich hinsichtlich vermuteter Klingenlänge und Beschaffenheit derselbigen vor, wurden aber nach meinem Wissen nicht veröffentlicht. Nachdem keine Tasche oder Ähnliches mitgeführt wurde, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um ein Messer handelte, das sich leicht in der Hosen- oder Jackentasche mitführen ließ. Bei der getragenen Kleidung glaube ich nicht, dass er es im Hosenbund steckend mitführte. Deshalb meine Annahme, das Messer könnte sich immer noch im Besitz des Täters befinden.
Ich glaube auch nicht, dass der Täter in ähnlicher Weise erneut bzw. zuvor auffällig wurde. Es gibt zwar einige Fälle in Bundesgebiet, die einen ähnlichen Handlungsstrang aufweisen, jedoch findet sich hierbei zumindest ansatzweise ein Motiv für die Tat.
Auch noch ein Wort zu der Spur, die durch Hunde aufgenommen und im weiterem Verlauf wieder aus dem Johannesstift hinaus führte. Ich denke mal, dass die entsprechende Absuche sehr zeitnah geschah und somit auch die aufzunehmende Witterung noch frisch war. Deshalb halte ich die gelesene Spur und den beschriebenen Weg durchaus als wahrscheinlich. Auch besteht nach dem Verlassen des Grundstückes die Möglichkeit sich umzuziehen, sollte der Täter dort Kleidung gebunkert haben. Natürlich rein spekulativ, aber durchaus möglich.
Abschließend gehe ich ähnlich wie
@JestersTear von einer durchplanten Tat aus, die wohl, wie auch durch die OFA vermutet, die reine Mordlust im Vordergrund hatte. Auch dürfte der Täter psychisch soweit gefestigt sein, dass er nach außen bezüglich der Tat keine Auffälligkeiten entwickelte und zudem vermutlich nicht den Drang verspürte erneut eine ähnlich gelagerte Tat zu begehen.