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Misanthropen - die "anderen" Menschen

Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:08
shionoro schrieb:Das ist insofern ein schlimmer zustand, als dass selbst die Farbikarbeit teils unter gefährlichen bedingungen stattfindet, aber es ist für die ortsansässigen trotzdem besser, als wenn es diese fabrik nicht gäbe.
Du lässt hier völlig ausser acht, dass es auch noch zwangs- bzw. sklavenarbeit in gewissen gebieten der erde gibt. In diesem falle ist es natürlich mitnichten so, dass sich die lebenssituation jedes einzelnen verbessern würde, im gegenteil. Manch einer lebt nämlich tatsächlich durch kriminalität und/oder betteln besser als in solchen sklavenarbeitsverhätnissen.

Andere ortsansässige, die mit der sklavenfabrik nun konkurrieren müssen und dadurch evtl. ihre eigenen waren nicht mehr loswerden mal ganz aussen vor gelassen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:15
@aseria23

Bloß wie würde ein Boykott einem Sklavenarbeiter helfen?


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:19
@Aldaris

Er ist aber nunmal nicht das Produkt.
Wenn ich hier Kaffee einkaufe, dann kaufe ich nicht das Kind mit den blutigen Händen.
Das Kind mit den blutigen Händen ist ein Nebeneffekt, nicht das Produkt.

und diesen Nebeneffekt gilt es zu unterbinden.

Das schaff ich aber nicht, indem ich keinen Kaffee mehr kaufe.
Auch nicht über fair trade.

zum Thema Gepflogenheiten:

Es ist nunmal so, dass wir niemandem auf der anderen seite der Welt etwas vorschreiben können in dieser Hinsicht.
In unserer Industriellen Revolution haben wir unsere Umwelt auch ziemlich verpestet, und in den BRIC Staaten sieht man langsam aber sicher durchaus eine Tendenz dazu, die Umweltbedingungen zu verbessern.

in jedem Falle ist es nicht die Verantwortung des westens, wie woanders auf der Welt produziert wird.

Diese Verantwortung tragen die jeweiligen Regierungen und letzlich die Bevölkerung ganz allein

Und ich glaube das ist etwas, was viele Westler nicht einsehen können, dass es eben nicht an ihnen liegt, und egal was sie machen, dort eben so verfahren wird wie es nunmal ist.

Und deswegen redet man sich mit fairtrade und co ein, man würde etwas daran ändern.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:22
@Piorama
Piorama schrieb:Yeahh. Ach deine Wahrheit ist aber auch ganz easy-peasy.
Brauch mir über mein Konsumverhalten keine Gedanken mehr machen...
Wozu auf die Umwelt achten, einfach finsterstes Reinigungsmittel benutzen, weiter chemieverseuchte Klamotten kaufen, den Plunder dann "spenden" damit er beispielsweise in anderen Ländern die eigenen kleineren Textiliefabriken dort lahmlegt.
Sondermüll ins Flüsschen rein...denn auch wenn alle mitmachen und überhaupt...
Und wie viel Sondermüll wird de facto von einzelnen Haushalten so in flüsse gekippt?

Doch, ich will dass du dir über dein konsumverhalten Gedanken machst.
Tust du ja aber nicht, weil bei dir alles ganz easy peasy läuft mit 'naja ich kauf dies und das und plötzlich gehör ich zu den guten die die welt verbessern' wie es scheint.

Wenn du beispielsweise im Übrigen die Wahl zwischen zwei Produkte hast, die dasselbe leisten, also z.b. zwei Waschmitteln, aber weißt, dass eines die Umwelt stark belastet und das andere nicht (das ist nicht der fall, aber mal als gedankenspiel), dann wäre es durchaus in deiner Verantwortung das weniger umweltbelastende zu nutzen.

Du verstehst scheinbar den unterschied nicht zwischen sinnvoller konsumänderung und reinem Aktivismus.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:30
shionoro schrieb:Das Kind mit den blutigen Händen ist ein Nebeneffekt, nicht das Produkt.
Es ist kein Nebeneffekt, es ist u.a. die Grundlage für das Zustandekommen des Produktes. Es ist sogar häufig die elementare Grundlage, weil nur durch die günstige Arbeitskraft der günstige Preis möglich ist und daher Nachfrage nach genau diesem Produkt generiert wird.
shionoro schrieb:in jedem Falle ist es nicht die Verantwortung des westens, wie woanders auf der Welt produziert wird.
Das ist mir zu kurz gedacht. Generell ist erstmal nicht nur der Westen, der ausbeuten lässt. Aber viel wichtiger ist doch, dass wir nicht mehr nur in Staaten denken sollten, sondern viel mehr in Netzwerken, transnationalen Konzernen und Unternehmen sowie anderen Institutionen. Sonst könnte man auch sagen, ein westliches Unternehmen kann alle moralischen Grundlagen, für die wir stehen, in anderen Ländern über Bord werfen, weil dort andere Maßstäbe gelten. Ich halte sowas für äußerst perfide.
shionoro schrieb:Und deswegen redet man sich mit fairtrade und co ein, man würde etwas daran ändern.
Bei sowas bin ich sowieso skeptisch, deshalb sollte man an die einzelnen Menschen appellieren, vielleicht einfach moderater zu konsumieren. Geht es um Organisationen etc. muss eine politische Ethik greifen und gesellschaftlicher Druck greifen, die solche Dinge verhindert, und das ist in der Tat eine Mammutaufgabe.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:35
@Aldaris

Der Preis ist ja nicht gleich dem Produkt, preise ändern sich.
Ich kann durchaus das Produkt gewinnen ohne dass irgendein Arbeiter ausgebeutet wird.
Aldaris schrieb:Das ist mir zu kurz gedacht. Generell ist erstmal nicht nur der Westen, der ausbeuten lässt. Aber viel wichtiger ist doch, dass wir nicht mehr nur in Staaten denken sollten, sondern viel mehr in Netzwerken, transnationalen Konzernen und Unternehmen sowie anderen Institutionen. Sonst könnte man auch sagen, ein westliches Unternehmen kann alle moralischen Grundlagen, für die wir stehen, in anderen Ländern über Bord werfen, weil dort andere Maßstäbe gelten. Ich halte sowas für äußerst perfide.
Das unternehmen selbst wirft ja keine Maßstäbe über Bord, es beauftragt dort ein anderes Unternehmen, welches das tut.Und welche Maßstäbe in dem Land herrschen, da kann das entsprechende unternehmen erstmal nur marginal etwas dran ändern.
Wäre es in dem Land nicht billiger, wäre das unternehmen gar nicht erst dort.

Das einzige was einfluss darauf hat, wie die Arbeitsbedingungen in dem Land sind, ist die Bevölkerung des Landes und die Regierung des Landes.
Arbeitsrechte müssen überall mit Streik und Wohlstandsentwicklung erkämpft werden, das war in Europa auch so.

Aber wie soll man dabei von außen jemandem helfen?

Wie gesagt, wo ist der Nutzen, wenn man unternehmen jetzt verbietet dort zu produzieren? Das sehe ich nicht.
Aldaris schrieb:Bei sowas bin ich sowieso skeptisch, deshalb sollte man an die einzelnen Menschen appellieren, vielleicht einfach moderater zu konsumieren. Geht es um Organisationen etc. muss eine politische Ethik greifen und gesellschaftlicher Druck greifen, die solche Dinge verhindert, und das ist in der Tat eine Mammutaufgabe.
Aber warum? Wem hilft es, moderater zu konsumieren?
Gesellschaftlicher Druck auf unternehmen kann heir die lage nicht ändern, weil die unternehmen die lage nicht ändern können, die können sich höchstens aus entsprechenden ländern komplett zurückziehen, was die lage dort ebenfalls nicht verbessert.

Dazu müsst eman konkrete forderungen haben, was die unternehmen jetzt genau tun sollen.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:36
shionoro schrieb:Doch, ich will dass du dir über dein konsumverhalten Gedanken machst.
Tust du ja aber nicht, weil bei dir alles ganz easy peasy läuft mit 'naja ich kauf dies und das und plötzlich gehör ich zu den guten die die welt verbessern' wie es scheint.
shionoro schrieb:Du verstehst scheinbar den unterschied nicht zwischen sinnvoller konsumänderung und reinem Aktivismus.
Du kennst dich ja anscheinend aus...
Ich mache mir darüber Gedanken. Schon sehr lange. Fast alles is bei mir Second Hand/Möbel wurden vorm Müll gerettet...ne Waschmaschine hab ich auch nich. Ich komme mit so wenig Konsum aus -weil ich das natürlich auch will - haste warscheinlich gar nich so viel Fantasie um dir das vorzustellen...sonst kämen diese Unterstellungen auch nicht.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 22:57
shionoro schrieb:Der Preis ist ja nicht gleich dem Produkt, preise ändern sich.
Ich kann durchaus das Produkt gewinnen ohne dass irgendein Arbeiter ausgebeutet wird.
Das kannst du selbstverständlich. Aber wir sprachen ja gerade über Zustände, in denen die Ausbeutung vorkommt.
shionoro schrieb:Das unternehmen selbst wirft ja keine Maßstäbe über Bord, es beauftragt dort ein anderes Unternehmen, welches das tut.Und welche Maßstäbe in dem Land herrschen, da kann das entsprechende unternehmen erstmal nur marginal etwas dran ändern.
Wenn ich jemanden beauftrage, mit dem Wissen, dass dieser jemand die Maßstäbe über Bord wirft, dann trifft auch mich eine Schuld daran. Der Auftraggeber ist auch immer mit dafür verantwortlich, was in seinem Auftrag geschieht und wie es geschieht. Entsprechenderweise mussten sich Unternehmen schon vor der Öffentlichkeit rechtfertigen und ihre Standards ändern.
shionoro schrieb:Wäre es in dem Land nicht billiger, wäre das unternehmen gar nicht erst dort.
So funktionieren die Märkte. Doch die Märkte kennen ohne Regulativ keine Moral, sondern nur Profitstreben. Es sei denn, es wurde selbst verordnet, aber damit kommt man in dieser Welt in der Regel nicht mehr weit.
shionoro schrieb:Wie gesagt, wo ist der Nutzen, wenn man unternehmen jetzt verbietet dort zu produzieren?
Es geht um das Aufrechterhalten und Transportieren unserer Werte. Seien es die Menschenrechte, einen hohen Anspruch an das Arbeitsrecht, die Mitbestimmung usw. usf. Wenn ein deutsches Unternehmen diese Werte in einem anderen Staat nicht trägt, ist das letztlich inakzeptabel, perfide und heuchlerisch. Unter ökonomischen Kriterien wäre es genau das richtige, dort zu produzieren, wo es am günstigsten ist. Die Frage ist doch aber, ob das das einzige Kriterium sein kann und darf. Vielleicht müsste man an der Stelle den Begriff des Nutzens definieren. Es kann ja auch von Nutzen zu sein, in anderen Ländern den Regenwald abzuholzen. Nur ist das unter ökologischen Gesichtspunkten völlig widersinnig. Da müssen andere Mechanismen greifen.
shionoro schrieb:Wem hilft es, moderater zu konsumieren?
In einer Welt, in der es so viel Verschwendung gibt, sollte es doch auf der Hand liegen, warum das helfen könnte.

Wenn all diejenigen, die Fleisch essen, nur noch 1/4 soviel Fleisch essen und nur noch auf Qualität achten würden, dann würden sich die Schlachtanlagen reduzieren. Solange das nicht geschieht, partizipieren diese Betriebe von der Nachfrage und es wird sich auch nichts ändern - außer Regierungen würden etwas anderes von oben herab diktieren.

Gegenteiliges hat man bei der Prohibition erfahren. Da hat man trotz der Nachfrage ein Verbot eingeführt und die Schwarzmärkte sind explodiert.

Ein weiteres Beispiel will ich dir nennen. Gibt es doch momentan die Diskussion um die Plastiktüten. Damit verschmutzt man die Meere und man hat erkannt, dass dies nicht gut ist. Warum werden die angeboten? Weil die Menschen sie konsumieren. Deshalb hat man sogar schon die Preise erhöht. Würden die Menschen alle auf Jute-Beutel umsteigen, hätte sich dieses Problem erledigt. Das gleiche gilt für viele Produkte auf dem Markt.

Es liegt also durchaus am Konsumenten, der mit einem moderateren Konsum Effekte erzielen kann. Das ist klar.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:06
@Piorama
Du kennst dich ja anscheinend aus...
Ich mache mir darüber Gedanken. Schon sehr lange. Fast alles is bei mir Second Hand/Möbel wurden vorm Müll gerettet...ne Waschmaschine hab ich auch nich. Ich komme mit so wenig Konsum aus -weil ich das natürlich auch will - haste warscheinlich gar nich so viel Fantasie um dir das vorzustellen...sonst käme diese Unterstellungen auch nicht.
Das kannst du ja auch gerne alles machen, nur nutzen tut das nix.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:18
shionoro schrieb:Das kannst du ja auch gerne alles machen, nur nutzen tut das nix.
Ich denke schon das es nutzt, oder zumindest Umstände nicht noch verschlimmert, materiellen Überfluss abzulehnen.
Vor allem wenn man sich nur ein wenig informiert, und mitbekommt unter welchen Umständen unser Luxuskram da produziert wird.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:23
@Aldaris
Aldaris schrieb:Wenn ich jemanden beauftrage, mit dem Wissen, dass dieser jemand die Maßstäbe über Bord wirft, dann trifft auch mich eine Schuld daran. Der Auftraggeber ist auch immer mit dafür verantwortlich, was in seinem Auftrag geschieht und wie es geschieht. Entsprechenderweise mussten sich Unternehmen schon vor der Öffentlichkeit rechtfertigen und ihre Standards ändern.
Warum sollte er sich dafür rechtfertigen müssen?
Und was für Standarts haben sich geändert?
Das man dahin geht wo es billig zu produzieren ist ist nichts neues, und da beauftragt man erstmal eine Firma.
Und die beauftragt man lediglich für die ware, die diese dann bereitstellt.
Alles andere ist eine landesinterne Angelegenheit.

Wie soll ein westliches unternehmen irgendwelche standarts bei seinen Zulieferern durchsetzten?

Im Endeffekt kann es die Standarts nur verbessern wenn es einen Preis zahlt den es auch in einem Land zahlen müsste bei dem es weniger investieren muss weil es dort schon Standorte gibt.
Die Firma geht ja genau aus dem grund in ein anderes land, weil man dort billig produzieren kann, was eben daran liegt, dass die Arbeitsbedingungen dort genauso schlecht sind wie die löhne.

Wenn es jetzt draufzahlen müsst eum die Bedingungen dort zu verbessern, geht es gar nicht erst dort hin, und dann haben wir wieder die ausgangsfrage, inwiefern das den Menschen dort etwas nutzt.
Aldaris schrieb:So funktionieren die Märkte. Doch die Märkte kennen ohne Regulativ keine Moral, sondern nur Profitstreben. Es sei denn, es wurde selbst verordnet, aber damit kommt man in dieser Welt in der Regel nicht mehr weit.
Ganz genau, deswegen müssen die Firmen auch gezwungen werden, anderes zu handeln.
Aber nicht die westlichen, sondern die inländischen, weil die diejeniegen sind, die die schlechten Arbeitsbedingungen durchsetzen und die löhne auszahlen.

Und da kann man von außen keinem Land reinreden, welche Reformen die umsetzen sollen.

Da kann man lediglich unterstützen.
Z.b. wäre ein Fond in dem Gelder ausgeschüttet werden für Reformprojekte eine gute Sache.

Aber helfen tun wir nicht, indem wir irgendwelche waren kaufen oder nicht kaufen.

Ob ich bei Kik kaufe oder was teures, sicher sein kann ich mir nie, wie das hergestellt wurde.
Arme Näherinnen verarbeiten auch hochwertige Materialien, nur weil ich dafür viel Geld bezahle ändert das nichts an ihrem joch.
Aldaris schrieb:Es geht um das Aufrechterhalten und Transportieren unserer Werte. Seien es die Menschenrechte, einen hohen Anspruch an das Arbeitsrecht, die Mitbestimmung usw. usf. Wenn ein deutsches Unternehmen diese Werte in einem anderen Staat nicht trägt, ist das letztlich inakzeptabel, perfide und heuchlerisch. Unter ökonomischen Kriterien wäre es genau das richtige, dort zu produzieren, wo es am günstigsten ist. Die Frage ist doch aber, ob das das einzige Kriterium sein kann und darf. Vielleicht müsste man an der Stelle den Begriff des Nutzens definieren. Es kann ja auch von Nutzen zu sein, in anderen Ländern den Regenwald abzuholzen. Nur ist das unter ökologischen Gesichtspunkten völlig widersinnig. Da müssen andere Mechanismen greifen.
Da muss man sich aber finde ich der Realität nunmal stellen.
Ich bin da auch grundsätzlich viel eher Utilitarist als alles andere.

Es hat seinen grund, dass in Schwarzafrika man die Chinesen mittlerweile lieber als Auftraggeber sieht als Amerikaner oder Europäer. Das liegt sicher nicht daran, dass die Chinesen sich mehr um Menschenrechte scheren, sondern weil sie ganz einfach handel treiben ohne von oben herab irgendwelche Werte beibringen zu wollen.

Man muss da schon die Meinung der Menschen vor Ort gelten lassen, nicht die, die wir hier haben.
Und vor Ort sieht die Kritik an westlichen Firmen ganz anders aus.
Aldaris schrieb:In einer Welt, in der es so viel Verschwendung gibt, sollte es doch auf der Hand liegen, warum das helfen könnte.

Wenn all diejenigen, die Fleisch essen, nur noch 1/4 soviel Fleisch essen und nur noch auf Qualität achten würden, dann würden sich die Schlachtanlagen reduzieren. Solange das nicht geschieht, partizipieren diese Betriebe von der Nachfrage und es wird sich auch nichts ändern - außer Regierungen würden etwas anderes von oben herab diktieren.

Gegenteiliges hat man bei der Prohibition erfahren. Da hat man trotz der Nachfrage ein Verbot eingeführt und die Schwarzmärkte sind explodiert.

Ein weiteres Beispiel will ich dir nennen. Gibt es doch momentan die Diskussion um die Plastiktüten. Damit verschmutzt man die Meere und man hat erkannt, dass dies nicht gut ist. Warum werden die angeboten? Weil die Menschen sie konsumieren. Deshalb hat man sogar schon die Preise erhöht. Würden die Menschen alle auf Jute-Beutel umsteigen, hätte sich dieses Problem erledigt. Das gleiche gilt für viele Produkte auf dem Markt.

Es liegt also durchaus am Konsumenten, der mit einem moderateren Konsum Effekte erzielen kann. Das ist klar.
Nein.
Wenn die alle nur 1/4 vom fleisch essen müssen sie das irgendwie anderweitig wettmachen und konsumieren in anderer hinsicht mehr. An ihrem Grundkonsum ändert das rein gar nichts. Soll es auch nicht, denn wenn sie in der tat weniger konsumieren vernichtet das arbeitsplätze.
Und geschlachtet wird dann sowieso munter weiter, weil schließlich auch im Milch und Eihandel die Tiere geschlachtet werden. Nur dass man die Tiere die dabei so entstehen, also Kälber und Hähne, jetzt nicht mehr an den Mann bringen kann und sie sofort vernichtet.

Ein anderskonsum ist kein moderaterer Konsum.
Wenn ich ein alternativprodukt hab was ein Problem lösen kann was ich mit dem anderen habe, dann ist es durchaus sinnvoll, darauf umzusteigen.

Das hab ich im Fall von Kaffee, Strom, Elektrogeräten usw aber ja gar nicht.

Von oben herab wird nichts kommen, darum, von innen heraus muss etwas kommen.
und da sind wir nunmal nicht innen, das sind die Leute die direkt betroffen sind.

Unsere Arbeitsrechte mussten auch hart erstreikt werden, nach und nach, und das wird dort auf kurz oder lang ebenso passieren.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:24
@Piorama

Vershclimmern tut es nichts, aber ich sehe nicht ein, dass man die masse als gierig und verwerflich aburteilt, weil sie etwa snicht tut, was niemandem hilft.

Man darf ruhig dekadent und luxuriös leben, das ist kein verbrechen.

Man muss da und auf die weise helfen, wo man helfen kann, und das ist eben nicht durch den verzicht auf billige Luxusgüter.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:33
shionoro schrieb: aber ich sehe nicht ein, dass man die masse als gierig und verwerflich aburteilt, weil sie etwa snicht tut, was niemandem hilft.
Aber man kann die Masse , gierig nennen...weil man`s so empfindet..
shionoro schrieb:Man muss da und auf die weise helfen, wo man helfen kann, und das ist eben nicht durch den verzicht auf billige Luxusgüter.
Ja dann kauf doch und lass mich in ruhe


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:35
@Piorama

Ich lass dich doch in Ruhe,
Du schreibst sachen von wegen, ich zitiere:
@shionoro
lebt eben in seiner (warscheinlich von Eltern unterstützten) Seifenblase und vertritt seit (naja 6/7Jahren?) die These "Früher war`s noch schlimmer bzw. genauso schlimm".
Damit hat er natürlich recht und bleibt auf der sicheren Seite.
Denn dieses "etwas zu weit aus dem Fenster lehnen" könnte zum Sturz führen.
Aua will @shionoro nich..
Deswegen macht ne Diskussionen mit ihm auch nich so viel Spass
Darum braucht wer im Glashaus sitzt nicht mit Steinen werfen.

Du hast mir realitätsfremde vorgeworfen, dem hab ich auf den Zahn gefühlt und das ganze Thema hier mal ausgebreitet und durchgekaut.

Jetzt sagst du ich solle dich doch bitte in Ruhe lassen....also was denn nun?


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:45
@shionoro
Ich musste jetzt lachen.. wegen
shionoro schrieb:Früher war`s noch schlimmer bzw. genauso schlimm".
Ich hatte schon geahnt was dabei raus kommt..Alles soll bleiben wie es ist.
Weils ja nun die Grundaussage von dir ist. Man kann nur etwas ändern wenn man vor Ort die Strukturen der Gesellschaft komplett ändert( waas natürlich so nich funktioniert) , ansonsten hat der Westen nichts damit zu tun und der einzelne Konsument schon gar nicht.
Sollen die Leute selber mal machen..


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:46
@Piorama

Du sagst es sarkastisch, aber genauso ist es in den meisten fällen.
Wenn de rwesten z.b. aktiv wirtschaft anderer länder zerstört ist das etwas anderes, aber was firmen die irgendwo produzieren betrifft ist es in der tat ganz genau so.



Meine Grundaussage ist immer sich mit eine rProblematik vertraut machen, bevor man so tut als hätte man lösungen für sie.

Das wird hier leider meist nicht getan.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:50
shionoro schrieb:Meine Grundaussage ist immer sich mit eine rProblematik vertraut machen, bevor man so tut als hätte man lösungen für sie.
Ok. Und meine Meinung ist und bleibt , sich nicht überall in der Welt einzumischen/einzukaufen bevor man keinen Lösungsansatz hat.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:52
@Piorama

Einkaufen kann man, damit will man ja kein problem lösen.
Da sind lokale Märkte und Firmen die etwas anbieten, was du kaufen kannst.

Beim einmischen gebe ich dir recht.

MAn mischt sich in viele Probleme ein, die man nicht bereit ist vollends zu verstehen um sie zu lösen wen westlicher seite.


Z.b. im Nahostkonflikt hat der westen oft überhaupt nicht gewusst, was er da tut, als er aktionen durchgeführt hat.


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

13.05.2015 um 23:56
So ,bin müde...andermal wieder. Besser mit anderem Thema!....Schönen Feiertag bzw.Gute Nacht


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Misanthropen - die "anderen" Menschen

14.05.2015 um 00:11
shionoro schrieb:Warum sollte er sich dafür rechtfertigen müssen?
Weil das Unternehmen es zugelassen hat, das bestimmte Vorstellungen von Werten verletzt wurden. Bewegt sich ein Unternehmen in einem gewissen Wertebereich, wie beispielsweise innerhalb Deutschlands oder Europas, dann muss sich ein Unternehmen dafür rechtfertigen, wenn diese Werte in einem anderen Land völlig missachtet werden. Das ist eine Selbstverständlichkeit, vor allem in Anbetracht der stake holder.
shionoro schrieb:Und was für Standarts haben sich geändert?
Zum Beispiel arbeitsrechtliche oder sicherheitsrelevante Standards, die hier in Deutschland eingehalten werden, in anderen Ländern jedoch plötzlich keine Rolle mehr spielen. Es gab da bereits in der Vergangenheit Fälle bei Textilherstellern.
shionoro schrieb:Das man dahin geht wo es billig zu produzieren ist ist nichts neues, und da beauftragt man erstmal eine Firma.
Und die beauftragt man lediglich für die ware, die diese dann bereitstellt.
Alles andere ist eine landesinterne Angelegenheit.
Und genau das stelle ich in Frage. Es ist nicht nur eine landesinterne Angelegenheit. Das mag juristisch vielleicht so sein. Ich möchte das ganze aber auch mal aus einer philosophischen Perspektive betrachten. Es wäre doch ein ausgemachter Unsinn, zu sagen, es sei alles Sache des Staates. In dieser globalisierten, vernetzen Welt, in der die Grenzen von Nationalstaaten in der Wirtschaft nur im rechtlichen Sinne existieren, muss die Moral auch übergreifend wirken. Das ist zumindest meine Meinung.

Ein ganz heißes Eisen ist in dem Zusammenhang auch die Frage nach militärischen Interventionen. Ist es Sache eines Staates, ob er seine Bürger foltert? Oder hat man als Wertegemeinschaft die Pflicht, dem etwas entgegenzusetzen? Staatlich wie auch individuell.
shionoro schrieb:Wie soll ein westliches unternehmen irgendwelche standarts bei seinen Zulieferern durchsetzten?
Da gibt es viele Möglichkeiten. Von Sanktionen bis hin zur Kündigung von Verträgen. Dabei geht es nicht direkt um die Veränderung von Gesetzen des Staates, sondern um die Einflussnahme auf die Lieferanten. In der Regel handelt es sich bei solchen Unternehmen um solche mit großer Marktmacht. Deswegen befindet man sich meist in einer besseren Position und kann Forderungen durchsetzen. Genau das sollte man auch nutzen.
shionoro schrieb:Wenn es jetzt draufzahlen müsst eum die Bedingungen dort zu verbessern, geht es gar nicht erst dort hin, und dann haben wir wieder die ausgangsfrage, inwiefern das den Menschen dort etwas nutzt.
Das ist in der Form schwer zu beantworten. Ich ließ ja gerade anklingen, ob man nicht den Begriff des Nutzens definieren müsste. Ist es nutzvoll für Menschen, wenn fremde Konzerne in das Land kommen, um die Natur oder den Menschen auszubeuten? Wäre es nicht nutzenstiftender, wenn das Land von sich selbst aus erwachsen kann? Oder (!) wenn die Unternehmen nicht nur ausbeuterische Arbeit mitbringen, sondern auch bessere Standards etablieren können, die der Allgemeinheit langfristig dient?
shionoro schrieb:Und da kann man von außen keinem Land reinreden, welche Reformen die umsetzen sollen.
Aber man kann Druck ausüben. Den Menschen Anregungen geben. Werte transportieren. Das tun wir auch sonst in allen Bereichen. Warum sollen es also ausländische Unternehmen nicht tun? Egal, ob es sich dabei um inländische Unternehmen handelt, die als Beauftragte handeln.
shionoro schrieb:Aber helfen tun wir nicht, indem wir irgendwelche waren kaufen oder nicht kaufen.
Da würde ich dir fundamental widersprechen. Und da kommen auch wieder die Gesetze des Marktes in's Spiel. Wenn keine Nachfrage da ist, wird ein Produkt nicht mehr verkauft. Das ist fast schon zu trivial, um es zu erwähnen. Es geht auch im kleinen nur darum, etwas weniger zu konsumieren. Weiterhin geht es auch darum, es zu kommunizieren, darauf aufmerksam zu machen, warum man etwas nicht mehr kaufen sollte, weniger oder zumindest darüber nachdenken sollte, etwas am Konsumverhalten zu verändern. Im Großen können es dann staatliche Angelegenheiten werden, die durch Zölle, Steuern oder andere Mittel realisiert werden können.
shionoro schrieb:Man muss da schon die Meinung der Menschen vor Ort gelten lassen, nicht die, die wir hier haben.
Und vor Ort sieht die Kritik an westlichen Firmen ganz anders aus.
Und die unterscheiden sich dann doch oder müssen differenziert betrachtet werden. Wenn westliche Firmen in Afrika Land kaufen und vielen Bauern die Lebensgrundlage entreißen - gleichzeitig aber die Böden nutzen, um Rosen für Europäer zu pflanzen-, dann ist das genauso in Frage zu stellen, wie wenn Vietnamesen als Arbeitnehmer durch Saudi-Arabien ausgebeutet und sogar strafrechtlich härter bestraft werden als Inländer. Was haben die Leute vor Ort denn für eine Meinung?
shionoro schrieb:Da muss man sich aber finde ich der Realität nunmal stellen.
Definitiv. Völlig davon losgelöst macht es keinen Sinn. Aber es macht Sinn, sich Alternativen vorzustellen - auch Utopien.
shionoro schrieb:Wenn die alle nur 1/4 vom fleisch essen müssen sie das irgendwie anderweitig wettmachen und konsumieren in anderer hinsicht mehr. An ihrem Grundkonsum ändert das rein gar nichts.
Ja, aber das können sie doch in anderen Bereichen wettmachen. In konstruktiven Bereichen. Wenn man davon ablässt, heißt das doch nicht, dass man wieder in solch einen Bereich einsteigen muss. Ich esse weniger Fleisch und mache dafür mehr Sport oder was weiß ich. Dass Substitut von Fleisch muss doch nichts schlechtes sein. Muss es überhaupt ein Substitut geben - abgesehen von anderer Nahrung?

Angenommen, es gibt zwei Hersteller von Fleischprodukten: Der Eine verkauft billiges Fleisch in Massenproduktion, der andere nur qualitativ hochwertiges Fleisch, bei dem die Tiere ein schönes Leben haben.

Solange die Konsumenten nun viel Fleisch konsumieren, werden sie das billige Fleisch kaufen, weil nicht genug Geld haben, jedesmal das teurere Fleisch zu essen. Entscheiden sich jetzt 75% der Leute, nur noch selten Fleisch zu essen und von dem Bauern mit der guten Qualität zu holen, dann wird der Massenhersteller keinen Umsatz mehr machen. Kommt dazu dann noch ein anderes Bewusstsein zum Essen von Tieren, werden noch mehr Menschen umdenken und umstellen. Der Massenproduzent kann dicht machen und sucht sich ein anderes Betätigungsfeld - vielleicht als Manager eines Flughafens. Es geht um ein qualitatives Wachstum und da setzt der Konsument den ersten Stich. Wer sonst?
shionoro schrieb:Unsere Arbeitsrechte mussten auch hart erstreikt werden, nach und nach, und das wird dort auf kurz oder lang ebenso passieren.
Und das ist es doch, worum es geht. Es geht darum, durch Einflussnahme und Beteiligung Dinge zu verändern. Das geschieht nicht nur durch Streiks, sondern durch vielfältige Aktionen auf sehr vielen Ebenen. Und da spielen auch Unternehmen eine große Rolle - aber erst recht auch die Konsumenten von allerlei Produkten.


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