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Todesstrafe

23.257 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

gestern um 16:54
@redsherlock
So geht ordentlicher Austausch von Gedanken zum Thema. Man muss sich nicht gegenseitig herabwürdigen, weil einem die Meinung des gegenüber nicht passt. Deshalb zb empfinde ich jeden Austausch mit Dir, als wirklich wertvoll. Zb Deine Ansichten zum LWOP. Ich habe ja selbst schon Prozesse von a bis z mitverfolgt, wo es um Todesstrafe, oder LWOP ging. Oder Fälle wo der Richter nur life without Parole oder eben 25 to life oÄ zur Auswahl hatte. Ich höre dann immer ganz genau hin, wie zb der Richter das Strafmaß begründet. Manche Richter ( innen) machen das überragend gut. So dass es sogar Laien gut nachvollziehen können. Es werden oftmals Gründe aufgeführt die pro LWOP oder eben dagegen sprechen.
Ich bin oft selbst als nur Zuschauer hin und her gerissen. Weil es doch so ist, bei einem Strafmaß mit Parole , bedeutet es ja nicht, dass der Verurteilte bei der ersten/ zweiten / dritten Parole Anhörung rauskommt. Es bietet lediglich die Aussicht für den Täter, mal irgendwann noch Glück zu haben und evtl irgendwann mal würdevoll
auf freien Fuße eines natürlichen Todes sterben zu können. Die Garantie darauf hat der Verurteilte mit dem Strafmaß allerdings auch nicht. Es geht wohl darum, einem Menschen überhaupt noch eine kleine Hoffnung in Aussicht zu stellen, oder wie siehst Du das.
Wogegen das knallharte, life ohne Parole, wenig oder gar nichts an Hoffnung bietet. Außer dem ersten Appeal oder anderen ( oft aussichtslosen) legalen Möglichkeiten, das Urteil umzuändern, abzumildern.

Was ich mich bei dieser Thematik aber Frage, wenn Du zb sagst, LWOP sollte es nicht geben? Ist es das?
Wie bitte soll denn dann zukünftig der Straftat angemessen bestraft werden. Wenn zb ( nur so ein Gedanke) zwei völlig unterschiedliche Straftaten ( was die Schwere der Taten betrifft) jeder Verurteilte etwa Parole dazu bekommt. Also zb ( sorry f meine laienhaften Beispiele), ein Mörder bekommt 25 to life und der Serienkiller o Massenmörder ( gilgo Beach oder Kohberger) bekommt das gleiche. Wo wäre dann noch eine Nuance sichtbar bzgl Bewertung der Schwere der Tat?
Ich hoffe Du kannst meinem Geschwätz folgen?


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Todesstrafe

gestern um 16:57
@Kangaroo
Ich versteh dein vermeintliches Argument einfach nicht..
Ich habe den Umstand, dass bereits Unschuldige die Todesstrafe erhielten und diese bei ihnen auch durchgesetzt wurde, nicht als Hauptargument genommen, warum ich strikt gegen Todesstrafe bin, sondern lediglich als Ergänzung.
Unschuldig Inhaftierte gibt's auch ohne Todesstrafe schon. Nur werden die in Ländern ohne Todesstrafe, halt nicht staatlich legitimiert getötet, verstehst du?

Kein Staat der Welt sollte jemals das Recht besitzen, über das Leben seiner Bürger zu entscheiden und das völlig unabhängig von der Tat.. Wer das Töten verbietet, darf nicht selbst töten, ganz einfach..

Das hab ich schon vor 10 Jahren hier geschrieben und das wird sich auch in den nàchsten 10 Jahren nicht ändern. :)


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gestern um 17:03
@redsherlock
Nur um es richtig zu verstehen: (also ernste frage, ich will dich nicht vorführen oder so)

Du siehst LWOP als inhumane Bestrafung, weil Parole von vornherein ausgeschlossen ist.
Nicht wegen den Haftbedingungen als solche. Hab ich das richtig verstanden?
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Zudem können auch bei Parole Opferangehörige praktisch ein Veto einlegen. Das finde ich für falsch.
Dem stimme ich zu. Solch ein Veto sollte es nicht geben.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Es gibt auch Urteil wie '30 to Life'. Wobei die Tahl 30 auch 20, 25 oder 35 sein kann.
Stimmt, man muss allerdings auch sagen je nach Alter des Täters kann auch 20 Jahre schon bedeuten, dass der Häftling seine Freiheit nie erleben wird.
Ist das dann auch eine Art der Todesstrafe?

Also wie gesagt bitte nicht falsch verstehen, ich finde den Austausch im letzten Beitrag sehr aufschlussreich und positiv.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Allerdings weiss ich auch nicht genau, worauf du jetzt genau hinauswillst. Sollen die dann lieber gleich hingerichtet werden? Erkläre es mir, was du genau meinst.
Nein, natürlich sollen die Leute nicht "lieber gleich hingerichtet werden".

Ich verstehe nur nicht, und das ist aus meiner Sicht sehr paradox, warum die Todesstrafe abzulehnen ist mit der Argumentation "Unschuldige werden hingerichtet", man aber Haftstrafen nicht genauso konsequent ablehnt mit der Tatsache, dass auch genug unschuldige Menschen hinter Gittern versterben? Und angeblich soll das humaner oder zivilisierter sein, weil ja die Möglichkeit bestanden hätte, dass diese Leute doch noch freigesprochen werden?

Wenn man Unschuldige vor dem Tot bewahren will, sollte es keine Rolle spielen, ob er hingerichtet wurde oder eines natürlichen Tode hinter Gitter verstorben ist denn das Ergebnis bleibt das selbe. Der Mensch ist tot.
Dann muss man so konsequent sein und Haftstrafen ebenfalls ablehnen weil eben auch Unschuldige eingebuchtet werden dessen Unschuld nie bewiesen wird.

Da sagen die TS Gegner aber "Ne auf Haft kann man nicht verzichten, die muss sein weil es gibt ja Straftäter die schuldig sind und da rein gehören".
Wenn ich als TS Befürworter aber sage man kann auf die TS nicht verzichten weil es gibt schuldige Straftäter die zurecht hingerichtet werden dann ist das ein Fauxpax.

Ich empfinde das als Heuchlerisch dass manche (nicht du) TS Gegner sich hinstellen und sagen "Niemand soll hingerichtet werden. Jemand 30 Jahre ins Gefängnis zu sperren unter Bedingungen welche als Folter gelten ist aber ok weil es könnte ja sein, dass seine Unschuld bewiesen wird".


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Todesstrafe

gestern um 17:22
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Was ich mich bei dieser Thematik aber Frage, wenn Du zb sagst, LWOP sollte es nicht geben? Ist es das?
Wie bitte soll denn dann zukünftig der Straftat angemessen bestraft werden. Wenn zb ( nur so ein Gedanke) zwei völlig unterschiedliche Straftaten ( was die Schwere der Taten betrifft) jeder Verurteilte etwa Parole dazu bekommt. Also zb ( sorry f meine laienhaften Beispiele), ein Mörder bekommt 25 to life und der Serienkiller o Massenmörder ( gilgo Beach oder Kohberger) bekommt das gleiche. Wo wäre dann noch eine Nuance sichtbar bzgl Bewertung der Schwere der Tat?
Klar, das wäre ein weiteres Problem. Es ist ja in den USA sowieso ein Gesetzesdschungel. In jedem Staat gibt es andere Gesetze, und auch die Bedingungen in Gefängnissen können in manchen Bundesstaaten um ein ein Vielfaches härter sein als in anderen (siehe etwa TX, FL, generell eher in den Südstaaten oder dem 'Biblebelt'). In PA zum Beispiel ist die LWOP-Praxis mit die Härteste. Dort gibt es sowohl für 1st wie für 2nd degree Murder *mandatory* LWOP. Der Richter hat gar keine Wahl! 2nd degree, auch Felony Murder genannt, bedeudet, dass zum Beispiel eine Frau, die ihren Boyfriend oder Ehemann zu einem Einbruch gefahren hat, er ungeplant dabei jemanden erschossen hat, sie davon gar nichts wusste, dasselbe Urteil bekommt wie er, nämlich LWOP. Der Richter hat keine andere Wahl. Das war bis vor gut 12 (oder so) Jahren sogar für 14-Jährige möglich, bis der Supreme Court der USA das für verfassungswidrig erklärte. (Im begründeten Einzelfall darf der Richter immer noch LWOP vergeben, sonst ist es nun sowas wie '25 to Life' oder so.) Es hat aber noch viele Jahre in PA gedauert, bis dies Gesetz auch rückwirkend auf schon Verurteilte angewandt werden konnte. Nicht wenige sind damit erst nach 40 oder mehr Jahren herausgekommen. Inzwischen hat der SCOPA auch das *mandatory* LWOP für 2nd degree murder für verfassungswidrig erklärt (die individuelle Schuld muss berücksichtigt werden) und den Gesetzgebern 120 Tage gegeben, dafür ein Gesetz zu machen, das auch die 'Altfälle' berücksichtigt. Diese Frist ist nun letzten Sonntag abgelaufen, ohne dass sich der republikanisch dominierte Senat und das demokratisch dominiert House geeinigt haben. Der Entwurf ist mit '35 to Life' immer noch ein Ausdruck von 'tough on crime', und ist für die Fluchtwagenfahrerin immer noch viel zu hoch. Jedenfalls könnten in PA jetzt über 1100 Verurteilte klagen, in ihren eigenen Countys. Die 500, die allein aus dem progressiven Philadelphia kommen, haben da viel bessere Karten als welche aus irgendwelchen hinterwäldlerischen Countys.

Aber im darauf zurückzukommen: ich bin auch der Meinung, die individuelle Schuld muss beim Urteil berücksichtigt werden. Es gibt ja sogar solche Schoten, das der Schütze per Plea Deal mit wenigen Jahren davon kommt und die Fluchtwagenfahrerin LWOP bekommt. Deswegen halte ich auch dieses System der Plea Deals (die ja in 95% (oder so) zum Tragen kommen) für irrsinnig. Wer einen Plea Deal, bei dem er z. B. mit 10 Jahren davon kommt, ablehnt, der wird bestraft, dass er den Prozess gewählt hat und landet nicht selten bei LWOP. Wo ist da die Verhältnismäßigkeit?

Aber noch mal. Ein Urteil '30 to Life' kann für zwei verschiedene Täter erst einmal gleich aussehen, aber in den Fällen kann (und soll) das Board of Parole ja individuell entscheiden, die Schwere der Tat/Schuld berücksichtigend wie auch die Prognose. Beim Maß 'X to Life' sollten Richtlinien gelten, was 'X' in welchen Fällen bedeutet. Ähnliche Richtlinien müssen natürlich für das Board of Parole gelten. Und auch hier müssen (meiner Überzeugung nach) die Opfer rausgehalten werden, weil das ist ja eine Variable, die mit Schuld und Prognose gar nichts zu tun haben müssen. Bei einem Massenkiller würde ich 'X' natürlich hoch ansetzen, bzw. regelt das Gesetzt durch (consecutive) Merhfachstrafen ja fast von selbst. Und in begründeten (!) Einzelfällen wäre ich auch nicht gegen ein LWOP.


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gestern um 17:23
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Dir ist offensichtlich nicht bewusst, dass die Todesstrafe in Deutschland nicht eingeführt werden kann.
Oh doch, das ist mir durchaus bewusst. Es sollte heißen" nicht WIEDER eingeführt werden kann"! Ich frage mich allerdings, was dann dieser Thread eigentlich soll? Dir empfehle ich, auszuwandern, in ein Land, wo die Strafen dir mehr gefallen!


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Todesstrafe

gestern um 17:46
@redsherlock
Ich kann Dir gut folgen. Mich irritieren manche Feinheiten in den diversen Bundesstaaten auch immer wieder.
Ich habe manchmal das Gefühl, es ist wie eine Lotterie. Wenn jemand ein wirklich schweres Verbrechen verübt, dann ist es ausschlaggebend, in welchem Bundesstaat er angeklagt wird. Das ist der Nachteil oder ggf. Vorteil , wenn man Bundesstaaten hat, die jeder für sich anderen, diversen Gesetzgebungen folgen.
Und am Ende könnte man sagen, wenn ich zb als Angeklagter auf Self Defense verweise, dann stehst Du vor einem Gericht, wo es kein stand your ground gibt, dann hast Du den Salat, wenn der Einbrecher beim Einbruch durchs Kinderzimmerfenster von Dir erschossen wurde.
Und ich es richtig interpretiere, was Du so richtig geschrieben hast, es kommt am Ende immer auch auf Politik an. Den Wähler und im Anschluss auf die Ausrichtung in der Politik. New York oder Californien wären ein gutes Beispiel. Also alles eine Frage, wo werde ich angeklagt.


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Todesstrafe

gestern um 17:56
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Du siehst LWOP als inhumane Bestrafung, weil Parole von vornherein ausgeschlossen ist.
Nicht wegen den Haftbedingungen als solche. Hab ich das richtig verstanden?
Die Haftbedingungen sind, je nach Bundesstaat, sehr unterschiedlich schlimm. Wie gesagt, in FL und TX und einigen anderen Staaten würde ich es tatsächlich als Folter sehen. Aber unabhängig davon. Ich finde, man kann einem jungen Menschen (und ein Großteil davon war sehr jung) von Beginn an sagen, 'du wirst dich nie bessern, hoffnungsloser Fall' oder 'du kannst dich jetzt besser so viel du willst, raus kommst du nur noch im Leichensack'. Das allein ist schon unmenschlich genug und ist für mich psychische Folter. Ich denke, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (?) und das Bundesverfassungsgericht sehen das genau so. Und auch in den meisten (alle?) amerikansichen Ländern gibt es sowas wie LWOP nicht, oder unter nur seltenen Umständen. Ich kenne Fälle, in denen sich Insassen im Gefängnis extrem gebessert haben, und (soweit es der Bundesstaat zulässt) nicht ur Studienabschlüsse machen sondern auch staatlich ausgebildete Therapeuten/Mentoren werden und dem Gefängnis extrem nützliche (und billige) Aufgaben abnehmen. Zudem, solche Täter sind keine 'Verbrecherpersönlichkeiten', keine Serientäter, haben oftmals sogar nicht einmal jemanden getötet. Und aus kriminellem Verhalten wachsen diese Personen auch raus. Dass sie ein Täter, oder so eine Täterin, mit dieser positiven Entwicklung im Gefängnis, nach 25 oder 30 Jahren mit 45 oder 50 oder älter rückfällig wird, es extrem gering, nahe bei Null. Jeder beliebige Mensch auf der Straße ist (statistisch gesehen) gefährlicher.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Stimmt, man muss allerdings auch sagen je nach Alter des Täters kann auch 20 Jahre schon bedeuten, dass der Häftling seine Freiheit nie erleben wird.
Ist das dann auch eine Art der Todesstrafe?
LWOP sehe ich als Todesstrafe. Viele sprechen von 'Death by Incarceration'. Es gibt auch 'virtual life', also etwa 50 Jahre oder 100 Jahre Haft. Die könnte man im Prinzip damit gleichsetzen. Bei 20 Jahren und einer entsprechenden alten Person sehe ich das aber anders. Weil diese Haftdauer ja weiterhin angemessen sein kann und der Tod nicht das 'Ziel' der Strafe ist.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Wenn man Unschuldige vor dem Tot bewahren will, sollte es keine Rolle spielen, ob er hingerichtet wurde oder eines natürlichen Tode hinter Gitter verstorben ist denn das Ergebnis bleibt das selbe. Der Mensch ist tot.
Dann muss man so konsequent sein und Haftstrafen ebenfalls ablehnen weil eben auch Unschuldige eingebuchtet werden dessen Unschuld nie bewiesen wird.

Da sagen die TS Gegner aber "Ne auf Haft kann man nicht verzichten, die muss sein weil es gibt ja Straftäter die schuldig sind und da rein gehören".
Wenn ich als TS Befürworter aber sage man kann auf die TS nicht verzichten weil es gibt schuldige Straftäter die zurecht hingerichtet werden dann ist das ein Fauxpax.

Ich empfinde das als Heuchlerisch dass manche (nicht du) TS Gegner sich hinstellen und sagen "Niemand soll hingerichtet werden. Jemand 30 Jahre ins Gefängnis zu sperren unter Bedingungen welche als Folter gelten ist aber ok weil es könnte ja sein, dass seine Unschuld bewiesen wird".
Ich bin nicht gegen TS allein wegen des Risikos, unschuldige hinzurichten. Das ist natürlich der worst case. Ich bin grundsätzlich, aus ethisch-humanistischen Gründen gegen TS. Und ebenso gegen LWOP, wie oben schon geschildert. Leider hat LWOP überhand genommen, gilt als gesellschaftlich akzeptiert. Und hat wie gesagt, den zusätzlichen Nachteil, dass hier keine generellen Prüfmechanismen wie bei der TS gelten. Natürlich bin ich genau wie bei der TS voll dagegen, dass unschuldig 50 Jahre oder so bis zum Tod im Knast sitzen. Aber diese Unschuldsfragen sind nochmal eine weitere Dimension des Problems. Die die Sache *noch* schlimmer macht.

Und nein, auf Bestrafung (und Haft) möchte ich generell nicht verzichten. Es muss nur 'angemessen' und proportional sein. Und bei langen Haftstrafen müssen die Überprüfungsverfahren ähnlich hoch sein wie bei TS. Auch wenn damit es immer noch zu Fehlurteilen kommen wird. Solange die mit aller Kraft versucht werden zu verhindern (was leider offenbar nicht immer der Fall ist), dann ist das halt (leider) so.


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Todesstrafe

gestern um 17:57
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Wäre es das?
Und das, obwohl die Rückfallrate bei pädophile Straftätern bei über 50% liegt laut diesem Artikel:
Gibt es einen Grund warum du hier ausgerechnet diese Art von Tätern rausgesucht hattest? Grade da du ja in deinen Beispielen immer eine andere Gruppe gewählt hast. Vielleicht weil diese deutlich unter den 50% liegt?
Übrigens in welcher Form rückfällig? Wirklich mit der selben Straftat?


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Todesstrafe

gestern um 20:23
Zitat von Ray.Ray. schrieb:Vielleicht weil diese deutlich unter den 50% liegt?
Übrigens in welcher Form rückfällig? Wirklich mit der selben Straftat?
Kannst du dann besser schlafen wenn ich eine Täterschicht mit niedriger Rückfallrate als Referenz nutze?
Zitat von Ray.Ray. schrieb:Übrigens in welcher Form rückfällig? Wirklich mit der selben Straftat?
Ne .. Der Experte im besagten Artikel meinte Rückfällig mit Kaugummi Diebstahl wenn er von der Rückfallquote Pädophiler spricht ..
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Ich kenne Fälle, in denen sich Insassen im Gefängnis extrem gebessert haben, und (soweit es der Bundesstaat zulässt) nicht ur Studienabschlüsse machen sondern auch staatlich ausgebildete Therapeuten/Mentoren werden und dem Gefängnis extrem nützliche (und billige) Aufgaben abnehmen.
Man weiß aber nie ob sie das machen weil sie sich wirklich gebessert haben und bereuen oder weil sie es nur tun damit die Leute denken, sie haben sich gebessert.
Sieh es mir nach aber ich glaube, wenn ein Mensch eine bestialische und grausame Tat vollzieht, dass dieses "Wesen" irgendwo tief innerlich schlummert, so gut der Mensch sich nach außen auch gibt.
Das klingt hart und ist vielleicht keine gute Charaktereigenschaft von mir, ich denke aber so.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Zudem, solche Täter sind keine 'Verbrecherpersönlichkeiten', keine Serientäter, haben oftmals sogar nicht einmal jemanden getötet. Und aus kriminellem Verhalten wachsen diese Personen auch raus. Dass sie ein Täter, oder so eine Täterin, mit dieser positiven Entwicklung im Gefängnis, nach 25 oder 30 Jahren mit 45 oder 50 oder älter rückfällig wird, es extrem gering, nahe bei Null. Jeder beliebige Mensch auf der Straße ist (statistisch gesehen) gefährlicher.
Ok aber was hälst du für angemessen?
Angenommen ein Mensch ist mit einer Oma in Streit geraten und er hat die Oma mit einem Baseballschläger fast totgeschlagen, es war hauchknapp .. Hinterher kommt raus er hat ne Psychose wegen Drogen gehabt.
Die Oma lebt, ist aber brei .. Anklage: Versuchter Totschlag.

LWOP lehnst du ab.
Was sollte ein solcher Täter erhalten? Was ist in Amerika für dich eine angemessene Bestrafung für diesen Fall?
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Bei 20 Jahren und einer entsprechenden alten Person sehe ich das aber anders. Weil diese Haftdauer ja weiterhin angemessen sein kann und der Tod nicht das 'Ziel' der Strafe ist.
Naja im Prinzip ja schon, die Haft endet ja trotzdem mit dem Tot des Häftling. Und findest du nicht, es ist das gleiche in Grün?
Wenn die Justiz einen 60 Jährigen wegen einer Tat zu 20 Jahre verurteilt dann ist die Wahrscheinlichkeit nicht niedrig, dass er diese Haftzeit nicht überleben wird.
Ist das nicht das gleiche wie LWOP nur weil eine geringe Möglichkeit besteht, dass der Häftling die 20 Jahre überlebt?
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Und nein, auf Bestrafung (und Haft) möchte ich generell nicht verzichten. Es muss nur 'angemessen' und proportional sein.
Ist es aber faktisch nicht.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Solange die mit aller Kraft versucht werden zu verhindern (was leider offenbar nicht immer der Fall ist), dann ist das halt (leider) so.
Aber bei Todesstrafen ist es trotzdem ein valid Argument dagegen zu argumentieren undd wenn man da sagt "dann ist das halt (leider) so" wird man extrem angefeindet.

Wir kommen da leider nicht zusammen, was aber auch völlig in Ordnung ist.
Ich respektiere deine Meinung aber ich kann sie für mich nicht teilen.

Aber Danke dass du dir die Zeit genommen hast, sachlich und ruhig zu Antworten


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Todesstrafe

gestern um 22:16
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Empfindest du es nicht für mindestens genauso schlimm jemanden bspw. 40 Jahre mit wahren Bestien unter menschenunwürdige Bedingungen einzusperren und ihn in diesem Albtraum zu belassen bis Mutter Natur erbarmen hat und ihm durch einen "natürlichen" Tod erlöst?
Gemessen an dieser Darstellung: schonmal dran gedacht das die Todesstrafe auch Täter erlöst, ihnen entgegenkommt, für sie der größte Wunsch ist der in Erfüllung geht?
Ist das vorstellbar?


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Todesstrafe

gestern um 23:22
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Man weiß aber nie ob sie das machen weil sie sich wirklich gebessert haben und bereuen oder weil sie es nur tun damit die Leute denken, sie haben sich gebessert.
Menschen, die über Jahrzehnte sich nicht zu schulden haben kommen lassen, die seit vielen Jahren als Mentoren für andere Häftlinge arbeiten, als Peer Therapeuten für Mithäftlinge mit psychischen und Sucht-Krisen, die am Bett eines Mithäftlings sitzen, um ihn (oder sie) beim Sterben zu begleiten, die zudem Studienabschlüsee machen... zum Schein steht das niemand durch, insbesondere kein Psychopath oder narzisstischer Gewohnheitsverbrecher. Du solltest dich mal näher mit dem System beschäftigen.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Sieh es mir nach aber ich glaube, wenn ein Mensch eine bestialische und grausame Tat vollzieht, dass dieses "Wesen" irgendwo tief innerlich schlummert, so gut der Mensch sich nach außen auch gibt.
Das klingt hart und ist vielleicht keine gute Charaktereigenschaft von mir, ich denke aber so.
Was du meinst sehe ich nur bei der extremen 'Verbrecherpersönlichkeit', die dann eher psycho- oder soziopathisch veranlagt sind oder/und maligne Narzissten sind. Das sind auch die Fälle, die man immer wieder in den Medien sieht. Ich würde die aber als Minderheit sehen. Die meisten sind Situationstäter, und da bin ich überzeugt, dass die sehr wohl ein 'guter Mensch' werden können (oder vielleicht sogar schon sind, bis auf ihre 'falsche Wahl' in einem Moment). Zumal gibt es ja auch kriminologische Erafhrungen (Zahlen) dazu. Findest du mit Googeln schnell selbst. Natürlich muss so ein Kandidat vor Freilassung nochmal durchgecheckt werden. Es gibt ja heutzutage auch vielerlei psychologische Tests, womit man schnell solche 'Schummler' aufdecken kann, wobei es, wie gesagt, nach so einer 'Karriere' sehr unwahrscheinlich ist.
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Gemessen an dieser Darstellung: schonmal dran gedacht das die Todesstrafe auch Täter erlöst, ihnen entgegenkommt, für sie der größte Wunsch ist der in Erfüllung geht?
Ist das vorstellbar?
Sicher gibt es das. Zum Beispiel gibt es ja die 'Volunteers', die ihre letzten juristischen Mittel und Gnadengesuche ausschlagen, weil sie es einfach nicht mehr aushalten. Ähnliches gibt es auch bei LWOP-Häftlingen.


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Todesstrafe

gestern um 23:34
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Kannst du dann besser schlafen wenn ich eine Täterschicht mit niedriger Rückfallrate als Referenz nutze?
Es wäre zumindest ehrlicher. Und danke ich schlafe auch so extrem gut.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ne .. Der Experte im besagten Artikel meinte Rückfällig mit Kaugummi Diebstahl wenn er von der Rückfallquote Pädophiler spricht ..
Das interpretierst du so, aber es lässt sich halt nicht klar sagen. Rückfällig ist man halt auch, wenn man bei Bahn oder Bus das Ticket vergessen hat.


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