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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

3.347 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leitkultur, Kulturchauvinismus, Kulturhegemonie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 17:54
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:war Dir Dein Beispiel Vergewaltigung zu schlecht das Du bereits von Inzest auf Geschlechtsverstümmelung kommst?

Und natürlich findet es nichts jede Frau toll das sie verstümmelt wurde, so wie jeder Mensch es nicht toll finden kann wenn etwas mit ihm gegen seinen Willen geschieht.
Nein, es gibt ganz einfach viele Beispiele.
Fakt ist doch, dass sowohl bei Männer als auch bei Frauenbeschneidung die meisten Leute, denen das passiert ist, gar kein Problem darin sehen.
Sonst gäbe es die Praxis gar nicht mehr.
Da kannst du mir kaum erzählen, dass das nicht kulturell gefärbt ist.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 18:00
@shionoro
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Da kannst du mir kaum erzählen, dass das nicht kulturell gefärbt ist.
Es ist vielleicht kulturell gefärbt so wies psychologisch gefärbt ist und kognitive Dissonanzbewältigung jeder Mensch besitzt in jeder Kultur.

Es ist aber immer noch kein vernünftiges Argument ohne ersichtlichen Grund Menschen Gewalt gegen ihren Willen anzutun.Da müsste man ja mal begründen mit welchem Recht man dies sich selbst zugesteht.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 18:30
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Es ist vielleicht kulturell gefärbt so wies psychologisch gefärbt ist und kognitive Dissonanzbewältigung jeder Mensch besitzt in jeder Kultur.

Es ist aber immer noch kein vernünftiges Argument ohne ersichtlichen Grund Menschen Gewalt gegen ihren Willen anzutun.Da müsste man ja mal begründen mit welchem Recht man dies sich selbst zugesteht.
Dann nenn mir doch mal ein vernünftiges argument dagegen, Menschen Gewalt gegen ihren Willen anzutun.
Also eins mit absolutheitsanspruch.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 18:57
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Dann nenn mir doch mal ein vernünftiges argument dagegen, Menschen Gewalt gegen ihren Willen anzutun.
Das kein Lebewesen mit einem phänomenalen Selbstmodel gern Schmerz gegen seinen Willen empfindet?

Jetzt Du eins dafür....


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 19:00
@wichtelprinz
Aber das ist doch gar kein Argument.
Was ist denn daran rational, dass man keinem weh tun soll, nur weil es weh tut? Das war doch sinn und zweck der übung und warum soll mich das leid anderer denn nun scheren?


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 19:12
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Was ist denn daran rational, dass man keinem weh tun soll, nur weil es weh tut?
Die Vernunft sagt, das einander grundlos Schmerzen zuzufügen wohl kaum zu einem friedlichen Miteinander führen kann.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das war doch sinn und zweck der übung und warum soll mich das leid anderer denn nun scheren?
Das Leid anderer braucht Dich nicht zu scheren, aber das Leid das Du anderen zufügst hast Du zu verantworten, vor den anderen. ich glaub sogar zu wissen, dass unabhängig der Weltanschauungen dies in einigen Kulturen so gehandhabt wird.


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12.09.2017 um 19:24
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Die Vernunft sagt, das einander grundlos Schmerzen zuzufügen wohl kaum zu einem friedlichen Miteinander führen kann.
Nein, das sagt die Vernunft nicht. Warum sollte sie? Da könnte man genausogut sagne, es ist doch unvernünftig, an irgendwen außer sich selbst zu denken, weil man nur seine eigene Gefühle fühlt.
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Das Leid anderer braucht Dich nicht zu scheren, aber das Leid das Du anderen zufügst hast Du zu verantworten, vor den anderen. ich glaub sogar zu wissen, dass unabhängig der Weltanschauungen dies in einigen Kulturen so gehandhabt wird.
Na und? Warum soll mich das denn nun scheren? In allen Kulturen lebt man in einer Gemeinschaft. Ja. mit vernunft hat es aber nix zu tun, nicht ausschließlich egoistisch zu sein und jede möglichkeit zu nutzen, jemanden auszunutzen oder fertig zu machen, sofern man von sich selbst dabei schaden abwenden kann.

Also hat auch das grundsätzliche miteinbeziehen anderer Lebewesen kulturelle Gründe.
Wen man dabei miteinbezieht ist ebenfalls von der Kultur abhängig.

Das sieht man allein schon beim unterschied der Kulturen zwischen der Bedeutung der Familie.
Wo es im Westen absolut akzeptiert ist, den Vater Erzeuger zu nennen und den Kontakt zu vermeiden, wenn er irgendwas auf dem Kerbholz hat, sieht das in diversen Kulturen schon sehr anders aus.
Da würde man dafür stigmatisiert werden, weil die familie in den moralischen grundsätzen viel schwerer wiegt als man selbst.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 19:34
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Nein, das sagt die Vernunft nicht. Warum sollte sie? Da könnte man genausogut sagne, es ist doch unvernünftig, an irgendwen außer sich selbst zu denken, weil man nur seine eigene Gefühle fühlt.
Weil das friedliche Zusammenleben elementar ist für die eigene, freie Entfaltung. Also selbst fürs das grösste Ego ist es ein Ziel, falls es der Vernunft folgen will, eine friedliche Zusammenlebensform zu finden. Und die kann nicht darauf basieren sich willkürlich Schmerzen zuzufügen.
Ein friedliches Zusammenlaben ist das Ziel und bringt auch fürs Individuum die besten Voraussetzungen.

Es kann also gar nicht das Ziel der Vernunft sein rambazamba unter den Weltanschauungen zu haben oder die eine als die Absolute zu erkoren sondern es kann nur Ziel der Vernunft sein sich auf Dinge zu einigen für ein friedliches Miteinander die man rational vernünftig Begründen kann.

Noch etwas, in meiner "Kultur" ist es scheiss egal wie viel Bedeutung Du der Familie beimisst. Mach es wie Du willst aber halte Dich an das Gesetz dabei.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 19:38
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Weil das friedliche Zusammenleben elementar ist für die eigene, freie Entfaltung. Also selbst fürs das grösste Ego ist es, falls es der Vernunft folgen will, ein friedliche Zusammenlebensform zu finden. Und die kann nicht darauf basieren sich willkürlich Schmerzen zuzufügen.
Ein friedliches Zusammenlaben ist das Ziel und bringt auch fürs Individuum die besten Voraussetzungen.

Es kann also gar nicht das Ziel der Vernunft sein rambazamba unter den Weltanschauungen zu haben oder die eine als die Absolute zu erkoren sondern es kann nur Ziel der Vernunft sein sich auf Dinge zu einigen für ein friedliches Miteinander die man rational vernünftig Begründen kann.

Noch etwas, in meiner "Kultur" ist es scheiss egal wie viel Bedeutung Du der Familie beimisst. Mach es wie Du willst aber halte Dich an das Gesetz dabei.
Inwiefern verhindere ich denn das friedliche Zusammenleben, wenn ich als Einzelperson egoistisch bin und die friedlichkeit der anderen ausnutze? Die fangen ja nicht an, genauso zu handeln, wenn ich das schalu mache.

Das ist doch wieder so ein kulturschützendes argument, dass man an die Gemeinschaft denken müsse.
Dass das das Ziel sein soll speisst sich sofort aus deiner Kultur.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 19:44
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Inwiefern verhindere ich denn das friedliche Zusammenleben, wenn ich als Einzelperson egoistisch bin und die friedlichkeit der anderen ausnutze? D
Du hast mich nach einem Argument gefragt warum man sich darum scheren sollte das andere Schmerzen empfinden.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das ist doch wieder so ein kulturschützendes argument, dass man an die Gemeinschaft denken müsse.
Natürlcih habe ich Dir ein Argument geliefert das auch den grössten Egoisten darin betrifft. Ihm kann die Kultur am Arsch vorbeigehen und trotzdem schauen das sein Umfeld friedlich bleibt sonst höckt er plötzlich mitten drin im Salat.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Dass das das Ziel sein soll speisst sich sofort aus deiner Kultur.
Das kannst Du sovielmal wiederholen wie Du willst. Als Argument zählt das leider nichts woher das es kommt. Es zählen die vernünftigen Überlegungen dazu die zu Argumenten führen wie das auch das grösste Ego nur daran interessiert sein kann in einem friedlichen Raum zu agieren und nicht in einem Chaos.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 19:52
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Du hast mich nach einem Argument gefragt warum man sich darum scheren sollte das andere Schmerzen empfinden.
Nach einem rationalen argument. Das hier hat nix mit ratio zu tun.
Da bemühst du schon direkt mehrere grundannahmen aus deiner Kultur.
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Natürlcih habe ich Dir ein Argument geliefert das auch den grössten Egoisten darin betrifft. Ihm kann die Kultur am Arsch vorbeigehen und trotzdem schauen das sein Umfeld friedlich bleibt sonst höckt er plötzlich mitten drin im Salat.
Nein, das betrifft ihn nicht.
Denn sein Umfeld bleibt ja auch friedlich, wenn er Leute ausnutzt.
Wir reden ja hier von einem, der Schlau genug ist, leute so fertig zu machen dass er keine Probleme hat.
Nimm z.B. mal jemanden, der andere Mobbt. Der macht den lieben langen Tag Leute fertig, weiß aber, mit wem er sich gut stellen muss.
Der hat im endeffekt für sich selbst nicht mit konsequenzen zu rechnen, im besten fall sogar eher mit Zustimmung wenn er eloquent und lustig dabei ist.
Der fügt leuten elid zu, ohne dass er einen nachteil davon hat. Aufzuhören wäre irrational für ihn.
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Das kannst Du sovielmal wiederholen wie Du willst. Als Argument zählt das leider nichts woher das es kommt. Es zählen die vernünftigen Überlegungen dazu die zu Argumenten führen wie das auch das grösste Ego nur daran interessiert sein kann in einem friedlichen Raum zu agieren und nicht in einem Chaos.
Und es ist keine vernünftige überlegung per se, an die gesamtgesellschaft zu denken, wenn es nur um das eigene handeln geht.
Wenn überhaupt kann dann die einzige halbwegs vernünftige prämisse sein, sein eigenes glück zu maximieren.

Das ist aber dann keine wirkliche Ethik mehr, dabei geht es ja nicht um Moral, sondern nur um eigenen nutzen.
Sobald es um Ethik geht, geht es um die gemeinschaft und sobald es um die geht, geht es um Kultur.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 20:02
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Nach einem rationalen argument. Das hier hat nix mit ratio zu tun.
Da bemühst du schon direkt mehrere grundannahmen aus deiner Kultur.
welche Grundannahmen, benenne sie mal? zB die Menschenwürde, Grundannahmen des Christentums, der jüdischen Religion oder der Stoa? ist das Christentum, die jüdische Religion oder die Stoa wegen dem jetzt meine Kultur? Vielleicht sind die Grundannahmen einfach Richtig egal woher sie kommen? Vielleicht gibts ja Leute die zu diesen Grundannahmen wechseln aus ganz verschieden Kulturen? wäre dies eine Möglichkeit? Händeschütteln gehört dann aber doch nicht ganz zu den christlichen, jüdischen Grundannahmen soweit mir bekannt ist.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Nein, das betrifft ihn nicht.
Denn sein Umfeld bleibt ja auch friedlich, wenn er Leute ausnutzt.
Wir reden ja hier von einem, der Schlau genug ist, leute so fertig zu machen dass er keine Probleme hat.
Nimm z.B. mal jemanden, der andere Mobbt. Der macht den lieben langen Tag Leute fertig, weiß aber, mit wem er sich gut stellen muss.
Der hat im endeffekt für sich selbst nicht mit konsequenzen zu rechnen, im besten fall sogar eher mit Zustimmung wenn er eloquent und lustig dabei ist.
Der fügt leuten elid zu, ohne dass er einen nachteil davon hat. Aufzuhören wäre irrational für ihn.
ja klar, es ist aber auch nicht Teil unserer Kultur anderen zu verbieten ein Arschloch zu sein. Er sollte aber besser so schlau sein die Gesetze nicht zu tangieren.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und es ist keine vernünftige überlegung per se, an die gesamtgesellschaft zu denken, wenn es nur um das eigene handeln geht.
Wenn überhaupt kann dann die einzige halbwegs vernünftige prämisse sein, sein eigenes glück zu maximieren.
Dein eigenes Glück im Chaos zu maximieren ist wohl schon Richtung psychischer Störung zu orten. Beim Gesammtüberblick quf den Menschen wird dies eher die Ausnahme als die Regel bedeuten.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 21:27
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Man kann es durchaus als vernünftige Erkenntnis abhaken, den Mitmenschen nicht etwas anzutun was man selbst nicht will das es einem angetan wird. Da wirst Du wohl kein vernünftiges Argument dagegen erbringen können.
ob Kanibalismus, Tätowieren, Selbstgeseilung, Genitalverstümmelung, Tellerlippen, Lotosfüße (China) - um nur ein paar bescheidene Möglichkeiten aufzuzählen - als erstrebenswert, wertvoll und gesellschaftlich legitim , gar als absolutes Schönheitsideal angesehen werden oder als Brutalität verurteilt werden, ist Zeit-, Kultur- und Gesellschaftsabhängig.


es gibt keine für alle Zeit und jede Gesellschaft unveränderliche Moral.
es gibt keine für alle Zeit und jede Gesellschaft unveränderliche Ethik.

Die Frage nach der Leitkultur stellt sich genau deswegen.
Welche Kultur gilt für eine bestimmte Zeit in einer bestimmten Region als die führende??
von welchen kulturellen Prämissen lassen wir uns leiten (Humanismus, Werte der Aufklärung) und gilt dies für alle Menschen, die derzeit hier leben?
nein.
denn es gibt eben auch andere Prämissen.
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:ist es sogar bezeichnend für unsere Kultur das sich verschiedene Weltanschauungen unter dem gemeinsamen Nenner fanden wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse fürs Zusammenleben anzuerkennen
sofort würde ich diesen Teil "unserer Kultur" zu einem wesentl Teil der hier , in Westeuropa und Deutschland, vorherrschenden LEitkultur erheben.

denn woanders in der Welt ist es alles andere als gesamtgesellschaftlicher Konsens.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 22:04
Zitat von lawinelawine schrieb:sofort würde ich diesen Teil "unserer Kultur" zu einem wesentl Teil der hier , in Westeuropa und Deutschland, vorherrschenden LEitkultur erheben.
Du vermixt hier wieder etwas - bewusst? -, das auch andere tun, die mit deiner Einstellung ziemlich übereinstimmen, nämlich Kultur per ordre du mufti mit "leading culture". Die deutscghe CDU/CSU-"Leitkultur" - zusammengefasst in Maizieres 10 Geboten - könnte man fast eine Benimm-Fibel für ankommende Migranten nennen; das ist Kulturchauvinismus. "Leading culture" hingegen ist eine von selbst entstehende, aus dem "Volk" kommende Kultur - ich denke da an Popmusik, moderne Romane, neue Kunst, art nouvelle, experimentelle Filme, experimentelles Theater, multimediale Kunst, neue Formen von Philosophie und Kritik (Dekonstruktivismus etc), Antikriegsagitation, Anti G20 Agitation, Friedensmärsche mit Schwarzen, Antirassismusliteratur und -filme (zuletzt die Romane von Colson Whitehead und Yaa Gyasi), alrternative Aufklärung über systematische Abschottung gegen Migranten (Bollwerk und Festung Europa) etc. Das alles ist Kultur als Antwort auf elende Misstände, die von Wirtschaft und Politik geschaffen werden und ist quasi das Gegenteil zur deutschen Leidkultur, aber leading culture, die wie immer vorwiegend aus den USA kommt und ein wenig auch aus Frankreich.

,


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 22:23
Zitat von RealoRealo schrieb: "Leading culture" hingegen ist eine von selbst entstehende, aus dem "Volk" kommende Kultur - ich denke da an Popmusik, moderne Romane, neue Kunst, art nouvelle, experimentelle Filme, experimentelles Theater, multimediale Kunst, neue Formen von Philosophie und Kritik (Dekonstruktivismus etc), Antikriegsagitation, Anti G20 Agitation, Friedensmärsche mit Schwarzen, Antirassismusliteratur und -filme (zuletzt die Romane von Colson Whitehead und Yaa Gyasi), alrternative Aufklärung über systematische Abschottung gegen Migranten (Bollwerk und Festung Europa) etc. Das alles ist Kultur als Antwort auf elende Misstände, die von Wirtschaft und Politik geschaffen werden und ist quasi das Gegenteil zur deutschen Leidkultur, aber leading culture, die wie immer vorwiegend aus den USA kommt und ein wenig auch aus Frankreich.
wenn es machbar wäre, diese von dir beschrieben "leading culture" überall auf der Welt. d.h. au den Komoren, den Fidschiinseln, in Katar,  in der sibierischen Taiga, in Japan, in Indien, Afghanistan, in Jemen, im Kosovo, im Südsudan-- und zwar nicht als Nischenkultur, sondern als "aus dem Volk kommende Kultur"  zu leben,- dann ist ja alles gut ;)
ich wette um viel, dass es nicht gelingt -- zu unterschiedlich sind die Kulturen auf dieser Welt.
Zitat von RealoRealo schrieb:das ist Kulturchauvinismus
in Japan, in China, in Saudi Arabien, in Bangladesh , Pakistan, Jamaika, Korea usw hat man da weniger Probleme von Gästen einzufordern, dass sie sich Gesetzen, Regeln und Sitten - mithin der Leitkultur - entsprechend verhalten. kannst ja mal in Kingston verlangen, dass ab 22:00 Uhr Nachtruhe einzuhalten ist :) :) die erzählen dir aber sowas von Kulturchauvinismus ;)
mit Ausnahme von Touristenhot spots und all inkusive hotels, versteht sich.

da hält man sich nicht mit einer Debatte über angebl Kulturchauvinismus auf, da sagt man  per klarer Ansage, wo's für Gäste und Einheimische lang geht.
fertig.


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12.09.2017 um 22:27
ich hatte leider nach dem ersten Absatz die falsche Taste (Abeschicken) gedrückt, obwohl noch ein zweiter Absatz kommen sollte, in dem es um den seltsamen deutschen Mix aus westlicher Kultur und dem krampfhaften versuch einer deutschen Leitkultur geht, der sich nicht verträgt, um deine Position etwas zu relativieren, denn du versuchst die Quadratur des Kreises - Übernahme westlicher Kultur mit Inklusion deutscher Leidkultur (mit d) -, was ein Widerspruch in sich selbst ist, da die deutsche "Leitkultur" nichts mit Kulrtur zu tun hat, sondern mit einer Monstranz deutscher Sekundärtugenden, die gefälligst der Migrant zu lernen hat, an sich überhaupt nix mit Kultur zu tun hat, und dabei die Vorgaben aus der progressiven westlichen Kultur neutralisiert. Dieser Drahtseilakt kann nicht aufgehen, da die Inhalte von Maizières "Leitkultur" die progressive westliche Kultur, die sich zumindest in linken Zirkeln langsam breit macht, konterkatiert. Das war es in etwa, was ich noch hinzufügen wollte, aber damit hatte ich leider das Zeitlimit überschritten.
Zitat von lawinelawine schrieb:wo's für Gäste und Einheimische lang geht.
Wer hier von selbst ankommt, ist kein Gast, und wer hier eingebürgert worden ist, noch viel weniger. Hat das unschöne Geschmäckle von "Gast-Arbeiter". Das sollten wir langsam mal hinter uns gelassen haben, denn das ist schon ein halbes Jahrhundert her.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 22:59
Zitat von RealoRealo schrieb:n dem es um den seltsamen deutschen Mix aus westlicher Kultur und dem krampfhaften versuch einer deutschen Leitkultur geht, der sich nicht verträgt, um deine Position etwas zu relativieren, denn du versuchst die Quadratur des Kreises - Übernahme westlicher Kultur mit Inklusion deutscher Leidkultur (mit d) -
falsch.
ich habe in diesem thread schon zigmal darauf hingewiesen, dass ich den Begriff Leitkultur im Sinne Tibis verwende - als (west)europäische Leitkultur.
Jeglicher Versuch, mich als Verfechter einer typischen und auschließlichen deutschen Leitkultur in Verbindung zu bringen, geht fehl.

wobei: es gibt zT grasse Unterschiede in der Kultur bei Franzosen, Engländern, Spaniern, und Deutschen.
wer wollte das leugnen. nur sind die kulturellen Unterschiede zw den genannten Ländern im Bereich kleinerer Nuancen.
Die Vielfalt macht es eigentl. spannend. nimmt der Grad der Unterschiede in den Kulturen jedoch stark zu, werden andere Kulturen durchaus in einer Spannweite von anregend, befremdend oder gar bis zu verstörend wahrgenommen.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

12.09.2017 um 23:21
Zitat von lawinelawine schrieb:dass ich den Begriff Leitkultur im Sinne Tibis verwende - als (west)europäische Leitkultur.
Dann weiß entweder Tibi nicht, wovon er spricht, oder Merz (und 15 Jahre später Maizière) hat ihn bewusst falsch verstanden bzw. vereinnahmt, oder beides. Es gibt keine europäische Leitkultur, sondern eine westliche Kultur. Eine Leitkultur ist sie schon deshalb nicht, weil die anderen, nichtwestlichen Kulturen, sich einen Dreck drum scheren, auch wenn sie aus Bequemlichkeitsgründen oder mangels attraktiver Alternativen nicht umhin kommen, BigMacs zu futtern, Cola zu trinken, amerikanischen HipHop zu hören und deutsche Autos zu fahren. Hier muss man auch unterscheiden zwischen Pop- und Gebrauchskultur und "hoher Kultur". Zumindest letztere juckt die anderen Kulturen kein Stück. Aufklärung könnte man als Kultur verstehen; ich würde sie eher das Selbstverständnis der westlichen Lebensweise nennen, die sich zwar durchaus zu universalistischen Zwecken eignet, als solche von den anderen Kulturen aber nicht anerkannt wird, was nicht zuletzt was mit den Jahrhunderten Kolonialismus und Sklavenhandel zu tun hat, die die Errungenschaften der Aufklärung ad absurdum geführt haben, weshalb auch die anderen Kulturen meinen, die Essenz der westlichen Kultur sei die Doppelmoral: Wasser (Aufklärung, Menschenrechte) predigen und Wein saufen (sich aufführen wie die Vandalen (vom Kolonialismus über Imperialismus bis hin zu Ballermann 6)). Erst wenn der Westen lernt sich nach seinen eigenen Regeln auch zu verhalten, wird die westliche Kultur etwas attraktiver für die anderen Kulturen. Man kommt mit einer Moral ganz gut aus und braucht nicht ständig deren zwoa.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

13.09.2017 um 03:06
Wer von dem Median der hier lebenden Bevölkerung lebt denn nach einer "Leitkultur"? Keiner.
Der krampfhaften Versuch einerseits zu behaupten dass es keine gibt und dann andererseits einen argumentativen Kauderwelsch zwischen Gesetzen, Freizeitkultur, geschichtliches Verhalten und Wirtschaftsinteressen doch als Doppelmoral Kultur zu bezeichnen ist echt mühsam.

Für mich ist das ein Heulthread, Kerze brennt - mMn ist der Westen (Europa) in der gesetzlichen Treue führend, führend heißt nicht perfekt, aber immer noch besser als der amerikanische Traum oder Asien die ihre Überbevölkerung nur per fragwürdigen gesellschaftlichen Unterwerfung im Zaum hält.

Wem soll den der Okzident auf Augenhöhe begegnen ohne nach unten zu schauen?
Zitat von RealoRealo schrieb:Erst wenn der Westen lernt sich nach seinen eigenen Regeln auch zu verhalten, wird die westliche Kultur etwas attraktiver für die anderen Kulturen. Man kommt mit einer Moral ganz gut aus und braucht nicht ständig deren zwoa.
Zu Deutschland fragte ich (in deiner Abwesenheit):
Beitrag von Abahatschi (Seite 40)
Gibt es eine deutsche Kultur? Ich möchte wissen wo der deutsche Michel einzuordnen ist.
Im Dialog auf Augenhöhe: gibt es bei den östlichen Nationalitäten ein Pendant Ali, Mehmet? Was machen die so typischerweise?



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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

13.09.2017 um 07:33
Zitat von lawinelawine schrieb:ob Kanibalismus, Tätowieren, Selbstgeseilung, Genitalverstümmelung, Tellerlippen, Lotosfüße (China) - um nur ein paar bescheidene Möglichkeiten aufzuzählen - als erstrebenswert, wertvoll und gesellschaftlich legitim , gar als absolutes Schönheitsideal angesehen werden oder als Brutalität verurteilt werden, ist Zeit-, Kultur- und Gesellschaftsabhängig.
Das interessiert das Individuum nicht und hat es auch nicht zu interessieren. Wenn es dies nicht will ist es in jeder Gesellschaft Zeit und Kuklur falsch es ihm anzutun. Nur weils bei uns Kultur ist im durchschnitt 150 Liter Bier im Jahr zu saufen brauch ich wegen dem kein einziges anturühren. Konformität soll auf einer freien Entscheidung beruhen nur so kann auch Verantwortung vom Individuum für sein Handeln übernommen werden und nur so kann das Individuum nicht seine Kultur als Entschuldigung oder Rechtfertigung hinhalten. Denn beides ist falsch für ein Individuum das sich selbstbestimmt betrachtet.


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