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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

20 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Spirituell, Geheimnisvoll ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

25.09.2026 um 19:21
**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

Ich frage mich seit einiger Zeit, ob unsere Gesellschaft immer weniger spirituell wird\.

Damit meine ich nicht unbedingt Religion im klassischen Sinn\. Es geht mir vielmehr um die Bereitschaft, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sich nicht sofort erklären, messen oder beweisen lassen\. Um Fragen nach dem Unsichtbaren, nach außergewöhnlichen Erfahrungen, nach dem, was vielleicht über unseren normalen Alltag hinausgeht\.

Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass diese Offenheit selbstverständlicher war\. Ich bin heute 47 Jahre alt, und damals gehörte es für viele von uns irgendwie dazu, sich mit unerklärlichen Phänomenen, Geistergeschichten oder außergewöhnlichen Erlebnissen zu beschäftigen\. Wir haben uns gruselige Geschichten erzählt, gemeinsam nach Erklärungen gesucht, diskutiert und manchmal sogar selbst versucht, bestimmten Dingen auf den Grund zu gehen\.

Dabei ging es gar nicht darum, alles sofort zu glauben\. Man konnte skeptisch sein und trotzdem neugierig bleiben\. Vielleicht war genau das der Unterschied: Man ließ zumindest die Möglichkeit zu, dass es Dinge geben könnte, die wir noch nicht verstehen\.

Heute habe ich dagegen häufig den Eindruck, dass vieles sehr schnell entweder als beweisbar und real oder als Unsinn eingeordnet wird\. Dazwischen scheint immer weniger Platz zu sein\.

Vielleicht hat das auch mit unserer heutigen Lebensweise zu tun\. Wir sind ständig erreichbar, bekommen ununterbrochen Informationen, Bilder und Nachrichten geliefert und sind von morgens bis abends beschäftigt\. Vielleicht bleibt dadurch weniger Raum für Stille, Fantasie, Nachdenken und für Fragen, auf die es keine einfache Antwort gibt\.

Gleichzeitig könnte natürlich auch sein, dass sich Spiritualität einfach verändert hat\. Vielleicht suchen junge Menschen heute an anderen Orten danach und benutzen dafür andere Begriffe\. Vielleicht findet diese Suche nicht mehr in klassischen Foren, Gruppen oder gemeinsamen Gesprächen statt, sondern eher individuell\.

Mich würde deshalb wirklich interessieren, wie ihr das erlebt\.

Habt ihr ebenfalls das Gefühl, dass Menschen heute weniger offen für Spiritualität, das Unerklärliche und außergewöhnliche Erfahrungen sind?

Oder war unsere Generation vielleicht einfach anders geprägt?

Und vielleicht die spannendste Frage:
**Braucht der Mensch überhaupt etwas Geheimnisvolles, Spirituelles oder Unerklärliches in seinem Leben – oder können wir auch völlig ohne diese Dimension auskommen?**


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Ja
29 Stimmen (71%)
Nein
8 Stimmen (20%)
Weiß nicht so genau
4 Stimmen (10%)

**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 09:00
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**
Ja, weil ihr kaum noch Raum gelassen wird - alle dumm™.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 09:10
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Ja, weil ihr kaum noch Raum gelassen wird - alle dumm™.
Ja, ich denke auch, dass gerade junge Menschen heute weniger Raum zur freien Entfaltung haben, als wir ihn damals hatten. Heute scheint vieles stärker auf Leistung, Ausbildung und beruflichen Erfolg ausgerichtet zu sein.

Viele junge Menschen sind hervorragend ausgebildet und bestens auf das Berufsleben vorbereitet. Gleichzeitig habe ich manchmal den Eindruck, dass andere Bereiche dabei zu kurz kommen – etwa Neugier, Fantasie, Spiritualität oder einfach die Zeit, sich ohne konkreten Nutzen mit ungewöhnlichen Dingen zu beschäftigen.

Ich würde das nicht als Dummheit bezeichnen. Eher sehe ich die Gefahr einer gewissen Verkümmerung in Bereichen, die vielleicht keinen direkten beruflichen Nutzen haben, das Leben aber trotzdem unglaublich bereichern können.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 18:31
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:Vielleicht hat das auch mit unserer heutigen Lebensweise zu tun\. Wir sind ständig erreichbar, bekommen ununterbrochen Informationen, Bilder und Nachrichten geliefert und sind von morgens bis abends beschäftigt\. Vielleicht bleibt dadurch weniger Raum für Stille, Fantasie, Nachdenken und für Fragen, auf die es keine einfache Antwort gibt\.
Diese Beschleunigung gibt es ja schon seit der Industrialisierung.
Ich kann wohl kaum die Sicht von Leuten beurteilen, die nach 1990 geboren sind.
Unter 1975 wird es auch schwierig und geht wahrscheinlich nicht genau.
Das Leben z.B. 1970 irgendwo abseits einer Stadt, war wahrscheinlich langsam aus heutiger Sicht.
Die Leute haben sich damals über eine Beatles Platte mehr gefreut, als so manch einer über seinen SuV,–an denen oft ein Schleifchen dran hängt als hätten sie neu geheiratet.

Andererseits war wohl die Zeit um 1900 spiritueller als die Woodstock Zeit, –in einer gewissen Weise.

Bei den jungen Leuten wird es nicht anders sein, als in unserer Generation. Da gibt's Leute die in die eine, oder in die andere Richtung gehen.
Schwierige Zeiten machen eine Generation auch stark, deshalb wird ein Teil der Leute die heute jung sind, einige gute Ideen für die Zukunft entwickeln,
–auch eine große Charakterstärke entwickeln, was sie trimmen wird, ihr Leben lang nicht so schnell aufzugeben.
Wenn es einer Gesellschaft zu gut geht, macht sie sich Probleme wo keine sind.
Die Zeit würde ich in Deutschland vom Mauerfall bis 2015 datieren.

Ich wüsste im Übrigen nicht, in welcher Weise ich gesichert spirituell sein sollte, außer durch Dinge, die ich mir halt aus Langeweile einbilde, oder zusammenreime, weil ich gerade sonst nix zu tun hab'.
Ich habe bei jungen Leuten [<25 Jahre] nicht selten den Eindruck, dass sie stark sind und gut denken können.
Dein Thema ist interessant, aber da müssten so komplexe Dinge zusammengedacht werden,.... und am Ende hat dann doch jeder eine, im Detail, andere Sicht.
Schwierig, eine entgültige 'Meinung', und nichts weiteres wäre es, ist wahrscheinlich garnicht möglich, wie gesagt, allein schon, weil keiner genau weis, was Spiritualität eigentlich sein soll.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 18:47
Ich glaube, genau da liegt für mich der Punkt: Wir verstehen unter „Spiritualität“ offenbar etwas Unterschiedliches.

Ich meine damit nicht zwingend Religion, Esoterik oder dass man sich aus Langeweile etwas zusammenreimt. Für mich gehört dazu vor allem die Fähigkeit, Dinge selbst weiterzudenken, verschiedene Zusammenhänge miteinander zu verknüpfen und auch Gedanken zuzulassen, die nicht schon fertig von außen vorgegeben werden.

Mir fällt heute oft auf, dass sehr schnell gefragt wird: Ist das bewiesen? Ist das wissenschaftlich belegt? Was sagt die Mehrheit dazu? Das ist natürlich nicht grundsätzlich schlecht. Aber wenn man nur noch innerhalb dessen denkt, was bereits bestätigt, eingeordnet und gesellschaftlich akzeptiert ist, geht für mich ein Teil von Fantasie, Neugier und geistiger Offenheit verloren.

Ich sage auch nicht, dass junge Menschen schlechter oder weniger intelligent sind. Viele können sehr gut und differenziert denken. Mein Eindruck ist eher, dass heute durch soziale Medien, permanente Informationsflut, Leistungsdruck und ständig verfügbare fertige Meinungen weniger Raum bleibt, sich eigene Gedankenwelten aufzubauen und Dinge einfach einmal offen weiterzudenken.

Vielleicht ist „Spiritualität“ tatsächlich nicht der perfekte Begriff dafür. Ich meine eher eine Mischung aus Fantasie, innerer Offenheit, Neugier und der Bereitschaft, über das unmittelbar Sichtbare und Vorgegebene hinauszudenken. Und genau davon nehme ich heute etwas weniger wahr als früher.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

30.09.2026 um 00:40
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb am 26.09.2026:Ich würde das nicht als Dummheit bezeichnen.
kommt ein wenig drauf an wie man Spiritualität jetzt genau definiert..

aber ich denke viele die sich für aufgeklärt halten und intelligent glauben nicht an so etwas wie eine Seele z.b. und an Chakren z.b. oder ähnliches.. weil es ebend nicht bewiesen ist schon seit so langer Zeit nicht..

ich denke eher heutzutage wird man eher of als dümmer abgestempelt wenn man spirituell ist, weil man an etwas glaubt was vielleicht gar nicht existiert..


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

30.09.2026 um 00:53
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb am 26.09.2026:Ja, ich denke auch, dass gerade junge Menschen heute weniger Raum zur freien Entfaltung haben, als wir ihn damals hatten. Heute scheint vieles stärker auf Leistung, Ausbildung und beruflichen Erfolg ausgerichtet zu sein.
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Früher mussten die Jugendlichen ackern, auf dem Feld, in der Fabrik etc. Und heute machst du ganz entspannt auf "Home-Office" und chillst in "Teams". Die Zeiten haben sich geändert und man hat so viel Zeit für persönliche Entfaltung, wie noch nie.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

30.09.2026 um 07:54
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb am 25.09.2026:Habt ihr ebenfalls das Gefühl, dass Menschen heute weniger offen für Spiritualität, das Unerklärliche und außergewöhnliche Erfahrungen sind?
Komisch, ich habe eher das Gefühle das ist schlimmer/mehr geworden.
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb am 25.09.2026:**Braucht der Mensch überhaupt etwas Geheimnisvolles, Spirituelles oder Unerklärliches in seinem Leben – oder können wir auch völlig ohne diese Dimension auskommen?**
Für "den Menschen" kann ich nicht sprechen. Ich brauche das nicht.
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb am 26.09.2026:Viele junge Menschen sind hervorragend ausgebildet und bestens auf das Berufsleben vorbereitet.
Das war doch früher eher mehr/besser, oder warum liest man ständig Klagen, dass Betriebe keine Azubis finden, weil die alle zu doof sind (mal flapsig formuliert), oder das Niveau des Abiturs früher höher war.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

30.09.2026 um 09:07
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Komisch, ich habe eher das Gefühle das ist schlimmer/mehr geworden.
Ich auch. Mein Feed ist voll von Esokram, von dämonisch besessenen Menschen, die durch das Schreien von "Jesus" wieder zurückfinden, von allwissenden Wünschelruten-Spezialisten, von Achtsamkeits-Coaches. Die sozialen Medien haben meines Erachtens für einen Boom gesorgt, weil jeder zur Schau stellen kann, wie besonders er/sie ist, ausgestattet mit besonderem Wissen.

Aber wie bereits gesagt wurde: Vielleicht sollten wir uns auf eine Definition einigen, die als Basis für eine Diskussion dient. Oder es ist tatsächlich angedacht, naturbezogene, esoterische, religiöse und existenzielle Spiritualität in einen Topf zu werfen.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

30.09.2026 um 11:11
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb am 26.09.2026:Mir fällt heute oft auf, dass sehr schnell gefragt wird: Ist das bewiesen? Ist das wissenschaftlich belegt?
Ja, zu diesen Leuten gehöre ich auch.
Liegt einfach daran, dass viele Menschen Dinge weiter erzählen (als Fakten), die ihnen irgendwer erzählt hat.

Oder mal ein Beispiel aus der Praxis. Eine Freundin erzählte auf der Schule unserer Kinder würde ganz schlimm gedealt auf dem Pausenhof.
"Da dealen alle"
Da habe ich als erstes gefragt, woher sie die Information hat.
Von einem 14jährigen(Sohn einer Bekannten), den sie beim Dealen erwischt haben, der hat gesagt, da "dealen doch alle"
Sorry, die Leute erzählen so viel unhinterfragten Mist weiter, ich hake da öfter mal nach, woher die Info stammt usw.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

30.09.2026 um 11:29
Zitat von AniaraAniara schrieb:Das genaue Gegenteil ist der Fall. Früher mussten die Jugendlichen ackern, auf dem Feld, in der Fabrik etc. Und heute machst du ganz entspannt auf "Home-Office" und chillst in "Teams". Die Zeiten haben sich geändert und man hat so viel Zeit für persönliche Entfaltung, wie noch nie.
Das ist so pauschal nicht haltbar\. Ja, historisch mussten viele Jugendliche deutlich früher und härter arbeiten\. Aber daraus folgt nicht, dass wir heute automatisch „so viel Zeit für persönliche Entfaltung wie noch nie“ haben\.

Ein paar Zahlen aus Deutschland:

2025 arbeiteten nur **25 % der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice**\. 75 % tun das also nicht\. Und selbst von den Homeoffice\-Nutzern arbeitete 2025 fast die Hälfte häufiger am Arbeitsplatz als zu Hause\. „Heute sitzt jeder entspannt im Homeoffice“ beschreibt die Realität deshalb ziemlich schlecht\. &#40;[Destatis](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N024_13.html?nn=2110&utm_source=chatgpt.com)&#41;

Noch interessanter ist die tatsächliche Zeitverwendung: Laut Statistischem Bundesamt verbringen Erwachsene im Durchschnitt rund **45 Stunden pro Woche mit Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit zusammen** – davon etwa **20 Stunden Erwerbsarbeit und 25 Stunden Haushalt, Betreuung, Pflege usw\.** &#40;[Destatis](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Tabellen/erwerbsarbeit-unbezahlte-arbeit-geschlecht-zve.html?utm_source=chatgpt.com)&#41;

Bei Eltern in Paarhaushalten mit Kindern sind es sogar durchschnittlich **59 Stunden Arbeit pro Woche**, davon knapp **33 Stunden unbezahlte Arbeit**\. &#40;[Destatis](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Tabellen/arbeit-muetter-vaeter-zve.html?utm_source=chatgpt.com)&#41;

Natürlich haben wir heute gegenüber vielen historischen Generationen enorme Vorteile: kürzere Arbeitszeiten, längere Lebenserwartung, mehr Bildung und wesentlich bessere Arbeitsbedingungen\. Das ist unbestritten\.

Aber genau deshalb sollte man nicht zwei völlig verschiedene Aussagen vermischen: **„Wir leben heute unter besseren Bedingungen als früher“** ist etwas anderes als **„Wir haben heute mehr frei verfügbare Zeit für Selbstverwirklichung als jemals zuvor\.“** Für Letzteres reicht der Verweis auf Homeoffice und Teams jedenfalls nicht aus\.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

08.10.2026 um 00:05
@chandelier1979
Ich denke, es spielt keine entscheidende Rolle, wie lange jemand am Tag arbeitet oder wo und was,
im Zusammenhang mit Spiritualität.

Früher habe ich mehr Stunden gearbeitet als jetzt. Ich könnte dir nicht sagen, wo ich mehr über die Existenz gelernt habe...
...wenn ich denn überhaupt was gelernt habe.
Ich meine, in unterschiedlichen Lebenssituationen macht man einfach unterschiedliche Erfahrungen.

Dann hat man mit der Zeit so Puzzlestücke gesammelt, und kann ja dann auch nur damit aus erster Hand urteilen.
Der Blickwinkel und der Verständnisfilter ist wahrscheinlich sowieso von den persönlichen Erfahrungen am meisten geprägt, vielleicht teilweise oder überwiegend mehr, als durch das, was man in Büchern liest.

Das geht mir so. Theoretisch habe ich hier eine Menge schlauer Bücher, aber irgendwie bin ich trotzdem ein Idiot mit schlechtem Charakter geblieben.

Ich bin mir nicht sicher ob folgendes Beispiel gerade gut zum Beitrag passt, muss aber daran denken. Folgendes:
Ich habe noch nie von Traumsymbolen geträumt, die mir nicht auch schon im Wachzustand irgendwie mal begegnet sind.

Damit will ich wohl zum Ausdruck bringen, dass es wohl nicht möglich ist, zu sagen, was nun mehr oder weniger Spirituell ist.
Aufgrund der Puzzleteile, also.. wo ja jeder individuell ganz andere hat, lohnt sich streiten nicht.
Um da ein Verständnis-Beispiel zu nennen:
Es macht ja auch keinen Sinn, sich mit anderen Menschen darüber zu streiten, was nun die Lieblingsfarbe der Menschen ist.
Weil ja also, is klar oder?

Medien, also das Internet, gerade Wikipedia und andere Wissensplattformen, helfen doch sehr. In meiner Ausbildung hatte ich viele Worte in den Chemiebüchern nicht verstanden.
Mit einem Smartphone hätte ich das einfach googeln können und verstehen können.
Auch was Geschichte angeht. Man findet sofort Informationen.
Früher war das ganz anders und eine Bibliothek gab es auch nicht in jedem Dorf, zudem die begrenzte Auswahl.

Bei der jungen Generation wird das, genau wie bei uns, jeder für sich entscheiden, welchen Weg er nun gehen will.
Die einen werden in der Bildschirm- und Unterhaltungswelt durchgehend bestrahlt, weil das ja psychisch auch abhängig macht, und ein paar andere gehen halt ohne Händi in den Wald spazieren, meditieren oder suchen sonst wie nach neuen Ideen.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

08.10.2026 um 16:05
Zitat von AniaraAniara schrieb am 30.09.2026:Das genaue Gegenteil ist der Fall. Früher mussten die Jugendlichen ackern, auf dem Feld, in der Fabrik etc. Und heute machst du ganz entspannt auf "Home-Office" und chillst in "Teams". Die Zeiten haben sich geändert und man hat so viel Zeit für persönliche Entfaltung, wie noch nie.
Das möchte ich so pauschal auch anzweifeln, da man ja doch immer wieder Mal hört und liest, dass mehr junge Menschen gerade wohl auch Schüler und später auch Studierende unter Leistungs- und Erwartungsdruck leiden sollen - mit psychischen als dann auch physischen Folgen.

Die Frage, die dann natürlich noch bleibt, wäre, wie viel Prozent von diesen nehmen das im Rahmen ihrer freien Persönlichkeitsentfaltung in Kauf und wie viele setzen sich diesem Leistungsdruck für sich gefühlt unfreiwillig aus, weil sie nur Erwartungen gerecht werden wollen und dabei wenig oder gar nicht auf ihre persönlichen individuellen Stärken und Schwächen, Wünsche, Interessen und Zielen achten bzw. hören.







Es gibt nach wie vor Dinge, an die ich glauben möchte, aber skeptisch bleibe.

Gibt aber auch Dinge, an die ich einfach nicht mehr glauben kann.

Habe nach wie vor aber Fantasie und bin auch ein Träumer geblieben.

Neige aber grundsätzlich mehr als früher zum Hinterfragen und nach rationalen Erklärungen zu suchen. Oder mir auch von vornherein selbst gleich eine rationale Erklärung suche, die für mich plausibel und realistischer erscheint.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

13.10.2026 um 10:40
Zitat von Rhapsody3004Rhapsody3004 schrieb am 08.10.2026:Das möchte ich so pauschal auch anzweifeln, da man ja doch immer wieder Mal hört und liest, dass mehr junge Menschen gerade wohl auch Schüler und später auch Studierende unter Leistungs- und Erwartungsdruck leiden sollen - mit psychischen als dann auch physischen Folgen.
Dem stimm ich auch zu. Früher war der Stress auf Arbeit vermutlich häufiger körperlich, heute seelisch.
Zitat von SternflockeSternflocke schrieb am 08.10.2026:Damit will ich wohl zum Ausdruck bringen, dass es wohl nicht möglich ist, zu sagen, was nun mehr oder weniger Spirituell ist.
Seh ich auch so. Wobei in dieser Zeit der medialen Vollballerung für viele leider einiges verloren gegangen sein dürfte, das geht bei geringen Aufmerksamkeitsspannen los


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

15.10.2026 um 12:27
@chandelier1979 Wenn ich an früher zurückdenke, gab es da einfach einen riesigen Raum für das Unbekannte, auch noch als ich kind war, bin erst mitte 20, aber da saß man zusammen, hat Geschichten erzählt, über Spukhäuser oder merkwürdige Zufälle diskutiert, und man durfte dabei einfach staunen. Niemand musste sofort auf dem Smartphone nachschlagen, was die Wissenschaft dazu sagt. es gab diese faszinierende Grauzone zwischen Wissen und Nicht-Wissen. Gleichzeitig verliert die Gesellschaft ihre Spiritualität aber vielleicht nicht komplett, sondern sie wandelt sich extrem. Junge Menschen suchen heute oft anders danach, manchmal viel individueller über Achtsamkeit, Meditation oder Naturverbundenheit.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

16.10.2026 um 16:44
Zitat von wissenschneckewissenschnecke schrieb:Wenn ich an früher zurückdenke, gab es da einfach einen riesigen Raum für das Unbekannte, auch noch als ich kind war, bin erst mitte 20, aber da saß man zusammen, hat Geschichten erzählt, über Spukhäuser oder merkwürdige Zufälle diskutiert, und man durfte dabei einfach staunen. Niemand musste sofort auf dem Smartphone nachschlagen, was die Wissenschaft dazu sagt. es gab diese faszinierende Grauzone zwischen Wissen und Nicht-Wissen. Gleichzeitig verliert die Gesellschaft ihre Spiritualität aber vielleicht nicht komplett, sondern sie wandelt sich extrem. Junge Menschen suchen heute oft anders danach, manchmal viel individueller über Achtsamkeit, Meditation oder Naturverbundenheit.
Vielen Dank für deine Gedanken. Ich finde besonders den Hinweis interessant, dass sich Spiritualität möglicherweise nicht auflöst, sondern lediglich verändert.

Genau darin liegt für mich allerdings eine entscheidende Frage: Ist die zunehmende Individualisierung von Spiritualität tatsächlich ein Ausdruck geistiger Weiterentwicklung, oder verlieren wir dabei etwas Wesentliches?

Ich habe den Eindruck, dass unsere Gesellschaft immer stärker nach rationalen Erklärungen sucht und dabei zunehmend verlernt, das Unerklärliche einfach einmal stehen zu lassen. Nicht alles, was wir nicht verstehen, muss zwangsläufig übernatürlich sein. Aber auch nicht jede menschliche Erfahrung lässt sich auf eine nüchterne Erklärung reduzieren.

Für mich bedeutet Spiritualität mehr als Achtsamkeit, Meditation oder Naturverbundenheit. Sie beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit Glauben, Sinn, Transzendenz und der Frage, ob es etwas gibt, das über unsere materielle Existenz hinausgeht.

Vielleicht verliert unsere Gesellschaft also nicht ihre Spiritualität insgesamt, sondern zunehmend ihre Bereitschaft, sich ernsthaft mit diesen tieferen Fragen auseinanderzusetzen.

Und genau das war der Ausgangspunkt meiner ursprünglichen These.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

16.10.2026 um 17:09
ja die Gesellschaft verliert ihre Spiritualität und damit ihre Basis ihrer Existenz
und
ja
im transformieren entsprechend der naturlichen und naturlich dialektischen Gesetze aendert sich unsere Welt naturlich

nehme ich die Magie der Worte
Gesell schaft
so kennen wir aus frueheren Zeiten dass der Gesell e noch kein Meister is

ergo
die Gesell schaft is auch noch keine Meister schaft

darin sehe ich die Evolution
indem interessiert AKZEPTIERENDE fuehlend erkennend ihre Evolution leibLich erLEBEN
und
gemeinsam unsere Meister schaft wie ein EnergiBaum ihre Kraft und Freude einander leiblich und energetich beFRIE(DEN)ichend naehrend

:lv:


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

16.10.2026 um 17:49
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:Vielleicht verliert unsere Gesellschaft also nicht ihre Spiritualität insgesamt, sondern zunehmend ihre Bereitschaft, sich ernsthaft mit diesen tieferen Fragen auseinanderzusetzen.
Offenbar hast du eine andere Vorstellung von "ernsthafter Auseinandersetzung" als ich.
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:Ich habe den Eindruck, dass unsere Gesellschaft immer stärker nach rationalen Erklärungen sucht und dabei zunehmend verlernt, das Unerklärliche einfach einmal stehen zu lassen.
Die Suche nach rationalen Erklärungen ist das, was ich unter "ernsthafter Auseinandersetzung" verstehe.
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:Sie beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit Glauben, Sinn, Transzendenz und der Frage, ob es etwas gibt, das über unsere materielle Existenz hinausgeht.
Wie kann man sich damit ernsthaft auseinander setzen ohne rational zu sein?

Was ist schlimm an Rationalität?


(Schlimm finde ich eher ,wenn man ohne einen Gott oder ein Leben nach dem Tod, keinen Sinn im Leben sieht/findet)


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

16.10.2026 um 17:55
An Rationalität ist grundsätzlich überhaupt nichts schlimm. Ich halte kritisches Denken und das Hinterfragen eigener Überzeugungen sogar für ausgesprochen wichtig.

Mein Punkt ist ein anderer: Nicht jede Frage, die für unser menschliches Dasein von Bedeutung ist, lässt sich ausschließlich durch wissenschaftliche Erkenntnisse beantworten.

Glaube bedeutet für mich nicht, die Vernunft auszuschalten oder unerklärliche Dinge grundsätzlich nicht hinterfragen zu dürfen. Vielmehr bedeutet er, auch die Möglichkeit anzuerkennen, dass unsere Erkenntnisfähigkeit Grenzen hat.

Natürlich kann ein Mensch auch ohne Gott oder den Glauben an ein Leben nach dem Tod einen tiefen Sinn in seinem Leben finden. Das möchte ich niemandem absprechen.

Ich persönlich finde meinen Sinn aber auch im Glauben an Jesus Christus. Und ich sehe keinen Widerspruch darin, gleichzeitig ein rational denkender und gläubiger Mensch zu sein.

Vielleicht liegt unser Unterschied also gar nicht in der Frage, ob Rationalität wichtig ist, sondern darin, ob sie der einzige Maßstab für die Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Lebens sein sollte.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

17.10.2026 um 09:30
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:Sie beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit Glauben, Sinn, Transzendenz und der Frage, ob es etwas gibt, das über unsere materielle Existenz hinausgeht.

Vielleicht verliert unsere Gesellschaft also nicht ihre Spiritualität insgesamt, sondern zunehmend ihre Bereitschaft, sich ernsthaft mit diesen tieferen Fragen auseinanderzusetzen.
ich denke nicht dass man sich nicht damit auseinandersetzen möchte, sondern dass die meisten glauben diese Fragen sind schon beantwortet..


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