Optimist schrieb:es wirkt für mich, als siehst du die gesamte Schuld nur bei den Haltern.
Die Verantwortung die eigenen Tiere vor Umwelteinflüssen sinnvoll und gut zu schützen.
Optimist schrieb:und du weißt, wie das mal zukünftig sein könnte?
Bei nicht invasiven Arten ist die Ausbreitung und das Speziesverhalten seit zig Dekaden gut dokumentiert und absehbar.
Ich würde also nicht sagen, das ist ein wildes Glaskugelgucken sondern ein ziemlich genaues Abschätzen.
Optimist schrieb:(sh dazu nachfolgend, da sehe ich nämlich einen Widerspruch in deiner Argumentation)
Wo? Ich schreibe:
gagitsch schrieb:Der Wolf ist nicht invasiv, daher ist ein Dezimieren mMn nicht sinnvoll
und
gagitsch schrieb:Das Territorialverhalten reguliert die Rudelbestände automatisch. Eine Explosion der Anzahl der Individuen ist nicht so selbstverständlich und logisch wie manch einer verkaufen will
Ergo sage ich man sollte nicht einfach so schießen, weil die Natur das regelt. Das der Mensch durch seine Landwirtschaft in die Flächen eingreift, sollte daher nicht dem Wolf durch Abschuss oder erneute Vertreibung zu Lasten gelegt werden.
Es geht ja auch anders, nämlich durch sinnvollen Nutztier- und Herdenschutz.
Optimist schrieb:Aber wie sieht's in der Praxis aus?
Der Wolf muss ja nicht im Wald bleiben (wenn er dort bliebe, würde ich deinem Argument zustimmen).
Nein, er kann ja auch sein Territorium ausweiten, wie du nachfolgend selbst schreibst (auch wenn es dann andere Gründe hätte, nämlich weil man zusätzliche Wölfe hinzugefügt hätte...).
Der Punkt ist aber eben - er KANN und muss nicht im Wald oder auf Wiesen bleiben:
Du hast die wohl mit deiner Praxisvorstellung gedanklich völlig vertan! Daher kommen auch falsche Schlüsse und falsche Eventualauswirkungen zu Stande.
Der Wolf war nie ein Waldtier.
Optimist schrieb:Es geht als nicht um ein Der Wolf muss ja nicht im Wald bleiben
, sondern er wird überall in seinem Territorium streifen, egal ob Wald oder Aue oder Berge.
Ebenso ist das mit dem von dir beschriebene Territorium nicht ganz so. Er kann sein Territorium immer ausweiten, aber dies hat natürliche Grenzen.
Was sind das für Grenzen? lt Kenntnis sind Rudel in 100 -1000km² unterwegs. Variabel durch Andere Rudel, Futterangebot, geografische Einschänkungen. In Mitteleuropa wird es kein Rudel geben was auf 1000km² streifen kann, da viel Faktoren dies nicht zulassen oder/bzw nötig machen. Nach meiner Kenntnis und Daten vom NABU sind die Europäischen Rudel meist bei 200-350km² ansässig. Es gibt aber auch kleinere Gebiete.
https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/besetzte-RasterzellenHier mal ein Überblick(nochmal). Wenn dann gibt es neue Rudel, wenn die Bedungen passen, aber die Gebiete der Rudel werden nicht willkürlich größer.
Und noch was zum Kann. Das Schaf kann auch ausbüchsen und auf die Straße rennen, hier gibt es dann ein Haftungsproblem, ggf auch Verletze und Tote. Was ist also alles möglich? So ziemlich vieles, was ist wahrscheinlich?, dann schon einiges weniger.
Da sind wir beim kann und beim Haftungsthema wieder bei der Verantwortung der Halter! Die Tiere sollten ggf nicht nur gegen Eindringlinge auf die Futterwiese geschützt werden, sondern auch immer genügend gegen "Ausbruch".
Optimist schrieb:Und du meinst also, diesen Territorialdruck könnten Wölfe in D - einem dicht besiedelten Land - nicht eines Tages ausgesetzt sein?
Jein, weil es nicht so einfach mit ja oder nein ist.
Es gibt Überläufer, also allein vagabundierende Jungtiere die erst Ihre Gebiete suchen. Es gibt Hybride, es gibt Goldschakale es gibt Ballungsräume und ländliche Flächen. Es ist selbstverständlich nicht auszuschließen, das ein Räuber in ein Dorf oder eine Stadt streunt, aber das ist eben sehr selten, weil der wolf dort für sich selbst keine guten Lebensraum vorfindet. Die Angst das Rudel durch Berlin oder Hamburg spazieren und im Stadtpark Ihren Bau haben.
Wenn dann doch mal ein Räuber gesichtet wird ist erstmal zu eruieren, ist es ein Wolf oder nicht? Erinnere dich an das große Fass was aufgemacht wurde, weil in Berlin eine große potentiell Menschenfressende Großkatze gesichtete wurde.
3 Tage Ausnahmezustand und es war ein Wildschwein wenn ich mich erinnere.
Nochwas zum naja. Wenn du mal über Wildschweine und Honigdachse recherchierst wirst du erkennen, wie potenziell gefährlicher die sind im Vergleich zum Wolf. Das Schwein ist ne richtige mutige "Drecksau" der Dachs kennt auch nix, der geht auf Wölfe los wenn sein muss. Hunde sind vor Schweinen noch unsicherer als vor dem Wolf, weil der wolf nicht an Menschen ran geht.
Rede mal mit Jägern vor was die richtige Manschetten haben? Das sind meist immer zuerst die Wildschweine dann Zecken, dann andere Jäger
;), dann kommen Dachse. Der Wolf wird eher freudig beobachtet.
Die die sich mit dem Wolf beschäftigen sehen tatsächlich eher die positiven Dinge, weil er eben viel mehr positives mitbringt als ggf irgendwelche hochgepushten Gefahren.
Ich höre komischerweise von den Fischzüchtern keine solche Panik über den Fischadler.
Optimist schrieb:Wie gesagt hinsichtlich der automatischen Regulierung der Nachkommen (wovon du weiter oben sprachst), glaube ich nicht, dass dies nach dem Motto passiert (mal überspitzt ausgedrückt): Der Wald und die Wiesen sind jetzt voll genug, dann hören wir mal auf (ich weiß, dass die Wölfe sich da nicht bewusst sowas "sagen", aber ich hoffe, du weißt, wie ich das meine?)
Da ist nichts zu glauben, das regelt die Natur. Blitze sind auch natürlich und die Menschen früher dachten Zeus schleudert die umher. Es gibt Daten, Erfahrung, Beobachtung.
In einem Lebensraum verhalten sich die Bestände der natürlichen Bewohner eben genau so, nämlich selbst regulierend. Es gibt nur 3 Abweichungen von dieser natürlichen Regulierung
1. Invasive Arten
2. Viren
3. Der Mensch
natürliche Bewohner, also angestammte Arten müssen da auch nicht bewusst handeln. Bewusst handelt der Mensch gegen natürliche Nutzung und Verbreitung, ebenso handelt das Virus aggressiv gegen den Wirt ohne Rücksicht, nur eben nich bewusst. Und invasive Arten fallen aus der natürlichen Regulierung raus, weil es eben keine natürlichen Feinde gibt.
sooma schrieb:Nein, @Optimist – wollte Dir da beipflichten.
ok, sry ich hatte wegen der Verlinkung das missverstanden.