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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

308 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bahn, BUS, Bahnhof ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

gestern um 19:11
@abberline


Muss das korriegieren, denn in dem Artikel geht es nicht um Niedersachsen, werde aber speziell für Niedersachen gleich auch noch was raussuchen.
Die Deutsche Bahn hat ein Sofortprogramm für mehr Sicherheit und Sauberkeit an 25 Bahnhöfen gestartet. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität spürbar zu verbessern und das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste zu stärken. Das Programm ist Teil der im September 2025 von Bundesverkehrsminister Schnieder vorgestellten „Agenda für zufriedene Bahnkunden“.

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Das ist eine gute Initiative. Saubere, sichere und gut wahrnehmbare Bahnhöfe sind eine zentrale Voraussetzung dafür, den Schienenverkehr für alle Menschen attraktiv zu gestalten. Bahnhöfe sind die Visitenkarte der Bahn.“

Mit dem Hauptbahnhof Hannover ist einer der größten und meistfrequentierten Bahnhöfe Niedersachsens Teil des Sofortprogramms. Täglich nutzen tausende Reisende diesen Knotenpunkt, die von den Maßnahmen profitieren werden.

Tonne: „Gleichzeitig zeigt sich, dass der Handlungsbedarf über die 25 Bahnhöfe hinaus deutlich größer ist. An vielen weiteren Stationen mangelt es nach wie vor an einem angemessenen Erscheinungsbild und an einem ausreichenden Sicherheitsempfinden. Ziel muss es sein, dass jeder Bahnhof und jede Station zum Bahnfahren einlädt und nicht als Zumutung empfunden wird.“

Positiv zu bewerten ist in diesem Zusammenhang auch die Ausweitung des sogenannten „DB-Frühjahrsputzes“ von bislang 700 auf künftig 1.400 Bahnhöfe. Dies ist aus Landessicht ein erster wichtiger Schritt, auch wenn bislang keine detaillierte Liste der einbezogenen Stationen vorliegt. Tonne: „Das Sofortprogramm für Sicherheit setzt dort an, wo die Fahrgäste unmittelbar mit dem Schienenverkehr in Berührung kommen: an den Bahnhöfen. Ich freue mich, dass es der neuen Bahnchefin gelungen ist, dieses Programm so schnell aufzustellen und umzusetzen. Ich erwarte, dass dies nur der Anfang von vielen Maßnahmen der DB ist.“
Quelle: https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/uber_uns/presse/presseinformationen/db-stellt-sofortprogramm-fur-sicherheit-und-sauberkeit-an-bahnhofen-vor-248147.html


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

gestern um 19:17
Ich kann mich noch erinnern, vor 15 Jahren etwa bin ich oft mit ein paar Trainspottern unterwegs gewesen. Um diesem Hobby zu frönen, hängt man zum Teil ziemlich lange an Bahnhöfen rum. Oft wurde man damals von der DB Sicherheit oder Bundespolizei angesprochen, die ständig patrouillierten. "Sie sind uns aufgefallen".
Hat mich ziemlich genervt, weil ich dachte, dass sie sich mal lieber um Menschen kümmern sollten, die wirklich Stress machen.

Wer weiß, ob man heute noch auffallen würde. Die Atmosphäre an Bahnhöfen hat sich verändert. Gerade am neuen Hbf in Berlin (anfangs von vielen kritisiert, weil dort angeblich nichts los wäre und alls so "steril" sei) konnte man in den knapp 20 Jahren seines Bestehens praktisch dabei zuschauen, wie immer mehr unangenehme Klientel sich dort breit gemacht hat, und der gesamte Bereich immer mehr verwahrloste.

Bin heute nur noch selten an solchen Orten unterwegs, und schon gar nicht zum "Verweilen" (wenngleich das immer das Konzept der Werbegemeinschaft war). Bahnhöfe sind Un-Orte geworden, wie so viele Bereiche im öffentlichen Raum.


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

gestern um 19:19
@Rhapsody3004
Beeindruckend...1,7 Mio für Sicherheitspersonal in einem ganzen Bundesland....sind das überhaupt 30 Mitarbeiter?...wenn man mit Schicht, Wochenende, Urlaub, Krankheit rechnen...wieviele sind da im Einsatz täglich ? 15?
Außerdem warum soll Steuergeld in die Sicherheit einfließen?


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

gestern um 20:45
Zitat von philaephilae schrieb:Gerade am neuen Hbf in Berlin (anfangs von vielen kritisiert, weil dort angeblich nichts los wäre und alls so "steril" sei) konnte man in den knapp 20 Jahren seines Bestehens praktisch dabei zuschauen, wie immer mehr unangenehme Klientel sich dort breit gemacht hat, und der gesamte Bereich immer mehr verwahrloste.
Und den find ich noch eher harmlos. Hannover ist da schon eine andere Hausnummer in Sachen Asi. In Frankfurt sieht man den Klientel Unterschied schön zwischen Hbf und Bhf Flughafen.
Zitat von philaephilae schrieb:Bahnhöfe sind Un-Orte geworden, wie so viele Bereiche im öffentlichen Raum.
Leider ja, einladend ist da meist nix, eher zum schauen, dass man wegkommt.


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

um 09:31
Zitat von philaephilae schrieb:Gerade am neuen Hbf in Berlin (anfangs von vielen kritisiert, weil dort angeblich nichts los wäre und alls so "steril" sei) konnte man in den knapp 20 Jahren seines Bestehens praktisch dabei zuschauen, wie immer mehr unangenehme Klientel sich dort breit gemacht hat, und der gesamte Bereich immer mehr verwahrloste.
Vielleicht bin ich naiv, aber ich finde gerade den Berliner Hbf. nach wie vor eher vergleichsweise angenehm und "harmlos". Und was den Frankfurter Hbf. betrifft, finde ich es im eigentlichen Gleisbereich normalerweise auch nicht so gravierend. Viel schlimmer finde ich den Bereich unmittelbar außerhalb des Bahnhofs, weswegen ich den Frankfurter Hbf. überwiegend und am liebsten gleich in Richtung S- oder U-Bahn verlasse.

Dass Bahnhöfe mancherorts zu "Unorten" wurden, liegt meines Erachtens zum Teil auch an den Umständen, die die Bahn selbst zu verantworten hat. Viele große und weniger große Bahnhöfe wurden vernachlässigt, die Gebäude nicht gepflegt, Ladenpassagen stehen leer oder wurden mit Ramschläden belegt, es gibt finstere ungastliche Unterführungen, und so weiter. Ich finde, es würde wahrscheinlich schon was bringen, wenn die Bahnhöfe eher wie wertgeschätzte Aufenthaltsorte gestaltet werden würden (das führt meines Erachtens auch dazu, dass "zwielichtige Personen" sich andere Orte suchen und stattdessen sich lieber die Reisenden länger aufhalten).


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

um 13:57
Zitat von martenotmartenot schrieb:Dass Bahnhöfe mancherorts zu "Unorten" wurden, liegt meines Erachtens zum Teil auch an den Umständen, die die Bahn selbst zu verantworten hat.
Naja, Bhfe wurden zumindest in der BRD, ich schätze so ab der Mitte der 70er zu "Unorten". Das könnte mit der steigenden Obdachlosigkeit zutun haben, in meinem Heimatkaff ist mir das Mitte der 80er aufgefallen als mein Schwager die Bhf-Kneipe übernommen hatte. Dort "hingen" immer 15-20 Obdachlose auf dem Vorplatz und abends im Bhf rum. Eigentlich auch logisch, zum Betteln einer der besten Ort. Dazu waren große Bhf auch Anziehungspunkte für Prostitution und somit iwann im Zuge steigender Drogensucht auch für Beschaffungskriminalität, vergl. "Bahnhofsstriche" oder auch "Christiane F.". Womit du Recht hast ist, das die Bahn nicht viel dagegen getan hat. Man hatte zwar eine eigene Bahnpolizei, die Bhf waren sogar eine Art "exterterritoriales Gebiet". Ein Konzept außerhalb "Platzverweis und morgen gehts wieder los" scheint man nicht gehabt zu haben.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Viele große und weniger große Bahnhöfe wurden vernachlässigt, die Gebäude nicht gepflegt, Ladenpassagen stehen leer oder wurden mit Ramschläden belegt, es gibt finstere ungastliche Unterführungen, und so weiter.
In den Zeiten der entstehenden Probleme war die Bahn ein reiner Staatskonzern, was mit dem Geld passiert ist weiß ich nicht. Jedocht hat sich schon in den 80ern der Trend entwickel, an allen Ecken und Enden zu sparen. Der Bhf meiner Heimat hatte ~114 Gleise, 2 Betriebswerke, Verbindungen aus/in alle Regionen, Güterbhf (Stichwort Langer Heinrich, fuhr 40 Meter hinter unserem Haus her). Iwann hat man alles auf ~6 Gleise eingedampft, die Läden wurden (auch schon vorher) Spielhallen welche auch nicht unbedingt die seriösesten Menschen angezogen haben. Bhf waren, (teilweise) im Gegensatz zu heute eben Bhf. Keine großen Läden, es ging um Reisen, für Wartende eine gastronomische Grundversorgung, Zeitungen für die Zugfahrt. Man hatte nicht erkannt das man auch Kunden aus der Stadt rekrutieren könnte. Somit hatte man auf vielen Bhf eben Leerstand, iwann wurde die Bahnpolizei zusammengestrichen, dann gingen die Aufgaben an den BGS (heute Bundespolizei), mit nicht wirklich mehr Personal! Und dann hat man sich gewundert, warum Bhf und das Umfeld als "Schmuddelecken" galten.

Bevor es ganz OT wird, soweit mal ein Versuch eines Erklärungsansatzes, warum Bhf und deren Gelände (die teilweise riesig waren) das wurden, was sie heute sind.


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

um 14:00
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Das könnte mit der steigenden Obdachlosigkeit zutun haben
Ich würde meinen, dass es auch mit dem fehlenden Interesse der Bahn an den Bahnhöfen als wichtigen Teil der Verkehrs-Infrastruktur zu tun hat. Man hat die meisten Bahnhöfe geradezu absichtlich verrotten lassen, und ich vermute, dass diese Geringschätzung und Verwahrlosung der Bausubstanz mit dazu beigetragen hat, dass so viele Bahnhöfe momentan so ungastlich sind.

Wenn ich z.B. an die Schweiz denke, da gibt es oft noch wirklich gute und schöne Bahnhofsrestaurants, in denen man gut und gemütlich sitzen und essen kann.


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Gewalt in Bus, Bahn und Bahnhöfen, Haltestellen

um 14:34
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ich würde meinen, dass es auch mit dem fehlenden Interesse der Bahn an den Bahnhöfen als wichtigen Teil der Verkehrs-Infrastruktur zu tun hat. Man hat die meisten Bahnhöfe geradezu absichtlich verrotten lassen, und ich vermute, dass diese Geringschätzung und Verwahrlosung der Bausubstanz mit dazu beigetragen hat, dass so viele Bahnhöfe momentan so ungastlich sind.
Natürlich hatte man erst kein Interesse und später eben kein Geld mehr. Das passiert wenn man etwas nicht kontinuierlich pflegt. Und natürlich ist das ein Grund, warum man heute soviel Geld in die Hand nehmen muß und dennoch nicht viel mehr als "Schönheitsreparaturen" hinbekommt. Denn man hat dazu auch das Schienennetz ausgedünnt, nicht instand gehalten, etc.

DE lebt gerade bei der Verkehrsinfrastruktur sein Jahrzehnten aus dem Bestand.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Wenn ich z.B. an die Schweiz denke, da gibt es oft noch wirklich gute und schöne Bahnhofsrestaurants, in denen man gut und gemütlich sitzen und essen kann.
Das wiederum ist die Folge von "Bahnhöfe sind Schmuddelecken mit zwielichtigen Menschen" und der fehlenden Vision in den 80ern. Dagegen kenne ich stillgelegte und verkaufte Bhf, die genau so genutzt werden.

Aber wie gesagt ist das Thema "verfallene Bhf und deren Infrastruktur" nur ein Aspekt zum eigentlichen Thema hier. Bhfe als eine Art "Hotspot" für Kriminalität ist schon lange ein Thema, auch Gewalt. Allerdings hat sich die Gewalt auch "weiterentwickelt", iSd "Gewaltart". Das ist aber kein spezifisches Problem, das zieht sich mMn durch alle Orte. Wir haben zwar seit Jahren sinkende Statistiken aber die Arten der Gewalttaten scheinen "spektakulärer" geworden zu sein.

Woran es liegt, das Hemmschwellen augenscheinlich sinken? Das die Gesellschaft scheinbar gleichgültiger wird, iSv sich vor Ort einmischen? Ich hätte da eine ferne Ahnung aber nichts, was ich ohne große Recherche belegen (oder eben auch nicht) könnte. Bhf und deren Verfall sind aber keine Ursache, sie sind "nur" Orte, die die passenden Gelegenheiten bieten (salop ausgedrückt)


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