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Gründe für die Scheidung

73 Beiträge, Schlüsselwörter: Verlassen, Scheidung, Gründe, FüR

Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 00:41
Hab doch gar nicht geschrieben, das die Beziehung deswegen standfester ist. Es geht darum das mein Partner und ich auf der gleichen Wellenlänge sind. Wir können in ruhe miteinander reden und schreien uns wegen z. B Einkauf nicht an. Bekomme das ja oft genug mit, wenn ich einkaufe. Da wird sich wegen sonst was gestritten. Und ich finde sowas darf nicht sein. Man verletzt dadurch den Partner. Sowas sollte man in ruhe besprechen können.


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Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 01:34
Rumo schrieb am 10.08.2019:Beziehung ist harte Arbeit.
moric schrieb:Und ich finde, wenn es harte Arbeit ist, dann ist es nicht die/der Richtige.
Ich sehe das wie @moric wenn ich "hart arbeiten" muss um eine Beziehung/Ehe oder auch nur eine Freundschaft am Laufen zu halten, dann würde mir das lediglich Grund zu der Annahme geben, dass man wohl nicht so kompatibel ist wie erhofft und aus dieser Annahme dann die entsprechenden Konsequenzen ziehen.
Alari schrieb:moric schrieb:
ich finde, nein, Beziehung hat nichts mit arbeiten zu tun.
Es gibt fuer diese Einstellung zwei Moeglichkeiten:
a) Du bist aktuell Single.
b) Du magst Deinen Arbeitsplatz nicht.
Gibt auch noch eine dritte Möglichkeit:

c) eine andere Einstellung zum Thema Beziehung

Ich bin glücklich verheiratet und liebe meinen Job.
Allerdings ist es bei mir nicht anders als bei den meisten meiner Freunde:
Offensichtlich neigen viele Menschen dazu grade in einem Beruf der ihnen Spaß macht und am Herzen liegt nicht immer so auf Distanz und das sinnvolle Ausmaß an Ausgleich/Freizeit zu finden.

So kann auch oder scheinbar grade ein Beruf an dem das Herz hängt einem manchmal alles abverlangen und privat geht ja auch nicht immer alles gut.
Im Moment läuft es bei mir beruflich super aber in Familie und Freundeskreis jagt eine Hiobsbotschaft die andere und Menschen die allen Grund dazu haben verlassen sich darauf, dass ich für sie da bin und denen binde ich dann natürlich nicht auf die Nase, dass auf der anderen Seite der Familie auch grad die Welt untergeht.

Ich bin beruflich gut dabei obwohl ich weit weniger auf dem Kasten habe als viele Kollegen, weil ich es mir dafür erlauben kann mehr Kraft zu investieren und kann den Menschen die mir wichtig sind der Fels in der Brandung sein.
Das ist aber u.A. deswegen so, weil ich einen Mann habe bei dem ich weiß, dass mich zuhause keine "harte Beziehungsarbeit" sondern bedingungsloser Rückhalt erwartet und mein Mann kann sich in gleicher Weise auf mich verlassen und da ich fest davon überzeugt bin, dass "Gegensätze ziehen sich an." ein "recipe for disaster"ist und diese Fehlannahme auch zu zahlreichen Scheidungen führt, dürfte es kein Wunder sein, dass ich eher im "Gleich und Gleich gesellst sich gern" gelandet bin.

Auch mein Mann neigt dazu sich volle Kraft voraus in seinen Beruf zu werfen und auch er ist der Typ Mensch bei dem die die ihn kennen schnell merken, dass auf den Kerl Verlass ist.

Daheim können wir beide keine Beziehung brauchen die zusätzliche Belastungen mit sich bringt. Wir sind zusammen, weil es sich "richtig" anfühlt und wir in jeder Hinsicht einfach besser funktionieren, wenn wir zusammen sind.
Wäre das irgendwann nicht mehr so hätte keiner von uns Interesse daran die Beziehung fortzusetzen.
Alari schrieb:Dass man eine Beziehung nicht einfach so vor sich hinlaufen lassen kann, sollte auch Dir klar sein.
Warum nicht?
Wenn man das gewaltige Glück hat einen Menschen gefunden zu haben mit dem man gemeinsam in die gleiche Richtung läuft, "Harmonie" einfach ganz natürlich vorherrscht, weil beide stets das beste für den jeweils anderen im Sinn haben.
Warum sich Probleme bauen wo keine sind?

Wir haben in so vielen Situationen zusammengehalten in denen nur jedes Mal bestätigt wurde, dass Zusammenhalt fast jede Lebenslage besser machen kann, da wäre es doch schräg wenn im normalem Alltag dann auf einmal massenweise Unstimmigkeiten usw im Raum stehen.
Doors schrieb:bei dem man optimistischer Weise davon ausgeht: Mit ihm/ihr werde ich zusammen alt.
Diesen Optimismus habe ich schon lange verloren.
Ich bin guter Dinge, dass wir zusammenbleiben bis einen von uns das Zeitliche segnet, aber den "Glauben" daran, dass die Chancen "gemeinsam alt" zu werden sonderlich gut sind habe ich in den letzten Jahren völlig verloren.
Obscurite schrieb:Mein Mann und ich wir sind uns ziemlich ähnlich.
Das kenne ich nur zu gut.
Mein Mann und ich sind uns so ähnlich, dass die Ehe schon fast "Selbstverliebtheit" ist :)
Die einzige "Arbeit" die wir in die Beziehung stecken, ist darauf zu achten, dass wir uns nicht darauf "ausruhen" einander genug zu sein.
Das haben wir lange Zeit getan, es ist so schön einfach.
Man kann sich voll in seinen Beruf werfen und statt neue Sozialkontakte aufzubauen (wir sind sehr oft umgezogen, haben uns dann auf dem Land niedergelassen und standen dann vor der Situation, dass Freunde und Familie weit weg sind und warum nach nem kräftezehrenden Arbeitstag noch groß losziehen, wenn daheim ein Mensch ist bei dem wir wissen, dass man sich nicht nur aufeinander freut sondern auch schnell auf einen Nenner kommt wenn sich die Frage stellt wie man den Tag ausklingen lässt usw.

Aber unser Umfeld lehrt uns, dass das Leben nicht immer so läuft wie man es gern hätte und als wir uns eingestanden wie "bequem" wir es uns miteinander gemacht haben wurde uns klar, dass das nicht wirklich gesund ist und wenn die Dinge mies laufen und einem von uns was passiert der andere sehr einsam wäre.

Also treiben wir uns gegenseitig an auch mal getrennte Wege zu gehen, trotz gemeinsamen Freundeskreises auch diese Kontakte jeder für sich zu pflegen.
Obscurite schrieb:Ein absoluter trennungsgrund wäre für mich fremdgehen.
Hm, das habe ich nie wirklich verstanden, aber ich verstehe das Konzept von "Eifersucht" auch nicht.

Die meisten Beziehungen habe ich daran zerbrechen sehen, dass gewisse Differenzen vor dem Eingehen einer Beziehung bzw der Eheschließung zwar schon bemerkt wurden, aber beide das für sich irgendwie kleingeredet haben.
Fundamentale Ansichten z.B. im Bezug auf Kinderwunsch, will man viel von der Welt sehen oder alsbald sesshaft werden, einer hockt lieber daheim während dem anderen schnell die Decke auf den Kopf fällt...
Ich habe es zwar auch schon erlebt, dass Paare bei denen alles zu passen schien sich einfach in ganz unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt haben, aber die meisten Trennungen/Scheidungen hatten Gründe die beiden eigentlich von Anfang an klar waren aber beide eben angenommen haben, dass das schon wird, wenn man nur "gemeinsam" dran arbeitet.

Vermutlich haben diese Beobachtungen dazu beigetragen, dass ich mir schon recht früh gesagt habe, dass ich entweder eine Beziehung will die einfach läuft oder auch ein erfülltes Leben als Dauersingle führen kann, sollte es mir nicht vergönnt sein einen Menschen der so gut zu mir passt zu treffen (und ich hätte auch nicht drauf gewettet, dass ich so einen Partner finde).

Ich bin zwar aus der Kirche ausgetreten, aber all die Jahre, die ich in einem sehr christlichem Umfeld aufgewachsen bin lassen sich nicht einfach abstreifen und ich erinnere mich noch immer sehr gut an den einen Pastor aus meiner "Heimatgemeinde".
Das war ein ausgesprochen weiser Mann mit viel Lebenserfahrung und einem außergewöhnlichem Gespür für das was wirklich wichtig ist.

Er ist sich selbst stets treu geblieben, auch wenn das nicht selten zu "Ärger" geführt hat.
Unter anderem konnte man bei ihm nicht einfach einen Termin machen, wenn man getraut werden wollte.
Er hat mit heiratswilligen Paaren lange Vorgespräche geführt und stand immer dazu, dass er nur Paare traut, wenn er auch wirklich der Ansicht ist, dass diese Menschen die Ehe eingehen sollten.

Von ihm habe ich gelernt, dass Liebe eine tolle und wichtige Sache ist, aber nicht genug für eine gute Ehe.
Er hat nur Paare getraut bei denen er sich sicher war, dass sie eine Beziehung pflegen die so "gottgewollt" und "passend" ist, das die Partner im jeweils andere das Beste zum Vorschein bringen.
Wenn es in einer Beziehung nicht ganz selbstverständlich funktionierte, dass beide dem jeweils anderen helfen der beste Mensch zu sein der er sein kann, dann hat er diese Paare nicht getraut.

Da ich nicht religiös bin würde ich Begriffe wie "gottgewollt" nicht benutzen, aber dennoch bin ich tief davon überzeugt, dass dieser Mann mehr als nur Recht hatte.

Grade weil wir beide das Gefühl haben zusammen zu gehören.
Keiner von uns sich "Sorgen" machen muss in der Beziehung zu kurz zu kommen, weil es für ihn das Wichtigste ist mich glücklich zu sehen und umgekehrt.
Diese "Selbstverständlichkeit" ermöglicht es mir der beste Mensch zu sein, der ich sein kann, nach dem zu streben was ich denen die mich aufzogen versprochen habe.
Mein Mann und seine Mutter behaupten hartnäckig, dass er seit er mich hat ein viel besserer Mensch geworden sei, aber ich halte das für Blödsinn.
Meine Ziehmutter lehrte mich, dass man Menschen nicht ändern kann und zwar nie (und ersparte mir mit der Info sicher eine Menge Stress).
Mein Mann war schon immer einer von "den Guten", aber das sich das "manifestiert" seit wir zusammen sind ist meiner Ansicht nach eine logische Folge davon, dass es wohl sinnvoll ist, dass wir zusammen sind, denn offenkundig entfaltet er sich auch so, dass er mit dem was er ist und was er noch so anstrebt zu tun und zu sein eben weil auf ihn daheim keine "Harte Beziehungsarbeit" wartet sondern das Wissen, dass ich hinter ihm stehe, komme was wolle.
So wie er das für mich tut.


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14.08.2019 um 06:42
Fraukie schrieb:Er hat mit heiratswilligen Paaren lange Vorgespräche geführt und stand immer dazu, dass er nur Paare traut, wenn er auch wirklich der Ansicht ist, dass diese Menschen die Ehe eingehen sollten.
Krass. Na zum Glück hat er das nicht zu entscheiden. Die sind dann ja schon verheiratet, wenn sie zu ihm kommen.


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Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 06:57
Fraukie schrieb:Er hat mit heiratswilligen Paaren lange Vorgespräche geführt und stand immer dazu, dass er nur Paare traut, wenn er auch wirklich der Ansicht ist, dass diese Menschen die Ehe eingehen sollten.
Das finde ich krass anmassend. Vielleicht sollte er einfach keine Trauungen mehr vollziehen!
Fraukie schrieb:Warum nicht?Wenn man das gewaltige Glück hat einen Menschen gefunden zu haben mit dem man gemeinsam in die gleiche Richtung läuft, "Harmonie" einfach ganz natürlich vorherrscht, weil beide stets das beste für den jeweils anderen im Sinn haben.
Wenn das tatsaechlich so ist, klar! Aber bei wievielen Beziehungen laeuft das tatsaechlich so? Duerften die wenigsten sein.


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Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 07:48
Ich hatte sehr lange auch einmal eine wunderschöne Beziehung mit jemandem, der mir sehr ähnlich war.
Wir hatten die gleichen Ziele und Wünsche. Wir verstanden uns super. Die Zeit mit ihm fand ich unbeschreiblich schön, er sagt heute das Gleiche (wir haben noch ganz selten Kontakt).
Wir hielten zusammen, ich habe ihm zu 200% vertraut. Wir waren beste Freunde.

Eines Tages fingen Probleme in meiner Familie an. Er hielt zu mir.
Dann kamen größere Probleme, dieses Mal auch von seiner Seite, das ging auch alles.
Als es dann in meiner Arbeit schlecht lief, ging es mir mit den privaten Probleme und den Problemen in der Arbeit sehr schlecht. Ich entwickelte eine Depression. Es war einfach eine scheiß Zeit.

Um mich wohl nicht noch mehr zu belasten, redete er nicht mehr mit mir darüber wie es ihm wirklich ging, obwohl ich oft genug danach fragte.
Nach ca einem Jahr ging es wieder rasant bergauf, ich dachte es könnte alles wieder sein wie früher, doch plötzlich trennte er sich von mir. Ich fiel aus allen Wolken.

Irgendwann fand ich das heraus, dass er sich in der schweren Zeit bei einer anderen Frau "Trost" suchte... dann war es leider für mich für immer vorbei. Hätte niemals jemand von ihm gedacht.

Die Trennung ist schon lange her, wir sprachen aber danach viel darüber, was eigentlich passiert war.

Im Endeffekt: zu viele Probleme, zu wenig Kommunikation

Wir waren damals beide jung und ich denke heute würde einiges anders laufen. Schade, dass es so geendet hat.


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Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 12:58
Rumo schrieb:Fraukie schrieb:
Er hat mit heiratswilligen Paaren lange Vorgespräche geführt und stand immer dazu, dass er nur Paare traut, wenn er auch wirklich der Ansicht ist, dass diese Menschen die Ehe eingehen sollten.

Krass. Na zum Glück hat er das nicht zu entscheiden. Die sind dann ja schon verheiratet, wenn sie zu ihm kommen.
Alari schrieb:Das finde ich krass anmassend. Vielleicht sollte er einfach keine Trauungen mehr vollziehen!
Eigentlich ist aber genau das seine Aufgabe.
Der Geistliche, der "Lady Di" getraut hat, hat einiges an Kritik einstecken müssen, denn er wusste ganz genau über die Probleme Bescheid und indem er zwei Menschen getraut hat bei denen bekannt war.

Die Aufgabe eines Pastors ist es dem "Rechtsgeschäft Eheschließung", das in Deutschland sonst halt ein "Vertrag" ist, das heilige Sakrament der Ehe zuzusprechen, diese Verbindung vor Gott "abzusegnen" und diese Menschen auf ihren gemeinsamen Lebensweg zu schicken.

Wenn man gläubig ist, dann ist das eine sehr große Verantwortung.

Das ist irgendwie so als würde ich einem Kunden nachgeben, der Globuli für sein krankes Tier haben möchte. Es passiert ja recht oft, dass ein Tierhalter z.B. bei einer länger andauernden Wundbehandlung irgendwelche Globuli für sein Tier möchte von denen er meint das sei wichtig.
Da könnte man auch sagen, dass es "anmaßend" von mir ist, dass ich aus Prinzip keine Homöopathika, Bachblüten, Schüsslersalze oder Vergleichbares einsetze.
Mein Job ist es meine Patienten so gut es geht zu behandeln und fair zu den Haltern zu sein.
Ich käme mir vor wie ein Betrüger, wenn ich Mittel verkaufen würde bei denen ich genau weiß, dass sie zur Genesung des Tieres nicht beitragen, weil es keinen Nachweis für irgendeine Wirkung gibt und ich es auch ganz wichtig finde, dass grade in Zeiten wie heute in denen vielerorts überall nen Globuli draufgetan wird den Haltern meiner Patienten wieder nahezubringen, dass es durchaus Verletzungen und Erkrankungen gibt bei denen das Immunsystem das schon hinkriegt und man nicht immer noch dies und jenes draufwerfen muss.
Allerdings weiß ich auch, dass nen Kunde, der unbedingt Esomedizin haben möchte diese auch anderweitig besorgen kann und das geht mich dann nichts mehr an, nur ich kann von gewissen Überzeugungen und beruflichen Standards einfach mal nicht abweichen.

Und ganz genauso ging es diesem Pastor eben auch und er hat das auch immer sehr deutlich ausgedrückt, dass das Problem darin liegt, dass er diese Menschen, deren Beziehung einfach nicht dem "Standard" entspricht, den er für sich als Grundvoraussetzung definiert hat und diese Überzeugung ist nicht ausgewürfelt sondern beruht auf vielen, vielen Jahren in denen er sich intensiv damit beschäftigt hat was eine Beziehung "mitbringen" muss damit er sie vor Gott absegnen kann.

Er kam zu der Überzeugung, dass die klassische Bibelehe "Der Mann sei das Haupt der Frau" so lange vorbei ist (u.A. weil er auch gleichgeschlechtliche Paare traut)...
Da muss man dann seinen eigenen Weg finden, dass hat er getan.

Eure Beiträge klingen danach, als würdet ihr davon ausgehen, dass er da seine "Macht" ausspielt, das wäre natürlich nicht in Ordnung.
Aber das tut er nicht.

Wie @Rumo richtig erwähnt kann er die standesamtliche Schließung einer Ehe nicht verhindern und das will er auch gar nicht.
Darüber hinaus ist er nicht der einzige Pastor und er hat nie ein schlechtes Wort über Kollegen verloren, die ein Paar getraut haben bei dem er das abgelehnt hat.

Er informiert die Paare bei denen er einer Ehe nicht seinen Segen geben kann auch darüber, dass sie nun 3 Möglichkeiten haben:
- auf eine kirchliche Trauung zu verzichten
- sich an einen anderen Pastor zu wenden
- an den Problemen die er als echte Hindernisse für eine gesunde, dauerhafte Ehe sieht zu arbeiten und dann wieder bei ihm vorzusprechen, die Paaren die sich entscheiden das zu tun haben dann jederzeit die Möglichkeit mit ihm weitere Gespräche zu führen und seinen Rat und Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn erstaunlich viele müssen nicht nur "Ja" sagen, wenn er fragt ob sie seine Bedenken nachvollziehen können, sondern werden sich durch diesen Rat auch vollbewusst, dass sie das Fundament für eine erfolgreiche Ehe einfach bei aller Verliebtheit noch nicht geschaffen haben.

Mein Mann und ich haben nicht kirchlich geheiratet. Aber selbst dabei war er mir eine Hilfe.
Wir sind Agnostiker, eine kirchliche Trauung erschien uns wie Heuchelei und der einzige Grund das dennoch zu machen, hätte darin bestanden das Donnerwetter abzuwenden, dass sich auftat, als meine Großmutter erfuhr, dass wir nicht kirchlich heiraten werden.
Ich habe mich dann aber daran erinnert, dass er mir als wir zusammen zum Brötchenschmieren eingeteilt waren erklärt hat, dass er es auch nicht mehr mitmacht, wenn sich Leute kirchlich Trauen lassen, weil "es schick ist" , "man das so macht" usw.
Für ihn kam eine kirchliche Trauung nur dann in Frage, wenn das Paar das ja eh schon rechtskräftig verheiratet ist wirklich auch den Wunsch hat den Bund vor Gott segnen zu lassen.

Ich mag konsequente Menschen die zu dem stehen was sie glauben.
Wäre eine kirchliche Trauung für mich in Betracht gekommen, dann hätte ich sie von niemand anderem "besiegeln" lassen wollen.

Ich bin auch nicht überrascht, dass die Trennungsrate unter den von ihm getrauten Paaren super gering war.
Denn auch wenn ich verstehen kann, dass manch einer sein Handeln anmaßen findet. Er hat es einfach mal geschafft vielen Paaren klar zu machen, dass Liebe allein eine gute Ehe nicht tragen kann und das war für so Manche ein Grund nochmal gründlich nachzudenken.
Alari schrieb:Fraukie schrieb:
Warum nicht?Wenn man das gewaltige Glück hat einen Menschen gefunden zu haben mit dem man gemeinsam in die gleiche Richtung läuft, "Harmonie" einfach ganz natürlich vorherrscht, weil beide stets das beste für den jeweils anderen im Sinn haben.
Wenn das tatsaechlich so ist, klar! Aber bei wievielen Beziehungen laeuft das tatsaechlich so? Duerften die wenigsten sein.
Stimmt schon.
Ich denke hier spielt auch der eigene Lebensentwurf mit drin.
Ich sehe das bei vielen Menschen, die von einer Beziehung in die andere schlittern, weil "single sein" ihnen unwürdig oder gar bedrohlich erscheint.

Meine Ziehmutter hat mir beigebracht, dass ich nur dann heiraten soll, wenn ich mir ganz sicher bin, denn 2 Menschen in einer Beziehung zusammenwachsen und mit oder ohne Trauschein in die gemeinsame Zukunft gehen, dann ist auf diesem immer mal ein Kompromiss von Nöten, zumindest wenn man sich noch kennenlernt.
Mit solchen Kompromissen umzugehen muss man lernen, aber bei der Partnerwahl selbst, so riet sie mir sollte ich keinerlei Kompromisse machen.

Da muss man sich dann einfach klar darüber werden was man will.
Wenn man einen Lebensentwurf hat bei dem irgendwann ein Ehepartner, Kinder, weißer Gartenzaun usw dazukommen sollen, dann muss man sich fragen ob man bereit ist bis ans Ende des Lebens (oder der Ehe) Konflikte auszutragen, Probleme zu lösen, zum Teil heftige Kompromisse einzugehen, eben die genannte "Schwere Erziehungsarbeit."

Ist man aber mit sich selbst zufrieden und kann seinen Lebensentwurf auch ums Singledasein stricken und damit zufrieden sein, dann kann man es sich "leisten" bei der Partnerwahl zu sagen "Entweder der absolute Volltreffer, oder gar keiner."

Das ist, denke ich mal das was einfach von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Gehört eine Ehe so fest zum Lebensentwurf, dass man damit "nicht ewig warten möchte", dann wird man sich wohl auch in eine Beziehung begegnen die schon so ganz für sich zur Lebensaufgabe wird.

Ist man auch als Single glücklich, dann kostet so eine Beziehung mehr Kraft als sie Vorteile bringt und es ist eben sinnvoll das einfach bleiben zu lassen, es sei denn man hat das Glück dem Menschen übern Weg zu laufen bei dem es einfach passt.


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Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 13:19
Niemand kann in eine Beziehung oder gar Ehe reinschauen. Auch nicht ein Pastor, der zu einem ausführlichen Gespräch einlädt.
Zwei Menschen, die heiraten möchten, kann halt auch keiner davon abbringen. Auch sind sie nicht verpflichtet, irgendwem was zu erklären oder s
"ihre Liebe zu beweisen". Ob die Paare Probleme haben, ob diese Probleme hinderlich für eine Ehe sind usw usf, das hat ihn genau gar nichts anzugehen.
Diese Art, sich in das Leben anderer einzumischen und nach einem kurzen Gespräch über sie zu urteilen, das ist genau das, was die Leute auch vor religiösen Institutionen abschreckt.

Ich hoffe, dass er sich mit genau derselben Inbrunst und Schwurbelei zu Menschen setzt, die vielleicht mal aus (seiner Ansicht nach) richtigen Gründen geheiratet haben und wo es völlig gekippt ist, mit körperlicher oder psychischer Gewalt zB. Ob er denen auch für die Scheidung Absolution erteilen muss?


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Gründe für die Scheidung

14.08.2019 um 19:29
wenn die kohle der gattin aufgebraucht ist, muss man(n) sich eben
umorientieren und wieder mit der suche beginnen.
von irgendwas will man ja leben...


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Gründe für die Scheidung

15.08.2019 um 08:21
Rumo schrieb:Niemand kann in eine Beziehung oder gar Ehe reinschauen
Das stimmt schon, hineinsehen kann niemand aber man kann sehr wohl die Harmonie spüren. Ich kenne wenige Paare die eine derartige Harmonie ausstrahlen dass ich mir wirklich denken kann "ja die beiden gehören wirklich zusammen". Ich weiß nicht ob das jemand wirklich versteht was ich meine. Bei vielen Paaren fühle ich eher Spannung eine Art Ungleichgewicht und das natürlich alles unbewusst.


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15.08.2019 um 14:46
Fraukie schrieb:Obscurite schrieb:
Ein absoluter trennungsgrund wäre für mich fremdgehen.

Hm, das habe ich nie wirklich verstanden, aber ich verstehe das Konzept von "Eifersucht" auch nicht.
@Fraukie Wie kann man deine Aussage verstehen? Dass du Fremdgehen nie wirklich verstanden hast oder dass sich jemand deshalb trennt?


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20.08.2019 um 19:09
Baumtraum schrieb am 11.08.2019:islya wenn es dir dabei besser geht dadurch dann ist doch alles gut ….
Ich bin seit 2001 glücklich geschieden :)
Ich kann aus vollem Herzen sagen, dass es mir dadurch besser geht :D


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Gründe für die Scheidung

20.08.2019 um 19:11
@islaya Daumen hoch :)


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Gründe für die Scheidung

gestern um 12:08
Ich war 5 Jahre mit meinem Mann verheiratet. Wir haben eine kleine Tochter. Wir sind jetzt seit 2 Jahren getrennt und nächsten Monat ist der Scheidungstermin.
Die ersten Jahre waren wie aus dem Bilderbuch. Wobei es, rückwirkend betrachtet, auch da schon Anzeichen gab, die ich einfach damals nicht wahrgenommen habe.

Eigentlich fing es an problematisch zu werden als ich nach dem Jahr Elternzeit wieder angefangen habe zu arbeiten. Ich war oft überfordert.
Habe dann die Arbeitsstunden reduziert, aber das hat auch nicht viel gebracht.
Wir haben in der geichen Firma gearbeitet, ich wurde dann zu ihm die Abteilung versetzt und musste eine Arbeit machen, die ich absolut nicht mochte (war jahrelang im Backoffice und musste dann ans Telefon, das liegt mir einfach nicht). Also Frust auf der Arbeit. Zuhause dann der Fokus auf dem Kind. Ich sage nicht, dass ich ihn vernachlässigt habe, aber es war halt anders als vorher. Man hat sich auch nicht mehr über seinen (Arbeits)Tag ausgetauscht, wozu auch, man saß ja nebeneinander und bekam alles mit.

Ja, man bekam alles mit. Auch den stetig wachsenden Kontakt zur Arbeitskollegin. Und damit find die Hölle an... Mag sich übertrieben anhören aber das war es.

Er fing etwas mit der Kollegin an. Jeder bekam es mit nur er stritt es wehement ab. Obwohl es ganz klare "Beweise" gab.
Und weil auch er mit diesem Spiel, das er gespielt hat nicht klar kam, kam der Alkohol zurück.
Er hatte damit schon vorher Probleme, am Anfang der Beziehung hätte mir das auffallen müssen, jedoch war das all die Jahre kein Problem und er hatte es wirklich gut im Griff, hat kaum was getrunken.

Er fing an die abstrusesten Lügenkonstrukte zu bauen, sowohl was die Kollegin, als auch was der Alkohol anging. Hat alles verdreht, dass ich im Endeffekt die schuldige an allem war. Entweder er war bei ihr oder, wenn er zuhause war, war er betrunken. Dann war er streitsüchtig. Ging verbal aufs übelste auf mich los.
Am 3. Geburtstag unserer Tochter war er so betrunken, dass er entweder geschlafen hat, oder er jeden angepöbelt hat. Ich hab mich in Grund und Boden geschämt und in erster Linie geschaut, dass die Kleine so wenig wie möglich davon mitbekommt.

In dieser Zeit hab ich auch eine Mutter-Kind-Kur beantragt. Ich habe mich jeden Tag auf die Arbeit gequält, wo ja jeder Bescheid wußte.
Ich hätte mich da schon trennen sollen, jedoch fehlte mir die Kraft. Das Kind, ihn trotzdem jeden Tag auf der Arbeit zu sehen, wir wohnten im Haus seiner Eltern. Es schien mir ein unbezwingbarer Berg an Hindernissen.
Ein halbes Jahr ging das so. Er war kaum noch auf der Arbeit, ständig krank gemeldet (die Arbeitskollegin rein zufällig auch).

Als ich eines Abends heim kam, lag er besoffen auf der Couch und schlief, Kind da (statt unten bei der Oma) und Backofen an.
Er wurde auch immer ausfallender, lauter, warf Möbel um (mir selbst hat er nie was getan).
Aber das war der Punkt, wo auch die Kleine viel zu viel mitbekam. Ich habe noch einmal der Gespräch gesucht und da trennte er sich von mir und entschied sich für die Andere, obwohl der das nicht sagte und es weiterhin abstritt.
Die Beziehung machten sie offiziell als ich den ersten Tag in der Kur war.

Er zog aus, sodass ich in der Wohnung bleiben konnte. Seine Eltern standen die ganze Zeit hinter mir. Meine Familie natürlich auch.
Inzwischen hat sie das gleiche Spiel auch mit ihm gespielt. Er selbst sagte mal etwas von Karma.
Lange wollte er nichts von Scheidung wissen, wahrscheinlich dachte er, ich sein immernoch "eine Option".
Januar diesen Jahres habe ich die Scheidung eingereicht und im September findet sie nun endlich statt.

Ich habe zwar inzwischen auch wieder eine Beziehung, aber ich brauche diese Scheidung auch um für mich einen klaren Haken unter diese Erfahrung zu setzen. Auch wenn wir, wegen unserer Tochter, Kontakt haben, brauche ich diesen Endgültigen Abschluss dieser Ehe.


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