Literatur
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung

Gedichte: Tragik

2.646 Beiträge, Schlüsselwörter: Gedichte, Lyrik, Poesie, Melancholie, Tragik

Gedichte: Tragik

16.05.2020 um 14:38
.... kein Gedicht - aber wahr
„Nur in der Kombination mit dem Schönen erlaubt die Kunst dem Häßlichen das Dasein; in dieser Verbindung aber kann es große Wirkungen hervorbringen.“
Karl Rosenkranz aus "Ästhetik des Häßlichen"



melden

Gedichte: Tragik

16.05.2020 um 14:45
Eins muss ich noch.
„Das unabsichtliche Vermischen der Stilarten, das bewußtlose Überspringen von einer in die andere wird häßlich; komisch wird es nur, wenn es mit Ironie parodistisch hervorgebracht wird.“
Karl Rosenkranz aus "Ästhetik des Häßlichen"


Cool, ich dichte hässlich aber dafür komisch :P:



melden

Gedichte: Tragik

16.05.2020 um 22:05
Heidenröslein
von Johann Wolfgang von Goethe

Sah ein Knab' ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell es nah zu sehn,
Sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Röslein sprach: ich steche dich,
Dass du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
's Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihr doch kein Weh und Ach,
Musst' es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.



melden

Gedichte: Tragik

17.05.2020 um 14:33


Zeichensetzung

Wie verrannt und auch gequält,
verbal "du" dich zum Idioten stählst.
Des Nachtritts keinen Abbruch,
zeigst welch' geistige Umnachtung.
Ignorant nur ums Iche kreisend,
Lob von außen sich einverleibend.
Soll fallen auf dich nieder 'rück,
.... hohles Stück!




melden

Gedichte: Tragik

23.05.2020 um 00:12
Regen, die meisten Menschen sind wie eine Prüfung,
Segen, das man nicht verhindern kann das es diese Prüfung gibt,
Leben, stummer schrei, doch die Sprache der Welt ist hörbar,
Fegen, fege hinfort die Taugenichtse der Schule der Selbstherrlichkeit

Regen, wenn du nicht Nass wirst hast du nie geweint,
Segen, jede Träne jeder Tropfen ist ein beweis deiner Leidenschaft,
Leben, dass Herz pumpt Blut durch deinen Kreislauf,
Fegen, hörst du Tante Trautchen da oben auch noch Eier legen.



melden

Gedichte: Tragik

23.05.2020 um 04:34

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse




melden

Gedichte: Tragik

23.05.2020 um 23:22

ein Gedicht von Adelbert von Chamisso

Seit ich ihn gesehen,
glaub ich, blind zu sein;
wo ich hin nur blicke,
seh ich ihn allein.
Wie im wachen Traume
schwebt sein Bild mir vor,
taucht aus tiefstem Dunkel
heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos
alles um mich her,
nach der Schwestern Spiele
nicht begehr ich mehr.
Möchte lieber weinen
still im Kämmerlein;
seit ich ihn gesehen,
glaub ich blind zu sein.




melden

Gedichte: Tragik

24.05.2020 um 00:50
Lieber geh ich in Flammen unter, als dass ich diese Scham weiter durchleb,
Es ist der bohrende schmerz der durch mein Herz und Fleisch durchgeht,
Der Stoß kam kam unerwartet von hinten,
Dass ich opfer einer Verschwörung wurde sehen sogar die blinden.

Der Sieg war mein, er wurde mir nur gestohlen,
Ich wurde um meine Macht und mein Recht betrogen,
Der Dolch der in meinem Rücken ist zerrt mich zu Boden,
Ich bin so Hungrig, in meinem Magen ist bereits ein Knoten.

Wenn hol ich mir meine Ehre,
Wann mach ich mir Untertan die ganze Erde,
Wann gebührt mir die Ehre,
Wann kennt mich die ganze Erde.

Ich sterbe lieber voller schmerz und mit aufrichtigem Herzen,
Ich geh unter für meine Heimat und für mein Blut,
Mir doch egal, wenn alle mich zu Grabe tragen werden,
Ich kämpfe gegen diese Brut.

Was ist das Opfer meiner weinenden Familie gegenüber dem Sieg,
Meine Seele fängt mehr schmutz im Krieg,
Meine Frau ist alleine doch ich sterb mit stolz,
Ich habe kein Herz sondern an der stelle bin ich aus Holz.

Ich hab keine Gefühle denn ich bin ein Held,
Ich brauche nur befriedigung meiner Gier und kein Geld,
Ich brauche keine Empfindungen denn ich bin ein Held,
Ich mach noch heute Untertan die ganze Welt.



melden

Gedichte: Tragik

24.05.2020 um 23:36


.... ist alles Nichts

Nichts gesagt und nichts gehört,
und dennoch stark daran gestört.
Nichts gedacht und doch empfunden,
wie, ungewollt, fest angebunden.
Nichts gesehen und doch entdeckt,
wie ein unsichtbarer Fleck.
Nichts getan und doch bekommen,
in keinster Weise besonnen.

Nichts ist wirklich höllisch,
und irgendwie rebellisch.
Ich wünschte mir da wäre was,
aber nichts, nichtmal Hass.

Nichts ist alles.....





melden

Gedichte: Tragik

25.05.2020 um 00:49

Diese Zeiten
Sind gewaltig,
Bringen Herz und
Hirn in Not
Ruhe, ruhe,
Meine Seele . . .

Karl Henckell




melden

Gedichte: Tragik

25.05.2020 um 01:43

„Immer enger wird mein Denken
immer blinder wird mein Blick,
mehr und mehr erfüllt sich täglich
mein entsetzliches Geschick.
Kraftlos schlepp ich mich durchs Leben
jeder Lebenslust beraubt,
habe keinen, der die Größe
meines Elends kennt und glaubt.
Doch mein Tod wird Euch beweisen,
daß ich jahre-, jahrelang
an des Grabes Rand gewandelt,
bis es jählings mich verschlang.“

- Aus: Erwin Ringel - Die österreichische Seele




melden

Gedichte: Tragik

25.05.2020 um 09:21



Bilderrahm ziert Bildes nah,
oh Gott, bewegt sich ja.
Meine Güte ist das hässlich,
so richtig richtig grässlich.
Muss den Rahmen wechseln schnell,
vllt einer in Hell?
Himmel Herr dieses Bild,
wäre es doch nur nicht wild!
Diese Olle da, mit ihrer Fratze,
was für eine grottenschlechte Bratze.
Der Rahmen, nun in braun,
ich könnt die Olle da echt hau'n.
Bewegt sich immer genau wie ich,
das Bild nervt, so richtig mich!
Dann kommts halt weg,
hier.. unters Bett.
Ja nun gehts, doch die Wand ist leer,
wo krieg ich n Neues her?




melden
Lexter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Gedichte: Tragik

25.05.2020 um 09:54
hab's dir einmal gesagt
hab's dir zweimal gesagt
ein drittes mal sag ich's nicht:
- UN-BE-WOHN-BAR MACHEN -
das loch das bleibt
wird ekelhaft sein



melden

Gedichte: Tragik

25.05.2020 um 11:13
Freunde

Man ick saje dir, dit is nee lustich
ick bin fast taub un nich mehr rüstich.
Ick hatte ma,... jetz. hör. ma. zu!
... Ick hatte ma zehn paar Schuh.
Un wenn ick dir jetz ooch noch saje,
ick hatt ooch furchtbar lange Haare,
denn wirste kieken blöde,
weil ick erzähl dir dit so spröde.
Man ick saje dir, ick hatte wat und war ooch wer,
is halt rischtee lange her.

Ja, das kenn ich,
ich versteh dich.
Komm, das bringt so nichts,
ich bring dich ans Tageslicht.
Jetzt trink noch aus und dann sieh zu,
wir machen jetzt n Schuh.

Ick hatte ma,... jetz. hör. ma. zu!
... Ick hatte ma zehn paar Schuh.

Ich weiss doch, ja du hattest viel,
du bist für heute jetzt am Ziel.
Jetzt komm halt, hier ist auch dicht,
....mein letztes Wort bleibt Tageslicht!



melden

Gedichte: Tragik

25.05.2020 um 11:52
Wir müssen uns jetzt fragen....
Fragen? Was gäbs denn da zu sagen?!
Ob wir wirklich schweigen sollen.....
Schweigen? Was sonst sollten wir denn wollen?!
Und ob es sinnvoll ist nicht zu reden....
Sinnvoll? Was hättest du mir schon zu geben?!
Jetzt wart doch mal, wir sollten....
Sollten?... etwas was wir beide wollten?!
Nein, jetzt lasse mich doch mal....
Lassen? Wird dir die Lippe jetzt schon schmal?!
Man, du musst mich auch mal auspre...
Müssen?... müsst ich dich eigentlich nur hassen!
Ja, ist recht du liegst ja richtig.
Recht? War dir DAS so wichtig?!

So wurd gesprochen ohne was zu sagen,
dem einen... platzte dann der Kragen.
Es war versucht wie eh und je,
so eklig wie Kamillentee.
Die Gespräche die nicht enden wollen,
mit ner eifersüchtig' Ollen.



melden

Gedichte: Tragik

19.07.2020 um 11:29
Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete

er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne
er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith

wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr anderen spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus
Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

- Paul Celan -



melden

Gedichte: Tragik

24.07.2020 um 22:04
Unter alten Eichen
Erscheinst du, Elis, ein Ruhender mit runden Augen.

Ihre Bläue spiegelt den Schlummer der Liebenden.
An deinem Mund
Verstummten ihre rosigen Seufzer.

Am Abend zog der Fischer die schweren Netze ein.
Ein guter Hirt
Führt seine Herde am Waldsaum hin.
O! wie gerecht sind, Elis, alle deine Tage.

Leise sinkt
An kahlen Mauern des Ölbaums blaue Stille,
Erstirbt eines Greisen dunkler Gesang.

Ein goldener Kahn
Schaukelt, Elis, dein Herz am einsamen Himmel.

---------------------------

Ein sanftes Glockenspiel tönt in Elis' Brust -.
Am Abend,
Da sein Haupt ins schwarze Kissen sinkt.

Ein blaues Wild
Blutet leise im Dornengestrüpp.

Ein brauner Baum steht abgeschieden da;
Seine blauen Früchte fielen von ihm.

Zeichen und Sterne
Versinken leise im Abendweiher.

Hinter dem Hügel ist es Winter geworden.

Blaue Tauben
Trinken nachts den eisigen Schweiß,
Der von Elis' kristallener Stirne rinnt.

Immer tönt
An schwarzen Mauern Gottes einsamer Wind. Georgh TraklUnter alten Eichen
Erscheinst du, Elis, ein Ruhender mit runden Augen.

Ihre Bläue spiegelt den Schlummer der Liebenden.
An deinem Mund
Verstummten ihre rosigen Seufzer.

Am Abend zog der Fischer die schweren Netze ein.
Ein guter Hirt
Führt seine Herde am Waldsaum hin.
O! wie gerecht sind, Elis, alle deine Tage.

Leise sinkt
An kahlen Mauern des Ölbaums blaue Stille,
Erstirbt eines Greisen dunkler Gesang.

Ein goldener Kahn
Schaukelt, Elis, dein Herz am einsamen Himmel.

2

Ein sanftes Glockenspiel tönt in Elis' Brust -.
Am Abend,
Da sein Haupt ins schwarze Kissen sinkt.

Ein blaues Wild
Blutet leise im Dornengestrüpp.

Ein brauner Baum steht abgeschieden da;
Seine blauen Früchte fielen von ihm.

Zeichen und Sterne
Versinken leise im Abendweiher.

Hinter dem Hügel ist es Winter geworden.

Blaue Tauben
Trinken nachts den eisigen Schweiß,
Der von Elis' kristallener Stirne rinnt.

Immer tönt
An schwarzen Mauern Gottes einsamer Wind.


- Georg Trakl - Elis



melden

Gedichte: Tragik

24.08.2020 um 22:22

So schadet meist der böse Rath
Demselb'n, der ihn gegeben hat.
Denn wer ein'n andern Fallstrick legt,
Sich selbst darin zu fangen pflegt.

Georg Rollenhagen




melden

Gedichte: Tragik

24.08.2020 um 22:24

Natürlich ist im Sterblichen,
So wie das Gute, auch der Sinn des Bösen.
Ich mag des Menschen Bosheit, Tücke
Und Selbstsucht sehen, oder seh'n des Geiers
Blutdürstige Mordlust und des Wolfes Gier,
Des Affen Hinterlist – mich kränkt der eine
Nicht mehr, nicht minder, als der andre.

Molière




melden

Gedichte: Tragik

24.08.2020 um 22:39

Seit ich ihn gesehen

Seit ich ihn gesehen,
glaub ich, blind zu sein;
wo ich hin nur blicke,
seh ich ihn allein.
Wie im wachen Traume
schwebt sein Bild mir vor,
taucht aus tiefstem Dunkel
heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos
alles um mich her,
nach der Schwestern Spiele
nicht begehr ich mehr.
Möchte lieber weinen
still im Kämmerlein;
seit ich ihn gesehen,
glaub ich blind zu sein.

Adelbert von Chamisso




melden