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UN will bis 2030 die Armut besiegen

168 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Armut, Hunger, Umweltschutz ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

UN will bis 2030 die Armut besiegen

04.08.2015 um 23:08
Ein sehr optimistisches Ziel haben sich die UN da wieder gelegt, ja, ein utopisches, muss man sagen. :D Wer soll diesen Verein denn noch ernst nehmen? V.a., nachdem sie schon mit ihren Klimaschutzfantasien hoffnungslos daneben lagen. Und warum bis 2030? Ehrlich, wäre das jemals auf deren Agenda gewesen, hätten sie dieses überambitionierte Ziel schon längst erreichen können. :D Oder ist die Kacke nun etwa so am dampfen, dass die Lösung ganz dringend her muss, da sonst irgendwelche Komplikationen, um die man sicher auch schon vorher wusste, eintreten werden? Nachtigall, ick hör dir trapsen...


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UN will bis 2030 die Armut besiegen

05.08.2015 um 01:49
Zitat von ChefheizerChefheizer schrieb:Dazu gab es hier schon das Beispiel Bhutan.
Das ist ein ziemlich schlechtes Beispiel.
Bhutan ist sehr arm - die bevölkerung dennoch "glücklich". Man könnte jetzt meinen, das läge daran, dass sie nicht den "wachstums/wirtschaft"-Pfad beschreiten, aber dem ist nicht so.
Es stimmt zwar dass das Land heutzutage eines der ärmsten der Welt ist, aber bis vor etwas mehr als 50 jahren war es noch sehr viel ärmer.
Vor 1961 war das Land komplett isoliert, es gab außer Bergpfade keinerlei Wege hinein. Die Bevölkerung kannten kein Geld, keine Krankenhäuser, Telefone usw. kurz gesagt, es gab keinerlei Annehmlickeiten des modernen Lebens.
Nachdem 1961 die erste Straße ins Land gebaut wurde, kamen mit ihr nach und nach auch diverse Technische Errungenschaften (z.B. 1999 bekam das Land als letztes Land der Erde Fernsehen).
Mit diesen, wurde das Leben der Bhutaner um einiges erleichtert. Wenn man sein Leben praktisch im Mittelalter verbrachte, und dann plötzlich seinen so banale Dinge wie einen Wasserkocher bekommt, empfindet man dies als unbeschreiblichen Luxus, dann kann es dir egal sein, was andere haben, und dass du im Vergleich arm bist.
Bauer Dorji hat noch nie vom Bruttoinlandsglück gehört. Er sagt, er sei glücklich, weil sein neues Leben leichter sei als sein altes. In seinem alten Leben hackte er Holz und wartete stundenlang, bis der Reis gar wurde. Heute hat er einen Reiskocher und mehr Zeit für die Familie. In seinem alten Leben pflanzte Dorji die Reissetzlinge von Hand und pflügte das Feld mit Wasserbüffeln. Heute hat er Maschinen und erntet doppelt so viel wie früher. Was Dorji sein Glück nennt, ist Wirtschaftswachstum. Steigert ein armer Mensch seinen Reichtum, erhöht sich auch sein Glück, eine Weile jedenfalls, das ist das Erste, was man in Bhutan begreift.
http://www.zeit.de/2011/49/Kapitalismuskritik-Bhutan

Ok, was ist jetzt mein Problem? Die Bhutaner sind glücklich, ihr Weg scheint zu funktionieren.
Mein Problem ist zum einem, dass es sich nicht wirklich ein besonderer "Weg" ist.
Eigentlich ist es der Selbe Weg/das selbe Prinzip/System, wie unsere, nur eben noch ziemlich am Anfang, und (da er ja bereits vorgegeben ist) auch sehr viel schneller (zumindest am Start).

Wir können nicht so einfach sagen "hey, ich bin jetzt glücklich darüber, strom und Wasser zu haben, und abends im Internet disskusionen führen zu können."
Wir haben uns daran gewöhnt, für uns ist das normal.
Und auch die Bhutaner werden sich an ihre jetzt noch neuen, bescheidenen Annehmlichkeiten gewöhnen. Spätestens die Generation, die mit ihnen zusammen aufgewachsen ist, wird das als normal empfinden. Und damit wird auch einiges des bhutanischen Glückes verloren gehen.


Vielleicht liege ich auch mit meiner Einschätzung falsch, aber was genau machen die Bhutanesen, ihre Regierung und ihr "System", um dieses Bruttoinlandsglück zu fördern?


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05.08.2015 um 19:58
Zitat von NahternNahtern schrieb:Das ist ein ziemlich schlechtes Beispiel.
Als ein schlechtes Beispiel sehe ich Bhutan gerade nicht an. Man kann davon nämlich lernen wie es auch geht.
Eine absolute Wahrheit steckt allerdings nicht dahinter, insofern gebe ich Dir Recht.
Zitat von NahternNahtern schrieb:Vielleicht liege ich auch mit meiner Einschätzung falsch, aber was genau machen die Bhutanesen, ihre Regierung und ihr "System", um dieses Bruttoinlandsglück zu fördern?
Sie konzentrieren ihren Glücksbegriff eben nicht ausschließlich auf die Standard-Dinge. Ich bin in Deutschland z.B. umgeben von einem ziemlich starken Statusdenken aufgewachsen. Man neidet vor allem den Nachbarn alles mögliche und versucht fortan, ebenfalls mehr von allem zu bekommen: schöneres Porzellan, einen schickeren Vorgarten, ein neueres Auto, bessere Kleidung, Zusatzstudiengänge und schließlich mehr und teurere Urlaube. Das ist nun viele Jahre her und ich habe mich durch einen sehr langen Auslandsaufenthalt komplett von diesem Denken gelöst bzw. lösen dürfen.

Auch jetzt gilt das "System" in Deutschland immer noch: man muss viel vorweisen können - häufig auch egal was es einen selber kostet. Dieser Teil der Rechnung wurde/wird in Deutschland nämlich eher selten aufgemacht. Du wirst mir sicherlich darin zustimmen das es doch sehr viele Menschen gibt die es in Kauf nehmen, täglich mehr als 2 Stunden Lebenszeit zu verlieren nur weil Sie zur Ihrer Arbeitsstelle pendeln.


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05.08.2015 um 20:47
@Chefheizer

könntest du nochmal Erläutern was du in Butahn so anders siehst ? bzw Vorteilhaft?


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05.08.2015 um 20:51
@Fedaykin
Beispielhaft finde ich den Gedanken, Glück und nicht reinen Wohlstand, Status oder Konsum als gesellschaftliches Hauptkriterium anzusetzen.


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05.08.2015 um 20:57
Naja, das ist ja nicht wirklich teil des Wirtschaftens sondern eher eine andere Berechnungsmethode wo man versucht Subjektive Dinge zu quantifizieren.


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05.08.2015 um 22:02
Genau so ist es. Und das sind ja durchaus auch Faktoren die eine Gesellschaft beschreiben, auch wenn die "Messung" nicht so konkret ist. Ich finde den Wohlfühleffekt gar nicht so unwichtig.


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07.08.2015 um 22:17
Gerade eine interessante Doku gefunden die einen Sachverhalt darstellt der sich gar nicht so richtig von selbst erschließt. Es geht um den Mais als Nutzpflanze, jedoch werden weltweit nur noch etwa 17% als Nahrungsmittel verwendet. Das ist schon krass!

https://www.youtube.com/watch?v=hyXYadm83KM


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08.08.2015 um 01:35
@Chefheizer Das wird sich nicht verbessern, Problem Nahrungsmittel sind billig und müssen billig sein und darum ist es sinnvoll für die Hersteller sie zu etwas höherwertigem zu veredeln. Jetzt nimmt der Markt hier natürlich keine Rücksicht auf die Armen. Warum hungern jetzt aber die Menschen in diesem Beispiel, weil die Preise auf dem Markt zu hoch sind, nein falsch, sie hungern weil der Staat seine Aufgabe nicht wahrnimmt.


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08.08.2015 um 11:09
@Chefheizer

nein das ist nicht Krass. Mais ist in erster Linie eben ein Produkt zur Viehfütterung. Ein Großteil des Mais wäre wohl nur Bedingt die beste Wahl für Menschen.


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11.08.2015 um 21:40
Zitat von tarentaren schrieb am 08.08.2015:Warum hungern jetzt aber die Menschen in diesem Beispiel, weil die Preise auf dem Markt zu hoch sind, nein falsch, sie hungern weil der Staat seine Aufgabe nicht wahrnimmt.
Jo, das ist wohl wahr! Es müsste ja auch nicht zwingend Mais sein, gibt ja auch andere Getreidesorten.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb am 08.08.2015:nein das ist nicht Krass. Mais ist in erster Linie eben ein Produkt zur Viehfütterung. Ein Großteil des Mais wäre wohl nur Bedingt die beste Wahl für Menschen.
Es wird durch den extensiven Maisanbau aber auch Fläche verbraucht die für die Kultivierung anderer Getreidesorten dann nicht mehr zur Verfügung steht. Kritisiert wird ja auch die Monokultur und deren bekannt negativer Einfluss auf die Biodiversität.


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11.08.2015 um 21:44
@Fedaykin
@taren
Allerdings ist die Nahrungsmittelverschwendung selbst auch ein Problem das man durch geschickte Maßnahmen in den Griff bekommen könnte. Ganz umsonst wird das allerdings auch nicht vonstatten gehen.

Youtube: WASTE - Gegen den Wahnsinn der Nahrungsmittelverschwendung
WASTE - Gegen den Wahnsinn der Nahrungsmittelverschwendung



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11.08.2015 um 23:13
Zitat von ChefheizerChefheizer schrieb:Jo, das ist wohl wahr! Es müsste ja auch nicht zwingend Mais sein, gibt ja auch andere Getreidesorten.
Das meinte ich jetzt nicht, sie es mal anders, was wäre wenn die Frau im Film eine gute Ernte gehabt hätte, wäre sie dann nicht eher glücklich über einen hohen Preis. Für die Bauern mit einer guten Ernte ist dies also positiv, auch interessant, da ja Preisdumping in Afrika bei Lebensmittel durchaus in der Kritik steht. Die Frau hat einfach zu wenig und da kann keine Preissenkung generell der Sinn sein, sondern eine staatliche Unterstützung müsste her. Gleiches mit den Investoren, es ist ja nicht schlechtes daran Ackerland an einen Investor zu verkaufen aber wenn dies nur zum Vorteil weniger geschieht dann schon, hier ist der Staat in der Verantwortung die Rahmenbedingungen zu setzen aber die Staaten in Afrika sind eben hierzu nicht in der Lage.


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12.08.2015 um 00:12
@taren
Agrarsubventionen sind ein zweischneidiges Schwert, zuerst nützen sie, aber nicht unbegrenzt. Zumal in Afrika die Organisation des Ganzen problematisch ist und der Großteil nie beim Bauern ankommen wird.
Das Ziel muss doch eher sein, den Bauern auch ohne Subventionen eine Existenz zu ermöglichen?


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12.08.2015 um 01:10
Zitat von ChefheizerChefheizer schrieb:Das Ziel muss doch eher sein, den Bauern auch ohne Subventionen eine Existenz zu ermöglichen?
Das wird nie funktionieren und würde wenn nur die ärmsten der Armen bevorteilen.
Die Agrarversorgung hingegen sollte voll in das Finanzsystem integriert sein um so günstige Preise und so viele Überschüsse wie möglich zu generieren.
Alle anderen Wege führen direkt zu unkontrollierbaren Hungersnöten weltweit.
Der sogenannte "afrikanische Bauer" hat keinen Zugang zum Finanzsystem und die Landwirtschaftsstruktur ist oftmals "Scheisse" in Afrika, allerdings ist Afrika von mildem Klima gesegnet wie nichts anderes auf der Welt, darum funktioniert dort auch die Subsidienz-Agrarwirtschaft + Überschüsse noch so gut.
Aber um einen gewissen "linken" oder "grünen" ideologischen Agrar oder Lebenstraum dort dauerhaft zu installieren reicht es nicht.


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12.08.2015 um 13:18
Zitat von ChefheizerChefheizer schrieb:Es wird durch den extensiven Maisanbau aber auch Fläche verbraucht die für die Kultivierung anderer Getreidesorten dann nicht mehr zur Verfügung steht. Kritisiert wird ja auch die Monokultur und deren bekannt negativer Einfluss auf die Biodiversität.
Na dann muss man eben Anreize Schaffen. Aber warum sollte man etwas anpflanzen wonach keine oder geringe Nachfrage besteht.

Kann man aber gegensteuern. Ich erlebe überigens hierzulande das Mais ohne Einbußen in ständiger Folge angepflanzt wird, nur mit zwischensaat und Regulärer Düngung.

MIt anderen Worte, es ist eine Frage wie man den Boden Pflegt bzgl des Nutzanbaus.

Aber ja das Verbrauchen von Ackerfläche und Weiterziehen könnte ein Problem werden. Aber das hängt wiederum damit zusammen wem der Boden gehört.

Ein Landwirt hat wenig Intersesse seinen eigenen Boden auszulaugen.
Zitat von tarentaren schrieb:Für die Bauern mit einer guten Ernte ist dies also positiv, auch interessant, da ja Preisdumping in Afrika bei Lebensmittel durchaus in der Kritik steht
eben, das ist nicht so leicht sondern wie man sieht kann das auch zu einem völlig unerwünschten Ergebniss führen.
Zitat von ChefheizerChefheizer schrieb:Das Ziel muss doch eher sein, den Bauern auch ohne Subventionen eine Existenz zu ermöglichen?
ja im Prinzip schon, aber dann muss die Position der Subventionen durch den Verbraucher getragen werde, und so setzt sich die Kette und das Abwegen von verschiedenen Massnahmen fort.


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12.08.2015 um 15:14
Ich sag mal so, wenn Donald Trump in Amerika Präsident wird, wird das nichts mit 2030!


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Chefheizer Diskussionsleiter
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14.08.2015 um 00:45
Zitat von DerVorleserDerVorleser schrieb:Ich sag mal so, wenn Donald Trump in Amerika Präsident wird, wird das nichts mit 2030!
Das kann man noch nicht sagen! Er ist immerhin im Milliardärsclub und hat sehr abgefahrene Freunde.
Ist mir jedenfalls lieber als ein purer Lobbyist.


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14.08.2015 um 12:56
@Chefheizer

Donald Trump soll den Plan haben, die Grenze zwischen USA und Mexiko zu verbarrikadieren, damit keine Flüchtlinge mehr in die USA kommen. Da könnte man doch den Eindruck haben, dass er so einen Reichen Arsch hat, dass ihm ärmere Menschen egal sind.
Des Weiteren ist der Typ Rassistisch gegenüber Frauen.
Spricht irgendwie nicht für eine Lösung bis 2030.
Ach ja, gab es da mal nicht nen Typen, der nicht an den Klimawandel glaubt und US-Präsident sein möchte?


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14.08.2015 um 13:11
Wie kann man denn Rassistisch gegen Frauen sein :)

meinst Sexistisch


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