Cachalot schrieb:Würde es dich treffen. Du würdest natürlich mit Begeisterung zum Henker sagen „alles klar, geht schon“
Würde ich nicht. Trotzdem muss ich dadurch kein Gegner der Todesstrafe sein, weil mir das passieren könnte denn die Sinnhaftigkeit der Hinrichtung der tatsächlich schuldigen Todeskandidaten wird dadurch nicht aufgehoben.
Ist es Fair wenn eine Frau die mit einem starken Raucher aus Liebe zusammenlebt durch Passivrauchen Krebs bekommt und verstirbt?
Würdest du den Partner der so stark geraucht hat als Mörder bezeichnen? Falls Nein: Warum nicht?
Die Welt ist leider nicht fair.
Ich bin traurig über jeden unschuldig hingerichteten Häftling. Aber tun wir doch nicht so, als wäre die Welt wie im Bilderbuch ..
Cachalot schrieb:Mit dem Unterschied das die Leuts weiterhin Leben
Und das ist für dich gnädiger oder erstrebenswerter?
Dann befass dich mal mit der Situation in den USA wie viele Langzeit Häftlinge wegen den Umständen im Gefängnis Suizid begehen oder befasse dich mal mit dem Konzept des psychischen Tod.
Forscher fanden heraus dass manche Häftlinge ihre Lebenslange Haft als unerträglich und sinnentleert empfinden und emotional abstumpfen sodass sie einen sozialen und psychischen Tot durchlaufen.
Es gibt übrigens auch eine Studie. Dort wurden Gefangene befragt welche 20,30 oder mehr Jahre inhaftiert sind.
Diese sagen der Tot wäre als Schrecken mit Ende gnädiger gewesen als ein Schrecken ohne Ende den sie im Gefängnis durchlaufen.
Und jetzt stell dir vor, wie das für Jemand ist der zu unrecht verurteilt ist und 30 Jahre im Gefängnis einsitzt.
Und da reden wir hier von Moral und Ethik und Folter?
Da wird gesagt "Hey, eine Hinrichtung ist Folter und Ethisch nicht zu vertreten". Aber jemanden Lebenslang wegzusperren und ihn selbst ein Todeswunsch entwickeln zu lassen den er ggf. in die Tat umsetzt ist Moralisch und Ethisch ok?
Cachalot schrieb:Gib das einfach mal im Netz als Suchbegriff ein. Schau nicht auf die Zahl. Nimm den ersten Namen und schau auf die Person. Sein Leben. Seine Hinrichtung.
Gibt einfach mal im Netz die Namen von Mordopfern ein und les dir die Details zu den Taten durch.
Ihre Leben .. Ihr grausames Ende. Das reicht für mich um Pro Todesstrafe zu sein.
Tussinelda schrieb:diese Person wurde nicht hingerichtet, sondern starb eines natürlichen Todes. Hat NULL mit der Todesstrafe zu tun.
Und weiter? Es wurde trotzdem zu unrecht bestraft und ist als Gefangener gestorben. Und wie ich oben erwähnte, gibt es Studien die zeigen, dass manche Häftlinge lieber Tot wären als ihr Leben im Gefängnis zu verbringen.
Jetzt wirst du Argumentieren "Ja aber in dem Fall entscheidet ja der Täter zu sterben und nicht der Staat". DIR geht es doch um angebliche Ethik, Moral und Folter ..
Für dich ist es also vertretbarer und besser wenn die Häftlinge durch die Umstände im Knast selbst zu entschluss kommen sterben zu wollen? Hör auf ey ..
Tussinelda schrieb:es interessiert doch gar nicht, was Du zulässt. Es ist ein valides Argument, denn es werden unschuldige Menschen durch den Staat getötet.
Werden auch jene die zu unrecht lebenslang verurteilt werden und sich umbringen weil sie keine Perspektive oder Hoffnung haben entlassen zu werden.
Wie gesagt: Nur deswegen lehnen wir Haftstrafen auch nicht ab .. Du argumentierst damit, dass er ja freikommen könnte .. Das kann er nach einem Suizid nicht mehr.
Aber das zählt nicht weil der Häftling sich ja selbst umgebracht hat .. Dass die Verurteilung zu dem Suizid Gedanken geführt hat ist als Indikator der Staat wäre Schuld nicht zulässig, wenn der Staat aber selbst ein Todesurteil spricht ist das zu verurteilen.
Was ist das für eine Logik?
Tussinelda schrieb:Erkläre mir bitte, was es am Leid der Opfer ändert, wenn der Täter umgebracht wird. Geht das?
Es geht nicht darum dass sich an dem Leid des Opfers etwas ändert ..
Fakt ist dass die Opfer unfassbares Leid durch die Tat hatten, bis sie starben.
Und das muss bei der Bestrafung berücksichtigt werden. Ganz EGAL ob sich im Leid des Opfers etwas ändert oder nicht.
Das tut es nicht, weil sie Tot sind. Bedeutet aber nicht, dass das Leid des Opfers in dieser intensität keine relevant hat.
Was ist daran nicht zu verstehen?