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Ist die Schule nicht überflüssig? Zumindest kann man das System ändern

210 Beiträge, Schlüsselwörter: Musik, Schule, Kunst, Propaganda, Oberflächlichkeiten
tohuwabohu
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Ist die Schule nicht überflüssig? Zumindest kann man das System ändern

13.03.2016 um 12:36
@Warhead
Warhead schrieb:aus mir ist trotzdem nix geworden
Ich denke damit triffst du den Nagel auf den Kopf; was der Diskussionsleiter damit sagen will: Man kann auch mit wenig glücklich sein und das mit 15 bereits erkannt zu haben, zeigt für mich besondere Reife. Viele sind 40, 50 und streben nach immer mehr und mehr, obwohl man doch auch mit weniger zufrieden sein kann. Ich studiere auch ohne Ziel, ob etwas aus mir wird oder nicht, ist mir auch egal, denn ich vertraue darauf, dass Gott mir den rechten Weg zeigt. Dazu gehört keine Anerkennung der Gesellschaft. Die Gesellschaft sieht das natürlich anders, aber auch nur, weil die meisten den falschen Weg gehen und sich blenden lassen. Natürlich ist es auch gut, wenn man Ziele hat, aber viel wichtiger ist, dass man sich vom Heiligen Geist leiten lässt. Denn Gott weiß immer das Beste für dich. Lege dein Leben in Gottes Hand und du bekommst mehr als du erwartet hättest.


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keyshan
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Ist die Schule nicht überflüssig? Zumindest kann man das System ändern

13.03.2016 um 16:06
Mit Ende der Realschule, 10. Klasse haben viele Schüler noch gar keinen Plan von irgendwelchen Jobs, geschweige denn davon, was sie eigentlich wollen.


Die Schulen müssten jeden Schüler individuell betreuen können, immerhin gibt es Schüler, die sau schlecht in Mathe aber sehr gut in Fremdsprachen sind. Hier sehe ich Handlungsbedarf. Ausserdem ist das Tempo für einige zu langsam, für andere zu schnell. Einen Mittelweg gibt es für diese Schüler nicht, entweder sie kommen nicht mit oder langweilen sich.


Ich bin damals vom Gymnasium gegangen, weil ich keine Lust mehr hatte, lernen zu müssen. Auf der Realschule habe ich mich so tierisch gelangweilt, dass ich nur noch zu den Arbeiten erschien und dort dann die einsen und zweien ablieferte. Ohne gelernt zu haben, ohne im Unterricht gewesen zu sein. Vorallem in Englisch war ich immer der Beste :troll:


Lange Rede, kurzer Sinn, da ich nie da war, konnte ich in der 8. Klasse nicht versetzt werden und hatte die Wahl: Sitzen bleiben, BBS, oder Hauptschule. Sowohl HS wie auch sitzen bleiben waren keine Option, da ich mich dort ja noch mehr langweilen würde.


Also ging ich auf die BBS, wurde depressiv und hatte keinen Abschluss. Den habe ich Jahre später mit einser Schnitt nachgemacht und meine Kochausbildung direkt danach angefangen.


Deswegen bin ich auch stark gegen diese Gesamtschulen, da Schüler mit unterschiedlichen Präferenzen und Intellekt dort einfach untergehen. Es müsste an allen Schulen Kurse geben, die - je nach Leistung- gestaffelt werden. Das gab es früher in der sog. Orientierungsstufe.

DIe grobe Richtung dieses Prinzips ist ja HS, RS, GYM. Das ist schon mal eine grobe Einteilung, bedarf aber mehr Feinjustierung. Wenn jemand einen Realschulabschluss mit 3,0 bekommt, in derselben Klasse wie jemand, der ihn mit 1,5 bekommt, sehe ich Handlungsbedarf.

Letztenendes leiden die Schüler alle irgendwie, die, die sich langweilen haben Frust und die, welche nicht hinterherkommen auch.

Allerdings kann man nicht erwarten, dass ein guter Realschüler auch auf dem Gymnasium zurecht kommt. Die Lerngeschwindigkeit ist einfach krass und wenn man andere Interessen hat als zu lernen, dann hat man Probleme. Ich hatte damals mehr Interesse mit Freunden draußen zu spielen, als eben zu lernen.


Meine ehemalige Lehrerin, habe sie vor ein paar Monaten mal zufällig getroffen, sagte mir folgendes:

Ich habe mich damals immer beschwert, dass alles so langsam geht. Schule geschwänzt und irgendwie war sie traurig, dass ich meine Möglichkeiten derart verhauen habe.
Jedenfalls sagte sie auch, dass ich Klassenkameraden zu spüren gab, dass sie "dumm" sind, in dem ich eben nie da war und trotzdem gute Noten schrieb. Ausserdem scheine ich mich dahingehen geäussert zu haben. :troll:




Ob ich je mein Abi hätte geschafft, weiss ich nicht.


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Schrotty
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13.03.2016 um 16:23
Schule ist per se nichtÜberflüssig.

Das Problem sind oft die echt verstaubten Schulsysteme und der oft inneffiziente Lehrstoff.

Dabei Zeigen Schulsysteme in den nordländern und in Japan, das es auch anders geht.

Einzigr Knakpunkt der mich an japan stört, ist das Überintensive Leistungspensum, wo Schule noch über die Regularzeit hinaus geht, oft bis in die Abendstunden.


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14.03.2016 um 09:44
@Schrotty

Na die Japaner müssen ja schon in der Schule auf ihre Jobs vorbereitet werden, wo sie dann auch schuften bis sie (tot) umfallen. Ich glaube nicht, dass man sich an der Bildungs- und Arbeitskultur von Japan viel abschauen sollte.


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14.03.2016 um 11:38
Ich musste ja schon ein wenig schmunzeln, als ich diesen Thread gelesen habe. Du erinnerst mich ungemein an mich selbst, als ich 15 war.

Die Einstellung "alles wird so weiter gehen wie es ist" wird dich in deinem Leben nicht weit bringen, glaub mir das. Ich habe letztes Jahr Abi gemacht und werde bald anfangen Medienkommunikation zu studieren. Ich war auch nie der Typ, der zielgerichtet war und einfach so vor sich herleben wollte. Aber jetzt wo ich Auto fahre und die Steuer dafür selbst zahle, merke ich, dass ich selbst Leistung erbringen muss um in dieser Gesellschaft zu bestehen. Es mag für einen 15-Jährigen -versteh mich nicht falsch, ich meine das keinesfalls despektierlich- zwar ein "trauriger" Gedanke sein, sich so in diesen normalen Trott einzufügen, aber das ist die Realität. Du wirst lernen, deine Zeit, die du für dich hast, gamz anders zu erleben und wertzuschätzen und deine Leistung und den Ertrag dessen zu genießen. Philosophie ist ein tolles Thema, aber es sollte nicht dein Grundlebensinhalt sein. Und vor allen Dingen: Du denkst zu kurz. Du hörst eine These (Precht) und akzeptierst sie, ohne die Idee weiterzudenken, Szenarien zu bilden und selbst konkrete, ausformulierte Ideen daraus zu ziehen. Mach das von mir aus auch mit meinem Kommentar, das macht dich erst zu einem interessanten Diskussionspartner :D

Du hast Glück dass ich jetzt mit meinem Hund (der auch Geld kostet) spazieren gehen muss, sonst würde ich dir einen ganzen Roman schreiben. Und sorry für die beschissene Formatierung, ich schreibe vom Handy (Das auch Geld kostet, nicht nur in der Anschaffung, sondern auch der Vertrag)


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14.03.2016 um 14:07
Die Sperre vom TE ist doch vorbei. Kommt er irgendwann mal wieder?

@Schrotty
Schrotty schrieb:Das Problem sind oft die echt verstaubten Schulsysteme und der oft inneffiziente Lehrstoff.
Unser Schulsystem ist vom Grundlegenden her alt. Das stimmt.
Aber was ist "ineffizienter Lehrstoff" ?

Schrotty schrieb:Dabei Zeigen Schulsysteme in den nordländern und in Japan, das es auch anders geht.

Einzigr Knakpunkt der mich an japan stört, ist das Überintensive Leistungspensum, wo Schule noch über die Regularzeit hinaus geht, oft bis in die Abendstunden.
Den Knackpunkt kannst du mit dem Beitrag von @slider ausweiten. Insgesamt wüsste ich nicht was am japanischen Schulsystem so viel besser ist. Kannst du das erläutern?

Das Skandinavische Schulsystem gefällt mir persönlich auch sehr. Dort wird uns etwas vorgemacht, von dem wir uns eine Scheibe abschneiden sollten.


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Ist die Schule nicht überflüssig? Zumindest kann man das System ändern

17.03.2016 um 10:17
Ich glaube, es hatte jeder Schueler mal Zeiten, in denen er an der Schule, den Inhalten oder dem Sinn derselben gezweifelt hat. Und ehrlich, ich bin auch nicht immer gerne hingegangen, oft sogar sehr widerwillig.
Und ich denke auch, man versteht nicht sofort, warum man dies oder jenes lernen soll. Und natuerlich, nicht jeder kann alles, was er gelernt hat, auch spaeter im Beruf verwenden, das geht auch nicht, selbst in der Berufsschule lernt man in den Allgemeinfaechern Dinge, die mit dem gewaehlten Beruf nur wenig zu tun haben.

Die Schule bildet, so denke ich, eine Art Schnittstelle, die gewisse Dinge kann, die Voraussetzungen schafft, auf die die spaetere Berufsbildung aufbauen kann. Stellt euch mal vor, es kommen 20 Leute in eine Berufsschulklasse und die Lehrer muessen sich bei jedem Schueler individuell erkundigen, was er kann um dann die ganze Klasse erstmal auf ein gemeinsames Niveau zu bringen, auf das der neue Stoff aufbauen kann.
Darum faende ich es auch nicht so besonders, sich zu frueh auf ein spaeteres Berufsfeld festzulegen. Wenn ich da an mich selbst denke... Um Gottes Willen, ich waere total aufgeschmissen gewesen! Bei uns gab es damals die Wahl, entweder das sprachliche oder das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil zu besuchen. Bei letzterem lernte man drei statt zwei Fremdsprachen und der kuenstlerische Bereich (Musik, Kunsterziehung) war staerker betont. Alles Dinge, die mich nicht interessiert haben und ich war wirklich froh, diese Faecher dann abwaehlen zu koennen.
Ich weiß nicht, ob es das in der Form an allen Schulen gibt (ich bin schon eine Weile raus), aber ich denke, es waere sinnvoll, so kann man zumindest einige "Hassfaecher" umgehen.

Aber am wichtigsten empfinde ich, daß vernuenftige Lehrer vor den Klassen stehen. Kompetent und motiviert, denn nur wer selbst motiviert ist kann auch andere motivieren. Nur dastehen und das lesen, was im Buch steht kann ich auch selbst. Das macht den Unterricht mehr als langweilig und die Schueler haengen ab (da denk ich bei mir an Astronomie. Ein furchtbarer Lehrer hat ein an sich interessantes Fach komplett zum Muell gemacht). Aber ansonsten hatte ich ziemlich viel Glueck mit dem Lehrpersonal.
Unsere Deutschlehrerin (damals kurz vor der Rente) konnte sogar fuer Goethe's Faust und andere klassische Werke begeistern. Sie hat dann oft schwer verstaendliche Teile in Jugendsprache (allerdings der 70er Jahre) "uebersetzt", da gab's immer was zu lachen und verstanden hat man es nebenbei auch.
Hat mir das was gebracht? Naja, Faust direkt sicherlich nicht, aber die Erkenntnis, daß man sich auf fuer Dinge motivieren muss, die einen eigentlich nicht so sehr interessieren. Ich glaube, das war der beabsichtige Erkenntnisgewinn.
Nebeneffekt war noch, daß sie in der Sowjetunion studiert hatte und von Land und Leuten begeistert war. Wenn man doch mal auf was keine Lust hatte, brauchte man nur fragen, wie das dort war und dann hat sie den Rest der Stunde erzaehlt, sehr interessant und anschaulich. Nicht nur das eine hoeren, sondern auch mal was Ablenkendes. Das hilft oft, wenn man sich auf eine Sache nicht mehr konzentrieren kann.

Aber trotzdem, Geld muss man verdienen. Klar, man kann sich auch einen Bauernhof anschaffen und einen auf Selbstversorger machen - uebrigens ein schoener Gedanke - aber auch das macht man nicht von jetzt auf gleich.
Ich wuerde mich auch lieber den ganzen Tag meinen Hobbys hingeben, aber muss dennoch jeden Tag ein paar Stunden davon Abstand nehmen, um das noetige Kleingeld dazu zu verdienen. Wenn moeglich natuerlich bei etwas, was einen selbst anspricht, sonst wird es schnell laestig.
Ich habe zuerst Elektrotechnik und Verkehrsingenieurwesen studiert und im Berufsalltag festgestellt, daß das gar nichts fuer mich ist. Ich hab dann mehr oder weniger im Affekt hingeschmissen und meinen LKW-Schein von der Armee genutzt um ueber die Runden zu kommen. Aber so richtig ist das auch nichts. Also habe ich mich wieder umorientiert (bei einem Praktikum im Urlaub) und werde demnaechst einen Pflegeberuf erlernen.
Man muss eben immer auf alles gefasst sein... ;)


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17.03.2016 um 11:23
Manchmal wünschte ich mir so eine Art internationalen Schüleraustausch:

Kinder aus Ländern, in denen sie auf Grund von Religion, Armut, Krieg etc. nicht oder nur unter Lebensgefahr herzlich wenig Bildung bekommen - obwohl sie, wie die meisten Kinder, mehr möchten, tauschen mit denen, die hier keinen Bock auf Schule haben.

Dann geht das somalische oder afghanische Mädchen hier zur Schule - und das verwöhnte deutsche Wohlstandsblag tauscht sein zentralgeheiztes Jugendzimmer mit einer Hütte in einem Bürgerkriegsgebiet und kann da mit fünf Jahren anfangen, Steine zu klopfen oder Ziegen zu hüten.


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17.03.2016 um 18:37
@ThomasM
ThomasM schrieb:Bei uns gab es damals die Wahl, entweder das sprachliche oder das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil zu besuchen. Bei letzterem lernte man drei statt zwei Fremdsprachen und der kuenstlerische Bereich (Musik, Kunsterziehung) war staerker betont. Alles Dinge, die mich nicht interessiert haben und ich war wirklich froh, diese Faecher dann abwaehlen zu koennen.
Du meinst wohl ersteres. Oder war es wirklich das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil in dem du mehr Sprachen und vertiefte Künstlerische Erziehung hattest?
ThomasM schrieb:Ich weiß nicht, ob es das in der Form an allen Schulen gibt (ich bin schon eine Weile raus), aber ich denke, es waere sinnvoll, so kann man zumindest einige "Hassfaecher" umgehen.
Im Abi in NRW muss man sich einen Themenschwerpunkt legen. Das kommt denke ich am nächsten dran. Sonst kann ich da relativ wenig zu sagen, kenne nicht viele Schulen.
ThomasM schrieb:Aber am wichtigsten empfinde ich, daß vernuenftige Lehrer vor den Klassen stehen. Kompetent und motiviert, denn nur wer selbst motiviert ist kann auch andere motivieren.
Sehe ich auch so. Man erkennt auch, ob der Lehrer selbst motiviert ist, oder nicht.
ThomasM schrieb:Ich habe zuerst Elektrotechnik und Verkehrsingenieurwesen studiert und im Berufsalltag festgestellt, daß das gar nichts fuer mich ist. Ich hab dann mehr oder weniger im Affekt hingeschmissen und meinen LKW-Schein von der Armee genutzt um ueber die Runden zu kommen. Aber so richtig ist das auch nichts. Also habe ich mich wieder umorientiert (bei einem Praktikum im Urlaub) und werde demnaechst einen Pflegeberuf erlernen.
Hier wieder ein Beispiel das zeigt, dass man den Lehrstoff in der Schule allgemein halten sollte. Der Beruf steht dann fest, wenn man in ihm Arbeitet. Und was dann noch kommt, weiß niemand.
Doors schrieb:Dann geht das somalische oder afghanische Mädchen hier zur Schule - und das verwöhnte deutsche Wohlstandsblag tauscht sein zentralgeheiztes Jugendzimmer mit einer Hütte in einem Bürgerkriegsgebiet und kann da mit fünf Jahren anfangen, Steine zu klopfen oder Ziegen zu hüten.
Wenn du Schüler findest die nicht wissen, was dort los ist und ihnen nur sagst, sie müssten nicht mehr zur Schule würden sie vielleicht sogar dankend annehmen. :D

Kannst ja versuchen einen solchen Schüleraustausch auf die Beine zu stellen. Wie rege die deutschen Schüler daran Teilnehmen werden, werden wir sehen. Mein Tipp: Nicht besonders. Nur 1 oder 2 Schüler wenn du manipulativ genug bist.


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18.03.2016 um 00:48
Wie soll man denn mit 18 wissen was man werden will?


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18.03.2016 um 09:10
@Izaya
Izaya schrieb:Du meinst wohl ersteres. Oder war es wirklich das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil in dem du mehr Sprachen und vertiefte Künstlerische Erziehung hattest?
Du hast selbstverstaendlich Recht. Im sprachlichen Profil wurden 3 Fremdsprachen gelehrt und den kuenstlerischen/musischen Faechern mehr Raum gegeben. Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil dagegen zwei Sprachen und mehr Unterricht in den naturwissenschaftlichen Faechern.
Ich vertu mich oft, wenn ich zwei Dinge mit einmal mache, sorry. :/
Izaya schrieb:Im Abi in NRW muss man sich einen Themenschwerpunkt legen. Das kommt denke ich am nächsten dran. Sonst kann ich da relativ wenig zu sagen, kenne nicht viele Schulen.
Bei uns in Sachsen war es so, daß man in den letzten beiden Jahren vor dem Abi jeweils eine bestimmte Wochenstundenzahl erreichen musste. Ein paar Faecher konnte man nicht abwaehlen (Deutsch, Mathe, Sport, eine Fremdsprache), andere dagegen schon, solange die Wochenstundenzahl stimmte. War ganz gut so, ab da war Schule wieder entspannter...^^
Izaya schrieb:Hier wieder ein Beispiel das zeigt, dass man den Lehrstoff in der Schule allgemein halten sollte. Der Beruf steht dann fest, wenn man in ihm Arbeitet. Und was dann noch kommt, weiß niemand.
Frueher war es oft so, daß die Leute von der Lehre bis zur Rente in ein und dem selben Betrieb gearbeitet haben. War der Vater auf dem Stahlwerk, war's der Sohn auch. Die Zeiten sind heute lange vorbei, solche geradlinigen Lebenslaeufe gibt es immer weniger. Es waere also Quatsch, moeglichst frueh in eine gewisse berufliche Richtung in der Schule "vor zu bilden". Lieber weniger spezifisch, dafuer mit einer moeglichst breiten Grundbildung.
Dennoch muss auch Schule "mit der Zeit gehen". Ich haette mir damals gewuenscht, daß mehr Informatikunterricht gegeben wird, es war lange abzusehen, daß "Kollege Computer" immer wichtiger wird. Und das was angeboten wurde (Programmierung in Basic und Logo) war schon seinerzeit anwendungsfern. War im Studium aber auch so. Informatik ja, aber dermaßen was von praxisfern, das hat keinem etwas genuetzt, das war mehr lernen um des Lernens Willen.


@Freistossspray
Freistossspray schrieb:Wie soll man denn mit 18 wissen was man werden will?
Man kann es schon wissen (ich wusste es ja im Prinzip auch), aber das heißt noch lange nicht, daß man das auch immer will. Oft merkt man erst mit dem Berufsalltag, daß es doch nicht das ist, was man sich vorgestellt hat.
Uns haben sie im und vorm Studium erzaehlt, daß Elektrotechnik und Verkehrswesen sehr praktische und innovative Faecher sind, weil sich eben diese Bereiche immer weiter und schneller entwickeln. Vermutlich ist es auch entscheidend, wo man arbeitet, aber in meinem Ingenieurbuero war es grauenhaft. Der Chef war kurz vor der Rente und lies sich durch Neuerungen gar nicht mehr beeindrucken. Er beharrte drauf, daß alles so gemacht wird, wie er es schon immer gemacht hat. Da hatte man das Gefuehl, voellig umsonst studiert zu haben weil man nur das ausfuehrende Organ war, Kreativitaet unerwuenscht. Und so hatte ich mir das auch nicht vorgestellt, deswegen hab ich hingeschmissen.


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18.03.2016 um 12:53
Freistossspray schrieb:Wie soll man denn mit 18 wissen was man werden will?
An welchem Eckpunkt wird festgemacht das man mittlerweile mit 18 einen genauen Plan von seinem späteren Berufsleben haben muss ?
Ich persönlich habe meine letzte und dritte Ausbildung mit 24 durchgezogen und bin mittlerweile 27.
Meinen Weg habe ich bis zum 27ten Lebensjahr nicht gefunden. Dennoch bin ich froh darüber 3 Ausbildungen und Berufe erlernt zu haben und jede Erfahrung mitgenommen zu haben.

Ich verstehe nicht den künstlichen Druck den sich die jüngeren heutzutage machen.
Der Arbeitsmarkt bietet für jeden verrückten Beruf eine Ausbildung oder sogar ein duales Studium an.
Es sieht auch nicht anders für Studiengänge aus.

Die Schule individuell zu gestalten und wichtige Hauptfächer wie das langweilige Mathe oder das stupide Deutsch auszulassen- nur weil man gerade der Meinung ist das dies nicht dem freiem Geist der Entfaltung entspricht ist doch vollkommen an den Haaren herbeigezogen..
JEDER von uns hat von dem Unterricht in der Schule profitiert und ein unglaublich fundiertes und elementares Wissen davon bezogen.
Sei es einfache Mathematik, Rechtschreibung oder sogar die Interpretation eines Textes.
Hätte ich kein Chemie bis zur 10ten Klasse gehabt, dann wäre es nie möglich gewesen mir einfache chemische Vorgänge selbst zu erklären.
Das gleiche gilt für Physik, Biologie und Mathematik.
Ich kann das gleiche noch weiter für jedes einzelne Fach weiterstricken.

Nach meiner Meinung benötigt das deutsche Schulsystem keine radikale Überarbeitung.
Der Großteil unser Bevölkerung besitzt einen mittelmäßigen bis guten Bildungsstand.

Und natürlich ist ein Leben mit wenig Geld nicht weniger lebenswert als ein Leben mit einer großen Masse an Geld.
Aber ein autarkes Leben ist heutzutage doch nur vereinzelnt zu finden, oder sehe ich das falsch ?

.. Außerdem weine ich lieber im Mercedes als auf meinem alten Fahrrad (Kleiner Spaß, nicht ernst nehmen ;))


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18.03.2016 um 13:31
@Lirathiel

Naja, die Frage ist halt ob man bis 27 von Ausbildungsvergütungen leben möchte.


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22.03.2016 um 20:09
Also, ich finde, dass ich in der Schule viel Nützliches gelernt habe. Das einzige, was ich ändern würde: Es sollte bereits in der Oberstufe möglich sein, Unischeine zu machen. Ohne großes Trara wie Zulassung zum Schülerstudium etc. Für manche Scheine braucht man keine Vorkenntnisse. So könnte man die Studienzeit etwas verkürzen. Oder herausfinden, ob das Wunschfach einem liegt. Evtl. könnte man auch den NC umgehen, wenn man eine bestimmte Anzahl an Prüfungen bestanden hat. Ich frage mich echt, wieso man das nicht so einführt, ein großer Aufwand wäre es sicher nicht.


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22.03.2016 um 20:23
mostellaria schrieb:ich finde, dass ich in der Schule viel Nützliches gelernt habe.
Diese Perspektive geht leider total unter. Wenn über Schule und Schulstoff diskutiert wird, ob nun auf Allmy oder woanders, kommt immer nur mimimi-alles doof und sinnlos.

Es werden immer Sachen dabei sein, die einen nicht interessieren und/oder die man nie mehr braucht. Aber warum mal nicht eine andere Perspektive einnehmen und sich selbst die Frage beantworten: Was habe ich alles Nützliches gelernt in der Schule?
Wenn man die Frage ehrlich, fair und objektiv beantwortet, werden die meisten feststellen: Ich hab verdammt viel gelernt.


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22.03.2016 um 20:33
@Lirathiel
PS Deine Ausführung hab ich zu spät gelesen.
Lirathiel schrieb am 18.03.2016:Die Schule individuell zu gestalten und wichtige Hauptfächer wie das langweilige Mathe oder das stupide Deutsch auszulassen- nur weil man gerade der Meinung ist das dies nicht dem freiem Geist der Entfaltung entspricht ist doch vollkommen an den Haaren herbeigezogen..
JEDER von uns hat von dem Unterricht in der Schule profitiert und ein unglaublich fundiertes und elementares Wissen davon bezogen.
Ganz genau. Es fängt mit den Grundschulkenntnissen wie Lesen, Schreiben, Rechnen an.
Oder Sprachen. Man hat im Leben nie wieder Gelegenheit, eine Fremdsprache so intensiv und gleichzeitig kostenlos zu lernen. Außer, man zieht ins Ausland, was ja aber auch nicht jeder kann und will.
Ich hab über NW über Sprachen bis hin zu Tonarten und Kunstgeschichte wirklich viel in der Schule gelernt und hab das schon damals als Schüler geschätzt.


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22.03.2016 um 20:40
Schule ist nicht überflüssig.
Die Jugend wird aber immer schlechter und weniger intelligent.


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22.03.2016 um 21:14
@Durchfall

Undzwar weil wir so viele studenten haben wie noch nie?


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22.03.2016 um 21:32
@Shionoro

Die Anzahl der Studenten sagt nichts über deren Können aus.


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22.03.2016 um 21:34
@Gim

Es sagt aber etwas darüber aus, wie viele menschen in D sich prozentual mit inhalten höherer bildung beschäftigen, und das ist wesentlich höher heutzutage als früher.


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