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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

13.538 Beiträge, Schlüsselwörter: Prozess, Steenkamp, Pistorius, Trial

Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 20:43
wenn es nicht zu traurig wäre...Aber irgendwie passend:
www.titanic-magazin.de/news/za-law-6741/


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 20:47
@Rabenfeder
Ich stimme mit dir grundsätzlich überein, dass es noch eine Vielzahl offener Punkte gegeben hätte, die man von Seiten der Anklage hätte (näher) einbeziehen können. Bei vielen Aspekten bin ich allerdings überzeugt, dass sie den Fall im Sinne der Anklage nicht vorangebracht, evtl. sogar diesem eher geschadet hätten.
Was Sam Taylor anbelangt, konnten wir heute von der Richterin erfahren, welche Aussagekraft sie ihren Angaben zumisst: Keine. Sie ist nur die frustrierte, rachsüchtige Ex-Freundin.
Eine Befragung von Sam durch den Staatsanwalt zu ihrer Beziehung mit Oscar Pistorius wäre überdies als Beweismittel im Wesentlichen nicht zulässig gewesen. Die Staatsanwaltschaft hat nur in zwei eng begrenzten Ausnahmefällen die Möglichkeit, Beweise über den schlechten Charakter des Angeklagten einzubringen: Unter bestimmten Bedingungen darf während des Kreuzverhörs des Angeklagten darauf eingegangen werden. Zudem ist es zulässig, einen Zeugen der Verteidigung, der den guten Charakter des Angeklagten belegen soll, im Kreuzverhör auch hinsichtlich negativer Eigenschaften zu befragen (diese Option ergab sich im Prozess z.B. als der Manager OPs aussagte). Ansonsten ist bad character evidence unzulässig, wird also vom Gericht nicht in die Entscheidung miteinbezogen, da solche Beweismittel für die Bewertung der Tat keine Aussagekraft haben. Auch gute Menschen können schlechte Dinge tun bzw. umgekehrt können auch Menschen mit schlechtem Charakter Gutes tun. Stereotypes Denken soll vermieden werden, daher bestehen die Restriktionen hinsichtlich der Zulässigkeit solcher Beweismittel.
Dazu z.B.: http://criminallawza.net/tag/criminal-law-2/

Wenn es um die Frage geht, welche Zeugen vorgeladen werden, ist in erster Linie entscheidend, ob sie zur Untermauerung des eigenen Falles etwas beitragen können. Dafür werden von Seiten der Polizei und Staatsanwaltschaft (und auch von Seiten der Verteidigung) vorab Befragungen durchgeführt. Im Fall von Gärtner Frank war z.B. erkennbar, dass er zum Tatgeschehen keine Angaben machen konnte (bzw. wollte). Es machte daher keinen Sinn, ihn vorzuladen – auch, wenn man den Verdacht hat, dass er nicht die Wahrheit sagt. Letztlich hat man keine Handhabe, ihm das Gegenteil zu beweisen und ihn zu einer Aussage zu zwingen. Befragungen durch den Staatsanwalt zu OPs Character und seinen Gewohnheiten sind, ohne dass der Zeuge zudem tatrelevante Angaben machen kann, auch in diesem Fall grundsätzlich kein zulässiges Beweismittel. Es war auch kaum zu erwarten, dass der Angestellte Oscars über diesen vor Gericht etwas Negatives aussagen wird. Frank dennoch vorzuführen, obwohl bereits zuvor bekannt war, dass er zu den tatrelevanten Fragen keine Angabe machen wird, wäre möglicher Weise auf den Unmut der Richterin gestoßen.

Im Übrigen kann Nel grds. nur mit den Ergebnissen arbeiten, die ihm seine Experten liefern. Wenn diese z.B. nicht nachweisen konnten, dass das Handy bzw. die Anruflisten manipuliert wurden, muss er das so hinnehmen. Dasselbe gilt, wenn der Blutspurexperte und der Gerichtsmediziner nicht beweisen können, dass es vor den Schüssen Gewalteinwirkungen gegen Reeve gab. Auch konnte nicht festgestellt werden, auf welche Weise die Beschädigungen am Badezimmerblech entstanden sind – selbst wenn man die Ursache hätte ergründen können, wäre damit nicht nachgewiesen, wann genau der Schaden entstanden ist. Das wird in gleicher Weise für das beschädigte Fenster gelten. Hier gab OP an, es sei beim Ballspielen mit den Hunden zerbrochen, eine neue Scheibe war besorgt, aber noch nicht eingebaut. Diese Angaben ließen sich offenbar nicht widerlegen. Irgendwelche Vermutungen oder weitreichende Spekulationen, die nicht durch ein Expertengutachten belegbar sind, würden keinen professionellen Eindruck vermitteln und wären auch unnötig, da sie den eigenen Fall nicht wirklich voranbringen. Insbesondere bei solchen Aspekte, bei denen weder die genaue Ursache noch der direkte (zumindest zeitliche) Bezug zur Tat hergestellt werden kann, halte ich es grds. für die richtige Herangehensweise, dass der Staatsanwalt diese nicht in allzu weitreichende Spekulationen einbaut. Ich halte es für sinnvoll, -wie geschehen- diese Aspekte grds. im Rahmen der Beweisführung zu benennen bzw. zu zeigen, damit das Gericht die Möglichkeit hat, sie zur Kenntnis zu nehmen. Letztlich wird das Gericht jedoch diesen Punkten keinen allzu großen Wert beimessen. Es gilt hier das rechtliche Prinzip (auf das Masina sich ja auch einige Male berufen hat), wonach Schlussfolgerungen aus Fakten und Indizien, die den Angeklagten belasten, nur gezogen werden dürfen, wenn realistischer Weise keine anderen Deutungen in Betracht kommen. Insbesondere dann, wenn sich nicht belegen lässt, dass z.B. die Beschädigungen an der Schlafzimmertür, am Badezimmerblech, dem Fenster im EG, zeitlich am Tatabend im Rahmen des Tatgeschehens entstanden sind, kann das Gericht dem keine Bedeutung für die Urteilsfindung beimessen. Die entsprechenden Fotos wurden gezeigt und es bestand so zumindest die Chance, das sie einen entsprechenden Eindruck hinterlassen. Wäre Nel jedoch darauf z.B. im Schlussplädoyer, das ohnehin zeitlich stark limitiert war, näher eingegangen, hätte er mMn die Schwerpunkte falsch gesetzt. Es hätte Diskussionen mit der Richterin gegeben, die die Aussagekraft dieser Punkte für die rechtliche Bewertung des Mordgeschehens hinterfragt hätte – so wie es ja z.B. auch bei der Bewertung der Wats App-Nachrichten Reeves geschehen ist. Letztlich hätte sie diese Punkte genauso unter den Tisch fallen lassen wie eben die genannten Messages.

Der entscheidende Punkt war in diesem Fall die Tötungsabsicht. Genau daran ist auch letztlich die Bewertung des Falles als Mord (meiner Überzeugung nach zu Unrecht) gescheitert. Was diesen entscheidenden Aspekt anbelangt, kann ich keine groben Versäumnisse der Anklage erkennen. Nel hat hier sowohl für den Fall, dass OPs Version verworfen wird, als auch für den Fall, dass seine Geschichte akzeptiert wird, dargelegt, warum eine Tötungsabsicht vorliegt – dabei ist er auf beide Varianten, nämlich Dolus directus und Dolus eventuales, eingegangen. Er hat den error in persona definiert – dies alles wurde leider von der Richterin nicht angenommen.

Wenn jemand unbedingt OPs Version akzeptieren möchte, ist es äußerst schwierig, ihn –egal mit welchen Fakten, Beweisen, Indizien und Argumenten - vom Gegenteil zu überzeugen. Ich denke daher, dass Nel auch bei einer besseren Aufbereitung seines Falles keine Chance gehabt hätte…

Es wird nun erwartet, dass eine Entscheidung über die Einlegung von Rechtsmitteln gegen das Urteil durch die Staatsanwaltschaft nach Bekanntgabe des Strafmaßes getroffen wird.

Dazu eine interessante Einschätzung von Ulrich Roux, der davon ausgeht, dass die Verteidigung auch bei einer relativ hohen Haftstrafe wohl eher keine Rechtsmittel einlegen wird, da das Risiko zu hoch ist, dass das Berufungsgericht OP dann doch wegen Mordes verurteilt…
http://www.theguardian.com/world/2014/sep/12/pistorius-verdict-questioned-as-state-prepares-appeal?CMP=twt_gu


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12.09.2014 um 21:05
BaroninVonPorz schrieb:Eine Befragung von Sam durch den Staatsanwalt zu ihrer Beziehung mit Oscar Pistorius wäre überdies als Beweismittel im Wesentlichen nicht zulässig gewesen.
Sie wurde aber doch über die Beziehung befragt!?
RS schrieb - sie habe manchmal Angst vor OP. Von ST hätte man doch dazu fragen können, in wie weit sie diese Angst nachvollziehen kann. Und da hätte sie die Möglichkeit gehabt...
BaroninVonPorz schrieb:Im Fall von Gärtner Frank war z.B. erkennbar, dass er zum Tatgeschehen keine Angaben machen konnte (bzw. wollte).
Wieso konnte die Anklage in Plädo behaupten, dass Frank gar nicht im Hause war, obwohl er laut ms Stander da war!?

***

Vielen Dank für die Erklärungen in 20:47!


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Luminarah
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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:05
BaroninVonPorz schrieb:Wenn jemand unbedingt OPs Version akzeptieren möchte, ist es äußerst schwierig, ihn –egal mit welchen Fakten, Beweisen, Indizien und Argumenten - vom Gegenteil zu überzeugen. Ich denke daher, dass Nel auch bei einer besseren Aufbereitung seines Falles keine Chance gehabt hätte…
Genau so ist das auch bei deutschen Zivil und Strafprozessen, der Richter hat oft eine Meinung,von der er keinesfalls abzubringen ist.
Die Staatsanwaltschaft hat ihre Arbeit gut gemacht ,die Richterin leider nicht. Die Ablehnung des Dolus eventualis steht auf tönernen Füssen. Man kann nur hoffen ,dass diesbezüglich eine Berufung eingelegt wird.

Aus obigen Link:

In delivering her ruling, judge Thokozile Masipa said that "a reasonable person would have foreseen if he fired shots at the door, the person inside the toilet might be struck and might die as a result", which suggests a classic case of dolus eventualis.

But the judge seems to have cleared him of this charge because she felt that, to be guilty of common-law murder, Pistorius needed to have foreseen that his actions would kill a specific person – Reeva Steenkamp.


Die Richterin widerspricht sich hier . Und d a s darf in einem solchen Prozess nicht passieren ,egal wie man das Urteil findet, aber gut begründet hätte es sein müssen.

Um mit Masipa zu sprechen
Niemand steht über dem Gesetz -> nur Manche ein bisschen.


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:15
fortylicks schrieb:außer in Onkelchens Haus rumzuhängen
Auf Dauer dürfte ihn das nicht zufriedenstellen. Wer mal so gefeiert wurde, der lechzt nach dem roten Teppich und nach Applaus. Aber sobald er sich in der Öffentlichkeit bewegt, wird er mit der Tat konfrontiert werden, und wenn er nur schief angeschaut wird. Den Rest besorgt dann sein "anger problem", dein prophezeiter Vorfall ist ebenso sicher, wie es Oscars Haus vor Intrudern war.


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:20
@Ahnungslose
Sam war ja in erster Linie als Zeugin für den sunroof-Vorfall geladen. Die Gelegenheit hat Nel genutzt, um auch weitere Fragen zu stellen – soweit diese aber den schlechten Charakter von OP betreffen wird das Gericht sie als unzulässig oder zumindest irrelevant bewertet haben (es gab ja insgesamt sehr viele Aussagen, die letztlich zumindest irrelevant waren). Dass Reeva ihre Angst vor OP zum Ausdruck gebracht hat, hatte für die Richterin keine Bedeutung. Beziehungen sind dynamisch, hat sie dazu festgestellt...Ich denke nicht, dass eine Aussage Sam Taylors, die nach den strengen Regeln zu den bad character Beweisen gar nicht zulässig gewesen wäre, eine andere Bewertung erbracht hätte. Sams Glaubwürdigkeit wurde ja ohnehin als sehr gering eingeschätzt. Daher vermute ich, dass dies Nels Fall nicht wirklich hätte helfen können.

Was die Aussage der Anklage zu Frank angeht, fehlen mir genauere Informationen. Ich hatte es so verstanden, dass er nicht direkt im Haus, sondern in einem Anbau, der neben der Küche liegt, wohnte. Dann wäre es nicht falsch zu behaupten, dass nur 2 Personen im Haus waren. Ich denke, es sollte damit in erster Linie zum Ausdruck gebracht werden, dass es nur 2 unmittelbare Tatbeteiligte – Täter und Opfer – und keine direkten Augenzeugen bzw. Zeugen, die direkt vor Ort waren, gab.


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:20
@muscaria
Ja, das ist zu befürchten! Er will unbedingt in sein altes Leben zurück; und wenn es ihm
ermöglicht wird, dann wird er da anknüpfen, wo Reevas Leben endete.....the fast life auf
Oscar Pistorius; bitte nicht!!!!


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:22
Samantha hat ja nicht viel erzählt im Interview.
Nur dass sie manchmal eingesperrt wurde von OP.

Aber wo kann man im Haus jemanden einsperren ausser auf der Toilette ?

Es gibt doch Fenster im Erdgeschoß, Terassentüren.

Wieso läßt man sich einsperren ?
Es gibt Telefon ? Polizei ? Nachbarn ? Frank ?


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Luminarah
ehemaliges Mitglied

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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:25
@fortylicks

Der hat schon kurz nach dem Mo .. Äh dem Tötungsdelikt gefeiert ,was denkst du ,was da jetzt abgehen wird.

Saufen bis der Arzt kommt ,ach ja und die Girls natürlich.


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:26
@.lucy.
sie hat ja auch noch ausgesagt, zumindest im Print-Interview, dass er sie kniff, bis sie
blaue Flecke hatte, dass er eifersüchtig war und sie kontrollierte (bis zu 300 Nachrichten
am Tag?!), er nicht wollte, dass sie sich hübsch machte - vor allem nicht für andere Männer :(-
usw.
Die Frage ist nur, warum sie bei ihm blieb bei diesen Vorkommnissen. Aber Reeva hat scheinbar
auch zulange zugewartet :(


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12.09.2014 um 21:26
@Luminarah
so schlimm es ist; Du wirst Recht haben!!! :(


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:35
Luminarah schrieb:Der hat schon kurz nach dem Mo .. Äh dem Tötungsdelikt gefeiert
Btw., "manslaughter" ist ja bekanntlich der englische Terminus technicus für "fahrlässige Tötung" --- für mich ist's zukünftig ein Synonym für OP ...

Passt schon


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:36
Ich kann mir nicht vorstellen, dass OPs Familie ihm glaubt.
Alles gute Schauspieler und man muss ja gegen die böse Welt zusammen halten
Eben ein Familienclan und der Namen darf nicht beschmutzt werden


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12.09.2014 um 21:36
@BaroninVonPorz
BaroninVonPorz schrieb:Insbesondere dann, wenn sich nicht belegen lässt, dass z.B. die Beschädigungen an der Schlafzimmertür, am Badezimmerblech, dem Fenster im EG, zeitlich am Tatabend im Rahmen des Tatgeschehens entstanden sind, kann das Gericht dem keine Bedeutung für die Urteilsfindung beimessen
Ja das ist schon klar - aber es gibt Methoden festzustellen, ob solche Beschädigungen alt oder frisch sind.
Wikipedia: Fractography
Woran lag es, dass so etwas nicht untersucht wurde?
Ich werde den Verdacht einfach nicht los, dass die Anklage die Möglichkeiten nicht dargestellt hat, bestes Beispiel ist und bleibt Vermeulen.


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12.09.2014 um 21:37
doppelt


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:51
@Rabenfeder

Was diese Methoden anbelangt, bin ich wirklich kein Experte. Selbst wenn man feststellt, dass die Beschädigungen relativ frisch sind, hätte sich dadurch noch nicht zwingend ein tatrelevanter und damit für OP belastender Bezug herstellen lassen. Wenn es mehr als eine (einigermaßen realistische) Möglichkeit gibt, solche Indizien zu deuten, dann dürfen sie nicht zu Lasten des Angeklagten verwendet werden. Von diesem Grundsatz hat Masipa ja bereits rege Gebrauch gemacht. So wurden z.B. die Erkenntnisse hinsichtlich Reevas Mageninhalt kurzer Hand aus der Bewertung gekegelt: Es war ja immerhin möglich, dass sie –während Oscar schlief- aufstand, die Alarmanlage ausschaltete, (er das Deaktvierungssignal im Schlaf überhörte), den Schläger entfernte, die Tür aufschloss und gemütlich zum Essen in die Küche ging (danach wieder alles retour).

Ich sehe durchaus ein, dass es noch mehr Möglichkeiten für die Anklage gegeben hätte, aber ich glaube, dass sie unter dem Strich für den Fall der Staatsanwaltschaft kein spürbares Vorankommen bedeutet hätten. Daher halte ich die Entscheidung, die Schwerpunkte anders zu setzen, grundsätzlich für richtig.


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:56
Vllt. ist die Richterin ja auch "nur" sehr religiös (soll bei fortgeschrittenem Alter ja auch noch zunehmen), und das ganz "Ringelpiez mit Anfassen" an den Verhandlungstagen, und dazwischen, sowie das Flehen um göttlichen Beistand, direkt nach der Tat, haben ihre Wirkung bei ihr nicht verfehlt ???
Ein tiefgläubiger Mensch kann im Grunde nicht schlecht sein, oder so ähnlich ...
Naja, irgendwie befindet man sich immer noch in so 'ne Art "Schockstarre", und sucht verzweifelt nach Erklärungen ...
Aber im Nachhinein wird so manches suspekter, so etwa auch das Filmchen mit der Tatnachstellung --- war es wirklich sooo eine Überraschung ???

Ich kann momentan gar nicht so viel essen, wie ich kot*** möchte ...

In diesem Sinne
-carpe noctem-


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 21:59
@BaroninVonPorz
BaroninVonPorz schrieb: Von diesem Grundsatz hat Masipa ja bereits rege Gebrauch gemacht. So wurden z.B. die Erkenntnisse hinsichtlich Reevas Mageninhalt kurzer Hand aus der Bewertung gekegelt: Es war ja immerhin möglich, dass sie –während Oscar schlief- aufstand, die Alarmanlage ausschaltete, (er das Deaktvierungssignal im Schlaf überhörte), den Schläger entfernte, die Tür aufschloss und gemütlich zum Essen in die Küche ging (danach wieder alles retour).
Hahaha...schöne Satire ;)

Das geht alles ein bißchen zu weit... finde ich... in diesem Fall (der "Zweifel" für den Angeklagten..)

Ich kann inzwischen kaum mehr glauben, dass diese Richterin angeblich frauenfreundliche Urteile gefällt haben soll bzw. sog."Beziehungstäter" streng verknackt haben soll...
mir scheint die Dame als Sohnesmutter eher vom Testosteron umnebelt zu sein oder so...nunja...
vielleicht auch ein Ergebnis des Lebens als Frau in SA....
so rätselt man sich durch dieses Urteil


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Der Prozess Oscar Pistorius und der Tod von Reeva Steenkamp

12.09.2014 um 22:14
@BaroninVonPorz
Und wir wissen ja auch erst im Nachhinein erst jetzt was sie nicht gewertet hat.

Zu Frank:

1. Er soll wohl sein Zimmer/seine Wohnung in dem linken Teil des Hauses gehabt haben (wenn man vor der Eingangstür steht). Es hieß ja, er wohnte neben der Küche und diese hat Van Rendsburg (?) in seiner Zeugenaussage als links von der Eingangshalle abgehend geschildert.

Für einen weiteren Anbau, in dem jemand wohnen kann, war/ist auf dem Grundstück gar kein Platz, das kann man anhand diverser Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven ersehen.

Außerdem sollte sich Frank nach Abschluss des ersten Ermittlungstages um die Versorgung/Fütterung der Hunde kümmern. Frank hatte Schlüssel zum Haus, diese nahmen ihm die Ermittler am gleichen Tag ab und bewahrten sie bei sich. Später wurden diese Schlüssel jedoch an Johan Stander übergeben.

Nachzulesen bei juror13 unter der Zeugenaussage von Van Rendsburg (?)

Laut Masipa
- fielen die Schüsse gegen 3.12/3.14
- um 3.19 rief OP Johan Stander an
- um 3.22 trafen die Standers bei OP ein

und bei ihrem Eintreffen stand Frank bereits ? komplett bekleidet ? draußen auf dem Grundstück. Also nur 10 Minuten nachdem die Schüsse gefallen waren, die er ja angeblich völlig verschlafen und somit im Bett gelegen hatte. Ein Schelm der Böses dabei denkt oder es für möglich hält, dass Frank längst angezogen war und sich die Frage stellt: warum wohl ?

Die Ermittler hatten sich sehr darüber gewundert, dass Frank sagte, er habe nichts gehört. Geglaubt haben sie ihm das nicht wirklich. Und da er sich zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe zur Küche aufgehalten bzw. dort gewohnt hat, MUSS er zumindest irgendetwas gehört, wenn nicht sogar
gesehen haben. Und letztendlich entscheidet nicht ein Zeuge, ob er aussagen
möchte oder nicht, sondern die jeweiligen Anwälte (Anklage oder Verteidigung) können bei Gericht
einen Antrag auf gerichtliche Vorladung des Zeugen stellen, und dann MUSS dieser aussagen.

Und Nel hätte Frank zu allerlei Dingen befragen können, die für ihn (Frank) vermutlich so harmlos geklungen hätten, dass er dazu u.U. doch etwas gesagt hätte. Z.B. wann er ins Bett, ob er zuvor noch mit OP gesprochen hat, ob er Reevas und OPs Ankunft mitbekommen hat etc. Ich
persönlich schließe somit nicht aus, dass Franks Aussage doch zumindest ein paar Dinge ans Licht gebracht haben könnte. Dass ihn die Verteidigung nicht aufgerufen hat, nachdem Nel seinen Fall geschlossen hatte, ist somit klar: sie haben genau das befürchtet.

Zum kaputten Fenster im Erdgeschoss:

Dieses Fenster ging bereits im Dezember 2012 zu Bruch, und richtig, beim Spielen von OP mit seinen Hunden.

OP gab an, dass er dieses Fenster ausgerechnet am 14./15. Februar 2013 (!) reparieren lassen wollte.

Die Tatsache, dass ein so von Angst und Panik vor Einbrechern gepeinigter Mensch geschlagene 2 Monate eine zerbrochene Scheibe im Erdgeschoss belässt wie sie ist, ist alleine schon sehr bezeichnend. Und dass die Reparatur dann angeblich (?) ausgerechnet am Tattag bzw. 1 Tag
nach der Tat erfolgen sollte, darf zusätzlich zu Zweifeln führen, zumal OP ja angeblich ebenfalls am 14. oder 15.02.2014 mit Reeva zum Juwelier fahren wollte wegen seines Valentinsgeschenks für sie. Zu blöd aber auch, dass es zu alledem nicht mehr kam, weil OP ausgerechnet am 14.02.2014 so ein dummer ? Fehler? unterlaufen ist. Aber er konnte das ja nicht vorhersehen, also, was will man machen?.


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12.09.2014 um 22:21
@BaroninVonPorz
BaroninVonPorz schrieb:Dazu eine interessante Einschätzung von Ulrich Roux, der davon ausgeht, dass die Verteidigung auch bei einer relativ hohen Haftstrafe wohl eher keine Rechtsmittel einlegen wird, da das Risiko zu hoch ist, dass das Berufungsgericht OP dann doch wegen Mordes verurteilt…
http://www.theguardian.com/world/2014/sep/12/pistorius-verdict-questioned-as-state-prepares-appeal?CMP=twt_gu
Bei einer Revision bestünden in der Tat große Gefahren.....
Obwohl sicher auch das in SA wieder hingebogen werden würde.

http://constitutionallyspeaking.co.za/pistorius-judgment-was-there-no-intention-to-kill-someone-behind-the-toilet-door/


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