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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

4.649 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Politik, Wirtschaft, Stadtentwicklung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 15:14
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Gegenbeispiel mit einem Invest von 11Mrd €.(In Groß-Gerau ging es um 2,5 Mrd.)
Danke schön für das Beispiel.

Es ist gut, dass man nicht überall so dämlich, ist und solche Projekte ablehnt.


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 16:14
@Bone02943 @alhambra @Bluemeanie @SvenLE @Optimist

Screenshot 20260211 154239

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/produktivitaet-forderungen-politik-100.html

In Deutschland erleben wir ja einen demografischen Wandel. Das heißt, es werden netto Millionen Menschen mehr in Rente gehen, als neue in die Lohnarbeit nachrücken.

Das bedeutet, dass dem Kapital ganz, ganz viele Arbeitsstunden verloren gehen.

Für ein kapitalistisches System ist das aber nicht hinnehmbar, denn ein System, das zwingend auf Wachstum angewiesen ist, kann es nicht akzeptieren, wenn Arbeitskraft und Arbeitsstunden in großem Umfang wegfallen.

Das ist eine handfeste Krise, die sich im Kapitalismus nicht vermeiden lässt.

Dafür gibt es letztlich mehrere Lösungen:

Eine Möglichkeit ist, neue Arbeitskräfte ins Land zu holen, um sie für das Kapital nutzbar zu machen.

Die andere Möglichkeit ist, mehr Kinder zu bekommen.

Das Problem dabei ist, dass ein Kind mindestens 20 Jahre braucht, bis es dann für die Lohnarbeit interessant wird.

Eine weitere Möglichkeit, den Verlust an Arbeitsstunden zu kompensieren, besteht darin, Personen in die Lohnarbeit einzubeziehen, die bisher davon ausgenommen waren - also Kinder, Rentner oder Kranke.

Indem man sie in den Pool der Lohnarbeit integriert, könnte man damit die Arbeitsstunden wieder steigern.

Eine andere Möglichkeit, um die Produktivität zu steigern, wäre, wenn jeder Lohnarbeiter mehr leistet.

Das Problem dabei ist nur, dass in einer Dienstleistungsgesellschaft wie Deutschland viele Produktivitätspotenziale bereits ausgeschöpft sind, denn ein Arzt betreut ja heute schon so viele Patienten wie möglich. Auch bei Psychologen, Pflegekräften etc. gibt es physikalische Grenzen. Also eine Pflegekraft kann nicht statt 15 dann 20 Patienten gleichzeitig pflegen. Da ist dann irgendwann eine natürliche Grenze erreicht.

Für deutliche Produktivitätssteigerungen bleiben also im Grunde nur zwei Möglichkeiten:

Entweder wir holen mehr Menschen ins Land oder wir beziehen bisher von der Lohnarbeit ausgenommene Gruppen - also Kinder, Rentner, Kranke - in den Arbeitsmarkt mit ein.

Das ist etwas, was in einem kapitalistischen System zwingend geschehen muss - daran führt kein Weg vorbei.

Entweder das, oder die deutsche Volkswirtschaft wird langfristig an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.
Die Produktivität ist der Goldstandard der Arbeitswelt. Steigt sie, können auch Gewinne, Löhne und Steuereinnahmen steigen.
Leider gibt es seit den 80er Jahren eine Entkopplung von Produktivität und Arbeitslöhnen.

Vor 1980 war es ja so: Wenn die Produktivität stieg, stiegen auch die Löhne. Damals hing beides noch zusammen. Da gab es so eine Art Kopplung.

Dann kam der Neoliberalismus - dann kamen Reagan, Margaret Thatcher etc. - und die sagten: „Das ist Bullshit. Das ist schlecht für den Standort. Das hemmt Investitionen.“

Seitdem gehen Produktivität und Lohnentwicklung auseinander. Die Produktivität stieg, während die Lohnentwicklung stagnierte und seitdem ist auch diese ganze Trickle-Down-Erzählung einfach tot.

Also hier tut man so, als wäre mehr Produktivität gut für die Arbeiter. Das stimmt aber nicht. Das ist falsch. Es ist gut für die Kapitalisten, aber dem Arbeiter bringt es nicht besonders viel.
Tatsächlich stagniert die Produktivität in Deutschland seit der Corona-Pandemie. Im Moment ist sie sogar niedriger als 2021.
Die Frage ist nur: „Was will man da jetzt politisch machen, um die Produktivität zu steigern?“

Der Ansatz ist dann immer der, dass ständig gesagt wird: „Bürokratieabbau, Bürokratieabbau, Bürokratieabbau!“

Okay, möglicherweise steigert der Abbau von Bürokratie sogar die Produktivität.

Wenn man zum Beispiel in einem Unternehmen Leitern herstellt und für die Sicherheitsprüfung der Leitern keine Prüfabteilung mehr nötig ist, hat man Bürokratie abgeschafft.

Diese Abteilung ist nicht mehr nötig. Die Leitern müssen nicht mehr geprüft werden, ob die auch sicher sind.

Dann können natürlich pro Arbeitsstunde - da ja die Arbeitsstunden der Prüfer wegfallen - mehr Leitern produziert werden, denn es fallen ja ganz viele Arbeitsstunden der Leute weg, die die Leitern auf Sicherheit prüfen, und dann hat man pro geleistete Arbeitsstunde mehr Leitern - also hat man dadurch eine gesteigerte Produktivität. Das geht natürlich.

Das Problem dabei ist nur, dass das für den Konsumenten jetzt nicht so geil ist, denn der denkt sich: „Wenn deutsche Leitern nicht mehr sicher sind, dann kaufe ich mir halt Leitern aus China oder aus den USA oder woher auch immer.“

Grundsätzlich ist es halt einfach scheiße, wenn man Leitern hat, auf denen man, wenn man hochklettert, möglicherweise einfach stirbt.
In der Union schauen viele auf die Uhr und wollen die Arbeitszeit erhöhen. CSU-Chef Markus Söder sagte im Bericht aus Berlin, dass eine Stunde Mehrarbeit pro Woche nicht zu viel verlangt sei.
Wenn man natürlich jetzt sagt: Eine Stunde mehr pro Woche, und diese Stunde wird nicht bezahlt, also sie ist quasi einfach extra - dann hat man für die Menge an Lohn, die insgesamt gezahlt wird, am Ende mehr produziert. Dann hat man die Produktivität auch gesteigert. Das funktioniert aber nur unter dieser Bedingung, denn wenn man den Arbeiter für diese Zusatzstunde so entlohnt wie für alle anderen Arbeitsstunden, wird die Produktivität nicht gesteigert.

Man müsste entweder einen geringeren Lohn für diese zusätzliche Arbeitsstunde bezahlen oder gar keinen. Erst dann hat man die Produktivität gesteigert.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hätte gerne weniger Krankentage und forderte zuletzt: "Mit Work-Life-Balance und Viertagewoche lässt sich der Wohlstand unseres Landes so nicht erhalten. Wir müssen mehr arbeiten."
Auch das steigert natürlich die Produktivität. Wenn Leute, die krank sind, keinen Lohn mehr bekommen, dann zahlt der Kapitalist weniger Geld pro geleistete Arbeitsstunde. Denn bei der Lohnfortzahlung fließen ja auch die Arbeitsstunden, in denen nichts geleistet wird, weil man krank ist, in die Produktivitätsberechnung ein.

Wenn der Arbeiter krank ist und keine Lohnfortzahlung erfolgt, werden die Stunden, die in Krankheit verbracht werden, nicht mehr bezahlt. Damit zahlt der Kapitalist weniger Lohn für die tatsächlich geleistete Arbeit, und die Produktivität ist gesteigert worden.

Fragt sich nur: Ist das wirklich erstrebenswert??

Aber grundsätzlich hat F. Merz natürlich recht, wenn er das sagt. Es steigert die Produktivität. Damit hat er recht. Auch Söder hat damit recht.

Die Frage ist nur: Welche Konsequenzen hat das, und was sagt es über die Logik des Systems, in dem wir leben?
Unternehmen und Mitarbeiter sollen selbst über die Arbeitszeit entscheiden können.
Ja, das steigert natürlich auch die Produktivität, wenn der Kapitalist sagen kann: „Ich benötige deine Arbeitskraft diese Woche nur 26 Stunden, dann zahle ich dir natürlich auch nur 26 Stunden. Nächste Woche brauche ich dann 57 Stunden deiner Arbeitskraft, und dann zahle ich dir 57 Stunden“, dann steigert das natürlich die Produktivität.

Denn wenn es immer 40 Stunden wären, würden in der ersten Woche 14 Arbeitsstunden bezahlt werden, in denen gar nicht gearbeitet wird. In der darauffolgenden Woche würden zwar 40 Arbeitsstunden, in denen gearbeitet wird, bezahlt werden, aber es würden Potenziale liegen bleiben.

Das steigert natürlich die Produktivität. Aber will ein Arbeiter in einem System leben, wo er permanent auf Abruf ist und nie weiß, wann und wie viel er arbeiten muss?
Bessere Qualifizierung, also bessere Schulbildung, Studium und Ausbildung würden die Produktivität steigern.
Das sind immer solche Vorschläge, die sehr langfristig gedacht sind...

Man müsste ja zunächst das Bildungspersonal umfassend schulen oder sogar ganz neues Personal ausbilden. Dann wären umfangreiche strukturelle Veränderungen nötig. Das alles würde mindestens zehn Jahre dauern, bis sich überhaupt irgendein Effekt zeigt.

"Mehr und bessere Bildung" ist auch immer so ein liberaler Take, der immer wieder vorgebracht wird, dabei ist Bildung kein einfacher Ein-Aus-Schalter, den man einfach so umlegen kann...

Das Bildungssystem zu verbessern und zu reformieren wurde ja schon oft versucht, dabei ist es aber fast immer nur schlechter geworden - bei jeder einzelnen Reform.

Ein Bildungssystem so zu reformieren, dass es besser wird, würde erstens sehr viel Geld kosten und sehr lange dauern und um die Früchte dieses besseren Systems zu ernten, würde noch mehr Zeit verloren gehen. Also da reden wir wirklich über Jahrzehnte...

Dieser zeitliche Aspekt wird auch immer wieder ausgeblendet, deshalb redet derzeit auch kaum jemand drüber.

Hauptsächlich geht es eher darum, Zuwanderer, kranke Menschen, Rentner und hin und wieder auch Jugendliche oder Arbeitslose durch Druck und Zwang besser für das Kapital nutzbar zu machen.
Außerdem müsse man KI einsetzen, um bestimmte Tätigkeiten zu übernehmen
Der Einsatz von KI widerspricht ja ebenfalls den Interessen der Arbeiter, denn wenn eine KI Arbeitsstunden übernimmt, konkurriert der Arbeiter mit einem Roboter.

Mit einem Roboter zu konkurrieren, der nicht essen, schlafen oder eine Wohnung braucht, ist wirklich beschissen.

Das bedeutet: Wenn ein Arbeiter mit einem Roboter oder KI-System konkurriert, wird sein Leben wahrscheinlich prekärer. Sein Lohn wird sinken und seine Stellung auf dem Arbeitsmarkt wird sich verschlechtern.

___________________________________

An alle diesen Vorschlägen zur Produktivitätssteigerungen, so wie sie da stehen, sieht man übrigens schön die fundamentalen Widersprüche einer Klassengesellschaft, denn das sind alles Vorschläge, die zu 100% dem deutschen Standortinteresse und dem Interesse der deutschen kapitalistischen Klasse entsprechen und zu 100% im Widerspruch zum Interesse der Arbeiterklasse stehen - objektiv gesehen.


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 16:40
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Eine Stunde mehr pro Woche,
Naja, wenn dem Ministerfressident Söder das so wichtig ist, kann er ja mal mit gutem Beispiel voran gehen und mal 2 oder 3 Feiertage in seinem Bundesland abschaffen. Aber ich wette das wird wieder nicht passieren.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Der Einsatz von KI widerspricht ja ebenfalls den Interessen der Arbeiter, denn wenn eine KI Arbeitsstunden übernimmt, konkurriert der Arbeiter mit einem Roboter.
Das ist unausweichlich und wird schneller kommen als uns allen Lieb ist.


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um 17:04
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:In Deutschland erleben wir ja einen demografischen Wandel
Vom "demografischen Wandel" wird seit 20 Jahren geredet. Also seit einer ganzen Generation.


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 18:08
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:In Deutschland erleben wir ja einen demografischen Wandel.
Deutschland ist hier mal wieder besonders, es hat einen "Wandel" bei dem die Bevölkerungszahl steigt.

- Bevölkerungsveränderung ggü 2015 +1,6%., sehr seltsamer "Demografischer Wandel"...

- Anzahl Rentner 2015 20,82 Mio -> 2025 21,49 Mio hmm...

- Anzahl der Beschäftigten auf einem Höchststand gestiegen von 43 Mio 2015 auf 46 Mio 2025

- Steuereinnahmen steigen und steigen

Ganz ehrlich, ich kann diesen Bullshit nicht mehr hören! 3 Mio Beschäftigte Mehr kommen mit zusätzlich 0,6 Mio Rentner nicht klar! Wer soll das glauben?

Deutschland hat ein Ausgabenproblem! Sonst nichts!


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um 19:16
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Vom "demografischen Wandel" wird seit 20 Jahren geredet. Also seit einer ganzen Generation.
Ja, seit 20 Jahren wird damit Angst geschürt, aber außer der Versicherungsindustrie Geschenke zu machen wurde die Zeit nicht genutzt um sich darauf vorzubereiten, warum nicht?
Wer ist daran schuld - die Boomer, die jetzt in Rente gehen?


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 19:41
Zitat von hiddenhidden schrieb:Ja, seit 20 Jahren wird damit Angst geschürt, aber außer der Versicherungsindustrie Geschenke zu machen wurde die Zeit nicht genutzt um sich darauf vorzubereiten, warum nicht?
Na klar, wie soll man sich denn darauf vorbereiten? Man könnt theoretisch die Eltern motivieren mehr als 2 Nachkommen in die Welt zu setzen aber dann müssen die Rahmenbedingungen stimmen, d.h. Kita-Plätze, Vernünftige Schulen, Weniger Karriereknick usw.
Man wusste schon was kommt aber man hatte da halt andere Ansätze.

Eine Welt in der ein Mittelschicht-Angestellter nach 15 Jahren Netto-Arbeit stolz ein Reihenendhaus mit 120 Quadratmeter vorweisen konnte und parallel dazu noch drei Gören dazu großziehen konnte, rückt für viele in Weite Ferne bzw. ist in Großstädten nur noch eine Utopie für die ganz Fleißigen oder Glückspilze mit ein bisschen Vorsprung.
Viele rechnen sich wahrscheinlich einfach durch und denken sich am Ende Nee, lass mal.


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um 21:04
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Entweder wir holen mehr Menschen ins Land oder wir beziehen bisher von der Lohnarbeit ausgenommene Gruppen - also Kinder, Rentner, Kranke - in den Arbeitsmarkt mit ein
Ersteres ist schon eingetroffen, müssten nur noch ausgebildet werden 😉
Kinderarbeit bleibt hoffentlich verboten😉
Ja ja und dass Rentner arbeiten sollen, war ja auch schon irgendwo im Gespräch.
Hoffe, es bleibt dabei, dass Kranke nicht zum arbeiten gezwungen werden.

Alles in allem, es scheint keine gute Lösung zu geben.


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 21:21
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Ersteres ist schon eingetroffen, müssten nur noch ausgebildet werden
Die Frage hierbei ist für mich wer in der Verantwortung steht dafür zu Sorgen?
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Hoffe, es bleibt dabei, dass Kranke nicht zum arbeiten gezwungen werden.
Es kommt sicherlich immer auf die Art der Erkankung an. Das man in Deutschland überhaupt die Wahl hat, fußt darauf, dass der Sozialstaat funktioniert. In anderen Ländern gibt es es kaum Krankheitstage, vermutlich nicht weil die Leute dort so gesund leben.

Desto weniger jedoch in den Top einzahlen, obwohl sie könnten, aber private Verpflichtungen priorisieren, desto weniger Geld ist dann auch für diejenigen da die aufgrund von Krankheit tatsächlich keinen klaren Gedanken mehr fassen und keinen Fuß mehr bewegen können.

Und ich denke es gibt sicher einige kreative Lösungen in den Schubfächern, aber da traut sich derzeit niemand ran, weil noch ein bisschen Geld da ist und das massiv Wählerstimmen kostet.


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um 21:58
Ein Anfang wäre, aus 32.000 gesetzlichen Krankenkassen zwei oder maximal 3 zu machen. Die ganzen Wasserköpfe, Verwaltungen etc. wollen ja auch bezahlt werden.


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um 23:03
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Das ist eine handfeste Krise, die sich im Kapitalismus nicht vermeiden lässt.

Dafür gibt es letztlich mehrere Lösungen:

Eine Möglichkeit ist, neue Arbeitskräfte ins Land zu holen, um sie für das Kapital nutzbar zu machen.

Die andere Möglichkeit ist, mehr Kinder zu bekommen.

Das Problem dabei ist, dass ein Kind mindestens 20 Jahre braucht, bis es dann für die Lohnarbeit interessant wird.

Eine weitere Möglichkeit, den Verlust an Arbeitsstunden zu kompensieren, besteht darin, Personen in die Lohnarbeit einzubeziehen, die bisher davon ausgenommen waren - also Kinder, Rentner oder Kranke.

Indem man sie in den Pool der Lohnarbeit integriert, könnte man damit die Arbeitsstunden wieder steigern.

Eine andere Möglichkeit, um die Produktivität zu steigern, wäre, wenn jeder Lohnarbeiter mehr leistet.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: wir investieren in neue Technologien, insbesondere Robotik und Nanotechnologie. Nach manchen Zukunftsvisionen aus dem 20. Jahrhundert hätten wir heute schon Haushaltsroboter, eine bemannte Mondbasis und Heilverfahren für alle Krankheiten!

Im Übrigen wäre eigentlich ein kontrolliertes Schrumpfen der Bevölkerung aus ökologischen Gründen nicht verkehrt. Könnten wir nicht unser Wirtschaftssystem so modifizieren, dass dieser Druck nach Wachstum fehlt? Wäre eine Wirtschaft mit nicht inflationären Geld eine Lösung?


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 23:06
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:Könnten wir nicht unser Wirtschaftssystem so modifizieren, dass dieser Druck nach Wachstum fehlt? Wäre eine Wirtschaft mit nicht inflationären Geld eine Lösung?
Eine gute Frage.

Aber im Grunde liegts ja noch nicht daran.
Eigentlich braucht es Lösungen für personalintensive Jobs. Wenn KI Arbeitsplätze "vernichtet" dann könnten damit die Plätze aufgefüllt werden wo es derzeit an Personal fehlt. Zumindest langfristig gedacht.


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 23:20
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Wenn KI Arbeitsplätze "vernichtet" dann könnten damit die Plätze aufgefüllt werden wo es derzeit an Personal fehlt.
Da dürfen wir aber nicht vergessen, dass nicht jeder für jede Arbeit geeignet ist!


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 23:20
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Wenn KI Arbeitsplätze "vernichtet" dann könnten damit die Plätze aufgefüllt werden wo es derzeit an Personal fehlt.
Schön wärs. Die Automatisierung schafft weniger höher qualifizierte Arbeit.
Entgegen früherer Versprechen bringt sie nicht mehr Geld, Freizeit sondern verdichtetes Arbeiten mit mehr Streß und weniger Arbeit für "einfach zu erlernende" Arbeit.
Wir müssen konkurenzfähig mit Billigländern werden und haben momentan 3 Mio. Arbeitslose.


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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

um 23:36
Zitat von MarfrankMarfrank schrieb:Da dürfen wir aber nicht vergessen, dass nicht jeder für jede Arbeit geeignet ist!
Natürlich, deswegen wird dies auch nur langfristig planbar sein. Wer heute am Fließband steht oder im Büro sitzt und von der KI abgelöst wird, der wird wohl kaum in kurzer Zeit zu jemandem der iwo anders fehlt.
Aber man könnte sich langfristig darauf einstellen und Ausbildungsberufe anders bewerben.
Zitat von hiddenhidden schrieb:Schön wärs. Die Automatisierung schafft weniger höher qualifizierte Arbeit.
Entgegen früherer Versprechen bringt sie nicht mehr Geld, Freizeit sondern verdichtetes Arbeiten mit mehr Streß und weniger Arbeit für "einfach zu erlernende" Arbeit.
Dann müssen wir die Menschen zukünftig wieder mehr fit machen, für die Arbeiten die nicht durch die KI ersetzt werden/wurden.
Zitat von hiddenhidden schrieb:Wir müssen konkurenzfähig mit Billigländern werden und haben momentan 3 Mio. Arbeitslose.
Wir müssen Konkurenzfähig mit der Technologie sein, die anderswo nur schwer zu erreichen ist. Wir müssen es schaffen Menschen für die Jobs zu begeistern, wo es fehlt. Und wenn durch KI anderswo Stellen wegfallen, dann sollte dies um so besser gelingen.


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