Tussinelda schrieb:Es ist ein Unterschied, ob Anwälte ihrer Pflicht nachkommen und medizinische Diagnosen einreichen, die bedeuten, dass gegen das 8th Amendment verstoßen werden kann oder ob irgendwo die Möglichkeit besteht, dass es zu einem Wildunfall kommt.
Jeder Vergleich unterscheidet sich.
Aber ich versuchs mal anders zu erklären.
GGF Hätte die Justiz ja nach den medizinischen Erkenntnissen von der Injektion abgesehen. Was wäre dann? Verlegung in einem Bundesstaat und Erschießung? Ich wette der Anwalt hätte dann argumentiert, das gehe nicht weil, wenn die Waffe/Schussvorrichtung ggf ein technische Panne hätte, wäre das ja auch nicht richtig.
Der Anwalt hat ja nur diese eine Chance davon auszugehen das etwas nicht richtig passt.
Jedweder Argumentation egal wie stichhaltig oder nicht bleibt befangen.
Im Fall Pike ist ja nun leider tatsächlich etwas schiefgegangen. Die Gegner der TS dürfte es eigentlich ja freuen.
@redsherlockich zerpflücke das mal für meine Antworten.
redsherlock schrieb:Pentobarbital ist schwierig zu bekommen, auf legalem Wege, da Hersteller ihre Präparate nicht für Hinrichtungen verwendet wissen wollen.
Das ist ja sicher nur ein moralisch gepushter Medien- und Marketing-Trick der Gifthersteller. Gift herzustellen, aber es solle ja nicht benutzt werden, naja.
Zudem wundert mich, dass bei der TS diese Barbiturat kritisiert wird, aber bei der Sterbehilfe und beim Tier einschläfern wohl unproblematisch betrachtet wird. Ist also dieses Barbiturat das Problem oder die Moral der Nutzung dahinter?
redsherlock schrieb:Zudem wurde für das "3-Drogen-Protokoll" Pentobarbital (ein Barbiturat), das der ersten der drei Wirkstoffe ist, ersetzt durch Midazolam (einem Benzodiazepin), unter dem es viele verpfuschte und qualvolle Hinrichtungen gab.
Midazolam soll doch das "Lachgas" ersetzen, da die Wirkung die selbe ist. Oder? Somit wird Midazolam zum schlafen sedieren genutzt und danach der Gift-"Cocktail" verabreicht?
redsherlock schrieb:Ein Beamter eines DOCs eines Bundesstaates (kein Mediziner, Pharmakologe oder sonstwas) hat zwei, drei Tage im Internet recherchiert, weil unbedingt ein Stoff gebraucht wurde, und hielt das dann geeignet, und es wurde kurzer Hand in seinem Bundesstaat eingeführt, und das haben einige andere Bundesstaaten sogleich übernommen.
Das ist in der Tat, wenn so auch nur ansatzweise erfolgt, deletantisch.
redsherlock schrieb:Mit dem Resultat, dass viele Deliquenten bei vollem Bewusstsein quasi Ertrinken
Das erkenne ich nicht automatisch. Die Notfallmedizin nutzt das Präparat ja auch, und dort ertrinken nicht reihenweise die Patienten in den Notfalltransportern. Die Frage wäre, ob es in der kurzen Zeit von erster zur zweiten Injektion in der Vollstreckung der TS genug Zeit hat zu sedieren?
Aber das es sediert, erfolgreich und ungefährlich sediert hat die Anästhesie ja wohl unzählige Male aufgezeigt. Bei der TS wäre es ggf auf Sicht der
Wirkzeit anders zu beurteilen zu sein.
redsherlock schrieb:Auch hier spielen politische Aspekte mit rein.
Immer. Da gebe ich dir Recht.
redsherlock schrieb:Eine Hinrichtung "muss" aus politischen Gründen schnell drucgeführt werden, aber kein Stoff vorhanden... da geht man buchstäblich über Leichen.
Man geht bei jeder Hinrichtung über Leichen,
es sei denn "man nimmt in Kauf", dass der Verurteilte überlebt ;)