Menschen
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Todesstrafe

23.557 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

16.07.2026 um 13:13
Todesstrafe macht keinen Sinn. Das ist auch nur Erlösung für den Straftäter. Außerdem müssen andere Menschen die dieses Urteil ausführen damit leben jemanden getötet zu haben. Das ist auch nicht ok, selbst wenn sie glauben es wäre richtig gewesen. Jemanden zu töten ist niemals richtig, ausgenommen man verteidigt damit sein eigenes Leben. Das ist aber in solchen Situationen ausgeschlossen.

Eine Einzelzelle, nur ein Bett, ein Klo, eine Dusche, ein Spiegel, und ein kleiner Tisch - Darin muss man leben für den Rest seines Lebens, 23 Stunden am Tag. Eine Stunde geht´s dann in einen gesicherten Bereich wo man mit einem kleinen Ball spielen kann. Alles schön steril und sauber. Kein Dreck irgendwo. Willkommen in der Nervenklinik.

Einzige Möglichkeiten sich zu beschäftigen sind Briefe schreiben, ein bisschen TV schauen oder Radio hören, Sport treiben, Bücher lesen, und ein bisschen Small-Talk halten mit den Gefängnisangestellten, wenn sie denn wollen. Alles nur möglich wenn man sich ordentlich benimmt.

Außerdem ist man nicht mehr Herr über sich selbst. Ständig läuft man in Hand/-und Fußfesseln herum und wird überall betatscht.

Was ist das für ein Leben ? Das ist kein Leben, dass ist ein dahinvegetieren und warten auf den Tod der erst in vielen Jahrzehnten kommt auf natürliche Weise, je nach Alter.

Das alles ist eine viel bessere Strafe als die Todesstrafe, denn letztere beendet ja alles von jetzt auf gleich, und dem Straftäter wird dadurch die Möglichkeit verschafft dieses miese Leben endlich zu beenden. Solche Straftäter dürfen aber keine Möglichkeiten mehr bekommen.


3x zitiertmelden

Todesstrafe

16.07.2026 um 13:22
Zitat von DearMRHazzardDearMRHazzard schrieb:Eine Einzelzelle, nur ein Bett, ein Klo, eine Dusche, ein Spiegel, und ein kleiner Tisch - Darin muss man leben für den Rest seines Lebens, 23 Stunden am Tag. Eine Stunde geht´s dann in einen gesicherten Bereich wo man mit einem kleinen Ball spielen kann. Alles schön steril und sauber. Kein Dreck irgendwo. Willkommen in der Nervenklinik.
Auch für Kapitalverbrecher gelten Menschenrechte. In den USA vielleicht nicht, aber bei uns.

Und das mit der "Nervenklinik" hab ich mal überlesen...


melden

Todesstrafe

16.07.2026 um 13:46
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Ich wüsste da keinen Bundesstaat ( wo die TS noch angewendet wird), wo Opferangehörige irgendeine Mitsprache beim
Urteil hätten.
Das war nicht meine Aussage, dass Opfer und Angehörige ein Mitspracherecht haben oder haben sollten. Das war die Aussage von @JoschiX .
Nur damit das nicht zur Verwechslung kommt.

Ansonsten finde ich es sehr interessant was du geschrieben hast.


melden

Todesstrafe

16.07.2026 um 13:49
Zitat von DearMRHazzardDearMRHazzard schrieb:Das alles ist eine viel bessere Strafe als die Todesstrafe, denn letztere beendet ja alles von jetzt auf gleich, und dem Straftäter wird dadurch die Möglichkeit verschafft dieses miese Leben endlich zu beenden. Solche Straftäter dürfen aber keine Möglichkeiten mehr bekommen.
Und um was genau geht es dir dabei? So wie du das schreibst geht es dir um Rache an den Tätern dafür, was sie den Opfern angetan haben, aber wem bringt das wirklich was?

Opferschutz sollte im Vordergrund stehen und zwar so lange wie der Täter noch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Notfalls eben für den Rest seines Lebens, aber, und das ist mein entscheidender Punkt, nicht zwangsläufig.


melden

Todesstrafe

16.07.2026 um 19:10
Zitat von DearMRHazzardDearMRHazzard schrieb:Solche Straftäter dürfen aber keine Möglichkeiten mehr bekommen.
Also kriminelle Menschen foltern, anstatt ihnen die Möglichkeit zu geben, sich nachhaltig zu bessern und Lehren aus ihrem Verhalten zu ziehen. All das soll ja natürlich auch im geschlossen Verzug stattfinden, aber wieso willst du Menschen unbedingt mental brechen?


melden

Todesstrafe

16.07.2026 um 19:53
Zitat von LothricLothric schrieb:Das finde ich vor allem moralisch extrem schwierig, weil du Menschen die möglicherweise unschuldig sind dazu treibst eine tat zuzugeben, die sie nicht begangen haben, nur weil sie nicht sterben wollen.
Zitat von PuraPura schrieb:Sag ich ja, Todesstrafe nein. Eher lebenslang hinter Gittern.
Oft wird sogar 'bevorzugt', zum Tode verurteilt zu werden, weil dann der Fall noch ausführlich geprüft wird. Wenn die Leute mit LWOP (Life without Parole) weggeschlossen werden, interessiert sich kein Mensch mehr dafür. Die Gefahr eines unerkannten Fehlurteils ist bei LWOP noch höher als bei Tidesstrafe. Und LWOP (und die meisten kommen ja im Alter von 18 bis 25 darein), ist m. E. nicht weniger qualvoll als Hinrichtung. Nicht wenige LWOP Menschen würden lieber hingerichtet werden.
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:In den liberalen (Nord-)Ostküstenstaaten wird sie kaum bis nicht mehr angewandt oder ist abgeschafft.
Es wird immer mehr durch LWOP ersetzt.. Wird von vielen als 'humaner' als die Todesstrafe gefeiert, von anderen nur als die 'andere' Todesstrafe bezeichnet, 'Death by Incarceration'. Eine Rehabilitierfähigkeit wird per Urteil gleich verneint. Dabei sind viele Lifer nach 30 Jahren im Knast, im Alter von 45 oder 50+, nach vielen Programmen und Mentorentätigkeiten, in aller Regel die ungefährlichsten Menschen. (Von Ausnahmen wie Psychopathen etc. abgesehen.)

Das große Problem ist: eigentlich sollte LWOP auch als die ultimative Höchststrafe sein, wenn sie die Todesstrafe ersetzt. Aber sie wird fast inflationär vergeben. Sie hat seit den 1980ern extrem zugenommen, und weitaus mehr, als die Todesstrafe zurückgegangen ist. Das ist auch ein Kolleteralschaden der Todesstrafen-Abolitionisten. (Und ich bin völlig gegen die Todesstrafe. Wie auch gegen LWOP.)
Zitat von LothricLothric schrieb:Angehörige sollten da in allen Fällen beim Urteil nicht mitbestimmen können.
Schon beim Urteil nach einem Prozess dürfen die Angehörigen ihr Statement abgeben. Aber noch schlimmer finde ich, dass sie auch nach 30 Jahren noch, wenn es um (seltene) Begnadigungsfragen eines Lifers geht, diese je nach Bundesstaat faktisch per Veto verhindern können. Das ist aus meiner Sicht nicht rechtsstaatlich.
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Auge um Auge, Zahn um Zahn? Wie im Mittelalter?
Genau! Das ist die Philosophie des US-Justizsystems. Es ist voll auf Vergeltung und Rache ausgelegt. Selbst wenn der Täter / die Täterin bei der Tat erst 14 war. Wie im Mittelalter.


1x zitiertmelden

Todesstrafe

16.07.2026 um 20:05
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Ich wüsste da keinen Bundesstaat ( wo die TS noch angewendet wird), wo Opferangehörige irgendeine Mitsprache beim
Urteil hätten. Das Urteil wird im allgemeinen von einem Richter bzw. einer Jury gefällt ( guilty oder Not guilty). In keiner Jury dürfen Opferangehörige sitzen. Und ein Richter geht auch nicht vorher zu den Opferangehörigen und befragt sie, bezüglich ihrer Wünsche.
Die Strafen als solche, sind im Gesetz vorgegeben. Es obliegt dem Staatsanwalt, was gefordert wird. Es ist ja auch möglich von vornherein, auf die Verhängung der TS zu verzichten. Das kann die Staatsanwaltschaft verkünden. Das passiert recht häufig, dass bereits vor Prozessbeginn auf die maximal Strafe verzichtet wird. So was wird oftmals in den Hearings vorher zwischen Verteidigung und Anklage ausgehandelt. Es gibt ein paar wenige Bundesstaaten, wo Opferangehörigen, ein paar mehr Rechte zugestanden werden. Zb Informationen zu den einzelnen prozessualen Schritten oder Zugang zu Beweisen. Aber vielmehr ist da nicht. Das Urteil aber legen andere fest bzw ist das Strafmaß bereits im Gesetz vorgegeben mit Spielraum von bis.
Das stimmt so aber nicht. Es gibt Unterschiede in den einzelnen Bundesstaaten. Aber generell spielt die Meinung der Opferangehörigen immer eine Rolle. Und es gibt auch sehr einflussreiche Opferorganisationen, die Begnadigungen etc. strikt ablehlen. Und ein Board oder ein Gouverneur überlegt sich zweimal eine Todesstrafe in ein LWOP umzuwandeln oder einen Lifer zu begnadigen, wenn die Opfer dagagen sind. Diesen muss ja auch explizit die Möglichkeit einer Stellungsnahme eingeräumt werden. (Weiss nicht, ob das in manchen Bundesstaaten nicht der Fall ist; würde mich aber wundern.) Und diese Entscheider, Gouverneur, die Leute im Board, vorher schon die Richter, sind alle gewählt. Und wer 'soft on crimes' ist, droht, nicht mehr gewählt zu werden. Mit 'tough on crimes' kann man sich mehr stimmen sichern. Das ganze ist vollkommen politisiert.


melden

Todesstrafe

16.07.2026 um 20:32
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Oft wird sogar 'bevorzugt', zum Tode verurteilt zu werden, weil dann der Fall noch ausführlich geprüft wird.
... mit dem Ergebnis, trotzdem unschuldig hingerichtet zu werden. Diese Fälle gab es genug, wo ihm Nachhinein die Unschuld festgestellt wurde. Und dann? Ausgraben und wie ne Schaufensterpuppe in die Bude stellen?

Und das Schlimme daran ist, dass Richter, Staatsanwalt keine Konsequenzen befürchten müssen. Der eine fordert trotzdem bei seinem nächsten Prozess natürlich wieder die TS und der andere verhängt sie.

Das ist so krank.


melden

Todesstrafe

16.07.2026 um 20:39
@redsherlock
Mein Post war allerdings auf die Aussage eines Users bezogen, der hier sagte, Opferangehörigen sollten keinen Einfluss auf ein Urteil haben. Darauf habe ich mich bezogen.
Das was Du schreibst, bezieht sich ja auf etwas, was lange nach einem Urteil passieren kann. Zb Parole Board Anhörungen. Natürlich reichen bei Parole Hearings, auch Opferangehörige oftmals ihre Standpunkte ein. Ebenso wie das Staatsanwälte tun können, oder Angehörige des Täters oder Berichte von Sozialarbeitern der Gefängnisse usw.
Aber wie gesagt, das alles liegt doch zeitlich meist in sehr weiter Ferne vom ursprünglichen Urteil. Zudem hat ein Parole hearing wohl eher nichts mit einem Todeskandidaten zu tun. Ein Strafmaß mit der Möglichkeit auf Parole, ist ja für Death row Insassen nicht vorgesehen.
Aber es gibt einen Punkt zum Thema Opferangehörige, den zb ich persönlich als irgendwie sehr befremdlich empfinde. Und zwar, dass es den Opferangehörigen zb erlaubt ist, einer Hinrichtung beizuwohnen.
Und nicht wenige nehmen das Recht in Anspruch. Das ist von hier aus, schwer nachzuvollziehen, dass es Täter Angehörigen als auch Opferangehörigen gestattet ist, da ggf zuzusehen.
Warum das so ist? Keine Ahnung. Damit man Zeugen hat?
Das scheint mir immer wieder sehr seltsam. Manchmal setzen sich sogar Strafverteidiger mit da hin, um ihrem Klienten bis zum Schluss beizustehen.

Ich verfolge schon lange einen Fall, wo der Täter ( James Duckett ) nun auch am 28.7 hingerichtet werden soll. Der sitzt auch schon lange im Florida State prison. Im März wurde der Termin nochmal gecancelt aber nun hat Gouverneur De Santis unterschrieben. Der Duckett hat als ehemaliger Polizist ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt ( im Dienst) und sie hinterher umgebracht.
Er hat auch noch andere Sachen gemacht mit jungen Frauen, die dazu ausgesagt haben, alles im Dienst mit seinem Auto.


2x zitiertmelden

Todesstrafe

16.07.2026 um 20:48
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Aber es gibt einen Punkt zum Thema Opferangehörige, den zb ich persönlich als irgendwie sehr befremdlich empfinde. Und zwar, dass es den Opferangehörigen zb erlaubt ist, einer Hinrichtung beizuwohnen.
Und nicht wenige nehmen das Recht in Anspruch. Das ist von hier aus, schwer nachzuvollziehen, dass es Täter Angehörigen als auch Opferangehörigen gestattet ist, da ggf zuzusehen.
Warum das so ist?
Ein Trump in Frankreich oder in Deutschland ist genauso unvorstellbar wie ne Merkel oder ein Macron als US-Präsi.

Es gibt Dinge, die versteht man untereinander jen- und diesseits des Teiches nicht, trotz der gemeinsamen Kultur, Lebensweise und Sicht der Dinge auf die Welt.


melden

Todesstrafe

17.07.2026 um 01:37
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Das was Du schreibst, bezieht sich ja auf etwas, was lange nach einem Urteil passieren kann. Zb Parole Board Anhörungen. Natürlich reichen bei Parole Hearings, auch Opferangehörige oftmals ihre Standpunkte ein. Ebenso wie das Staatsanwälte tun können, oder Angehörige des Täters oder Berichte von Sozialarbeitern der Gefängnisse usw.
Ich finde es befremdlich, dass Opferangehörige vor der Verurteilung bzw. vor Bestimmung des Strafmaßes noch Einfluss auf die Entscheidung der Juroren (bzw. auch dem Richter) nehmen können. Zu der Zeit sind sie noch (verständlicherweise) völlig traumatisiert, und werden die stärksten Bestrafungen fordern. Aber auch noch 30 Jahre später dürfen sie mitendscheiden, ob ein rehabilitierter Täter begnadigt wird oder nicht. Ich finde beides schlimm. Ich versthe vollkommen das Leid der Opfer. Und ich will denen das auch nach 30 Jahren nicht aberkennen. Aber dieses Leid darf (aus meiner Sicht) nicht bei juristischen Entscheidungen einen Einfluss haben. Sonst sind wir bei Selbstjustiz. In den USA aber ist das aber eher der Standard. --- eine berzeugung nach würde man es den Opferangehörigen entlasten, wenn sie keinen Einfluss auf Entscheidungen zum Urteil oder einer Begnadigung haben, weil ersten das immer wieder zu Retraumatisierungen führt, und zweitens sie zu einer Entscheidung nötigen, die im schlimmsten Fall als Verrat ihres getöteten Angehörigen empfunden wird. Was ist da der Sinn hinter dem Ganzen?
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Aber wie gesagt, das alles liegt doch zeitlich meist in sehr weiter Ferne vom ursprünglichen Urteil. Zudem hat ein Parole hearing wohl eher nichts mit einem Todeskandidaten zu tun. Ein Strafmaß mit der Möglichkeit auf Parole, ist ja für Death row Insassen nicht vorgesehen.
Auch bei einem LWOP gibt es ja per definitionem keine Parole. Aber es gibt das Konzept der Commutation. Die allerdings extrem selten gewährt wird. Aber ähnliches gibt es bei der Todesstrafe. Und die Opferangehörigen mögen gesetzlich keinen Einfluss haben, aber politisch haben sie ihn allemal. Dass Todesstrafen später in LWOP umgewandelt werden, ist ja nicht ganz selten.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Aber es gibt einen Punkt zum Thema Opferangehörige, den zb ich persönlich als irgendwie sehr befremdlich empfinde. Und zwar, dass es den Opferangehörigen zb erlaubt ist, einer Hinrichtung beizuwohnen.
In der Logik der 'Wiedergutmachung' oder der 'Vergeltung' ist das aber der konsequente Höhepunkt. Per Theorie soll dies der Opferfamilie den letzten Frieden geben. Was natürlich Quatsch ist. Aber viele Opferfamilien sind dabon überzeugt. Zwei Beispiele qua irgendeiner Doku: 1. Karla Faye Tucker, die auch aus religiösen Gründen recht gelassen in ihre Hinrichtung ging und anscheinend friedlich eingeschlafen ist unter ihrer Giftspritze. Die Opferangehörigen äußerten ihre Enttäuschung ob dieser geringen Qual. 2. Die Hinrichtung von Joseph Wood mit der Giftspritze dauerte 2, wohl qualvolle, Stunden. Man nennt das eine 'botched execution', eine versaute Hinrichtung in freier Übersetzung. Die Opferangehörigen äußerten sich (sinngemäß) in der Pressekonferenz, dass er das verdient habe, und dass sich diejenigen, die das als grausam empfinden, zum Teufel scheren sollten. --- Tja, aus europäischer Sicht steht einem nur der Mund offen aus absolutem Unverständnis. Im juristischen Denken der USA ist dies aber nur logisch und konsequent. Und deswegen aus europäischer Sicht nur umso schlimmer.


melden

Todesstrafe

17.07.2026 um 15:09
@redsherlock
Ehrlich gesagt, kann ich Dir hier nicht mehr folgen. Welche Opferangehörigen nehmen denn bitte Einfluss auf Juroren vor oder während eines Prozesses? Hättest Du da mal ein Beispiel zur Hand? Juroren werden im allgemeinen sorgsam ausgewählt und zwar in einem Gerichtsaal, in Anwesenheit von Verteidigung und Ankläger, vor einem Richter. Opferangehörige haben dabei gar keine Mitsprache.
Erst nach einem Prozess bzw. dem Sentencing, entlässt der Richter die Juroren und es steht ihnen dann frei zu reden, mit wem immer sie möchten. Während eines Prozesses, werden Juroren oftmals vom Richter abgeschirmt, damit verhindert wird, dass irgendwer auf sie Einfluss nimmt.
Wenn so etwas tatsächlich mal vorkommt, spätestens das wäre ein Grund für einen verurteilten Straftäter, sein Urteil anzufechten.
Und ja die Todesstrafe kann abgewandelt werden. Hat zb Herr Biden gemacht bei etlichen Todeskandidaten, bevor Herr Biden aus dem Amt geschieden ist.
Jeder Gouverneur könnte das ggf. auch machen. So ist es zb auch passiert bei Scott Peterson. Allerdings nicht, weil seine Schuld in Zweifel stand, sondern weil ein weibliches Jurymitglied damals bei der Juryauswahl gelogen hat.

Zu den diversen Hinrichtungen, weiche Du hier aufzählst. Zb Frau Faye Tucker… ich muss gestehen, man ist wirklich regelrecht ambivalent mit seinen Gefühlen, wenn man ihre Story mal unaufgeregt mitverfolgt hat.

Nur eben gebe ich zu Bedenken, wir betrachten die Dibge, auf der Basis unserer Zivilisierung hier. Die Bevölkerung dort ( nicht nur die Opferangehörigen) betrachtet das Thema auf der Basis ihrer Geschichte und ihrer Gesetze und Zivilisierung. Und inzwischen, kann man ja sogar beobachten, wie sich das langsam verändert, die Sicht, auf diese Art der Bestrafung. Nicht in allen Bundesstaaten leider.
Allerdings legt man zb in Florida noch einen Zahn zu bzgl der Hinrichtungen.
Das alles hat doch am Ende was mit Politik zu tun. Der Wähler bestimmt im Grunde die Richtung.

Da ich nie Opferangehörige war, kann ich nicht sagen, wie es so um Rachegefühle oder Genugtuung oder Abschluss bestellt ist. Ich kann nicht darüber urteilen, was Opferangehörige zu fühlen haben, Du sicher auch nicht.
Niemand kann sagen, wie er agieren würde, wenn man selbst niemals betroffen war.
Was Du zum Abschluss ( nach Hinrichtung?) sagst, ja es gibt da verschiedene Reaktionen. Zumindest einige Opferangehörige geben ja hinterher Statements ab. Ich glaube sowieso nicht an Abschluss, bei wirklich schweren Verlust eines Angehörigen. Es wird evtl einmal leichter und man wird versöhnlicher, aber Abschluss? Was soll das sein? Einem Menschen beim Sterben zuzusehen, ist uG kein Abschluss.


1x zitiertmelden

Todesstrafe

17.07.2026 um 15:52
Ich bin nachwievor ein starker Befürworter für die Todesstrafe.


1x zitiertmelden

Todesstrafe

17.07.2026 um 15:56
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ich bin nachwievor ein starker Befürworter für die Todesstrafe.
Ich eher nicht, aber durchaus zwiegespalten. Gerade wenn es zB um grausamen Kindermord geht. Ich weiß, man sollte da im Grunde nicht unterscheiden, unterschwellig denke ich aber schon manchmal: Weg mit diesem Menschen.

Sind wir aber bessere Menschen, wenn wir einem Mörder das Leben nehmen? Ich weiß es nicht


2x zitiertmelden

Todesstrafe

17.07.2026 um 16:04
Zitat von PuraPura schrieb:Sind wir aber bessere Menschen, wenn wir einem Mörder das Leben nehmen? Ich weiß es nicht
Ich würde die Frage mit Ja beantworten.
Nur so haben wir die Möglichkeit, zu verhindern, dass der Täter jemals wieder einen anderen starkes Leid zufügen kann.

Erhält er nur Lebenslänglich, kann er andere Häftlinge töten oder vergewaltigen.
Ggf. auch Wachen.

Im DeathRow ist ein Todeskandidat isoliert und die Gefahr, dass jemand Schaden nimmt ist sehr sehr gering.

Für mich ist unerträglich, dass Kindermörder die einem Kind schreckliges angetan haben, teilweise 80 Jahre alt werden dürfen.
Ja im Knast, aber der Mensch gewöhnt sich an alles und auch ein Leben im Knast kann ein Leben sein.

Und das noch auf Kosten der Steuerzahler ..

Wenn es nach mir geht, wäre ich auch dafür die Todesstrafe bei schwerwiegenden sexuellen Missbrauch von Kindern in betrachtzuziehen.


3x zitiertmelden

Todesstrafe

17.07.2026 um 16:25
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Nur so haben wir die Möglichkeit, zu verhindern, dass der Täter jemals wieder einen anderen starkes Leid zufügen kann.
Hmm. Und wenn nach der Vollstreckung ein Fehlurteil festgestellt wird, gab es schon, dann wird wer hingerichtet?
Der Richter der einen Unschuldigen zum Tode verurteilt hat? Der Staatsanwalt der den Unschuldigen angeklagt hat? Die Ermittelnden Polizisten?
Oder fällt das unter akzeptablen Kollateralschaden?


melden

Todesstrafe

17.07.2026 um 16:39
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Erhält er nur Lebenslänglich, kann er andere Häftlinge töten oder vergewaltigen.
Ggf. auch Wachen.
Jo. Deswegen gibt es in Bundesstaaten ohne TS permanent Mord und Totschlag durch lebenslänglich inhaftierte Mörder... Leude, Leude, Leude...

Ich würde manchen hier empfehlen mal Dokus über DR-Inmates zu gucken. Da gibt es durchaus bockstarke. Die beste ist die von ARD/ZDF/3sat(?) Da interviewt einer DR-Inmates in ihren Zellen. Völlig unvoreingenommen, aber stellt auch direkte Fragen, ohne herablassend zu sein.


1x zitiertmelden

Todesstrafe

17.07.2026 um 16:43
Zitat von PuraPura schrieb:Sind wir aber bessere Menschen, wenn wir einem Mörder das Leben nehmen? Ich weiß es nicht
Der Tod eines Menschen ist ja nie das Problem für diesen verstorbenen Menschen, aber immer ein Problem der Hinterbliebenen.
Wenn ein Mörder, zurecht, hingerichtet wird müssen nur die Hinterblieben des Mörders damit umgehen die, wenn das Todesurteil denn zurecht vollstreckt wurde, wissen das der Angehörige die Schuld für den vorsätzlichen Tod eines anderen Menschen trägt.

Todesurteile für vorsätzlichen Mord sind meiner Meinung nach vertretbar.


melden

Todesstrafe

17.07.2026 um 16:44
@Cachalot
Ich finde das Argument bzgl. Fehlurteile kann nicht dazuführen, komplett auf Todesstrafen zu verzichten.
Die USA hat die Regeln und Abläufe geschärft, deswegen werden Todeskandidaten meistens auch erst nach vielen Jahrzehnten hingerichtet.

Die Dunkelziffer der Leute die zu unrecht im Gefängnis sitzen (Abseits der Todesstrafe) ist sicher auch sehr hoch. Wollen wir deshalb die Haftstrafen abschaffen?

Du wirst nie zu 100% verhindern können, dass es Fehlurteile gibt.
Prozentual ist der Anteil der zu unrecht hingerichteten Häftlinge sicher sehr sehr gering.
Ist das Fair? Nein.

Ist es fair wenn ein Mensch der nie geraucht hat, durch passives Rauchen Lungenkrebs bekommt und verstirbt? Ich denke nicht.
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Jo. Deswegen gibt es in Bundesstaaten ohne TS permanent Mord und Totschlag durch lebenslänglich inhaftierte Mörder... Leude, Leude, Leude...
Wer redet von permanent? Ein einziger Mord ist schon zuviel und das nicht pro Lebenslänglichen sondern Insgesamt.
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Ich würde manchen hier empfehlen mal Dokus über DR-Inmates zu gucken.
Ich hab solche Dokus schon gesehen..
Natürlich sind die Menschen lammfromm und versuchen sich möglichst positiv darzustellen wenn sie teilweise Jahrzehnte schon einsaßen und wissen, dass es bald soweit ist.
Beeindrucken tut es mich nicht denn das macht ihre Taten nicht ungeschehen.


4x zitiertmelden

Todesstrafe

17.07.2026 um 16:56
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ich finde das Argument bzgl. Fehlurteile kann nicht dazuführen, komplett auf Todesstrafen zu verzichten.
aha, wenn man jemanden tötet, dann kann man nix mehr korrigieren. Das sollte eigentlich jedem zu denken geben.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Die Dunkelziffer der Leute die zu unrecht im Gefängnis sitzen (Abseits der Todesstrafe) ist sicher auch sehr hoch. Wollen wir deshalb die Haftstrafen abschaffen?
nein, wollen "wir" nicht. Da kann man Fehlurteile wenigstens korrigieren.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Prozentual ist der Anteil der zu unrecht hingerichteten Häftlinge sicher sehr sehr gering.
ähm, tot sind sie trotzdem. Legal getötet, welch Armutszeugnis für jedes Land.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Beeindrucken tut es mich nicht denn das macht ihre Taten nicht ungeschehen.
darum geht es auch nicht.
Es ist eine Verletzung der Menschenrechte, ggf. sogar Folter.

Zudem diskriminierend, kann zu Missbrauch führen usw.


1x zitiertmelden