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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

12.872 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vorfall, Dyatlov, Dyatlov Pass ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 18:51
Ich weis ja auch nicht, wie da der Schnee genau war. Könnte er vielleicht zu dem Zeitpunkt relativ hart gewesen sein, so das man nicht zu tief oder kaum einsinkt und entsprechend schneller vorwärts kommt?

sollte der Schnee sehr hart und durchgefroren gewesen sein, hätte sich werer Lawine noch Schneebrett gelöst.

@Dornröschen
Zitat von DornröschenDornröschen schrieb am 20.05.2013:Im Tagebucheintrag vom 31. Januar beschreibt Igor Dyatlov die Schneeverhältnisse. An der Stelle des Zeltplatzes hat er eine Schneetiefe von lediglich 1,22 Metern gemessen, wobei es in der Umgebung sogar vollkommen "Snow- free spaces" gegeben haben soll. Das verhängnisvolle Camp Tag darauf, wurde nur 2,5 Meilen weiter aufgeschlagen. Vermutlich war die Schneelage da auch nicht arg viel anders.
Gerade wenn du Wintersport machst solltest du mehr wissen: Besonders Windverhältnisse, Luv und Leeseiten spielen eine riesen Rolle für die Schneehöhe und eben auch - für Lawinen resp. Schneebretter. deswegen spielt die Schneehöhe in 2,5 Meilen Entfernung zum Zelt nullkomma null Rolle

@all
die Ski befanden sich unter dem Zelt als Boden!!


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 20:48
Zitat von lawinelawine schrieb:Gerade wenn du Wintersport machst solltest du mehr wissen: Besonders Windverhältnisse, Luv und Leeseiten spielen eine riesen Rolle für die Schneehöhe und eben auch - für Lawinen resp. Schneebretter. deswegen spielt die Schneehöhe in 2,5 Meilen Entfernung zum Zelt nullkomma null Rolle
@lawine
Bitte, dass wir uns richtig verstehen: Meine Äußerungen bezogen sich auf die subjektive Gefahreneinschätzung am Hang, in Hinblick auf die rätselhaft anmutende, panikartige Flucht ohne Schuhe!!
Und da bleibe ich bei meinen Aussagen: Zumindest ich als Skifahrerin hätte für mich ausgeschlossen, dass sich an einem Berg mit gerade einmal 15° Gefälle bei moderaten Schneeverhältnissen (siehe Tagebuch...teils schneefreie Stellen) überhaupt eine Lawine lösen könnte!! Auch wenn das vielleicht ein gefährlicher Trugschluß sein kann... an so einem sanften Hang hätte ich keinen gefährlichen Abgang erwartet, weil ich sowas auch noch nie erlebt oder gesehen habe.
Ich möchte wirklich noch einmal betonen, dass ich mit meinen Angaben nicht die wissenschaftliche Möglichkeit eines Lawinenabgangs an diesem Berg diskutieren wollte, sondern dass es mir um die Frage ging, ob die Studenten tatsächlich aus Furcht vor einer Lawine derart panisch in ihren Tod gerannt sein könnten.

Man kann die Möglichkeit eines Lawinenabgangs sicher wissenschaftlich und objektiv besprechen und hierzu gibt es auch vielfältige Quellen. Aber gerade die Frage, wann und warum ein Mensch (bzw. eine ganze Gruppe aus Menschen) derart in Angst und Panik verfällt, dass dieser in eine tödliche Falle rennt, dass lässt sich nicht objektiv begründen, sondern nur subjektiv. Panik entsteht oder sie entsteht nicht. Ich persönlich (!) kann eine Panik angesichts des Besuches eines Bärens subjektiv nachvollziehen, würde aber an einem so sanft abfallenden Hang nicht mit einer Lawine rechnen - selbst dann nicht, wenn zuvor bereits eine Schaufel Schnee auf das Zelt abging und ich mich aus diesem rausschneiden musste.
Wenn einige von Euch oder @all das anders bewerten, lass ich dies in vollem Umfang gelten!!! Denn wie gesagt, es geht hier um subjektive Einschätzungen. Da gibt es kein Richtig und Falsch.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 21:53
@Dornröschen
Das bleibt der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen, keine Frage.

Es könnte dadurch aber möglich sein, dass doch nur einer in diese subjektive Panik verfallen ist.
Wenn es eine starke Führungspersönlichkeit war, dann könnte er doch die anderen quasi angeleitet haben. Wer würde dann in einer Ausnahmesituation sich dagegen stellen und dagegen handeln.

Vielleicht haben sich doch alle anstecken lassen, weil sie der eigenen Einschätzung nicht getraut haben und nicht alleine zurück bleiben wollten. Nach dem Motto, der wird schon Bescheid wissen.

Das wäre ein Gruppenphänomen, wo man eine diffuse Ausgangslage benötigt und einen Anführer, der die Situation falsch einschätzt.

Vielleicht könnte man es mit der Gruppendynamik vergleichen, dass keiner einschreitet, wenn eine Gewalttat geschieht auf offener Strasse, weil man eben die Verantwortung an alle anderen abgibt.


Nun ja, der Gedankengang überzeugt mich letztendlich auch nicht bis ins Letzte, aber eine Überlegung ist es wert.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 22:25
@Dornröschen
wie mein nick sagt - weiß ich bisschen was zum thema Lawinen;-)

ich halte den Hang im Bereich des Zeltes auch für viel zu flach, wie der Berg drüber aussieht, weiß ich nicht.
bin mir nur nciht sicher, ob die Gruppe wusste, wo sie sich genau aufhielt. Ansonsten stimme ich dir aber zu - das waren keine Laien im Bereich Skitourengehen und winterliche Gefahren im Gebirge.
Und Panik ist nun mal eine Fehlreaktion eines Einzelnen, der damit eine Gruppe komplett mitreißen kann. Es kam irgendwo im Laufe des Tages/des Abends zu einer fatalen Fehleinschätzung, möglweise in Verbindung mit einer Verkettung mehreren unglücklichen Faktoren.

die bärengeschichte glaube ich eher weniger, da mir zerfetzte Zelte von Bären bekannt sind. Das riecht den Viechern so lecker, die machen anschließend nicht Ordnung im Zelt sondern fressen alles was sie kriegen können und kehren auch nochmal zurück wenn was übre bleibt. Das gibt ein massives Spurenbild.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 22:29
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Es könnte dadurch aber möglich sein, dass doch nur einer in diese subjektive Panik verfallen ist.
Wenn es eine starke Führungspersönlichkeit war, dann könnte er doch die anderen quasi angeleitet haben. Wer würde dann in einer Ausnahmesituation sich dagegen stellen und dagegen handeln.

Vielleicht haben sich doch alle anstecken lassen, weil sie der eigenen Einschätzung nicht getraut haben und nicht alleine zurück bleiben wollten. Nach dem Motto, der wird schon Bescheid wissen.

Das wäre ein Gruppenphänomen, wo man eine diffuse Ausgangslage benötigt und einen Anführer, der die Situation falsch einschätzt.
Ich verstehe schon was Du ansprichst. Das was Du meinst geht so in Richtung des Lemmingprinzips. Hier eine veranschaulichende Darstellung (Abb. 1):

http://rainer-e-ruehl.blogspot.de/2008/06/lemming-prinip-und-galileo-effekt.html


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 22:53
Zitat von lawinelawine schrieb:@Dornröschen
wie mein nick sagt - weiß ich bisschen was zum thema Lawinen;-)
Nun es ist nicht so, dass ich nicht schon den ein oder anderen verwunderten Gedanken über Deinen Nick verloren hätte. *gg*

Aber im Ernst. Unabhängig von der ganzen wissenschaftlichen Betrachtungsweise (es haben sich ja verschiedene Lawinen-Experten zu dem Vorfall geäußert und es wurde auch versucht anhand historischen Wetterdaten die Möglichkeit einer Lawinengefährdung zu rekonstruieren) ist es einfach spekulativ, wie bedrohlich oder nicht-bedrohlich die Situation wahrgenommen wurde.

Einigermaßen sicher ist (falls nicht, bitte verbessere mich): Es ist an der Zeltstelle keine Lawine niedergegangen. Entsprechende Spuren wären ja gefunden worden. Ebenfalls sicher ist: Nicht ein nicht drei nicht fünf sondern sieben der neun Studenten rannten wie von allen guten Geistern los ohne noch schnell nach ihren Schuhen zu greifen. (Die Schuhe und eine Jacke hätte man in der Eile ja noch nicht einmal anzuziehen brauchen, sondern hätte sie in der Hand mitführen können)

Also nehmen wir einmal an, eine Person ruft aufpeitschend "Nix wie weg hier, gleich geht eine Lawine ab"... verlieren da gleich acht andere Leute völlig den Kopf und rennen los. Und zwar über 1,5 Kilometer (!) weit? Möglich... aber ich glaube es nicht.

Was ich mir hingegen auch vorstellen könnte ist ein Streich. Ist es nicht so, dass einer der neun Hiker sehr warm (auch mit Schuhen) bekleidet war? Die russischen Ermittlungsakten sagen, dass dieser Mann angesichts seiner angemessenen Kleidung so schnell nicht erfroren wäre. Er starb an inneren Verletzungen. Vielleicht lag er wach und hielt es für einen tollen Scherz, die schlafende Meute durch irgend eine Horror-Meldung aufzujagen?


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 23:11
@Dornröschen
wer sich ein bisschen mit Russland während der kommunistischen Zeit beschäftigt hat, kann sich sogar mehr als einen Streich vorstellen. Ja, "Streich", der zur Panik führte wäre durchaus denkbar. ich kann mir aber sogar sowas wie ein befohlenes "Überlebenstraining" vorstellen. das völlig aus dem Ruder lief. dazu passt das halbwegs vernünftige Verhalten der Gruppe am Waldrand, Unterschlupf in der Schlucht mit Reisigunterlagen, 3v zurück zum Zelt geschickt, Feuer... und nicht zuletzt das Tragen der Klamotten der Toten.
die könnten theoretisch auch in 3 Gruppen aufgebrochen sein, oder zeitversetzt. Einen, der nicht wirklich zur Gruppe passte und sich davon einen Aufstieg auf der Karriereleiter versprach wenn "seine" Gruppe etwas besonderes leistete, kann ich mir sehr gut vorstellen.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 23:45
Wenn, dann käme folgender der Teilnehmer in Frage: Semen Zolotarev.

Ich zitiere mal die übersetzten Obduktionsergebnisse:
Body of Semen Zolotarev was found with two hats, scarf, short, long sleeve shirt, black sweater and a coat with two upper buttons unbuttoned. It was fairly clear that the guy didn't die from the coldness. On the contrary the den was pretty warm place for him. His lower part of the body was protected by underwear, two pairs of pants and a pair of skiing pants. He had a copy of newspapers, several coins, compass, and other few items. His legs were protected by a pair of socks and a pair of warm leather hand made shoes known as "burka". They probably couldn't keep him warm for a long time, but in the den it was sufficient in keeping the man alive. Additionally the body of Zolotarev had a camera around his neck as it it clearly seen on the pictures. We should add that this camera became a complete surprise to Yury Yudin. He assumed the group had only four cameras that were found in the tent. And all of the sudden a fifth camera turned out on the body. Unfortunately melting water damaged the film. But the question still lingers. Why did Zolotarev left the tent with the camera and why did he take two cameras to the trip? One was used on daily basis and everyone saw it. It was left in the tent and discovered there by the search party, but another was hidden throughout a journey and was found only after Semen Zolotarev have died.

- eye balls are missing
- missing soft tissues around left eye brow, size 7*6cm, bone is exposed
- flair chest, broken 2, 3, 4, 5 and 6 ribs on the right side, two fracture lines
- open wound on the right side with exposed bone, 8*6cm in size

Both Zolotarev and Dubinina have an interesting pattern of injuries. They are very similar in direction and force despite difference in shape, height and body composition of the two. This would suggest that whatever caused these injuries was not a single uniform event.
Und hier noch einige persönliche Infos über Semen Zolotarev, der rund 12-15 Jahre älter war, als die anderen Hiker:
Semen "Alexander" Zolotarev (Семен "Александр" Золотарёв)- He was born in 1921. He was the oldest and also the most mysterious member of the group. A native of North Caucasian Kuban Cossacks he survived the Great Patriotic War serving from October 1941 till May 1946. Survival rate for generation born in 1921- 22 was 3% so Semen Zolotarev was very very lucky man. Additionally his real name was Semen while everyone called him "Sasha" or "Alexander". There is no credible evidence of why he chose to introduce himself by a different name. It is known that he joined a Communist party after the war. In April 1946 Zolotarev transferred to Leningrad Military Engineering Univeristy. Later he transferred to Mink Institute of Physical Education (GIFKB). In the yearly 50's he worked as a guide for tourist base of "Artybash" in Altai in South Siberia. Although his carrier might seem usual it is hard to explain certain points in his biography. He could have stayed in the army, but left it. He could have stayed and work as a tourist guide at one tourist base and yet he moves across the country repeatedly without explanation. Additionally being a Cossack from the South it is highly unusual that he never got married, never had any kids and had numerous strange tattoos that he hid under his clothing. These tattoos included his birth year "1921", a military slogan as well as letter Г+С+П=Д. The last was common among Soviet soldiers who served together for a long time. Russian letter "Д" stands for "дружба" or "friendship". Three letters were first letters of the three soldiers. "С" stood for "Семен" or "Semen" in Russian. Others two names are unknown. We can only make guesses. Ironically he was supposed to celebrate his 38th birth day on February 2nd. This also becomes the date of his death.



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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

26.05.2013 um 23:52
@lawine
Bezogen auf Deinen Beitrag würde ich annehmen, dass Semen den bösen und folgenreichen Scherz eingeleitet haben könnte. Vielleicht wollte er vor seinen jungen Reisebegleitern Eindruck schinden, indem er sie in eine auswegslose Situation lockte, um sich dann zuletzt als Überlebenskünstler und Held aufzuspielen? Oder denkst Du eher, eine solche Aktion könnte politisch angeordnet worden sein?


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

27.05.2013 um 09:12
@Dornröschen
@lawine

Ein Scherz wäre auch eine Möglichkeit, aber dafür halte ich die Lage für zu existenziell bedrohlich und zu gefährlich. Als erster Auslöser kommt es durchaus in Frage, aber auch da muss noch was anderes dazukommen um die Panik, den Scherz über längere Zeit (bei der Kälte sind das sicher schon Minuten) aufrechtzuerhalten.

Für mich bleibt es nach wie vor so, dass einzelne Details erklärt werden können, aber insgesamt nicht überzeugen. Leider...


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

27.05.2013 um 16:28
@Bundeskanzleri
@Dornröschen
@lawine
@Cosma_Leah
@PrivateEye
@busenwunder
@emodul

Ich versuche mal die Ergenisse dieser Untersuchung von Brawlers und Slobtsov kurz zusammenzufassen:
Die Autoren berücksichtigten, was man heute über Bergunfälle weiß, sie verglichen zahlreiche andere Unglücksfälle mit dem Geschehen und befragten Experten und Wissenschaftler.

Nach Auswertung von Wetterdaten ergab sich für diese Nacht eine extreme und gefährliche Wetterlage:
Die Temperatur war abends um 24 Grad auf minus 28 Grad gefallen und es war stark windig.

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Zeltwand beschädigt war (theoretisch könnte sogar der Wind das Zelt zerissen haben), hätte wegen der Kälte niemand die Nacht im Zelt überleben können.

Die einzige Chance war, im Wald Schutz vor dem Wind zu suchen und dort mit Schnee und Ästen etc. eine Notunterkunft zu bauen.

Dafür hätten sie allerdings nur wenig Zeit gehabt, selbst mit Winterkleidung bleibt ein Mensch unter diesen Bedingungen nur maximal 3 Std handlungsfähig (bewegungsfähig).

Auch bei ähnlichen Unglücksfällen, war es schon vorgekommen, dass Leute z.B. ohne Schuhe aus einem defekten Zelt geflüchtet waren, der Grund war, dass die Schuhe nass und gefroren waren.

Brawlers und Slobtsov vermuten, dass sich ein kleines Schneebrett (5-7 Kubikmeter) auf das Zelt schob und bei 3 Personen schwere Verletzungen verursachte.

(Auch bei wenig Gefälle sind Lawinen möglich und die Spuren der Lawine können wetterbedingt schnell wieder verschwunden sein / nach Meinung von Ärzten könnten die Verletzungen auch von einer Lawine stammen)

Die Gruppe konnte sich nur durch Aufschneiden aus dem Zelt befreien.
Aus unbekannten Gründen schafften sie es aber nicht, Kleidung und, auch besonders fatal, Axt und Säge aus dem Zelt zu bergen.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

27.05.2013 um 23:48
Danke @Tajna für Deine Zusammenfassung.

Einige der Thesen von Brawlers und Slobtsov halte ich für sehr interessant und nachvollziehbar, mit anderen tue ich mich schwer.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

28.05.2013 um 06:32
@Dornröschen

Alles was Brawlers und Slobtsov vermuten, sichern sie durch die Schilderung von ähnlichen Unglücksfällen ab, die genauer untersucht wurden.

Es ist tatsächlich nicht so, dass die Gruppe um Dyatlov die einzige Ski-Gruppe war, die in der Umgebung eines zerrissenen Zelts erfroren aufgefunden wurde.

Es kam auch schon mehrfach zu Lawinen an sanften Hanglagen, bei denen zahlreiche Camper getötet wurden.

Wie man auf dem letzten von @emodul geposteten Foto sieht, hatte die Gruppe das Zelt bergseits an eine steilere Stelle plaziert und dort den Schnee unten entfernt, um eine Art Schutzwand zu erhalten.
Das würde nach Meinung der Autoren schon dafür ausreichen, den am Hang darüber liegenden Schnee zu destabilisieren.
In dem Buch finden sich auch mehrere Details, die die Theorie von einem Schneebrett stützen, darunter auch, dass im Umkreis von 10 Metern um das Zelt keinerlei Spuren gefunden wurden.

Brawlers und Slobtsov sprechen offen aus, dass das mit dem Schneebrett nur eine Theorie ist, für die es eben einige Hinweise gibt.
Das gleiche gilt für die Vermutung, dass die schwereren Verletzungen durch dieses Schneebrett verursacht wurden und die Vermutung, dass Dubinina und Zolotarev trotz ihrer Rippenbrüche noch einigermaßen laufen konnten (sie berufen sich hier auf neuerstellte ärztliche Gutachten).


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

28.05.2013 um 10:19
Zitat von TajnaTajna schrieb:In dem Buch finden sich auch mehrere Details, die die Theorie von einem Schneebrett stützen, darunter auch, dass im Umkreis von 10 Metern um das Zelt keinerlei Spuren gefunden wurden.
so? das ist mir neu und höchst interessant!!! gibts da ne quelle zu, aussagen von erstfindern?
die interpretation der lawinenexperten finde ich aber auch klasse. also wenn ich das richtig verstehe kam da also das schneebrett, pluff, und n paar waren verletzt. um ja nicht die schöne lawine zu zertrampeln und spuren zu hinterlassen konstruierte man dann (vermutlich aus socken und schuhen) eine 10m lange bruecke ueber die man sich hangelte? oder wars etwa doch der bär, der sie alle ein stueck weit mit seinem hubschrauber mitnahm? verdammt, mir kommen schon wieder zweifel.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

28.05.2013 um 12:08
@busenwunder

Soviel ich weiß, ist das aus dem ursprünglichen Untersuchungsbericht, dass rund ums Zelt keine Spuren waren.

Aus dem Grund meinen Brawlers und Slobtsov, dass der Wind dort den Schnee abgetragen hat (und möglicherweise auch die Spuren eines Schneebretts), in der Zeit bis die erste Suchmannschaft kam.

Irgendetwas muss die Gruppe ja dazu gebracht haben, das Zelt ohne ausreichende Kleidung und ohne Werkzeuge wie Axt, Schaufel und Säge zu verlassen, dafür reicht ein Riss in der Zeltwand normalerweise nicht aus, auch wenn er ein Grund dafür gewesen wäre, das Zelt zu verlassen und im Wald Schutz zu suchen.

Da die Wetterbedingungen in dieser Nacht mit Sturm und 28 Grad minus sehr lebensfeindlich waren - Brawlers und Slobtsov schätzten, dass ein Mensch unter diesen Bedingungen höchstens 3 Std. lang bewegungsfähig bleibt - sind Angriffe durch Menschen oder "Schnee-Menschen" auch ziemlich unwahrscheinlich.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

28.05.2013 um 19:17
@Tajna
Sind denn solche Temperaturen da ungewöhnlich?
Oder hatten sich die Leute nicht sowieso auf so tiefe Temperaturen eingestellt?
Es muss doch die Nächte davor ählich kalt gewesen sein, ob da ein paar Grad mehr oder weniger so viel ausmachen?

Aber dein Argument, dass sich bei dem Wetter kein anderes (menschliches) Wesen draussen herumtreibt finde ich gut.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

28.05.2013 um 20:46
@Tajna
Dass die Spuren einer kleinen Lawine oder auch eines kleinen Schneebretts vom Wind "zerblasen" worden sein könnten, halte ich definitiv für erwägbar. Ich habe mir zahlreiche private Hiker-Videos die in dieser Region gedreht wurden bei YouTube angesehen - und es fiel mir sofort auf, dass unbefestigter Neuschnee bei starkem Wind oft massiv durch die Gegend gewirbelt, ja regelrecht abgetragen wird. Allein dieser Umstand gibt meines Erachtens den Lawinen-Befürwortern durchaus Recht. Vielleicht mag man aufgrund der Bilder des Zeltes, wie es von dem Bergungstrupp vorgefunden wurde, mangels entsprechender Lawinenspuren nur schwer an einen Schneeabgang glauben. Aber denkbar ist er nun einmal trotzdem.

Wovon ich jedoch nicht ausgehe (und ich glaube entsprechendes wurde hier auch nie behauptet) ist dass eine wirklich nenneswerte Lawine oder ein größeres Schneebrett auf das Zelt niederging. Da hätte es das Zeltlager (einschließlich der vorgefundenen Spuren) in alle Richtungen zerstreut und obendrein hätte der Bergungstrupp auch Lawinenspuren entdeckt, da der Wind ganz sicher nicht die gewaltigen Schneemassen einer "richtigen" Lawine hätte zerblasen können.

Ja @Tajna ich tue mir in der Tat schwer, an einen exorbitant wuchtigen Lawinenaufprall auf das Zelt zu glauben. Wie gesagt, der Hang an dem sich das Zelt befand soll eine Neigung von 15° aufweisen. Kann eine Lawine oder ein Schneebrett dort ein sonderlich schnelles Tempo erlangen? Selbst wenn sich ein Schneebrett an einem höher gelegenen, steilen Bergabschnitt gelöst haben könnte (ob es einen solchen steilen Bergabschnitt überhaupt gibt, wissen wir leider nicht) dann wäre die Lawine am flachen Hang doch zumindest ausgebremst worden. Vielleicht bin ich da zu unwissend... aber ich meine beobachtet zu haben, dass Lawinen und Schneebretter immer schnell zum Stillstand kommen bzw. auslaufen, sobald sie in flache Bergabschnitte gelangen. Ich denke der Reibungswiderstand des Bodens ist auf einer beschneiten Oberfläche zu hoch, als dass die Lawine dort nahezu ungebremst weiterlaufen würde, sobald sie von einem steilen Hang in einen flach abfallenden Hang läuft.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:@Tajna
Sind denn solche Temperaturen da ungewöhnlich?
Oder hatten sich die Leute nicht sowieso auf so tiefe Temperaturen eingestellt?
Es muss doch die Nächte davor ählich kalt gewesen sein, ob da ein paar Grad mehr oder weniger so viel ausmachen?
@Bundeskanzleri
Ich teile Deine Überlegungen vollkommen.

-24° bis -28° gelten im Ural im Winter sicher nicht als ungewöhnlich. Selbst in Jekaterinburg (!) gehen die Temperaturen gerne deutlich unter die -20° Marke.
Klar wären -28° für uns ein Horror... aber am, Dyatlov-Pass im nördlichen Ural dürfte dieses Klima - vor allem im Winter - niemanden sonderlich aufregen.

Wer sich wie die verunglückten Hiker im Winter tagelang in der freien Natur des Uralgebirges bewegt, wird sicher nicht vom einen Moment auf den Nächsten sagen "oje, nun ist es -28° Grad kalt, uns bleiben nur noch wenige Stunden bis zum Erfrierungstod, schnell lasst uns ohne Schuhe und ohne Jacken in den Wald flüchten". Die lebten und überlebten auch die Tage zuvor mit und unter diesen Temperaturen.

Auch wenn ich mich da nun auf eine andere Ural-Region beziehe: Die Sibirer aus der Region Jakutien schicken ihre Kiddies bis -55 Grad noch in die Schule, selbst wenn die Kleinen einen weiten Fußmarsch zur Schule haben.
Es gibt zum Beispiel eine Doku über die Ewenken (ein sibirisches Volk von Rentierzüchtern), die sich auch bei den extremsten Tiefsttemperaturen stundenlang im Schnee aufhalten, um ihrer Arbeit nachzugehen. In der Doku (Youtube: Vergessene Völker  Die Ewenken in Sibirien Reportage über vergessene Völker
Vergessene Völker Die Ewenken in Sibirien Reportage über vergessene Völker
) wurde der Ewenke bei dieser Arbeit sogar von seinem kleinen Sohn begleitet.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

28.05.2013 um 21:07
Ich korrigiere meinen vorangegangenen Beitrag: Laut Wikipedia kann es in Jekaterinburg im Winter auch bis zu -40° kalt werden:
Das Klima der Region ist kontinental mit großen Temperaturschwankungen. Die Sommer sind bis zu 35 °C warm, aber kürzer als in Mitteleuropa. Frühjahr und Herbst sind ausgesprochen kurz. Die Winter hingegen können bis zu 6 Monate dauern und erreichen Temperaturen bis -40 °C .
(Quelle: Wikipedia: Jekaterinburg#Klima)

Also wie gesagt... wir sollten davon ausgehen, dass die Hiker durchaus kälteerprobt gewesen sein dürften, und sehr gut wussten, wie man sich in einem solch lebensfeindlichen Klima kleidet und verhält, um nicht zu erfrieren.

Klar dürften die großen Risse im Zelt (wie auch immer sie dort hineingekommen sein mögen) eine sehr ungemütliche Situation hervorgerufen haben. Kalter Wind ist nicht zu unterschätzen. Aber ich denke die Studenten führten sicher Flickzeug mit sich, und/oder wären in der Lage gewesen sich einen Schneewall zu erbauen, um den Wind abzuhalten. Allein die Risse im Zelt stellen für mich keinen Grund dar, um ohne Schuhe, ohne Ausstattung und ohne warme Bekleidung in den Wald zu fliehen.


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28.05.2013 um 21:10
@Bundeskanzleri

Die Gruppe hatte sich zuvor in der Taiga bewegt und das war jetzt ihre erste Nacht im Gebirge.
Die Kälte und den Sturm muss man zusammenrechnen, dann entsprach die Situation etwa minus 48 Grad bei Windstille.
Sie hatten wohl nicht mit so einer raschen Wetterverschlechterung gerechnet, nachdem es abends nur 4 Grad minus hatte, sonst hätten sie vielleicht ihr Zelt nicht so weit weg vom schützenden Wald und von einer Brennholzquelle aufgebaut.
Die Kleidung, die die damals hatten kann man nicht mit heutiger Wintersportkleidung vergleichen, möglicherweise war sie auch noch nass.

Mangels eigener Erfahrung muss ich mich hier auf die Angaben von Brawlers und Slobtsov verlassen, die selbst erfahrene Bergsportler sind.
Die meinten jedenfalls, dass das Leben der Gruppe auch mit ausreichend Kleidung in großer Gefahr gewesen wäre, allein weil der Wald so weit weg war.

Was die Möglichkeit einer Lawine an diesem Hang betrifft, haben sich Brawlers und Slobtsov von Wissenschaftlern beraten lassen, außerdem haben sie mehrere Lawinen-Unfälle an ähnlich sanft geneigten Hängen aufgeführt, bei denen es zu Todesfällen kam.


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Der Dyatlov-Pass-Vorfall

29.05.2013 um 09:35
@Tajna
Zitat von TajnaTajna schrieb:Brawlers und Slobtsov vermuten, dass sich ein kleines Schneebrett (5-7 Kubikmeter) auf das Zelt schob und bei 3 Personen schwere Verletzungen verursachte.
Was auch meine Vermutung war/ist.

Der Rest war dann eine maximale Verkettung unglücklicher Begebenheiten, die in ihrer Summe letztendlich auf das fatale Finale hinausliefen.


@Dornröschen
Ich denke sie sind geflohen, weil sie dachten, es wäre eine größere Lawine bzw diese würde noch/gleich kommen.


mfg
Eye


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