nairobi schrieb:Was für Trainings, was für Situationen waren das? Ich frage, um alles besser verstehen zu können.
Kung Fu.
Ihre Trainingspartnerin (Eine entfernte Freundin) hatte sie überfordert und etwas gesagt, was sie an sich zweifeln ließ.
Danach war ihr Selbstbewusstsein im Keller.
Und genau das gleiche war auch der Auslöser beim ersten Mal und da hatte sie mich ja dann blockiert und das Thema zusammenziehen war vom Tisch.
Jetzt frage ich mich: Was haben diese Vorfälle mit mir zu tun? Warum zieht sie diese Konsequenzen für Vorfälle, für die ich nichts kann?
nairobi schrieb:Also wenn jemand in einer Einrichtung ist, eine Kur macht, ist er da quasi in einer Art Blase.
Sie war nur relativ kurz in der Klinik. Seit Weihnachten ist sie wieder raus und seitdem bei ihren Eltern.
Ich kenne es auch so dass wenn man in solche Einrichtungen ist, die Kontakte ggf. von der Klinik forciert verringert werden. Sie hatte mich aber nach Einlieferung als ersten Kontaktiert und wollte auch dass ich sie Besuche.
Die Mutter hatte mich auch dazu gedrängt.
nairobi schrieb:Wahrscheinlich arbeitet sie selbst nicht oder zumindest nicht mit viel Verantwortung?
Die Mutter meinst du? Die arbeitet als Reinigungsdame in Teilzeit.
Meine Ex arbeitet in der selben Firma wie ich, hat aber im Prinzip keine Verantwortung dort.
Es kam nicht selten vor, das ich sie während der Arbeitszeit trösten musste weil sie der Alltag dort überfordert hatte bzw. sie sich schlecht behandelt fühlte.
Bin dann immer mit ihr ins Archiv und sie konnte sich an meiner Schulter ausweinen.
nairobi schrieb:Das ist natürlich ein Trauma. Wurde sie dann adoptiert?
Ja.
Wie gesagt, die Mutter ist in Wirklichkeit die Tante. Die sind also auch tatsächlich Verwandt.
Der Ziehvater ist der Lebensgefährte von ihr.
Meine Ex hatte mir mal den ganzen Papierkram von damals gezeigt. Es war alles nicht so einfach, dass sie dort bleiben durfte weil das Jugendamt starke bedenken hatte.
nairobi schrieb:Bei den Zieheltern?
Ja genau, bis sie fast 26 Jahre alt war.
nairobi schrieb:Das war sicher auch nicht immer so leicht...
Ganz und gar nicht.
Ich habe es sehr gerne getan aber das hatte mich teilweise Terminlich auch in Bedrängnis gebracht.
All die Zeit die ich mit ihr verbracht habe, musste ich dann wieder aufholen und dadurch kam ich dann auch erst um 18 Uhr aus dem Büro.
Ohne ihr die Schuld zu geben hatte sie aber auch nicht gesagt "hey, lass uns mal morgens nicht so viel Zeit verbringen dann kommst du auch früher aus dem Büro raus".
Wenn ich die morgendliche Zeit mal verkürzt und sie gebeten hatte in ihr Büro zu gehen war sie traurig oder geknickt.
Ich bin in meinem Beruf sehr ehrgeizig, das gebe ich zu. Aber ich hab das nicht nur für mich getan, ich hab alles gemacht mit Hinblick auf eine Familie und einem schönen gemeinsamen Leben.
Wir wollten ein Kind, wir wollten in naher Zukunft auch bauen. Das muss auch irgendwie Finanziert werden.
Ich habe aber Aktiv daran gearbeitet, meine Arbeit zu reduzieren.
In meiner Branche laufen Großprojekte aber über Jahre, ich kann nicht von heute auf morgen sagen: Ciao, ich mach nur noch meine 8 Stunden.
Besonders nicht, wenn die Firma mit dem Rücken zur Wand steht.
Rechtlich gesehen kein Thema. Aber ich hab dieser Firma verdammt viel zu verdanken bzgl. meiner Stellung und meines Gehaltes.
nairobi schrieb:Das ist zwar etwas Tolles, aber Urlaub ist nun mal eine Ausnahmesituation und nicht der Normalfall.
Meine Sicht darauf ist natürlich nur subjektiv aber ich denke, die Beziehung war sehr harmonisch.
Genau deswegen kann ich es auch bis Heute nicht begreifen, wie es zu dieser Idee und der Kontaktsperre kam.
Wir haben uns gut verstanden, hatten viele Monate keinen Streit. Wir haben unsere Zukunft geplant wie Heiraten, Unternehmungen und der Einzug war auch geplant und forciert.
Die Idee uns zu verlobten wurde aktiv von ihr forciert und sie es öfter angesprochen. Ich wollte aber etwas besonderes machen, nichts 0815.
Wir haben uns im Oktober im Urlaub verlobt, ich habe meine Kontakte spielen lassen und örtliche Polizisten eingebunden welche eine Verhaftung und Befragung inszinieren. Am Ende bei der Verabschiedung von meiner Ex habe ich dann den Antrag gemacht.
War super schön.
2 Wochen vor der Trennung schrieb sie mir ja auch noch eine Liebesbekundung und bezeichnete mich als besten Partner den sie sich wünschen kann und hatte Schuldgefühle dass sie mich zu sehr mit ihren Mental Issues bombardiert. Alles klang maximal authentisch.
Wenige Tage vor der Trennung hatte sie noch nach Eheringe gesucht und mir Inspirationen geschickt.
Mittlerweile sind 6 Wochen vergangen. Sie hat nur sehr wenige Sachen aus der Wohnung mitgenommen, zwar Kartons hingestellt aber nicht gepackt.
Sie hat ein paar persönliche Dinge behalten (Wie das Plüschtier mit welchen ich sie Therapiert habe) und Geschenke aus der Weihnachtszeit mitgenommen. 2 persönliche Dinge hatte sie in der Wohnung zurückgelassen und in Szene gesetzt.
Über Umwege habe ich erfahren dass sie denkt ich wäre nach der Trennung sehr wechselhaft gewesen, mal hätte ich gesagt ich will es nochmal mit ihr versuchen und mal hätte ich gesagt ich übernehme die Wohnung alleine und sie soll raus.
Das entspricht aber nicht der Wahrheit, ich hätte es gerne nochmal versucht und ich hab der Mutter bei unserem letzten Telefonat gesagt dass ich die Wohnung alleine übernehmen werde weil sie meinte, ihre Tochter brauch Zeit, sie will kein Gespräch und sie wolle nicht immer nachgeben müssen.
Dieses nicht nachgeben wollen war aber kein Bestandteil unserer Beziehung sondern von den vorherigen.
Darauf habe ich gesagt, dass es für mich schwer ist zu warten weil ich auch mit der Situation zu kämpfen habe, nicht Schlafen und Essen könne.
Da wurde die Mutter Eiskalt und meinte dann "Ja dann müssen wir sehen dass wir die Wohnung auflösen. Dann werden die Sachen von ihr eingelagert, nach der Klinik kommt sie eh erstmal zu uns zum Wohnen".
Diese Eskalation hatte aus meiner Sicht keine Grundlage ich verstehe bis Heute nicht was ich verbrochen habe denn: Meine Ex sagte mir selbst ich soll keine Schuldgefühle haben dass sie in der Klinik ist, das hätte nichts mit mir zu tun und wäre überfällig gewesen.
Sie hatte mich als erstes Kontaktiert und nicht ihre Mutter.
Meine Ex hatte ein sehr schlechtes Gewissen dass die Mutter mich so angegriffen hatte und das auch noch Öffentlich in der Firma.
Ich fand das sehr Unfair denn wann immer es ihr Mental schlecht ging, war ich zur Stelle und habe mich um sie gekümmert. Als ihr Ziehvater schwer Krank war, habe ich immer und immer wieder beruhigt weil sie dachte er würde sterben.
Auf der Arbeit habe ich mich unzählige Male für sie eingesetzt und mich selbst unbeliebt gemacht, damit für sie die Situation besser wird.
Als sie keine Therapie fand habe ich mit ihr und einem Kuscheltier Therapiestunden gemacht was ihr sehr geholfen hatte sodass sie selber danach fragte.
Sie hatte z.b oft über ihre Vergangenheit und Kindheit / Jugend erzählt. Ich habe mit ihr dann eine "History Tour" gemacht in welcher wir alle Wohnorte von ihr besucht haben. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und sie war verdammt Glücklich danach.
Ich war für sie da, bedingungslos. Ich habe intensiv darüber nachgedacht was ich falsch gemacht haben könnte aber ich kann wirklich behaupten, ich war ein guter Partner abgesehen von dem Einzug aufgrund meiner Ängste.
Und ich finde es traurig dass sie scheinbar "falsch" Beraten wird und ihr Sachen zugetragen werden, welche nicht so gesagt wurden.
Sie weiß z.b auch nicht, dass ich den Mietvertrag alleine übernommen habe. Faktisch muss die Familie es aber wissen weil die Kaution ihnen bereits zurückgeschickt wurde.
Da frage ich mich, wieso wird ihr das nicht mitgeteilt und sie in der Schwebe gelassen?
Ich finde gut, dass sie in der Situation nicht alleine ist, was mich aber verletzt ist dass diese Leute sich als Retter in der Not identifizieren. Als sie das erste mal mit mir ins Ausland, in eine völlig fremde Kultur flog hat niemand sich innerhalb von 16 Tagen gemeldet.
Keine SMS, keine Whatsapp, kein Anruf.
Ich habe gesehen wie sehr es sie innerlich traurig gemacht hat und habe mit viel Fürsorge versucht, sie aufzubauen und auf sie dort aufzupassen.
Das gleiche in Deutschland, seit sie nicht mehr Zusammenwohnen hatten sie maximal 1-2 mal die Woche Kontakt gehabt. Oft musste ich den Stein mal ins Rollen bringen und hab die Eltern zum Essen eingeladen damit meine Ex mal Kontakt mit ihnen hat.
Mit den Geschwistern besteht so gut wie war kein Kontakt.
Wie gesagt meine Meinung ist nur subjektiv aber ich habe den Eindruck, dass die Unzufriedenheit und der Frust auf mich projiziert wurde, weil ich die einzige Person in ihrem Leben war, die ihr nicht paar Takte erwidert hätten, weil ich sie liebe.
Bei der Mutter denke ich dass sie eigene Interessen verfolgt und ihr die Trennung daher gelegen kommt.
Ich für meinen Teil kann mich mit der Trennung langsam arrangieren weil schon 6 Wochen vergangen sind ohne Kontakt. Meine Liebe zu ihr ist natürlich noch da und ich bin auch stellenweise traurig aber ich treibe die Einrichtung der Wohnung voran.
Es ist nicht mein Problem und ich sollte nicht darüber nachdenken, ich habe das Gefühl meine Ex ist in einer "Blase" gefangen in der andere und sie auf mich projizieren.
Wenn diese Blase aber irgendwann platzt, steht sie zu den Dingen aber möglicherweise ganz anders.
Und ich habe maximale Angst davor, dass sie irgendwann "aufwacht" und in ein tiefes Loch fällt aus dem sie keiner mehr herausziehen kann.
Nicht weil ich so "toll" bin sondern weil diese junge Frau noch sehr viel andere Problematiken hat und auch schon vor unserer Beziehung hatte.
Sorry für den langen Text nairobi