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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

19.863 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Political Correctness, Politische Korrektheit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Political correctness, ein gescheitertes Experiment

09.02.2021 um 19:16
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Ja, gut. Ich würde auch Schnappatmung bekommen, wenn mein Ort in Nager umbenannt werden würde.
Das sind meist nur Vorurteile, da man Nager nicht gut genug kennt, wenn man sie liebgewonnen hat, dann bekommt man das nicht mehr. :mouse: :rattensohn: :inu:

Ober-, Mittel- und Unternager fände ich auch gut und denke auch, dass das damit gemeint war. Das muss auch gar nicht abstoßend wirken und kann auch eine Touristenattraktion sein, wenn man es richtig macht.

Ich habe jetzt mal Bilder gemacht wie das aussehen könnten, vielleicht überzeugt das jemand seine Meinung zu ändern.

SpoilerObernager.Hase       Original anzeigen (0,2 MB)
Mittelnager
Unternager.Hamster
Ich habe statt den Stadtkreis die Art des Nagers angegeben
SpoilerNatürlich nicht ganz ernst gemeint. Wobei ich den Namen Nager dennoch gut finde



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09.02.2021 um 22:07
Zitat von JedimindtricksJedimindtricks schrieb:Wiegesagt , ich glaube nicht das der grossteil Deutschlands so derartig klug ist hier gleich die richtigen schlüsse zu ziehen . Du hattest ja das Gegenteil behauptet was ich jetzt einfach so akzeptieren muss weil du die meinungshoheit hast. Du wirst sie auch behalten, keine sorge.
weil Leute zu blöd sind (sorry für den Ausdruck!) google zu bedienen, sollen Orte umbenannt werden??
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:aber da wird ja lieber mal kurz reingehüpft und versucht, mich zu diskreditieren und beleidigen. Klappt nur eben nicht.
warum nur finde ich keinen gelöschten Beitrag??? achso, hat wohl nicht stattgefunden...na dann.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Ich habe bspw. bis in meine 20er hinein gern das Wort Schwuchtel als Beleidigung benutzt.
und andere haben ihr Leben lang solche Ausdrücke nicht benutzt--daher denke ich mal trifft der Spruch immer noch zu "was ich denk und tu, traue ich auch andern zu". Es ist nur so: nicht jeder Mensch der hier mitschreibt, benutzt die politisch unkorrekten Worte als schimpfworte. Es gibt ne Menge Leute, die kommen ganz ohne das aus. Die müssen sich nicht umstellen!
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Es gibt in Berlin/Wedding/Afrikanisches Viertel Infotafeln, die ueber die Verbrechen aufklaeren. Das ist eine gute Loesung, denke ich
ja, das ist gut.
zusätzlich finde Städtepartnerschaften gut mit afrikanischen Städten mit denen man sozusagen historische Schnittmengen hat.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Wer bestimmt denn, wer was verdient hat?
na wer wohl?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:die Gesellschaft, würde ich meinen. Die muss sich mit z.B. deutschem Kolonialismus auseinandersetzen und darüber befinden, wie sie mit den Strassennamen etc. umgehen will. Schlimm genug, dass dies nicht sowieso passiert, sondern überall angestossen werden muss, durch Vereinigungen, Organisationen etc.
Was spricht denn dagegen, Rassisten oder von Rassismus profitierende Menschen nicht durch Strassennamen etc ehren zu wollen?
würdest du meinen?? Ich les hier mehr oder weniger die Botschaft, dass "die Gesellschaft" gefälligst die Meinung einzelner Aktivisten (verstärkt durch die Behauptung einer unquantfizierten Menge verletzter "Betroffener") zu akzeptieren habe und sich nicht so anstellen soll....sind schließlich alles weiße, priviligierte Unterdrücker, die endlich was von ihrer MAcht abgeben sollten.

ICH lese hier nicht, dass die pc einen gesellschaftl Diskurs möchte. ICH erfahre, dass die pc vorgibt, wie der gesellschaflt Diskurs auszusehen hat, wer ihn führen darf und welches Ergebnis er zu bringen hat.

bei uns werden die Straßen unter anderem mit Ziffern "geehrt"...Sagenhaft. Ich weiß nur nie, ob Straße 149 und Straße 152 rassistisch sind (dann gehören sie umbenannt), eine politsch korrekte Kindheit hatten oder ob die beiden Zahlen sonstwie besonders nützlich für die Menschheit waren.

*************************

dann habe ich noch einen erstaunlichen Diskurs gelesen:
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:meine Güte, wer redet denn gerade von Kant?
ein user namens @weißichnixvon und zwar mit gutem Recht.
Kant war nach heutigem pc Verständnis nicht ganz der ""Gute"" -- obwohl er unglaublich gut war.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:denn Du kommst als aller erstes mit einer Person um die Ecke, wo man geteilter Meinung sein kann. DAS ist kontraproduktiv,
Das ist nicht kontraprodukitv.
Kant dürfte ne echte Herausforderung für die PC Aktivisten sein . so als WEISSER alter Sack....
Zitat von blueavianblueavian schrieb:Ober-, Mittel- und Unternager fände ich auch gut und denke auch, dass das damit gemeint war. Das muss auch gar nicht abstoßend wirken und kann auch eine Touristenattraktion sein, wenn man es richtig macht.
süße Bildchen.
Hat nur mit der Ortshistorie nichts zu tun und daher --netter Versuch. Mehr nicht.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

09.02.2021 um 22:26
Gestaltet die Diskussion wieder sachlicher und verzichtet auf persönliche Angriffe oder Off-Topic


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09.02.2021 um 23:18
Hier mal ein kleiner Exkurs nach Indien, wir erinnern uns, dank lupenreiner PC ist es den Hindus weiterhin gestattet, ihr Glückssymbol weiterhin in Deutschland zu verwenden da es keinen politischen, rassistischen Hintergrund hat.

Die Situation in Indien ist aber dennoch bemerkenswert.
Zum einen leben dort ebenfalls Juden, zum anderen herrscht eine eklatante Bildungslücke was den Nationalsozialismus betrifft was teilweise obskure Begebenheiten mit sich bringt.

Fangen wir an.
Die Aufregung war groß aber kurz: Ein Händler in der indischen Wirtschaftsmetropole Bombay hat seine mit Hakenkreuzen bedruckte Bettwäsche-Kollektion wieder vom Markt genommen, nachdem die Vereinigung Indischer Juden ihm gedroht hatte, dagegen zu klagen
Soweit, so verständlich. Aber um was geht es genau?
»Schon einen Tag, nachdem in der Times of India ein Artikel erschienen war, hat der Händler angerufen und sich bei uns entschuldigt«, sagt der Vorsitzende der Vereinigung, Jonathan Salomon.
Salomon, der im Hauptberuf Anwalt ist, hat Erfahrung mit Fällen dieser Art. Denn in Indien ist das Hakenkreuz nicht wie in vielen anderen Ländern verboten. Es ist im Gegenteil ein altes hinduistisches Glückssymbol, das oft auf Tempeltüren zu sehen ist und in privaten Haushalten verwendet wird – wenn auch die Arme der indischen Swastika meist in die andere Richtung zeigen als in der nationalsozialistischen Variante. »Wir hätten deshalb auch nicht gegen die Verwendung der Swastika an sich geklagt«, betont Salomon. »Wir respektieren den Hinduismus.«


Grossartige Aussage und ein Beweis das PC sehr wohl noch nicht verloren ist - sie nimmt Rücksicht auf die Historie, den Kontext des Symbole.
Etwas, was die PC bei uns nicht mehr schafft.

Aber jetzt kommts, es ist mitnichten so, das jedes Hakenkreuz in Indien ein Glückssymbol ist, seht selbst:

Doch der Kaufmann aus Bombay hatte seine Ware unter dem Slogan »The Nazi Collection« angepriesen – sodass ein Missverständnis auszuschließen war. Zwar behauptete er später, das Wort Nazi stehe für »New Arrival Zone of India«. Doch das dürfte eher als Erklärung zur Wahrung des Gesichts zu deuten sein. In Verwendung mit dem Wort Nazi wäre es möglich gewesen, den Mann wegen Verletzung religiöser Gefühle und Stiftung von Unfrieden vor Gericht zu bringen.

Fantastisch, die Akzeptanz des religiösen Symbols geht so weit, daß der Kontext sogar darüber entscheidet ob es strafbar ist es zu verwenden.

Aber wie kommt es eigentlich dazu, daß der NS-Kontext in Indien verwendet wird?

»Die meisten Leute hier in Indien wissen überhaupt nichts über die historischen Zusammenhänge«, sagt Salomon. Deshalb komme es öfters zu »Ausrutschern«, die eigentlich keinen antisemitischen Hintergrund hätten. So hatte kurz zuvor ein Gastwirt in Bombay sein neues Restaurant »Hitler’s Cross« nennen wollen und dafür mit Hakenkreuz und Hitler-Foto geworben. Auf die Proteste der jüdischen Gemeinde reagierte er überrascht, zeigte sich aber schnell einsichtig.
Mit Hitler assoziieren viele Inder vor allem eine Gegnerschaft zu Großbritannien – und stehen ihm deshalb positiv gegenüber. Der bekannte Freiheitskämpfer und frühere Mitstreiter Mahatma Gandhis, Subhash Chandra Bose, reiste während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland, um Hitler um Unterstützung im Kampf gegen die britische Kolonialherrrschaft zu bitten.
»Die meisten indischen Juden haben nach der Unabhängigkeit das Land verlassen, weil sie zuvor eng mit den Briten zusammengearbeitet hatten«, sagt Ramon Ben Esra. Er gehört der kleinen Bene-Israel-Gemeinde in Neu-Delhi an, die nur noch aus zehn Personen besteht. Heute leben in Indien, das mehr als eine Milliarde Einwohner zählt, nur noch etwa 5.500 Juden. Die meisten haben sich in Bombay niedergelassen.
Beachtlich, absolute Minderheit und trotzdem wird sofort reagiert.

Weiter erfahren wir, daß die jüdische Gemeinde vor Ort ob der erschlagenden Verwendung des Hakenkreuzes gar nicht mehr reagiert. Zu groß ist wohl die akzeptierte religiöse Verwendung so das die offensichtlichen Ausrutscher ihren Weg in die Diskussion nur durch Druck von außen schaffen:

Ramon Ben Esra meint, dass die indischen Juden von sich aus auf einen Fall wie die Hakenkreuz-Bettwäsche gar nicht reagieren würden, wenn es nicht ein Thema für die ausländischen Medien wäre. »Wir sind doch ständig von diesem Symbol umgeben. Die Leute malen es sogar auf die Fensterscheiben, wenn sie sich ein neues Auto kaufen, weil es Glück bringen soll.«
Doch nicht zuletzt wegen der vielen Kontakte ins Ausland werden Fälle dieser Art immer wieder bekannt. Nissim Moses Talkar etwa stammt aus einer jüdischen Familie aus Südindien und wanderte schon vor Jahrzehnten nach Israel aus. Dennoch besucht er Indien regelmäßig und unterstützt die Synagoge in Delhi finanziell. Für ihn ist es ein »Akt der Solidarität mit den indischen Juden«, gegen die gedankenlose Verwendung von Nazi-Symbolen vorzugehen. Dennoch betont er, die Hindus seien »die tolerantesten Menschen der Welt«, denn sie erlauben es jeder Minorität, »in Frieden in Indien zu leben«.
Doch gegen einige mächtige Politiker, die mit religiösen Ressentiments auf Stimmenfang gehen, konnte die kleine jüdische Gemeinde in Indien bisher nichts ausrichten. Die Stadt Bombay etwa wurde lange von der Partei Shiv Sena regiert, deren Vorsitzender, Bal Thackaray, ein bekennender Anhänger Adolf Hitlers ist. Und im Bundesstaat Gujarat sind noch immer Schulbücher in Gebrauch, die Hitler als großen Staatsmann feiern. Der Holocaust hingegen wird nur mit einem einzigen Satz erwähnt. »Wir haben einen Protestbrief an den Ministerpräsidenten von Gujarat geschrieben«, sagt Jonathan Salomon, »er hat es aber nicht für nötig gehalten zu antworten.«
Quelle: https://www.google.com/amp/s/www.juedische-allgemeine.de/allgemein/der-haken-mit-dem-kreuz/%3famp

Meine Meinung:
Der Artikel zeigt sehr schön folgendes:

Ein rassistisches Symbol bleibt es auch dann, wenn es gedankenlos verwendet wird, aus Unwissen und sogar der Kontext rassistisch konnotiert ist.
Ein rassistisches Symbol schließt sich aus, wenn der Kontext ein komplett anderer ist (hier Hakenkreuz als religiöses Symbol).
Eine Anerkennung eines rassistischen Symbols als in einem anderen Kontext nicht rassistischen Symboles ist nicht nur möglich, sondern gebietet auch die Achtung vor den Nutzern dieses Symboles. Wohlgemerkt, das ist eine Feststellung eines Juden!


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

10.02.2021 um 00:11
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:Kant war nach heutigem pc Verständnis nicht ganz der ""Gute"" -- obwohl er unglaublich gut war.
Skaverei, Kolonialismus und Feudalismus waren für Kant nicht in Überinstimmung mit "Liberté, Égalité, Fraternité" zu bringen. Sind auch objektiv nicht mit einander in Überenstimmung zu bringen!
Deshalb die Suche nach einem Ausweg, der sich als keiner erwiesen hat und deshalb von Kant selbst zu seinen Lebzeiten revidiert wurde:
Kants Einteilung der Menschheit in „Rassen“ sei zunächst vom Interesse geleitet gewesen, hinter der Vererbung verschiedener äußerer Merkmale wie Haut- und Augenfarben eine Gesetzmäßigkeit zu erkennen, sagt Pauline Kleingeld, Professorin für Philosophie an der Universität Groningen. Kant habe eine wissenschaftliche Definition des Begriffs „Rasse“ entwickeln wollen, gegründet auf biologische, physiologische Kriterien. Unter „Rasseeigenschaften“ habe er Merkmale verstanden, die immer irgendwie vererbt werden, aber nicht allen Menschen gemeinsam sind.

„Der Begriff war für Kant nicht notwendig mit einer Rassenhierarchie verbunden“, erklärt Kleingeld. In vielen seiner Schriften sei er jedoch über die physischen Merkmale, die seinem System eigentlich zugrunde liegen, hinausgegangen und habe den verschiedenen „Rassen“ auch geistige und charakterliche Eigenschaften zugeschrieben: „ob sie sich selbst regieren können, ob sie lebhaft oder faul sind, und so weiter“, so Pauline Kleingeld. Dies belegten nicht nur Mitschriften seiner Studenten, auf denen zum Beispiel die Publikation seiner Vorlesung über Physische Geographie beruht, sondern auch weitere Texte, die Kant selbst publiziert habe.
„Er hat die Rassenhierarchie verteidigt“, sagt Kleingeld, „wenigstens bis Anfang der 1790er-Jahre.“ Später habe Kant sich jedoch ausdrücklich von dieser Idee abgewandt. In seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ (1795) und in der „Metaphysik der Sitten“ (1797) habe er sich gegen den Kolonialismus ausgesprochen und die neue Kategorie des „Weltbürgerrechts“ eingeführt.

Appell an den eigenen Verstand
Stattdessen komme es darauf an, „die ganze Theorie aufs Neue zu durchdenken“, und selbst zu entscheiden, „was man davon übernehmen kann, und was man erneuern sollte“. Ganz im Sinne von Immanuel Kants viel zitiertem Aufruf: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

Anke Graneß ist davon überzeugt, dass diese Auseinandersetzung mit dem prägenden Denker der deutschen Aufklärung weit über die Fachwelt hinaus von Bedeutung ist, „weil rassistische und sexistische Strukturen in unserer Gesellschaft und in unserem Denken weiterhin lebendig sind, wie die letzten Demonstrationen und Diskussionen ja auch wieder zeigen“.

„Dekolonisierung ist nicht nur eine Aufgabe der ehemals Kolonisierten“, fügt Graneß hinzu. „Dekolonisierung ist auch eine Aufgabe der ehemaligen Kolonialmächte. Das heißt, auch wir müssen unser Denken dekolonisieren und in diesem Rahmen auch von rassistischen Strukturen befreien. Und das geht nur mit Rückgriff auf das ideengeschichtliche Erbe, aus dem sich unsere heutigen Wahrnehmungen der Welt entwickelt haben.“
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/rassismus-bei-immanuel-kant-vom-fuersprecher-zum-kritiker.2162.de.html?dram:article_id=484003



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10.02.2021 um 05:37
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Ein rassistisches Symbol bleibt es auch dann, wenn es gedankenlos verwendet wird, aus Unwissen und sogar der Kontext rassistisch konnotiert ist.
ich würde nicht sagen "bleibt" und "sogar", sondern in diesen beschriebenen Fällen muss man da einfach "ist" schreiben.
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Ein rassistisches Symbol schließt sich aus, wenn der Kontext ein komplett anderer ist (hier Hakenkreuz als religiöses Symbol).
ja, so ist es doch hier auch
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Eine Anerkennung eines rassistischen Symbols als in einem anderen Kontext nicht rassistischen Symboles ist nicht nur möglich, sondern gebietet auch die Achtung vor den Nutzern dieses Symboles. Wohlgemerkt, das ist eine Feststellung eines Juden!
ja und das ist hier doch genau so, es erschliesst sich mir nicht, was Du genau jetzt aufzeigen wolltest, was hier nicht sowieso schon festgestellt wurde?
Zu Indien bezüglich des NS und Hitler:
Die Beispiele zeigen, dass die Bewunderung für Hitler und den Nationalsozialismus im heutigen Indien – wie schon in der Zwischenkriegszeit – oftmals vollkommen unreflektiert und selektiv ist. Sie blendet die Verfolgung Andersdenkender genauso aus wie den Rassismus und Antisemitismus des deutschen Regimes. Auch der Holocaust an den europäischen Juden spielt kaum eine Rolle. Diese eklektische Wahrnehmung und Sympathie beruht heutzutage, so wird vermutet, vor allem auf dem fehlenden Wissen über die genauen Hintergründe, die konkreten Details und den größeren Kontext der Geschichte des Nationalsozialismus.
Quelle: https://www.bpb.de/internationales/asien/indien/181208/hitler-wahrnehmung


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10.02.2021 um 08:27
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:und andere haben ihr Leben lang solche Ausdrücke nicht benutzt--daher denke ich mal trifft der Spruch immer noch zu "was ich denk und tu, traue ich auch andern zu". Es ist nur so: nicht jeder Mensch der hier mitschreibt, benutzt die politisch unkorrekten Worte als schimpfworte. Es gibt ne Menge Leute, die kommen ganz ohne das aus. Die müssen sich nicht umstellen!
1) Darum ging es in meiner Antwort an den user gar nicht aber danke für das subtile ad-hominem
2) Warum argumentieren diese user dann die ganze Zeit für den Erhalt des Wortes "N****" oder das Schwuchtel gar nicht homophob ist?


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10.02.2021 um 08:40
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:2) Warum argumentieren diese user dann die ganze Zeit für den Erhalt des Wortes "N****" oder das Schwuchtel gar nicht homophob ist?
Um dogmatischen Verdichtungen entgegen zu wirken. Worte sind nicht verabsolutierbar, und nur in Relation zur jeweiligen Situation bewertbar. Das muss man wissen und verstehen, dann entstehen auch weniger Missverständnisse und die Kommunikation zwischen den Menschen kann einfach geschmeidiger funktionieren.

Fakt ist, es ist nicht immer klar, was welches Wort aussagen will, respektive was der Sender genau meint, wie er dazu kommt, dieses oder jenes Wort zu verwenden. Auch wenn es im normalen Sprachgebrauch als negativ gewertet wird, so muss das nicht immer stimmen.
An der Stelle muss man einfach nachhacken, wenn man tatsächlich an einer ehrlichen Kommunikation interessiert ist.
Nicht gleich verurteilen, und die Problematik damit entweder verdichten, verschlimmern oder ganz woanders hin verschieben. Kommunikation ist komplex, gerade im gesellschaftlichen Sinne, und kann nicht dort enden, wo man sich an bestimmten Ausdrücken meint festbeißen zu müssen.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

10.02.2021 um 10:21
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:An der Stelle muss man einfach nachhacken, wenn man tatsächlich an einer ehrlichen Kommunikation interessiert ist.
Und vor allem interessiert an PC.
Das Beispiel Indien zeigt sehr gut, daß ein und dasselbe Symbol zwei Bedeutung hat. Eine rassistische und eine nicht rassistische. Scheint zu funktionieren.
Analog zum Wort Neger welches diskriminierend verwendet werden kann oder als in unserem Falle definitiv nicht rassistischer Ortsname.
Das eine gutzuheißen und im anderen Fall abzuweisen ist ein Widerspruch.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

10.02.2021 um 11:27
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Das eine gutzuheißen und im anderen Fall abzuweisen ist ein Widerspruch.
nur sind wir nicht in Indien. Und es handelt sich um ein Zeichen. Kein Wort mit einer bestimmten Definition.


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10.02.2021 um 11:36
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:nur sind wir nicht in Indien
Ich persönlich kann da kein Argument hinsichtlich PC erkennen, aber gut, wenn die Diskussion für dich an der Landesgrenze aufhört habe ich damit kein Problem.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Und es handelt sich um ein Zeichen. Kein Wort mit einer bestimmten Definition.
Es ist ein Zeichen mit mehreren Bedeutungen, Definitionen.
Es ist ein Wort mit mehreren Bedeutungen, Definitionen.
In der Sache ist kein grundsätzlicher Unterschied.


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10.02.2021 um 11:44
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:weil Leute zu blöd sind (sorry für den Ausdruck!) google zu bedienen, sollen Orte umbenannt werden??
Das eine hat mit dem anderen gar nix zu tun. Wir nivellieren grade nur dein Unverständnis darüber raus auf Minderheiten Rücksicht zu nehmen . Das zeigt viel mehr und ist auch gesellschaftlich wichtiger als wie so ein Ort heisst und was man dafür googlen muss.


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10.02.2021 um 11:52
Zitat von JedimindtricksJedimindtricks schrieb:Wir nivellieren grade nur dein Unverständnis darüber raus auf Minderheiten Rücksicht zu nehmen . Das zeigt viel mehr und ist auch gesellschaftlich wichtiger als wie so ein Ort heisst und was man dafür googlen muss.
Die Frage steht ebenso im Raum, ob es der Minderheit tatsächlich hilft, wenn man zu sehr in solche Gegebenheiten eingreift, und Dinge angreift, die Nachweislich nichts mit einer Diskriminierung zu tun haben. Sowas löst oft Irritationen und Unverständnis bei vielen Menschen aus, und die richten diese nicht selten gegen alles, was sie damit assoziieren. Also auch gegen die Mitglieder dieser Ethnie. Man würde hier mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mehr Schaden anrichten, als dass es jemanden nützt.


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10.02.2021 um 12:03
@weißichnixvon

Sehe ich anders. Man kann einer betroffenen Minderheit durchaus damit helfen, in dem man ihnen zeigt das man sie und ihre Bedürfnisse ernst nimmt obwohl sie zu einer Minderheit gehören.
Vorallem wenn es um den Namenswechsel eines Ortes geht, dessen Wechsel keinen nationalen Notstand auslösen würde. Wahrscheinlich würde das nur der Ort selbst und die umliegenden Ortschaften aktiv mitbekommen und dieser Aufschrei, den du vermutest, würde ausbleiben.
Man könnte also Menschen etwas respektvolles zukommen lassen - egal ob der Ortsname auf diskriminierenden Rassismus fußt oder nicht- während die Bewohner des Ortes nicht diskriminiert werden würden oder benachteiligt, nur weil der Wechsel stattfindet.


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10.02.2021 um 12:07
@Foxy.Vapiano
Für mich die Frage, ob man mit solchen Aktionen nicht neue diskriminierte Minderheiten schafft was rein argumentativ ein viel größeres Problem aufwirft. Wie gesagt, immer dann wenn es garkeine rassistischen Hintergrund gibt.


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10.02.2021 um 12:11
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Die Frage steht ebenso im Raum, ob es der Minderheit tatsächlich hilft, wenn man zu sehr in solche Gegebenheiten eingreift, und Dinge angreift, die Nachweislich nichts mit einer Diskriminierung zu tun haben.
Die Frage stellt sich eigtl gar nicht und du bist da ein guter Beweis denn du entscheidest grade das das alles nichts hilft weil nachweislich nicht rassistisch.
Nur wer bist du um das zu entscheiden, richtig , die Mehrheit.
Und auf diese Mehrheitsmeinung geb ich kein pfifferling weil es die situation von Minderheiten nicht verbessern wird.

Im Gegenteil, am Ende wird der Spieß noch umgedreht und der schwarze ist schuld mit seiner " pc community " 🤣


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10.02.2021 um 12:11
@Foxy.Vapiano
Das sehe ich wiederum anders. Radikale politische Strömungen schlachten solche Bestrebungen nur zu gerne für ihre eigenen Interessen aus, und machen erst recht Stimmung gegen bestimmte Vorkommnisse dieser Art aus. Das alles müssen letztlich die Minderheiten selbst ausbaden.
Bei einer wirklich diskriminierenden Konnotation bei irgendeinem Begriff geht das schlecht, da hat man zumindest was handfestes.
Aber bei so einer assoziativen Sache hat man kaum ernstzunehmende Argumente, nur mehr oder minder diffuse Befindlichkeiten irgendwelcher Leute, und die Radikalen können es leicht als "Linksgrünversiffete Willkür" verkaufen. Das hilft eher der Gegenseite der PC.


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10.02.2021 um 12:12
Wenigstens wurde das Wort Gegner in Anführungszeichen gesetzt.
Zitat von Foxy.VapianoFoxy.Vapiano schrieb:Man kann einer betroffenen Minderheit durchaus damit helfen, in dem man ihnen zeigt das man sie und ihre Bedürfnisse ernst nimmt obwohl sie zu einer Minderheit gehören.
Das Wohlwollen den Minderheiten ggü. hängt mMn bestimmt nicht von irgendwelchen Änderungen ab, das wäre "nur" eine Demonstration, die nichts zu sagen hat.
Hat sowas wie eine Beweispflicht.

Das muss im täglichen Umgang miteinander geschehen.


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10.02.2021 um 12:12
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Für mich die Frage, ob man mit solchen Aktionen nicht neue diskriminierte Minderheiten schafft
In welchem Bereich? Also wo würde es deiner Meinung nach neue diskriminierte Minderheiten hervorrufen?
Es geht bei dem Namenwechsel ja nicht um die Bewohner der Ortschaft sondern um den Ort selbst und wenn dieser nun statt Neger, anders heisst sind die Bewohner dadurch ja nicht diskriminiert.

Ich meine, ich gehöre nun auch nicht zu denen, die sich für einen Wechsel stark machen müssen oder deswegen nicht mehr schlafen können.
Aber ich kann den Hintergrund durchaus verstehen, dass sowas nicht sein muss. Wie gesagt, egal ob die Ortsbezeichnung auf rassistischem Hintergrund fußte oder nicht - der Begriff ansich löst beim hören instant etwas aus und man könnte solche Dinge einfach schnell beheben.

Es ist kein Ortsname an dem man mit beiden Händen festhalten muss, oder darauf stolz sein.


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10.02.2021 um 12:20
Zitat von Foxy.VapianoFoxy.Vapiano schrieb:In welchem Bereich? Also wo würde es deiner Meinung nach neue diskriminierte Minderheiten hervorrufen?
Es geht bei dem Namenwechsel ja nicht um die Bewohner der Ortschaft sondern um den Ort selbst und wenn dieser nun statt Neger, anders heisst sind die Bewohner dadurch ja nicht diskriminiert.
Ich kenne es eigentlich so, daß es in der Regel einen engen Bezug zum Wohnort gibt. In diesem Fall ist die Verwendung des Ortsnamen über Jahrhunderte belegt, entsprechend identifizieren sich die Menschen dann auch damit. Das es im Ort Neger genau so ist, zeigt ja schon die Reaktion dieser Minderheit auf das Ansinnen an sich.
Ich gebe dir recht, das der formale Akt der Umbenennung nicht der Rede ist im Kontext der PC.
Aus meiner Sicht sollte man PC dort anwenden, wo es tatsächlich rassistische Verwendungen gibt und nicht auf andere Minderheiten ausdehnen die rein zufällig die selbe Buchstabenreihenfolge verwenden. Das ist schwer vermittelbar, auch wenn ich die Motivation verstehe. Dadurch schafft man erneut eine diskrimierte Minderheit.


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