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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

10.231 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Terrorismus, Aktenzeichen Xy, Gesucht ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

30.04.2026 um 23:37
Das entscheidende Argument der Hisbollah für Pager war wohl, dass diese Geräte über keinen Rückkanal verfügen, und somit praktisch nicht zu orten sind.

Da die Mitglieder des Trios unter falscher Identität lebten bzw. leben, ist ihre Ortung ja gar nicht möglich, da sie die Handys unter ihrer Tarnidentität betreiben oder auf Handyladen-Besitzer registrierte Prepaid-Karten verwenden.

Allerdings muss ein Mitglied, das verhaftet wird, die anderen warnen - genau das hat Klette mit ihrem Anruf aus dem WC getan.

Man kann nun darüber spekulieren, ob die entsprechende Nummer im Handy gespeichert war, oder auswendig gewählt wurde - letzteres wäre sicherer gewesen, da für den Fall, dass die Polizei nach der Verhaftung zuerst die Mobiltelefone gesichert hätte, der Nummerninhaber ja hätte lokalisiert werden können, bevor er von der Festnahme erfahren hätte.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 00:33
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Man kann nun darüber spekulieren, ob die entsprechende Nummer im Handy gespeichert war, oder auswendig gewählt wurde - letzteres wäre sicherer gewesen, da für den Fall, dass die Polizei nach der Verhaftung zuerst die Mobiltelefone gesichert hätte, der Nummerninhaber ja hätte lokalisiert werden können, bevor er von der Festnahme erfahren hätte.
Kannst du das etwas genauer erklären? Ich habe nicht verstanden, worauf du hinaus willst bzw welchen Unterschied es macht, eine Handynummer auswendig zu wählen oder über das Telefonbuch. Und wenn die Handys einkassiert sind, kann man sie nicht nutzen, auswendig gewählt oder gespeichert.

Generell ist das Anrufen einer Handynummer im Mobilfunknetz nicht besonders geschickt, wenn es darum geht, mitzuteilen, soeben festgenommen worden zu sein.

Die Nutzung von Messenger Diensten wäre da flexibler, schneller und E2E verschlüsselt. Es muß gar keine Nummer gewählt werden. Und neben Mobilfunknetz stehen auch noch WLAN und Hotspots zur Verfügung. Und es reicht eigentlich, diese drei Worte zu sagen oder zu tippen: "Sie haben mich." Da würde sogar ein Tablet reichen, falls das Handy nicht mehr zur Verfügung steht. Ich meine, das ist noch nicht mal strafbar, weil sie ja nur zu ihrer Situation was äußerte.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 01:18
Zitat von sören42sören42 schrieb:Generell ist das Anrufen einer Handynummer im Mobilfunknetz nicht besonders geschickt, wenn es darum geht, mitzuteilen, soeben festgenommen worden zu sein.
Ja gut, Klette hat wohl ein SMS gesendet. Hatte sie überhaupt ein Smartphone?
Gehört hab ich immer nur "vom Handy aus SMS geschickt"

Gleichwohl scheint es keine Rolle gespielt zu haben.
Garweg, durch die Nachricht gewarnt, wusste, das er jetzt aufgeflogen war und erneut untertauchen musste.
Bevor die Polizei überhaupt mit bekommen hat, das Garweg von Klette gewarnt wurde, war der schon "über alle Berge" wie man so schön sagt.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 07:46
Zitat von sören42sören42 schrieb:Kannst du das etwas genauer erklären? Ich habe nicht verstanden, worauf du hinaus willst bzw welchen Unterschied es macht, eine Handynummer auswendig zu wählen oder über das Telefonbuch. Und wenn die Handys einkassiert sind, kann man sie nicht nutzen, auswendig gewählt oder gespeichert.
Nun, wir können bzw. dürfen einen Festgenommenen nicht dazu zwingen, die Mobilnummer eines gleichfalls Gesuchten preiszugeben.

Wäre nun Garwegs Nummer in Klettes Mobiltelefon gespeichert gewesen, und hätte man dieses im Rahmen einer etwas professioneller durchgeführten Verhaftung sichergestellt, bevor diese es hätte benutzen können, um eine Warn-SMS abzusetzen - dann hätte die Polizei doch den ahnungslosen Garweg anhand seines ins Netz eingeloggen Handys lokalisieren und gleichfalls hopps nehmen können.

Oder mache ich da einen Denkfehler?


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 11:22
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Wäre nun Garwegs Nummer in Klettes Mobiltelefon gespeichert gewesen, und hätte man dieses im Rahmen einer etwas professioneller durchgeführten Verhaftung sichergestellt, bevor diese es hätte benutzen können, um eine Warn-SMS abzusetzen - dann hätte die Polizei doch den ahnungslosen Garweg anhand seines ins Netz eingeloggen Handys lokalisieren und gleichfalls hopps nehmen können.
Sicher. Aber es geht ja viel einfacher: Einfach verhindern, dass Klette mit irgendwem Kontakt aufnimmt. Dann einfach warten. Die Pressemeldung über Klettes Verhaftung kam erst einen Tag später. Genug Zeit, um Garweg in eine Falle zu locken oder abzuwarten, bis er sich meldet oder bei Klettes Wohnung aufkreuzt.

Aber die Situation war vielleicht so: Klettes Hund bellte und sie sagte womöglich: "Warten Sie kurz, ich mache Ihnen auf, ich sperre nur eben den Hund weg." Genug Zeit, um drei Worte zu tippen.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 11:32
Oder einfach abwarten. Eventuell hätte eine vorerst nicht verhaftete Klette die Ermittlungsbehörden direkt zu Garweg, womöglich sogar zu Staub, geführt? Hinterher ist man immer schlauer, vielleicht hätte sie aber auch was gemerkt und wäre getürmt.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 11:38
@sören42
Mich würde wirklich interessieren, wie die genaue zeitliche Abfolge der SMS Klettes an Garweg und seinem darauffolgenden erneuten Untertauchen aussah. Auch soll Garweg ja noch einen Anruf bei der älteren Dame, der er im Alltag half getätigt haben und gesagt haben, dass er zurzeit ein paar Probleme habe, sich aber um ihr Anliegen bezüglich der Krankenkassenkarte kümmern werde.
Schon erstaunlich, dass er innerhalb einer so kurzen Zeit so nachhaltig abtauchen könnte, er muss da einen Plan B gehabt haben.
Ich vermute, dass die Kommunikation mit Staub anders lief, vielleicht nur Vis-à-vis... denn sonst hätte man auch über ihn mehr herausfinden können! Mit Garweg hatte Klette ja Messanger-Hunde-Chatgruppen...


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 19:21
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:nd hätte man dieses im Rahmen einer etwas professioneller durchgeführten Verhaftung sichergestellt, bevor diese es hätte benutzen können, um eine Warn-SMS abzusetzen - dann hätte die Polizei doch den argslosen Garweg anhand seines ins Netz eingeloggen Handys lokalisieren und gleichfalls hopps nehmen können.

Oder mache ich da einen Denkfehler?
Du machst den Denkfehler, das Du davon ausgehst, das Garwegs Nummer unter B. Garweg in Klettes Handy gespeichert sein könnte.
Das war aber sicher nie der Fall.
Wenn man bedenkt , das all die Kontakte, die vielleicht unter irgend welchen Alias oder Spitznamen im Handy Klettes gespeichert waren, erst überprüft und verifiziert hätten werden müssen, dann hätte Garweg noch eine Chance gehabt in der Zwischenzeit zu entkommen.
Die Nachricht Klettes an Garweg bzgl ihrer Verhaftung, gab ihm aber noch einen wesentlichen Vorsprung.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Genug Zeit, um Garweg in eine Falle zu locken oder abzuwarten, bis er sich meldet oder bei Klettes Wohnung aufkreuzt.
Wie lange, wenn Garweg erst in 8 Wochen dort aufgetaucht wäre, was er aber wahrscheinlich nie getan hätte, weil sie, Klette ,nicht mehr erreichbar war ?


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 20:51
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Wenn man bedenkt , das all die Kontakte, die vielleicht unter irgend welchen Alias oder Spitznamen im Handy Klettes gespeichert waren, erst überprüft und verifiziert hätten werden müssen, dann hätte Garweg noch eine Chance gehabt in der Zwischenzeit zu entkommen.
Wobei diesem Gedanken wiederum die Annahme zugrunde liegt, dass Klette überhaupt so viele Kontakte im Handy gespeichert hatte.

Wenn sie Garweg unter "Erni" oder "Bert" gespeichert gehabt hätte, und daneben nur wenige andere Kontakte, hätte man doch ruckzuck zumindest die Stammdaten der wenigen Kontakte ermitteln können, und bei vielen vielleicht festgestellt, dass es sich um existierende Personen mit realen Kontaktdaten handelt.

Die Stammdaten von Handynummern abzufragen ist sicher mit geringerem Aufwand verbunden, als Verbindungsdaten zu ermitteln oder gar eine TK-Überwachung zu installieren.

Also meinetwegen, es waren zehn Nummern im Handy gespeichert, davon ein Späti, eine Taxizentrale, ein Friseur, drei Nummern gehörten Hundehaltern, die unverdächtig sind, dann muss man nur noch den Standort von den verbleibenden vier Nummern ermitteln. Eine davon wäre vielleicht mit einem Handy auf dem Bauwagenplatz eingeloggt gewesen - da hätte man sich dann ja mal unauffällig umschauen können.

Aber es ist letztlich müßig, darüber nachzudenken, was man hätte anders machen können seitens der Polizei. Garweg ist ihnen entwischt, und ich bin der Auffassung, dass man das möglicherweise hätte verhindern können.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 20:51
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Wie lange, wenn Garweg erst in 8 Wochen dort aufgetaucht wäre, was er aber wahrscheinlich nie getan hätte, weil sie, Klette ,nicht mehr erreichbar war ?
Das könnte sein. Dann bliebe tatsächlich nur, Klette verdeckt zu beobachten und die Füße still zu halten, bis entweder Garweg aufkreuzt oder sie Garweg aufsucht oder sie sich irgendwo treffen (mit Hunden?)....


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

01.05.2026 um 23:46
https://www.zeit.de/news/2026-04/29/klette-prozess-staatsanwaltschaft-fordert-15-jahre-haft

Wie im Link zu lesen, die StA plädiert auf 15 Jahre.
DIE ZEIT hat diese Meldung redaktionell nicht bearbeitet. Sie wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen.
BTW:
Die Polizei entdeckte in der Wohnung zudem mehrere Handys, ...



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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 02:45
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Die Stammdaten von Handynummern abzufragen ist sicher mit geringerem Aufwand verbunden, als Verbindungsdaten zu ermitteln oder gar eine TK-Überwachung zu installieren.
Ja, ab das dauert Tage und was hat man dann ?
Die Adresse von B. Garweg, weil er unter seinem Namen ein Handyvertrag zuu laufen hat, wohl eher nicht
Eine Menge Adressen, die sich erst einmal alle verifizieren lassen müssen.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:lso meinetwegen, es waren zehn Nummern im Handy gespeichert, davon ein Späti, eine Taxizentrale, ein Friseur, drei Nummern gehörten Hundehaltern, die unverdächtig sind, dann muss man nur noch den Standort von den verbleibenden vier Nummern ermitteln.
Ich denke Du stellst Dir das etwas zu einfach vor
Wieso 10 Nummer ?
Können ja auch dutzende gewesen sein aus ihrem neuen Leben.
Und dann wird sie schon ein Tarnnamen gewählt haben, dem nicht so einfach jemand zugeordnet werden kann.
Könnte Garweg ja auch als "Dr. Brockmann Gynäkologe" (Beispiel) gespeichert haben. Oder auch einfach unter seinem Alias.

Ich weis ja nicht, wie lange die Verhaftung Klettes geheim gehalten werden konnte.
Aber spätestens nach der Bekanntgabe, weis Garweg, das seine Scheinidentität "verbrannt" ist.
D.h. erneut untertauchen.
Alles was auf ihn hinweist und auch alle Kontakte erneut hinter sich lassen
Durch ihre Nachricht hat sie ihm allerdings einen erheblichen Zeitaufwand verschafft.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Das könnte sein. Dann bliebe tatsächlich nur, Klette verdeckt zu beobachten und die Füße still zu halten, bis entweder Garweg aufkreuzt oder sie Garweg aufsucht oder sie sich irgendwo treffen (mit Hunden?)....
Ja, aber so wie es wohl gelaufen ist, kam es nur zu einer Personenkontrolle aufgrund eines Hinweises.
Ich denke man glaubte zuerst gar nicht daran, das dies wirklich Klette war. Das stellte sich wohl erst bei der Personenkontrolle heraus, das was mit ihren Papieren nicht stimmte.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 11:43
Garweg und Klette waren ja offenbar sehr eng miteinander befreundet - zu Staub Bestand offenbar kein so enger Kontakt. Auch wenn es sicherlich Kontakte gab.

Der Grund dafür, könnte darin liegen, dass Staub einfach nicht in Gatwegs/Klettes Umfeld gewohnt hat.
Nach dem Überfall auf einen Supermarkt in Hildesheim müssten Klette und Garweg, sofern sie beteiligt waren, eigentlich in östliche Richtung geflohen sein - Richtung Berlin.

Eine männliche Person rannte aber offenbar durch das Waldstück in dem das erste Fluchtfahrzeug abgestellt wurde und fuhr dann mit hoher Geschwindigkeit in einem dunklen Kombi Richtung Westen. Das könnte Staub gewesen sein...
Außerdem hatte der Jagdpächter beobachtet, dass eine männliche Person aus dem Polo heraus fussläufig aus dem Waldstück herausrannte und hier einen dunklen Kombi bestieg, der sich anschließend mit sehr hoher Geschwindigkeit in Richtung Ottbergen entfernte. Hierzu stellt die Polizei die Frage, ob es Zeugen gibt, die den flüchtigen Polo nach der Tat ( ab 11:30 Uhr ) zwischen Hildesheim und Ottbergen / Wöhle durch beispielsweise auffälliges schnelles oder gefährliche Fahrmanöver festgestellt haben. Gleiches gilt für den (vermutlich) zweiten Fluchtwagen, der mit hoher Geschwindigkeit Richtung Ottbergen gefahren sein soll.
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57621/3324915

Ist natürlich Spekulation, aber ein Ansatz der erklärt, weshalb Staub gerade die Vorbereitungsaktionen für die Überfälle im Ersten Deutschlands unternahmen. Spricht vielleicht wirklich für einen Wohnsitz in Westdeutschland, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 12:27
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Ich denke Du stellst Dir das etwas zu einfach vor
Wieso 10 Nummer ?
Können ja auch dutzende gewesen sein aus ihrem neuen Leben.
Und dann wird sie schon ein Tarnnamen gewählt haben, dem nicht so einfach jemand zugeordnet werden kann.
Könnte Garweg ja auch als "Dr. Brockmann Gynäkologe" (Beispiel) gespeichert haben. Oder auch einfach unter seinem Alias.
Naja soooooooo wild kann der Arbeitsaufwand auch nicht sein. Man braucht natürlich einen richterlichen Beschluss, aber dann checkt man eben 50 oder 100 Nummern.

Wenn es Dr. Brockmann gibt und die gespeicherte Nummer zur Praxis passt, ist das ein normaler Kontakt ohne doppelten Boden.

Schwieriger wird es bei Franzi, Heiner und Manfred, weil da muss man dann tatsächlich genauer hinschauen. Aber bei der Auswertung dieser Nummern, ggf. Bewegungsprofilen oder sonstigen Auswertungen wird man auch Erkenntnisse gewinnen. Notfalls schickt man zivile Leute los und die schauen sich an den Aufenthaltsorten der Handys die Leute an.

Das ist ein gewisser Aufwand, aber der wird ja auch sonst bei manchen Fahndungen betrieben. Fraglich ist dann vielleicht, ob der Datenschutz mal wieder mitspielt, aber zur Not muss man die Sache auf einige auffällige Rufnummern eingrenzen.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Ich weis ja nicht, wie lange die Verhaftung Klettes geheim gehalten werden konnte.
Aber spätestens nach der Bekanntgabe, weis Garweg, das seine Scheinidentität "verbrannt" ist.
Vielleicht. Aber andererseits müssten die Terroristen ihre Tarnung so weit wie möglich dahingehend optimiert haben, dass genau dieses nicht passiert - dass also die Festnahme von einem aus der Gruppe nicht automatisch auch die komplette Tarnung der anderen auffliegen lässt.

Auf irgendeine Weise müssen sie natürlich kommunizieren, ein Restrisiko bleibt, dass dieser eine Weg gefunden wird.

Aber generell werden die sich schon irgendwas überlegt haben, um eine so simple Entdeckung zu vermeiden.
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Ja, aber so wie es wohl gelaufen ist, kam es nur zu einer Personenkontrolle aufgrund eines Hinweises.
Ich denke man glaubte zuerst gar nicht daran, das dies wirklich Klette war. Das stellte sich wohl erst bei der Personenkontrolle heraus, das was mit ihren Papieren nicht stimmte.
Ja, kurios. Und auch unkalibriert, weil wenn man erwartet auf eine Terroristin zu treffen wäre es ein Fall für die GSG 9 gewesen. Und wenn man es nicht sicher weiß aber doch mal schauen möchte, hätte man besser erstmal observiert anstatt da einfach zu klingeln.

Was wäre gewesen wenn Klette mit der bei früheren Straftaten verübten Gewalt agiert und geschossen hätte um flüchten zu können?

Das war kein besonders guter Move, da einfach mal treudoof zu klingeln. Glücklicherweise hat sie nicht zur Waffe gegriffen, aber eben doch eine Warnmeldung absetzen können.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 15:17
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Gehört hab ich immer nur "vom Handy aus SMS geschickt"
Genau, es war zu lesen, sie hätte eine SMS gesendet, was damit auch bedeuten kann, sie, er oder beide haben kein Smartphone. Oder beide haben eins, nutzten trotzdem für dringende Sachen SMS. Denn der SMS-Weg kann auch genutzt werden, dass das Smartphone dann einen speziellen Alarmton macht, vibriert, so dass auf die Dringlichkeit hingewiesen wird, was bei Messengern nicht so einfach ist. Gibt da einige Apps wo man solche Einstellungen tätigen kann. Samsung und Apple bringen solche Möglichkeiten auch von Hause aus mit seit einigen Jahren.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Aber die Situation war vielleicht so: Klettes Hund bellte und sie sagte womöglich: "Warten Sie kurz, ich mache Ihnen auf, ich sperre nur eben den Hund weg." Genug Zeit, um drei Worte zu tippen.
Nein, soweit zu lesen war, sagte sie, sie sei die Gesuchte, und wollte auf die Toilette gehen. Die Beamten ließen sie gewähren und von da aus sendete sie dann die SMS an Garweg. War der nächste, riesige Patzer in der ganzen Sache. Den Artikeln nach haben sie weder das Bad vorher durchsucht, noch war die Tür offen. Das Telefon hätte auch ne Knarre sein können, oder ne Granate oder so.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 16:02
So wird in den Medien die Aussage der Fahnder vor dem Verdener Gericht geschildet.

Die Spur führte in ein Mietshaus in der Sebastianstraße in Berlin-Kreuzberg. Als die Polizei dort an die Tür klopfte, habe Klette zunächst ihre Wohnungstür geöffnet, sie dann aber noch mal geschlossen, um ihren bellenden Hund wegzusperren. Klette bat außerdem darum, vor der Fahrt zur Identitätsfeststellung auf die Toilette gehen zu dürfen – was ihr gewährt wurde. In ihrem italienischen Ausweis stand der Name Claudia Bernardi.
Dass es sich um die lange gesuchte frühere RAF-Terroristin handeln könnte, habe der Zielfahnder erst später realisiert – als Klette bereits auf der Polizeiwache in der Warteschlange stand. „Es ärgert mich selber“, sagte der 42-Jährige rückblickend.

https://www.morgenpost.de/politik/article408948648/raf-prozess-wie-die-festnahme-von-daniela-klette-ablief.html

Als die niedersächsischen Ermittler gemeinsam mit Berliner Streifenpolizisten an der Wohnungstür klopften, habe ein Hund gebellt. Claudia, alias Daniela Klette, habe dann die Tür geöffnet. Auf die Frage, ob sie die Beamten zur Wache begleiten könne, um die Personalien festzustellen, habe sie fast routiniert reagiert, erinnert er sich. Allerdings sei die Tür noch mal ins Schloss gefallen - und zwar dann, als der Polizist Klette bat, den bellenden Hund wegzusperren. Anschließend sei sie außerdem noch vor der Fahrt zur Dienststelle zur Toilette gegangen. Heute wissen die Ermittler: Das war der Zeitpunkt, an dem die mutmaßliche Ex-RAF-Frau Burkhard Garweg per SMS warnte. Für den Beamten aus Niedersachsen sei es allerdings auch da noch vollkommen unklar gewesen, dass es sich bei der Frau tatsächlich um die seit 30 Jahren gesuchte Klette handelte.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Zielfahnder-schildert-erstmals-im-Detail-Daniela-Klettes-Festnahme,klette346.html



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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 21:43
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Naja soooooooo wild kann der Arbeitsaufwand auch nicht sein. Man braucht natürlich einen richterlichen Beschluss, aber dann checkt man eben 50 oder 100 Nummern.

Wenn es Dr. Brockmann gibt und die gespeicherte Nummer zur Praxis passt, ist das ein normaler Kontakt ohne doppelten Boden.

Schwieriger wird es bei Franzi, Heiner und Manfred, weil da muss man dann tatsächlich genauer hinschauen. Aber bei der Auswertung dieser Nummern, ggf. Bewegungsprofilen oder sonstigen Auswertungen wird man auch Erkenntnisse gewinnen. Notfalls schickt man zivile Leute los und die schauen sich an den Aufenthaltsorten der Handys die Leute an.

Das ist ein gewisser Aufwand, aber der wird ja auch sonst bei manchen Fahndungen betrieben. Fraglich ist dann vielleicht, ob der Datenschutz mal wieder mitspielt, aber zur Not muss man die Sache auf einige auffällige Rufnummern eingrenzen.
Das reichte doch schon aus um ihrem "Genossen" zu warnen und einen erheblicherm Zeitvorsprung zu ermöglichen.
Alle Rufnummern verifizieren.
Davor die juristische Absicherung.
Genug Zeit für G. unterzutauchen
Ich glaube moch zu erinnern, das man den Kontakt zu Garweg erst etliche Tage später "entschlüsseln" konnte.
Hatte sie nicht auch die Sim Karte ins Klo gespült ?
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Vielleicht. Aber andererseits müssten die Terroristen ihre Tarnung so weit wie möglich dahingehend optimiert haben, dass genau dieses nicht passiert - dass also die Festnahme von einem aus der Gruppe nicht automatisch auch die komplette Tarnung der anderen auffliegen lässt.
Das wird im Fall Garweg nicht die Maxime gewesen zu sein.
Garweg und Klette waren auch in ihrer Schein Identität befreundet.
Da Klette wissen musste, das sie bei der Personenüberprüfung identifizieren werden würde, die Identität Garwegs früher oder später anhand der Telefondaten oder anderer Spuren heraus kommen würde , warnte sie ihren Komplizen schnellstmöglich vor.

Außerdem hätte es sein können, das auch er schon aufgeflogen war und bei ihm schon die Kripo vorm Wagenplatz wartete.

Da sie Staub nicht gewarnt hat, nehme ich an, das da die Verbindungswege Andere waren.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:a, kurios. Und auch unkalibriert, weil wenn man erwartet auf eine Terroristin zu treffen wäre es ein Fall für die GSG 9 gewesen. Und wenn man es nicht sicher weiß aber doch mal schauen möchte, hätte man besser erstmal observiert anstatt da einfach zu klingeln.
Das zeigt für mich, das es sich bei dem Hinweis, der zunächst zur Personenüberprüfung führte, nicht um einen Hinweis aus Insiderkreisen oder von V Leuten gehandelt haben kann.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob der Hinweis direkt auf die mutmaßliche Sichtung Klettes beruhte.
( Ist diesbezüglich was bekannt ? )
Vielleicht ist nur jemanden aufgefallen, das da eine Frau unbekannter Identität unter ominösen Umständen seit mehreren Jahren unberechtigt in einer Wohnung lebt.
Wie oben beschrieben bzw zitiert, wusste man zunächst nicht, das man Klette vor sich hatte.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

02.05.2026 um 23:45
Zitat von louis1949louis1949 schrieb:Eine männliche Person rannte aber offenbar durch das Waldstück in dem das erste Fluchtfahrzeug abgestellt wurde und fuhr dann mit hoher Geschwindigkeit in einem dunklen Kombi Richtung Westen. Das könnte Staub gewesen sein...
Natürlich bleibt es Spekulation, aber mit deinen Überlegungen könntest du richtig liegen.

Wenn man sich die Chronologie der Tatorte (Tatvorwürfe) so ansieht, fällt auf, dass sich die Taten immer mehr in Richtung Osten verlagerten, jedoch nie in die neuen Bundesländer (ehemalige DDR), vermutlich um keine Hinweise Richtung Berlin zu geben:
Auflistung der zugelassenen Anklagen

Datum Ort Ziel Beute
30. Juli 1999 Duisburg Geldtransporter 1 Million D-Mark,
ca. 519.000 €
2. November 2004 Leverkusen Großmarkt 160.000 €
27. Dezember 2006 Bochum Supermarkt 160.000 €
14. April 2009 Löhne Einzelhandelsgeschäft 177.000 €
30. September 2011 Celle Supermarkt 69.000 €
24. Dezember 2012 Stade Supermarkt 136.000 €
23. August 2014 Elmshorn Supermarkt 46.000 €
2. Januar 2015 Osnabrück Supermarkt 60.000 €
6. Juni 2015 Stuhr Geldtransporter Keine
19. Oktober 2015 Northeim Supermarkt 50.000 €
28. Dezember 2015 Wolfsburg Geldtransporter 1 Waffe
7. Mai 2016 Hildesheim Geldtransporter 1 Waffe
25. Juni 2016 Cremlingen Geldtransporter 1.400.000 €
Anmerkung:

Bei den markierten Überfälle in Löhne, Celle, Stade, Elmshorn und Northeim wurde das Verfahren im November 2025 eingestellt.[64][65][66]
Für den Raubüberfall in Cremlingen wurde zunächst versuchter Mord mitangeklagt, dieser Anklagepunkt wurde im Juli 2025 fallen gelassen.
Quelle: Wikipedia: Daniela Klette

Geht man weiter davon aus, dass die Überfälle nicht in der Nähe des eigenen Wohnumfelds verübt wurden (Gefahr der Erkennung durch Zeugen), was hinsichtlich Berlin ja auch zutrifft, könnte man Staub zumindest ab Mitte der 2000er Jahre im Westen Deutschlands, vielleicht in migrantisch geprägten Milieus in Nordrhein-Westfalen, vermuten.

Da er und Klette mal ein Paar gewesen sein sollen und Fotos von ihm gezeigt wurden, die ihn etwa 2005 zeigen, was etwa der Zeitpunkt sein dürfte, als Klette ihre Wohnung in der Sebastianstraße bezog, vermute ich weiter, dass er ihr beim Umzug oder Einrichtung der Wohnung half (Möbel aufstellen etc.) und anlässlich dessen auch die Fotos entstanden, auf denen auch Staub zu sehen ist.

Wo Klette vorher gewohnt hat, bevor sie die Berliner Wohnung bezog, ist entweder nicht oder öffentlich nicht bekannt.

Ebenso wäre es natürlich denkbar, dass er, wie Klette, in Berlin aufhältig ist. Dagegen spricht, dass bei Klette praktisch das ganze Material (Beute, Waffen usw. gelagert war). Dass die Wohnung Klettes der Bauwagensiedlung von Garwegs als sicherer angesehen wurde zur Aufbewahrung von "Asservaten" ist noch erklärlich. Aber wäre Staub auch in Berlin, hätte man doch eher auch was bei ihm gelagert?

Staub spricht offenbar verschiedene Sprachen. Dies eröffnet ihm Möglichkeiten, auch im Ausland unterzukommen. Andererseits fällt man natürlich im Ausland irgendwie auch auf, auch wenn bspw. in Italien vielleicht zumindest von den Einheimischen kaum jemand Staub als Person etwas sagen dürfte. Aber das ist ja teilweise ohnehin auch hier schon so, dass die Erinnerung verblasst, wenn man es nicht gerade mit Interessierten, wie hier, zu tun hat.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

04.05.2026 um 22:03
m
Zitat von sören42sören42 schrieb:Ebenso wäre es natürlich denkbar, dass er, wie Klette, in Berlin aufhältig ist. Dagegen spricht, dass bei Klette praktisch das ganze Material (Beute, Waffen usw. gelagert war). Dass die Wohnung Klettes der Bauwagensiedlung von Garwegs als sicherer angesehen wurde zur Aufbewahrung von "Asservaten" ist noch erklärlich. Aber wäre Staub auch in Berlin, hätte man doch eher auch was bei ihm gelagert?
Ich bin der Meinung Staub hat seinen Teil der Beute selbst.
Das Garweg keine größeren Geldbeträge oder gar Waffen in seinem Bauwagen lagern konnte, scheint klar.
Wahrscheinlich hat er sich immer etwas von Klette geholt, in kleineren Beträgen.

Staub schätze ich eher so ein, das er sich eine nahezu perfekte Scheinidentität verschafft hat.
Dazu gehört auch, das keine Telefonnummern von ihm irgendwo erscheinen.
Ich denke er hat sich bewusst von Klette und Garweg abgesetzt, weil deren Alias eben nicht so gut war.
Ob Staub in Berlin ist ?
Glaube ich eher nicht , aber auszuschließen ist es auch nicht.
Ich denke mir eher eine kleinere Stadt oder eine Dorfgesellschaft, in derr Staub mit seiner falschen Identität und vielleicht seit Jahren bekannt ist. Ganz Bürgerlich
Keiner kommt erst auf die Idee, das der langjährige Nachbar ein gesuchter Terrorist sein könnte.
So kann man auch agieren.
Die Phantombilder sind so alt oder ungenau (siehe Klette) das er optisch kaum auffällig wäre.
Und wenn man den seit 10 oder 20 Jahren kennt, ist man eh voreingenommen.

Ausserdem muss man noch die Möglichkeit in Betracht ziehen, das er gar nicht mehr lebt.


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Noch nicht gefasste mutmaßliche RAF-Terroristen

04.05.2026 um 22:53
Staub hat sich ja zumindest irgendwann auch bei Klette in Berlin aufgehalten:
Im Zuge der Ergreifung von Klette im Februar 2024 wurde bekannt, dass sich Staub zeitweilig in der Unterkunft von Klette in Kreuzberg aufgehalten hat. Laut Angaben des LKA deuten DNA-Spuren darauf hin.
Quelle: Wikipedia: Ernst-Volker Staub

Geht man davon aus, dass sich Garweg und Klette nahezu ungetarnt in Berlin aufgehalten haben, und zieht man weiter in Betracht, dass sich in ihrem Lebensumfeld Menschen befanden, die wohl zum Teil (oder vorwiegend) auch dem linken Spektrum zuzurechnen sind, dann erscheint mir bei Staub eine völlig anders geartete Tarnexistenz, die ich mir früher auch vorstellen konnte, einigermaßen abwegig.

Sicher, das linksextremistische Milieu hat über einige Mitglieder Verbindungen in akademische Kreise, über soziale Berufe vielleicht bis hinein in den Öffentlichen Dienst, über Anwälte bis hinein in Justizkreise, aber dass jemand, der bei den Raubtaten so offensiv und teilweise rotzfrech in Erscheinung getreten sein soll, jetzt irgendwo den Spießbürger mit Stadtpanzer und Sandalen geben soll, glaube ich nicht, bzw. kann ich mir nicht so recht vorstellen.

Der Mann hat einen starken Bezug nach Hamburg, und die Metropole an der Elbe ist groß genug, um nicht an jeder Ecke Bekannten in die Arme zu laufen. Er läuft vielleicht nicht gerade in Altona/Sternschanze herum, aber andererseits: Warum auch gerade nicht?

Klette und Garweg lebten nicht unbedingt milieufremd, hatten Bezüge in ihr Umfeld und blieben dennoch Jahrzehnte unbehelligt.

Vielleicht ist es bei Staub immer noch so, falls er noch lebt.

Wenn den jemand anspricht, "bist Du nicht der von der RAF", den wird er am Ärmel packen und sagen, "da vorn steht ein Streifenwagen, lass uns gemeinsam hingehen" - dann ist der weg. Ich glaube, der hat keine Angst - das ist sein Geheimnis.


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