Dass die Westanbindung, insbes. das EU-Assoziierungsabekommen mit der Ukraine, Putin ein Dorn im Auge ist, ist klar - nur wenn es nach ihm geht, soll am besten die ganze Welt nicht nur unter militärischer, sondern auch unter wirtschaftlicher Botmäßigkeit Russlands stehen. Deswegen sprach ich oben von Prioritäten - und da ist es ganz klar, dass mögliche Friedensabkommen mit der Ukraine in erster Linie auf eine Demilitarisierung und Verhinderung von NATO-Mitgliedschaft zielen. Die EU-Anbindung bzw. deren Verhinderung ist keine Priorität.
Das bewerte oder verharmlose ich aber nicht - könnte Ihr euch bitte mal abgewöhnen auf der Ebene der moralischen Überhöhung zu argumentieren, zumal wenn diese moralische Selbstüberhöhung auf falschen Unterstellungen beruht.
Und wieso sollte das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine spalterisch auf die EU wirken? Da gibt es ganz andere Baustellen - ein Großteil von Putin aktiv forciert... Noch nicht mal bei Vote Leave oder den Brexitbefürwortern war dies überhaupt ein Argument - es spielte schlicht keine Rolle.
Zz-Jones schrieb:Wenn das Ziel lediglich zwei Oblaste waren – warum dann der massive Vorstoß auf Kyjiw inklusive Einkesselungsversuch?
Das ist der Punkt, auf den bislang keine klare Antwort kam.
Doch, bereits mehrfach: ein regime change.
Möglicherweise als persönliche Vendetta gegen Selenski (
Wikipedia: Wolodymyr Selenskyj#Kiews militärischer Kurs 2021), wenn ich auch andere Hauptmotive sehe, gerade was den konkreten Zeitpunkt angeht: nämlich die anhaltende Schwächung und Wirtschaftskrise des Westens durch die Coronakrise. Die hat mMn Putin nutzen wollen.
Zusätzlich kann man darüber spekulieren, dass die "Entnazifizierung" auf die Ausschaltung weiterer Regierungsorgane (abgesehen von Selenski und seinem Kabinett) zielte - sei es durch Tötung oder Verschleppung nach Russland.