PrivateEye schrieb:Die Mehrheit des deutschen Volkes ist doch gegen die Todesstrafe, also passt das doch. Aber wenn wir die aktuellen Spritpreise nehmen, sieht es wohl wieder anders aus...
Mehrheiten. Die Frage ist wer ist betroffen, wer beschäftigt sich damit, und wie werden die Mehrheiten statistisch erhoben? Ich mag damit garnicht sagen, dass wenn ein Zensus eines jeden Bürgers erhoben würde, die Befürwortung deutlich anders aussieht, aber Umfragen können schon abweichen.
Wer eine Omi fragt die den Krieg erlebt hat wird immer Ablehnung erfahren. Wer eine Omi befragt dessen Kind oder Enkel Opfer einer Straftat wurde, wird anders antworten. Wo fragt man die 100 oder 5000 Menschen? Zu welcher Zeit mit welcher Fragestellung?
"Bist du gegen die Todesstrafe?" oder "Bist du gegen die Todesstrafe für Schwerverbrecher?" da kommen ganz ganz sicher völlig unterschiedliche statistische Werte heraus.
Und im sinne des Volkes sind auch Gesetze nicht zwangläufig, Wäre der falsche Thread hier, aber das ist offensichtlich so.
PrivateEye schrieb:Dazu fehlen sicherlich leider die Kapazitäten. Da besteht Nachholbedarf. :Y:
Ja. Aber nicht nur fachliche Kapazitäten, sondern auch Erfolgsaussichten. Bei einigen Tätern wird der Versuch eben zum scheitern verurteilt sein, da kann man nicht einfach herumversuchen. Die Frage wäre folgend wer ist auszuwählen und wer hat Aussicht auf Erfolg? Bei 2 Gruppen seh ich das nicht.
PrivateEye schrieb:Wenn du ihn so weit bringst, das er das Unrecht seiner Tat einsieht, (echte) Reue empfindet und vielleicht sogar mit Therapie und Medikation beginnt, wäre das dann kein Fortschritt? Und eine Möglichkeit der Minderung eines Rückfalls?
Lust, Zwang, Verlangen kann man nicht therapieren. Hier geht es nicht um eine Droge die aus dem Körper geschwemmt werden kann. Hier geht es nicht um Einsicht. Ich bin der Meinung , das doch sogar viele Pädophile und Vergewaltiger um Ihre Taten wissen und um deren folgen, aber der Zwang bei Gelegenheit es erneut zu tun ist größer. Ich habe ja bereits den Podcast erwähnt der 17-Jährigen die pädophil war. Die hat das aus Ihrer Sicht erklärt und erzählte das man gegen den Drang nicht ankommt. Jede Therapie dreht sich da um Gelegenheitsvermeidung. Aber wie zur Hölle soll man als Pädophiler in seinem Leben nie mehr in die situation kommen, einem Kind zu begegnen? Also Abschottung und Flucht ins WWW? Oder Abschottung im Knast wenn man bereits dem Drang erlegen war.
PrivateEye schrieb:Auch hier sehe ich Prävention als noch wichtiger. Sogar als Pflicht des Staates zum Schutz seiner Bürger.
Wie? Willst du jetzt jeden Bürger befragen ob er Morden oder Vergewaltigen würde, und dann vorher die Therapien ansetzen? Die Täter werden doch niemals vorher, wenn dann Einzelfälle, zugeben was für Zwänge, Dränge oder Lüste diese haben. Da spielt ja nicht nur eigene Falscheinschätzung eine Rolle sondern auch Scham.
PrivateEye schrieb:Es gibt viel mehr Menschen, die dieses verlangen, diese Triebe in sich haben. Allerdings haben viele davon ein intaktes Rechts- und Unrechtsbewusstsein und wissen, das dies nicht gut ist. Sie tun auch alles um zu verhindern das sie in solche Situationen kommen, finanzieren sich Therapien und psychologische Unterstützung teils selbst.
Ich glaube wie du, das es da welche gibt. Aber ob das viele sind, oder der überwiegende Teil, wage ich stark zu bezweifeln.