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Gedichte: Tragik

2.651 Beiträge, Schlüsselwörter: Gedichte, Lyrik, Poesie + 2 weitere

Gedichte: Tragik

25.08.2020 um 01:06
Seelenfrieden

Laß ruhen die Vergangenheit,
denn ändern wirst du doch nichts mehr.
Es kommt zu dir im bunten Kleid
die Zukunft und bringt Neues her.
Zupfe nicht an jenen Schleiern,
die bedecken, was geschah.
Statt alte Feste nur zu feiern
sieh was sein kann, nicht was war.
Dein Leben, wie es einst gewesen
verändert stets der Zahn der Zeit.
Die Seele niemals kann genesen,
wenn dies hinzunehmen du nicht bist bereit.
Drum blick nach vorne, nicht zurück,
hör auf im Damals zu verweilen.
Im Heut und Morgen such dein Glück
und deine Seele, die kann heilen.

© Sarah Razak


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Gedichte: Tragik

25.08.2020 um 11:09
Du wirst es nicht zu Tüchtigem bringen
bei deines Grames Träumereien,
die Tränen lassen nichts gelingen;
wer schaffen will, muß fröhlich sein.

Wohl Keime wecken mag der Regen,
Der in die Scholle niederbricht,
Doch golden Korn und Erntesegen
Reift nur heran bei Sonnenlicht.

Theodor Fontane


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Gedichte: Tragik

25.08.2020 um 12:20
Wie sich das nackte Schaf mal schwer gehen ließ
© Volker Kriegel

Eins von den splitternackten Schafen,
das konnte nachts partout nicht schlafen.
Es lief zur Wirtschaft um halb zehn
und blieb direkt am Tresen stehn.
"Herr Ober," schrie das nackte Tier,
"ein Fernet und ein Weizenbier!"

Es kippte rasch den Schnaps, den braunen,
die Herren konnten nur noch staunen.
Das Schaf besoff sich wie ein Schwein,
acht Weizen waren es allein,
dazu elf Fernet und drei Gin -
macht vierzehn Schnäpse, immerhin!

Viel später dann (es war schon vier)


begann das angesoff'ne Tier
SEHR laut zu singen, aber wie! -
die Herren staunten wie noch nie.
Das Schaf sang schwer obszöne Lieder,
eins nach dem andern, immer wieder.

Die Herren sagten: "Nicht zu fassen!
Wie kann man sich so gehenlassen?!"
Trotzdem sind sie dann noch geblieben,
bis ganz zum Schluß, so gegen sieben.
Der Wirt gab noch zwei Runden aus,
dann wankte man erschöpft nach Haus.


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Gedichte: Tragik

26.08.2020 um 18:36
Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär',
Fräß' und lög' er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt' er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

Heinrich Heine


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Gedichte: Tragik

27.08.2020 um 06:30
Frau Lüge

Sie log nur so, daß die Fetzen flogen,
Ihr zweites Wort war sicher gelogen,
Und wenn sie nichts zu erzählen gewußt,
Dann log sie erst recht nach Herzenslust.

Sie ging auf die Straße und fand eine Lüge,
Sie kam aus der Kirche und wußt ein Lüge:
Bei ihrer Frau Base, bei ihrem Mann,
Ihr Lüge auf Lüge vom Munde rann.

Sie log aus Not und log aus Vergnügen,
Sie log aus der reinsten Freude am Lügen,
Ja, selbst ihr Träumen war Lügengespinst –
Des anderen Glaube nur war ihr Gewinst.

Und als sie nun endlich zum Sterben gekommen,
Und der Lügenteufel sie zu sich genommen:
Was Wunder, wenn solch einer Frauen Mann
Ihr nun auch ihr Sterben nicht glauben kann?

Er kam betrunken nach Haus wie immer
Und nahte sich schwankend dem traulichen Zimmer –
Laut redend hat er am Wege studiert,
Wie er ihr Keifen und Lügen pariert.

Da trat ihm entgegen mit tränender Nase
Und schluchzender Stimme die gute Frau Base –
Er aber schrie polternd, vom Zorne rot:
»Sie lügt, sie lügt! Sie stellt sich nur tot!«

Ludwig Scharf


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Gedichte: Tragik

31.08.2020 um 12:46
Nachts im Wald

Bist du nie des Nachts durch den Wald gegangen,
wo du deinen eigenen Fuß nicht sahst?
Doch ein Wissen überwand dein Bangen:
Dich führt der Weg.

Hält dich Leid und Trübsal nie umfangen,
daß du zitterst, welchem Ziel du nahst?
Doch ein Wissen übermannt dein Bangen:
Dich führt dein Weg.

Christian Morgenstern


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Gedichte: Tragik

16.09.2020 um 15:23

- Gedicht Bonedog aus dem Film I’m Thinking of Ending Things -



Du denkst an die Insekten, die sich am Gras festhalten, an die endlos lange Fahrt, Pannenhelfer und Eiscreme,
an die eigenartigen Wolkenformen und an die Stille, weil du ... einfach nicht zurückwillst, denn nach Hause zu kommen, ist so ... ist furchtbar. Die häusliche Stille und die Wolken tragen zu deinem generellen Unwohlsein bei.
Die Wolken an sich sind dir suspekt und bestehen aus etwas ganz anderem als jene, die du hinter dir gelassen hast.
Du selbst bestehst aus einem völlig anderen Wolkengemisch.
Zurückgegeben, Mangelware, Kranke wurden vom Mond licht, unglücklich darüber, wieder da zu sein, schlaff an den falschen Stellen, ein schäbiger Anzug, ausgebeult, ohne Form, wie ein alter Spüllappen.
Endlich zu Hause.

Doch irgendwie ist ... alles anders. Die Gravitationskraft der Erde hat sich verdoppelt; deine Schnürsenkel hängen traurig nach unten wie deine Schultern. Der Stempel deiner Sorgen auf der Stirn ist tief eingeätzt, vertieft in deine Gedanken kehrst du heim - einzig ein dünner Faden bindet dich an den nächsten Tag.
Auch egal.

Du stöhnst dem nächsten identischen Tag entgegen, der eine geht, der andere kommt.
Na und? So ist das eben, du bist zurück.
Die Sonne geht auf und unter wie eine ausgelaugte Hure. Das Wetter ist stets gleich, es will sich einfach nicht ändern. Aber du wirst älter. Nichts bewegt sich, nur die sich ändernden Gezeiten von Salz in deinem Körper. Deine Sicht trübt sich, du trägst das Wetter mit dir, der große blaue Wal. Ein Skelett der Dunkelheit.

Und dann kommst du zurück. Mit Röntgenblick. Deine Augen haben Hunger.
Du kommst nach Hause mit deinen neuen "Talenten" - in ein Haus aus Knochen.
Von da an siehst du ... nichts anderes als Knochen.


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Gedichte: Tragik

17.09.2020 um 21:24
@Flamingo

Geilo. :Y:


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Gedichte: Tragik

17.09.2020 um 21:26
@NoSleep

Wie ich diese qualifizierten Kommentare schätze. So pointiert!


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Gedichte: Tragik

22.11.2020 um 13:58
Leg du auf meine Lebensgeige
die Hände an des Schicksals Statt, –
daß ich vergesse, was für feige
Töne jede Saite hat.

Lehr mich ein Lied. Ein Lied, das zage
wie Glückserinnerung beginnt.
Ein Lied für meine Feiertage,
die ohne alle Hymne sind.

- Rilke -


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Gedichte: Tragik

22.11.2020 um 20:56
Min Jehann
Von Klaus Groth

Ik wull, wi weern noch kleen, Jehann,
do weer de Welt so groot!
Wi seten op den Steen, Jehann,
weest noch? bi Nawers Soot.
An Heben seil de stille Maan,
wi segen, wa he leep,
un snacken, wa de Himmel hoch
un wa de Soot wul deep.

Weest noch, wa still dat weer, Jehann?
Dar röhr keen Blatt an Boom.
So is dat nu ni mehr, Jehann,
as höchstens noch in Droom.
Och ne, wenn do de Scheper sung,
alleen int wide Feld:
Ni wahr, Jehann? Dat weer en Toon!
De eenzige op de Welt.

Mitünner inne Schummerntid
denn ward mi so to Moot.
Denn löpt mi't langs den Rügg so hitt,
a domals bi den Soot.
Denn dreih ik mi so hasti um,
as weer ik nich alleen:
Doch allens, wat ik finn, Jehann,
dat is - ik sta un ween.


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Gedichte: Tragik

23.11.2020 um 06:28
Warum nicht mal ein Heldengedicht?

Die Tragik ist unermesslich....


Smintheus! hab ich dir je den prangenden Tempel gekränzet,
Oder hab' ich dir je von erlesenen Farren und Ziegen
Fette Schenkel verbrannt; so gewähre mir dieses Verlangen:
Meine Tränen vergilt mit deinem Geschoss den Achaiern!
Also rief er betend; ihn hörete Phoibos Apollon.


Brandaktuell.

Und etwas weiter unten heißt es - Achtung: hier kommt die Tragik volles Rohr - :

Nicht hinfort, o Peleid', entflieh' ich dir, so wie bis jetzo!
Dreimal umlief ich die Feste des Priamos, nimmer es wagend,
Deiner Gewalt zu beharren; allein nun treibt mich das Herz an,
Fest dir entgegen zu stehn, ich töte dich, oder ich falle!
Lass uns jetzt zu den Göttern emporschaun, welche die
Zeugen des Eidschwurs sind, und jegliches Bundes Bewahrer.
Denn ich werde dich nimmer mit Schmach misshandeln, verleiht mir
Zeus, als Sieger zu stehn, und dir die Seele zu rauben;
Sondern nachdem ich gewonnen dein schönes Geschmeid', o Achilleus;
Geb' ich die Leiche zurück den Danaern. Tue mir Gleiches.
Finster schaut' und begann der mutige Renner Achilleus:
Hektor, mir nicht, unvergesslicher Feind, von Verträgen geplaudert!
Wie kein Bund die Löwen und Menschenkinder befreundet,
Auch nicht Wölf' und Lämmer in Eintracht je sich gesellen;
Sondern bitterer Hass sie ewig trennt voneinander:
So ist nimmer für uns Vereinigung, oder ein Bündnis,
Mich zu befreunden und dich, bis einer, gestürzt auf den Boden,
Ares mit Blute getränkt, den unaufhaltsamen Krieger!
Jeglicher Kampfeskund' erinnre dich! Jetzo gebührt dir's,
Lanzenschwinger zu sein, und unerschrockener Krieger!
Nicht entrinnst du annoch; durch meine Lanze bezähmt dich
Pallas Athene sofort! Nun büßest du alles auf einmal,



https://www.gottwein.de/Grie/hom/il22.php

Geilo. *.*


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Gedichte: Tragik

27.11.2020 um 08:45
Die Ketten des Neides

Die Freiheit zu sein... wie man ist,
ist was dem Pöbel nicht ins Gemüte passt.
Dazu zu stehen wer du bist,
ist was ein schwaches Gegenüber hasst.
Bedrohlich falsch und hintenrum..
ist Methodik damit klar zu kommen.
Natürlich lächerlich und gar dumm,
von Realismus unbenommen.
Wessen Neid zerfrisst den Kern des inner'n,
der kann nicht einfach gönnen!
Es raspelt deren Seele fort - 'ohne bedauerliches Wimmern' ,
... als würden sie nichts anderes können!
Der Gnade und des reinen Herzen
so fort wie des frohen Kindes zur Vernunft,
haben Liebe dauerhaft ersetz durch missgünstige Schmerzen,
wie der kalte Regen verformt zu schleierhaftem Dunst.
Sonnenstrahlen schaffen es nicht durch diesen Schleier,
... haben wahrlich keine Chance,
sind gefangen in boshaftem Geseier,
... In reinster Disbalance.
Die Hand gestreckt zum Gegenüber, der Stütze wegen,
-greift ins Leere und findet keinen Reinen,
... könnte man stattdessen auch ins heiße Feuer legen,
- stattdessen reissen alle Leinen.

So kann man keinen retten,
sie liegen selbstbestimmt in Ketten.
Den Schlüssel haben sie selbst am Mann,
keiner da, der dort helfen kann!


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Gedichte: Tragik

27.11.2020 um 08:51
Die Tragik

Ich stelle fest,
Ich bin tragisch,
Und ein bisschen fragil.
Ich schieße zu
schnell übers Ziel.
Ich überschreite
Die Zeiten.
Um mir selbst
Freude zu bereiten.

Ich setze Voraus,
In der Welt,
Das sie mich
Zusammen hält.
Die Gaben
Der Gezeiten,
Sind voll Tragikcomedy,
In der geistigen
Melancholie.

Im Rausch der Medikation,
Erarbeite ich den Lohn,
Finde mein Lächeln wieder,
Und alles ist wie früher.
Ich stelle mich ein,
Auf mein neues Sein,
Damit ich erkenn,
Wovor ich wegrenn.

Ich trenne nicht,
Ich bin das Licht,
Mein Weg ist geradeweg,
In das Versteck.
Ich steuer mein Licht,
Und mach es hell,
Dann vergeht das schnell.

Ich träum vom Frieden,
Auf der Welt,
Nicht von dem Tragikheld,
Der mir nicht gefällt.
Ich schicke mich vor,
Durch das goldne Tor,
Hinein in den Moment,
In den Jeder kennt.
Tragik Tragikmoderne,
Ich renn an die Laterne.
Denn ich mag
Leben sehr gerne.


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