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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

5 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Spirituell, Geheimnisvoll ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

25.09.2026 um 19:21
**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

Ich frage mich seit einiger Zeit, ob unsere Gesellschaft immer weniger spirituell wird\.

Damit meine ich nicht unbedingt Religion im klassischen Sinn\. Es geht mir vielmehr um die Bereitschaft, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sich nicht sofort erklären, messen oder beweisen lassen\. Um Fragen nach dem Unsichtbaren, nach außergewöhnlichen Erfahrungen, nach dem, was vielleicht über unseren normalen Alltag hinausgeht\.

Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass diese Offenheit selbstverständlicher war\. Ich bin heute 47 Jahre alt, und damals gehörte es für viele von uns irgendwie dazu, sich mit unerklärlichen Phänomenen, Geistergeschichten oder außergewöhnlichen Erlebnissen zu beschäftigen\. Wir haben uns gruselige Geschichten erzählt, gemeinsam nach Erklärungen gesucht, diskutiert und manchmal sogar selbst versucht, bestimmten Dingen auf den Grund zu gehen\.

Dabei ging es gar nicht darum, alles sofort zu glauben\. Man konnte skeptisch sein und trotzdem neugierig bleiben\. Vielleicht war genau das der Unterschied: Man ließ zumindest die Möglichkeit zu, dass es Dinge geben könnte, die wir noch nicht verstehen\.

Heute habe ich dagegen häufig den Eindruck, dass vieles sehr schnell entweder als beweisbar und real oder als Unsinn eingeordnet wird\. Dazwischen scheint immer weniger Platz zu sein\.

Vielleicht hat das auch mit unserer heutigen Lebensweise zu tun\. Wir sind ständig erreichbar, bekommen ununterbrochen Informationen, Bilder und Nachrichten geliefert und sind von morgens bis abends beschäftigt\. Vielleicht bleibt dadurch weniger Raum für Stille, Fantasie, Nachdenken und für Fragen, auf die es keine einfache Antwort gibt\.

Gleichzeitig könnte natürlich auch sein, dass sich Spiritualität einfach verändert hat\. Vielleicht suchen junge Menschen heute an anderen Orten danach und benutzen dafür andere Begriffe\. Vielleicht findet diese Suche nicht mehr in klassischen Foren, Gruppen oder gemeinsamen Gesprächen statt, sondern eher individuell\.

Mich würde deshalb wirklich interessieren, wie ihr das erlebt\.

Habt ihr ebenfalls das Gefühl, dass Menschen heute weniger offen für Spiritualität, das Unerklärliche und außergewöhnliche Erfahrungen sind?

Oder war unsere Generation vielleicht einfach anders geprägt?

Und vielleicht die spannendste Frage:
**Braucht der Mensch überhaupt etwas Geheimnisvolles, Spirituelles oder Unerklärliches in seinem Leben – oder können wir auch völlig ohne diese Dimension auskommen?**


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Ja
17 Stimmen (65%)
Nein
6 Stimmen (23%)
Weiß nicht so genau
3 Stimmen (12%)

**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 09:00
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**
Ja, weil ihr kaum noch Raum gelassen wird - alle dumm™.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 09:10
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Ja, weil ihr kaum noch Raum gelassen wird - alle dumm™.
Ja, ich denke auch, dass gerade junge Menschen heute weniger Raum zur freien Entfaltung haben, als wir ihn damals hatten. Heute scheint vieles stärker auf Leistung, Ausbildung und beruflichen Erfolg ausgerichtet zu sein.

Viele junge Menschen sind hervorragend ausgebildet und bestens auf das Berufsleben vorbereitet. Gleichzeitig habe ich manchmal den Eindruck, dass andere Bereiche dabei zu kurz kommen – etwa Neugier, Fantasie, Spiritualität oder einfach die Zeit, sich ohne konkreten Nutzen mit ungewöhnlichen Dingen zu beschäftigen.

Ich würde das nicht als Dummheit bezeichnen. Eher sehe ich die Gefahr einer gewissen Verkümmerung in Bereichen, die vielleicht keinen direkten beruflichen Nutzen haben, das Leben aber trotzdem unglaublich bereichern können.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 18:31
Zitat von chandelier1979chandelier1979 schrieb:Vielleicht hat das auch mit unserer heutigen Lebensweise zu tun\. Wir sind ständig erreichbar, bekommen ununterbrochen Informationen, Bilder und Nachrichten geliefert und sind von morgens bis abends beschäftigt\. Vielleicht bleibt dadurch weniger Raum für Stille, Fantasie, Nachdenken und für Fragen, auf die es keine einfache Antwort gibt\.
Diese Beschleunigung gibt es ja schon seit der Industrialisierung.
Ich kann wohl kaum die Sicht von Leuten beurteilen, die nach 1990 geboren sind.
Unter 1975 wird es auch schwierig und geht wahrscheinlich nicht genau.
Das Leben z.B. 1970 irgendwo abseits einer Stadt, war wahrscheinlich langsam aus heutiger Sicht.
Die Leute haben sich damals über eine Beatles Platte mehr gefreut, als so manch einer über seinen SuV,–an denen oft ein Schleifchen dran hängt als hätten sie neu geheiratet.

Andererseits war wohl die Zeit um 1900 spiritueller als die Woodstock Zeit, –in einer gewissen Weise.

Bei den jungen Leuten wird es nicht anders sein, als in unserer Generation. Da gibt's Leute die in die eine, oder in die andere Richtung gehen.
Schwierige Zeiten machen eine Generation auch stark, deshalb wird ein Teil der Leute die heute jung sind, einige gute Ideen für die Zukunft entwickeln,
–auch eine große Charakterstärke entwickeln, was sie trimmen wird, ihr Leben lang nicht so schnell aufzugeben.
Wenn es einer Gesellschaft zu gut geht, macht sie sich Probleme wo keine sind.
Die Zeit würde ich in Deutschland vom Mauerfall bis 2015 datieren.

Ich wüsste im Übrigen nicht, in welcher Weise ich gesichert spirituell sein sollte, außer durch Dinge, die ich mir halt aus Langeweile einbilde, oder zusammenreime, weil ich gerade sonst nix zu tun hab'.
Ich habe bei jungen Leuten [<25 Jahre] nicht selten den Eindruck, dass sie stark sind und gut denken können.
Dein Thema ist interessant, aber da müssten so komplexe Dinge zusammengedacht werden,.... und am Ende hat dann doch jeder eine, im Detail, andere Sicht.
Schwierig, eine entgültige 'Meinung', und nichts weiteres wäre es, ist wahrscheinlich garnicht möglich, wie gesagt, allein schon, weil keiner genau weis, was Spiritualität eigentlich sein soll.


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**Verliert unsere Gesellschaft ihre Spiritualität?**

26.09.2026 um 18:47
Ich glaube, genau da liegt für mich der Punkt: Wir verstehen unter „Spiritualität“ offenbar etwas Unterschiedliches.

Ich meine damit nicht zwingend Religion, Esoterik oder dass man sich aus Langeweile etwas zusammenreimt. Für mich gehört dazu vor allem die Fähigkeit, Dinge selbst weiterzudenken, verschiedene Zusammenhänge miteinander zu verknüpfen und auch Gedanken zuzulassen, die nicht schon fertig von außen vorgegeben werden.

Mir fällt heute oft auf, dass sehr schnell gefragt wird: Ist das bewiesen? Ist das wissenschaftlich belegt? Was sagt die Mehrheit dazu? Das ist natürlich nicht grundsätzlich schlecht. Aber wenn man nur noch innerhalb dessen denkt, was bereits bestätigt, eingeordnet und gesellschaftlich akzeptiert ist, geht für mich ein Teil von Fantasie, Neugier und geistiger Offenheit verloren.

Ich sage auch nicht, dass junge Menschen schlechter oder weniger intelligent sind. Viele können sehr gut und differenziert denken. Mein Eindruck ist eher, dass heute durch soziale Medien, permanente Informationsflut, Leistungsdruck und ständig verfügbare fertige Meinungen weniger Raum bleibt, sich eigene Gedankenwelten aufzubauen und Dinge einfach einmal offen weiterzudenken.

Vielleicht ist „Spiritualität“ tatsächlich nicht der perfekte Begriff dafür. Ich meine eher eine Mischung aus Fantasie, innerer Offenheit, Neugier und der Bereitschaft, über das unmittelbar Sichtbare und Vorgegebene hinauszudenken. Und genau davon nehme ich heute etwas weniger wahr als früher.


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