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Lebst Du gern in Deutschland?

254 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Auswandern, Heimat

Lebst Du gern in Deutschland?

04.03.2019 um 13:45
Venom schrieb:Der passende Begriff den er meint ist wohl: Heuchler die glauben das Gute zu tun o. Ä. und so ihr Gewissen reinigen während sie gleichzeitig auch großen Mist bauen: Kinder verprügeln, usw.
Ja, könnte man meinen.
Aber ich befürchte, er benutzt das Wort (wie alle anderen auch), um Menschen zu diskreditieren, die Dinge tun, die als 'gut' und 'selbstlos' angesehen werden.

Schönes Beispiel mit der Katze.
Er will unbedingt eine Katze haben, die er in der Wohnung hält.
Was ich persönlich als Tierquälerei ansehen würde.
Deshalb muss er natürlich alle die diskreditieren, die ihre Katze artgerechter halten und ihr Auslauf gewähren.Und natürlich: Alle Veganer haben Katzen.

Meiner Erfahrung nach wird das Wort Gutmensch eben nur von Menschen benutzt, die nicht links sind (nicht, dass unsere zarten Seelchen wieder eine Nazikeule spüren, wo keine ist und heute Abend dann Bauchweh von zu vielen Globuli gehen die Kopfschmerzen durch die harte Nazikeule haben) und keine tragfähigen Argumente für ihre Abneigung gegen links haben.


Denn Heuchler mag niemand gern - auch nicht links der Mitte. ;-)


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04.03.2019 um 14:08
Ich wüsste jedenfalls im Augenblick kein Land, für das ich Deutschland verlassen würde. Wie hier schon gesagt wurde, nette Leute und Idioten gibt es überall. Leben halt überall Menschen.


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05.03.2019 um 10:33
Rasenmayer schrieb:Ich wüsste jedenfalls im Augenblick kein Land, für das ich Deutschland verlassen würde. Wie hier schon gesagt wurde, nette Leute und Idioten gibt es überall. Leben halt überall Menschen.
Es hat auch sehr viel mit einem selbst zu tun ... Ich war mal eine Weile in Schottland. Ich fand es einfach cool und mein Freundeskreis fand es ziemlich cool (auch eine Anlaufstelle zu haben). Alleine und ohne große Ansprüche kommt man überall in der westlichen Welt gut durch ... es gab mir eine unglaubliche Bestätigung, dass ich dort (1) mir alleine eine Existenz aufbauen konnte (2) mein Englisch sich verbesserte, (3) ich viel mehr Freunde als zu Hause fand.

Ich glaube, viel lag aber auch daran, dass ich meinte, es allen beweisen zu müssen, ich noch nie in einer Großstadt gewohnt hatte, viel Interesse von Freunden daheim bekam "bist du aber mutig", ich das auch bedient habe (Strandbilder, die an schönen Tagen aufgenommen wurden), postkartenähnliche Highlandbilder, generell gut drauf war und in einem Alter, in dem man viele Leute recht problemlos kennenlernt.

Ich denke mitunter wehmütig an die Zeit zurück, aber ich weiß, dass ich negative Begleiterscheinungen (1) ein Job, der anstrengend und unterbezahlt war, ich habe mich gut durchgeschlagen, weil ich superflexibel war und wenn viel Arbeit da war, habe ich viel gearbeitet, sonst eben nicht ... das würd ein meinem heutigen Leben gar nicht mehr gehen (2) das Wetter, (3) die hohen Lebenshaltungskosten ... einfach auch ausgeblendet bzw. umgangen habe. Ich habe damals in der Gastro gejobbt und z.B. an Arbeitstagen 2 Mahlzeiten am Arbeitsplatz bekommen und mich mit einem minikleinen zugigen und kalten Zimmer zufrieden gegeben. Heute -bzw. nach meinen heutigen Maßstäben- wäre ich vermutlich überhaupt nicht mehr glücklich mit dem, was ich damals supertoll fand. Auch die Leute - ich fand sie super nett und offen ... ich hatte auch Freunde, zu denen ich allerdings kurz nachdem ich Schottland verlassen hatte, den Kontakt auch wieder verlor ... Es war eine nette, aber sehr oberflächliche Zeit.

Wäre mir aber in Deutschland der Einstieg in die Berufswelt nicht gelungen, wäre ich vermutlich heute noch voller Sehnsucht nach etwas, was nie so war, wie ich mich heute erinnere.


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05.03.2019 um 11:03
Was hier in München und Umland an Natur und Unternehmungsmöglichkeiten geboten ist finde ich es sehr schön hier. Berge, Seen, Parks.

Aber was mich immer wieder nervt ist Rücksichtslosigkeit. Ist mir neulich erst passiert, ich lief ganz rechts in einer öffentlichen Einrichtung. Links gut 5 Meter Platz zum gehen, und kein Personenverkehr. Dann kommt eine Person, beträgt mich, das ich kaum vorbeikomme. Dann schimpft die Person noch wie wild rum, in dem Fall eine ältere Oma. Ich verstehe es nicht, warum geht die Person nicht da wo frei ist zum gehen? Typisch doofes Verhalten?


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05.03.2019 um 11:14
skattone schrieb:Aber was mich immer wieder nervt ist Rücksichtslosigkeit. Ist mir neulich erst passiert, ich lief ganz rechts in einer öffentlichen Einrichtung. Links gut 5 Meter Platz zum gehen, und kein Personenverkehr. Dann kommt eine Person, beträgt mich, das ich kaum vorbeikomme. Dann schimpft die Person noch wie wild rum, in dem Fall eine ältere Oma. Ich verstehe es nicht, warum geht die Person nicht da wo frei ist zum gehen? Typisch doofes Verhalten?
Ich denke manchmal, dass wir hier -in all dem Luxus- verlernt haben, adäquat mit anderen Leuten umzugehen. Das betrifft alle Altersgruppen. Das betrifft auch alle Bereiche: Ich wandere z.B. gerne. Mitunter kommt es vor, dass man auf einem single trail nachdem man eine Stunde niemanden traf, Leute trifft, denen man dann Platz macht und die dann kaum ein Hallo rauspressen (mitunter schon gar nichts). Das wäre z.B. in Schottland nicht passiert ... Da sind die Schotten offener, man hätte sich kurz freundlich unterhalten und wäre dann weitergelaufen (gibt sicher auch unfreundliche Schotten).

Solche Kleinigkeiten machen das Leben wirklich anders, Kosten nichts, ...


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05.03.2019 um 11:23
@missmary

Genau meine Meinung.

Alles ganz toll, was wir hier haben. Die ganze Sicherheit auf vielen Ebenen, den Frieden etc. Und Deutsch als Land ist verdammt schön.

Aber das Menschsein ist mit dem Internet und speziell Mut den sozialen Medien ganz, ganz hart unter die Räder gekommen. Unsere Arbeitsmentalitàt hat auch das Privatleben übernommen. Effizienz und Nutzen über alles. Mich macht das unglücklich.


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05.03.2019 um 11:28
Dnreb schrieb:Aber das Menschsein ist mit dem Internet und speziell Mut den sozialen Medien ganz, ganz hart unter die Räder gekommen.
Richtig. Manche brauchen nur Hirn einschalten und Augen öffnen und nach vorne sehen wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs sind.


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05.03.2019 um 12:03
Dnreb schrieb:Aber das Menschsein ist mit dem Internet und speziell Mut den sozialen Medien ganz, ganz hart unter die Räder gekommen. Unsere Arbeitsmentalitàt hat auch das Privatleben übernommen. Effizienz und Nutzen über alles. Mich macht das unglücklich.
Was mich mitunter sehr erschreckt, wie gleichgültig auch Familienangehörige gegenüber anderen Familienmitgliedern sind - und Stärkere gegenüber Schwächeren. Es ist oft kein gesellschaftliches Miteinander mehr, erstaunlich ist aber auch, dass es die ältere Generation, die die neuen Medien gar nicht so verstärkt nutzt, betrifft, daher ist es vermutlich eine gesamtgesellschaftliche Entwircklung, die nicht (nur) auf die neuen Medien zurückzuführen ist.

Ich glaube, der Mensch verlernt oft auch das "Menschsein". In Deutschland sind viele Sachen -wenn es funktioniert- auch toporganisiert. Beispiel: Entfernter Nachbar (alt) wird plötzlich krank, kommt in die Palliativstation (und die hatten ein Bett), stirbt würdevoll und begleitet, die Frau durfte mit dort bleiben und wurde nach dem Tod sowohl psychologisch als auch seelsorgerisch betreut. Da lief das "optimal", ohne dass die Angehörigen oder Nachbarn etc. irgendwie helfen mussten. Man gewöhnt sich daran, dass es irgendeine Nummer gibt, die man anruft und jemand anders kümmert sich darum.

Die Menschen (Konsumenten) sind irgendwie halt nun auch drauf getrimmt, möglichst viel zu konsumieren und die Freizeit optimal zu gestalten. Zwischenmenschliche Beziehungen (auch enge zwischenmenschliche Beziehungen) kommen dabei oft zu kurz. Als mein ältestes Kind klein war, war z.B. noch gesellschaftlich inakzeptabel, die Kinder "wegzuorganisieren". Man verbrachte so viel Zeit wie möglich mit den Kindern. Heute (bekomme ich bei Arbeitskollegen mit) ist es oft so, dass die Kinder zur Tagesmutter gehen, obwohl die Eltern frei haben ... zu einem gewissen Grad sind Freiräume für Eltern auch gut, aber ich habe oft das Gefühl, dass das Maß der Dinge verloren ist. Anderes Beispiel: Wir hatten eine Großtante, die im Altersheim war - meine Eltern haben immer darauf geachtet, dass sie 2x die Woche besucht wurde, ob es ihnen nun passte oder nicht ... Das war so der gesellschaftliche Konsens, und ein Nichtbesuchen hätte sich auch negativ auf uns ausgewirkt. Heute ist auch das alles "gelockert".


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05.03.2019 um 13:03
Ich frage mich, ob Menschen dazu neigen, "die gute alte Zeit" zu idealisieren. Das mag daran liegen, dass man Unangenehmes gern vergisst und sich lieber nur an die angenehmen Seiten alter Zeiten erinnert. Das kenne ich eigentlich fast nur von Menschen, die so alt sind wie ich (64) oder älter. Aber scheinbar betrifft dieses Phänomen auch jüngere Leute.

Ganz sicher hängt es davon ab, wie die individuellen Lebensbedingungen waren, in welcher Position man gelebt hat. Der Sklave hat andere Erinnerungen als sein Herr, der Grossgrundbesitzer andere als sein Leibeigener, der Fabrikbesitzer andere als der Proletarier - weil sie zwar in gleichen Zeiten gelebt haben, aber unterschiedliche Erfahrungen machten und erinnern.

Wann soll denn "das Menschsein" einen höheren Stellenwert gehabt haben als heute? Vor 20 Jahren, vor 50, vor 80, vor 100 Jahren? Haben da tatsächlich alle Menschen in Deutschland so gelebt, wie wir es gern erinnern möchten und gehabt hätten?

Waren wir vernachlässigten Schlüsselkinder des Wirtschaftswunders wirklich besser dran als die heutigen Kinder mit Helikoptereltern? Haben sich alle Eltern mehr um alle Kinder gekümmert? Haben sich alle mehr um ältere Mitmenschen gekümmert? Waren die Arbeitsbelastungen geringer zu Zeiten des zwölf oder mehr Stunden-Tages? Spielten Effizienz und Nutzen weder zu Zeiten der industriellen Revolution noch in Wirtschaftswunderzeiten eine geringere Rolle?

So viele Fragen...


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05.03.2019 um 13:13
@Doors
auch ich mit mitte 30 neige schon dazu, manchmal zu behaupten, dass es früher besser war als heute :).

aber es war und bleibt doch wohl immer so, einfach das drum herum ändert sich.

aber eines ist sicher, solange wir nicht hungern und auch sonstige grundbedürfnisse nicht fehlen, können wir uns überhaupt über solche dinge beschweren resp. gedanken machen.


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05.03.2019 um 13:15
BluesBreaker schrieb:aber eines ist sicher, solange wir nicht hungern und auch sonstige grundbedürfnisse nicht fehlen, können wir uns überhaupt über solche dinge beschweren resp. gedanken machen.
Vor allem, so lange unsere Freiheit und unser Leben nicht bedroht sind, wenn wir unsere Klagen erheben.


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05.03.2019 um 13:16
vergangenheit ist nur eine blasse erinnerung an früher und jene erinnerung ist eine wiederholspur die im gegenwärtigen zustand stattfindet. nein früher war nichts besser. uns geht es jetzt defintiv besser


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05.03.2019 um 14:03
Genau, bitte erst beschweren, wenn man hungernd und blutend an der Erde liegt. Nicht vorher, weil so lange geht es einem ja spitze mit seinem Land. Na ja, und wenn man dann meint es ist trotz allem nicht so toll, dann kann man ja da hin gehen, wo es einem besser gefällt.

Hauptsache man hält die Klappe.

That´s democracy as per German understanding, my friends :D


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05.03.2019 um 14:11
Dnreb schrieb:Hauptsache man hält die Klappe.
Ganz im Gegenteil: Hautsache, man benennt und verändert die Dinge, die einem nicht gefallen!


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05.03.2019 um 14:20
@Venom

Danke Venom, Du hast es erfasst. Endlich jemand der über den Tellerrand blickt und nicht nur schwarz-weiß denkt.

@groucho

Ich benutze das Wort um all die Menschen zu diskreditieren, die eben nichts Gutes tun, sondern nur darüber schwafeln. Das Internet ist voll davon. Wer Gutes tut, macht dies im Stillen, ohne 20 000 Likes abzugrasen.
Du kannst Dich aber gerne noch über Veganer und Katzen auslassen, wenn es Dir Freude macht.
Die ewig Gestrigen versuchen aber nur das zu verstehen, was sie verstehen wollen. Das habe ich schon einmal zu Dir geschrieben. ;)


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05.03.2019 um 14:29
yong schrieb:Du kannst Dich aber gerne noch über Veganer und Katzen auslassen, wenn es Dir Freude macht.
Das war dein Thema - nicht meines.
yong schrieb:Danke Venom, Du hast es erfasst.
Ja, hat er? :D

Warum sagst du dann nicht einfach "Heuchler"?

War eine rhetorische Frage, ich weiß ja, warum du das nicht benutzt. ;-)


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05.03.2019 um 14:39
@groucho

Weil Du nicht meinen Sprachgebrauch kontrollierst und ich noch reden kann wie ich will?
Es wird auch weiterhin der Gutmensch bleiben. Ein Synonym für all die abartigen Eigenschaften die mich am meisten ankotzen.

Ja, hat er. Passt dir das nicht?

Nein, Du kommst ständig darauf zurück, nun ist es Dein Thema. ;)


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05.03.2019 um 14:41
@yong
yong schrieb:Ich benutze das Wort um all die Menschen zu diskreditieren, die eben nichts Gutes tun, sondern nur darüber schwafeln. Das Internet ist voll davon. Wer Gutes tut, macht dies im Stillen, ohne 20 000 Likes abzugrasen.
Du kannst Dich aber gerne noch über Veganer und Katzen auslassen, wenn es Dir Freude macht.
Die ewig Gestrigen versuchen aber nur das zu verstehen, was sie verstehen wollen. Das habe ich schon einmal zu Dir geschrieben.
ja die heutige welt ist heuchlerisch und vor allem scheinheilig.
ich verstehe was du meinst. wasser predigen und wein saufen.
aber das ist halt so. dein/mein beitrag: das du das eben nicht machst, mehr kannst du nicht machen.

und ich habe das posen und 1000e likes auch nicht gerne, aber immerhin machen es vielleicht ein paar follower nach, welche ev. nichts gutes machen würden (sofern es denn was gutes ist und nicht was "gutes").


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05.03.2019 um 14:49
Das Gegenteil vom "Gutmensch" ist bekanntlich der "Wutmensch" (aka Wutbürger):

Youtube: Wutmensch

Wer gern weiter gutmenscheln möchte, kann dies ja hier tun:

Diskussion: "Gutmensch" - Ein Unwort?


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05.03.2019 um 14:53
@BluesBreaker

Unter dem Aspekt habe ich das noch nicht betrachtet. Allerdings würde das dann auch eigenständiges Handeln der Follower voraus setzen.
BluesBreaker schrieb:ich verstehe was du meinst. wasser predigen und wein saufen.
Gut ausgedrückt. ;)

Die Welt ist leider voll von diesen Leuten.
Ich bin seit Jahren aktiv im Tierschutz. Wir werden überschwemmt von diesen Menschen. Das sind dann jene, die sich im Internet gut darstellen, aber nichts machen. Das regt mich so auf und es ist sehr hinderlich. Da glaubt man ein Tier vermittelt zu haben und merkt das derjenige nur Likes für die Rettung kassieren wollte. Dem Tier ist damit dann letztlich immer noch nicht geholfen. Bei einer Absage bekommt der Attention Seeker dann noch einmal Beifall wie "Oh schade" , "...aber nett das Du Dich kümmern wolltest" ... usw. Ich verstehe dieses Verhalten immer weniger.


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