paxito schrieb:Konkret gefragt: was soll Ausbeutung hier heißen? Ohne das es zirkulär wird? Ausbeutung bezeichnet eigentlich ein Verhältnis von Mensch zu Mensch (Arbeitsausbeutung) oder Mensch zu Umwelt (Ausbeutung der Natur). Beim Nutztier passt der Begriff mE nicht. Die Nutztiere schwinden ja nicht ( wie z.B. natürliche Ressorcen durch Ausbeutung), genauso wenig macht es Sinn von einem vorenthaltenen Lohn oä zu sprechen.
Ach komm, du weisst doch genau, was gemeint ist.
Die Lebensqualität und Lebenszeit von "Nutz"tieren schwindet dank der Nutzung durch Menschen schon ganz erheblich und den Nutzen hat allein der Mensch. "Nutz"tieren gewährt man für die kurze Zeit, die man sie vor der gewaltsamen Tötung leben lässt, in der Regel nicht mal ein auch nur im Ansatz artgerechtes Leben - irgendwas in Form von Entlohnung gibt es schon mal gar nicht. Menschen machen auf deren Rücken "Nutzen" für sich, ohne eine angemessene Gegenleistung zu gewähren. Wie möchtest du das anders bezeichnen? Ist es keine Ausbeutung, Hühnern anzuzüchten, dass sie viel öfter Eier legen, als es für ihre Körper gesund ist oder so viel Fett ansetzen, dass sie nicht mal mehr stehen können oder Kühen so einen Milchfluss anzuzüchten, dass sie kaum noch laufen können wegen der riesigen Euter (ganz zu schweigen davon, dass ihre Gesundheit durch das ständige Kalben extrem leidet? Und das alles nur zum maximalen Nutzen der Menschen? Und sobald sie keinen Nutzen für den Menschen mehr bringen, geht es ab zum Schlachthof und da müssten sie (könnten sie das reflektieren) noch froh sein, wenn es keinen tage- oder gar wochenlangen Transport bis dahin hinter sich bringen müssen.
Für mich werden da unterlegene Lebewesen skrupellosen zum eigenen Profit wirtschaftlich (ausge)nutzt bzw. ausgebeutet. Wenn du das anders nennen willst, kannst du das gerne tun. Spätestens jetzt dürfte aber klar sein, was ich meine.
Wikipedia: Animal exploitation
paxito schrieb:Ich rede mir da nix schön, ich verstehe es nicht. Es kann doch nicht darum gehen die Wollschafe auszurotten, Weil die geschoren werden müssen. Geht in meinen Kopf nicht rein.
Es geht auch nicht nur um die Schur. Ich hab mehrere Aspekte eingebracht, die für die Schafe zum Nachteil sind, die hier auf den letzten Seiten nachzulesen sind. Wenn du das nicht nachvollziehen kannst, okay. Aber du könntest schon anerkennen, dass es ganz so simpel nicht ist bzw. es nicht nur die Schur ist, die kritisiert wird bzw. von mir kritisiert wurde.
paxito schrieb:Ich kann da nicht viel mehr zu sagen, außer das ich einen Veganer kenne der mit Honig kein Problem hat. Wenn ich ihn wiedersehe frag ich ihn danach.
Wäre interessant, ob diese Person sich selbst auch als Veganer bezeichnet oder sich dabei lediglich auf seine Ernährungsweise bezieht.
Ganz ohne dir zu nahe treten zu wollen, in anderen Bereichen schätze ich deine Beiträge und deine ansonsten besonnene Art sehr. Aber ich hab das Gefühl, dass du dich mit Veganismus noch nicht ernsthaft auseinandergesetzt hast und das auch gar nicht willst. Das ist okay und das ist zu akzeptieren, es macht eine Diskussion so gut wie unmöglich. Du nimmst Infos wie z.B. die, dass es mir beim Deichschaf und anderen Schafen um weit mehr als nur die Schur geht, die ich kritisch sehe oder Infos zum Begriff vegan irgendwie gar nicht auf/an und kommst dann immer wieder mit den gleichen komplett vereinfachten Interpretationen getätigter Aussagen daher. Sehr anstrengend und vermutlich auch einfach sinnlos. Wir kommen da auf keinen Nenner.
paxito schrieb:Ich schrieb ja: das ist symbiotisch, der Nutzen ist beiderseits. Ohne Mensch kein domestiziertes Schaf.
Vermutlich haben sich die Wildformen der heutigen "Nutz"schafe dem Menschen nicht aufgedrängt, um eine sogenannte Symbiose einzugehen. Die heute domestizierten (und zu großen Teilen völlig kaputtgezüchteten "Nutz"tiere aller Art) waren alle mal Wildtiere, die sich sicher nicht danach gesehnt haben, u.a. sich lange vor Erreichen der für ihre Art durchschnittlichen Lebensdauer schlachten zu lassen, von ihren Jungtieren (Elterntieren) getrennt zu werden) oder dem Menschen ihre Milch zu "schenken".