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Todesstrafe

24.457 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

25.08.2026 um 09:06
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Die USA muss eine gewaltige Fläche abdecken und die Kriminalität in dieser Ausprägung gibt es nirgendwo anders.
Wie meinst du das mit der Ausprägung?


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25.08.2026 um 09:25
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Die USA muss eine gewaltige Fläche abdecken und die Kriminalität in dieser Ausprägung gibt es nirgendwo anders.

Da muss man Abstriche machen um alles abdecken zu können.
Das mag ja für endlos weit vom Mutterland entfernte Kolonien gegolten haben, der Zeit des Wilden Westens, dem Goldrausch in der Wildnis, in der Weite der Great Plains oder der Rocky Mountains. Zu einer Zeit, in der auch im englischen Mutterland noch Taschendiebe gehenkt wurden (bei deren öffentlichen Hinrichtungen es dann in der Menschenmenge die meisten Taschendiebstähle gab - so viel zur Abschreckung).

Nach der Erschließung durch die Eisenbahn und den Telegrafen, der Herausbildung der US-Staaten und staatlicher Strukturen (so bis 1900) gab es keinen Grund mehr, eine archaische Repression mit einer Laienjustiz aufrecht zu erhalten.

Freilich wähnen sich viele US-Amerikaner mental noch immer im Wilden Westen, sind dort kulturell stecken geblieben. Siehe Schusswaffen.

Überhaupt sind die USA als Blaupause pro Todesstrafe völlig ungeeignet. Im Gegenteil: So wie es dort läuft, mit den Strafen und der Kriminalität, schrecken die USA als Beispiel nur ab. Dann eher Japan, dass die Todesstrafe wesentlich seltener verhängt und wohl rechtsstaatlichere Strafprozesse hat. Doch dort ist die Inhaftierung und das scheinbar der Willkür unterliegende qualvolle Warten auf den Tod in absoluter Isolation nicht mit den Menschenrechten vereinbar.


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25.08.2026 um 09:37
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Freilich wähnen sich viele US-Amerikaner mental noch immer im Wilden Westen, sind dort kulturell stecken geblieben. Siehe Schusswaffen.
Das Amt des Sheriffs gab es schon im England des Mittelalters, hauptsächlich als Verwaltungsbeamter und nebenbei als Ordnungshüter. Am bekanntesten dürfte der Sheriff von Nottingham aus den Geschichten um Robin Hood sein.

Oft mit Sheriffs verwechselt wurden aber die Town Marshals, nicht zu verwechseln mit den US-Marshals als Bundesbehörde.

Ein Bekannter Vertreter hier wäre Marshal Matt Dillon aus der Westernserie Gunsmoke "Rauchende Colts". Oftmals mussten die schlechtbezahlten Männer selbst noch ihre eigene Munition bezahlen, entweder versuchten sie im Amt selber an Kopfgelder zu kommen oder sorgten bisweilen für fließende Übergänge.


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25.08.2026 um 13:30
Zitat von Ray.Ray. schrieb:Dann müsstest du aber noch berechnen, dass man durchaus ja Jahrzehnte absitzt bis es zu einer Vollstreckung der TS kommt. Schon vergleichst du nur noch 29 Jahre oder weniger.
Welchen Zeitraum der Mörder vor seiner Urteilsvollstreckung dann absitzt, kann man ja nur spekulieren.

In den USa ist der Zeitraum jedenfalls relativ lang, weil das Rechtssystem dort wiederholende Revisionen zulässt.
Zitat von Ray.Ray. schrieb:Ebenso die Frage wie man berechnet, dass Häftlinge ja auch arbeiten und damit Geld für den Staat erwirtschaften.
Es arbeiten nicht alle Häftlinge, aus verschiedenen Gründen. Von daher hast du Recht es wäre irgendwie zu berücksichtigen, aber berechnen bzw gegenrechnen kann man das nicht einfach so.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die Menschenwürde ist in Deutschland - das folgt schon aus dem Wortlaut von Art. 1 GG - "unantastbar". Und zwar nicht als subjektives Abwehrrecht wie das Persönlichkeitsrecht (das in Art. 2 Abs. 1 GG) oder das Lebensrecht (Art. 2 Abs. 2 GG). Sondern als objektives Prinzip allen staatlichen Handelns ("sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt").
Dine Ausführung in Ehren, aber mir geht es ja nicht um an Anzweifeln unserer Verfassung/Grundgesetz oder Positionen daraus.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Der Mensch darf nie zum bloßen Objekt staatlichen Handelns werden. Genau das passiert jedoch, wenn ich jemanden in eine Todeszelle stecke, ihm sage, er müsse warten, bis er vom Staat irgendwann kontrolliert und bürokratisch getötet werde. Und ihn dann mit seiner Todesangst alleine lasse. Denn die gehört zur Todesstrafe unabweisbar dazu.
Durch sein Handeln und nicht durch den Staat wird er bestraft. Das nennt sich Konsequenz. Du kennst sicher den Spruch "Jeder ist seines Glückes Schmied", warum ist man dann nicht auch "seine Peches Schmied"? Den Staat hier immer vorzuschieben, weil man die Position der TS nicht vertritt halte ich für unpassend, denn der Staat handelt ja für in im weitesten Sinne für die Gesellschaft. Wenn der Vorwurf da also kommt, wäre es mMn besser zu sagen es ist kein Staatliche sondern gesellschaftliche Verantwortung/Schuld.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:1949 war die Menschenwürde in einer Verfassung ein absolutes Novum. Zuvor waren die Bürgerrechte nie auf die Menschenwürde gegründet worden, sondern - aus naheliegenden Gründen - auf den König oder Kaiser von Gottes Gnaden, der sie gewährte. Oder auf das verfassungsgebende Volk. Und damit waren Bürger- und Menschenrechte disponibel. Die Weimarer Verfassung konnte 1933 so mit der Reichtstagsbrandverordnung und dem Ermächtigungsgesetz ad acta gelegt werden.

Bezieht sich jedoch eine Verfassung auf die unabänderliche Menschenwürde, ist das nicht mehr möglich. Grundrechte können verfassungsrechtlich gerechtfertigt eingeschränkt werden - aber nie abgeschafft. Und auch nie für einen einzelnen Menschen vollständig aufgehoben (Recht auf Leben).
Ich verstehe das, auch deine Position. Nochmal, ich will weder Recht noch Würde auflösen. Es ist und bleibt für mich halt so, dass auch wenn jeder Bürger Recht und Würde inne hat, durch seine Taten Verwirken kann!

Selbiges gilt für mich auch bei verfassungsfeindlichen Taten, hier verliert der Bürger dann (nach meiner Auffassung) den Anspruch auf gewissen Rechte des Staates(zB Sozialleistungen), schon allein weil er gegen dessen Verfassung verstößt, wissentlich. Mord ist da für mich eben 2-3 Stufen höher anzusetzen, von daher auch meine Einschätzung was aus meiner Sicht verwirkt ist. Bei Mord ist das überhaupt ein Teil der Gesellschaft sein zu dürfen. Wenn man den Mörder im Knast unterbringt, ist er aber weiter ein Teil, meist parasitär, manchmal mit Läuterung und Wiedergutmachung, zumindest für die Gesellschaft.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:wenn jemand zum Tode verurteilt wird, sollte der Prozess schon fair ablaufen
Das immer! Es kommt ja hinzu, dass bei diesem Fall selbst nach meiner Auffassung wohl keine TS auszusprechen wäre, denn es sind mehrere Traumata nachgewiesen. Mal abgesehen von einigen Zweifel in der Beweisführung.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:100 prozentige Sicherheit wirst du NIE haben, selbst im strengsten Überwachungsstaat nicht. Allerdings sollte man auch nie den Punkt überschreiten, wo man seine persönliche Freiheit gegen "Sicherheit" eintauscht.

Letztendlich kann jeder nur das tun, was in seiner Kraft steht. Und das nach bester Möglichkeit.
Volle Zustimmung.

Die Frage bleibt offen, wie mit denen umgehen die weder Ihr Bestes geben und dazu ggf noch andere Schaden im höchsten Maße.


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25.08.2026 um 13:43
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Die Frage bleibt offen, wie mit denen umgehen die weder Ihr Bestes geben und dazu ggf noch andere Schaden im höchsten Maße.
Da bleibt nur die Strafe voll absitzen und gegeben falls die anschließende Sicherheitsverwahrung.

Ist mir klar das manche dies als zu lasch erachten, aber man sollte bedenken, dass diese Menschen eben kein reguläres Leben mehr haben damit. Du willst einen Film im TV anschauen nach 22:00? Kein Problem für dich. Für jemand der sitzt heißt es 22:00 Uhr licht aus und Einschluss/Nachtruhe. Nix mehr mit Fernsehen. Du hast Lust auf eine Pizza mit Extra Käse? Kein Ding, bestell sie dir! Der andere muss nehmen was er bekommt oder kann (überteuert) einige wenige Lebensmittel zum selber kochen im Anstaltsladen kaufen, wenn er denn genug Geld hat. So mal billig Nudeln mit billig Tomatensoße. Natürlich kann er im ´Gefängnis arbeiten und er bekommt auch einen absoluten Mindestlohn dafür, aber darüber kann er nicht einfach verfügen und das meiste geht auf ein Konto für später mal, als Startkapital für ein neues Leben. Du hast Sehnsucht und telefonierst mit einem Freund oder Freundin, wenn du du dich alleine fühlst. Tja, er kann das kaum und wenn, dann nur sehr eingeschränkt und ebenfalls überteuert.

Dein Leben wird von Fremden ferngesteuert und das im schlimmsten Fall über Jahre. Teils kein Wunder wenn manche mit der Außenwelt dann nicht mehr klar kommen.

Klar gibt es da Programme etc. aber es müsste eigentlich noch mehr getan werden. Und ja, für die Opfer und deren Angehörige muss auch mehr getan werden, gar keine Frage. Da gibt es in vielen Bereichen Nachholbedarf.


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25.08.2026 um 14:00
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Da bleibt nur die Strafe voll absitzen und gegeben falls die anschließende Sicherheitsverwahrung.
Ist es für dich Strafe genug, wenn zB ein Kinderschänder ins Gefängnis geht? Oder ein Mörder der nicht nur eine "einfacher" Mord sondern besonders brutal gemordet hat, weggesperrt wird?

Das ist die Frage, und die ist wohl aus 2 Gesichtspunkten zu beantworten, rechtlich und persönlich.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:dass diese Menschen eben kein reguläres Leben mehr haben damit. Du willst einen Film im TV anschauen nach 22:00? Kein Problem für dich. Für jemand der sitzt heißt es 22:00 Uhr licht aus und Einschluss/Nachtruhe. Nix mehr mit Fernsehen. Du hast Lust auf eine Pizza mit Extra Käse? Kein Ding, bestell sie dir! Der andere muss nehmen was er bekommt oder kann (überteuert) einige wenige Lebensmittel zum selber kochen im Anstaltsladen kaufen, wenn er denn genug Geld hat. So mal billig Nudeln mit billig Tomatensoße. Natürlich kann er im ´Gefängnis arbeiten und er bekommt auch einen absoluten Mindestlohn dafür, aber darüber kann er nicht einfach verfügen und das meiste geht auf ein Konto für später mal, als Startkapital für ein neues Leben. Du hast Sehnsucht und telefonierst mit einem Freund oder Freundin, wenn du du dich alleine fühlst. Tja, er kann das kaum und wenn, dann nur sehr eingeschränkt und ebenfalls überteuert.
Ich nenne das für die benannten Taten nicht Strafe, sondern Einschränkung. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, egal ob beim Morden oder Vergewaltigen oder bei den Schlafenszeiten und Essgewohnheiten. Und schon die Aussicht mal rauszukommen ist ja eine Belohnung für die Schwerstverbrecher. Ein Kleinkrimineller oder selbst einer mit gewissen nicht so schwere Vergehen, der kann sich besser und gern neu starten, aber sonst ist doch eine positive Aussicht schon unverdient. Warum verdient der Kinderschänder zB überhaupt einen TV im der Zelle, oder ggf Kontakt zu anderen Menschen.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Klar gibt es da Programme etc. aber es müsste eigentlich noch mehr getan werden. Und ja, für die Opfer und deren Angehörige muss auch mehr getan werden, gar keine Frage. Da gibt es in vielen Bereichen Nachholbedarf.
Mir fehlt die Fantasie welches Programm zB einem Kinderschänder oder seine Lüste und Gedanken verändern könnte. Ich bin dabei, dass für normalere Straftaten mehr Resozialisierungshilfe und Anstrengungen nötig sind, aber bei einigen Taten sehe ich das nicht.


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25.08.2026 um 14:07
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ist es für dich Strafe genug, wenn zB ein Kinderschänder ins Gefängnis geht? Oder ein Mörder der nicht nur eine "einfacher" Mord sondern besonders brutal gemordet hat, weggesperrt wird?
Kurz und knapp - ja
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Das ist die Frage, und die ist wohl aus 2 Gesichtspunkten zu beantworten, rechtlich und persönlich.
Genau. Als Staat muss ich das Ganze unpersönlich, ohne Emotionen betrachten. Als Angehöriger nicht. Da gehören Emotionen dazu.
Aber nicht der Angehörige sondern der Staat straft.


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Todesstrafe

25.08.2026 um 14:08
@gagitsch

Ich denke das die Strafen, welche unser Rechtssystem in Deutschland sind, ausreichend sind. Zudem sie ja verschiedene Strafrahmen aufweisen, der auch angepasst angewandt werden kann. Daher es gibt Freiheitsstrafen von bis. Für eine Tat gibt es, je nach den Umständen, eine Minimalstrafe aber eben auch eine Maximalstrafe.

Dass das nicht allen gefällt ist mir klar, aber ich finde wir brauchen ein Recht für alle gleichermaßen. Natürlich ist jeder Fall einzigartig und muss auhc so bewertet werden.

Das du denkst, das besonders schwere Straftäter scheinbar verhätschelt werden, kann ich nicht nachvollziehen.

Und zu deiner Frage:
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Warum verdient der Kinderschänder zB überhaupt einen TV im der Zelle, oder ggf Kontakt zu anderen Menschen.
Weil er trotz seiner Tat ein Mensch ist und auch so behandelt werden muss. Vielleicht nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen uns. Weil wir auch Menschen sind und Menschen bleiben sollen, bleiben müssen. Sonst wären wir auf derselben Stufe wie der von dir geächtete Straftäter.


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25.08.2026 um 14:13
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Es ist und bleibt für mich halt so, dass auch wenn jeder Bürger Recht und Würde inne hat, durch seine Taten Verwirken kann!
Das lässt aber das Grundgesetz in Deutschland nicht zu. Weil die Menschenwürde ein objektives Prinzip ist, kann das Individuum weder auf sie verzichten noch verwirken. Selbst beim Grundrecht auf Leben steht dieses nicht zu beliebigen Disposition (Anschnallpflicht, Tötung auf Verlangen, BtM-Verbot).
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Du kennst sicher den Spruch "Jeder ist seines Glückes Schmied", warum ist man dann nicht auch "seine Peches Schmied"? Den Staat hier immer vorzuschieben, weil man die Position der TS nicht vertritt halte ich für unpassend, denn der Staat handelt ja für in im weitesten Sinne für die Gesellschaft.
Schon deshalb stimmt der Spruch nicht. Ob jemand "Glück" oder "Pech" schmiedet, hängt gewaltig davon ab, wie die gesellschaftlichen oder staatlichen Rahmenbedingungen sind. Herkunft, Vermögen, Bildung, Chancen und Risiken können individuell beeinflusst, Gene teilweise durch Prägung und Verhalten kompensiert werden. Trotzdem bleibt menschliches Verhalten immer das Produkt aus externen und internen Faktoren.

Das mindert nicht individuelle Schuld und schützt nicht vor Strafe, weil das Unrechtsbewusstsein bei den meisten Straftätern existiert. Aber nicht das Bewusstsein, sich damit rechtlos zu stellen. Wobei es Kern des modernen Verfassungsstaates (nicht nur in Deutschland) ist, dass Würde und Rechte nicht genommen werden dürfen. Auf 1933 habe ich schon verwiesen.


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25.08.2026 um 14:53
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ist es für dich Strafe genug, wenn zB ein Kinderschänder ins Gefängnis geht? Oder ein Mörder der nicht nur eine "einfacher" Mord sondern besonders brutal gemordet hat, weggesperrt wird?
@gagitsch

Ok, Du hast jetzt nicht mich gefragt, aber ich würde sagen: Ja. Über die Dauer der Strafe, ggf eine permanente Wegsperrung kann man wieder unterschiedliche Meinungen haben, aber das gehört nicht direkt hierher.

Es gibt die Möglichkeit, die Gesellschaft ohne Todesstrafe auch vor dem schlimmsten Kriminellen zu schützen. Wir sprechen hier ja von Tätern, die bereits in Gewahrsam sind, nicht vom unbekannten Serienmörder aus der Rue Morgue.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Selbst beim Grundrecht auf Leben steht dieses nicht zu beliebigen Disposition
Na ja, gerade bei diesem zentralsten aller Grundrechte darf es keine Verfügungsmasse geben.

Im Gegensatz dazu verstehe ich nicht, warum andere Rechte nicht viel häufiger als Strafe verwirkt werden können, zB die Fahrerlaubnis oder das aktive und passive Wahlrecht. Das wären Strafen, die die Allgemeinheit wenig kosten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass jemand der eine Anhalterin vergewaltigt eine lange Haftstrafe erhält und on top ein lebenslanges Fahrverbot.


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25.08.2026 um 14:57
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Aber nicht der Angehörige sondern der Staat straft.
Richtig. Und jede Strafe sollte im Sinne des Volkes sein.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Dass das nicht allen gefällt ist mir klar, aber ich finde wir brauchen ein Recht für alle gleichermaßen. Natürlich ist jeder Fall einzigartig und muss auhc so bewertet werden.
Das sehe ich auch so im Grunde. Mir missfällt aber tatsächlich die ein oder Andere Regelung die Strafen verkürzen oder umwandeln. GGF ist daher für mich bei bestimmten Fällen die TS die Lösung, da gibt es keine Verkürzung zB.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Das du denkst, das besonders schwere Straftäter scheinbar verhätschelt werden, kann ich nicht nachvollziehen.
Verhätschelt nicht, aber umsorgt. Oder zu gut versorgt. Auf Kosten anderer.
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Weil er trotz seiner Tat ein Mensch ist und auch so behandelt werden muss. Vielleicht nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen uns. Weil wir auch Menschen sind und Menschen bleiben sollen, bleiben müssen. Sonst wären wir auf derselben Stufe wie der von dir geächtete Straftäter.
Hm, den Bezug zu uns selbst, der ist ganz gut. Tatsächlich hadere ich mit mir gerade. Manches ist für mich so abstoßend, das wünscht man sich die TS, aber andererseits hast du tatsächlich da einen Punkt. Warum sollten wir uns auf ein menschenverachtendes Niveau herunterziehen (lassen).....ich hadere noch, bin hin und hergerissen.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das lässt aber das Grundgesetz in Deutschland nicht zu.
Ja. Die Diskussion ist aber nicht, was unserer Recht zulässt. Oder was getan werden müsste um da oder jenes zu ändern am geltenden Recht.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Schon deshalb stimmt der Spruch nicht. Ob jemand "Glück" oder "Pech" schmiedet, hängt gewaltig davon ab, wie die gesellschaftlichen oder staatlichen Rahmenbedingungen sind. Herkunft, Vermögen, Bildung, Chancen und Risiken können individuell beeinflusst, Gene teilweise durch Prägung und Verhalten kompensiert werden. Trotzdem bleibt menschliches Verhalten immer das Produkt aus externen und internen Faktoren.
Das ist Geschmackssache ob das Sprichwort stimmt. Was aus einem selbst herauswächst, ist durch sich selbst beeinflussbar. Was von außen auf einen Zukommt, ist beeinflussbar. Wenn der Ort zB Deutschland einem nicht passt, kann man auswandern, sicher unter gewissen nötigen und sinnvollen Umständen.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ok, Du hast jetzt nicht mich gefragt, aber ich würde sagen: Ja. Über die Dauer der Strafe, ggf eine permanente Wegsperrung kann man wieder unterschiedliche Meinungen haben, aber das gehört nicht direkt hierher.

Es gibt die Möglichkeit, die Gesellschaft ohne Todesstrafe auch vor dem schlimmsten Kriminellen zu schützen. Wir sprechen hier ja von Tätern, die bereits in Gewahrsam sind, nicht vom unbekannten Serienmörder aus der Rue Morgue.
Auch ungefragt, danke ich für deine Meinung, dazu sind wir ja hier.


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Todesstrafe

25.08.2026 um 14:57
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Welchen Zeitraum der Mörder vor seiner Urteilsvollstreckung dann absitzt, kann man ja nur spekulieren.

In den USa ist der Zeitraum jedenfalls relativ lang, weil das Rechtssystem dort wiederholende Revisionen zulässt.
Richtig, man kann über die Kosten nur danach gehen was andere Staaten für Erfahrungen haben.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Es arbeiten nicht alle Häftlinge, aus verschiedenen Gründen. Von daher hast du Recht es wäre irgendwie zu berücksichtigen, aber berechnen bzw gegenrechnen kann man das nicht einfach so.
Joar da gibt es noch jede Menge die man irgendwie einberechnen müsste, was nicht so einfach ist. Einfach aus dem Grund heraus das wir weder das System dsfür haben noch da eine Haft geplant verläuft.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Warum verdient der Kinderschänder zB überhaupt einen TV im der Zelle, oder ggf Kontakt zu anderen Menschen.
Weil man zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde und nichts anderes.


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25.08.2026 um 15:00
Zitat von Ray.Ray. schrieb:Weil man zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde und nichts anderes.
Ist das so einfach? So ein Argument, lässt mich fast wieder emotional werden.


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Todesstrafe

25.08.2026 um 15:01
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ist das so einfach? So ein Argument, lässt mich fast wieder emotional werden.
Tatsächlich ist das so einfach.


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25.08.2026 um 15:16
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Im Gegensatz dazu verstehe ich nicht, warum andere Rechte nicht viel häufiger als Strafe verwirkt werden können, zB die Fahrerlaubnis oder das aktive und passive Wahlrecht. Das wären Strafen, die die Allgemeinheit wenig kosten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass jemand der eine Anhalterin vergewaltigt eine lange Haftstrafe erhält und on top ein lebenslanges Fahrverbot.
Das ist schon der Fall. In §§ 44 und 45 StGB sind Nebenstrafen und Nebenfolgen geregelt. Wurde eine schwere Straftat mit Hilfe eines Kfz begangen, kann die Fahrerlaubnis wegen Ungeeignetheit dauerhaft entzogen werden (§ 3 StVG). Strafgefangene können ebenfalls Rechte nicht in Anspruch nehmen, die sie auch vom Gefängnis aus ausüben könnten.

Zudem kann es eine Reihe weiterer Folgen geben, die vom Einzelfall abhängen: Beamte werden ab 1 Jahr Freiheitsstrafe aus dem Beamtenverhältnis entlassen und verlieren sämtliche Ruhegehaltsansprüche. Gewerbetreibenden und Freiberuflern wie Ärzten, Anwälten und Steuerberatern kann die Zulassung entzogen werden.

Zuletzt können zivilrechtliche Ansprüche entstehen, die verhindern, dass der Straftäter jemals wieder in seinem Leben über die Pfändungsfreigrenze hinaus Geld ausgeben kann.

Da aber Ziel jeder Strafe die Resozialisierung des Täters ist, werden die Gerichte im Einzelfall sehr genau abwägen, welche Folgen die Strafe für den Täter hat. Es hat niemand etwas davon, wenn Strafen den Täter so sehr desozialisieren, dass er nichts mehr zu verlieren hat und jeder Anreiz fehlt, ein straffreies Leben zu führen. Genau das passiert aber häufig im Knast, v.a. wenn die Sozialdaten (Herkunft, Bildung, Psyche, Sucht usw.) schlecht sind. Gefängnisse sind keine "Besserungsanstalten" oder "Zuchthäuser", sondern Brutstätten der Kriminalität.


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25.08.2026 um 15:44
@Origines
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Genau das passiert aber häufig im Knast, v.a. wenn die Sozialdaten (Herkunft, Bildung, Psyche, Sucht usw.) schlecht sind. Gefängnisse sind keine "Besserungsanstalten" oder "Zuchthäuser", sondern Brutstätten der Kriminalität.
Da ist was dran. Wenn man das Thema Gefängnis mal ganz unbedarft andenken würde, als wenn es noch gar keine gäbe, würde einem nicht als Erstes einfallen, alle Schwerkriminellen zusammenzupferchen, damit sie dadurch irgendwie besser würden. Das war ja auch gar nicht die Ursprungsintention von Gefängnissen.

Andererseits hat der CSD Anschlag auch gezeigt, dass ein allzu großzügiger Verzicht auf Haft und allzuviel eiapopeia auch nichts bringt.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Zudem kann es eine Reihe weiterer Folgen geben, die vom Einzelfall abhängen: Beamte werden ab 1 Jahr Freiheitsstrafe aus dem Beamtenverhältnis entlassen und verlieren sämtliche Ruhegehaltsansprüche. Gewerbetreibenden und Freiberuflern wie Ärzten, Anwälten und Steuerberatern kann die Zulassung entzogen werden.
Das ist natürlich teilweise auch ungerecht. Natürlich ist eine Strafe für jemanden, der mitten im strukturierten Leben steht oft sehr viel härter als für jemanden, der ohenhin nur in einem kriminellen Umfeld lebt.


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25.08.2026 um 16:01
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Natürlich ist eine Strafe für jemanden, der mitten im strukturierten Leben steht oft sehr viel härter als für jemanden, der ohenhin nur in einem kriminellen Umfeld lebt.
Naja da geht es dann aber tief in den Bereich welches Leben lebenswert ist rein. Hart treffen tut es jeden.


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25.08.2026 um 16:49
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Richtig. Und jede Strafe sollte im Sinne des Volkes sein.
Jup. Und kommen wir wieder zu den Menschenrechten. Eine Strafe wider den Menschenrechten ist nicht im Sinne des Volkes, der Menschen


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25.08.2026 um 17:44
Naja da geht es dann aber tief in den Bereich welches Leben lebenswert ist rein. Hart treffen tut es jeden.

Cachalot

Aus meiner Sicht muss man es stark differenzieren.

Eine Person ohne aktive oder passive Gewalterfahrungen dürfte von einer Haftstrafe mehr traumatisert werden als ein Schlägertyp, der schon Menschen zusammengedroschen hatte, bevor er das erste Sack am Haar hatte.


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25.08.2026 um 18:50
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Eine Person ohne aktive oder passive Gewalterfahrungen dürfte von einer Haftstrafe mehr traumatisert werden als ein Schlägertyp, der schon Menschen zusammengedroschen hatte, bevor er das erste Sack am Haar hatte.
Irgendwann knackt die Haft jeden, manche nölen zwar laut ihn würde das nichts ausmachen aber das sind auch jene die im dunklen sich in den Schlaf weinen.


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