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Nationalismus als Lösung?

210 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: EU, Europa, Brexit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 13:47
Servus,

irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Nationalismus, in all seinen (widerwärtigen) Formen und Ausprägungen, als Lösung für alle politischen Probleme gesehen wird.

Überall in Europa und auch in den USA werden die Nationalisten immer stärker. Die Schuld wird immer bei anderen gesucht. Egal ob es um Sicherheit, Wohlstand oder Arbeit geht - immer ist der Migrant Schuld oder jemand anderes. Die Lösung ist scheinbar einfach: Abschottung.

Wieso kommt eigentlich niemand auf die Idee, dass die meisten Probleme systembedingt sind? Im Kapitalismus muss es Verlierer geben! So funktioniert das System.

Ist Armut ein Problem? Wieso hat keiner den Mut, die Ressourcen gerecht(er) zu verteilen?

Gibt es nicht genug Arbeit? Wieso macht keiner etwas dagegen? Die Arbeitswelt muss endlich reformiert werden! Stattdessen müssen Menschen, die keine Arbeit haben, am Existentialismus leben.

Nicht genug Sicherheit, Versorgung etc.? Wieso muss ein sonst reicher Staat, an der Versorgung und der Infrastruktur Sparen? Wieso wird ausgerechnet am Personal von sozialen und medizinischen Einrichtungen gespart? Wieso spart man an Schulen?

Nationalismus = Konservativ
Kapitalismus = Konservativ

Das ist für mich ein gefährlicher Zusammenhang. Befinden sich die Völker auf dem Holzweg, wenn die die Abschottung fordern?


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:01
War Nationalismus jemals eine Lösung?
Zitat von NegevNegev schrieb:Kapitalismus = Konservativ
Nö, der steht eher für Fortschritt.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:06
Zitat von NegevNegev schrieb: Im Kapitalismus muss es Verlierer geben! So funktioniert das System.
Ja Verlierer gibt es in jedem System. Ob man will oder nicht.

Und ich stimme zu. Kapitalismus steht für Fortschritt.
Zitat von NegevNegev schrieb:Befinden sich die Völker auf dem Holzweg, wenn die die Abschottung fordern?
Ja. Sogar ziemlich sicher.
Aber kommt jetzt darauf an vor was man sich abschottet.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:41
Zitat von DurchfallDurchfall schrieb:Aber kommt jetzt darauf an vor was man sich abschottet.
Was hättest Du denn gern?


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:44
Wir koennten ohne Kapitalismus nicht hier miteinander schreiben

Ohne miessten wir immer noch Brieftauben versenden... ;)


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:45
@eckhart
Die Frage ist, was ich nicht gerne hätte.
würde z.b. keinen IS Terroristen ins Land lassen.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:46
Wenn Ressourcenverschwendung,Verwüstung der Umwelt,Artensterben...oder Ausrottung...,Vergiftung von Böden und Grundwasser,leergefischte und vermüllte Meere...siehe Müllstrudel...Hungersnöte durch Nahrungsmittelspekulation,Kriege um Bodenschätze,Landgrabbing,unbedingter Maximalprofit,entrechtete Arbeitnehmer und das bewusste Fernhalten von Menschen an Bildung,Arbeit und Selbstverwirklichung mit diesem Fortschritt einhergehen ist er verdammt teuer bezahlt...und zwar von der überwiegenden Mehrheit die nicht vom ihm partizipiert


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:49
Zitat von DurchfallDurchfall schrieb:Die Frage ist, was ich nicht gerne hätte.
würde z.b. keinen IS Terroristen ins Land lassen.
Auf dieses Alleinstellungsmerkmal wäre ich im Leben nie gekommen.
Bist Du der Erste, der die Idee hatte?


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:52
Zitat von FerraristoFerraristo schrieb:Ohne miessten wir immer noch Brieftauben versenden... ;)
Die Viecher halten aber selten still, wenn man denen die Briefmarken drauf kleben will :troll:



Mal zum Thema: So ganz kenne ich mich da nicht aus; aber gibt es nicht auch im Nationalismus sogenannte "Verlierer"? Also das, was dem Kapitalismus negativ ausgelegt wird...


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:52
@eckhart
Deinem Beitrag nach zu urteilen, wohl alle außer dir.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 14:55
@Warhead

Stimmt da denke ich an Luftkurort Bitterfeld oder die Schönheit der Natur im Realexistierende Sozialismus...


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 15:04
Zitat von DurchfallDurchfall schrieb:Deinem Beitrag nach zu urteilen, wohl alle außer dir.
Wenn Du damit andeuten willst, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dann stellt sich die Frage: Warum erwähnst Du es extra?
Weil die Abwehr von Islamisten nur durch Nationalismus möglich ist?
Gleiches mit Gleichem bekämpfen?


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Realo ehemaliges Mitglied

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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 15:09
Zitat von NegevNegev schrieb:Wieso kommt eigentlich niemand auf die Idee, dass die meisten Probleme systembedingt sind? Im Kapitalismus muss es Verlierer geben! So funktioniert das System.

Ist Armut ein Problem? Wieso hat keiner den Mut, die Ressourcen gerecht(er) zu verteilen?
Fast genau das Gleiche habe ich vor einigen Tagen im Rechtsextremismus-Thread geschrieben. Wenn ich es gefunden hätte, hätte ich es hier rüber kopiert.

Nationalismus und Fremdeneindlichkeit im weitesten Sinne ist einfach falscher bzw. verhinderter Klassenkampf. Die Umverteilung geht munter weiter von unten nach oben und keiner, auch keine Regierung, wagt es diesen Trend aufzuhalten. Den Prekären, die eh nichts haben und eher noch ärmer werden, bleibt daher nichts anderes als nach unten zu treten auf die noch Schwächeren, die Flüchtlinge. Zumal es da dann auch noch um Sozialneid geht ("die haben Handys", "die kriegen das volle Sozialprogramm obwohl sie nie was eingezahlt haben"). Besonders im Osten ist dieser Trend extrem stark.

Um das (rechte) Sprengpotenzial herauszunehmen, müsste es tatsächlich endlich mal eine Umverteilung von oben nach unten gehen. Aber an eine Vermögenssteuer und eine verschärfte Erbschafts- und Kapitalertragssteuer traut sich natürlich keiner ran, und wäre die SPD allein an der Regierung, würde auch sie sich das nicht trauen.

Jetzt laufen sie alle wie die Lemminge der AfD hinterher, sind dabei aber zu dumm mal ihr Parteiprogramm aufzuschlagen, denn da soll der Sozialstaat mehr oder weniger richtig abgewürgt werden. Weniger als das Lebensminimum geht aber nicht, so dass es dann eines Tages unkontrolliert zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen kommen dürfte, denn man kann von niemandem verlangen kriminell zu werden, um überhaupt genug zum Leben zusammenzukratzen.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 15:12
Zitat von eckharteckhart schrieb:Warum erwähnst Du es extra?
Weil du gefragt hast. Warum fragst du nach Selbstverständlichkeiten?


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 15:40
Nationalismus ist ein Phänomen der Moderne.Bis heute hat der Nationalismus unterschiedliche, teils polarisierende Ausprägungen.
Inklusiver Nationalismus
Exklusiver Nationalismus
„Staatsbürgerlicher“ und „Ethnischer Nationalismus
sogar Nationalismus im Fußball.
Was für ein Nationalismus ist denn für die Masse genehm! Anthony D. Smith etwa nannte 1971 in seinen Theories of Nationalism vier Überzeugungen, die seiner Meinung nach alle Nationalisten unabhängig von verschiedenen historischen Besonderheiten verbinden:
1)Die Menschheit teile sich von Natur aus in Völker auf, wobei jedes Volk seinen Nationalcharakter habe. Nur durch deren Entfaltung könne es zu einer fruchtbaren und harmonischen Völkergemeinschaft kommen.
Daran ist doch nichts schlecht.
2)Um diese nationale Selbstverwirklichung zu erreichen, müssten sich die Menschen mit ihrem Volk, ihrer Nation identifizieren. Die daraus erwachsende Loyalität stehe über allen Loyalitäten.
Genau so.
3)Nationen könnten sich nur in eigenen Staaten mit eigenen Regierungen voll entwickeln; (Selbstbestimmungsrecht der Völker).
Nicht im Sinne von Europa.
4)Die Quelle aller legitimen politischen Macht sei daher die Nation. Die Staatsgewalt habe allein nach deren Willen zu handeln, sonst verliere sie ihre Legitimität.
Alles in allem 28 Staaten zusammen klappt nicht wie man jetzt sieht.

Lg


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 15:41
Bei den Loslösungstendenzen von der EU hab ich nicht den Eindruck, dass die im Kern aus einem nationalistischen Denken heraus angetrieben werden. Da geht es darum, dass man dass Gefühl hat, dass durch Abgabe von Souvernänität an Brüssel die eigenen Belange nicht mehr ausreichend vertreten werden und dass man keine Handhabe mehr hat, dem entgegen zu wirken.
MMn geht es dabei nur um eine vernünftige Architektur der Entscheidungsprozesse. Wenn die besser gezimmert wären, gäb es diese wachsenden Vorbehalte, bzw Ablehnung nicht in der Ausprägung. Das heißt nicht, dass man aus Ideologie an Nationalstaatlichkeit festhalten will.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 15:56
Zitat von FerraristoFerraristo schrieb:Wir koennten ohne Kapitalismus nicht hier miteinander schreiben

Ohne miessten wir immer noch Brieftauben versenden... ;)
Die Entwicklung der Produktivkräfte würden auch höchstens irgendwelche Primitivisten kritisieren.
Zitat von NegevNegev schrieb:irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Nationalismus, in all seinen (widerwärtigen) Formen und Ausprägungen, als Lösung für alle politischen Probleme gesehen wird.

Überall in Europa und auch in den USA werden die Nationalisten immer stärker. Die Schuld wird immer bei anderen gesucht. Egal ob es um Sicherheit, Wohlstand oder Arbeit geht - immer ist der Migrant Schuld oder jemand anderes. Die Lösung ist scheinbar einfach: Abschottung.
Elitenkritik und Nationalismus sollte man erstmal trennen, jedoch spielen beide gut zusammen. Ersteres ist die auf einen Personenkreis projizierte Ohnmacht der Einzelnen gegenüber den Verhältnissen, welche sie nicht durchschauen. Letzteres ermöglicht es die inneren gesellschafltichen Widersprüche zu ignorieren und eine scheinbare Einheit gegen "die da oben" oder "die anderen" zu bilden. Gerade beim Fußball kann man diesen Wunsch nach dem aufgehen im Kollektiv ja ganz gut beobachten.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 16:01
@Oberfeldwebel
Nationalismus gabs schon in der Antike,aber was soll ich mit nem Blinden über Farbenvielfalt reden
Volk,Nation,Rasse,das sind abstrakte Konstrukte an denen sich die festklammern dürfen die nichts wissen,die nichts haben,die nichts sind...sie sind einfach nur Dreck,aber fürs Vaterland krepieren,dafür sind sie gut genug,die Besitzenden werden jedenfalls nicht fürs Vaterland abkratzen.
Ein billiges Stück Blech,damit werden die überlebenden Habenichtse abgespeist,die Römer und Griechen gaben ihren Veteranen noch ein Stück Land.
Staat ist ja nur eine Verwaltungseinheit,deren Verschiebung ändert nichts an den verschiedenen Kulturen die in ihm heimisch sind.
Abgesehen davon das sich Kulturen schon immer vermischt haben woraus neues entstand


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Realo ehemaliges Mitglied

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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 16:10
Zitat von User1283User1283 schrieb:Staatsbürgerlicher“ und „Ethnischer Nationalismus
Das entspricht dem, was ich in einem anderen Thread republikanische und völkische nationale Identität nannte.
Zitat von User1283User1283 schrieb:Nationalismus im Fußball.
Aber nur bei Spielen der Nationalelf. Überall woanders im Fußball geht es eher um Regionalismen bzw. um "die eigene Stadt".
Zitat von User1283User1283 schrieb:1)Die Menschheit teile sich von Natur aus in Völker auf, wobei jedes Volk seinen Nationalcharakter habe. Nur durch deren Entfaltung könne es zu einer fruchtbaren und harmonischen Völkergemeinschaft kommen.
Daran ist doch nichts schlecht.
Da spielt dann allerdings gleich wieder die Nähe zur Ethnopluralismus-Komponente mit hinein. Aber 1971 ist ja auch schon fast ein halbes Jahrhundert her. Seither ist die Forschung wohl etrwas weiter.
Zitat von User1283User1283 schrieb:3)Nationen könnten sich nur in eigenen Staaten mit eigenen Regierungen voll entwickeln; (Selbstbestimmungsrecht der Völker).
Nicht im Sinne von Europa.
Auch das ist eine historische Zwischenphase. Der Wir-Identität über die Nationen wird eines Tages die Wir-Identität als Menschheit folgen, spätestens dann, falls uns ein paar Aliens begegnen sollten. :D Aber auch ohne Aliens. Meine eigene "Identität" sehe ich mehr auf europäischer als auf nationaler Ebene, auch wenn sie derzeit mit sehr starken Schmerzen verbunden ist.
Zitat von User1283User1283 schrieb:4)Die Quelle aller legitimen politischen Macht sei daher die Nation. Die Staatsgewalt habe allein nach deren Willen zu handeln, sonst verliere sie ihre Legitimität.
Das ist - sorry - nationalchauvinistisch. Über diese Phase sollten wir langsam hinaus sein. Die "Quelle" aller legitimen politischen Macht kann auch sehr gut der Staatenbund sein, wie man an den Amis sieht. Die halten sich nicht für "Tennesseeaner" oder "Kalifornier", sondern erst mal für Amerikaner. Etwas entsprechendes gibt es bei uns (noch) nicht.
Zitat von User1283User1283 schrieb:Alles in allem 28 Staaten zusammen klappt nicht wie man jetzt sieht.
Vielleicht doch. Mit Schottlland als neuem Staat ohne England. Dann sinds erneut 28.


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Nationalismus als Lösung?

28.06.2016 um 16:34
ja ja, der homo sapiens ist vor ca 200 000 jahren aufgetaucht und sofort haben sich nationen gebildet und somit der nationalismus.
oder war das doch anders?
erst war es nur eine gruppe, dann eine ansiedlung, ein dorf, eine stadt dann gab es mehrere städte die sich zusammen schließen und es bildeten sich nationen und wer meint damit sei schluß, der hat keine ahnung.

wir menschen sind gezwungen um zu überleben immer größere gemeinschaften zu bilden, weil wir dann die ressourcen bündeln können.


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