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Brexit und danach?

9.568 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Brexit, Brexitus, Gerxit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Brexit und danach?

19.07.2018 um 21:30
@sigbert

Doch, ich glaube schon, dass (die politisch nicht völlig uninteressierte) Bevölkerung im UK sich dessen bewusst ist, dass der no deal Brexit mittlerweile recht wahrscheinlich geworden ist, zumindest seit den Ereignissen dieser Woche. Das Thema ist Dauerbrenner in allen Nachrichten. Auch die Unternehmen werden das wissen.


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Brexit und danach?

19.07.2018 um 21:34
Ja, das vermute ich schon auch.
Was ich meinte- ist man sich der konkreten Folgen, auch die eigene Person betreffend, mittelbar oder unmittelbar, so bewusst?


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Brexit und danach?

19.07.2018 um 21:41
Das kommt darauf an, wer für was gestimmt hat, Remainer werden damit anfangen, Dosennahrung zu horten, Leavers halten das alles für unbegründete Panikmache und EU-Propaganda. Es kommt auch darauf an, welche Zeitung man liest, laut dem Daily Mail bring der hard Brexit mehr Vorteile als Nachteile.


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19.07.2018 um 21:45
Was sich dann zeigen wird..
So erste Auswirkungen über die importierte Inflation müsste der Normalbürger ja schon mal gespürt haben.


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Brexit und danach?

20.07.2018 um 18:06
Wie erwartet hat Barnier das white paper von TM zerissen, nicht nur wegen der Unteilbarkeit der vier Grundfreiheiten, sondern auch wegen des Potentials für Schmuggel, Betrug und Unterlaufen von Standards durch britische Firmen.
Setting out the questions he had posed to the Brexit secretary Dominic Raab during their first meeting on Thursday, Barnier said: “How can customs services verify the final destination of the goods, so as to choose the correct tariff? Is there not a major risk of fraud? What would be the financial and administrative extra costs be for business?” The issue is vital for the EU, as customs revenues go direct to the EU budget.

Barnier also questioned whether a non-EU country could collect EU customs without being subject to EU oversight. For this reason alone, EU diplomats say privately the British plan could never be accepted.

The EU is also deeply concerned that the customs plan would give outsider firms a competitive edge over European rivals, if the British and other countries use the UK as a route to avoid higher EU tariffs. “Are the British proposals in the interests of the EU,” Barnier asked. “Our aim is to protect the interests of the EU in these negotiations.”

With reference to a EU position paper, which ruled out so-called “cherry picking” of elements of bloc’s membership, Barnier made it clear that he believed the UK had breached the EU’s red-lines.
https://www.theguardian.com/politics/2018/jul/20/france-minister-nathalie-loiseau-brexit-concessions-theresa-may-commons


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22.07.2018 um 09:59
Dominic Raab droht jetzt damit, die sog. Scheidungssume in Höhe von etwa 39 Mrd Pfund zurückzuhalten, wenn das Chequers Agreement nicht von der EU akzeptiert wird.

https://www.telegraph.co.uk/politics/2018/07/21/dominic-raab-britainwill-refuse-pay-39-billion-divorce-bill/


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22.07.2018 um 20:01
Mal ne neue Drohung vom Brexit-Minister, sollte die EU nichtvso wollen wie UK:
Keine Austrittsrechnung bezahlen.

https://www.n-tv.de/politik/Minister-will-Brexit-Rechnung-nicht-bezahlen-article20541292.html

In Brüssel wird man sich freuen. Über den Punkt war man schon hinaus.


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22.07.2018 um 21:19
@sigbert

Der Brexit Minister heißt Dominic Raab (die originale Meldung war die obige).

Die EU schließt außerdem eine Verlängerung der Artikel 50-Frist aus, es sei es gibt ein grundlegendes Umdenken im britischen Verhandlungsansatz, also etwa ein neues Referendum oder Neuwahlen. Ansonsten möchte man weder, dass das UK an den Europawahlen teilnehmen kann noch, dass die Populisten, v.a. UKIP, neue Nahrung bekommen, indem sie der EU vorwerfen, den demokratischen Willen des Volkes zu unterminieren.

https://www.theguardian.com/politics/2018/jul/22/article-50-extension-unlikely-without-shift-in-uk-politics-say-eu-officials

Die Investmentgesellschaft von Jacob Rees Mogg, der durch seinen Antrag den no deal Brexit besiegelt hat und auch öffentlich dafür wirbt und den no deal Brexit voraussagt, verlegt weitere Fonds nach Irland, da er befürchtet, dass seine Investitionen durch den no deal Brexit gefährdet sind und er deshalb glaubt, in Irland bessere Geschäfte machen zu können.

https://www.theguardian.com/politics/2018/jul/22/jacob-rees-mogg-second-irish-fund-scm


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24.07.2018 um 19:44
TM macht die Verhandlungen mit Brüssel zur Chefsache. Raab wird zum Stellvertreter "degradiert".

http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-theresa-may-will-brexit-verhandlungen-mit-eu-selbst-leiten-a-1220018.html


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Brexit und danach?

24.07.2018 um 21:34
Neues von Obersturmbannführer Jacob Ress Smugg, der mit seiner "European Research Group" (rechtspopulistische Lobbygruppe) jede Möglichkeit auf Einigung mit der EU im Parlament blockiert:

- seine Aussage, der Brexit könnte wirtschaftliche Vorteile bringen, zieht er zurück; der Brexit wird erst in 50 Jahren vielleicht wirtschaftliche Vorteile bringen

- Sein hedge fund (registriert auf den Kayman Inseln und in Singapur), dessen Geschäfte er zuletzt in die EU verlegt hat, wäre von neuen EU-Regeln zur Steuerhinterziehung betroffen (die am 1. April 2019 in Kraft treten würden, falls das UK noch in der EU wäre).

- insbesondere könnte er auch persönlich von Deregulierung profitieren, sein Motto ist daher, dass z.B. im Bereich Umweltschutz für das UK nicht schlecht sein kann, was für Indien gut genug ist. Der staatliche Gesundheitsdienst und Sozialstaat sind ihm ein Dorn im Auge. Neue Handelsverträge sollen zu entsprechenden Anpassungen in den Standards führen.

https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/jul/24/no-deal-brexit-poorer-jacob-rees-mogg-dividend


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24.07.2018 um 21:49
Das UK hat bei der WTO den Scheidungsantrag bei der WTO gestellt. Einige Länder, darunter die USA, Kanada und Australien, haben bereits Bedenken über den vom UK vorgeschlagenen zukünftigen Status des UK in der WTO angemeldet, die Verhandlungen können sich daher monatelang hinziehen.

https://www.reuters.com/article/uk-britain-eu-wto/britain-and-eu-formally-start-splitting-wto-membership-agreements-idUSKBN1KE2LJ


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24.07.2018 um 23:21
@sigbert

Das könnte noch wichtig werden, denn Dominic Raab hat heute zwar, wie immer, ausgeschlossen, dass es eine Zollgrenze in Nordirland geben könnte, aber nicht ganz, dass es einen Sonderstatus für Nordirland für Produktstandards geben könnte.

https://twitter.com/IanWishart/status/1021777368933916677

Vielleicht läuft hinter den Kulissen doch noch was, auch wenn TM im Dezember letzten Jahres genau das gegenüber der DUP ausgeschlossen hat.


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25.07.2018 um 12:59
Ein Tory-Europaabgeordneter fordert, dass die britische mittelalterliche Hochverratsgesetzgebung daraufhin geändert werden soll, dass Hochverrat staatsgefährdendes Verhalten abdeckt, sowohl islamistischen Terrorismus als auch übertriebene Ergebenheit gegenüber der EU.

https://twitter.com/DCBMEP/status/1022044869081083905


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25.07.2018 um 16:47
Mind. 48% aller Briten, die im UK residieren, sind jetzt zu Hochverrätern geworden, geht es nach dem Willen von Bannerman.

sub-buzz-21506-1532509135-1

https://www.buzzfeed.com/emilyashton/this-tory-mep-said-people-should-be-prosecuted-for-treason


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25.07.2018 um 19:49
Da sieht man mal wieder, wie gespalten die britische Gesellschaft deswegen inzwischen ist.
Das wird viel Zeit brauchen, diese Risse zu kitten.


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Brexit und danach?

26.07.2018 um 09:53
Der nordirische Tory und frühere Nordirlandminister Lord Trimbley hält eine harte Grenze in Irland für eine gute Idee. Denn dadurch würden die Terroristen ein neues Tätigkeitsfeld für sich entdecken, nämlich das Schmuggeln von EU-Waren nach England, und somit keine Zeit mehr für die Planung von Terroranschlägen haben.
David Trimble has suggested a hard border between Northern Ireland and the Republic of Ireland could have the “delightful side-effect” of locals making money from smuggling rather than engaging in terrorism.

The former Ulster Unionist Party leader and first minister of Northern Ireland said he expected the EU would force Ireland to erect a tariff barrier on the border.

“If there is this tariff barrier between southern Ireland and England, then there will be people in southern Ireland who start to move things into Northern Ireland and then into England that way to avoid the tariffs – smuggling,” he told BBC Radio 4′s Today programme on Wednesday morning.

“When it comes to smuggling through the border, I’m sure that people who’ve been long experienced in dealing with the border will come into play there. They will probably organise themselves, they will be very like the paramilitary organisations there before.

He continued: “But they are there simply for the purpose of making money and smuggling and that will actually help by keeping these chaps – who might otherwise do silly things, giving them something useful and money-making to do. It will actually have a benign effect.”
https://www.huffingtonpost.co.uk/entry/hard-irish-border-could-have-delightful-side-effect-of-encouraging-smuggling-over-terrorism-says-david-trimble_uk_5b5839ffe4b0de86f491e234


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28.07.2018 um 12:17
Die Financial Times hat eine Liste mit europäischen Nahrungsmitteln veröffentlicht, die wahrscheinlich noch bis März verfügbar sein werden und dazu geeignet sind, einen Vorratskeller anzulegen, um sich nach dem Brexit monatelang verpflegen zu können (" Stockpile for Brexit victory — the gourmet guide: Time to prepare for a crash exit next March by hoarding the finest European produce.")

Hintergrund ist, dass britische Supermärkte keine Vorratsräume haben, die länger als ein bis zwei Tage den Bedarf nach Nahrung decken könnten. Die britische Regierung will zwar Vorräte an Medikamenten, Blutkonserven und auch Nahrung anlegen, aber auch hierfür fehlen geeignete Lagerräume, um ab April die Bevölkerung versorgen zu können.
We can, for example, swap tinned corned beef for excellent German wild boar salami. Sardines have made way for seared salmon with truffle, and animal-fat lard for the finest extra-virgin olive oil. Who needs to eat spam when there is air-cured jamon from Spain and prosciutto from Italy; or dried peas when lentils and half-a-dozen other pulses can sit in the larder for years alongside the pasta, olives and sun-dried tomatoes?
https://www.ft.com/content/92661224-90d8-11e8-bb8f-a6a2f7bca546


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29.07.2018 um 09:27
Interessanterweise konnte man in deutschsprachigen Zeitungen bereits Anfang April 2017, also wenige Tage nach dem Austrittsgesuch, über die drohenden Versorgunsengpässe lesen:
Die EU-Kommission befürchtet Versorgungsengpässe in Großbritannien, wenn die Briten die EU ohne Vereinbarung über einen geregelten Austritt verlassen. Das gehe aus einem Protokoll der EU-Kommissionssitzung vom 22. März hervor, berichtete die „Bild“-Zeitung am Montag.

Der EU-Chefunterhändler Michel Barnier habe in der Sitzung gewarnt, bei einem harten Brexit drohten „Chaos an den Grenzen, Versorgungsprobleme für Großbritannien, besonders bei frischen Produkten, und eine ernsthafte Störung des Flugverkehrs“.
http://www.faz.net/aktuell/brexit/eu-fuerchtet-bei-hartem-brexit-chaos-in-grossbritannien-14965785.html

In den britischen Zeitungen ist die Problematik erst seit einigen Wochen bekannt geworden, möglicherweise hat damals niemand an den harten Brexit geglaubt. Selbst die Kommentarspalten der pro-EU-Zeitungen war damals doch recht naiv, was die Möglichkeiten eines deals angeht.


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Brexit und danach?

29.07.2018 um 10:05
Zitat von AnaximanderAnaximander schrieb:In den britischen Zeitungen ist die Problematik erst seit einigen Wochen bekannt geworden, möglicherweise hat damals niemand an den harten Brexit geglaubt. Selbst die Kommentarspalten der pro-EU-Zeitungen war damals doch recht naiv, was die Möglichkeiten eines deals angeht.
Vielleicht waren noch mehr Leute einfach Naiv, nicht nur die Briten. Viele, die sich über den Brexit gefreut haben (weil man es der bösen EU so richtig zeigen wird und ohne EU wird UK das Land wo dann Milch und Honig für alle fließen!), sind inzwischen umgeschwenkt. Außerdem schreiben unsere Massenmedien ja eh den Brexit schlecht...

Das Erwachen wird heftig werden.


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Brexit und danach?

29.07.2018 um 10:22
@Fichtenmoped

Die Zustimmungsraten für den Brexit haben sich nicht dramatisch verschoben, wenn es auch mittlerweile ziemlich sicher eine (knappe) Mehrheit dagegen geben würde. Die Argumente haben sich aber schon verändert, Brexiteers sehen Dinge wie die Zollproblematik als weiteren Beweis dafür, dass die EU feindlich und böse ist und genau deshalb sollte man raus. Dass es einem danach (finanziell) besser geht, werden die wenigsten denken.

Ein wichtiges Argument ist auch, dass die Arbeitslosigkeit weiterhin sehr niedrig ist, sogar auf Rekordtief und bislang noch keine Rezession eingetreten ist. Das Treasury paper hatte sowohl eine deutlich erhöhte Arbeitslosigkeit als auch eine Rezession für die 2-Jahres Periode bis zum Vollzug prognostiziert. Das wird nicht mehr in dieser Form eintreten. Dies wird als Beweis gesehen, dass "die Experten" in Wahrheit von der EU infiltriert sind und propagandistisch "project fear" betreiben, da es in Wirklichkeit die EU sei, die den Austritt verhindern will und entsprechend die öffentliche Meinung beeinflusst. In den übrigen Punkten hatten die Wirtschaftswissenschaftler allerdings recht (deutlich verlangsamtes Wachstum, sinkende Reallöhne/faktischer Einkommensverlust, dauerhafter Währungsverfall). MMn konnte nur deshalb zeitweise schlimmeres verhindert werden, da die Regierung konsequent an der Legende festhielt, ein Deal mit hürdenfreiem Handel, ähnlich wie als Vollmitglied, sei verhandelbar.

Gerade deshalb könnte die Situation im kommenden Jahr recht dramatisch werden. Wenn man das Wohlstandsgefälle bedenkt und dass Menschen auf Sozialhilfe oder die JAMs (just about managing), von denen es so viele gibt, nur von Tag zu Tag leben können - und es dann zu den Versorgungsengpässen kommt (das ist mMn allenfalls eine Frage der Zeit, auch wenn die Weltgemeinschaft Notlösungen im Grenzverkehr erlaubt), könnte es schnell zu Unruhen und Gewalt kommen. Nicht jeder kann es sich leisten, sich für Wochen oder Monate einen Vorratskeller anzulegen. Die Regierung ist viel zu unfähig, um das Land angemessen darauf vorzubereiten. Schon bei den 2011 riots hatte Theresa May als Innenministerin völlig versagt (David Cameron musste damals seinen Urlaub abbrechen).


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