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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

2.672 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Ungeklärt, Hessen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

02.10.2012 um 17:44
Ich denke eher dass es sich bei Jutta H. um ein Zufallsopfer handelt. Eventuell gab es in der Region auch (versuchte) Vergewaltigungen. Dafür bräuchte man allerdings ein Zeitungsarchiv oder ähnliches...


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

02.10.2012 um 17:53
Ich gehe auch von einem Zufallsopfer aus. Mir will nur immer noch nicht die Verbindung Alzey zu Odenwald in den Kopf. Weil die Täter müssen sich ja zumindest ein wenig in Lindenfels ausgekannt haben...


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

02.10.2012 um 17:57
Und der Weg ist ja nun nicht besonders als Durchgangsstraße geeignet. Dann das abgestellte Auto am Friedhof... also im Ernst. Nach absoluter Spontantat klingt das für mich alles nicht. Und dann noch am Tag des Endspiels... Ich finde das schon alles sehr merkwürdig. Vielleicht wurde Jutta nicht gezielt ausgewählt, aber die Täter wussten um das Freibad und dass dort (wurde der Weg tatsächlich oft von Gästen benutzt?) Mädchen alleine den Weg nutzen. Vielleicht ist hier auch etwas aus dem Ruder gelaufen. Nur seltsam, dass die zeugen angeblich nichts weiter gehört oder gesehen haben wollen. Irgendetwas passt hier nicht zusammen.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

02.10.2012 um 18:08
In meinen Augen war das keinesfalls eine Spontantat. Aber Jutta ein Zufallsopfer. Ich meine bei zwei Tätern muss es ja eine Absprache vorher gegeben haben. Man kommt ja nicht zeitgleich auf die gleiche Idee und handelt nur weil gerade ein hübsches Mädchen vorbeiläuft. Mir kommt da auch einiges spanisch vor. Vor allem, dass offensichtlich so wenig ermittelt/gesucht wurde damals...


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

03.10.2012 um 15:01
könnte es auch so sein das die Täter Jutta schon öfters im Bad sahen und ein Auge auf sie hatten.Dann würden Sie auch den Heimweg kennen den sie öfter genommen hat (den kürzeren und beschwerlicheren).Vielleicht waren Sie am selben Tag im Bad und als Jutta anzeichen machte loszugehen (Frauen brauchen ja bekanntlich länger;-) zuzüglich die Zeit das Eis zu holen) brachen sie schnell auf und lauerten im Wald.Geplant war sicher eine Vergewaltigung aber es lief denn alles aus dem Ruder.Bin im übrigen auch sicher das die Zeugin mit dem Kind mehr mitbekam,will ihr aber nicht unterstellen das sie merkte wie ernst es wirklich war.Man hätte Sie ja später nochmal vernehmen können.Dauert sicher nicht ewig bis unterlassene Hilfeleistung verjährt.

Die Parkplatzaktion ist für mich noch verwirrender.Wenn die Details im Filmfall stimmen lebte Jutta noch nachdem die Zeugen vom Auto auf den Friedhof gingen und während sie dort waren (Schrei).Vorher konnte Jutta sich nicht bemerkbar machen?Oder hatten auch die Zeugen Angst mehr zu sagen???


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

03.10.2012 um 16:11
Ich denke, Forseti70 hat Recht, was den Leichenablageort betrifft, auch wenn ich den Beitrag im anderen Forum so interpretiert hätte, dass es direkt am Ortsausgang wäre. Ich hab drauf spekuliert, dass von solchen Gegenden Helmkamerafilmchen existieren, und tatsächlich, hier die besagte Strecke:

Youtube: Lindenfels nach Krumbach (Odenwald) GSX-R 750 K7
Lindenfels nach Krumbach (Odenwald) GSX-R 750 K7
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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 00:04
Die ganze Zeit frage ich mich, wie haben die Täter Jutta vom Waldweg zum Auto gebracht, ohne entdeckt zu werden?

Kurz vorher ist eine Frau mit Kind auf dem Weg unterwegs, ca. eine halbe Stunde nachher eine Frau, die auch aus dem Schwimmbad kommt. Auch wenn der Weg nur Einheimischen bekannt gewesen sein sollte, so war doch an heißen Sommertagen damit zu rechnen, dass mehrere einheimische Schwimmbadbesucher diesen Weg benutzten und die Täter ein ziemlich hohes Risiko eingingen entdeckt zu werden. Insbesondere hätten sie auf dem Rückweg zum Auto zusammen mit dem Opfer die Frau mit dem Kind überholen können/müssen.

Daher kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass die Täter ziemlich dreist und v.a. schnell vorgingen. Das Risiko überhaupt gesehen oder gar bei einem Entführungsversuch oder auf dem Weg zurück zum Auto entdeckt zu werden mussten die Täter bewusst in Kauf genommen haben.
Dass ein Schuh am Weg gefunden wurde, spricht dafür, dass das Opfer nicht selber ging sondern eher getragen wurde (z.b. über die Schulter). Wenn man selber läuft, verliert man seine Schuhe gewöhnlich nicht. Andererseits könnte man aber auch von einer Verfolgung ausgehen und der Schuh ging doch beim Davonrennen verloren. Die Art des Schuhs würde eine solche Annahme rechtfertigen. Hätte ein längerer Kampf oder eine Verfolgung stattgefunden, hätte die Frau mit dem Kind aber bestimmt was davon gemerkt, einen Schrei z.B. Die Entführung (wenn es denn eine war) selber muss also relativ schnell und leise durchgeführt worden sein. So schnell, dass das Opfer beim Erstkontakt mit den Tätern nicht schreien konnte. Evtl. wurde durch einen gekonnten Griff der Mund zugehalten und evtl. geknebelt, oder es war tatsächlich Betäubung im Spiel (Chloroform?) oder das Opfer wurde so gezielt niedergeschlagen, dass es sofort benommen/bewusstlos war und nicht mehr schreien konnte.

Als die Friedhofsbesucher auf den Parkplatz kamen, verließen die Täter diesen relativ schnell (evtl. wurden sie gestört und deshalb blieb der Schuh außen liegen), damit sie nicht von nahem gesehen werden konnten. Als die Friedhofsbesucher dann im Friedhof verschwunden waren, kamen die Täter wieder und warfen den Schuh in den Kofferraum zum Opfer. Dabei kam es beim Öffnen des Kofferraums zu dem Schrei. Evtl. war das Opfer wieder zu Bewusstsein gekommen oder hatte den Knebel etc. gelöst.

Die Täter agierten am hellen Tag, nahmen damit in Kauf, dass sie auf dem Weg gesehen wurden, nahmen in Kauf, dass sie mit dem Opfer gesehen wurden, nahmen in Kauf, dass sie auf dem Friedhofsparkplatz gesehen wurden. Für mich spricht das eher für ein routiniertes und zugleich schnelles und gezieltes Vorgehen.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 08:24
Es ist immer schwierig, wenn die XY-Verfilmung die einzige Quelle ist, denn mitunter wird da das ein oder andere ja etwas verzerrt dargestellt.

Kernfrage ist für mich tatsächlich, ob es sich bei Jutta um ein Zufallsopfer handelt.
Einiges spricht hierfür, eine solche Tatbegehung als Duo erscheint mir aber sehr ungewoehnlich, zumal das Risiko der Entdeckung fuer die Taeter wirklich sehr hoch gewesen zu sein schien.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 12:05
dieses forum lädt ja zum spekulieren ein, deswegen mal ein andere gedanke:

könnte es nicht sein, dass Jutta zum Opfer wurde, weil sie eine unliebsame Zeugin für etwas anderes war. klar klingt erst einmal unwahrscheinlich. aber ich halte aber auch eine vergewaltigung durchgeführt von zwei tätern auch für nicht ganz naheliegend.

Schade, dass nicht mehr zur Ablöage der leiche bekannt ist. Ich habe hiernach schon einmal im XY-Forum gefragt und eine user hat darauf geantwortet (wurde hier ja auch schon thematisiert). Es wäre interessant zu wissen, ob nach dem verschwinden suchmaßnahmen durchgeführt wurden und evtl acuh der leichefundort abgesucht wurde (ist ja wohl nicht weit entfernt). konkret: lassen sich rückschlüsse ziehen, ob die leiche unmittelbar nach der tat dort abgelegt wurde oder doch erst später


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 12:31
Interessante Spekulation.
Bei dieser Überlegung müsste man m.E. unterscheiden, ob sie

a) auf ihrem Weg durch den Wald etwas sah, was sie nicht hätte sehen dürfen, und deshalb sofort attackiert wurde

b) ob sie in der Zeit vor ihrer Ermordung Zeugin oder Mitwisserin von irgend etwas war, weshalb man sie dann z.B. einige Tage später beseitigen wollte


Ich tendiere zu a), denn eigentlich konnten die Täter ja vorher kaum wissen, dass sie zu dieser Zeit allein diesen Weg gehen würde.

Falls der XY-Filmbericht so stimmt, dann sah allerdings die Zeugin mit dem Kleinkind Jutta ja noch hinter sich auf dem Weg - und da schien sie noch ahnungslos. Deshalb müsste sich das alles binnen weniger Sekunden und weit gehend ohne Schreie abgespielt haben: Die verhängnisvolle Beobachtung, die Attacke, die Entführung.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 12:53
Was soll das gewesen sein, was sie nicht hätte sehen dürfen und vor allem was die Täter dann dazu brachte sie zu töten?


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 13:31
@JoeParuta


das ist natürlich schwierig zu sagen und ebenso reine spekulation. wenn ich nun schreibe vielleicht drogengeschäfte, dann wird natürlich sofort das argument kommen, dass dies am hellichten tag in einer doch recht ländlichen gegend schwer vorstellbar ist. das geht mir genau so.

auf der anderen seite scheint mir eine geplante gemeinsame vergewaltigung auch eben nicht so naheliegend.


ich möchte nun nicht zu sehr in das private von jutta einblick nehmen, aber wäre auch eine entführung vor dem hintergrund einer erpressung denkbar? das heisst war die familie wohlhabend bzw bestand anlass dies zu glauben?


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 13:34
Ich kenne wie ihr alle hier natürlich nur den XY-Film, aber ich spekuliere gerne mit:

1) Das es zwei Männer waren, heißt noch nicht, dass sie es nicht als Entführung eines Mädchens geplant hatten. Wald, Sommer und ein nahes Schwimmbad scheinen doch eigentlich perfekt für eine solche Entführung: die WAhrscheinlichkeit, dass am späten Nachmittag ein Mädchen/eine Frau alleine ins Dorf zurückläuft ist recht hoch, v.a. wenn man bedenkt, dass an diesem speziellen Tag Fußball-WM-Endspiel war und deshalb gerade viele Mädchen/Frauen sich alleine eine andere Abendbeschäftigung suchen mussten und alleine vom/zum Schwimmbad unterwegs waren. Naja, und wenn keine kommt, dann probiert man es eben wann anders wieder, man erregt ja so keine Aufmerksamkeit.

2) Wenn man zu zweit ist, kann man ein Mädchen ziemlich leicht überwältigen und schnell fortschaffen. Man kann auch davon ausgehen, dass die Frau mit dem Kleinkind ihr Kind nicht im Stich lassen wird, selbst wenn sie etwas hört - sie ist also eine ziemlich ungefährliche Zeugin, die einen sicher nicht von einer geplanten Tat abhalten wird. Handys gab es ja damals noch nicht - ich kann also als Täter davon ausgehen, dass selbst wenn diese Frau etwas hört, sie nicht zurücklaufen wird, aber auch wegen des Kindes ganz schön lange braucht, bis sie jemanden benachrichtigen kann (wer weiß wie schnell zweijährige unterwegs sind, kann das sicher nachvollziehen). Und sollte sie zurücklaufen, na, dann schnappt man sich das Kleinkind und macht die Frau damit "mundtot".

3) Jutta ist sicher an dieser Stelle nicht vergewaltigt worden (wenn es ein Sexualdelikt war, was aber ja wahrscheinlich erscheint), sondern blitzschnell zum "Fluchtauto" getragen worden. Selbst als sportliche und trainierte Judoka dürfte sie gegen zwei kräftige Männer keine Chance gehabt haben.

4) Die Herren sperren sie also in den Kofferraum und gehen zurück, um Spuren zu beseitigen. Deswegen waren ja beide Schuhe weg. Und dann los, irgendwo hin, wo man seinen Spaß haben kann.

5) DAs mit dem Autokennzeichen lässt sich ziemlich einfach erklären: entweder hat sich die Frau wirklich etwas falsch gemerkt oder das Kennzeichen war gefälscht/gestohlen (hatten wir glaub ich schon).

6) Scheint ja ein Urlaubsort zu sein - ich frage mich, ob damals Pensionsgäste etc. überprüft wurden (nicht nur die aktuellen, sondern auch z.B. aus dem vergangenen Jahr), denn auch ein Ortsfremder kann z.B. bei Spaziergängen durch den Urlaubsort so etwas auskundschaften und dann z.B. zurückkehren, wenn der Tatentschluss gereift ist.

7) Gemeinsame Vergewaltigung: so etwas gibt es durchaus, jedenfalls, wenn es mit einer Entführung zusammenfällt: man beschafft sich quasi eine "Gespielin", weil man anders nicht an Frauen rankommt. Oder einer ist dem anderen hörig und hilft ihm, sich ein Opfer zu beschaffen, vielleicht weil ihm Geld versprochen wird o.ä.. Man denke an die Frau von Marc Dutroux in Belgien oder auch an die Entführung von Natascha Kampusch, wo bis heute ein Mitwisser/Mittäter im Raum steht. Das sind zwei prominente Beispiele, die mir spontan einfallen - es gibt aber sicher noch mehr. Auch in solchen Volksfest-KO-Tropfen-Fällen sind ja oft mehrere beteiligt, auch weil man sich gegenseitig ermutigt und anspornt...


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 14:52
Ich denke Punkt 7 ist der, der am ehesten in Betracht kommt.

Deals und so..sind von außen eigtl. nicht eindeutig einsehbar, die Gegend spielt eher weniger eine Rolle. Das kommt überall vor. Im ländlichen würde ich das sogar einfacher finden. Mir fällt nur kein Geschäft ein, bei der ein Zeuge jetzt hätte ermordet werden müssen.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 15:59
@JoeParuta
@orakel09



ihr habt sicher recht, es gibt fälle, in denen das vorkommt. ich möchte hier nur eben auch andere möglichkeiten ins spiel bringen.


naja, wenn etwa die beiden vorbestraft sind kann auch die entdeckung eines relativ leichten verbrechens durch Jutta (das wäre ja meine vermutung) dazu führen, dass die täter auch einen mord in kauf nehmen um unentdeckt zu bleiben. beziehungsweise sie im affekt getötet habe, etwa als sie sie am schreien gehindert haben durch würgen.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 17:05
Egal, warum Jutta zum Opfer wurde: ich glaube nicht, dass sie sofort im Wald ermordert wurde. Sie wurde schnell entführt und in den Kofferraum gestopft und erst später (absichtlich oder unabsichtlich) getötet.

Wenn man mal davon ausgeht, dass sie etwas gesehen hat: was? Sie war ja wohl in Sichtweite von der Frau mit Kind, d.h. die Männer gehen an der Frau vorbei und sehen bereits Jutta. Die Frau hat sie ja auch gesehen. Wie blöd müssten sie also sein, mit irgendetwas "verbotenem" anzufangen, obwohl sie ja sehen, dass jemand ihnen entgegenkommt. Es war ja nicht so, dass die Männer schon im Wald waren und von der Frau mit Kind aufgestört wurden oder eben dann von Jutta. Sie kamen vielmehr vom Parkplatz am Friedhof. Wenn sie sich mit der Absicht in den Wald begeben haben, dort z.B. Drogen zu handeln oder ähnliches, dann hatten sie damit noch nicht angefangen, als sie auf die Frau mit Kind und damit quasi auch auf die ihr mit wenig Abstand folgende Jutta trafen. Es gab keinen Grund, damit anzufangen, wenn sie unentdeckt bleiben wollen. Sie hätten einfach weiterschlendern können, als wäre nichts geschehen. Von einem Streit oder ähnlichem, in den sich z.B. Jutta eingemischt hätte, hat die Frau nichts berichtet, das hätte sie sicher gehört. Entflohene Sträflinge waren es wohl auch nicht...

Deswegen erscheint mir diese "Entdeckungsthese" unwahrscheinlich. Es deutet finde ich ziemlich viel darauf hin, dass man Jutta angriff, weil man ihrer (warum und wozu auch immer, ob es wirklich ein Sexualdelikt war, ist ja nicht sicher, oder?) habhaft werden wollte.

I.Ü.: sie verlor nur Schuhe und Badematte - ihre Tasche nahmen die beiden anscheinend mit, denn die wurde nie gefunden und auch nicht von der vorbeikommenden älteren Dame entdeckt. Wenn ich nur jemanden ausschalten will, der mich überrascht, belaste ich mich doch nicht mit so einem Fundstück, dass später - wenn es z.B. bei mir gefunden wird - Hinweise auf mich gibt... ich lasse es am Weg liegen ebenso wie die Schuhe, die ja nur darauf hindeuten, dass sie "weg" ist, was aber den Angehörigen auch so auffallen wird. WArum also zurückgehen, und den verlorenen Schuh einsammeln und dabei sich dem Risiko der Entdeckung (oder der Flucht von Jutta, die da womöglich noch lebte) aussetzen?


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

09.10.2012 um 20:56
@Xynostalgiefan

ich kenne die Örtlichkeiten nicht,aber ist es möglich das Jutta abseits des Weges quasi quer Beet zum Auto gebracht wurde?

Was auch möglich ist,das sie anfangs noch freiwillig mitging-wer weiß aus welchem Grund und es erst später eskalierte bzw.es eskalierten ließen (zum Bsp. bis die Frau mit dem Kind außer Sichtweite war).Daher bekam diese nichts mit.

Die Theorie das diese nichts mitbekommen wollte kann natürlich auch hinkommen.


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

14.10.2012 um 22:53
Hallo zusammen !

Zunächst einmal gilt mein Dank @XYungelöst , der diesen thread eröffnet hat, und allen anderen, die sich hier engagiert an der Diskussion beteiligen. Dieses ungeklärte Verbrechen gehört zu meinen persönlichen "top ten" der XY-Geschichte, und daher beteilige ich mich an dieser Diskussion, auch wenn ich keine neuen Fakten beitragen kann.
Natürlich wären die Artikel der Lokalpresse zu diesem Mord von Interesse, allerdings glaube ich nicht, dass hierin sonderlich viel Erhellendes zu finden ist: schließlich war es zunächst ein Vermisstenfall, zu dem es sicherlich Suchmeldungen und Zeugenaufrufe gab, und über den Leichenfund viel später werden wesentliche Details aus ermittlungstaktischen Gründen zurückgehalten worden sein.

Mein Fundus rekrutiert sich also auch aus der XY-Verfilmung und den Forums-Beiträgen, und manche meiner nun folgenden Gedanken sind so oder ähnlich bereits formuliert worden.

Zunächst stellen sich für mich drei Kardinalfragen:
1. Was machen zwei ortsfremde, wenngleich nicht ortsunkundige junge Männer an einem heißen Junisonntag in Lindenfels, zumal am Tag des Endspiels der Fußball-WM, noch dazu mit deutscher Beteiligung?
2. Was motiviert sie, ihr Auto etwa um 17.45Uhr am örtlichen Friedhof zu parken und zu Fuß in Richtung Waldbad zu gehen?
3. Und woher stammen die Ortskenntnisse von mindestens einem der Täter, wo sie doch in Lindenfels zuvor "noch nie gesehen wurden" (Zitat XY-Film) - oder war nur die Personenbeschreibung zu vage?

Und, ganz entscheidend, was haben die Zeugen, d.h. die junge Mutter und die Friedhofsbesucher tatsächlich mitbekommen und inwieweit ist der Film in dieser Hinsicht korrekt?
Also bei der jungen Mutter spricht es für mich gegen jegliche Lebenserfahrung, dass sie sich nicht mehr in Richtung der Gefahr umgesehen haben soll, nachdem die zwei Männer, die sie als bedrohlich empfunden hat, an ihr vorbei waren. Und normal wäre es für mich auch, sich aus Sorge nach dem Mädchen umzusehen, wenn ich es in Sichtweite hinter mir weiß. Ein aktives Eingreifen erwartet niemand, aber ein derartiges Desinteresse???
Und auch bei den Friedhofsbesuchern habe ich den Verdacht, sie wollten vielleicht aus Angst oder Bequemlichkeit nicht mehr sehen als sie hätten sehen können, und die Diskrepanzen über die Bedeutung der Beobachtungen scheinen für mich durchaus real gewesen zu sein. Ein Detail hierzu: Wie, d.h. in welcher Position lag der einzelne Schuh hinter dem Auto? Könnte es nicht so sein, dass er, wäre er schon vorher da gelegen, zwangsläufig beim Einparken hätte überfahren werden müssen? Da er aber noch unbeschädigt war, müssen die beiden Männer nahezu zwangsläufig damit etwas zu tun haben, erst recht, wenn sie offensichtlich kurz zuvor etwas im Kofferraum verstaut hatten.
Und wann überhaupt hat die Polizei die Zeugen dann vernommen? Wohl doch mit einigem Zeitverzug, sonst wären vielleicht brauchbare Phantombilder zu fertigen gewesen....

Zum mutmaßlichen Tathergang möchte ich mich kurz fassen, da insbesondere die Version von @orakel09 meiner sehr stark ähnelt. Also: Jutta gerät ins Visier der Täter, spätestens beim Verlassen des Bades und dem Einbiegen auf den Waldweg, sie "überholen" sie mit ihrem Auto, stellen es am Friedhof ab und gehen eilenden Schrittes in Richtung Waldbad, wo ihnen zunächst die junge Mutter, dann aber Jutta entgegenkommt. Der Übergriff erfolgt sehr schnell und völlig überraschend, weswegen auch ein Schuh und die Badematte zurückbleiben. Das Mädchen wird mit Gewalt zum Auto verschleppt (ist ja nicht sehr weit) und in den Kofferraum gesperrt, um sie wegzubringen und an anderer Stelle zu vergewaltigen und umzubringen (ist fast zwangsläufig, sie könnte sich ja auch das Kennzeichen einprägen). Da sie aber schreit, als der Kofferraum erneut geöffnet wird, um den Schuh einzuwerfen, wird sie ermordet. Dabei wird das Fehlen des zweiten Schuhs bemerkt; dieser wird geholt. Wieder zurück am Auto, werden die Täter von den Friedhofsbesuchern erneut gesehen. Sie verschwinden eilends und entledigen sich Juttas Leiche im Kofferraum bei der ersten passenden Gelegenheit.

Hieran schließt sich eine Reihe weiterer Fragen an, über deren rege Diskussion ich mich freuen würde:
1. Wie schnell und wie intensiv gestaltete sich die Suche nach Jutta (Plakataktionen, Hunde etc.)?
2. Mit welchem Aufwand wurde von Seiten der Polizei in den ersten Tagen nach Juttas Verschwinden die Fahndung betrieben (meiner Einschätzung nach eher ressourcenschonend...)?
3. In welchem Zustand wurde ihre Leiche gefunden (mMn skelettiert, aber bekleidet) und wo verblieb der Rucksack mit den Badeutensilien? Ich gehe mal davon aus, dass keine verwertbaren Spuren mehr zu finden waren, selbst die Todesursache wird schwerlich festzustellen gewesen sein.
4. Zu welchem Zeitpunkt planten die Täter ihr Verbrechen? Also ich glaube ja, dass der Entschluß, Jutta zu verschleppen und zu mißbrauchen, kurzfristig anhand der günstigen Konstellation (Ortskenntnisse, Einbiegen des Opfers in den Waldweg) entstanden ist. Dafür spricht die eigentlich recht dilettantische Tatausführung und das extrem hohe Entdeckungsrisiko, dem sich die Täter aussetzten. Eine längerfristige Planung hätte dies vermutlich vermieden.
5. Und hieraus ergibt sich für mich eine zentrale Schlussfolgerung: Wenn dem so war, dann waren die Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit mit ihrem eigenen Auto unterwegs, und dann erhält die "Kennzeichenfrage" eine entscheidende Bedeutung. Wie intensiv und erschöpfend wurde hier ermittelt? Für mich denkbar ist, dass hierbei nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden (hierbei war die zuständige Kripo ja auf Amtshilfe aus Rheinland-Pfalz angewiesen...). Ermittlungsansätze hätte es hier zu Genüge gegeben: gestohlene Kennzeichen, gestohlene Fords der genannten Modelltypen, ähnliche Kennzeichen. Mein siebter Sinn sagt mir auch: allzulange werden die Täter das Tatfahrzeug nicht mehr behalten haben, d.h. welche Granadas/Taunus wurden ab- bzw. umgemeldet? Für mich ist es unverständlich, dass diese Spur so ergebnislos verlaufen ist.
6. Warum wurde Juttas Leiche erst so spät gefunden? Um von ihrem letzten Aufenthaltsort Kofferraum auf ihren Auffindeort Strassenböschung (bei zugegeben schwierigen topographischen Verhältnissen) zu schließen bedarf es nicht der Intelligenz eines Nobelpreisträgers....
7. Ferner gehe ich davon aus, dass die Täter weitere Straftaten begangen haben, möglicherweise sogar sexuell motivierte Übergriffe. Inwieweit ist dieser Personenkreis überprüft worden?
8. Welche Veranstaltungen fanden am Tattag noch in Lindenfels statt, vor allem auf dem Sportgelände?


Auf eine rege weitere Diskussion freue ich mich. Ich bin ja der Ansicht, dass dieses Verbrechen, würde es heute begangen werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgeklärt würde. Insofern ist es besonders bedauerlich, dass dieser Mord wohl nie mehr aufgeklärt werden wird....

Viele Grüße
Ludwig


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

15.10.2012 um 00:25
Die meisten zum Landkreis AZ gehörenden Ortschaften waren damals doch recht überschaubar und hatten den " Jeder-kennt-Jeden- Charakter " .
Falls dort keine Suchplakate mit Fahrzeug - und Täterbeschreibungen aufgehängt wurden ( Worms Bhf / Busbahnhof , wäre m.E. eine sinnvolle Ergänzung gewesen , sollte es nicht geschehen sein , da sich dort eine Kneipe befand , in der sich viele Leute um die geschätzte Altersgruppe der Täter aufhielten , die teilweise auch aus dem weiteren Umkreis kamen ) , hat man sich wirklich eine " gute Chance" entgehen lassen .

Wenn ich nur mal als Beispiele Westhofen ( über die B47 = 53,1 km ) oder Wachenheim (ebenfalls über die B47 = 73,3 km ) willkürlich herauspicke , ist der Weg nach Lindenfels zumindest km-mässig nicht mehr wirklich weit .


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Mordfall Jutta Hoffmann (1986 - "Waldbad Lindenfels")

15.10.2012 um 08:30
Es ist schon merkwürdig, dass die Polizei nach dem Verschwinden des Mädchens wohl kaum Anstrengungen unternommen hat dieses in der Umgebung zu suchen, wo zuletzt Spuren von ihr, wie der Schuh und die Badematte, gesehen wurden.

Im xy Beitrag ist mir in diesem Zusammenhang die Schlussbemerkung von Zimmermann aufgefallen, dass die Eltern des Mädchens von einer Entführung ausgehen und davon dass die Tochter noch am Leben sei, während die Polizei dieses weniger optimistisch beurteile.

Wenn die Polizei aber unmittelbar nach dem Verschwinden im Wald keine großen Suchanstrengungen unternommen hat, dann muss auch sie zumindest längere Zeit davon ausgegangen sein, dass das Mädchen entführt / verschleppt worden ist, eventuell noch lebt und falls es tot ist, an einem ganz anderen Ort abgelegt worden ist.

Vielleicht resultiert diese Einschätzung der Polizei aus damaligen Entführungs-und Verschleppungsfällen der Umgebung und es wurden zunächst Erhebungen in dieser Richtung vorgenommen, die nicht so sehr an die Öffentlichkeit gelangt sind, wie es für den Bereich der organisierten Kriminalität vorkommt.

ME hatten die Täter auch eine Verschleppung vor.

Sie haben Jutta mE nicht am Waldrand abgepasst um sie gemeinschaftlich zu vergewaltigen. Das hätten sie dann gleich vor unliebsamen Zeugen geschützt im Wald tun können und sie hätten das Mädchen dann danach an Ort und Stelle töten und unbehelligt verscharren können. Das Verbringen ins Auto, was mit einem hohen Entdeckungsrisiko verbunden war, hätten sie sich sparen können. Sie haben dieses Risiko aber in Kauf genommen und hierfür muss es einen Grund geben. Ich kann mir nur vorstellen, dass geplant war das Mädchen zu entführen , zu verschleppen und möglicherweise der Prostitution zuzuführen.

Vermutlich haben die Täter zuvor im Lindenfelser Schwimmbad nach einem Opfer gezielt Ausschau gehalten und Jutta aufgrund ihres Alters, vielleicht ihrer Unerfahrenheit und ihres Aussehens als geeignetes Opfer erachtet und dann zugegriffen, als sie bemerkt haben, dass Jutta sich auf den Weg durch den Wald macht und die Gelegenheit somit günstig ist.

Zu der Verschleppung des Mädchens ist es dann mE nicht gekommen, weil Jutta sich als Judoka vehement gewehrt hat. Der Kofferraum musste am Friedhof wieder geöffnet werden,um den Schuh hineinzuwerfen. Der Schrei , der dann auf dem Friedhof zu hören war, zeugt mE davon, dass das Mädchen sich gewehrt hat und es zu einem Kampf gekommen ist, den das Mädchen nicht überlebt hat. Eine weite Fahrt mit einer Leiche im Kofferraum wollten die Täter nicht riskieren und so haben sie sie dann in den Wald zurückgebracht und dort abgelegt.

Ich glaube gar nicht mal an sehr fundierte Ortskenntnisse der Täter. Die haben sich einfach ein Schwimmbad ausgesucht, was etwas außerhalb liegt und wo immer mal die Gelegenheit besteht, dass ein potentielles Opfer auf einem abgelegenen Weg nach Hause geht.



So, das sind nun meine Spekulationen zu diesem sehr interessanten Fall.


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