Panaetius schrieb:Man kann sicher sagen, dass die Invasionsarmee viel zu klein für eine Annexion Kievs war. Außerdem gab es noch nicht mal Pläne für den Nachschub über die ersten Tage hinaus. Wie hätte dann die russische Kiev dauerhafr besetzen können.
Ein Angriff in Richtung Kiew, wie auch im Süden in Richtung Cherson und Mykolajiw, macht nur Sinn, wenn es weitreichende russ. Pläne gab. Das die Kräfteansammlung und auch die Logistik der Russen das am Ende gar nicht hergab, heißt ja nicht, das es diese Pläne nicht gab. Das bedeutet nur, das die Pläne und/oder die Vorbereitung schlecht waren. Natürlich hat uns niemand die genauen Pläne der Russen erläutert. Das wird auch nicht so schnell geschehen. Aber die Angriffsrichtungen lassen nicht so viel Spielraum zu. Dennoch ist es natürlich Spekulation.
Was keine Spekulation ist, sind die bisher bekannt gewordenen Kriegsziele Russland:
- komplette Annexion der fünf nur teilweise besetzten Oblasten
- völkerrechtliche Anerkennung dieser Annexion durch die Ukraine, die USA, die EU und andere Staaten
- die Ukraine soll Russisch als Amtssprache einführen
- die Ukraine soll die russ-orth. Kirche in ihre alten Vorrechte wiedereinsetzen
- die Ukraine soll in möglichst kurzer Zeit Wahlen durchführen
- die Ukraine soll die Größe und die Kapazitäten ihres Militärs begrenzen
- die Ukraine soll die Fähigkeiten ihres Militärs limitieren
- die Ukraine soll niemals der Nato beitreten
- die Ukraine soll keine Reparationen von Russland erhalten
- die Sicherheitsinteressen Russlands sollen vollumfänglich anerkannt werden
- es sollen keine westlichen Soldaten in der Ukraine stationiert werden
Also selbst wenn man sich über die ursprünglichen russ. Angriffsrichtungen uneins ist oder unterschiedlich interpretiert, dann bleibt dennoch festzuhalten das die russ. Ziele weit über die Besetzung des Donbas hinaus geht. Die russ. Forderungen greifen tief in die Innen- und Sicherheitspolitik der Ukraine ein.