suffel schrieb:Das mit der Absicherung im Alter ist definitiv wichtig und da sehe ich im Bekanntenkreis sehr oft, dass sowohl das zusammen wohnen und die Hochzeit + ggf. Kinder für eine extrem große Abhängigkeit sorgt. In 2 von 3 Fällen ist es so, dass die frau in der Beziehung ohne ihren Partner ihren aktuellen lebenstand nicht finanzieren könnte und nicht für ihr Alter versorgt Sondern im Alter abhängig von einem Partner ist und das halte ich für bedenklich.
Sehe ich persönlich (bin im Alter von 21 Jahren mit meinem heutigen Mann zusammengezogen, sind nun 20 Jahre zusammen und haben bislang immer zusammengelebt - findest du ggf. abschreckend) auch so.
Man muss zusammenlebend aber gar nicht in eine Abhängigkeit geraten. Mein Mann und ich sind gewollt kinderlos, beide arbeiten in Vollzeit, verdienen gut (Softwareentwickler und Prof.), und da "steht auch keiner unter der Fuchtel des anderen". Haben beide einen sehr unabhängigen Charakter; unabhängig heißt da nicht "interessiert an Sex mit anderen", aber klar "introvertiert, brauche Rückzug, Zeit für mich" ist bei beiden der Fall sowie vom deutlich nerdigen Typ sein. Altersvorsorge zwar zusammen geplant, aber niemals so dass es nur zusammen funktionieren würde. Auch wenn wir nicht von einer Trennung ausgehen: Jemand kann versterben, erwerbsunfähig werden, arbeitslos werden - und man weiß ja nicht wer von beiden das zuerst sein könnte. Somit: Notfalls wird es finanziell auch funktionieren wenn einer den anderen mitversorgen müsste, aber wir würden es niemals darauf ankommen lassen nach dem Motto "wenn der Mann/ die Frau in Vollzeit arbeitet, reicht für die Frau/ den Mann eine Teilzeitstelle oder nur bei Interesse ein kleiner Nebenjob". Bloß ja nicht!
Warum geheiratet? Sind nicht romantisch verlagt, da war auch kein großes Fest, kein Kleid und kein teurer Ring im Spiel; es war nur aus bürokratischen Gründen irgendwann arg sinnvoll (sind zusammen ins Ausland gegangen). Verändert hat sich durch die Heirat nichts - außer dass der gemeinsame Auslandsaufenthalt möglich wurde, statt viel Geld für Interkontinental-Besuchsflüge, unbezahlten Urlaub für längere Besuche etc. draufgehen zu lassen.
philae schrieb:@nairobi
Hast nüchtern betrachtet schon recht. Bin ja an sich auch eher ein pragmatischer Mensch.
Aber Zusammenwohnen bin ich halt überhaupt nicht gewohnt. Bei einem gemeinsamen Haushalt sehe ich sehr viel Konfliktpotenzial. Die berühmte offene Zahnpastatube (auch wenn die konkret mich jetzt nicht stören würde).
Und dann muss man ja auch erstmal ne Wohnung finden, die genügend Platz bietet. Ich habe nur ein Zimmer, bei mir könnte also keiner einziehen. ;-)
Als "Mensch mit Ecken und Kanten" (introvertierte Autistin) war ich da auch erst skeptisch. Wollte und war auch nie in eine WG.
Allerdings dann: Jemand der zu mir als Partner passt dürfte doch eher jemand sein der so ähnlich ist wie ich - und umgekehrt. Mein Partner ist introvertiert, vernünftig (also keiner der ausflippt), mit autistischen Zügen, ruhig (auch im wahrsten Sinne des Wortes: kein lauter Besuch, keine lauten Computerspiele etc.) - und da kann man auch vernünftig miteinander reden. Analog zur Zahnpastatube: Mir ist mal aufgefallen, dass mein Mann Gläser die im Kühlschrank stehen nur halb zudrehte, welche dann leicht aufgehen und runterfallen können wenn man sie, ein normal geschlossenes Glas vermutend, anhebt. Und ferner wird der Inhalt so schneller schlecht. Habe ihm das gesagt, und ihm fiel dann auf wie das passiert und seitdem sind die Gläser sauber zu. Bin da der Typ für Vernunft und nicht für "eine Szene machen", und er genauso.
Umgekehrt ist es natürlich auch gar kein Problem, wenn meinem Partner etwas auffällt - einfach sagen, bin da nicht sauer.
philae schrieb:Und dann muss man ja auch erstmal ne Wohnung finden, die genügend Platz bietet. Ich habe nur ein Zimmer, bei mir könnte also keiner einziehen. ;-)
Das stimmt schon. Insgesamt ist aber weniger Platz nötig - Bad und Küche braucht man nur einmal, ein für zwei geeigneter Esstisch nimmt meist nicht doppelt so viel Platz weg wie für einen, und auch die Aufbewahrung von gemeinsam genutzten Haushaltsgeräten braucht weniger Platz (zu zweit braucht man nicht doppelt so viele z.B. Töpfe, Wäscheständer, Bügelbretter, Werkzeug...).
Die wenigsten Paare, selbst wenn man getrennte Schlafzimmer möchte, werden alles doppelt behalten/ anschaffen und für jeden alle Räume einzeln haben.
Unsere aktuelle Wohnung: ein Arbeitszimmer mit zwei großen Schreibtischen (vollausgestattet als Büro), ein Schlafzimmer (Doppelbett, Kleiderschrank), eine Küche, ein Badezimmer, ein Raum ähnlich wie Wohnzimmer/Esszimmer der sich ums Eck an die Küche anschließt (da stehen: Esstisch, Bücherregale, ein großes Reptilienterrarium von 1,50 m Länge, ein Aquarium), ein 3 x 3 m großer Balkon.
Das ist eine Zweizimmerwohnung (da die Wohnung bei typischerer Nutzung z.B. ein Wohnzimmer statt Arbeitszimmer hätte, oder das Arbeitszimmer ein zweites Schlafzimmer wäre).
Es ist bislang die größte von uns bewohnte Wohnung, die erstmals auch Platz für solche Extras wie die Haltung von Haustieren ermöglicht.
(Mein Mann und ich haben im Extremfall sogar in Einzimmerwohnungen zusammengelebt. Wann: Im Studium, sowie bei Umzügen über größere Distanzen in übergangsweisen keinen Wohnungen. War streitfrei möglich; geht m.E. aber nur wenn beide sehr ruhig und verträglich sind und nicht z.B. der eine seine Ruhe mag und braucht, der andere einen nicht lässt.
Statt z.B. im Studium jeder ein WG-Zimmer zu mieten, und dann werden gemeinsam genutzte Bereiche wie Küche und Bad durch Fremde genutzt, haben wir doch lieber so zusammengewohnt und da ist kein Fremder im Spiel.)