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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

12.626 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Ungeklärt, Feuer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 20:09
Zitat von latte3latte3 schrieb:woher sollte er wissen dass man hier dann wirklich den genauen Tatort findet?
Da würde dann das Deponieszenario greifen. Das darf man aber hier nicht explizit ausführen.

Da ist heute auch nichts mehr, steht eine riesige Photovoltaikanlage drauf.

Nur am Rande, wenn das Verbrechen wirklich hier in Bezug stehen würde, kann man davon ausgehen, dass das nie aufgeklärt wird.

Harry könnte mit der Einstiegshilfe selbst am Waldrand mit Sicht zur Deponie in Erscheinung getreten sein, was wiederum einem Arbeiter dort, der gerade seine Arbeit verrichtete überhaupt nicht gefallen hat. Das ist dann die Spur nach Österreich, oder besser gesagt das könnte dann die Spur Sierra sein.

Es würde voraussetzen, dass Harry Insiderwissen gehabt hätte und ggf. Forderungen in Bezug zur Deponie gestellt haben könnte.
Das kann aus seinem Beruf herrühren ist jedoch nicht gesichert.

Somit ist das hier spekulativ und es kann auch anders gewesen sein. Es ist ein Gedanke den man halt ausführt.

Es soll mit dem Post auch keiner beleidigt oder angegangen werden.

Das Mitführen der Geige und das Abbrennen des Instruments kann auch ein Szenario bilden.

Ich lege mich da nicht fest, weil man einfach zu wenig über den Tathergang weiß.

Es spricht doch Bände, wenn selbst ein Profiler ( Horn) sagt, ich verstehe (kapiere) diesen Fall nicht.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 20:52
@schluesselbund
@mattschwarz
Nix für ungut, aber eure Hypothese, der Blonde wollte gezielt eine Spur nach Litzlwalchen legen, ist einfach falsch.

Nicht einmal ein verrückter Täter legt aus freien Stücken eine Spur zum Tatort, weil sich dort immer verräterische Spuren finden. Vielmehr wollte der Blonde durch die weite Fahrt von Tatort ABLENKEN.
Und dass Litzlwalchen der wirkliche Tatort ist, daran besteht kein Zweifel (übrigens auch für die Polizei nicht): Man fand dort Hülsen, Projektile, Anwohner haben die Schüsse gehört, man fand weiter das Tischbein, die Einstiegshilfe (versteckt!), Truus' Sonnenbrille. Wahrscheinlich noch weitere Spuren, die der Öffentlichkeit nicht bekannt sind... Nein, Litzlwalchen war zu 100% der Tatort und der Täter wollte diesen verschleiern.

Dazu kommt, dass der Blonde gar nicht davon ausgehen konnte, dass die Spur nach Litzlwalchen nachvollzogen werden kann. Dazu hat er viel zu wenig Spuren gelegt.

Anscheinend können sich einige nicht vorstellen, wie unwahrscheinlich es überhaupt war, dass man die Taxifahrt rekonstruieren konnte. Am Dorf oder in einer Kleinstadt wäre das vielleicht eher möglich, aber in der Großstadt? Für mich erschien das immer als ein gewisses Wunder...

Denn warum hätte sich überhaupt der ERSTE Taxifahrer bei der Polizei melden sollen. Er transportierte einen etwas merkwürdigen Kauz von der Altenfurter Hauptstraße (nicht etwa vom Fundort!) in die Nürnberger Innenstadt. Na und? Merkwürdige Käuze steigen an Wochenendnächten in der Großstadt häufiger in Taxis ein, ich würde sagen, sie sind sogar eher die Regel als die Ausnahme. Der Fahrgast roch auch nicht nach Benzin oder Rauch, sondern nur nach Schweiß. Warum glaubte der erste Taxifahrer also, sein Fahrgast könnte etwas mit dem Verbrechen im Wald zu tun haben? Zumal Verbrecher sich in der Regel nicht mit dem Taxi vom Tatort wegfahren lassen...

Noch seltsamer erscheint, dass sich auch der zweite Taxifahrer bei der Polizei meldete. Eine Fahrt vom Nürnberger Hauptbahnhof in den Chiemgau scheint nun rein gar nichts mit einem Verbrechen außerhalb des Nürnberger Stadtgebiets zu tun zu haben.

Und selbst wenn sich beide Taxifahrer aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen bei der Polizei gemeldet hätten, wäre das für die Ermittler nur eine schwache Spur unter Tausend anderen gewesen. Vielleicht hätten sie oberflächlich die Gegend bei Litzlwalchen abgesucht - und dabei nichts gefunden. Da waren ja nach zwei Wochen keine riesigen Blutlachen zu entdecken! Die Projektile lagen ein paar hundert Meter von der Ausstiegsstelle entfernt und waren tief im Gras versteckt. Wie konnte sie die Polizei angesichts so vager Hinweise entdeckt haben? Das setzt ja in jedem Fall eine extrem intensive Suche mit Hundertschaften voraus!


Wie gesagt, das war mir immer ein Rätsel. Auch der Blonde wird wohl so ähnlich gedacht haben. Spätestens, als er im zweiten Taxi saß, dachte er wohl aus guten Gründen, er habe das Schlimmste überstanden.

Aber wie kam die Polizei doch auf diese Spur?

So ungefähr muss es abgelaufen sein:

Der Blonde hat sich ja auf seiner Flucht diverser Gegenstände entledigt. Den Geldbeutel der Langendonks warf er z.B. über eine Gartenmauer an der Oelser Straße (=St2401).
Höchstwahrscheinlich wird sich der Besitzer des Gartens, der als Altenfurter von dem Verbrechen an den Niederländern natürlich gehört hat, bei der Polizei gemeldet haben, denn darin waren vermutlich deren Ausweise, zumindest niederländische Gulden. Spätestens nach dieser Meldung fand die Polizei entlang der Oelser Straße weitere Gegenstände. Der Blonde hat also unwillentlich eine Art Spur gelegt.

Was konnten die Ermittler daraus schließen?
1. Der Tatbeteiligte war offensichtlich zu Fuß unterwegs!
2. Er floh zu Fuß Richtung Altenfurt!

Nun fuhren damals um diese Zeit keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Die Arbeitshypothese musste also gewesen sein, dass der Tatbeteiligte entweder in der Nähe wohnhaft war oder aber mit einem anderen Verkehrsmittel weiterkommen musste. Für Letzteres sprach, dass die Tat einen überregionalen Bezug hatte, da die Polizei dank des Telefonats mit der Tochter wusste, dass sich die Langendonks kurz zuvor noch 300km entfernt aufgehalten hatten. Da aber keine Öffis mehr verkehrten und der Tatbeteiligte offenbar auch über kein eigenes Fahrzeug in Altenfurt verfügt, lag die Vermutung, dass er früher oder später eine Taxi bestiegen haben könnte, recht nahe.

Und erst nach dieser Erkenntnis wandte sich die Polizei an die Taxifahrer. Einer von denen wusste zu berichten, dass er einen etwas abgerissenen Typen zur fraglichen Zeit zum Hauptbahnhof transportiert hat. Hauptbahnhof klingt UNTER DIESEN UMSTÄNDEN verdächtig, weil sich ein Täter, der von weiter herkommt, wahrscheinlich genau dort hinfahren lassen würde. Ein Phantombild wurde angefertigt und weitere Taxifahrer wurden befragt. Von denen berichtete einer, dass er einen Kerl, der genau so aussah und ebenfalls über kein deutsches Geld verfügte, in den Chiemgau gefahren hat.

Jetzt wurden die Ermittler sehr hellhörig! Hatten sich die Langendonks nicht unmittelbar vor ihrer Ermordung im Chiemgau aufgehalten?? Die Polizei ließ sich die Stelle, an der der komische Fahrgast ausstieg, genau zeigen. Man wusste ja, dass der Fundort des Womos nicht der Tatort war und war auf der Suche nach diesem. Auch Anwohner wurden befragt. Einige berichteten, sie hätten an jenem Abend Schüsse vernommen, die ganz anders klangen als jene von Jägern. Erst jetzt wurde das Gebiet vermutlich genauestens untersucht und irgendwann fand man nach knapp zwei Wochen endlich Spuren des Verbrechens...

So ungefähr muss man den Tatort entdeckt haben ...

Das konnte der Blonde unmöglich so vorausgesehen und geplant haben.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 21:27
Hinzuzufügen ist noch, dass der Mord nicht geplant war.

Warum kann man sagen, dass er nicht geplant war?

Nun, der Täter hat zwar vieles richtig gemacht (Beweis: Er konnte bis heute nicht geschnappt werden und die Polizei tappt immer noch im Dunkeln, selbst hinsichtlich des Motivs). Gleichzeitig zeigten seine Aktionen in dieser Nacht doch auch deutliche Spuren der Konfusion, der Improvisation. Das sind ganz zwangsläufige Erscheinungen bei einer so nicht geplanten Tat und das war dieser Mord eben. Es ist etwas schiefgelaufen und der Täter musste sich auf die schnelle etwas einfallen lassen, davon war dann nicht alles perfekt.

Der Täter hatte also gar keine Zeit, kapriziöse Pläne auszuhecken und umzusetzen. Vielleicht würde das ein Amateuer machen, der sich besonders raffiniert dünkt. Aber wie ich mal in einem Krimi gehört habe: "Die Mörder, die sich für besonders intelligent halten, machen die meisten Fehler."

Nicht so unser Täter. Sein Plan war relativ schlicht und relativ richtig: Spurenbeseitigung, Tatortverschleierung (weil man dort naturgemäß nicht alle Spuren beseitigen kann), Motivverschleierung. Das waren die Sachen, auf die es in erster Linie ankam. Und das hat er ziemlich gut gemacht (aus seiner Sicht). Spuren, die ihn identifizieren könnten, hat er durch das Abfackeln anscheinend restlos beseitigt, das Motiv ist immer noch nicht herausgefunden worden (obwohl das in den meisten Fällen für die Polizei das geringste Problem darstellt). Nur die Tatortverschleierung ist nicht komplett gelungen, aber nur durch bewunderswerte Ermittlungsarbeit und auch ziemlich viel Glück auf Seiten der Polizei. Und auch erst nach zwei Wochen. In dieser Zeit konnte der Täter weitere Spuren am Tatort beseitigen, vieles wird in der Zeitspanne auch die Natur selbst erledigt haben.

Von daher würde ich sagen, dass der Täter sehr erfahren gehandelt hat. Er ist nicht in Panik verfallen. Er hat keine abstrusen Ideen entwickelt. Sondern er hat ein schlichtes und erfolgreiches Schema umgesetzt, wie er es wohl irgendwo einmal gelernt haben muss.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 22:21
[
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Nicht einmal ein verrückter Täter legt aus freien Stücken eine Spur zum Tatort, weil sich dort immer verräterische Spuren finden. Vielmehr wollte der Blonde durch die weite Fahrt von Tatort ABLENKEN.
@Menedemos

Deine beiden Post´s entsprechen ziemlich genau meinen Gedankengängen dazu.

Es scheint mir einfach zuviel zufällig passiert/entdeckt worden zu sein, als man zB von einer bewusst gelegten Spur ausgehen kann.
Daher, wie ich heute schon weiter oben geschrieben habe: der Täter hat im Gegenteil versucht, die Tat oder zumindest den Tatort so gut es geht zu verschleiern und tat sein möglichstes, um Spuren zu beseitigen (Womo nach wegbringen auch noch angezündet usw).


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 23:09
Ich lasse jetzt mal der Fantasie ziemlich freien Lauf.

Ich bin ja der Meinung, dass der Täter zwar ein paar Fehler gemacht hat, die der ungeplanten Situation geschuldet waren, aber im Prinzip trotzdem genau das Richtige (aus seiner Sicht) getan hat und dies letztlich erfolgreich.

Er wusste genau, was zu tun ist. Die konkrete Ausführung war zwar nicht perfekt, aber gut genug. Und: ohne Zeit, lange nachzudenken. Innerhalb von zwei Stunden hat niemand perfekte Eingebungen, schon gar nicht, wenn er aufgeregt ist. Er wusste es einfach. Er wusste es, weil er es gelernt hat.

Bloß: Wo lernt man so was? Wie man perfekt einen Mord verschleiert?

Im Gefängnis? Glaube ich nicht. Da lernt man von Mithäftlingen bestimmt vieles, was kriminelles Tun betrifft. Aber ich glaube, es erteilt dort keiner Lehrstunden, wie man einen Mord vertuscht. Zumindest nicht, wie man ihn ERFOLGREICH vertuscht - denn sonst wäre dieser Wissende nicht im Gefängnis.

Auch im Krieg lernt man das nicht. Da vertuscht man nicht großartig, jedenfalls nicht auf solche Weise.

Was fällt mir sonst noch ein:

Geheimdienst. Organisiertes Verbrechen. Terrororganisation. Kriminalpolizei.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 23:18
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Geheimdienst. Organisiertes Verbrechen. Terrororganisation. Kriminalpolizei.

Für solche Profis scheint mir doch das „Chaos“ zu gross..
Da würden doch eher die Womo-Bremsen versagen, oder die Opfer schnell und lautlos erschossen/um die Ecke gebracht, oder die Opfer würden nie mehr gefunden... hier aber scheint mir der organisationsgrad nicht so hoch zu sein, dass da wirklich Profis „der obersten Stufe“ dahinter stecken könnten...


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 23:19
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau
heute um 20:52
@schluesselbund
@mattschwarz
Nix für ungut, aber eure Hypothese, der Blonde wollte gezielt eine Spur nach Litzlwalchen legen, ist einfach falsch.
Kein Problem, ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen und die haben ja auch allerhand für sich. Wir sind ja auch hier, um unsere Gedanken auszutauschen und kontrovers zu diskutieren, wie es gewesen sein könnte. Das geschieht hier in, wie ich finde, ruhiger und sachlicher Art. Auch, wenn OT: Danke hierfür an alle Mitdiskutanten!

Zur Sache: Warum gehen @schluesselbund und ich davon aus, dass der Taxigast (wohlgemerkt aus meiner Sicht muss das nicht der Täter gewesen sein) NICHT vom Hölzl ablenken?

1.
Der Tatort wurde nicht gereinigt. Hierzu hätte nach der Tat bis zur Abfahrt und nach der Rückkehr genug Zeit bestanden. Warum wurde hier nicht vern


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 23:22
2.
Warum ist der Taxigast nicht z.b. einfach in München nochmal umgestiegen. Dann wäre die Fahrt nie herausgekommen.

3.
Der Taxigast befindet sich bewaffnet im Dunklen im Fond eines Taxis.ein unschuldiges Rentnerehepaar wurde bereits getötet. Warum nicht auch der Taxifahrer als Zeuge ?


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.08.2018 um 23:24
Sinn: die Schaffung eines Phantombild, das nichts mit ihm zu tun hat.


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28.08.2018 um 23:43
Zitat von mike_Nmike_N schrieb:Für solche Profis scheint mir doch das „Chaos“ zu gross..
Da würden doch eher die Womo-Bremsen versagen, oder die Opfer schnell und lautlos erschossen/um die Ecke gebracht
Wenn der Mord geplant gewesen wäre, mit Sicherheit. Aber falls die Langendonks jemanden ungeplant "in die Quere" gekommen sind, dann würde wohl selbst bei solchen Leuten eine gewisse Hektik ausbrechen. Bleibt nur die Frage: Was ist passiert, dass man ein niederländisches Rentnerpärchen umbringen "musste"?
Haben sie etwas gesehen, was niemand hätte sehen dürfen? Aber was? Von ihrem Standort aus eher unwahrscheinlich...
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:Der Taxigast befindet sich bewaffnet im Dunklen im Fond eines Taxis.ein unschuldiges Rentnerehepaar wurde bereits getötet. Warum nicht auch der Taxifahrer als Zeuge ?
Dann hätte er sich ja ein neues Problem geschaffen. Der Mann mordete nicht wahllos. Dass er die Taxifahrt anstandslos bezahlt hat, statt etwa den Taxifahrer zumindest auszurauben, spricht für mich auch dafür, dass es um Geld niemals gegangen ist.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

29.08.2018 um 06:02
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Nix für ungut, aber eure Hypothese, der Blonde wollte gezielt eine Spur nach Litzlwalchen legen, ist einfach falsch.
Dem möchte ich mich @mattschwarz anschliessen:
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:Kein Problem, ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen und die haben ja auch allerhand für sich. Wir sind ja auch hier, um unsere Gedanken auszutauschen und kontrovers zu diskutieren, wie es gewesen sein könnte. Das geschieht hier in, wie ich finde, ruhiger und sachlicher Art. Auch, wenn OT: Danke hierfür an alle Mitdiskutanten!
Beifügen möchte ich gleich, dass einig Punkte durchaus Zustimmung finden.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Nicht einmal ein verrückter Täter legt aus freien Stücken eine Spur zum Tatort, weil sich dort immer verräterische Spuren finden. Vielmehr wollte der Blonde durch die weite Fahrt von Tatort ABLENKEN.
Es ist wohl richtig, dass ein Täter mit verbringen seines Opfers den Tatort verschleiern will. Aber unser Täter kehrt zum Tatort zurück. Anbei ist es ihm offensichtlich völlig egal war ob dadurch der Tatort ausfindig gemacht werden kann. Da versucht er nichts zu vertuschen. Im gegenteil, er lässt sich im Hölzl absetzen. Ein solches Verhalten entspricht eben genau dem Täter Typus wie du und ich ihn sehe. Der war sich seiner Sache sehr sicher.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Von daher würde ich sagen, dass der Täter sehr erfahren gehandelt hat. Er ist nicht in Panik verfallen. Er hat keine abstrusen Ideen entwickelt. Sondern er hat ein schlichtes und erfolgreiches Schema umgesetzt, wie er es wohl irgendwo einmal gelernt haben muss.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Geheimdienst. Organisiertes Verbrechen. Terrororganisation. Kriminalpolizei.
Egal wie auch immer. Ich gehe da von ein Täter mit Eliteausbildung aus. Und wohl noch mit sehr guter Intelligenz.
Zum vorgefunden Spurenbild wie wir es kennen, da scheint mir eher der Fall zu sein, dass der Täter dies bewusst hinterlegt / liegen gelassen hat. Von Tatort Aufräumung keine Spur. Eine Einstiegshilfe kann er einfach nicht vergessen. Verhält sich so ein Täter wie Oben angedacht? Wenn ihm nicht dran gelegen wäre auf das Hölzl hinzuweisen? Letztlich noch die Frage, warum haut er nach der Tat nicht einfach ab? Wie er gekommen ist? Nämlich ins Nichts. Von da kam er auch. In etwa sinngemäss wird es auch so bei XY anmoderiert.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Dazu kommt, dass der Blonde gar nicht davon ausgehen konnte, dass die Spur nach Litzlwalchen nachvollzogen werden kann. Dazu hat er viel zu wenig Spuren gelegt.
Nun ja, Spuren haben schon nach Südfrankreich und Spanien geführt. Dort kannten dann die Täter dingfest gemacht werden. Also das jetzt in unserm Fall die Spur nach Litzlwalchen Ermittelt werden konnte ergibt sich gerade zu mit der Taxifahrt. Da verwundert es mich dann vielmehr, wenn halb Litzlwalchen Schüsse und Schreie gehört haben will, und alle gehen ihres Wegs.

Zu dem auch noch was:
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:So ungefähr muss man den Tatort entdeckt haben ...
Da brennt ein Wohnmobil mitten in der Nacht an gut einsehbarer Stelle, und wohl auch an einer viel befahrenen Strasse, dass sowas in den örtlichen Medien verbreitet wird schein auch klar. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass da auch erwähnt wird, dass sich das Wohnmobil kurze Zeit vorher noch in der Chiemsee Region befunden hat. So kamen die Taxifahrer zur Information. Mindesten so wird es bei XY dargestellt. Ob letztlich die Polizei die Taxifahrer befragt haben, so wie du es darstellst, oder nicht, schein auch sekundär. Und klar doch, der Erste Taxifahrer kann kein Zusammenhang mit dem Hölzl ausmachen. Das belegt lediglich, dass sich jemand zeitnah vom Brandort des Wohnmobils entfernt hat. Das sich aber der Zweite Taxifahrer wohl noch Jahre zurück an diesen Auftrag erinnern kann scheint auch klar. So ein Auftrag kriegt der einmal in seiner Taxifaherkariere. Dazu bracht es kein brennendes Wohnmobil.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

29.08.2018 um 08:47
Es mag durchaus sein, dass ich mich mit meinem Gedanken zu sehr verkettet habe, dass der Täter durch sein Verhalten eine Hinweis zum Hölzl erbringen wollte. Aber was spricht konkret dagegen? Nur der Meinung sein:
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Gleichzeitig zeigten seine Aktionen in dieser Nacht doch auch deutliche Spuren der Konfusion, der Improvisation.
Zitat von mike_Nmike_N schrieb:Es scheint mir einfach zuviel zufällig passiert/entdeckt worden zu sein, als man zB von einer bewusst gelegten Spur ausgehen kann.
Zitat von mike_Nmike_N schrieb:Für solche Profis scheint mir doch das „Chaos“ zu gross..
hilft mir da nicht wirklich weiter. Ich weis nicht was auf solche Annahmen schliesst. Ausser dass es gedanklich vorstellbar ist. Fakt ist es deswegen noch lange nicht. Der Täter hat sich so Verhalten wie er gehandelt hat. Ist es doch genau das, was Rückschlüsse nahelegt.

Nun warum legt der Täter so eine Wert darauf, dass das Hölzl der Tatort war? Dazu fällt mir nur ein Gedanke ein. Dass eben das Hölzl nicht der eigentliche Tatort war.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Und dass Litzlwalchen der wirkliche Tatort ist, daran besteht kein Zweifel (übrigens auch für die Polizei nicht):
Genau das Wissen wir nicht. Weiter entspricht es deiner Annahme, dass das Hölzl 100% der eigentlich Tatort war.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Da waren ja nach zwei Wochen keine riesigen Blutlachen zu entdecken!
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:Man fand dort Hülsen, Projektile, Anwohner haben die Schüsse gehört, man fand weiter das Tischbein, die Einstiegshilfe (versteckt!), Truus' Sonnenbrille. Wahrscheinlich noch weitere Spuren, die der Öffentlichkeit nicht bekannt sind...
Die Spurenlage scheint doch eher dürftig zu sein.
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb: Die Projektile lagen ein paar hundert Meter von der Ausstiegsstelle entfernt und waren tief im Gras versteckt.
Das ist mir neu. Da verwundert es mich, dass überhaupt Projektile gefunden wurden. Geht doch Profiler Horn davon aus, dass der Täter von vorne aus dem Wald kam und Schoss. Wehrend die Langendonks gemütlich in den Liegestühlen bei Kaffee und Kuchen die Zeit verbrachten.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

29.08.2018 um 20:43
Zitat von MenedemosMenedemos schrieb:mattschwarz schrieb:
Der Taxigast befindet sich bewaffnet im Dunklen im Fond eines Taxis.ein unschuldiges Rentnerehepaar wurde bereits getötet. Warum nicht auch der Taxifahrer als Zeuge ?
Dann hätte er sich ja ein neues Problem geschaffen. Der Mann mordete nicht wahllos. Dass er die Taxifahrt anstandslos bezahlt hat, statt etwa den Taxifahrer zumindest auszurauben, spricht für mich auch dafür, dass es um Geld niemals gegangen ist.
Nun, ein neues Problem hätte er sich m.E. nicht geschaffen. Der Taxifahrer hätte wohl kein ernsthafter Gegner sein dürfen. Er befindet sich im Dunklen im Nirgendwo und kann seinen besonderen Fahrgast maximal im Innenspiegel schemenhaft erkennen. Der Fahrgast ist bewaffnet. Aufgrund der Vorereignisse kann dem Gast keine besondere Skrupelhaftigkeit attestiert werden. Der Gast hätte sich nicht nur den Fahrpreis erspart, sondern noch weitere Beute erzielt. Ob ihm das Taxi als kurzfristiger fahrbarer Untersatz nützlich gewesen wäre, muss offenbleiben.

Warum also plötzlich so friedliebend? M.E. wollte der Gast den Fahrer unbedingt als Zeugen haben. Er schreit doch förmlich "schaut her, ich bin euer Mann!". Dies deshalb, weil er

1.
entweder sein Aussehen durch Verkleidung völlig verändert hat

oder

2.
es sich bei dem Fahrgast gar nicht um den Täter gehandelt hat.

Deshalb hat das Phantombild nichts mit dem Täter zu tun. Deshalb wurde der Täter nie ausgemacht, weil nach dem falschen gefahndet wurde, was der Täter beabsichtigte. Plan aufgegangen.

Ich tendiere zu Alternative 2.. Wenn der Fahrgast zum Zeitpunkt der Schüsse im Rahmen eines felsenfesten Alibis in Nürnberg weilte, war seine Fahrt absolut "save" ohne jedes Risiko und der eigentliche Täter zu diesem Zeitpunkt schon über alle Berge, z.b. im von Nürnberg nicht weitem Tschechien.


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29.08.2018 um 20:49
@Menedemos : und ich teile Deine Ansicht : spätestens ab Nürnberg ging es dem Täter nicht (mehr) um Geld. Ich meine, er erhoffte sich beim Anblick des Wohnmobils die schnelle Mark und stieß auf unerwarteten Widerstand Harrys. Die Sache eskaliert und musste dann in Ordnung gebracht werden.


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29.08.2018 um 21:12
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:Wenn der Fahrgast zum Zeitpunkt der Schüsse im Rahmen eines felsenfesten Alibis in Nürnberg weilte, war seine Fahrt absolut "save
Dann war der Täter also zunächst bei Nürnberg zu seinem Kumpel, bat ihn um Hilfe und zeigte ihm auf einer Karte, wo er vor wenigen Stunden was grausiges angerichtet hat (litzlwalchen) und jetzt mit hierher nach Nürnberg gebracht hat.
Der Fahrgast war also nicht dabei in litzlwalchen, weil sicheres Alibi und findet dann den Tatort...
Wohl eher nur, wenn die zwei Kumpel mit dem hölzl bereits vertraut waren, warum auch immer.
Aber dann wäre man auf die Spur gekommen.


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29.08.2018 um 21:17
@latte3 er war nicht bei ihm er hat ihn in den zwei Stunden nach der Tat angerufen und instruiert. Der Fahrgast war sich trotz genauer Beschreibung nicht sicher und ließ sich vorsorglich noch die Karte besorgen, die er aber nicht mehr brauchte. Er fand das Ziel auch so.


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29.08.2018 um 21:30
Absolut save ist dann aber auch nichts für keinen der Täter. Wenn miteinander telefoniert wurde.


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29.08.2018 um 21:33
Zitat von mattschwarzmattschwarz schrieb:@latte3 er war nicht bei ihm er hat ihn in den zwei Stunden nach der Tat angerufen und instruiert. Der Fahrgast war sich trotz genauer Beschreibung nicht sicher und ließ sich vorsorglich noch die Karte besorgen, die er aber nicht mehr brauchte. Er fand das Ziel auch so.
ich persönlich glaube, dass die Besorgung der Karte gar nicht den Zweck hatte einen Weg zu finden. Glaube eher, dass der Fahrgast kurz alleine sein wollte um was zu prüfen.. was genau weiß ich nicht


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29.08.2018 um 21:47
@latte3 warum nicht? Ich gehe von einem Telefonzellentalk aus. Im übrigen auch sonst save. Der Fahrgast war ja nicht der Mörder. Er reiste mit Alibi. Der Täter wurde nicht gesehen.


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29.08.2018 um 22:06
Einmal eine Frage an die Funker unter den Diskutanten: konnte der Fahrer jenseits aller Stadtgrenzen Kontakt zu seiner Taxizentrale halten und zum Beispiel seinen Standort durchgeben? Oder konnte er sich damals nur abmelden, als er den Großraum Nürnberg verließ?

Und um die @ayahuaska Idee aufzugreifen: hätte der Fahrgast in der Zeit des Kartenkaufs unbemerkt über den Taxifunk mit jemanden Kontakt aufnehmen können? Ich weiß schon; kühne Idee


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