DearMRHazzard schrieb:Söring hält immer dann die Aussagen von Elizabeth Haysom für die Wahrheit wenn sie ihm nützen, und Elizabeth Haysom lügt immer dann wenn ihre Aussagen ihm nicht nützen. Das gleiche gilt auch für ihn selbst. Immer wenn ihm etwas nützt, dann war es genau so und nicht anders, und wenn ihm etwas nicht nützt, dann war alles ganz anders.
Perfekt formuliert!
Dieses Muster zieht sich durch seine Kampagne. Experten, die ihn angeblich entlasten, sind dann natürlich nicht zu hinterfragen. Aber Experten, die ihn belasten, das sind dann die "Reifenspezialisten", "Azubis", "Realschulabsolventen" und vor allem "keine Genetiker"!
Bezüglich Netflix Serie wird das sehr deutlich. Der Pathologe Dr. Stuart Hamilton wird von ihm ständig erwähnt. Aber was sagt der denn jetzt genau?
Er sagt klipp und klar, dass die Tat nicht so abgelaufen sein kann, wie J. S. sie geschildert habe!
Jetzt muss man wissen, dass J. S. in seinen Geständnissen nie über die abscheuchlichen Verstümmelungen gesprochen hatte. Da hatte er immer passend eine Gedächtnislücke. Der Pathologe geht davon aus, dass beide Opfer zunächst verletzt worden sind und erst später wurden ihnen diese Gräueltaten zugefügt. Das passt in der Tat überhaupt nicht auf das, was J. S. gestanden hat! Aber es passt auf das ganze Bild, dass J. S. Angst vor der Todesstrafe hatte und deswegen "nur" die Tat zugeben wollte, um zwar seine Kooperationsbereitschaft zu zeigen, aber nicht als abscheuliches Monster dazustehen. Das geht doch mehr als eindeutig aus seinen Geständnissen vom 05.-08.86 hervor. Sorry, aber das erkennt auch jeder Laie!
Ich glaube auch nicht, dass der erste Schnitt von J. S. gegenüber D. H. direkt so tief war, dass er nicht mehr reden konnte. Das erfolgte später in einer Art wahnsinnigen und unkontrollierten Wutattacke, als beide Opfer aber schon überwältigt waren. Aber ich glaube schon, dass der erste Schnitt D. H. gegenüber so war, wie J. S. es gestanden hatte, also von hinten und vor allem überraschend!
Eine Möglichkeit wäre, dass J. S. nicht nochmal ins Haus zurückkehrte, um das Licht zu löschen, sondern, weil er besorgt war, dass beide Opfer noch leben könnten. Dagegen spricht aber die Zeit, denn seine unkontrollierte Wut hätte dann schon abklingen müssen.
Von daher kann man über die Gräueltaten letztendlich nur spekulieren. J. S. wird es uns niemals verraten! Dass er sie aber verübt hat, steht außer Frage!
Eine andere Expertin in der Netflix Serie, Dr. Sarah Reel, die sogar ihren Doktor in Sachen Fußabdrücke gemacht hat, erwähnt J. S. dagegen gar nicht!
Wir erleben das gleiche Muster: Zunächst einmal gar nicht erwähnen! Wenn das dann doch mal Thema werden sollte, dann wird diese Person in irgendeiner Weise angegangen! Diese Podologin zeigt auch endlich mal Praxis und redet nicht um den heißen Brei herum! Sie schließt E. H. eindeutig vom Sockenabdruck aus. Sie bestätigt damit auch den Laborbericht vom 8.11.1985, den J. S. natürlich auch stets verschweigt! Übrigens, auch Chuck Reid erwähnte, dass die Fußabdrücke am Tatort nicht zu E. H. passen würden. Warum er heute anderer Meinung ist? Tja....
Was schließen wir daraus?
In diesem Stream mit Hammel sagt J. S. selber, dass entweder er oder E. H. diesen Sockenabdruck hinterlassen hat. Ich frage mich zwar immer noch, woher er das wissen will, wenn doch angeblich mehrere Täter am Tatort waren, er aber halt nicht...aber gut....J. S. und Logik....!
Dementsprechend kommen auch nur zwei Personen für diesen Sockenabdruck in Frage und das wäre dann mehr als eindeutig er!
Encomium schrieb:5. Meine Strategie bestand darin, die Aufmerksamkeit immer wieder auf die entscheidenden Fakten des Falles zu lenken: Sörings Geständnisse, die Aussage von Elizabeth Haysom, seine katastrophale Aussage vor Gericht, seine absurde Darstellung der Ereignisse in der Nacht der Morde, die erdrückenden Beweise gegen ihn und die Tatsache, dass er vor keinem Gericht auch nur einen einzigen Sieg erringen konnte. Abgesehen davon: Söring einfach reden und reden und reden zu lassen, damit er das Publikum langweilt und sich in seinen üblichen Widersprüchen verstrickt. Wie das englische Sprichwort sagt: „Gib ihnen genug Seil, und sie hängen sich selbst.“
Hallo Andrew,
ich verstehe deine Herangehensweise und ich verstehe auch, dass man extrem viel Geduld braucht, wenn man J. S. gegenübersitzt. Aber viele Zuschauer sind nicht tief genug im Fall drin und sehen dann in J. S. einen guten Redner, der auf alles eine Antwort zu haben scheint, obwohl das genaue Gegenteil zutrifft. Er hat auf nichts eine Antwort!
Aber das merken solche Zuschauer eben erst, wenn man nachhakt! Man muss J. S. gewisse Dinge in zweiter oder dritter Instanz erklären lassen, dann kommt er ins Wanken und stottert sich einen ab.
Beispiel:
"Wir sind geflohen und ich habe meine Fingerabdrücke abgewischt, weil ich auf Flucht nicht identifiziert werden wollte." Klingt auf den ersten Blick erstmal nicht abwegig.
Du hättest kontern müssen: "Aber warum flieht ihr aus dem Land, in dem dein angeblicher diplmatischer Schutz gilt? Damit habt ihr euren ganzen Plan instant kaputtgemacht! Zudem hatte E. H. ihre Proben abgegeben. Sie wären also über sie identifiziert worden, weil sie ja ständig zusammen waren!"
Die Antwort von J. S. wäre dann in etwa so gewesen: "Äh...äh...äh...(Kugelschreiber drohend erhoben!)...äh...wir dachten...äh...wir dachten, das geht nicht! Wir waren so jung und naiv!"
Es ist schon fast bermerkenswert, dass die beiden von Rebell Comedy ihn mehr ins Wanken gebracht haben, obwohl beide keinen blassen Schimmer vom Fall haben.
Deswegen war ich leicht enttäuscht über deine Vorgehensweise.
Naja, vielleicht gibt's ja noch ein Rückspiel!.....Hab ich das gerade wirklich geschrieben?