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Misanthropen - die "anderen" Menschen

Misanthropen - die "anderen" Menschen

26.03.2015 um 09:47
Eigentlich hast du Recht, shionoro. Aber ich halte es für sehr schwer, diese Tendenz zu verhindern, da unsere Gesellschaft zusehends auf Wettbewerb und Ellbogengesellschaft zustrebt. Die Wurzel der Misanthropie liegt also nicht in einer verkorksten Familie oder ungünstigen Bedingungen in der Schule, die man durch neue Gesetze innerhalb Deutschlands beseitigen könnte. Sondern in meinen Augen vielmehr in einem gesamtglobalen Prinzip, das für eine gewisse menschliche Haltung gesorgt hat, die wiederum in irgendeiner Weise im einzelnen Misanthropen mündet. Egal, ob dieser nun die Kriegslüsternheit, die Konsumsucht oder das feindliche Miteinander verachtet.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

26.03.2015 um 09:55
Ich denke die meisten "Misanthropen" sind desillusionierte ehemalige Philanthropen (auch wenn das in dem Kontext vielleicht nicht 100% der richtige Ausdruck ist).
Man kann Menschen auch anfangen zu hassen, weil Menschen, Menschen hassen.

Ansonsten kann ich @ArminG. nur zustimmen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

27.03.2015 um 11:13
@Asche

Ich denke überhaupt nicht, dass es etwas mit der 'ellbogengesellschaft' zu tun hat, dass sich mehr menschen entwurzelt fühlen.
Das ist etwas anderes.

Seien wir ehrlich, der leistungsdruck ist heute niedriger als zu anderen zeiten auf der welt.

Die grundsätzliche veränderung die dafür sorgt, dass mehr leute sich als fremd und falsch vorkommen ist die stetige individualisierung unserer gesellschaft.

Die sorgt zwangsläufig dafür, dass wir mehr einzelpersonen haben die ein sehr loses oder überhaupt kein soziales netz haben, und wenn doch, dann bestehend aus anderen die mit der gesellschaft nicht gut klarkommen.

Interessanterweise sind das meist leute, denen diese individualisierung insofern eigentlich insofern zu gute kommt, als dass sie sich nicht mehr so wie es früher teils der fall war von ihrer familie oder anderweitig groß etwas vorschreiben lassen müssen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

27.03.2015 um 11:15
Ich denke es hat grundsätzlich auch etwas damit zu tun, dass die meisten leute heutzutage probieren kinder zu bleiben so weit es geht anstatt früh zu altern und 'verantwortung zu übernehmen'.
Das ist ein leitendes mantra, dass man so weit es geht kind bleiben sollte.

Das ist nichts zwangsläufig schlechtes, aber es ist meiner meinung nach ein auslöser davon, dass mehr menschen in einer erwartungshaltung feststeckken beliben, die dann auch enttäuscht wird, und nicht über dne punkt hinwegkommen an dem sie andere dafür beschuldigen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

27.03.2015 um 14:49
@Shionoro
Tja, auch diesmal stimme ich dir zu, shionoro, allerdings sehe ich in der zunehmenden Individualisierung nicht ein vom System unabhängiges Phänomen, sondern etwas, was direkt mit unserem Kapitalismus zusammenhängt. Eigentlich ist es lediglich ein Versuch, zu vertuschen, wie austauschbar wir alle sind.

Genau das macht es doch so einfach, Menschen zu hassen. Früher hat man seine Abneigung gegen eine Bevölkerungsgruppe gelenkt. Heute sind wir alle gleich (egal ob reich oder arm, weiß oder schwarz, jung oder alt), aber wir sind angeblich alles Individuen. Man kann nur mehr schwerlich behaupten, die Aristokratie zu hassen und wenn man Schwarze hasst, wird man auf eine politische Schiene geschoben.
Misanthropie ist aber nicht politisch, daher bezieht sich der Hass auf alle Menschen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

28.03.2015 um 06:31
Würde nicht direkt sagen, dass ich ein Misantroph bin.

Allerdings habe ich viele Menschen, die mir sehr nahe standen verloren und lasse sich kaum neue Menschen in mein Leben.
Doch allen voran habe ich die "Grundeinstellung" erstmal jeden den ich nicht kenne wirklich zu hassen.

Die Menschen die mit mir leben und die ich täglich um mich habe, mag und liebe ich auch wirklich von ganzem Herzen, doch Menschen die mir vorgestellt werden oder die man so nebenher irgendwie kennenlernt, die halte ich erstmal auf großer Distanz, lasse sie merken das ich nicht ihr Freund bin und auch nicht so schnell werde.

Ich habe mich schon oft gefragt, ob das so richtig ist.. Aber um ehrlich zu sein, finde ich es ganz gut.
Oft hat sich nämlich schnell gezeigt, wer die Menschen hinter der Maske sind, weil sie sauer wurden und es nicht verstanden haben, dass ich sie bewusst nicht an meinem Leben teilhaben lasse.

Doch ich denke genau diese Eigenschaft ist ein guter Selbstschutz, um nicht verraten, hintergangen oder belogen zu werden.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

05.04.2015 um 21:28
@Asche

naja, also dass wir uns heute alle als gleich wahrnehmen bezweifle ich.
Auch misanthropen lenken ihren hass ja meist gegen leute, die anders sind als sie, gegen den mainstream, das establishment, die da oben, die anderen, die gesellschaft.

Individualisierung hat durchaus etwas mit unserem gesellschaftssystem zu tun, das ist schon wahr.

Aber ich denke, selbst in einem anderen system wäre sie nicht aufzuhalten, sie würde sogar das system sprengen.
Denn individualisierung ist ein motor in unserer zeit der schnellen informationsverbreitung dessen potenz fast unbegrenzt ist.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.04.2015 um 14:06
@Asche und @ shionoro:

Es gibt ja nun so viele verschiedene Arten von Hass, den Klassen- bzw. Rassenhass, den Asche angesprochen hat, der Hass, der gegen andere Länder geschürt wird usw., den gibt es ja heut noch (Deutschland erlebt derzeit ja eine "Reinaissance" der brennenden Asylunterkünfte, der Rußland-Ukraine-Konflikt will uns erneut lehren, was für abscheuliche Monster die Russen doch sind usw. und weil die Griechen alle so faul und gierig sind und jetzt auch noch eine so dreiste Links-Regierung gewählt haben, müßen wir sie auch mit Hass belegen... das sind alles unglaublich alte Variationen, die Gemüter zu lenken um von eigentlichen Problemen abzulenken, z.B. der globalen Umweltzerstörung, vom Gift im Essen, von der sozialen Katastrophe usw. Ich gebe Asche recht bei der Behauptung, daß unsere Ellenbogengesellschaft (die ja nun auch nicht neu ist) zu einem großen Teil dazu führt, daß Hass-Strukturen sich (wieder) etablieren können. Und ich widerspreche shionoro, daß der Leistungsdruck heute wesentlich geringer sei als ehedem. Es mag schon sein, daß es eine andere Art ist, die ausgeübt wird (die Weidenrute gibt es freilich heute nicht mehr - auch wenn ich in den 90er Jahren, als ich meine ersten Schuljahre erlebt habe, einen Lehrer hatte, der auch zugeschlagen hat), aber die wir erleben seit ca. 25 Jahren eine immer heftiger werdende Zuspitzung von Chancenungleichheit, die natürlich auch zu einer besonders perversen Art des Wettbewerbes führt. Wer von ganz unten kommt, braucht schon ganz besonders scharfe Waffen (metaphorisch) um nicht da zu bleiben, wo er ist. Ich verweise auf die Quer-Sendung vom 9.April, ab Minute 35 ca. wirds interessant diesbezüglich...



Es mag schon sein, daß es hierzulande noch erträglicher ist als in Südkorea oder Japan, aber wenn man den Wohlstandsindex weltweit betrachtet so landt dort immer ein Land ganz oben, in dem der Wettbewerb nicht schon so früh und auf so erbarmungslose Art betrieben wird: Norwegen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.04.2015 um 15:40
@ArminG.

Ich denke aber nicht, dass der lebensstandart index wirklich reflektiert, wie stark gesellschaftlicher leistungsdruck ist.

und wie gesagt bin ich auch nicht der meinung, dass dieser in Deutschland besonders hoch ist.
Da würde ich schon fragen, was denn heute mehr leistungsdruck erzeugen soll als früher?

Wir haben heute weil wir nicht mehr im wirtschaftswunder leben weniger arbeitsplätze, sodass es schwerer ist einen guten job zu finden. Das ist schon richtig, aber das ist ja keine gesellschaftliche umwälzung.

Keinen Arbeitsplatz zu haben ist nämlich heute weniger stigmatisiert als es das früher war.
Genauso wie es weniger stigmatisiert ist, eine psychische krankheit zu haben oder anderweitig 'anders' zu sein.

Auch in der Schule ist das wohl so ne sache: Klar, früher kam man mit nem realschul abschluss und ohne abi noch ziemlich weit und heute hat man mit nem mittelmäßigen realschulabschluss durchaus probleme nen job zu bekommen.
Aber andererseits machen ja auch viel mehr elute die das früher nicht gemacht hätten ihr abitur und das abitur ist viel einfacher geworden als früher.

Dass sich da schüler gegenseitig anstacheln und versuchen einen reinzuwürfen wegen noten habe ich so wirklich nie in eine rdeutschen schulklasse mitbekommen.
Klar gibt es immer die leute die nur 1-2 schreiben und dann auch der allerbeste sein wollen, aber das ist ja nu wirklich nix neues.

Man kann sich heute komplett ohne mathekenntnisse und mit nur sehr rudimentären lesekenntnissen wenn man sich halbwegs mühe gibt bis zum abitur durchschleifen, das war früher noch ein bisschen anders.

Dazu kommt, dass es ja auch immer mehr gesamtschulen gibt, die nicht das hauptschulstigma mit sich rumtragen, oder berufskollege, die dir ein abgespecktes abi anbieten mit dem man dann aber arbeiten kann.

Dass Kinde rin der Schule heute wirklich mehr tun müssen und mehr versagensangst haben als früher, das kann ich nun wirklich nicht sehen.

Das einzige was heute wirklich anders ist, ist, dass viele Jugendliche den Drang haben, etwas besonderes sein zu müssen.
Klar gab es schon immer leute die im mittelpunkt stehen wollen, aber das jeder denkt 'ich sollte youtube videos machen, ich sollte zu DSDS gehen, ich sollte in einer band spielen, ich sollte ganz viele unbekannte bücher lesen und damit angeben' und sich teilweise so fühlt als sei er nix wert wenn er ein stinknormales leben führt.

Aber das ist nichts, was mit ellbogengesellschaft zu tun hat.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.04.2015 um 16:53
Grüßt euch @Shionoro, @ArminG.,

ich glaube, wir leben heute in einem bemerkenswerten Paradox. Tatsächlich haben Menschen, die nichts haben mehr Möglichkeiten, ein gutes Leben zu führen, als jemals zuvor. Ich denke aber nicht, dass das fundamental für soziale Strukturen ist. Es geht nicht darum, wie viel man hat, sondern wie viel man im Vergleich zu anderen hat. Die Schere klafft auf, blabla, das sind alles keine neuen Phrasen, ich muss sie nicht wiederholen. Aber genau das ist der Grund, warum die Gesellschaft zunehmend bissiger und unzufriedener wird.

Wenn wir nochmal auf die sozialen Netzwerke zu sprechen kommen: Genau das ist doch der Punkt, der Mensch steht heute nicht nur materiell unter Druck, sondern ganz besonders in seinem sozialen Status und Leben. Familiärer Rückhalt ist beinahe etwas Exotisches, Patchwork-Familien gelobt und unterstützt, traditionelle Familien dagegen haben es dagegen richtig schwer. Innerhalb kürzester Zeit werden Kinder in Kitas abgeschoben, die Eltern arbeiten sich im Job zu Tode und wenn abends endlich die gemeinsame Zeit beginnen sollte, setzen die Eltern die Kleinen lieber vor Fernseher oder iPad, damit sie selbst in Ruhe entspannen können.
Mit anderen Worten: keinerlei Rückhalt aus der Familie.
In Werbungen wird uns tagtäglich in unterschiedlichsten Themenbereichen gezeigt, wie falsch wir sind (Hintern nicht stramm genug, wir stinken, wir haben keine tollen Kleider, unsere Beine und Achseln sind zu haarig, die Zähne zu gelb, das Gesicht ohne Schminke zu fad, unsauber gestutzter Bart ist Wildwuchs, wir haben Schuppen, unsere Versicherung gibt zu wenig her, unser Internet ist zu langsam - mit anderen Worten: Ohne Produkte sind wir nichts).
Und mit diesem herrlichen Gefühl gehen wir dann unter Menschen. Messen wir uns nicht mit diesen Standards, sind wir schnell Außenseiter und in der Schule schnell Mobbing-Opfer. Kurze Zwischenfrage: Wie viele Misanthropen, die sich hier geoutet haben, haben auch erzählt, dass sie gemobbt wurden?
Weiter in der Gedankenkette: Größte Ausweichplattform für reale Kontakte sind ja inzwischen - und so komme ich auf den Anfangspunkt zurück - die sozialen Netzwerke. Und auch hier zählt nicht die Persönlichkeit, sondern Optik (Fotos) und Dinge, die einem gefallen. Problem dabei: Optik ist in den meisten Fällen absolut austauschbar, das Innere macht den Menschen eigentlich besonders. Und die Seiten, auf die man "Gefällt mir" drücken kann, sind Massenpunkte, sprich, du bist niemals der einzige, dem das gefällt. Wie also soll ein Mensch sich heute noch als etwas Individuelles fühlen? Wir leben heute ärger denn je das Credo, das zur Zeit der Industriellen Revolution aufkam und bis heute nicht überwunden ist: Jeder einzelne von uns ist austauschbar.

Und um nicht offtopic zu labern, schließe ich den Kreis: Ich behaupte mal, dass ein Großteil der Misanthropen genau zu solchen Aussteigern gehört. Es sind Menschen, die keine Lust auf diese Messstäbe und Standards haben, aber mit welchem Gefühl, wenn nicht Hass kann man diese bunte und doch so graue Masse betrachten? Mitleid höchstens. Abscheu oder Belustigung.

Ach ja. Ein Misanthrop muss übrigens nicht aus instabilen Verhältnissen stammen. Es reicht völlig, wenn er seine Mitmenschen als emotional instabil enttarnt.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.04.2015 um 18:29
@Asche

also ich schliesse mich dem an,was du schreibst.
Ich weiss nicht,ob man mich wirklich als Menschenhasser einstufen kann. Ich hasse einfach Menschen,die dem Mainstream folgen,die das Leben nach dem Standart fuehren,obwohl sie das im Endeffekt gar nicht wollen,es aber dennoch tun,um ja nicht anzuecken odet ausgegrenzt zu werden.
Als Kinder wurde uns beigebracht,nicht alles nachzumachen,was andere tun und jetzt ist es genau andersrum: entweder Du heulst mit den Woelfen oder Du wirst ausgegrenzt.
Bei den Jugendlichen geht das los: Maedchen sehen heute mit 13 schlimmer aus als manch Prostituierte,laufen in Miniroecken,kurzen Oberteilen oder Hautengen Klamotten ueber die Straßen,profilieren sich mit Fotos auf sozialen Netzwerken auf denen sie kaum was anhaben,und keiner sagt was dagegen,da frag ich mich manchmal,wie die Eltern sowas zulassen koennen?!
Die maennlichen Jugendlichen hingegen laufen rum wie Schwule,Hautenge Hosen,pinke T-Shirts und Frisuren,da weiss man gar nicht,was man dazu sagen soll.
Diese Menschen sind doch kaum noch voneinander zu unterscheiden. Einer guckt es sich von einem Promi ab,die Freunde gucken sich es dann von dem Abgucker ab und schon sind die Straßen voll von Heidi Klums und von Typen die aussehen,als haette es ein Emo mit einem Suedlaender getrieben.

Bei den Erwachsenen geht es dann weiter,nur auf einer anderen Ebene:
Rote Autos sind in,also faehrst Du ein rotes Auto,auch wenn du vielleicht ein gruenes lieber haettest.
Die Kollegen machen alle Urlaub in der Dom.Rep? Also verbringst Du auch Deinen Urlaub dort,auch wenn Du lieber in die Tuerkei gefahren waerst.
Die Soehne deiner Freundinnen sind alle im Fußballverein? Also wird Dein Sohn auch dort angemeldet,auch wenn er vielleicht lieber zum Karate gehen wuerde.

Und das schlimmste Verberechen was Du begehen kannst,ist nicht bei FB zu sein,dann hast Du ganz verloren.

Solche Leute,die ihre Persoenlichkeit und ihre Interessen im Sinne des Mainstreams aufgeben,sind fuer mich Charakterlos,weil sie nicht den Arsch in der Hose haben um ihr eigenes Ding zu machen,denen es wichtiger ist,irgendjemand anstatt man selbst zu sein.

Greetz


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 13:26
@Asche

Naja, Schönheits und gesellschaftsideale gab es schon immer, und die waren früher ähnliche rigoros wenn nicht sogar rigoroser als heute.

Man wird in der Shcule nicht gemobbt nur weil man nicht viel Geld hat.
Hat man kleidung vom discounter, nen standart deo, nen standart haarschnitt ist man good to go.

Dass es neid gibt wenn einer was besseres oder teureres hat ist zwar sicherlich nicht selten, aber auch nicht neu und es ist nicht so als würde man gemobbt werden wenn man nicht reich ist.
Asche schrieb:Und um nicht offtopic zu labern, schließe ich den Kreis: Ich behaupte mal, dass ein Großteil der Misanthropen genau zu solchen Aussteigern gehört. Es sind Menschen, die keine Lust auf diese Messstäbe und Standards haben, aber mit welchem Gefühl, wenn nicht Hass kann man diese bunte und doch so graue Masse betrachten? Mitleid höchstens. Abscheu oder Belustigung.
Aber um sich nicht messen zu lassen wenn man es nicht will muss man doch kein misanthrop sein.

Ich benutze facebook auch ohne groß fotos reinzustellen und adde nur leute mit denen ich wirklich was zu tun hab, dadurch hab ich bis jetzt auch nicht groß nachteile gehabt.

Seien wir ehrlich: Jugendliche habe schon immer versucht sich rauszuputzen. Das hat in unterschiedlichen zeiten unterschiedliches bedeutet, aber als hätte die generation vor dieser nicht schon damals versucht sich mit kleidung und parfüm und haarspray interessant zu machen.

Unsere gesellschaft ist beim thema 'schere zwischen arm und reich' auch gar nicht so weit auseinander.

Ich merke nicht auf den ersten blick in der schule oder jetzt in de runi, ob eine rmehr oder weniger geld hat als ich.
Und auch ärmere schichten haben alles um am sozialen leben teilnehmen zu können.
Die haben auch pc, handy, fernseher auto usw..
Es ist ja nich so als könnten die armen nicht mit den reicheren kindern weggehen oder irgendwas machen


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 13:28
@ligeya

Wenn ich jetzt deinen post beurteile bist du aber irgendwie viel oberflächlicher als leute die sich nen undercut und ne enge hose besorgen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 14:53
@ligeya
Großteils stimme ich deinem Post zu, erinnert mich an Byung Chul-Han, der meinte, dass Männlein und Weiblein sich zunehmend einander annähern (optisch, emotional?). Problematisch dabei sei, dass Liebe eigentlich die Faszination am Anderen ist und wofür soll man sich faszinieren, wenn es das andere nicht mehr gibt?

Dieser Satz
ligeya schrieb: und von Typen die aussehen,als haette es ein Emo mit einem Suedlaender getrieben.
dagegen stieß mir sauer auf, da ich im Süden lebe bzw. viele junge Männer aus sehr südlichen Regionen Europas kenne. Diesen Typus Mann, den du hier beschreibst, findet man dort aber weit seltener als in Deutschland oder Österreich.

@Shionoro
Shionoro schrieb:Naja, Schönheits und gesellschaftsideale gab es schon immer, und die waren früher ähnliche rigoros wenn nicht sogar rigoroser als heute.
Was heißt "früher"? Im 20. Jahrhundert? Da magst du Recht haben, aber da waren Kapitalismus und Globalisierung bereits auf dem Vormarsch. Schaut man zurück ins Mittelalter wird es schon schwieriger. Die Reichen haben sich Perücken aufgesetzt und gepudert, gut, aber der überwiegende Großteil der Gesellschaft hatte wirklich Besseres zu tun. Felder beackern, z.B., das Vieh versorgen usw. Die Menschen waren gar nicht in der Position, sich auf Äußerlichkeiten zu fixieren.
Heute sind wir alles Bonzen, die sowohl Zeit als auch Mittel haben sollten, sich herauszuputzen. Ganz so, als wäre Schönheit ein Phänomen, das man nur bei Reichen findet.
Shionoro schrieb:Aber um sich nicht messen zu lassen wenn man es nicht will muss man doch kein misanthrop sein.
Das ist richtig, aber ich behaupte mal, um Misanthrop zu sein, darfst du dich nicht messen lassen. Stichwort: Nicht jeder Baum ist ein Ahorn, aber jeder Ahorn ist eine Baum.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 18:26
@Asche
Asche schrieb:Was heißt "früher"? Im 20. Jahrhundert? Da magst du Recht haben, aber da waren Kapitalismus und Globalisierung bereits auf dem Vormarsch. Schaut man zurück ins Mittelalter wird es schon schwieriger. Die Reichen haben sich Perücken aufgesetzt und gepudert, gut, aber der überwiegende Großteil der Gesellschaft hatte wirklich Besseres zu tun. Felder beackern, z.B., das Vieh versorgen usw. Die Menschen waren gar nicht in der Position, sich auf Äußerlichkeiten zu fixieren.
Heute sind wir alles Bonzen, die sowohl Zeit als auch Mittel haben sollten, sich herauszuputzen. Ganz so, als wäre Schönheit ein Phänomen, das man nur bei Reichen findet.
Auch im Mittelalter gab es ideale wie man zu sein hatte. Ob die jetzt sich auf den körper bezogen oder darauf wie geheiratet zu werden ahtte und wi eman sich zu benehmen hatte ist doch zweirangig.

Wenn du glaubst, dass früher Leute einfach 'so sein konnten wie sie wollten', ohne dass ihnen von außen reingeredet wurde, dann täuschst du dich.

Da kauf ich mir ehrlich gesagt lieber ab und zu im DM irgendein Deo anstatt dass mein benehmen so rigoros bewertet und auch kontrolliert wird wie in einer dorfgesellschaft und einer großfamilie.
Asche schrieb:Das ist richtig, aber ich behaupte mal, um Misanthrop zu sein, darfst du dich nicht messen lassen. Stichwort: Nicht jeder Baum ist ein Ahorn, aber jeder Ahorn ist eine Baum.
Das denke ich nicht.
Es gibt durchaus menschen die vile wert auf äußerlichkeit und anschein geben und trotzdem sehr misanthropisch sind.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 18:48
@Shionoro
Shionoro schrieb:Wenn du glaubst, dass früher Leute einfach 'so sein konnten wie sie wollten', ohne dass ihnen von außen reingeredet wurde, dann täuschst du dich.
Nee, das habe ich nicht behauptet, aber soweit ich es beurteilen kann, waren damals tatsächlich Benehmen, Herkunft und Taten besonders wichtig - nicht das Äußere (was nicht heißt, dass man schöne Menschen nicht gelobt und hässliche nicht verunglimpft hätte; Stichwort Margarete Maultasch). Benehmen, Herkunft und Taten sind allerdings keine oberflächlichen Wertesysteme, meines Erachtens gehen sie sogar recht tief.

Das Dorfgetratsch und bestimmte Erwartungshaltungen an ein Dorfmitglied gehören übrigens nicht der Vergangenheit an.
Shionoro schrieb:Es gibt durchaus menschen die vile wert auf äußerlichkeit und anschein geben und trotzdem sehr misanthropisch sind.
Ich wollte mit meinen obigen Ausführungen nicht sagen, dass ein Misanthrop nicht auf sein Äußeres achten kann, nur weil er andere Menschen hasst und (evtl.!) den Schönheitsethos der Modernität verurteilt.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 19:37
@Asche

Wir sprachen von leistungsdruck, inwiefern hat denn ein MEnsch im mittelalter weniger leistungsdruck gespürt wenn er viel geschuftet hat und zusätzlich konstant für sein verhalten von der geslelschaft bewertet worden ist?

Es hat nix mit inneren werten zu tun wenn man leute dafür verurteilt wenn sie willkürliche regeln nicht befolgen oder befolgen können oder anders sind als di enorm.

und doch, das gehört ein stück weit der vergangenheit an, weil man in unserer gesellschaft sehr anonym leben kann und wir in viel größeren städten und keinen großfamilien wohnen.
Asche schrieb:Ich wollte mit meinen obigen Ausführungen nicht sagen, dass ein Misanthrop nicht auf sein Äußeres achten kann, nur weil er andere Menschen hasst und (evtl.!) den Schönheitsethos der Modernität verurteilt.
Er muss aber auch überhaupt gar kein problem mit schönheitsidealen haben.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 19:56
Früher kein Leistungsdruck? Da frage man mal die Kinder aus den Bergwerken des 18. Jahrhunderts, die LandarbeiterInnen auf den Gütern bis ins 20. Jahrhundert, die Industriearbeiter aus der Zeit des "Wirtschaftswunders" - von den Leibeigenen oder Sklaven der Feudalsysteme aus der Zeit davor mal ganz abgesehen. Die könnten was über "Leistungsdruck" erzählen. Arbeite oder stirb. Na, wenn das kein Druck ist?

Selbst Schönheitsideale gab es schon in vorindustriellen Zeiten.

Und was ist eigentlich so schlimm an "Individualisierung"? Wäre man lieber ein kleines fremdbestimmtes Rädchen im getriebe? Eine Nummer in einem Haufen Kanonenfutter? Ein strammer Mitläufer?


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.04.2015 um 22:53
@Asche

das war keineswegs eine Beleidigung gegen Südländer,ich bin selbst einer :D
Damit meinte ich eigentlich mehr die Solariumbraeune,sorry wenn es falsch rueberkam


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

15.04.2015 um 13:53
@Doors
@Shionoro
Ich betone es gerne nochmal: Wenn wir von Zeiten sprechen, in denen Kapitalismus und Globalisierung schon im vollen Gange waren oder zumindest in den Startlöchern standen, dann könnt ihr mir auch noch dutzende andere Beispiele von Leistungsdruck aufzählen. Kapitalismus und Leistungsdruck gehören zusammen wie Tom und Jerry.
Mein Ansatz ist ja, dass der Kapitalismus die heutige Misanthropie fördert.
Shionoro schrieb:Wir sprachen von leistungsdruck, inwiefern hat denn ein MEnsch im mittelalter weniger leistungsdruck gespürt wenn er viel geschuftet hat und zusätzlich konstant für sein verhalten von der geslelschaft bewertet worden ist?
Zum einen tue ich mich etwas schwer mit der Behauptung, dass ein mittelalterlicher Bauer bewertet worden ist. Meinst du die Einschätzung seitens anderer Menschen? Aussagen wie "der Huberbauer hat ja schon immer ...!"?
Zum anderen galten im Mittelalter andere Normen. Im Gegensatz zu heute, wo man sich ums Überleben nicht mehr zu sorgen braucht, galten damals noch alle Bemühungen eben diesem Überleben. Wenn man Menschen also bewertet hat, dann bspw. nach Aspekten der Nützlichkeit und der Überlebensfähigkeit. Aber nicht nach Musikgeschmack, Kleidermarke und weicher Haut. In meinen Augen ist das ein großer Unterschied; das eine ist sinnvoll ("wie nützlich ist dieser Mensch für die Gemeinschaft"), das andere absolut sinnlos ("entspricht dieser Mensch einem braven Konsumenten?").
Doors schrieb:Und was ist eigentlich so schlimm an "Individualisierung"? Wäre man lieber ein kleines fremdbestimmtes Rädchen im getriebe? Eine Nummer in einem Haufen Kanonenfutter? Ein strammer Mitläufer?
Meine Güte, Doors. Wenn ich kein Bettler sein will, ist die Alternative doch nicht Millionär. Wenn ich nicht Auto fahren will, muss ich doch nicht zwangsweise zu Fuß gehen. Es gibt nicht nur Individuum und austauschbares Objekt. Ehrlich gesagt, ist es sogar ziemlich lächerlich zu glauben, wir wären heute mehr Individuum als früher. Mehr denn je sind wir tatsächlich austauschbar geworden und wo du schon von Nummern sprichst: Heute sind wir erstmals Nummern, nicht mehr Namen. Der Hamster glaubt frei zu sein, weil er im Hamsterrad laufen kann - so ist es auch mit uns. Innerhalb des Systems sind wir so austauschbar, dass nach unserer Kündigung einfach eine neue Akte angefertigt werden muss - das reicht. Gerade weil wir das wissen, ist es uns vermutlich so wichtig, uns als autarke Persönlichkeiten zu betrachten, als etwas ganz besonderes, als Sonnen im eigenen Sonnensystem - dabei sind wir nicht einmal die kreisenden Planeten.

Das Phänomen Individuum ist recht modern und die Vorstellung, dass der Einzelne solch eine Bedeutung hat, ist ebenfalls noch nicht allzu alt. Es sollte eigentlich vielmehr um die Frage gehen, welche Rolle der Einzelne in der Gemeinschaft einnehmen kann, wie er ihr zu Größe und Macht verhelfen kann und vor allem, das ist das Wichtigste, wie kann er seinen Platz so ausfüllen, dass er nicht länger austauschbar ist? Individuen werden wir erst in diesem Moment, denn solange wir "austauschbare Individuen" sind, leben wir in einem Paradox.
Das ist mein Problem mit der Individualisierung. Das sie auf bloßem Schein beruht und den Fokus, den wir auf unsere Außenwelt richten sollten, ins Innere schwenkt.

@ligeya
Okay, dann habe ich dich falsch verstanden ;) Danke für die Richtigstellung.
Was die Solariumbräune angeht, kann ich dir nur zustimmen.


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