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Kontaktabbrüche

179 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gewalt, Eltern, Streit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kontaktabbrüche

25.07.2019 um 23:52
Damals, in den 90ern, war mein Zuhause auf dem Land eine Durchgangsstätte für Feierbiester. Ich hatte Platz genug am Deich, Du bist vorne rein und durch die Terrassentür wieder raus, überall waren Leute, mein Kühlschrank war aller "Freunde" Kühlschrank, und ich hatte wirklich viele "Freunde", es ging rein und raus, beinahe täglich, Autos mit hämmernden Bässen fuhren gern auch mal morgens um eins auf das Grundstück und erfreuten die Nachbarn, eigentlich war fast immer Party bei mir zu Hause, und irgendwann, nach zehn Jahren, ich lebte endlich mal allein, ohne Partnerin, ebbte der Trubel ab, und ich genoss es, wenn abends kein lauter Auspuff draußen röhrte, es wurde weniger und weniger, es wurde schlicht ruhiger, nach der Jahrtausendwende hatte ich mein Zuhause wieder allein für mich und seitdem habe ich keine Kontakte mehr zu der Mehrzahl der damaligen "Freunde". War nicht schwer. Ich wollte einfach nicht mehr so viel feiern und wir alle wurden älter. Ich war halt der Älteste. Und meine Großzügigkeit ließ auch ein wenig nach. ;-)


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26.07.2019 um 18:42
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb am 22.07.2019:Es war das einzig Richtige.
Wieso haben immer alle so Angst davor, dass es der andere nicht verkraftet?
Ich glaube eher, dass es demjenigen, der den Kontakt abbrechen will zu unangenehm ist, mit der Wahrheit rauszurücken.

Man muss ja nur selbst nachenken: ich würde es niemals wollen, dass jemand nur aus Höflichkeit mit mir in Kontakt bleibt. Ich bin mir sicher, dass die große Mehrheit so denkt.

Selbst wenn der andere Deine Entscheidung nicht akzeptieren will: es ist Dein Leben! Lass Dir Deine wertvolle Freizeit nicht von jemanden versauen, den Du nicht wirklich magst
Ich verstehe das auch nicht, weshalb da manche angst haben. Wenn ich mit jemanden die Freundschaft beenden will, sag ich es in einem normalen Ton und gut ist. Begründung gehört bei mir dazu. So habe ich das Kontaktende am besten erledigt.

So lebt es sich viel friedvoller und beide Seiten gehen ihren eigenen weg.

Ich finde es geschmacklos den anderen im regen stehen zu lassen, und ihn grübeln lassen weil er sich fragt was los ist. Da darf man sich nicht wundern wenn derjenige dauernd anruft und nachfragt was los sei.


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26.07.2019 um 19:02
Ein ganz heikles Thema, vor allem für die die es tatsächlich betrifft.
Ich bin betroffen und zwar sehr tief und gleich zweimal in meinem bisherigen Leben.
Ich kann momentan nur soviel dazu sagen, es ist verdammt schwer aber in mindestens einem
der Fälle auch (im Nachhinein) richtig, auch wenn es sich Jahre später immer noch nicht so
anfühlt.
Die Last tragen letztendlich alle beteiligten Protagonisten egal ob sie selber oder das Umfeld zu einem
Kontaktabbruch beigetragen haben.
Ich finde diesen Beitrag hier:
Zitat von DoorsDoors schrieb am 24.02.2017:Wenn einem eine Lebenssituation belastend erscheint, man keine Chance zur Veränderung sieht, oder einem die Kraft fehlt, etwas zu verändern, dann sollte man eben gehen und den Kontakt abbrechen. Daran ist nichts verwerflich.
sehr treffend und auch übertragbar für meine damaligen Entscheidungen.
Ich bereue sie auf Grund der Situationen die seinerseits herrschten keinesfalls, sie haben aber einen bitteren
Beigeschmack der mich nahezu täglich begleitet.
Vielleicht kommt der Tag an dem sich das Ganze in eine Richtung bewegt von der ich manchmal träume.


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26.07.2019 um 19:32
Zitat von skattoneskattone schrieb:Ich finde es geschmacklos den anderen im regen stehen zu lassen, und ihn grübeln lassen weil er sich fragt was los ist. Da darf man sich nicht wundern wenn derjenige dauernd anruft und nachfragt was los sei.
Auch ich sage es ehrlich, was mich am anderen stört und warum ich ich den Kontakt abbreche.

Ich habe zB Leuten gesagt, dass ich meine wenige Freizeit lieber mit Familie und Freunden verbringe und dass ich keine weiteren Treffen will.

Ich habe aber auch einige Personen, die wirklich Probleme haben. Die mag ich sogar. Ich höre ja wirklich gerne zu und helfe ( wenn diese Person nicht egoistisch oder hinterhältig/böse/berechnend ist) ABER: dann, wenn ich Die Zeit dafür habe und der Kontakt recht selten ist. Auch hier sage ich ehrlich, wenn es mir zu intensiv wird.
Zitat von LaucottLaucott schrieb:Ich bin betroffen und zwar sehr tief und gleich zweimal in meinem bisherigen Leben.
Zweimal ist eh sehr wenig.
Du hast richtig gehandelt.
Zitat von LaucottLaucott schrieb:Beigeschmack der mich nahezu täglich begleitet.
Das darf auf keinen Fall sein! Du musst unbedingt lernen, gedanklich loszulassen.
Es ist Dein Recht zu entscheiden, mit wem Du Kontakt haben willst.


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26.07.2019 um 19:47
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:Das darf auf keinen Fall sein! Du musst unbedingt lernen, gedanklich loszulassen.
Das ist sehr leicht so dahin gesagt.
Ich glaube hängt auch immer damit zusammen in welchem Zusammenhang mit der Person steht oder
in dem Falle stand.
Ist es ein Verwandter eher zweiten oder dritten Grades mit dem man mal ein super Verhältnis hatte, oder
gar ei Freund/Freundin (nicht Beziehungstechnisch gemeint) mit dem man aus
ganz verschiedenen Gründen den Kontakt abgebrochen hat ?

Eventuell ist es dann nach einer gewissen Zeitspanne ertragbar und noch später sogar vergessen.
Allerdings gibt es natürlich Verhältnisse des eigen Fleisch und Blutes wo diese Geschichten
weitaus tiefgründiger gehen, heißt auch nach vielen Jahren gedanklich present sind.

Aber ich habe gelernt damit umzugehen, zumindest so das es mich nicht in der Gegenwart hemmt mein
Leben zu leben und zu geniessen.
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:Zweimal ist eh sehr wenig.
In meinem Fall eher zweimal zu viel ;)


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26.07.2019 um 20:04
Zitat von LaucottLaucott schrieb:Das ist sehr leicht so dahin gesagt.
Das verstehe ich schon.

Es muss einen gravierenden Vorfall gegeben haben. (Ich will ihn nicht wissen, weil es mich nichts angeht)

Dieser Verwandter hat etwas getan, was Dich verletzt hat bzw. Dir weh getan hat.
Wegen einer Kleinigkeit hättest Du niemals so einen Kontakt beendet.

Dass es Dich bis heute beschäftig zeigt, dass Du ein herzlicher Mensch bist, dem nicht alles egal ist.
Zitat von LaucottLaucott schrieb:Aber ich habe gelernt damit umzugehen, zumindest so das es mich nicht in der Gegenwart hemmt mein
Leben zu leben und zu geniessen.
Das ist schon einmal gut. Hoffentlich kannst Du es bald komplett ad acter legen. ich wünsche es Dir!


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26.07.2019 um 20:10
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:Dass es Dich bis heute beschäftig zeigt, dass Du ein herzlicher Mensch bist, dem nicht alles egal ist.
laucott schrieb:
Das bin ich, zumindest behaupten das böse Zungen :D
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:. Hoffentlich kannst Du es bald komplett ad acter legen.
Vielleicht kommt ja irgendwann eine unverhoffte Wende...
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:ich wünsche es Dir!
Dankeschön, sehr nett von Dir ;)


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27.07.2019 um 00:01
Hab vor 2 Jahr den Kontakt zu meiner damals zur Jugendzeit besten Freundin abgebrochen...waren viel feiern,könnten über alles reden u haben uns einfach gut verstanden.als ihre erste beziehung(4-5jahre) zu Ende ging war ich da..dann lernte sie den neuen kennen,heiratete u bekam kinder. War sie danach(ca 8km entfernung) mit Frau u Kind 4-5mal besuchen,wie oft sie bis heute uns besucht hat kann sich jeder denken..endgültiger abbruch vor 2 Jahren,als sie nach dem Tod meines Vaters weder beten noch Begräbnis war..dass schlimmste aber,dass sie meiner Frau,jedoch nicht ihren langjährigen besten Freund Beileid zum Tod seines Vaters wünschte🤔 am anfang tats weh wenn sie auf fb was kommentierte u ich ihren namen sah oder in ne Gruppe schrieb..man fragte sich halt immer warum wieso..Hab sie dann gelöscht,mittlerweile auch ihre nr,und muss sagen es war das richtige! Selbes Spiel bei nem guten Freund..War auf unsere Hochzeit,wir auf ihrer,bekamen ein Kind u wek waren sie..vor 2 Jahren die Scheidung,hab ihm die Hand gereicht,es war wie früher,Balkon sitzen,reden mal fortgehen..1jahr später neue Freundin,u wek war er wieder(1km Luftlinie entfernte whg)..mittlerweile nr gelöscht u ich denke wieder nicht mehr nach warum wieso..richtige Freunde kennt man erst wenn man sie wirklich braucht oder wenn man Kinder kriegt..viele sind gegangen,aber nur einer ist geblieben,und der ist mehr wert als es alle anderen je sein hätten können!


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27.07.2019 um 03:43
@laucottgestern
Wem die Kraft fehlt was zu verändern, egal wie die Lebenssituation ist, ist sehr egoistisch, du kannst zwar nicht die Menscheit veränderten aber dein Umfeld locker und wenn es dort nicht klappt ist jener Mensch es nicht wert sich Mühe zu geben. Aber manche sind so auf ihrem egotrip die haben keinen Funken Emphatie und sind nur Sklaven ihrer selbst, es sind meistens so verwöhnte die kein Schritt selbst machen sondern nur alles in den Arsch bekommen und bei problemen Mama oder Papa rufen weil sie keine eigene Meinung haben. Echt sehr traurige Gestalten die für alles Zuspruch oder Profit erwarten.


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27.07.2019 um 10:52
Kommt auf die Art des Kontaktabbruchs der anderen Person an:

Wenn es jemand ist, mit dem es nie Probleme oder Streitigkeiten gab ist es schade. Wenn derjenige sagt weshalb er kein Kontakt mehr will, kann man es nachvollziehen warum. Aber stillschweigend sich nicht mehr melden oder antworten finde ich schon etwas bieder, man fragt sich ja auch was die Ursache gewesen sein kann.

Habe auch schon leute erlebt, wo ich froh war das die sich nicht mehr melden und aus dem Leben verschwunden sind. Vor einigen Jahren gab es Leute deren Interesse nur Sex, Liebe, Heiraten, und gleicherart war und immer wieder mit Sprüche in dem Thema ankamen. Ich selber war daran nicht interessiert. Das kann dann schon eine grosse Erleichterung sein, das solche Leute weg sind die nur auf das eine Thema herauswollten. Komisch war auch das eine dabei war, die verheiratet ist und Kinder hat.


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27.07.2019 um 18:20
@flüchtig

Ich finde, du hast richtig gehandelt.
Man sollte immer bedenken, dass ein Kontaktabbruch nicht zwingend endgültig sein muss.
So eine Funkstille für ein paar Wochen und Monate ist sogar manchmal das Beste, was einer Freundschaft passieren kann.


Die von dir beschriebene Wesensveränderung der Person klingt merkwürdig.
Ich könnte mir zwei Gründe dafür vorstellen, die sich voneinander nicht unbedingt ausschliessen:

a) Die Person stand durch die Probleme bei der Arbeir unter immensen Druck. So wie du sie als Kollegin beschreibst, ist sie vielleicht ein Mensch, der alles in sich reinfrisst und das meiste mit sich selbst ausmacht.

Deine interessierten und empathischen Nachfragen könnten wie ein Ventil für sie gewesen sein, so dass auf einmal aller Frust aus ihr heraus brach.

b) Sie sieht in dir einen Verbündeten für ihre Probleme.
Endlich ist da jemand, der sie zu verstehen scheint, der vielleicht ähnlich tickt.
Daher schickt sie dir die Einladungen und möchte sich dauernd mit dir treffen.
Zitat von flüchtigflüchtig schrieb am 21.07.2019:seitdem frage ich mich immer wieder mal, ob das der richtige weg gewesen ist, und ob es nicht auch andere möglichkeiten gegeben hätte, als den kontaktabbruch. aber man kann niemandem sagen, "du, ich finde dich schrecklich und unsympathisch". wenn menschen die in der gesellschaft allgemein üblichen signale ignorieren, wie kommt man dann aus so einer nummer raus? aus reiner höflichkeit den kontakt bestehen lassen ist für mich keine lösung. wie kann man also mit einer solchen situation noch umgehen? wohlgemerkt mit diesen eckdaten, also nicht in der familie oder im freundeskreis.
Warum denn nicht, wenn man sich schon länger kennt und die Worte behutsam wählt?
Ich fände es nicht problematisch, diese Wesensveränderung anzusprechen. So ungefähr:" Du wirkst so verändert auf mich. Ich habe dich ganz anders kennen gelernt. Was ist passiert?"
Fänd ich persönlich nicht so schlimm. Sie wird zumindest über ihr Verhalten nachdenken. Vielleicht kommt sie auch selbst darauf zurück und ihr könnt euch irgendwann aussprechen.


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12.01.2026 um 10:59
Ich wollte ein Thema eröffnen aber wie ich sehe, ist bereits eine ältere Diskussion im Gange.

Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen und plane auch in absehbarer Zeit keinen Kontakt. Die Gründe sind sehr vielschichtig und haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt, angefangen in frühester Kindheit. Ich habe von ihr seit kleinauf körperlichen und seelischen Missbrauch erlebt, wobei mich das Seelische zu so einer Entscheidung bewegt hat, da ich gerade diese Vorfälle am belastendsten finde. Das schlimmste für mich, sie gesteht sich die Fehler zwar ein, aber schiebt die Schuld auf mich. Nach dem Motto "du hast mir keine andere Wahl gelassen".
Das Einzige was von ihr noch kommt, sind Glückwünsche und ich belasse es dabei. Seit dem Kontaktabbruch geht es mir viel besser


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12.01.2026 um 11:30
Zitat von baracuda1baracuda1 schrieb:Das schlimmste für mich, sie gesteht sich die Fehler zwar ein, aber schiebt die Schuld auf mich. Nach dem Motto "du hast mir keine andere Wahl gelassen
Nein, dass ist keine Schuldeingeständnis deiner Mutter. Sie möchte damit nur ihr schlechtes Verhalten dir gegenüber rechtfertigen. Das sind so Gespräche eines typischen Narzissten, welche die Schuld gerne auf andere Menschen projezieren.
Ich hatte ebenfalls den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen und ich bereue es bis heute nicht, obwohl sie mittlerweile verstorben ist.
Ausenstehende haben ja oft kein Verständnis, aber eine solche Entscheidung trifft man nicht aus einer Laune heraus, da ging ein langer Leidensweg voraus.
Mir ging es nach dem Kontaktabbruch auch besser.


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12.01.2026 um 15:49
@NoSilence
Danke für deine Worte. Du erwähnst, was ich bewusst nicht ausgesprochen habe. Im Nachhinein kann ich sagen, ja, sie war und ist immer noch hochgradig narzisstisch und konnte noch nie Verantwortung für ihr eigenes Verhalten wie eine Erwachsene übernehmen, sondern schiebt nach wie vor die Schuld auf andere. Auch auf meinen Vater und andere Partner die sie hatte, ihre eigenen Eltern und sogar Menschen um sie herum.
Sie hat tatsächlich psychologische Hilfe in Anspruch genommen, allerdings nicht um sich zu reflektieren sondern um noch mehr Mitleid zu ernten. Ich hatte mal einen psychologischen Arztbrief über sie gelesen. Mir ist die Galle hochgekommen, wie sie in den Himmel gelobt wurde, dass sie ihre Kinder doch so gut erzogen habe und wie immer hat sie gelogen, dass sich die Balken biegen. Drin stand, dass ich Abitur gemacht habe, das habe ich aber nie! Ich habe Fachabitur. Sie erzählte auch ständig Leuten irgendwelche Märchen über mich, dass ich diese und jene Sprache spreche und dies und das kann, was auch nie gestimmt hat. Sie benutzte mich auch lange nach meiner Kindheit als Aushängeschild.
Zitat von NoSilenceNoSilence schrieb:Ich hatte ebenfalls den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen und ich bereue es bis heute nicht, obwohl sie mittlerweile verstorben ist.
Das habe ich auch vor und ich finde, das ist eine gute Entscheidung. Unser persönlicher Frieden ist kostbarer als jeder Familienfrieden und Blut ist für mich nicht dicker als Wasser
Zitat von NoSilenceNoSilence schrieb:Ausenstehende haben ja oft kein Verständnis, aber eine solche Entscheidung trifft man nicht aus einer Laune heraus, da ging ein langer Leidensweg voraus.
Du sprichst mir aus der Seele. Wie ich dieses ,,aber sie ist doch deine Mutter" leid bin. Als wäre es eine einfache Entscheidung für einen Menschen, keine Mutter zu haben. Dass so ein Schritt nötig war, zeigt doch, wie schlimm die Situation gewesen sein muss


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17.01.2026 um 17:33
Zitat von NoSilenceNoSilence schrieb am 12.01.2026:Ich hatte ebenfalls den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen und ich bereue es bis heute nicht
*seufz* ich hoffe, das schaffe ich irgendwann.
Die Zeit, als ich 800km von ihr entfernt gelebt habe, war, zumindest im Bezug auf sie, die friedlichste in meinem Leben.

Das hätte ich durchaus gerne wieder. Momentan geht es (noch) nicht, auch wenn ich mich von ihr gut abgekapselt habe (emotional, wie räumlich). Fällt aber auch nicht schwer, angesichts ihrer karen-gleichen Persönlichkeit, ihrer Sucht nach Konflikten und Diskriminierung, ihrem Rassismus und Hass gegenüber allem und jedem, der es wagt eine von ihr abweichende Meinung zu haben.


—-

Was den Rest meiner Verwandtschaft angeht, habe ich nur noch oberflächlichen unregelmäßigen Kontakt zu meinem Vater und meinem Onkel (dessen Bruder, dem ich sehr viel verdanke). Die beiden sind okay.
Die Anderen tue ich mir nicht mehr an (und sie sich mich nicht…passt also).

Da man mich doch immer hat spüren lassen, wie sehr man mich mit meiner Mutter und meiner Oma (ihrer Mutter) identifiziert, die sich teilweise wirklich, wie die “entitled Karens” verhalten (haben) und ich dazu noch Eigenschaften und Merkmale habe, über die man in niederbayerischen Familien nicht hinwegsehen kann (teilgefärbte Haare, Tattoos, homosexuell, künstlerisch, treibt sich mit Obdachlosen und zwielichtigen Gestalten aus dem Rotlichtmilieu rum, geht offen mit sexuellem Missbrauch und bisherigen Suizidversuchen um, redet offen über ADHS und Autismus, so wie über Depressionen, Panikattacken usw.).
Das geht halt nicht für diese Leute. Das ist zuviel. Auch dass ich nicht mit einem Mann verheiratet bin und Kinder habe, ist unverzeihlich, denn das gehört sich ja so. Muss man sich halt unterdrücken.

Unverzeihlich war es für einen Cousin auch, dass ich den Geburtstag meiner Partnerin (der letzte, den wir wirklich feiern konnten, den nächsten hat sie schon halbtot im Morphinrausch verschlafen) seiner Hochzeit vorgezogen habe.

Ich konnte, für die Familien meiner Eltern, egal, was auch immer ich gemacht habe, es sowieso immer nur falsch machen. Einzige Ausnahme: der Vater meiner Mutter, der mich ohne Bedingungen geliebt und gefördert hat. Ihn vermisse ich unendlich.

Lange habe ich das alles in der Überzeugung mitgespielt, dass die (gerade Muttern) recht haben, dass ich wirklich so scheisse bin, wie sie es vermitteln.
Leider habe ich über die letzten Jahre begonnen, mich zu mögen und mich mit mir auseinandersetzen. Und leider finde ich mich nicht mehr scheisse. Leider nicht für mich, aber leider für ihren Einfluss.

Ohne Kontakt zu diesen für mich sehr doppelmoralischen, bigotten und teilweise wirklich dummen Menschen (Corona hat da einiges Irres ans Licht gebracht), lebt es sich für mich echt besser, ruhiger, friedlicher, konfliktfreier, ohne Selbsthass etc.

Mich dem nicht mehr zu beugen, keine Angst mehr vor den Sanktionen zu haben und das Gefühl von einer gewissen Gleichgültigkeit…das hat mich wirklich vorwärtsgebracht.


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17.01.2026 um 20:45
Bin auch gerade in einer Kontaktsperre, welche aber nicht von mir ausgeht.

Meine Ex (Verlobte) hatte letztes Jahr im Dezember eine Situation im Training welche sie aus der Bahn geworfen hat. Sie ist eine sehr unsichere Person welche auch ab und an Depressionen hat.
In solch einer Phase muss ich wie auf Eierschalen laufen um keinen Grund zu geben, dass all der Frust auf mich projiziert wird.

Hatten uns 2 Tage wegen einer Nichtigkeit etwas in die Haare bekommen (aber ohne Streit).
Am nächsten Tag hatte sie sich selbst in die Psychiatrie eingewiesen und mich kontaktiert.

Die Mutter gab mir die Schuld. Meine Ex sagte mir beim ersten Besuch es liegt nicht an mir dass sie dort sei, das wäre längst überfällig gewesen.

2 Tage später sagte sie mir dass sie nicht mehr will dass ich in die gemeinsame Wohnung einziehe. Sie will stattdessen eine WG mit einem gemeinsamen Bekannten.
Sie hatte an dem Tag Angst dass ich Schluss mache und der Bekannte hat ihr dann Angeboten falls ich Schluss mache könnten Sie ja eine WG gründen.

Ich habe gesagt, ich kann mir das nicht vorstellen. Wir sind Verlobt, haben noch am Vortag über Eheringe und Hochzeits Location gesprochen.
Da sie von dem Punkt nicht abging, habe ich gesagt dass ich dann keine Grundlage für eine Beziehung sehe.

Wir waren 2 1/2 Jahre zusammen, da sie eine nicht immer schöne Vergangenheit hatte und viele Selbstzweifel hatte, habe ich versucht alles zu tun um sie Glücklich zu machen.
Wir waren viel auf Reisen, wir haben viel unternommen und weil sie keine Therapie fand habe ich mit einem Kuscheltier und verstellter Stimme "Therapie Sitzungen" mit ihr gemacht. Hat auch Funktioniert, sie hatte sich geöffnet und es flossen viele Tränen.
Sie bat dann von sich aus um weitere "Sitzungen".

2 Wochen vor der Trennung hatte sie mir noch geschrieben dass sie ein schlechtes Gewissen hat, weil sie mich immer mit ihren Problemen bombardiert. Sie sagte sie liebt mich und wünscht sich sehr, dass ich einziehe.
Sie bezeichnete mich als besten Partner und dass wir so viele schöne Dinge erleben und dass es besser eigentlich nicht gehen würde.
Ferner schrieb sie, dass sie nur lernen müsste so viel auch zurückzugeben und dass sie sehr dankbar ist, dass ich mich durch ihr Kopfchaos kämpfe.

Mich hat sehr getroffen wie man von solch einer Liebesbekundung innerhalb 2 Wochen zu "Ich will mit einem anderen Mann eine WG gründen" kommen kann.

Seit der Trennung hält sie eine rigerose Kontaktsperre. Hatte versucht ihr mal ein Gespräch anzubieten, sie hat die Nachricht aber noch nicht mal gelesen. Mit dem Bekannten scheint sie guten Kontakt zu haben.

Sie wohnt Aktuell bei den Eltern. Sie hat ein paar wenige Sachen aus der gemeinsamen Wohnung geholt und den Mietvertrag nach 3 Wochen ohne Kontakt von ihrer Seite gekündigt.

Mittlerweile haben wir seit 4-5 Wochen keinen Kontakt mehr.

Interessanterweise gab es fast 1 Jahr zuvor schon die gleiche Situation, dass es beim Training einen Vorfall gab.(Nicht körperlich sondern etwas soziales)
Damals hatte sie mich einen Tag später bei Whatsapp blockiert und wollte auch eine eigene Wohnung anstreben. Nach 1 Woche hat sie sich aber gemeldet und alles bereut.

Menschen sind kompliziert ..


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17.01.2026 um 22:21
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Meine Ex (Verlobte) hatte letztes Jahr im Dezember eine Situation im Training welche sie aus der Bahn geworfen hat. Sie ist eine sehr unsichere Pers
Es tut mir leid, dass sie jedes Gespräch mit Dir ablehnt. Ich kann auch gut verstehen, dass Du nicht begeistert warst, dass sie statt mit Dir zusammen zu ziehen, mit einem anderen eine WG gründen wollte.

Hatte sie denn Angst, es könne auf Dauer fuer Dich eine Belastung sein, wenn Du ihre Problematik täglich hautnah mitbekommst etwas der Art? Ist sie denn in der Vergangenheit verlassen worden, weil vorherige Partner das unterschätzt hatten? Sicher hast du die Problematik auch so mitbekommen, aber wenn man noch die eigenen vier Wände
hat, in die man sich zurück ziehen kann, ist das trotzdem. etwas anderes.

Kann sie andererseits nicht gut alleine sein und meint, dass das Zusammenleben mit jemanden, mit dem sie emotional nicht so stark verwoben ist, vielleicht gerade deshalb einfacher ist? Oder denkst du, dass sie mit dem Bekannten mehr verbindet als eine Freundschaft?


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17.01.2026 um 23:50
Danke für deine Zeit und dass du reagierst.
Zitat von WMWM schrieb:Ist sie denn in der Vergangenheit verlassen worden, weil vorherige Partner das unterschätzt hatten?
Von keinem Partner. Sie hatte aber zwei Beziehungen im Vorfeld die ihr nicht gut getan haben.
Über eine Beziehung war sie noch sehr wütend weshalb sie überlegte ihn anzuschreiben und zu sagen, was er ihr angetan hat. Ich hab ihr dazu geraten es nicht zu tun und stattdessen ein Brief an ihn zu schreiben, ihn aber nicht abzuschicken sondern zu verbrennen. Das tat sie auch.

Sie wurde als Kind kurz nach der Geburt von der leiblichen Mutter verlassen.
Die Tante hatte sie dann aufgenommen, sie hat sich zwar um sie gekümmert und groß gezogen, ist aber aus meiner Sicht (und die von anderen) für das mangelnde Selbstwertgefühl meiner Ex verantwortlich.

Ich hab ihre Probleme auch wenn wir noch nicht zusammengewohnt haben, täglich hautnah mitbekommen weil wir im selben Unternehmen tätig sind.
Nicht selten musste ich sie im Archiv unter vier Augen trösten weil sie überfordert war und sich ungerecht behandelt fühlte.

Ich hab den Einzug hinausgezögert, primär nicht wegen ihre Probleme aber ich bin Beruflich sehr stark eingespannt und gerade das letzte Quartal war sehr fordernd.
Meine Ex hat das auch mitbekommen als sie mal gesehen hatte wie viele Besprechungen ich habe und wie beinahe Minütlich E-Mails und Teams Nachrichten reinflatterten.
Für mich war meine Ex sehr sehr wichtig und meine größte Sorge war, dass ich einziehe und sie verletze weil meine Batterien durch die Arbeit leer sind. Ich hatte Angst, dass sie das enttäuscht und deswegen Schluss machen könnte.

Ihre Mutter hat mir oft unterstellt mir wäre die Arbeit wichtiger aber hat nicht verstanden, dass ich meine Arbeit nicht so einfach reduzieren kann wenn die Firma wegen eines Großprojekt mit dem Rücken an der Wand steht.
Zitat von WMWM schrieb:Kann sie andererseits nicht gut alleine sein
Ich denke das ist das Hauptproblem. Sie hatte relativ lange bei den Eltern gewohnt.

Mir war bewusst, dass sie mich gerne bei sich haben wollte.
Ich arbeite aber weil es nicht anders geht 12 Stunden am Tag. Das habe ich auch schon vor unserer Beziehung und sie wusste das.

Es sollte nicht ewig so weitergehen aber statt dass es mit den Großprojekt besser wurde, wurde es schlimmer.

Deswegen habe ich auf der Arbeit mein möglichstes getan, um Zeit mit ihr zu verbringen. (Morgens bis zu 2 Stunden, Mittags 1 Stunde, Nachmittags 30-45 Minuten)
Leider konnte ich nicht jeden Tag nach der Arbeit zu ihr fahren weil nach 12 Stunden meine Batterien einfach leer waren. Ich hab es 1-2 mal unter der Woche trotzdem getan und Samstags haben wir etwas größeres unternommen.

Aber genau das wollte ich ändern denn nach einer Kritik Ansprache der Mutter bin ich in die Klinik um ihr zu sagen, dass ich jetzt während sie in der Klinik ist, einziehen werde und auf sie warte.
Aber das hatte sie abgelehnt und dann die WG Idee geäußert welche sie wenige Minuten zuvor von dem Bekannten offeriert bekommen hatte.

Sie meinte zu mir, sie will mir mit der WG den Druck nehmen dass ich einziehen muss. Ich empfand es aber als sehr paradox, dass man mit einem anderen Mann zusammenziehen will um mir den Druck zunehmen.
Ich bin sachlich und ruhig geblieben, habe nur geäußert, dass ich dbzgl. keine Grundlage für die Beziehung sehe, wenn sie dies forciert.

Es ist nur meine Meinung aber ich denke, die wenigsten Menschen würden so etwas akzeptieren können.
Zitat von WMWM schrieb:dass das Zusammenleben mit jemanden, mit dem sie emotional nicht so stark verwoben ist, vielleicht gerade deshalb einfacher ist?
Das kann sein aber mich hat diese Kombination extrem irritiert. 2 Wochen vor der Situation gibt sie mir eine intensive und glaubhafte Liebesbekundung, einen Tag vor dem Vorfall sucht sie nach Eheringe und schreibt eine Hochzeit Location an und dann kommt solch eine Idee.
Vorallem irritierte mich die Idee weil sie mir ja sagte, ich wäre nicht der Grund dass sie in der Psychiatrie ist und paar Tage zuvor haben wir meinen Einzug besprochen.

Aber der Trainings Vorfall hatte sie dann aus der Bahn geworfen und ich denke, da ich die einzige Person in ihrem Leben bin bei dem sie Frust / negative Gefühle projizieren kann, muss sie irgendwas tun damit ich es abbekomme.
Zitat von WMWM schrieb:Oder denkst du, dass sie mit dem Bekannten mehr verbindet als eine Freundschaft?
In der Vergangenheit nicht.

Nach der Trennung hatten sie zumindest Online intensiveren Kontakt. Es ist schwer einzuschätzen ob es eine platonische "Rettungsanker" Sache ist oder sich da eine Romanze entwickelt weil er ja da ist und hilft während ich Schluss gemacht habe.
Ich schaue ihre Social Medias nicht an, deswegen weiß ich nicht wie sie in Kontakt stehen.

Was mich an der Ganzen Sache am meisten schockt ist halt der Umstand dass sie seit der Trennung eine rigerose Kontaktsperre hält.
Ich habe wegen der Vergangenheit dieser Frau und weil sie so unsicher ist mein möglichstes getan um sie Glücklich zu machen. Vor unserer Beziehung war sie nie im Urlaub, wir waren innerhalb der 2,5 Jahre ganze 5 mal im Urlaub weil ich ihr die Welt zeigen wollte.
Sie hatte einen großen Wunsch ein bestimmtes Land zu sehen, ich hab es ihr über ihren Geburtstag für 7 Tage ermöglicht und wir hatten eine perfekte Zeit dort und wollten es dieses Jahr wiederholen.

Wir haben viel unternommen und finanziell habe ich uns beide getragen weil sie im Gegensatz zu mir sehr viel weniger verdient.
Ich wollte dass sie ihr Geld spart, damit sie abgesichert ist, falls mir mal etwas passiert.

Wir hatten echt extrem wenig Streit und die Beziehung lief harmonisch. Wir haben uns jeden Tag mit Ausnahme vielleicht von Sonntage immer gesehen.
Ich habe mit Ihr Hobbys angefangen welche eigentlich ausserhalb meiner Komfortzone liegen.


Von mir war es definitiv ein Fehler dass ich meinen Einzug nicht irgendwie möglich gemacht habe aber ich hatte Wirklich Angst davor, dass die Beziehung kaputt geht. Das war meine größte Sorge.
Abgesehen von diesem Umstand kann ich wirklich mit ruhigen gewissen sagen, dass ich ein guter Partner war.

Und genau deshalb ist es auch ein echter Stich, wieso man nach diesen 2.5 Jahren mit einer rigerosen Kontaktsperre "bestraft" wird.
Dabei geht es nicht darum, die Beziehung zu retten aber ich finde ein klärendes Gespräch bzw. sich in die Augen sehen zu können wäre ein Zeichen der Wertschätzung der gemeinsamen Zeit.

Ich weiß nicht ob Sie wütend ist, ob sie sich denkt "Ok dann gehts ohne ihn weiter" und ggf. eine Romanze mit dem Bekannten angefangen hat oder ob sie aus Scham und Angst die Kontaktsperre hält, weil sie nicht weiß wie sie das alles erklären soll.

In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass Menschen in einem psychischen Ausnahmezustand vor Emotionen und Panik gelenkt flüchten und betäubt sind und deswegen rigerose Kontaktsperren errichten auch wenn sie sehr stark lieben.
Ob es in diesem Fall auch so ist, darüber kann ich nur spekulieren. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie scheinbar alle Brücken einreißt.

Ich könnte eigentlich sagen "Hey, die hat solch ein Vorschlag gemacht. Es war die richtige Entscheidung es zu beenden".
Innerlich kann ich aber noch nicht loslassen weil ich die Sorge habe sie zurückzulassen falls sie "aufwacht" und merkt, dass sie das alles vielleicht gar nicht wollte.


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Kontaktabbrüche

18.01.2026 um 12:42
@Kangaroo

Ich finde, Du hast genau richtig reagiert (Beenden der Beziehung). Und als Außenstehende behaupte ich mal, dass Du froh sein solltest, dass sie den Kontakt abgebrochen hast. Das klingt alles so anstrengend und so gar nicht auf Augenhöhe...

Das mit dem Plüschtier und der verstellten Stimme wirkt auf mich sehr, sehr befremdlich.

Nach meinen Erfahrungen zieht ein so massiv psychisch beeinträchtigter Mensch sein Umfeld mit runter. Da kann ich jedem nur raten, dass er so schnell weglaufen soll, wie er kann. Und wenn man sich auf solche Menschen einlässt, bzw. in solch ungesunden Strukturen hängenbleibt, dann muss man sich auch mal fragen, was bei einem selbst im Argen liegt.


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Kontaktabbrüche

18.01.2026 um 13:05
Zum Kontaktabbruch zu den Eltern:

Auch wenn es für einen glasklar vor Augen liegt, dass nur ein Kontaktabbruch irgendwann Heilung bringen wird, ist es ja auch die Illusion einer Wunschfamilie die man loslassen muss, auch wenn man das real nie erlebt hat. Man hat sich vermutlich Jahe und mitunter auch Jahrzehnte diese Wunschfamilie gewünscht - damit gibt man auch einen ganz großen Wunsch auf. Das ist wohl die größte Herausforderung für das "innere Kind".

Und ja, ich finde, dass Blut dicker als Wasser ist, auch wenn das Blut nur aus Wüschen, Träumen und unerfüllten Sehnsüchten besteht. Partner kommen und gehen aber die Ursprungs-Familie hat sitzt doch tiefer in unserer Seele als irgendein Partner.

Kontaktabbrüche hatte ich bis jetzt nur sehr wenige; das waren Partner und Freunde/Bekannte, die nicht mehr in mein Leben passten und nur Energie raubten.

Innerhalb der Familie gab es zwei Kontaktabbrüche. Zu meinem Vater und zu meiner Cousine habe ich aufgrund ihrer jeweils sehr destruktiven Alkoholabhängigkeit den Kontakt abgebrochen. Bei meinem Vater ging das mit der Trennung meiner Eltern einher, da war ich 12 Jahre alt. Mein Vater war ein netter Mensch, niemals gewalttätig oder gemein - er wurde sehr sentimental und menlancholisch wenn er getrunken hatte und der körperliche Verfall war wirklich schlimm mitanzusehen. Es tat mir natürlich auch immer leid aber für mich war das die einzige Möglichkeit. Selbstzerstörerische Familienanhörige sind eine unglaubliche Belastung.

Meine Cousine hat sehr früh eine starke und auch sehr zerstörerische Alkoholsucht entwickelt. Ich habe mich ein paar Jahre zurückgezogen, weil ich ihr nicht helfen konnte, viel versucht habe und irgenwann auch an meine Grenze gekommen bin. In ihrem letzten Jahr, als sie zwei Krebserkankungen bekam, habe ich den Kontakt wieder aufgebaut. Die letzte Krebserkrankung ließ sie unbehandelt und hat dann wirklich hemmungslos bis zum Organversagen weitergetrunken; da war sie Anfang 40. Bis zu ihrem Tod hatten wir in ihre lezten Lebensjahr einen guten und engen Kontakt. Ich konnte mich auch noch von ihr verabschieden, das war gut für mich.

Mit meinem Vater und meiner Cousine habe ich mich gut verstanden, ich konnte es nur nicht mehr ertragen, bei diesem extremen Verfall zuzuschauen, ohne wirklich helfen zu können.


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