Volvic schrieb:Die Frage ist für jemanden im Untergrund also, wie bleibt man unauffällig in der Masse, schafft keine Verdachtsmomente, während man zugleich vermeidet über sein Mobilgerät geortet und ausgespäht zu werden.
Das ist der entscheidende Punkt. Ich vermute, dass unser Trio ein ausgeklügeltes Risikomanagement betrieben hat.
Nehmen wir einmal die Gutscheine von Amazon. Sie ermöglichen nicht nur Warenbestellungen per Internet ohne Bankverbindung und Zahlungsdienstleister, sondern sind auch geeignet, illegales Geld unauffällig in den Wirtschaftskreislauf einzuschleusen, bzw. zu waschen.
Bei der Datenspur, die Smartphones unweigerlich hinterlassen, muss man verschiedene Bedenken auseinanderhalten - ob sie Individuen, oder die ganze Gesellschaft betreffen, und ob sie sich in erster Linie gegen kommerzielle Nutzung der Daten richten, oder gegen den Zugriff staatlicher Stellen.
Es freut Herrn Bezos, wenn er weiß, wofür ich gern mein Taschengeld verplempere. Den Staat interessiert es aber nicht, ob ich in meiner Freizeit Gitarre spiele oder Teppiche knüpfe.
Wenn ich mich hingegen für Bezugsquellen für Rizin und Waffen aus dem 3D-Drucker interessiere, ist es vermutlich umgekehrt. Beides kratzt Amazon nicht, da illegal, wohl aber die Dienste, und die Ermittlungsbehörden.
Der Staat ist an das Gesetz gebunden - ohne richterlichen Beschluss kommt er nicht an Mails heran, und Fotos durch Software erkennen lassen darf er wohl auch nicht.
So, wie Klette und Garweg im realen Leben eine prekäre gesellschaftliche Nische besetzt haben, für die der Staat wenig Interesse zeigt, lässt sich wohl auch ein Handy so nutzen, dass es nur Banales offenbart.
Dass man Klette so spät aufgespürt hat, mag auch viel Glück gewesen sein; ganz dumm scheinen die Gesuchten aber auch nicht zu agieren.