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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

1.545 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Tiere, Ethik, Vegan ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 06:55
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Bestimmte Unterschiede sind rein biologisch nicht zu leugnen.
Und das macht die eine Art liebenswerter. Aber auch Lebenswerter?
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Schau' dir z.B. mal die Jugenaufzucht, oder den Unterschied in der Stressreaktion bei dicht gedrängter Lebensweise bzgl. z.B. einer Kuh und einem Mehlwurm(käfer) an.
Konform. Ich sag ja. Wir essen zu viel Fleisch. Und ehrlich, es gibt auch zu viele Menschen.
Gegen letzteres kann man Nix tun außer ein paar Kriege führen aber das lassen wir lieber.
Gegen ersteres kann jeder was tun. Ich sage nicht - kein Fleisch. Ich sage weniger. Ein zweimal in der Woche sind ausreichend. Nicht täglich Fleisch und Wurst. Macht das nur ne Handvoll ändert sich nix. Sie die Ausführungen von @paxito. Werden es aber immer mehr, auch über die Grenzen hinweg, ändert sich was. Langsam. Für sich selbst schauen wie oft und welches Fleisch man isst. Und als Gesellschaft Druck ausüben die Gesetze zu ändern.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Doch ein höheres kognitives Potenzial, andere Wahrnehmung, die da das Säugetier attraktiver macht?
Aha. Attraktiver - na klar. Bedingt das auch ein höheres Recht auf Leben?


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 13:41
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Und das macht die eine Art liebenswerter. Aber auch Lebenswerter?
Nochmals: Für mich ist ein Insekt nicht weniger lebenswert denn ein Säugetier oder Vogel, Fisch oder sonstiges Lebewesen. Aus dem Grund beabsichtige ich Tod oder Schädigung von allen diesen nicht.

Ich finde es merkwürdig, wenn Veganern (immer wieder) unterstellt wird, ihnen seien Insekten egal und es ginge um niedliche Kulleraugen und Fell. Vielmehr habe ich reichlich oft von Gemischtköstlern erlebt, dass es hieß "wenn da 'ne Spinne ist, die mach' ich tot", oder auch ich als "Öko" belächelt wurde wenn ich Insekten geholfen habe, auf Pestizide verzichtete o.ä. Leute die mit einem Kalb Mitleid haben und es deshalb nicht essen würden, aber Fischfilet geht dann doch (der Kopf ist ab) und die Spinne stirbt unter der Klatsche, weil diese wohl als weniger lebenswert empfunden werden.

Für mich ist ein Rind oder Hund nicht liebenswerter als meinetwegen ein Käfer. Es sind beides Lebewesen die nichts dafür können was und wie sie sind, interessant aus vielen biologischen Gründen, und sie sind sehr wahrscheinlich beide zu Leid fähig.
Rein aus biologischen Gründen ergibt sich aber ein ganz unterschiedliches Maß an Leid - hat nix mit "liebenswert" zu tun, sondern schon allein mit z.B. biologischen Umständen der Jungenaufzucht (da antwortest du ja auch "Konform."). Die z.B. Kuh wird Leid empfinden, nimmt man das Kalb weg, weil das Kalb nicht dazu in der Lage wäre, für sich zu sorgen - umgekehrt fürs Kalb, wennauch sich das Kalb eher noch beruhigen wird, bekommt es Nahrung.

Für mich ist eine Spinne, eine Blattlaus oder ein Tausendfüßer überhaupt nicht wenig lebenswert. (Sowas sehe ich andauernd immer bei Gemischtköstlern, von denen sehr viele alle möglichen Tiere, die mehr als vier Beine haben und weder ein Schmetterling noch ein "süßer" Marienkäfer sind töten wollen.) Rein praktisch sehe ich aber auch ganz einfach, und das dürftest du doch auch einsehen: Um einen Hund, einen Leguan, selbst noch einen Käfer kann ich herumlaufen, ebenso kann ich mich dafür entscheiden nicht den Salat mit Putenbruststreifen oder das Steak zu bestellen (es gibt so viele mögliche Mahlzeiten, mein Körper ist nicht auf Tierisches angewiesen, und ich kann auch mal eine Mahlzeit auslassen), irgendeinen Ledersitzbezug nicht kaufen zu müssen, während ich eine z.B. Milbe oder auch eine Blattlaus am Boden schlichtweg nicht sehe.
Zudem dürfte auch dir wohl einleuchten: Falls hierbei versehentlich ein Insekt stirbt (was ich schon schlimm finde - letztens fand ich am Hintereingang des Arbeitsplatzes eine Grille, die wohl im Schwenkbereich der Tür zerquetscht wurde* :(), was bitter ist, dürfte deren Leiden evl. weniger komplex sein als das von z.B. einer Kuh, die das Kalb weggenommen kriegt und sich die Gelenke kaputtsteht, über lange Zeit, bis es zum Schlachten geht.

*Und ich wette darauf: Viele hätten das wohl nicht traurig, sondern allenfalls eklig gefunden.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Gegen letzteres kann man Nix tun außer ein paar Kriege führen aber das lassen wir lieber.
Dagegen kann man nix tun? Man kann dagegen m.E. viel mehr tun als z.B. beim Gehen versehentlich eine Milbe zu zertreten.
Für mich persönlich gehört schonmal dazu: Wenn ich die Herstellungsweise eines noch dazu optionalen Produkts grausam finde, kaufe/konsumiere ich es nicht.

Wenn dir Insekten und andere kleine Tiere so wichtig sind: Was machst du denn speziell für deren Schutz, das ich nicht mache?
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Gegen ersteres kann jeder was tun. Ich sage nicht - kein Fleisch. Ich sage weniger. Ein zweimal in der Woche sind ausreichend. Nicht täglich Fleisch und Wurst. Macht das nur ne Handvoll ändert sich nix.
Ich finde es merkwürdig, wenn du einerseits sogar "ein, zweimal" in der Woche Fleisch konsumierst, das ganz okay findest und dich sicherlich bewegst, andererseits mir jedes nicht einmal aus normaler Augenhöhe sichtbare beim Gehen zertretene kleine Insekt vorzuwerfen. Warum?
Fairer wäre doch m.E. ehrlich zu sagen, z.B.: Das weglassen ist echt nicht verkehrt, aber ab und zu hab' ich halt Bock auf eine Wurst/ die Haribo mit Gelatine sind so lecker... Sich das einzugestehen fände ich ehrlich und fair.

Nochmal: Insekten, Schnecken, Würmer, Spinnen... sind für mich nicht weniger lebenswert. Ich vermeide Tierleid so weit wie möglich, sehe aber auch einfach alltägliche nicht vermeidbare Schäden bis zum Tod an sehr kleinen Tieren, die auch du einfach dadurch verursachst, zu leben. Und seinem Leben ein Ende zu setzen nur um Schaden an anderen auszuschließen kann man wohl wirklich nicht verlangen.

Und genau aus dem Grund konsumiere ich persönlich die ganzen m.E. optionalen tierischen Produkte (all jene die man so bei Lebensmitteln, Kleidung, selbst Dekorativem im Alltag immer wieder findet) nicht, bleibe aber doch am Leben (laufe, atme, und nutze auch medizinische Behandlungen falls diese unumgänglich sind). Finde ich okay so ;) Auch wenn damit nicht jegliches Tierleid verhindert werden kann (was ich auch nicht behaupte zu tun).
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Für sich selbst schauen wie oft und welches Fleisch man isst.
Meine Entscheidung war die, für mich selbst zu schauen und mehr wegzulassen. (Ich kann es nur nicht verstehen, wie du daraus schließt, Insekten und andere kleine Tiere seien weniger für mich wert, obwohl ich auch bei denen deutlich schaue Leid nach Möglichkeit zu minimieren, was hingegen vielen Menschen egal zu sein scheint.)


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 13:56
Ja.

Wahre Tierfreunde müssen vegan sein.

Wahre Freunde essen ihre lieben Freunde nicht.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 14:47
Zitat von KerMasKerMas schrieb:Ja.

Wahre Tierfreunde müssen vegan sein.

Wahre Freunde essen ihre lieben Freunde nicht.
Word. Alles andere ist wirklich absurd. Aber die Tierausbeuter sind sich offenbar für nichts zu schade, um ihre Position zu verteidigen. Um Tierausbeutung und Tiermord zu rechtfertigen, mutiert man dann plötzlich zum leidenschaftlichen Insektenrechtsaktivisten. Kann jeder selbst beurteilen, ob es diesen Leuten tatsächlich um die Rechte von Insekten geht oder einfach nur darum, die eigene Tierausbeutung irgendwie zu legitimieren. :)


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 15:35
Zitat von AnimaLiberateAnimaLiberate schrieb:Um Tierausbeutung und Tiermord zu rechtfertigen,
das lautet richtig: Tierproduktion und Schlachtung!

und nach wie vor ist beides nicht verboten oder unter strafe gestellt!
Zitat von AnimaLiberateAnimaLiberate schrieb:Aber die Tierausbeuter sind sich offenbar für nichts zu schade
das entscheidet wohl immer noch jeder für sich selbst.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 15:40
@cachelot

Deine Argumentation wirkt mir wie (es ist, der Vollständigkeit halber, kein Zitat oder "dir in den Mund legen", sondern wie ich das was du geschrieben hast interpretiere):
Alle Lebewesen sind gleich lebenswert -> zwar nicht täglich, aber mehrmals pro Woche Fleisch (andere tierische Produkte wie häufig?) konsumieren -> damit trägt man dazu bei, alle Tiere gleich wertzuschätzen: Leid an kleinen, oft für einen unsichtbaren Tieren nicht vermeidbar, also kann man auch die typischen tierischen Produkte konsumieren*, und es werden nicht die Insekten etc. benachteiligt, die von Menschen die kein Fleisch etc. essen anteilig mehr benachteiligt werden (plakativ: ich finde alle Lebewesen lebenswert, darum esse ich die einen, und kann die anderen nunmal nicht meiden, so gleicht es sich aus)

Meine Argumentation ist:
Alle Lebewesen sind gleich lebenswert -> ich reduziere was möglich ist und das ist viel -> auch wenn sich dadurch rein rechnerisch der Faktor, durch Herausnahme der tierischen Produkte die meist aus Nicht-Insekten sind (da Insekten essen kulturell wenig verbreitet ist, somit eher aufs Schnitzel denn eine Insektenmahlzeit verzichtet wird), zu "Insektenleid nicht in gleichem Maße reduziert" verschiebt, werden insgesamt weniger Wirbeltiere und Wirbellose geschädigt (plakativ: Nein zum Schnitzel, nein zu Wespenspray und Spinnenklatsche, aber teleportieren kann ich nicht).

*Beim Fleisch auf die Herkunft achten - leider werden m.E. dabei viele anderen Produkte oft nicht beachtet die etwas Tierisches enthalten und man daher gar keinen Einblick hat. Was du genau isst/konsumierst, ich weiß es natürlich nicht. Wenn man derartiges aber bewusst zu meiden anfängt, fällt stark auf: fast überall drin, greift man nicht speziell zur veganen Variante oder lässt den Konsum ganz sein.
Sehr selten habe ich bislang erlebt: Jemand konsumiert nur tierproduktfreie Lebensmittel und andere Produkte, sofern es das tierische Produkt aus der für einen als "gut genug" empfundenen Tierhaltung ist. Wenn man ernsthaft "auf die Herkunft achten" will geht es m.E. auch nicht anders. Ansonsten ist es m.E. ein: Bei manchem einigermaßen auf die Herkunft achten, anderes aber doch beliebig konsumieren (bei Einladung/"was mitgebracht", Imbiss, Restaurant/Kantine, all die typischen Süßigkeiten, Snacks, Fertigmahlzeiten... standardmäßig fast immer was Tierisches drin, selbst in Salaten).
Was ich auch selten sehe: Dass jemand sich und anderen gegenüber ehrlich eingesteht, aus Gewohnheit, Appetit... bestimmte tierische Produkte nicht sein lassen zu wollen, statt z.B. Veganer als moralisch inkonsequenter darzustellen.
Ehrlichkeit, und es akzeptieren dass es manche schaffen mehr wegzulassen und auch ansonsten auf Tiere zu achten, ohne denjenigen gleich als Feindbild zu sehen oder das Haar in der Suppe zu suchen (Insekt übersehen?), wäre auch so ein Punkt, den ich mir mehr wünschen würde.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 16:03
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ich finde es merkwürdig, wenn Veganern (immer wieder) unterstellt wird, ihnen seien Insekten egal und es ginge um niedliche Kulleraugen und Fell
Weil so argumentiert wird.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ich finde es merkwürdig, wenn du einerseits sogar "ein, zweimal" in der Woche Fleisch konsumierst, das ganz okay findest und dich sicherlich bewegst, andererseits mir jedes nicht einmal aus normaler Augenhöhe sichtbare beim Gehen zertretene kleine Insekt vorzuwerfen. Warum?
Hm. Das war nicht auf dich persönlich gemünzt.
Hier wird behauptet, nur Veganer können Tierfreunde sein da sie das Töten von Tieren ablehnen. Und auf den, sorry, Nonsens habe ich reagiert und erwähnt das jeder von uns Tiere umbringt.
Tiere sind für mich ein Teil der Nahrung. Nicht alle natürlich. Und das ist nicht falsch.
Falsch ist, wie heute Tiere teilweise gehalten werden. Und da kann und muss was geändert werden.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 16:28
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Weil so argumentiert wird.
Von wem? Von Veganern? Da habe ich das noch nie gehört, gelesen, sonstwie wahrgenommen.
Vielmehr umgekehrt:
- Veganer lehnen Honig ab, weil sie Bienen nicht ausbeuten wollen.
- Veganer sehen Insektenspeisen (z.B. Mehlwurm-Burger, oder auch klassische Insekten-/Wirbellose-Speisen wie z.B. in Asien angeboten) nicht als Alternative.
- Veganer lehnen Gegenstände aus Tieren ab, inkl. solche aus Insekten, wie z.B. Seide (die Seidenraupe stirbt), Dekogegenstände aus Insekten, und selbiges für andere Wirbellose und Produkte aus diesen.
(So entspricht das auch der Definition; schon bei der (m.E. unvollständigen), keine tierischen Produkte zu essen, fallen die ersten beiden hier exemplarisch genannten Punkte weg: Veganer essen auch keine Insektenprodukte oder Insekten, da Insekten Tiere sind und ebenso zählen.)

Und das Kulleraugen-Argument kenne ich so gut von Gemischtköstlern, wenn z.B. bestimmte Tierarten oder junge Tiere aufgrund des Aussehens als Essen gemieden werden, andere aber gegessen. Da wird dann z.B. Kaninchen, Kalb, Lamm... aus Niedlichkeitsgründen nicht gegessen, Pferd nicht weil man mal Reitsport betrieben hat (oder mal auf einem Pony saß), aber andere tierische Produkte gehen, teils sogar solche die direkt damit zusammenhängen (kein Kalb, aber Kuhmilch schon). Oder danach entschieden, wie viel vom Tier noch auf dem Teller klar erkennbar ist - z.B. sei Fisch mit Kopf, Fleisch mit Knochen und insbesondere wenn man im Essen klare Tiermerkmale wie Ringelschwanz, Pfoten, Krallen oder Schnabel sieht grausam und barbarisch, aber ohne geht das wunderbar in den Mund.
Ich vermute, dass du das auch schon von Leuten gehört hast, bestimmte tierische Prodoukte aus Niedlichkeitsempfinden heraus zu meiden oder es als weniger "Tier" erkennbar auf dem Teller haben zu wollen?
Von einem Veganer habe ich das weder jemals gelesen noch gehört, dass das Aussehen eines Tieres ausschlaggebend dafür ist es zu konsumieren, zu töten oder nicht.
Die Definition schließt Insektenkonsum sowieso aus; Insekten und andere Tiere nicht töten zu wollen (selbst in Fällen in denen viele sie töten würden, Stichwort "Befall") habe ich da auch gehäuft erlebt. Es ging mir auch schon so, Tiere nicht töten zu wollen, wo andere (Omnivore meines Wissens) mir z.B. den Staubsauger (es ginge so schneller, Insekten aus einem Raum zu "entfernen" in den sie flogen nachdem nachts jemand Licht an, Fenster offen ließ), das Ameisenmittel (sehr viel Ameisen in der Wohnung; ich wollte nur den vermuteten Eingang blockieren) und die Klebefalle (m.E. widerlich) empfohlen haben, und Nichtbenutzung dessen als ein bisschen versponnen und "grün" empfanden.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Weil so argumentiert wird.
Argumentiert wird so "Veganern sind Insekten egal weil sie nicht so niedlich sind" schon oft, aber von Gemischtköstlern die es entweder wirklich nicht besser wissen, oder die Schuldgefühle für praktisch nicht verhinderbares Tierleid hervorrufen wollen, weil gleichzeitig "Säugetier = niedlich" (wirklich?) und die Wahrscheinlichkeit, ein Insekt versehentlich zu schädigen rein praktisch höher ist als die, ein Säugetier zu schädigen.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Tiere sind für mich ein Teil der Nahrung.
Tiere sind für mich betreffend Nahrung: Grundsätzlich verzehrbar (ja, der Mensch kann diese essen) aber weglassbar.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 16:51
Zitat von Alienpn_Alienpn_ schrieb:das lautet richtig: Tierproduktion und Schlachtung!

und nach wie vor ist beides nicht verboten oder unter strafe gestellt!
Ganz schwache Argumentation. Seit wann ist die Legalität einer Handlung ein Argument für ihre moralische Rechtfertigung?

Gesetze spiegeln nun mal auch die vorherrschenden Moralvorstellungen und Machtverhältnisse einer Gesellschaft wider. Im 19. Jahrhundert war in den USA auch die Versklavung von Menschen gesetzlich erlaubt. War sie deshalb moralisch gerechtfertigt?

Dass Tierausbeutung und das Töten von Tieren heute legal sind, ist doch gerade der Zustand, den wir als Tierrechtsaktivisten kritisieren.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 17:53
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Argumentiert wird so "Veganern
Les mal den Threadtitel und die Kommentare.
Nur Veganer Können Tierfreunde sein.
Darauf hab ich reagiert.
Bist du der gleichen Meinung?


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 18:22
@Cachalot
Das hat aber mit dem Satz nichts zu tun:
"Nur Veganer können Tierfreunde sein" vs. ein (von wem geäußertes?) "Veganern sind Insekten egal".
Von wem wird letzteres geäußert, und wie soll das zusammenpassen?
Ersteres ist eine Aussage von (manchen) Veganern, zweiteres eine Aussage von (manchen) Omnivoren.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Nur Veganer Können Tierfreunde sein.
Darauf hab ich reagiert.
Bist du der gleichen Meinung?
Den Threadtitel habe ich natürlich gelesen, und er wird auch deutlich angezeigt.

Da du nach meiner Meinung fragst.
Meine Meinung: Wie definiert man denn "Tierfreund"? Ich würde darunter schon verstehen: Versucht so wenig wie möglich Tierleid zu verursachen, und obendrein, hilft Tieren.
Jemand der nicht vegan lebt kann natürlich auch in bestimmten Bereichen (dann nur in diesen) sich bemühen Tierleid zu minimieren und diesen Tieren zu helfen. Jemand engagiert sich z.B. im Tierschutz, schafft Biotope und päppelt Tiere wenn nötig von Hand auf, bekommt Mitleid wenn ein Schmetterling von innen gegen die Fensterscheibe flattert, oder jemand verzichtet auf den Laubbläser im Garten. Spricht für zumindest in dem Bereich Empathie, ohne vom Gegenteil zu wissen nehme ich an dass die Hilfe eherlich gemeint ist, und besser das als gar nicht zu tun, klar. Gleichzeitig aber zu gut vermeidbarem Tierleid beizutragen bzw. solche Produkte einfach zu akzeptieren wundert mich dann aber insgeheim doch, wennauch es häufig ist. Vielleicht gelingt manchen Verdrängen besser (meine ich nicht zynisch). Oder hatte keine Gelegenheit sich zu informieren (eher unwahrscheinlich), oder geht von Wunschvorstellungen aus und belässt es dabei (durchaus schon öfter erlebt).
Vergleichbar: Wer ist ein "Menschenfreund"? Klar definierbare Grenze vorhanden? Ab wann ist sie definitiv überschritten?


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 18:31
Zitat von Alienpn_Alienpn_ schrieb:das lautet richtig: Tierproduktion und Schlachtung! und nach wie vor ist beides nicht verboten oder unter strafe gestellt!
Natürlich ist Produktion und Schlachtung nicht verboten, aber Massentierhaltung und Transport ist brutalste Ausbeutung und Skandal. Ja, mir tun die Haltung dieser Tiere echt leid. Ich habe mal kurz neben einem Schlachthof gewohnt und hab sie schreien gehört. Ausserdem ist das Antibiotika-verseuchte Fleisch eh ungesund . Und Freunde essen ihre Freunde ohnehin nicht.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 18:51
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Meine Meinung: Wie definiert man denn "Tierfreund"? Ich würde darunter schon verstehen: Versucht so wenig wie möglich Tierleid zu verursachen, und obendrein, hilft Tieren.
Da sind wir einer Meinung.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Jemand der nicht vegan lebt kann natürlich auch in bestimmten Bereichen (dann nur in diesen) sich bemühen Tierleid zu minimieren und diesen Tieren zu helfen
Da bin ich nicht ganz bei dir.
Das „nur in bestimmten Bereichen“ klammere ich mal aus. Ja, jemand der sich omnivor ernährt geht damit dacor das Tiere geschlachtet werden. Als Nahrung. Hat mit Tierfreund wenig zu tun.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 18:54
Zitat von paxitopaxito schrieb am 05.10.2026:Übrigens nein "Veganismus" ist erstmal nur die Ernährungsform, wofür es diverse Gründe geben kann. Nur ein Teil der Veganer lehnt darüber hinaus auch alle Tierprodukte - etwa Leder - ab. Und die tatsächlich extreme Haltung das es keine Tierhaltung geben soll dürfte davon nochmal nur ein Teil sein.
Das würde ich als alleinige Wahrheit nicht so stehen lassen wollen, aber da sind andere ja schon näher drauf eingegangen.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich verdeutliche meine Meinung nochmal an einem Beispiel. Schafe und Deiche. Von den Schafen profitieren wir gleich mehrfach, sie halten die Grasdecke geschlossen (wichtig bei Fluten), verdichten den Boden und liefern Wolle. Aber es ist kein Ausbeutungsverhältnis, sondern symbiotisch. Die Schafe profitieren von der künstlichen Weidefläche und dem menschlichen Schutz (vor Raubtieren, medizinische Versorgung usw.).
Warum sollte man damit aufhören? Was soll an so einer Form der Tierhaltung moralisch verwerflich sein? Und warum sollte es darüber hinaus noch moralisch geboten sein diesen Tieren unseren Schutz zu entziehen und sie sich selbst zu überlassen? Nachdem wir Jahrhunderte von ihnen profitierten?
Dieses symbiotische Element (das in der industriellen Massentierhaltung völlig pervertiert wird) kommt in deiner Sicht einfach nicht vor.
Es fängt doch damit an, dass die Schafe auf den Deichen quasi Qualzuchten sind. Die ganze Wolle und die notwendige Schur wurden extra angezüchtet und den Schafen ginge es ohne das Übermaß an Wolle und den Stress bei der Schur sicher besser. Schäfer bzw. Schafzüchter könnten z.B. wieder drauf setzen, vermehrt Schafe mit normalem Fellwechsel zu züchten, bliebe ihnen wenigstens der Pelz und die Schur erspart, aber das Geld für die Wolle wird ja noch ganz gern mitgenommen. Und ja, das ist für mich ein klarer Fall von Ausbeutung.

https://www.gemeinsam-fuer-tierrechte.de/themen/wolle/

Hinzu kommt, dass die Infrastruktur an den Deichen in der Regel nicht besonders schaffreundlich ist. Im Sommer oftmals den ganzen Tag in der sengenden Sonne stehen (denn häufig fehlen Unterstände oder Bäume für Schatten, weil diese die Grasnabe schädigen könnten), gerne noch mit Pulli, fände unsereiner auch nicht so toll. Und für Schafe ist das auch nicht das Paradies, was der Mensch da gerne reindichtet bzw. sehen möchte.

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/05/20/strafanzeige-wegen-tierquaelerei-schafe-auf-deichen-erleiden-qualen/

Aus Schafsicht dürfte das weniger symbiotisch sein als unsereiner sich das so vorstellt.

Und natürlich sollte bereits lebenden Tieren unser Schutz nicht entzogen werden, man könnte sich sogar um diese kümmern, ohne sie auszubeuten und dabei könnte man sogar die Bedürfnisse der Tiere in den Vordergrund stellen.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 19:16
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Da sind wir einer Meinung.
Okay.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Ja, jemand der sich omnivor ernährt geht damit dacor das Tiere geschlachtet werden. Als Nahrung. Hat mit Tierfreund wenig zu tun.
Ganz genau. Es hat mit Tierfreund m.E. wenig zu tun, wenn jemand in Kauf nimmt dass für ein verzichtbares Produkt (ein tierisches Lebensmittel ist das) geschlachtet wird und eine entsprechende Tierhaltung erfolgt.
Und da sind wir eben doch einer Meinung: Zum "Tierfreund" fehlt mir halt da was, wenn solche Produkte konsumiert werden, die entsprechenden Umgang mit Tieren bedeuten. Denn dann wird nicht versucht "so wenig wie möglich" Tierleid zu verursachen, da etliche vermeidbare Produkte konsumiert werden.
(Und aus genau dem Grund, weil mir Tiere einfach wichtig sind, möchte ich, unter anderem, solche Produkte nicht kaufen, weil für mich persönlich Tier als Nahrung nicht in Frage kommt.)

Warum du dann
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Da bin ich nicht ganz bei dir.
schreibst, verstehe ich nicht.
Dadurch dass du den Teil ausklammerst veränderst du die ganze Bedeutung des Satzes. Warum lässt du ausgerechnet diesen so wichtigen Teil weg? Exakt der Teil wäre so wichtig gewesen. Lese den Satz ggf. mal als (alternativ geschrieben, selbige Bedeutung gemeint):
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Jemand der nicht vegan lebt kann natürlich auch in bestimmten Bereichen (dann nur in diesen) sich bemühen Tierleid zu minimieren und diesen Tieren zu helfen
= Jemand der nicht vegan lebt kann natürlich auch in bestimmten Bereichen (dann leider nur in diesen) sich bemühen Tierleid genau dieser Tiere zu minimieren und diesen Tieren zu helfen. (Es ist möglich und wird praktiziert.)

Ich habe nicht behauptet, wer nicht vegan lebt würde trotzdem versuchen generell Tierleid zu minimieren und ein Tierfreund sein - sondern: wer nicht vegan lebt kann (und: wird zumeist) trotzdem in bestimmten Bereichen Tierleid minimieren. In bestimmten Bereichen. Die sind nur bei vielen (leider) sehr klein. Ein Mensch mit null Empathie jeglichen Tieren gegenüber ist mir persönlich noch nicht begegnet.

Machen wir das mal mit "Menschenfreund":
Jemand der immer wieder Leid in Kauf nimmt und auch direkt verursacht (= kein Menschenfreund), kann selbstverständlich in Teilbereichen versuchen Leid zu minimieren - etwa: am 20. des Monats bekommt der obdachlose Herr am Park immer ein Essen spendiert. Minimiert bestimmtes Leid: Hunger bei der Person am 20. des Monats. Die Person macht das klarerweise. Ist halt nur damit noch längst kein Menschenfreund, wenn man sich ansieht, was die Person insgesamt in ihrem Leben macht.
Und genau das meinte ich.


In meinem Umfeld gibt es jemanden, der z.B. im Garten ein Biotop angelegt hat, mittlerweile viele kleine Tiere die derjenige früher tötete nicht mehr tötet. Derjenige hatte schon mehrmals Pflegekatzen und -hunde, die Hühner werden nicht geschlachtet, guckt und kümmert auch ansonsten wenn Tiere in Not sind. Da wird auch ein verletzter Wildvogel nicht einfach sich selbst überlassen sondern die entsprechenden Nummern sind eingespeichert. Danke für den Teil.
Gekauft wird z.B. Bio-Huhn aus der Gegend, Tierhaltung einsehbar. Genauso kommt eine deftige Brotzeit mit allerhand tierischen Produkten auf den Tisch in der typischen Packung, und Fertigdessert (mit Milch, Gelatine) xyz wird gelobt, "das essen wir immer beim Fernsehen".
(Tieren helfen, Tierleid minimieren in manchen Bereichen? Macht derjenige, auch mit Aufwand, Tierfreund, allgemein? Nicht so recht... Ich finde die Kombination an Verhalten nur einfach schade, wenig nachvollziehbar (die Hilfe für Tiere schon, nur wie man z.B. den Hähnchensalat aus der Packung runterkriegt nachdem man beim eigenen Huhn Nächte durchgemacht und gebangt hat ob es überlebt? warum das nicht zum Nachdenken und Ändern anregt?) kann mir aber auch leider Gründe vorstellen wie z.B. Gewohnheiten, diese tierischen Produkte nicht aufgeben wollen weil ja doch - und so ist es - durch den einzelnen Verzicht die Produktion nicht aufhört.)

Was mich v.a. traurig macht ist die Selbstverständlichkeit dieser Produkte. Die fällt oft (m.E.) erst auf wenn man sie meidet und sich ggf. andere wundern, weshalb (echt, da ist.... drin?). Ja, ist eine Gemüsesuppe - die ist aber mit Fleischbrühe gemacht. Ja, das sind Bonbons - Gelatine drin. Ist ein Salat - hat Speck-Dressing. Und und und. Auch, dass in fast allen Fällen die "Standardmahlzeit" tierische Produkte, üblicherweise reichlich (direkt Fleisch) enthält. "Ein Sandwich", "ach, mir ist es nicht so wichtig was ich esse", "das Normale" und es kommt etwas mit Fleisch.
In vielen Fällen, vermute ich, hätte der Konsument gar nicht mal auf den tierischen Anteil wert gelegt, aber so wird er halt mitgegessen, mitkonsumiert.
(Es gibt schon manche Mensen, Kantinen bei denen... nein, nicht die tierischen Produkte gestrichen sind, aber bei "normal" kommt vegan. Möchte man tierisch: Das tierische Produkt ist zu wählen, nicht abzubestellen - a la: den Kuchen mit Ei, die Erbsensuppe mit extra Fleisch, die Schweineravioli ... bestellen wenn man das denn will. Alles ausgeschildert, es werden auch keine Allergiker in Gefahr gebracht - die übrigens auch beim tierischen Produkt gerade bei etwas wie einem Kantinenessen aufpassen müssen, da kann durchaus z.B. in einer Sauce zum Fleischhackbraten Soja stecken.)

@Lotte49
Danke :) Und auf alternativ Schafe die nicht geschoren werden müssen hatte ich oben auch schon hingewiesen. Es gibt solche.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 19:24
Zitat von Lotte49Lotte49 schrieb:Das würde ich als alleinige Wahrheit nicht so stehen lassen wollen
Ich hab’s zweimal erklärt, allgemeiner Sprachgebrauch, Duden, Wikipedia. Da stütz ich mich drauf wenn Begriffe unklar sind.
Zitat von Lotte49Lotte49 schrieb:Es fängt doch damit an, dass die Schafe auf den Deichen quasi Qualzuchten sind
Sorry, bin ich raus. Ein Schaf weil es geschoren werden muss als Qualzucht einzusortieren ist für mich völlig verrückt.
Zitat von Lotte49Lotte49 schrieb:Und natürlich sollte bereits lebenden Tieren unser Schutz nicht entzogen werden, man könnte sich sogar um diese kümmern, ohne sie auszubeuten und dabei könnte man sogar die Bedürfnisse der Tiere in den Vordergrund stellen.
Und dafür sorgen, das sie sich nicht vermehren und damit auf freundliche Art ne Rasse auslöschen. Wie gesagt - da komme ich nicht mit. Solche Gedankenspiele sind für mich ebenfalls verrückt.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 19:35
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich hab’s zweimal erklärt, allgemeiner Sprachgebrauch, Duden, Wikipedia. Da stütz ich mich drauf wenn Begriffe unklar sind.
Dass dabei ggf. der allgemeine Sprachgebrauch abweicht könnte nicht sein? (Gar nicht so lange her, dass Vegetarier noch deutlich erklären mussten, keinen Fisch zu essen. Allgemeiner Sprachgebrauch vieler: Vegetarier essen kein Fleisch - Fisch ist küchentechnisch nicht Fleisch - für den Vegetarier bereiten wir Fisch zu.)
Anders als auf z.B. den Duden würde ich mich bei z.B. einer Philosophie, ethischen Werten etc. doch auf Personen die diese praktizieren, einen Verein der diese vertritt etc. verlassen. Zudem: Ein einzeiliger Dudeneintrag wird viel davon nur unzureichend abbilden, und kann auch direkt, siehe unten, missverständlich wirken.

Zu Wikipedia, allgemeiner Sprachgebrauch:
Schon der Blick auf die englischsprachige Seite:
"Veganism is the practice of abstaining from the use of animal products and the consumption of animal source foods, and an associated philosophy that rejects the commodity status of animals. "
Wikipedia: Veganism
Selbst wenn du hier die "associated philosophy" weglässt, ist in der Definition die Ablehnung der Nutzung von tierischen Produkten ("animal products") enthalten.

Aus dem Duden:
"[ethisch motivierter] völliger Verzicht auf tierische Produkte bei der Ernährung u. a."
https://www.duden.de/rechtschreibung/Veganismus
Dieser nicht einmal einen vollständigen Satz bildende Einzeiler beinhaltet immerhin ein "u.a.", und auch der Begriff "ethisch motiviert(er)" könnte schonmal stark darauf hindeuten, dass es nicht nur ums Essen geht. (Wer etwas aus ethischen Gründen nicht nutzen will, der wird kaum einen Unterschied machen ob das Produkt z.B. heruntergeschluckt oder sich damit eingecremt oder es dekorativ aufgestellt wird.)


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 19:41
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ein Schaf weil es geschoren werden muss als Qualzucht einzusortieren ist für mich völlig verrückt.
Als völlig verrückt würde ich das nicht bezeichnen.
Richtig ist, dass solch ein Schaf ohne die regelmäßige Schur kein Leben ohne Leid führen könnte.

Es ist also im höchsten Maße vom Menschen abhängig, damit ihm ein bestimmtes Merkmal kein Leid zufügt.
Vielleicht entspricht es nicht genau der Definition von Qualzucht, aber ich finde wenn man sich ansieht, was ohne Schur passiert, kann von "völlig verrückt" keine Rede sein:

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/verfilztes-schaf-nach-jahren-von-mehr-als-35-kilo-wolle-befreit-17219706.html


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 19:48
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Dass dabei ggf. der allgemeine Sprachgebrauch abweicht könnte nicht sein?
Ich kann’s doch nicht ändern @Raspelbeere und finde die Diskussion auch ziemlich sinnlos. Ich habs begründet und mir werden persönliche Definitionen entgegengehalten.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Anders als auf z.B. den Duden würde ich mich bei z.B. einer Philosophie, ethischen Werten etc. doch auf Personen die diese praktizieren, einen Verein der diese vertritt etc. verlassen.
Naja, ich kenne einige Menschen die sich Veganer nennen und eben nicht in diese ethische Veganismusschiene mit kompletter Ablehnung jeglicher Tierhaltung fallen. Von dem Typus ist mir außerhalb des Internets/Forums nie jemand begegnet.
Und nein, ich halte es nicht für sinnvoll mich da auf einen Verein oä zu beziehen der den Begriff dann wieder speziell besetzt.
Wichtig ist am Ende auch nur das man weiß worüber jeweils gesprochen wird.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Schon der Blick auf die englischsprachige Seite
Hilft bei der deutschen Sprache nur bedingt weiter.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Dieser nicht einmal einen vollständigen Satz bildende Einzeiler beinhaltet immerhin ein "u.a.", und auch der Begriff "ethisch motiviert(er)" könnte schonmal stark darauf hindeuten, dass es nicht nur ums Essen geht.
In beiden Varianten Duden und Wikipedia wird auf den ethischen Veganismus verwiesen, aber auch klargestellt dass das nicht die primäre Bedeutung ist. Die bleibt bei der Ernährung.
Zitat von SkepsiSkepsi schrieb:Richtig ist, dass solch ein Schaf ohne die regelmäßige Schur kein Leben ohne Leid führen könnte.
Ja sicher.
Zitat von SkepsiSkepsi schrieb:Es ist also im höchsten Maße vom Menschen abhängig, damit ihm ein bestimmtes Merkmal kein Leid zufügt.
Es würde ohne den Menschen überhaupt nicht existieren und ist in vielfacher Hinsicht von ihm abhängig. Das ist bei domestizierten Tieren nicht verwunderlich.
Zitat von SkepsiSkepsi schrieb:kann von "völlig verrückt" keine Rede
Qualzucht beginnt für mich dort wo ein Tier unausweichlich leiden muss. Nicht wenn es geschoren werden muss. Das Nutz- und Haustiere menschliche Hilfe bei der Fellpflege brauchen ist nix ungewöhnliches, beim Schaf - wo es eben um die Wolle geht - klar nochmal heftiger.


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Müssen wahre Tierfreunde vegan sein?

gestern um 20:11
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich kann’s doch nicht ändern @Raspelbeere und finde die Diskussion auch ziemlich sinnlos. Ich habs begründet und mir werden persönliche Definitionen entgegengehalten.
Das ist nicht meine persönliche Definition. Ich habe den Wikipedia-Artikel nicht geschrieben. Ich habe auch nicht die Definition der "vegan society" geschrieben. Meine Definition hat eine Quelle: die vegan society.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Naja, ich kenne einige Menschen die sich Veganer nennen und eben nicht in diese ethische Veganismusschiene mit kompletter Ablehnung jeglicher Tierhaltung fallen. Von dem Typus ist mir außerhalb des Internets/Forums nie jemand begegnet.
Darum hatte ich das ja auch geschrieben: selbst wenn man sich nicht auf die Philosopie (die jegliche Tierhaltung ablehnt) bezieht.
Du kennst also, ehrlich gefragt, Veganer, die z.B. tierische Produkte die nicht gegessen werden kaufen und nutzen? Also z.B. Milch-Honig-Duschgel, Federkissen, Ledersitzbezüge etc. kaufen? Wie reagieren diejenigen bzgl. essbarer tierischer Produkte, die aber gerade nicht gegessen werden - Quarkwickel (Hausmittel), oder mal schmecken aber nicht runterschlucken?
Ungewöhnlich ist es, und kenne derartiges nur von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen vegan essen.
Und nein, ich halte es nicht für sinnvoll mich da auf einen Verein oä zu beziehen der den Begriff dann wieder speziell besetzt.
Wichtig ist am Ende auch nur das man weiß worüber jeweils gesprochen wird.
Exakt, wichtig ist genau letzteres: Wissen worüber jeweils gesprochen wird.
Nehme ich die (doch wohl offizielle) Definition an, die ggf. etwas strenger ist, führt das ggf. im Alltag praktisch dazu, dass man z.B. jemandem etwas nicht anbietet das derjenige doch konsumieren würde. Damit tu' ich keinem weh.
Nehme ich ausgerechnet die weniger strenge Definition an, führt das ggf. im Alltag praktisch dazu, dass man jemandem etwas anbietet das derjenige nicht konsumiert und worauf derjenige sogar hingewiesen hat (Person nannte, vegan zu sein). Man kann dann natürlich sagen "Aber guck mal, so steht es im Duden".
Und im Duden steht es nicht einmal so. Da steht ein "u. a."
"völliger Verzicht auf tierische Produkte bei der Ernährung u. a."
Egal ob es sich nun auf vegan oder auf etwas anderes bezieht (hypothetisch "völliger Verzicht auf gelbe Produkte bei der Ernährung u. a."): Ich würde da das "u. a." nicht großzügig überlesen, sondern das "u. a." lesen, nutzen und mich ggf. weiterinformieren, ganz egal, ob ich die Sache um die es geht selbst gut finde oder nicht.
Zitat von paxitopaxito schrieb:In beiden Varianten Duden und Wikipedia wird auf den ethischen Veganismus verwiesen, aber auch klargestellt dass das nicht die primäre Bedeutung ist. Die bleibt bei der Ernährung.
Das ist eine kleine Verwechslung im Detail:
Ethisch (als Begründung: ob ethisch, aus Umweltgründen...) ist optional - ethisch bedeutet aber nicht ob mit oder ohne nichtessbare tierische Produkte. Hier geht es darum ob Tierhaltung auch dort wo keine "Produkte" entstehen abgelehnt wird.
Wer aus Umweltgründen tierische Produkte ablehnt wird diese auch meist ablehnen, werden sie nicht gegessen. Produziert werden sie ja.
Wer aus gesundheitlichen Gründen (betreffend der eigenen Gesundheit) auf tierische Produkte verzichtet, nutzt ggf. solche die nicht gegessen werden (sofern nicht z.B. eine Kontaktallergie diese Nutzung unmöglich macht).


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