sacredheart schrieb:Ein Unternehmer bekommt doch kein Gehalt, der lebt vom Gewinn.
Das kommt davon, wenn man mit Begriffen um sich wirft, die man nicht vollständig verstanden hat...
Man kann natürlich einen "angemessenen Unternehmerlohn" auch in die Deckungsbeitragsrechnung einpreisen, das ist eine reine Definitionsfrage. Dann rede ich eben im den Betrachtung hier speziell von beispielsweise DB5, dann passen diese Aussagen auch wieder zusammen:
behind_eyes schrieb:Wenn eine Firma ständig 0% Deckungsbeitrag hat, also alles auf 0 fährt, kein Gewinn, kein Verlust, alle Gehälter können bezahlt werden usw...
In dieser Logik muss ich dann auch Rücklagen für Investitionen usw. in die Deckungsbeitragsrechnung mit einbeziehen, d.h. ich erreiche gerade alle Planwerte für den Aufbau dieser Rücklagen und 0,00€ mehr.
In der Praxis ist das natürlich nicht erreichbar, weil es zwangsläufig Schwankungen und unerwartete Entwicklungen gibt die dazu führen, dass eine Planung, so gut sie auch sein mag, höchstens mal durch großen Zufall tatsächlich auf Euro und Cent genau aufgeht.
Optimist schrieb:scheints nun also doch ständiges Wachstum geben zu müssen.
Aber "gesund" - bezüglich Nachhaltigkeit und Umwelt - finde ich es trotzdem nicht.
Dieses vermeintliche Dilemma kommt aber auch nur daher, weil in der Diskussion ein wirtschaftliches Wachstum gerne verkürzt als reines Mengenwachstum beschrieben wird, das muss aber nicht stimmen - es kann sich auch um ein Wert-Wachstum handeln, und dieses ist tatsächlich nicht zwangsläufig natürlich begrenzt. Verreinfacht ausgedrückt: vor 30.000 Jahren hast du mit einigen Brocken Kupfererz überhaupt nichts sinnvolles anfangen können, es war praktisch wertlos, vor 3.000 Jahren war es ein wertvoller Rohstoff, aus dem man Messer, Geschirr usw. angefertigt hat, vor 1.000 Jahren war es wieder deutlich weniger wert weil bessere Materialen wie z.B. Eisen es für Gebrauchsgegenstände abgelöst haben, und mit dem Aufkommen der Schwerindustrie und der Elektrotechnik ist es plötzlich wieder sehr viel wertvoller geworden... Am Beispiel von Computern sieht man es auch ganz gut, der reine Materialbedarf des einzelnen Geräts ist seit guten 50 Jahren für einen Heim-PC mengemäßig ziemlich konstant, der ökonomische Wert hat sich aber vervielfacht.