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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

147 Beiträge, Schlüsselwörter: Kinder, Eltern, Pflicht, Kita

Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 10:53
@emz
Auch in Schleswig-Holstein ist es möglich sein Kind mit fünf Jahren einschulen zu lassen. Wenn das Kind bis zum 30. Juni sechs Jahre alt wird muss es eingeschult werden (es sei denn, bei der Schuluntersuchung kommt heraus, dass es noch nicht schulreif ist). Zwischen dem 1.7. und dem 31.12. geborene Kinder können eingeschult werden, sie sind sogenannte "Kann - Kinder". Die Vorraussetzungen dafür :
-die Eignung muss vom Kindergarten bestätigt werden
- die Eltern müssen einen Antrag bei der Schule stellen
- die Schulärztin /der Schularzt muss das Kind für schulreif befinden
-es muss Platz an der Schule sein

Unsere Tochter ist ein " Kann - Kind" gewesen und hat wenige Tage nach dem 1.7. Geburtstag, d. h. sie wäre sogar etwa fünf Wochen vor der Einschulung sechs Jahre alt geworden. Leider war nicht genügend Platz an unserer Grundschule, es waren schon an die gut 90 Schüler die vierzügig eingeschult werden mussten, so dass für die Kann - Kinder wenig Platz vorhanden war. Zwei, drei Elternpaare haben dann richtig Stress gemacht, so dass die Kinder dann noch aufgenommen wurden.
Das war uns dann aber zu blöd.
Das zusätzliche Jahr im Kindergarten hat ihr nicht geschadet.

Ich finde es auch nicht schlimm, wenn ein Kind vor Schuleintritt schon einiges kann - wenn es denn von sich aus lernen möchte. Meine Tochter kannte vor der Schule bereits alle Buchstaben und konnte schreiben ( natürlich nicht alles richtig). Sie hat eben so geschrieben, wie sie gesprochen hat. Und auch, wenn sie zu den Schülern gehört, denen das Lernen leicht fällt, braucht man nicht glauben, dass sie sich langweilt. Die Lehrerinnen halten für diesen Fall jede Menge zusätzliches Material bereit.

Mein ältester Sohn hat damals auf dem Wegzum Kindergarten (zu Fuß 1,3 km) z. B immer die Hausnummer zusammen gerechnet und wollte wissen, ob es richtig ist (Nr 168 war dann 1+6+8). Daran hat er großen Spaß gehabt.

Mein Jüngster wird bald fünf und interessiert sich weder für rechnen noch schreiben. Er ist glücklich, wenn er auf dem Weg zum Kindergarten einen Käfer findet, den er beobachten kann.

LG



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 11:13
@Cherokeerose
Darf ich mal fragen aus welchem Bundesland du kommst? Scheint bei uns deutlich entspannter zuzugehen.
Meine Tochter wurde letztes Jahr in Schleswig - Holstein eingeschult, unser Lehrplan scheint doch um einiges voneinander abzuweichen. In Mathe lernen die Kinder hier in der 1. Klasse subtrahieren und addieren im Zahlenraum bis 20. In Deutsch bis Ende der 1. Klasse das komplette Alphabet, angefangen mit den Buchstaben i, m, a usw. in Groß- und Kleinschreibung. Zu jedem Buchstaben bearbeiten sie mehrere Seiten im Heft und auf Arbeitsblättern. Am Anfang waren es ein bis zwei Buchstaben pro Woche. Später wurde dann das Tempo angezogen, aber vielleicht schien es auch Corona bedingt nur so.



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 12:06
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Mit welcher Motivation geht die dann, viel zu gering verdienene, Erzieherin/der Erzieher morgens schon noch zur Arbeit? Und wer könnte es ihr/ihm verübeln, dass da einfach auf Dauer der Elan fehlt?
Wieso ziehtst du aus Kostenlosen Kitas eine Motivationsmangel der Erzieher.

Gering verdienen ist wie bei der Pflege oftmals relativ und von der Trägerschaft abhängig.



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 12:06
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Dafür wäre ich als Mutter bereit, mehr Kitakosten zu tragen - immerhin würden die dann direkt an mein Kind weitergegeben werden.
Das würde ich so nicht unterschreiben, nur weil mehr Geld fließt wird nicht automatisch mehr geboten, am Ende zahlst du immer drauf. Oder wie meinst du das?
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Von kostenlosen Kitaplätzen für alle halte ich persönlich garnichts. Mit welcher Motivation geht die dann, viel zu gering verdienene, Erzieherin/der Erzieher morgens schon noch zur Arbeit? Und wer könnte es ihr/ihm verübeln, dass da einfach auf Dauer der Elan fehlt?
Nur weil die Kitaplätze "kostenlos" wären heißt das nicht im Umkehrschluss, dass Erzieher* schlechter bezahlt würden. Besser als jetzt aber wohl eher nicht, ja.
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Auch hier sollten die Eltern teile ihres Sozialbezuges für ihre Kinder aufbringen (wollen) denn im Grunde muss klar sein, dass die eigene Vorbildsfunktion da maßgeblich zur Entwicklung des Kindes beiträgt.
Und wenn das nur bedeutet, dass die Eltern die Essenskosten für das Kind aufbringen.
Bei wem das "freiwillig" nicht möglich ist, dem sollte es bei Auszahlung der Sozialleistung dann direkt vom Betrag abgezogen werden.
Und wie stellst du dir das vor, wenn wir vom Regelsatz ausgehen und das Kindergeld wird ja angerechnet, ist also nicht zusätzlich da? Es ist mit hängen und würgen möglich, da das JC tatsächlich hier und da Zuschüsse für etwaige Dinge die das Kind betreffen gewähren kann aber eben kann. Viele wissen gar nicht, wie sie genau vorgehen müssen. Natürlich unwissenheit befreit einen nicht aber wie du es beschreibst klingt es leicht, ist es aber nicht.

Versteh mich nicht falsch, ich weiß worauf du hinaus möchtest und wenn mensch ein Kind hat sollte klar sein, dass da auch Kosten auf einen zukommen, für die einen ist das leicht zu stemmen für andere eben nicht.
Zitat von Vomü62
Vomü62
schrieb:
Achso, weil in der Schule sofort "Vollgas" gegeben wird, muß jetzt dann also auch gleich im Kindergarten Vollgas gegeben werden?
Habe ich das irgendwo geschrieben? Entspann dich mal und tu nich so, als wäre die Kita der Vorhof zur Hölle.
Zitat von Vomü62
Vomü62
schrieb:
Wie wärs denn damit, sich dafür ein zu setzen, den Leistungsdruck aus der Schule zu nehmen, dannmüßte man auch keinen Leistungsdruck im Kiga einführen? Mannomann..
Du hast schon gelesen was ich alles so geschrieben habe, oder? Hast eine Sache davon ja sogar zitiert.
Zitat von masterofarch
masterofarch
schrieb:
Hier wird meiner Meinung nach gerade einiges durcheinander geworfen...Kita ist nicht gleich Kindergarten.
Wird hier ganz allgemein verwendet:
In Deutschland heißen je nach Region unterschiedliche Regel-Einrichtungen „Kindertagesstätte“ (Kurzform: KiTa oder Kita):

die Kinderkrippe (für Kinder von einem halben bis drei Jahre),
der Kindergarten (für zweieinhalb- bis sechsjährige Kinder)
der Hort oder Schulhort, den Grundschulkinder oder Mittelschulkinder nach Schulende und in den Ferien besuchen können.
Quelle: Wikipedia: Kindertagesstätte#Deutschland
Zitat von Aniara
Aniara
schrieb:
Darin wird detailliert beschrieben und darauf eingegangen, warum ab der Kita-Zeit für die Kinder der alltägliche Stress beginnt.
Natürlich könnte es hier und da mal entspannter zugehen, ich wäre blind, wenn ich das Gegenteil behaupten würde.
Der Artikel überspitzt das ganze aber doch ziemlich, wie ich finde, allerdings kann ich auch nur aus persönlichen Erfahrungen und Erzählungen/Beobachtungen schöpfen.
Zitat von rhapsody3004
rhapsody3004
schrieb:
Aber die Leistungsgesellschaft will es ja genauso. In dieser hast du schon quasi ab Geburt an zu funktionieren und Leistung zu erbringen. Die Kleinen sollen ja möglichst alle Karriere machen und akademische Einsteins werden.
Gibt Menschen die ihre Kinder da tatsächlich ziemlioch überfordern aber auch du tust geradezu so, als ob die Kita das Tor zur Hölle wäre.
Zitat von Sumsala
Sumsala
schrieb:
Ich finde es auch nicht schlimm, wenn ein Kind vor Schuleintritt schon einiges kann - wenn es denn von sich aus lernen möchte. Meine Tochter kannte vor der Schule bereits alle Buchstaben und konnte schreiben ( natürlich nicht alles richtig). Sie hat eben so geschrieben, wie sie gesprochen hat. Und auch, wenn sie zu den Schülern gehört, denen das Lernen leicht fällt, braucht man nicht glauben, dass sie sich langweilt. Die Lehrerinnen halten für diesen Fall jede Menge zusätzliches Material bereit.
Solche Beobachtungen habe ich eben auch öfter gemacht, ganz ohne Druck von den Eltern, klar 1-2 Kanditaten gab es, was wir aber versucht haben abzufedern.
Zitat von Sumsala
Sumsala
schrieb:
Mein Jüngster wird bald fünf und interessiert sich weder für rechnen noch schreiben. Er ist glücklich, wenn er auf dem Weg zum Kindergarten einen Käfer findet, den er beobachten kann.
Immer im Tempo des Kindes, das finde ich richtig und wichtig.



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14.09.2020 um 12:17
Zitat von Fedaykin
Fedaykin
schrieb:
Wieso ziehtst du aus Kostenlosen Kitas eine Motivationsmangel der Erzieher.
Kontext lesen und verstehen.
Wenn Kitas kostenlos werden würden, auf wessens Rücken würde das ausgetragen werden? Finanziell?
Und es ist nunmal so, dass die Motivation schneller abhanden kommt, wenn man nicht entsprechend entlohnt wird. Ja das gilt auch für Pflegekräfte und andere Berufszweige, die ich jetzt nicht alle aufzählen werde.
Man verlangt ja auch nicht das Altenheime kostenlos für alle zur Verfügung gestellt werden. Oder der Krankenhausaufenthalt.
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Das würde ich so nicht unterschreiben, nur weil mehr Geld fließt wird nicht automatisch mehr geboten, am Ende zahlst du immer drauf. Oder wie meinst du das?
Doch ich bin sogar der festen Überzeugung dass dann mehr geboten werden würde. Weil einfach eine ganz andere Grundbasis gegeben ist und du kannst wissen, das Eltern die ordentlich "blechen" müssen, ganz anders hinterher sind ob ihrem Kind auch was geboten wird.
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Und wie stellst du dir das vor, wenn wir vom Regelsatz ausgehen und das Kindergeld wird ja angerechnet, ist also nicht zusätzlich da? Es ist mit hängen und würgen möglich, da das JC tatsächlich hier und da Zuschüsse für etwaige Dinge die das Kind betreffen gewähren kann aber eben kann. Viele wissen gar nicht, wie sie genau vorgehen müssen. Natürlich unwissenheit befreit einen nicht aber wie du es beschreibst klingt es leicht, ist es aber nicht.
Du vergisst dabei dass das Kind auch einen Regelsatz erhält und zudem gibt es Kindergeld für das Kind. Da sollte man schon in der Lage sein die Mittagsmahlzeit sowie evtl Obstfrühstück zu finanzieren. Und das viele nicht wissen, wie man da vorgehen kann, kann ich als Argument nicht gelten lassen. Da informiert man sich. Halte ich für die elterliche Pflicht.
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Versteh mich nicht falsch, ich weiß worauf du hinaus möchtest und wenn mensch ein Kind hat sollte klar sein, dass da auch Kosten auf einen zukommen, für die einen ist das leicht zu stemmen für andere eben nicht.
Mir ist bewußt dass das für einige nicht stemmbar ist, daher ja mein Einwand, dass Leistungsbeziehern direkt vom Bezug abzuziehen. Dann muss sich da auch nicht informiert werden, welche Möglichkeiten da bestehen. Das würde in meinem Vorschlag dann das Amt übernehmen mit einreichen des Kitavertrages.



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14.09.2020 um 12:26
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Doch ich bin sogar der festen Überzeugung dass dann mehr geboten werden würde. Weil einfach eine ganz andere Grundbasis gegeben ist und du kannst wissen, das Eltern die ordentlich "blechen" müssen, ganz anders hinterher sind ob ihrem Kind auch was geboten wird.
Ich habe in einer Kita gearbeitet, welche nicht preiswert war, die Leiterin hat ordentlich kassiert aber mehr geboten als in anderen Kitas wurde dennoch nicht. Und die Eltern waren wie die anderen Eltern eben auch, mal mehr hinterher mal weniger.
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Du vergisst dabei dass das Kind auch einen Regelsatz erhält und zudem gibt es Kindergeld für das Kind.
Und wie ich schrieb, dass Kindergeld wird angerechnet, das ist nicht zusätzlich da. Genau das wird ja seit längerer Zeit bemängelt. Da ist dann am Ende also viel weniger vom Regelsatz da vlt. sogar nichts und dieser unterscheidet sich ja nach Alter des Kindes sogar.
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Und das viele nicht wissen, wie man da vorgehen kann, kann ich als Argument nicht gelten lassen.
Da bin ich doch ganz bei dir, habe ich doch geschrieben, dass Unwissen nicht schützt.
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Mir ist bewußt dass das für einige nicht stemmbar ist, daher ja mein Einwand, dass Leistungsbeziehern direkt vom Bezug abzuziehen.
Wenn es nicht stemmbar ist, dann ist vom Bezug abziehen wenig sinnvoll. Da müsste ganz woanders angesetzt werden aber da kommen wir wieder in ein ganz anderes Thema: Eltern & Kinder, Finanzen regeln mit Sozialleistungen.



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 12:30
Zitat von Stonechen
Stonechen
schrieb:
Wenn Kitas kostenlos werden würden, auf wessens Rücken würde das ausgetragen werden? Finanziell?
Und es ist nunmal so, dass die Motivation schneller abhanden kommt, wenn man nicht entsprechend entlohnt wird. Ja das gilt auch für Pflegekräfte und andere Berufszweige, die ich jetzt nicht alle aufzählen werde.
Man verlangt ja auch nicht das Altenheime kostenlos für alle zur Verfügung gestellt werden. Oder der Krankenhausaufenthalt.
Eben, irgendwo wird das mit Steuern bestritten

Aber staatlich getragene Kitas wären halt öd

https://oeffentlicher-dienst-news.de/gehalt-tvoed-sue-erzieherinnen-so-viel-verdienen-erzieher-kindergaertner-kinderpfle...



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 12:47
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Ich habe in einer Kita gearbeitet, welche nicht preiswert war, die Leiterin hat ordentlich kassiert aber mehr geboten als in anderen Kitas wurde dennoch nicht. Und die Eltern waren wie die anderen Eltern eben auch, mal mehr hinterher mal weniger.
Du darfst meine Überlegung nicht mit dem Jetzt-Zustand vergleichen.
Das es jetzt nicht rund läuft, in sehr vielen Einrichtungen ist mir leider (aus persönlicher Erfahrung) bekannt.
Wenn aber alle Kitas kostenlos würden - und die Kitapflicht eingeführt werden würde, dann kann man davon ausgehen, dass der Zustand sich eher noch negativer entwickelt.
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Und wie ich schrieb, dass Kindergeld wird angerechnet, das ist nicht zusätzlich da. Genau das wird ja seit längerer Zeit bemängelt. Da ist dann am Ende also viel weniger vom Regelsatz da vlt. sogar nichts und dieser unterscheidet sich ja nach Alter des Kindes sogar.
Ist mir auch bewusst, aber gibt nunmal den Regelbedarf für das Kind. Vom Arbeitgeber bekommt man kein Zusatzgehalt für das Kind. Verstehst du wie ich das meine?
Insgesamt sind es ca. 270 Euro pro Kind (mein letzter Wissensstand) - da sollten monatliche 30 Euro für das Mittagessen in der Kita drin sein - wäre es zu Hause, wäre das ja auch nicht umsonst.
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Da bin ich doch ganz bei dir, habe ich doch geschrieben, dass Unwissen nicht schützt.
Dann hab ich falsch verstanden, entschuldige.
Zitat von Fedaykin
Fedaykin
schrieb:
Aber staatlich getragene Kitas wären halt öd
Also unsere Grundschule/Ganztagsschule ist staatlich und es wurden allesamt Erzieher gekündigt und sich dafür ein freier Träger ins Haus geholt für die hälfte des Geldes. Die Erzieher verdienen n Appel und n Ei und fehlende Motivation sehe ich dort jeden Tag. Auch viele Krankheitsausfälle.
Allein an dem Beispiel gemessen (was nur mein persönliches ist) sehe ich einfach, dass das System so nicht funktionieren kann und deshalb ziehe ich daraus meine Schlüsse.
Kann ja gerne jeder anders sehen



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 13:48
Zitat von masterofarch
masterofarch
schrieb:
Kindergarten = Vorschule, diese ist bei uns (Schweiz) ab dem vollendeten 4. Lebensjahr obligatorisch. Das Kindergartenjahr gehört bereits zur Grundschule.

Kita = Kindertagesstätte, dort werden Kinder betreut die jünger sind als 4 Jahre. Oft weil beide Elternteile berufstätig sind.
In der Schweiz mag das so sein. In D ist Kita und Kidergarten in der Regel das selbe und man spricht vom ü3 Bereich, sprich alles ab 3 Jahren.
Alles unter 3 nennt sich eigentlich "Krippe".
Eine richtige Vorschule gibt es in D nicht.
Zitat von Sumsala
Sumsala
schrieb:
Meine Tochter wurde letztes Jahr in Schleswig - Holstein eingeschult, unser Lehrplan scheint doch um einiges voneinander abzuweichen. In Mathe lernen die Kinder hier in der 1. Klasse subtrahieren und addieren im Zahlenraum bis 20. In Deutsch bis Ende der 1. Klasse das komplette Alphabet, angefangen mit den Buchstaben i, m, a usw. in Groß- und Kleinschreibung. Zu jedem Buchstaben bearbeiten sie mehrere Seiten im Heft und auf Arbeitsblättern. Am Anfang waren es ein bis zwei Buchstaben pro Woche. Später wurde dann das Tempo angezogen, aber vielleicht schien es auch Corona bedingt nur so.
Ganz genauso war das bei meiner Tochter auch, Berlin.



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14.09.2020 um 13:58
Zitat von Sumsala
Sumsala
schrieb:
aus welchem Bundesland du kommst?
Wir kommen aus NRW.



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14.09.2020 um 13:59
Zitat von Alltagsheldin
Alltagsheldin
schrieb:
In der Schweiz mag das so sein. In D ist Kita und Kidergarten in der Regel das selbe und man spricht vom ü3 Bereich, sprich alles ab 3 Jahren.
Alles unter 3 nennt sich eigentlich "Krippe".
Eine richtige Vorschule gibt es in D nicht.
Danke für diese Klarstellung.

Ich finde die Praxis wie sie in der Schweiz praktiziert wird ganz gut. Ab 4 das obligatorische Vorschuljahr, welches übrigens auf ein 2. Ausgedehnt werden kann, falls eine Schulreife nicht gegeben ist.



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 14:44
Zitat von Kürbisgesicht
Kürbisgesicht
schrieb:
Gibt Menschen die ihre Kinder da tatsächlich ziemlioch überfordern aber auch du tust geradezu so, als ob die Kita das Tor zur Hölle wäre.
Quatsch, habe ich nie als Tor zur Hölle beschrieben. Könnte sie aber werden, wenn Kitas auch schon zu einer reinen (Leistungs)Bildungsstätte verkommen würden, was eigentlich erst in der Grundschule relevant werden sollte.

Ich kann mittlerweile viele Aussteiger aus dieser Leistungsgesellschaft verstehen, die diesem leistungsorientierten System und Leben entfliehen wollen und nicht länger funktionieren wollen wie Maschinen, die bereits ab Geburt darauf programmiert werden zu funktionieren und dem System zu dienen. Und auszahlen tut es sich auch nicht immer, brav zu dienen, denn ansonsten würde die Schere zwischen Arm und Reich nicht immer weiter auseinandergehen.

Schlimm genug, dass schon immer mehr Erwachsene an Burnout und vielen anderen physischen- und psychischen Erkrankungen leiden, was die Folgen eines auf Leistung getrimmten Systems sind und in diesem immer schön alles mit sich machen zu lassen. Bei Schülern bereits auch auf dem Vormarsch.



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14.09.2020 um 16:39
Zum topic: Eine Pflicht würde ich auch nicht befürworten. Denn wenn Schulpflicht - umsonst - dann auch KiTa Pflicht - umsonst (Nicht die Pflicht, aber das umsonst). Würde sich wohl nicht umsetzen lassen. Wäre aber wünschenswert. Der TE hat diesen Thread erstellt, weil er sich damit auf den Fall von Solingen bezieht. Nur unterschwellig, aber er tut es.

Nun zum allgemeinen. Ich hab jetzt hier alles mitgelesen und ich denke es hängt auch viel von den Bundesländern ab, wie es da jeweils gehandhabt wird. Das ist ja überall anders geregelt.

Was mich sehr erschreckt, ist die Ansicht einiger User, dass man im Kindergarten schon quasi gedrillt wird für die Leistungsgesellschaft. Mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung kann ich sagen, nein. Da es zu sehr von der eigentlichen Frage abschweifen würde, sage ich nur Helikoptereltern. Gegen die bist du auch als pädagogisches Personal manchmal machtlos. Nicht immer, aber sie kosten dir den letzten Nerv. Und sie sind es, die ihre Kinder in gehobenen Positionen sehen wollen. Nicht die Erzieher, Kinderpfleger in der KiTa. Sie sind es, die ständig etwas fordern, was in dem Alter nicht angemessen oder überfordernd ist.

Also bitte nicht den schwarzen Peter ausschließlich den Kindergärten und dem Personal zuschieben. Ich könnt jetzt noch viel mehr schreiben, aber irgendwann liest es keiner mehr und hat dann halt mit dem eigentlichen topic nichts mehr zu tun. :)



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14.09.2020 um 17:17
In Berlin ist der Kitabesuch übrigens kostenfrei. Lediglich eine Gebühr für das Mittagessen muss man zahlen.


Kitas sind ganz tolle Einrichtungen, meine Kinder besuchen auch eine bzw. haben eine besucht.

Ich glaube aber das viele unterschätzen, dass das auch ein enormer Stress für Kinder ist. Vergleichbar mit einem Arbeitstag.



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 17:26
Zitat von Alltagsheldin
Alltagsheldin
schrieb:
Ich glaube aber das viele unterschätzen, dass das auch ein enormer Stress für Kinder ist. Vergleichbar mit einem Arbeitstag.
Das hab ich schon in meiner Ausbildung gelernt, damals so vor dem Krieg. :troll: Nee, Spaß. Aber echt, Spiel ist Arbeit, hatte ich so gelernt und ich denke auch, ja das ist es. So ein Tag in der KiTa oder Kindergarten ist für ein Kind sehr anstrengend. Finde aber besser, wenn man es Spiel nennt. Habe ein Jahr in einem Montessori Kindergarten gearbeitet, und da gab es kein Spiel sondern nur Arbeit. Aber das Konzept an sich gesteht den Kindern sehr viel Selbstbestimmung zu, was ich sehr gut fand. "Hilf mir es selbst zu tun".



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 17:30
Zitat von Carietta
Carietta
schrieb:
Was mich sehr erschreckt, ist die Ansicht einiger User, dass man im Kindergarten schon quasi gedrillt wird für die Leistungsgesellschaft. Mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung kann ich sagen, nein. Da es zu sehr von der eigentlichen Frage abschweifen würde, sage ich nur Helikoptereltern. Gegen die bist du auch als pädagogisches Personal manchmal machtlos. Nicht immer, aber sie kosten dir den letzten Nerv. Und sie sind es, die ihre Kinder in gehobenen Positionen sehen wollen. Nicht die Erzieher, Kinderpfleger in der KiTa. Sie sind es, die ständig etwas fordern, was in dem Alter nicht angemessen oder überfordernd ist.

Also bitte nicht den schwarzen Peter ausschließlich den Kindergärten und dem Personal zuschieben. Ich könnt jetzt noch viel mehr schreiben, aber irgendwann liest es keiner mehr und hat dann halt mit dem eigentlichen topic nichts mehr zu tun
Sicherlich meinst du auch mich und ich wollte niemals den Erziehern vorwerfen, dass sie das ausschließlich fordern würden. Einige Lehrer drillen dann schon eher, aber auch oftmals nur um den größenwahnsinngen Forderungen der Eltern gerecht zu werden.
Natürlich sind es oftmals die Eltern, die nicht nur sich selber Druck sondern auch den Kindern machen.
Ganz übel finde ich es, wenn dann sogar auf erpresserische Weise vorgegangen wird und Erzieher und Lehrer sogar beschimpft und bedroht bzw. genötigt werden.
Ebenso übel finde ich es, wenn Kindern schon von klein auf eingeredet wird, dass sie später nur in einer gehobenen Position etwas wert sind, ohne dabei die eigenen Wünsche der Kinder zu berücksichtigen.

Und das ist übrigens auch ein Grund und somit wieder themenrelavant, weshalb eine Kitapflicht wohl eher kontraproduktiv wäre. Erzieher/Erzieherinnen sind ja schon jetzt teilweise überfordert und müssen sich mit Helikopter-Eltern rumschlagen. Gar nicht auszudenken, wie das werden würde, würde die Kita zur Pflicht werden: Noch mehr Helicopter-Eltern und noch mehr Stress für Erzieher/Erzieherinnen.



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Sollte man eine Kita Pflicht einführen?

14.09.2020 um 18:11
Zur Eingangsfrage:

Bin ich keineswegs für.
Begründung:

Nur weil einige Eltern nicht in der Lage sind ihren Kindern das Minimum an Bildung (Alphabet,Farben,Zahlen,etc.) spielerisch beizubringen, muss man nicht gleich ALLE mit in die Zange nehmen. ^^
Ich hafte nicht für die "Dummheit" der Gesellschaft.
Es gibt auch noch Familien ,wo nur ein Elternteil arbeitet und Muttern oder Vattern zu Hause bleibt,warum sollte man diesen, die Kinder zwangsweise entziehen? Vielleicht wollen die das nicht. Und ja ,oh Wunder ,auch Kinder sind Individuen,manche brauchen das elterliche Nest länger als andere.^^ Und ich halte auch nicht alle Erzieher pauschal für kompetent genug.
In der Tierwelt erzieht die Mutter die Kiddies,wenn Mensch das nicht hin bekommt ,dann ist es halt n Fail,muss die Gesellschaft mit umgehen können. Immer diese Gleichmachung.
Angenommen ab 4 Jahren gilt die Kitapflicht,Kind muss also schon um 6:00 aufstehen, bis? *Welche Uhrzeit?*
Wird Eltern heutzutage gar nichts mehr zugetraut?
Wird von allen angenommen ,das es Smombies sind, die ihre Kinder interlektuell verwahrlosen lassen?
Sehe ich nicht ein, Kinder können Sozialverhalten auch in der Familie ,auf dem Spielplatz oder vor der Haustür mit Spielkameraden lernen.
Wer keinen Bock auf Kindererziehung hat ,der soll einfach keine machen.
Die Schule oder Vorschule fängt schon früh genug an,wo man lernen muss die Ellenbogen auszupacken ,weil man sonst welche reingerammt bekommt.^^ Farben,das Alphabet etc. lernen ist nicht alles,Empathie und Rücksichtnahme sollten eher beigebracht werden.



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14.09.2020 um 18:23
Zitat von rhapsody3004
rhapsody3004
schrieb:
Ich kann mittlerweile viele Aussteiger aus dieser Leistungsgesellschaft verstehen, die diesem leistungsorientierten System und Leben entfliehen wollen und nicht länger funktionieren wollen wie Maschinen, die bereits ab Geburt darauf programmiert werden zu funktionieren und dem System zu dienen.
Da bin ich ja auch voll bei dir aber das sehe ich in der Kita eher nicht, sowieso sollte an die Eltern herangetreten werden.
Zitat von Carietta
Carietta
schrieb:
sage ich nur Helikoptereltern.
Zitat von Carietta
Carietta
schrieb:
Und sie sind es, die ihre Kinder in gehobenen Positionen sehen wollen. Nicht die Erzieher, Kinderpfleger in der KiTa. Sie sind es, die ständig etwas fordern, was in dem Alter nicht angemessen oder überfordernd ist.
Nen Thema für sich, anstrengend, absolut anstrengend und sie denken alles besser zu wissen.
Zitat von rhapsody3004
rhapsody3004
schrieb:
Ganz übel finde ich es, wenn dann sogar auf erpresserische Weise vorgegangen wird und Erzieher und Lehrer sogar beschimpft und bedroht bzw. genötigt werden.
Und die Schuld dann auch immer schön auf diese abgewälzt wird.



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14.09.2020 um 20:14
Zitat von Carietta
Carietta
schrieb:
Was mich sehr erschreckt, ist die Ansicht einiger User, dass man im Kindergarten schon quasi gedrillt wird für die Leistungsgesellschaft.
Es war von Defiziten und Förderung die Rede. Da drängt sich mir der Begriff Drill schon auf.
Zitat von Nimmermehr
Nimmermehr
schrieb:
Angenommen ab 4 Jahren gilt die Kitapflicht,Kind muss also schon um 6:00 aufstehen, bis? *Welche Uhrzeit?*
Hat aber auch praktische Aspekte. Der Mann ist aus dem Haus, die beiden Kinder werden ins Auto gepackt, in Kindergarten bzw. Grundschule gefahren und Mama legt sich dann entspannt nochmal aufs Ohr. Sowas kenne ich aber auch ;)



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14.09.2020 um 23:06
@emz
Da ich selber Erzieherin bin brauche ich keine Erzieherin fragen, wie sie ihre Aufgaben definiert.

Ich beziehe mich auf diese Aussage:
Zitat von emz
emz
schrieb:
Ich halte Kindergärten für eine höchst löbliche Einrichtung. Nur was deren Aufgaben sind, darüber sind wir nicht einer Meinung
Mich würde generell einfach mal interessieren, wie du die Aufgaben der Erzieher definieren würdest.



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