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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

3.638 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Ungelöst, Aktenzeichen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

24.07.2026 um 06:40
Zitat von QuironQuiron schrieb:
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Leider wissen wir nicht ob die aufgefundenen Zigarettenstummel vom Täter stammten, falls ja würde das mMn für einen auflauernden Täter sprechen, wenn nicht könnte sie auch aus der Bahn verfolgt worden sein.
Aber dann wäre es jemand, der einem möglichen Zufallsopfer auflauert, nicht konkret Sibylle. Denn wer hätte wissen können, dass Sibylle an diesem Abend zu ungefähr dieser Zeit diesen Weg entlang gehen würde? Der Besuch im Musicland war doch früher am Tag doch eher spontan getroffen worden, oder?
Wie schon mal diskutiert: der Täter könnte ihr z.B. im Musicland begegnet und vorausgefahren sein, weil er wußte, wo sie wohnt.

Oder schon auf dem Hinweg zur Straßenbahn in der Annahme, daß sie wegen der Schule am nächsten Tag nicht allzu spät heimkommen wird.

Mittlerweile messe ich den Kippen (Plural) in meinen persönlichen Überlegungen im Gegensatz zu früher keine große Bedeutung mehr bei: sie könnten sogar von zwei verschiedenen Leuten stammen, die nach dem Fußballspiel des Stadtteilvereins oder nach der Stimmabgabe im Wahllokal noch auf einen Plausch stehen geblieben sind.

Letztlich glaube ich, daß Sibylle und ihr Mörder sich zwar kannten und es wegen der schnellen Eskalation eine Vorgeschichte gab, die Begegnung auf der Jagststraße aber eher zufällig erfolgte.

Kann natürlich auch ganz anders gewesen sein.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 01:18
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:der Täter könnte ihr z.B. im Musicland begegnet und vorausgefahren sein, weil er wußte, wo sie wohnt.
Da ich auch von einer Vorgeschichte ausgehe klingt das für mich plausibel, aber eine zufällige Begegnung an der Jagststraße halte ich für unwahrscheinlich. Es wurde ja auch von einem älteren Mercedes als mögliches Fluchtfahrzeug berichtet, wenn das stimmt wäre sie dann vermutliich auch nicht aus der Straßenbahn verfolgt worden.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 08:35
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Da ich auch von einer Vorgeschichte ausgehe klingt das für mich plausibel, aber eine zufällige Begegnung an der Jagststraße halte ich für unwahrscheinlich.
Jemand, der ihr im Musicland begegnet ist, und der ihr in der Jagsstraße aufgelauert hat, müsste wissen, wo sie wohnt und welchen Weg sie nach Hause kommt.

Jemand, der so etwas plant, müsste ein hinreichend starkes Motiv haben.

Es muss also jemand aus dem erweiterten Bekanntenkreis sein, und es müsste eine Vorgeschichte geben, die so eine Auseinandersetzung erklären würde. Man wird in diese Richtung ermittelt haben. Soweit mir bekannt, gab es für beides aber nicht die geringsten Anzeichen.

Da scheint mir eine Zufallsbegegnung mit einer Person, die zu diesem Zeitpunkt aggressiv, frustriert, alkoholisiert, unkontrolliert war, und nach einem Ventil für die Aggression suchte, egal gegen wen, viel plausibler.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 09:43
Zitat von QuironQuiron schrieb:Da scheint mir eine Zufallsbegegnung mit einer Person, die zu diesem Zeitpunkt aggressiv, frustriert, alkoholisiert, unkontrolliert war, und nach einem Ventil für die Aggression suchte, egal gegen wen, viel plausibler.
Hier stellt sich mir dann die (schon mehrfach gestellte) Frage: so jemand soll 1983 durch das als ländlich und verschlafen beschriebene Stuttgart-Münster gelaufen und dabei weder vorher noch nachher auffällig geworden sein ?

Bedenke: im einzig größeren, öffentlich zugänglichen Artikel des Autors Ohnewald wird die von der Polizei vermutete Ortskenntnis des Täters angesprochen.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Aber dann wäre es jemand, der einem möglichen Zufallsopfer auflauert, nicht konkret Sibylle.
Dazu hätte es in Stuttgart bessere Ecken gegeben, wie auch schon öfters bemerkt wurde.
Wenn es dumm für für den abwartenden "soon to be killer" gelaufen wäre, hätte dieser an der Stelle sonntagsabends um halb elf bis zum nächsten morgen auf ein Zufallsopfer warten können.

Auch wenn heute gerne "Messermänner" instrumentalisiert werden: die Hemmschwelle, auf eine 16jährige Unbekannte direkt einzustechen, dürfte in den frühen 80s sehr, sehr hoch gewesen sein.

Ein Täter mit solchem Aggressionspotential hätte mMn bei einer so jungen Frau zunächst eher zugeschlagen als zugestochen.

Wir wissen selbst von in diesem Zusammenhang schon mal bemühten Fr.Jacobi/Fr.Heinrich-Mörder Hartmut M. nicht, ob es nicht doch eine kurze Vorgeschichte gab, die die jeweiligen Morde auslösten, weil er sich dazu nie geäußert hat.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Jemand, der so etwas plant, müsste ein hinreichend starkes Motiv haben.
Das ist relativ.
Wäre für mich (m) kein Motiv, aber für anders Gestrickte dann vielleicht doch:

Wir sind uns glaube ich alle einig, daß Sibylle eine sehr attraktive junge Frau war.
Die frühen 80s waren noch das Zeitalter der "Altherrenwitze" , "Grabschen" galt als Kavaliersdelikt und (aus Sicht der betroffenen Frauen) "blöde Anmachen" vor Freunden als Cool.
Solche Typen fühlten sich vor ihren Freunden anschließend als ganz besonders tolle Hechte/Heringe.

Die jungen Frauen aus meinem damaligen Bekanntenkreis früher haben unterschiedlich auf sowas reagiert:

manche versuchten, solche Situationen weitestgehend zu umgehen, andere haben blöde Sprüche weitestgehend von sich abprallen lassen und wieder andere haben dem Chauvi vor seinen Leuten einen genau so blöden Spruch zurück gedrückt, der ihn alt hat aussehen lassen.

So was ähnliches vermute ich ein Motiv.

Der Täter muß nicht unbedingt aus dem direktem Umfeld des Mädchens, sondern kann auch aus dem erweiterten Umfeld stammen und deswegen unter dem Radar geblieben sein.
Vielleicht entstammte der Vorfall sogar einer einmaligen Begegnung auf einem Fest, in einer Disco oder sonst wo.

Möglicherweise hat Sibylle den Täter unbeabsichtigt zum Gespött seiner Freunde gemacht, als sie sich einer erfolgten Anmache etwas energischer zur Wehr gesetzt hat.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 11:20
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Hier stellt sich mir dann die (schon mehrfach gestellte) Frage: so jemand soll 1983 durch das als ländlich und verschlafen beschriebene Stuttgart-Münster gelaufen und dabei weder vorher noch nachher auffällig geworden sein ?
Münster als "ländlich" zu bezeichnen, trifft die Sache nicht ganz. Es ist ein Wohngebiet im Umkreis von Bad Cannstatt. Der Täter muss nicht aus Münster stammen, es kann ein Auswärtiger gewesen sein, und wenn es so war, dann kann er davor oder danach aufgefallen sein, ohne dass man ihn mit der Tat in Münster in Verbinfung bringen konnte. Und Alkohol war schon 1983 eine Volksdroge, ebenso, wie es psychisch labile Personen gab.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Dazu hätte es in Stuttgart bessere Ecken gegeben, wie auch schon öfters bemerkt wurde.
Wenn es dumm für für den abwartenden "soon to be killer" gelaufen wäre, hätte dieser an der Stelle sonntagsabends um halb elf bis zum nächsten morgen auf ein Zufallsopfer warten können.
Die Theorie des lauernden Täters ist ja nicht meine.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Der Täter muß nicht unbedingt aus dem direktem Umfeld des Mädchens, sondern kann auch aus dem erweiterten Umfeld stammen und deswegen unter dem Radar geblieben sein.
Vielleicht entstammte der Vorfall sogar einer einmaligen Begegnung auf einem Fest, in einer Disco oder sonst wo.
Mit einer Person, die dann aber so gut informiert gewesen wäre, wo Sibylle an diesem Sonntag abend um 22:30 unterwegs sein würde? Eher unwahrscheinlich.
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Möglicherweise hat Sibylle den Täter unbeabsichtigt zum Gespött seiner Freunde gemacht, als sie sich einer erfolgten Anmache etwas energischer zur Wehr gesetzt hat.
Dann sollten doch zumindest diese Freunde von dem Vorfall wissen.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 12:35
Zitat von QuironQuiron schrieb:Da scheint mir eine Zufallsbegegnung mit einer Person, die zu diesem Zeitpunkt aggressiv, frustriert, alkoholisiert, unkontrolliert war, und nach einem Ventil für die Aggression suchte, egal gegen wen, viel plausibler.
sowas kann man natürlich auch nicht ausschließen, aber meiner Einschätzung nach wäre in dem Fall die Auseinandersetzung mit einer unbekannten evtl. erstmal verbal eskaliert und hätte sich dann irgendwie hochgeschaukelt. Der Täter hatte aber direkt zugestochen, das sieht mMn eher nach einer geplanten Attacke aus. Die Stiche in den Hals sprechen auch für Tötungsabsichten.

Wenn es eine Zufallsbegegnung war müsste sie an dem Abend auf jemand getroffen sein, der aus Frust oder was auch immer den nächstbesten töten wollte.


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25.07.2026 um 13:22
Zitat von QuironQuiron schrieb:Münster als "ländlich" zu bezeichnen, trifft die Sache nicht ganz. Es ist ein Wohngebiet im Umkreis von Bad Cannstatt. Der Täter muss nicht aus Münster stammen,
Ich bezog mich im Laufe der Jahre immer auf diesen Beitrag , wenn ich mit S-Münster vorgestellt habe.
Zitat von armleuchterarmleuchter schrieb am 24.01.2012:@Luminarah

münster ist der kleinste stadtteil von stuttgart. wenn du so willst eher ein vor ort als ein dorf.
in der gasse in der sibylle ermordet wurde ist niemand zufällig. Da kommt man hin wenn man in münster wohnt und zur haltestelle will. sonst nicht. wenn du da - als psychophat - auf ein zufallsopfer wartest, wartest du womöglich tagelang^^.
Die Begebenheiten an der Haltestelle bis hoch zum Tatort an der Jagststrasse lassen sich bei Streetview nachverfolgen.
Insofern würde ich schon zustimmen wollen , daß sich dort niemand sonntagsabends um halb elf zufällig hin verirrt.
Deswegen ist mMn einen Täter von dort am wahrscheinlichsten.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Die Theorie des lauernden Täters ist ja nicht meine.
Meine auch schon länger nicht mehr.
Möglicherweise hat der Artikel des Herrn Ohnewald mit Betonung auf die Kippen ein wenig in die Irre geführt.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Mit einer Person, die dann aber so gut informiert gewesen wäre, wo Sibylle an diesem Sonntag abend um 22:30 unterwegs sein würde? Eher unwahrscheinlich.
Da drehen wir uns wieder: zufällig im Musicland getroffen und vorausgefahren, wenn er wußte, wo sie wohnte.

Oder auf dem Hinweg zur Straßenbahn gesehen und dann die Umgebung im Auge behalten mit dem Hintergrundwissen, daß es wegen der Schule nicht allzu spät werden wird.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Dann sollten doch zumindest diese Freunde von dem Vorfall wissen.
Wissen sie vielleicht auch, bringen es nur nicht mit dem Mord in Verbindung.
Jeder Mann hat im Laufe seines Lebens wohl irgendwann mal einen Korb bekommen.
Mehr als 99% können das verarbeiten und damit leben, aber bei dem ein oder anderen Gestörten löst sowas vielleicht Mordgelüste aus, ohne daß sein Umfeld da groß was von mitbekommt.

Viele Mörder wurden als "der nette Nachbar" beschrieben, dem man seine Tat nie zugetraut hätte.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 18:58
Laut KI war das La Gatsch eine in den 70er bis 80er Jahren beliebte Disco in Stgt. Münster, die mit dem Slogan "Täglich Tanz ab 19.00h" beworben wurde. Wenn das stimmt hatte die Disco am Tatabend wohl geöffnet.

Es wär dann denkbar, dass der Täter dort zuvor abgewiesen wurde oder im La Gatsch stress gemacht hatte und rausgeflogen ist und danach mit Wut im Bauch in der Jagststrasse unterwegs war.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 19:30
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Wir sind uns glaube ich alle einig, daß Sibylle eine sehr attraktive junge Frau war.
Sibylle war 16. Ich bin kein Fan davon, Jugendliche als "attraktiv" zu bezeichnen. Erwachsene
Frauen bezeichnen heranwachsende Jungs auch nicht als attraktiv oder dergleichen, zumindest käme ich nicht auf die Idee und meine Freundinnen und Kolleginnen ebenso wenig. Also, warum machen Männer das ständig bei jugendlichen Mädchen?!! Ist eine rhetorische Frage btw. Ich kenne die Antwort.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

25.07.2026 um 20:11
Zitat von GranParaisoGranParaiso schrieb:Also, warum machen Männer das ständig bei jugendlichen Mädchen?!!
Warum Männer "das ständig bei Jugendlichen Mädchen" machen, solltest du die Männer aus deinem Umfeld mal fragen.

Ich mach´s jedenfalls nicht ständig, in diesem Fall aber schon- weil es durchaus in Bezug auf das Motiv von Relevanz sein könnte.

Ansonsten könnte dieser besonders kluge Beitrag auch zu der Frage verleiten, warum "Frauen eigentlich ständig pauschalisieren" ?

Ich frag´s aber nicht, weil´s mir letztlich doch zu doof ist.

Hast du vielleicht auch irgendwas zum Thema beizutragen?
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Laut KI war das La Gatsch eine in den 70er bis 80er Jahren beliebte Disco in Stgt. Münster, die mit dem Slogan "Täglich Tanz ab 19.00h" beworben wurde. Wenn das stimmt hatte die Disco am Tatabend wohl geöffnet.

Es wär dann denkbar, dass der Täter dort zuvor abgewiesen wurde oder im La Gatsch stress gemacht hatte und rausgeflogen ist und danach mit Wut im Bauch in der Jagststrasse unterwegs war.
Das "La Gatsch" dürfte nach der Tat ziemlich auf links gedreht worden und ein auffälliger Gast der Polizei mitgeteilt worden sein.
Hätte bestimmt im Ohnewald-Artikel Beachtung gefunden, wenn es so jemanden gegeben hätte und der nicht hätte ausfindig gemacht werden können.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

27.07.2026 um 14:39
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Das "La Gatsch" dürfte nach der Tat ziemlich auf links gedreht worden und ein auffälliger Gast der Polizei mitgeteilt worden sein.
Es könnte aber jemand an der Tür abgewiesen worden sein und danach gegangen sein ohne dabei ein auffälliges Verhalten zu zeigen. Dann wär ich nicht mehr sicher ob so einer der Polizei gemeldet worden wäre. Er könnte dann einen Hass auf die Disco gehabt haben und wenn er sich im Bereich des Tatorts aufhielt wäre Sibylle aus der Richtung der Disco gekommen und könnte als La Gatsch Besucherin eingestuft worden sein...

Die Wahrscheinlichkeit für so ein Szenario ist gering, aber völlig ausschließen kann man es mMn nicht.

Es gab ja eine Täterbeschreibung: Ca. 170cm groß, dunkle glatte nackenlange Haare, ca 20 Jahre alt mit schwarzer Lederjacke und einer auffallend schlanken Figur.

Da gab es in Münster wahrscheinlich nicht allzu viele, die zur Täterbeschreibung gepasst haben.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

27.07.2026 um 15:14
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Es gab ja eine Täterbeschreibung: Ca. 170cm groß, dunkle glatte nackenlange Haare, ca 20 Jahre alt mit schwarzer Lederjacke und einer auffallend schlanken Figur.

Da gab es in Münster wahrscheinlich nicht allzu viele, die zur Täterbeschreibung gepasst haben.
Mit der ersten Hälfte des Beitrags geh ich D‘Accord, aber hier sinniere ich gerade, warum es solche Leute nicht so oft gegeben hat ?

Lederjacken und nackenlange Haare waren der Look der späten 70s/frühen 80s.

In Zeiten ohne Zock-Konsolen waren die meisten jungen Leute eher dünn als dick , und Fitnessstudios für‘s Aufpumpen von Spargel-Tarzanen noch eher selten ?


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

27.07.2026 um 16:10
Münster hatte 1983 vermutlich ca 6000 Einwohner, davon waren etwa 3000 männlich. Im passenden Alter von 18 bis 22 Jahren wären es dann nur noch ca. 150 gewesen. Wenn man dann noch die anderen Elemente der Täterbeschreibung rausfiltert, bleiben nicht mehr viele übrig. Da ich davon ausgehe dass sich die Polizei die Männer mit dem passenden Alter mal näher angesehen hat, vermute ich eher einen ortsfremden Täter.

Die Kripo ging ja von Ortskenntnissen aus weil der Täter in die Schussengasse geflüchtet war und es von dort viele Fluchtmöglichkeiten in alle Richtungen gab, aber er könnte den Weg auch genommen haben weil er dort sein Fluchtfahrzeug geparkt hatte.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

27.07.2026 um 23:42
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Die Kripo ging ja von Ortskenntnissen aus weil der Täter in die Schussengasse geflüchtet war und es von dort viele Fluchtmöglichkeiten in alle Richtungen gab, aber er könnte den Weg auch genommen haben weil er dort sein Fluchtfahrzeug geparkt hatte.
...oder es war einfach Zufall, und er hatte Glück, nicht in eine Sackgasse zu laufen.

Mal anders gefragt: in welcher Richtung hätte der Täter nicht viele Fluchtmöglichkeiten gehabt? So viel Auswahl hatte er ja nun auch nicht. Er hätte entweder die Jagststraße bergab rennen können, aber ich nehme an, da waren schon die Leute auf der Straße, die die Täterbeschreibung abgegeben haben.

Bleibt die Jagststraße bergauf und da war die Schussengasse die erste Gelegenheit abzubiegen und aus dem Blickfeld der Leute und eventueller Verfolger zu kommen.

Kein zwingender Schluss für mich auf eine ortsansässige Person. Münster ist (und war damals) auch nicht so abgelegen, dass sich dort nicht ständig ortsfremde Personen aufhalten würden. Weniger noch, dass sie Aufmerksamkeit erregen würden.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

29.07.2026 um 17:53
Ich kann mich noch erinnern wie 2 Typen die an einer Disco abgewiesen wurden danach völlig ausgerastet sind und andere Nachtschwärmer im Umfeld der Disco attackiert haben. Daher möchte ich das auch hier nicht ausschließen.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Bleibt die Jagststraße bergauf und da war die Schussengasse die erste Gelegenheit abzubiegen und aus dem Blickfeld der Leute und eventueller Verfolger zu kommen.
ja, auch das könnte bei der Flucht eine Rolle gespielt haben. Ortsfremde gibt es immer, z.B Besucher von ortsansässigen oder in dem Fall auch Discobesucher.

Wenn Sibylle für den Weg vom Musicland bis zur Haltestelle Rotebühlplatz ca 5 min unterwegs war und dann noch ein paar Minuten auf die Bahn gewartet hatte, wäre es zeitlich schon möglich mit einem Auto vor ihr in Münster zu sein und das Auto noch irgendwo zu parken.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

29.07.2026 um 18:08
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Ortsfremde gibt es immer, z.B Besucher von ortsansässigen
Über die habe ich auch mal nachgedacht.

Dem Besuchten dürfte aber die Täterbeschreibung ziemlich bekannt vorgekommen sein.
Falls der Besucher gegangen ist und auf dem Heimweg so auf Speed war, daß er eine ihm unbekannte 16jährige aus nichtigem Anlaß tötet, muß beim Besuch schon irgendwas vorgefallen sein.
Dazu bin ich der Ansicht, daß in den frühen 80s noch die wenigsten Leute, die jemanden besuchten, Messer in der Tasche hatten.
Sonntagsabends um halb elf.
Kann so gewesen sein, in diesem Fall gäbe es aber einen Mitwisser - oder zumindest jemanden, der was geahnt haben dürfte.
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Ich kann mich noch erinnern wie 2 Typen die an einer Disco abgewiesen wurden danach völlig ausgerastet sind und andere Nachtschwärmer im Umfeld der Disco attackiert haben. Daher möchte ich das auch hier nicht ausschließen.
Die werden ja aus irgendeinem Grund abgewiesen worden sein. Und an den Grund würden sich die Abweiser bei den Polizeibefragungen erinnert haben dürfen.

Ich erinnere mich noch an das Gespräch mit @aliM. vor Jahren und das sogenannte "Neururer-Publikum" im La Gatsch.

Hörte sich damals eher nach der letzten Zuflucht für schlimme Midlife-Crisis an.

Sind da echt auch auswärtige 20jährige mit Matte und Lederjacke hingegangen ?


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

30.07.2026 um 17:18
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Dem Besuchten dürfte aber die Täterbeschreibung ziemlich bekannt vorgekommen sein.
Die Besucherthese funktioniert nur, wenn der Besuchte selbst einen Hass auf Sibylle hatte und deshalb geschwiegen hätte. Die Wahrscheinlichkeit für so einen Ablauf ist aber mMn sehr gering, kann man wohl doch fast ausschließen.

Mit der Beschreibung des Vorfalls vor einer Disco wollte ich eigentlich nur darauf hinweisen, dass es Leute gibt die auf Abweisungen an der Disco gewalttätig werden. Ein Abgewiesener müsste dann aber zunächst unauffällig gegangen sein um dann später doch noch zu explodieren, sonst hätte das Personal im La Gatsch sich an ihn erinnert und es dann vermutlich auch der Polizei gemeldet. Bei näherer Betrachtung halte ich auch das für eher abwegig.

An ein Zufallsopfer glaube ich auch nicht, aber ausschließen kann man es nicht.

Die für mich wahrscheinlichste Variante:

Ein angefressener Bekannter beobachtet wie sie das Musicland verlässt und setzt sich in sein Auto um sie auf dem Heimweg abzufangen. Da müsste im Vorfeld der Tat einiges geschehen sein. Vielleicht wußte er wo sie wohnt weil er sie schon mal heimgefahren hatte.


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30.07.2026 um 21:59
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Die Besucherthese funktioniert nur, wenn der Besuchte selbst einen Hass auf Sibylle hatte und deshalb geschwiegen hätte.
...oder dem Sibylle völlig gleichgültig war, und dem seine Bekanntschaft mit dem Täter wichtiger war. Wir bewegen uns hier möglicherweise in einem halb-kriminellen Umfeld (denn wer rennt schon mit einem griffbereiten Messer in der Tasche herum?). Nehmen wir mal an, der Bekannte meidet den Kontakt mit der Polizei, weil er sagen wir mal, mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt gekommen ist. Nicht aber wegen Gewalttaten.

Und nein, auch damals müssen in Münster nicht nur rechtschaffene, gesetzestreue Bürger in Münster gewohnt haben.

Wenn es diesen Bekannte überhaupt gibt. Wir wissen ja nicht, was den Täter nach Münster geführt hat.
Zitat von blaomatblaomat schrieb:Ein angefressener Bekannter beobachtet wie sie das Musicland verlässt und setzt sich in sein Auto um sie auf dem Heimweg abzufangen. Da müsste im Vorfeld der Tat einiges geschehen sein. Vielleicht wußte er wo sie wohnt weil er sie schon mal heimgefahren hatte.
Ein angefressener Bekannter, der weiß wo sie wohnt, auf den die Beschreibung der Zeugen passt, der aber sonst niemandem im Umfeld von Sibylle (das ich in der Tat für rechtschaffene, gesetzestreue Bürger halte, die mit der Polizei reden) aufgefallen sein soll, ist wegen einer Bagatelle so gewaltbereit, dass er quasi ans andere Ende der Stadt fährt, um einen Mord zu begehen. Das ergibt für mich kein rundes Bild.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

31.07.2026 um 21:17
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Sind da echt auch auswärtige 20jährige mit Matte und Lederjacke hingegangen ?
Keine Ahnung ob der Täter mal dort war, aber generell ziehen Discos auch auswärtige Besucher an. Ich vermute dass da nicht nur "Neururer Publikum" war und es auch jüngere Besucher gab die nicht in die Kategorie passten.
Zitat von QuironQuiron schrieb:Wir bewegen uns hier möglicherweise in einem halb-kriminellen Umfeld (denn wer rennt schon mit einem griffbereiten Messer in der Tasche herum?). Nehmen wir mal an, der Bekannte meidet den Kontakt mit der Polizei, weil er sagen wir mal, mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt gekommen ist. Nicht aber wegen Gewalttaten.
Es gibt Leute die in ihrem Leben irgendwie auf die Schiefe Bahn gekommen sind und dann öfters Probleme mit der Polizei haben. Da sind sicherlich auch einige dabei, die auch in solchen Fällen den Kontakt zur Polizei meiden würden, da die Polizei in ihren Köpfen als Feindbild abgespeichert ist. Oder wenn jemand z.B. Drogen verkauft und sie in seiner Bude lagert würde er es sich vermutlich auch gut überlegen ob er zur Polizei geht.
Zitat von QuironQuiron schrieb:der aber sonst niemandem im Umfeld von Sibylle (das ich in der Tat für rechtschaffene, gesetzestreue Bürger halte, die mit der Polizei reden) aufgefallen sein soll,
Sibylles Umfeld könnte sich durch die Discobesuche erweitert haben, da muß das alte Umfeld nicht unbedingt etwas davon mitbekommen haben.
Bei der Ansicht ihrer Bilder ist mir eine optische Veränderung aufgefallen, das muss nichts bedeuten denn in dem Alter probiert man ja einiges aus, aber es könnte auch auf einen Umbruch in ihrem Leben hindeuten, evtl. neue Leute kennengelernt.


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Mordfälle Anja Aichele und Sibylle G., Stuttgart 1983 / 1987

31.07.2026 um 23:37
Ging Sibylle damals allein ins Musicland oder war da noch jemand aus ihrem Bekanntenkreis dabei?


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